Interview mit einer potentiellen Gastfamilie

von Judith Liehr

Was sollte man sagen/fragen und was nicht – wie machen Sie als Au-Pair Bewerber(in) einen guten ersten Eindruck?

Wir sprechen mit unseren zukünftigen Au-Pairs sehr oft über das Thema „erster Skype-Call" mit einer interessierten Gastfamilie. Viele von ihnen sind, verständlicherweise, recht aufgeregt, oder wissen ganz einfach nicht, was genau sie sagen sollen, bzw. was besser nicht. Gerade diese Woche hatte sich eine Gastfamilie aus Irland eben nicht für eine unserer Bewerberinnen entschieden, weil die junge Dame, gleich zu Beginn des Gespräches gefragt hat, ob sie denn ihren Freund mitbringen könne. Das war taktisch natürlich nicht sehr klug – natürlich kann man als Au-Pair auch Besuch aus der Heimat bekommen, allerdings sollte das nicht unbedingt von Anfang an im Vordergrund stehen. Auch könnte die betreffende Gastfamilie nun natürlich vermuten, dass ihr zukünftiges Au-Pair schon im Voraus unter Heimweh/Sehnsucht leidet und das möchte dann natürlich niemand. Eine andere junge Dame wurde von einer potentiellen Gastfamilie abgelehnt, weil sie während dieses Gespräches in erster Linie ihre Arbeitszeiten und die Höhe des Taschengeldes besprechen wollte. Natürlich ist das für sie wichtig, aber andererseits steht genau das meist schon in den Familienunterlagen und genau diese Dinge sind es, die man bei einem Bewerbungsgespräch niemals als allererstes bespricht.

Nachfolgend daher einige Tipps für Ihr erstes Gespräch mit einer interessierten Gastfamilie:

Bereiten Sie sich vor!

Sie erhalten von uns immer ein Profil der Familie, mit der Sie sprechen werden. Die Profile sind mal mehr, mal weniger ausführlich – alle Basisinformationen sind aber in der Regel enthalten. Lesen Sie das bitte gründlich durch, es macht einfach keinen guten Eindruck, wenn Sie Dinge, die dort bereits erwähnt sind, nochmals nachfragen. Sofern Ihnen etwas im Familienprofil unklar ist, fragen Sie gezielt nach. Recherchieren Sie, wo genau die Familie wohnt. Das lässt sich beispielsweise durch Google-Maps sehr einfach bewerkstelligen. Lassen Sie im Gespräch Bemerkungen fallen, aus denen ersichtlich ist, dass Sie sich informiert haben. Sofern Sie die Sprache des Gastlandes noch nicht so gut oder gar nicht können (z.B. Spanien, Türkei, China o.ä.) und das Interview dann in Englisch führen, so punkten Sie aber gewiss mit der einen oder anderen Phrase in dieser Sprache, beispielsweise eine Grußfloskel oder ähnliches.
Zeigen Sie Interesse am Gastland und der Familie

Fragen Sie nach den Hobbies in der Familie, oder gehen Sie auf diese ein, sofern Sie schon Informationen darüber haben. Erzählen Sie, was Sie im/am Gastland besonders interessiert, oder was in der näheren Umgebung der Gastfamilie Sie gerne anschauen/kennenlernen möchten. Fragen Sie nach dem gewöhnlichen Tagesablauf in der Familie und nach den üblichen Aktivitäten der Kinder.

Eine Au-Pair-Bewerberin skypt

Dafür interessieren sich die Familien

Vor allem sind die Familien meist daran interessiert, was Sie sich von einem Auslandsaufenthalt versprechen und ob Sie sich tatsächlich vorstellen können, eine Weile in einem anderen Land und Kulturkreis zu leben. Ebenso wird man eventuell von Ihnen wissen wollen, ob Sie es sich auch zutrauen, etwaige schwierige Situationen mit Kindern zu meistern und was Sie glauben, was ein „gutes Au-Pair" ausmacht. Auf solche Fragen, wie auch Fragen zu Ihren bisherigen Erfahrungen mit Kindern, sollten Sie sich vorbereiten.

Sprechen Sie auch über sich

Erzählen Sie im Verlaufe des Gespräches ruhig auch von sich, Ihrer Familie und Ihren Interessen. Die Familie möchte Sie ja auch kennenlernen. Sollten Sie einen Freund (eine Freundin) haben, so können Sie das natürlich auch sagen – allerdings sollten Sie deutlich machen, dass sich darüber im Klaren sind, dass Sie diese Person für eine Weile nicht sehen werden. Natürlich sind Besuche durchaus möglich, das ist aber etwas, das man zu einem späteren Zeitpunkt bespricht und plant.

Es ist keineswegs schädlich, sich vor dem Gespräch ein paar Notizen zu machen – Sie werden sich dann bestimmt sicherer fühlen. Wir stellen unseren Programmteilnehmern auch gerne eine Liste von üblichen Fragen, sowohl in Englisch, als auch in Französisch zur Verfügung.

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