Mit oder ohne Au-Pair in den Urlaub?

von Judith Liehr

Vorausschicken möchte ich, dass es hier keine allgemeine Regel gibt – ich werde Ihnen daher an dieser Stelle meine persönlichen Erfahrungen als langjährige Gastmutter und die, welche über meine Tätigkeit in der Au-Pair-Vermittlung sammeln konnte, schildern.

Zunächst einmal, jedem Au-Pair steht für einen Aufenthalt von 12 Monaten ein bezahlter Urlaub von vier Wochen zu, d.h. zwei Tage pro Aufenthaltsmonat.

Mit Au-Pair in den Urlaub

Viele Gastfamilien nehmen ihr Au-Pair, sofern sie einen Urlaub in einem Schengen-Land (oder einigen Sonderstaaten) planen, gerne mit. Diese Lösung bietet beiden Seiten Vorteile – allerdings sollten einige Dinge vorher vereinbart werden. Generell gilt, dass die Gastfamilie in diesem Falle die Kosten für den Urlaub übernimmt und das Au-Pair hilft während des Urlaubes bei der Kinderbetreuung mit. Die Zeit des Urlaubes wird dann hälftig auf den Urlaubsanspruch des Au-Pairs angerechnet (also z.B. zwei Wochen gemeinsamer Urlaub = eine Woche des Au-Pair-Urlaubes). Sie sollten aber darauf achten, dass die Reise auch für Ihr Au-Pair Urlaubsqualität hat, d.h. jeden Tag mit den Kindern am Strand verbringen und sie beaufsichtigen ist kein Urlaub. Sprechen sie daher die Mithilfezeiten genau ab. Dennoch bietet es Ihnen selbstverständlich auch recht viel Freiraum, wenn Sie Ihr Au-Pair in den Urlaub mitnehmen: Sie müssen nicht jeden Morgen früh aufstehen, Sie können einfach mal ein Buch lesen, alleine über den Markt bummeln, oder auch abends ausgehen! Ihrem Au-Pair bieten Sie andererseits die Möglichkeit, sehr kostengünstig ein weiteres Land zu entdecken.

Ohne Au-Pair in den Urlaub

Insbesondere dann, wenn eine teure Flugreise ansteht, bzw. das Urlaubsland außerhalb des Schengen-Gebietes liegt und ein Visaverfahren sehr aufwendig wäre, entscheiden sich Gastfamilien meist, ihr Au-Pair zu Hause zu lassen. Hier gibt es mehrere Optionen:
Sie können mit ihrem Au-Pair vereinbaren, dass sie/er beispielsweise in der Zeit ihres Urlaubes Haustiere/Pflanzen versorgt. Diese Zeit kann dann nicht als Urlaub gesehen werden, da Ihr Au-Pair ja nicht selbst wegfahren kann. Sollten derartige Aufgaben nicht anfallen, so können Sie mit ihrem Au-Pair vereinbaren, dass er/sie in dieser Zeit selbst Urlaub hat. Achten Sie bitte darauf, dass Sie Ihr Au-Pair vor Ihrer Abreise mit Lebensmitteln versorgen bzw. ein wenig zusätzliches „Verpflegungsgeld" zurücklassen. Besprechen Sie im Vorfeld, welche Regeln gelten – beispielsweise, ob Ihr Au-Pair in dieser Zeit Besuch haben darf, oder nicht.

Ein Au-Pair sitzt mit Kind am Strand

Noch ein paar Tipps zum Schluss

Viele Gastfamilien haben das Problem, dass ein Urlaub für ihr Au-Pair eigentlich nur dann möglich ist, wenn sie selbst Urlaub haben und diesen dann gewähren können. Sofern Sie das nicht über die gerade erwähnte Möglichkeit regeln können, könnten Sie mit Ihrem Au-Pair entweder vereinbaren, den Urlaub „häppchenweise" (also immer ein paar Tage) zu nehmen, oder aber ihn komplett an das Ende der Au-Pair zeit legen.
Aus eigener Erfahrung kann ich noch empfehlen, einen „Urlaubskalender" zu führen und diesen gut sichtbar an die Familien-Pinnwand zu hängen. Dies hat nicht damit zu tun, besonders „pingelig" zu sein, sondern es ist für beide Seiten transparent. Weder haben Sie das Gefühl, Ihr Au-Pair habe doch sicher schon alle Urlaubstage verbraucht, noch geht Ihr Au-Pair davon aus, es stünden ihr/ihm noch etliche freie Tage zu, wenn dem nicht so ist. So können alle Tage, an denen Ihr Au-Pair außer-planmäßig frei bekommt (wie ein Au-Pair-Ausflug, oder der Geburtstag des Au-Pairs) vermerkt werden und beide Seiten können stets aktuell visualisieren, wie viel Urlaub noch übrig ist.

Es steht Ihnen selbstverständlich jederzeit frei, Ihrem Au-Pair zusätzliche freie Tage zu schenken. Das freut sowohl den Schenkenden, als auch den/die Beschenkte/n!

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