Die Suche nach einem Au-Pair mit Führerschein

Viele Gastfamilien wünschen sich, dass ihr zukünftiges Au-Pair eine gültige Fahrerlaubnis haben soll – was ist hier zu beachten?

Gerade Familien, die in eher ländlichen Regionen, eventuell auch mit ungünstiger Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel leben, ist es erfahrungsgemäß recht wichtig, dass ihr Au-Pair mobil ist. Gründe dafür sind natürlich, dass zuweilen Kinder Bring- oder Holdienste übernommen werden sollen, aber auch, damit das Au-Pair die Möglichkeit hat, Sprachkurse unkompliziert zu besuchen, oder in der Freizeit selbstständig etwas zu unternehmen. Oft haben Gasteltern eben einfach nicht die Zeit, noch zusätzliche Fahrten zu organisieren.

Sollten Sie zu diesen Familien zählen, so empfehle ich, bereits im Vorfeld zu überlegen, ob ein Führerschein wirklich unabdingbar ist. Dies könnte nämlich die Suche nach dem passenden Au-Pair durchaus einschränken. In vielen Ländern außerhalb Europas ist es nämlich durchaus noch nicht Usus, dass jeder Mensch mit Erreichen der Volljährigkeit einen Führerschein erwirbt – ganz besonders dann nicht, wenn es sich um Frauen handelt. Das heißt natürlich nicht, dass es keine weiblichen Au-Pairs mit Führerschein gibt, es sind nur eben nicht so viele. Sie könnten in diesem Zusammenhang auch überdenken, ob eventuell ein männliches Au-Pair für Ihre Familie in Frage käme – die meisten männlichen Bewerber haben nämlich einen Führerschein. Sie sollten ebenfalls wissen, dass man mit einer ausländische Fahrerlaubnis bzw. einem Internationalen Führerschein zunächst nur ein halbes Jahr hier Auto fahren darf. Diese Frist können Sie allerdings bei Ihrer zuständigen Führerscheinstelle verlängern - das funktioniert i.d.R. auch, man sollte es nur nicht versäumen.

Nachfolgend noch ein paar Tipps zu diesem Thema:

Hat das Au-Pair Fahrpraxis?

Ebenso wie es immer wieder Au-Pairs gibt, die zwar über Fahrpraxis verfügen, allerdings aber nicht über eine gültige Fahrerlaubnis (!), gibt es auch junge Leute, die einen Führerschein haben, aber keine oder fast keine Fahrpraxis. Sie sollten daher bereits im Vorfeld mit Bewerbern/innen abklären, ob und über wie viel Fahrpraxis er/sie verfügt. Hierzulande bekommen zwar sehr viele Fahranfänger/innen von ihren Eltern ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt, das ist aber bei weitem nicht überall so. Denken Sie daran zu fragen, ob er/sie auch ein Schaltgetriebe bedienen kann, vielerorts wird mehr Automatik gefahren. Auch sollten Sie, je nachdem wo Sie selbst wohnen und wohin Ihr Au-Pair fahren sollte, nachfragen, ob er/sie auch im Stadtverkehr fahren kann. Nach Einreise Ihres Au-Pairs sollten Sie ihn/sie zunächst im Auto mitnehmen und später die eine oder andere Fahrt als Beifahrer gemeinsam unternehmen. So kann Ihr Au-Pair Sicherheit im Straßenverkehr gewinnen und Sie können sich ein Bild über die Fahrsicherheit machen. Sollten Sie im Zweifel sein, so empfiehlt es sich, u.U. in die eine oder andere Fahrstunde zu investieren.
Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich beispielsweise Folgendes berichten: Eine junge Dame aus einem europäischen Nachbarland, welche in meiner Familie als Au-Pair war, hatte sowohl einen Führerschein, als auch bereits Fahrpraxis. So dachte ich, es könne ja nett sein, wenn sie meinen Sohn hin und wieder fahren könnte. Ich brach also völlig unbedarft zu einer Probefahrt mit ihr auf. Kaum befanden wir uns allerdings auf einer Schnellstraße, hatte ich das Gefühl, als säße ich neben einem semi-professionellen Rennfahrer – damit war ihre „Fahrkarriere", zumindest in unserer Familie, augenblicklich beendet! : )

Nicht dass Ihr Au-Pair Autorennen fahren will...

Regelung über PWK-Nutzung und Benzinkosten mit Ihrem Au-Pair

Klären Sie gleich zu Beginn, ob und in welchem Umfang Ihr Au-Pair das Auto „privat" nutzen darf. Sollte Ihr Au-Pair das Fahrzeug zum Einkaufen für die Gastfamilie, oder zum Transport der Kinder nutzen, so müssen Sie selbstverständlich anfallenden Benzinkosten tragen. Ebenso sollten Sie für Fahrten zum Sprachkurs aufkommen. Nutzt Ihr Au-Pair das Fahrzeug hingegen in der Freizeit oder zu eigenen Ausflügen, so gehen die Spritkosten allerdings zu eigenen Lasten. Es empfiehlt sich an dieser Stelle beispielsweise einen monatlichen Freibetrag an privat gefahrenen Kilometern zu vereinbaren.

Kfz-Versicherung für Ihr Au-Pair

Sie sollten es nicht versäumen bei Ihrer Versicherung anzufragen, was genau getan werden muss, damit etwaige Schäden, die Ihr Au-Pair verursachen könnte, wenn er/sie mit Ihrem Fahrzeug unterwegs ist, übernommen werden. Evtl. muss Ihre Police (z.B. Alters des jüngsten Fahrers) entsprechend geändert werden, oder es ist ratsam eine Vollkaskoversicherung abzuschließen. All das muss unbedingt geklärt sein, bevor sich Ihr Au-Pair das erste Mal ans Steuer setzt.

Generell empfehle ich unseren Gastfamilien wirklich genau zu prüfen, ob Ihr Au-Pair tatsächlich hier Auto fahren muss. Es gibt nämlich, wie Sie sehen, recht viel zu beachten und abzuwägen. Wir alle hier (einschließlich unserer Kinder) sind sehr daran gewöhnt, die allermeisten Wege per Auto zurückzulegen, selbst wenn durchaus akzeptable öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung stehen – das ist aber nicht überall auf der Welt so. So ist es durchaus denkbar, dass Ihr zukünftiges Au-Pair kein Problem damit haben würde, Bus oder Bahn zu benutzen – auch um ein Kind abzuholen, oder ein paar Kleinigkeiten einzukaufen.

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