Jugendmobilität für Alle im internationalen Kontext!

von Judith Liehr

Immer wieder hört und liest man darüber, dass in unserer global gewordenen Welt die Mobilität junger Menscher auf internationaler Ebene sehr förderungsbedürftig sei. Wie aber können ALLE jungen Menschen erreicht werden?

Am 10. und 11. Januar veranstaltete die Deutsche Stiftung Völkerverständigung in Hamburg das erste "JugendAustausch-Forum". Eingeladen waren unterschiedlichste Akteure aus dem Bereich des internationalen Jugendaustauschs in Deutschland - ich z.B. als Vertreterin des Bundesverbandes der deutschen Au-Pair Vermittler.

Allgemeine Einigkeit besteht darüber, wie wichtig Auslandsaufenthalte bzw. Austauschprogramme heute gerade zur Entwicklung von Kompetenzen (Fremdsprachen, Selbstständigkeit, interkulturelle Sensibilität) junger Menschen sind. Anstrengungen auf diesem Gebiet werden als Investition in die Zukunft gesehen, die sich später im persönlich-politischen Miteinander vielfach auszahlen werden.

Es gibt bereits eine Fülle an Programmen: Angefangen von Schüleraustauschprogrammen - z.B. bei direkten Schulpartnerschaften für einen relativ kurzen Zeitraum von 1-3 Wochen, oder aber der individuelle Besuch einer Schule im Ausland für die Dauer von bis zu einem Jahr, der durch entsprechende Anbieter organisiert wird. Nach Beendigung der Schule kann man für einen Zeitraum von etwa einem halben jahr bis zu einem Jahr (manchmal auch länger) als Au-Pair ins Ausland gehen, am Besten natürlich über eine seriöse Agentur. Es besteht weiterhin die Möglichkeit sich für einen kurzen, oder auch längeren Zeitraum als Freiwillige(r) auf unterschiedlichsten Gebieten und fast überall auf der Welt zu engagieren - auch hier kann man auf das Angebot recht vieler, kompetenter Organisationen zurückgreifen. Die sind nur einige wenige der bereits existierenden Möglichkeiten, die an dieser Stelle beispielhaft aufgeführt werden wollen.
Foren, wie dieses jetzt in Hamburg, bieten Organisationen, Verbänden und anderen in all diesen Bereichen agierenden Institutionen die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und auch zur Zusammenarbeit, um beispielsweise gemeinsam qualitätssteigernde Maßnahmen/Elemente weiterzubringen und/oder durchzusetzen. Für unseren Verband nannte ich beispielsweise die Anerkennung von Au-Pair-Aufenthalten bei "verwandten" Studiengängen oder Ausbildungen.

Eine zentrale Frage aber, die in diesem Zusammenhang immer wieder auftaucht ist aber die, ob all diese Angebote tatsächlich auch ALLEN zur Verfügung stehen. Dem ist eben nicht so. Bei weitem nicht jede Familie kann es sich leisten, ein Kind zu einem High-School-Jahr in die USA zu schicken. Untersuchungen haben ergeben, dass über 90% der Teilnehmer an Freiwilligenprogrammen ein Abitur haben. Au-Pair-Aufenthalte sind zwar (zumindest innerhalb Europas) extrem günstig, aber nicht Jede(r) ist dazu wirklich geeignet, oder möchte eine Au-Pair-Tätigkeit ausüben. Es gibt sehr viele junge Menschen, die ihre Stadt, sogar ihren Stadtteil, noch nie verlassen haben. Es ist wichtig, auch sie mitzunehmen - ebenso wie Jugendliche mit/ohne Migrationshintergrund und/oder solche aus einem sozial schwachen Umfeld.

Deswegen ist es schön, dass es Schulen aller Art gibt, die sich mit kleinen und großen Projekten sehr für die Vermittlung interkultureller Kompetenzen engagieren und dass dieses Engagement gefördert und gewürdigt wird. Es ist wichtig, dass es Kommunen gibt, auf sich auf unterschiedlichste Weise nachhaltig darum bemühen, gerade ihren jungen Mitbürger/innen "die Tore zur Welt zu öffnen". Es ist unerläßlich, dass es etliche Mitwirkende in unserem Bereich gibt, die sich mit unglaublicher und nicht nachlassender Energie der Erreichung unserer Ziele widmen - dafür bedanke ich mich!

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