Wie werde ich Teil einer Gastfamilie im Ausland?

Es ist nicht immer einfach, sich in einer fremden Familie und einer fremden Kultur einzuleben.

Das Leben in einer Gastfamilie ist aber eine der besten Möglichkeiten, um eine andere Kultur kennenzulernen – vielleicht sogar die allerbeste! Das gilt unabhängig davon, ob Sie als Au-Pair, Sprachtutor, oder Freiwillige(r) im Ausland sind. Teil einer Familie zu sein bietet Ihnen nicht nur ein zu Hause, sondern Sie erhalten erstaunliche Einblicke in die alltäglichen Routinen, die Sie als Tourist/in niemals gewinnen würden. Sie werden authentische, traditionelle Speisen kennenlernen und einen Crash-Kurs in einer Fremdsprache erhalten. Ob Sie nun lernen italienisch zu sprechen, oder aber zu identifizieren, was genau die grüne Pampe auf Ihrem Frühstücksteller zu suchen hat, der Aufenthalt bei einer Gastfamilie ermöglicht es Ihnen, auf einer ganz anderen Ebene in eine fremde Kultur einzutauchen. Das geht allerdings nicht unbedingt reibungslos vonstatten, es kann zuweilen sogar schwierig und frustrierend sein – aber es lohnt sich in jedem Fall. Heute haben ich Ihnen einige Tipps zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen sollen, Ihren Aufenthalt erfolgreich zu gestalten:

  1. Stellen Sie sich darauf ein, sich der Lebensart, Kultur und Routine Ihrer Gastfamilie anzupassen und erwarten Sie nicht, dass die Ihre angenommen wird. Sofern Sie verinnerlichen, dass diese Anpassung Teil Ihrer Erfahrung ist, werden Sie ganz sicher sehr viel mehr über den Ort, den Sie besuchen, erfahren.
  2. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Gastfamilie! Das erscheint zunächst ganz offensichtlich, es ist aber immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen die Zeit mit einer Gastfamilie nicht zur Interaktion nutzen. Wenn man Sie fragt, ob Sie an einem Ausflug teilnehmen möchten, tun Sie es! Machen Sie sich keine Sorgen darüber, etwas von den üblichen Sehenswürdigkeiten zu verpassen – Sie können jederzeit wieder Tourist sein. Die Zeit aber, die Sie mit der Gastfamilie verbringen, wird Ihnen jedoch stets im Gedächtnis bleiben.
  3. Gehen Sie nicht automatisch davon aus, dass Ihre Gastfamilie Sie nicht mag – wenn man Sie in den ersten Tagen Ihres Aufenthaltes nicht immer einbezieht, so liegt das eher daran, dass man Ihnen Zeit geben möchte, sich einzuleben. Gehen Sie ruhig auf die Menschen zu, fragen Sie beispielsweise nach ihren Hobbies, zeigen Sie Interesse an deren Kultur, so werden Sie eine Verbindung schaffen und das Eis brechen können.
  4. Bringen Sie ein kleines Gastgeschenk mit und lassen Sie auch eine Kleinigkeit da, wenn Sie sich am Ende wieder verabschieden.
  5. Peinliche Stille zwischen den Gesprächsthemen? Bringen Sie doch ein kleines Fotoalbum mit und erzählen Sie von Ihrer Familie, Ihren Freunden und Ihrer Heimat. Das ist eine gute Möglichkeit, um einen Dialog zu beginnen und es ermöglicht Ihnen, einen kulturellen Austausch zu starten.
  6. Schauen Sie mit der Gastfamilie „telenovelas“ – Sie verbringen gemeinsame Zeit und das bietet eine tolle Möglichkeit, Spanisch zu üben. Vorsicht: Wenn Sie anfangen zu lachen, besteht Gefahr, dass Sie süchtig werden! :)
  7. Lächeln Sie, auch wenn Sie müde sind. Oder kommunizieren Sie zumindest, wie Sie sich fühlen, oder wenn Sie gerade frustriert sind.
  8. Sprechen Sie – im Zweifelsfall über das Wetter. Oder aber über das Essen.
  9. Sollte Ihnen Ihre Gastmutter anbieten, Ihre Wäsche zu waschen, so nehmen Sie es dankend an.
  10. Sollte Ihre Reise nach Südamerika gehen, so seien Sie nicht überrascht, wenn Sie Hühnerfüße in Ihrer Suppe, oder ungewöhnliche Teile von Tieren oder Insekten in Ihrem Essen finden. So ziemlich jeder Teil der Kuh/des Schweins/des Huhns wird in vielen Kulturen verwendet – versuchen Sie, dafür offen zu sein. Vielleicht finden Sie am Ende Geschmack dran. Essen Sie mit Ihrer Gastfamilie zusammen!
  11. Tauschen Sie am Ende Ihres Aufenthaltes Adressen aus und bleiben Sie in Kontakt – so werden Sie sich ein schönes, internationales Netzwerk schaffen.
  12. Seien Sie unabhängig! Ihre Gastfamilie ist nicht Ihre Reiseleitung. Man wird Ihnen zwar sicherlich tolle Tipps für Plätze außerhalb der Touristenpfade geben können, ganz sicher aber nicht „Ihre Hand halten“. Gehen Sie auch auf eigene Faust auf Entdeckungstour!
  13. Selbst wenn Sie die Fremdsprache nicht, oder nicht fließend, sprechen, sollten Sie zumindest Floskeln wie „bitte“ und „Dankeschön“ verwenden – solche Kleinigkeiten bewirken oft einen großen Unterschied.

Meine Liste erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit – sollte ich etwas vergessen haben, so freue ich mich auf weitere Anregungen.

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