Das Leben in einer Gastfamilie ist aber eine der besten Möglichkeiten, um eine andere Kultur kennenzulernen – vielleicht sogar die allerbeste! Das gilt unabhängig davon, ob du als Au-Pair, Sprachtutor, oder Freiwillige(r) im Ausland bist. Teil einer Familie zu sein bietet dir nicht nur ein zu Hause, sondern du erhältst erstaunliche Einblicke in die alltäglichen Routinen, die du als Tourist/in niemals gewinnen würdest. Du wirst authentische, traditionelle Speisen kennenlernen und einen Crash-Kurs in einer Fremdsprache erhalten. Ob du nun lernst italienisch zu sprechen, oder aber zu identifizieren, was genau die grüne Pampe auf deinem Frühstücksteller zu suchen hat, der Aufenthalt bei einer Gastfamilie ermöglicht es dir, auf einer ganz anderen Ebene in eine fremde Kultur einzutauchen. Das geht allerdings nicht unbedingt reibungslos vonstatten, es kann zuweilen sogar schwierig und frustrierend sein – aber es lohnt sich in jedem Fall. Heute habe ich dir einige Tipps zusammengestellt, die dir dabei helfen sollen, deinen Aufenthalt erfolgreich zu gestalten:
Stell dich darauf ein, dich der Lebensart, Kultur und Routine deiner Gastfamilie anzupassen und erwarte nicht, dass die deine angenommen wird. Sofern du verinnerlichst, dass diese Anpassung Teil deiner Erfahrung ist, wirst du ganz sicher sehr viel mehr über den Ort, den du besuchst, erfahren.
Nimm dir Zeit für deine Gastfamilie! Das erscheint zunächst ganz offensichtlich, es ist aber immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen die Zeit mit einer Gastfamilie nicht zur Interaktion nutzen. Wenn man dich fragt, ob du an einem Ausflug teilnehmen möchtest, tu es! Mach dir keine Sorgen darüber, etwas von den üblichen Sehenswürdigkeiten zu verpassen – du kannst jederzeit wieder Tourist sein. Die Zeit aber, die du mit der Gastfamilie verbringst, wird dir jedoch stets im Gedächtnis bleiben.
Geh nicht automatisch davon aus, dass deine Gastfamilie dich nicht mag – wenn man dich in den ersten Tagen deines Aufenthaltes nicht immer einbezieht, so liegt das eher daran, dass man dir Zeit geben möchte, dich einzuleben. Geh ruhig auf die Menschen zu, frag beispielsweise nach ihren Hobbies, zeig Interesse an deren Kultur, so wirst du eine Verbindung schaffen und das Eis brechen können.
Bring ein kleines Gastgeschenk mit und lass auch eine Kleinigkeit da, wenn du dich am Ende wieder verabschiedest.
Peinliche Stille zwischen den Gesprächsthemen? Bring doch ein kleines Fotoalbum mit und erzähl von deiner Familie, deinen Freunden und deiner Heimat. Das ist eine gute Möglichkeit, um einen Dialog zu beginnen und es ermöglicht dir, einen kulturellen Austausch zu starten.
Schau mit der Gastfamilie „telenovelas“ – du verbringst gemeinsame Zeit und das bietet eine tolle Möglichkeit, Spanisch zu üben. Vorsicht: Wenn du anfängst zu lachen, besteht Gefahr, dass du süchtig wirst! :)
Lächle, auch wenn du müde bist. Oder kommuniziere zumindest, wie du dich fühlst, oder wenn du gerade frustriert bist.
Sprich – im Zweifelsfall über das Wetter. Oder aber über das Essen.
Sollte dir deine Gastmutter anbieten, deine Wäsche zu waschen, so nimm es dankend an.
Sollte deine Reise nach Südamerika gehen, so sei nicht überrascht, wenn du Hühnerfüße in deiner Suppe, oder ungewöhnliche Teile von Tieren oder Insekten in deinem Essen findest. So ziemlich jeder Teil der Kuh/des Schweins/des Huhns wird in vielen Kulturen verwendet – versuche, dafür offen zu sein. Vielleicht findest du am Ende Geschmack dran.

Tausche am Ende deines Aufenthaltes Adressen aus und bleib in Kontakt – so wirst du dir ein schönes, internationales Netzwerk schaffen.
Sei unabhängig! Deine Gastfamilie ist nicht deine Reiseleitung. Man wird dir zwar sicherlich tolle Tipps für Plätze außerhalb der Touristenpfade geben können, ganz sicher aber nicht „deine Hand halten“. Geh auch auf eigene Faust auf Entdeckungstour.
Selbst wenn du die Fremdsprache nicht, oder nicht fließend, sprichst, solltest du zumindest Floskeln wie „bitte“ und „Dankeschön“ verwenden – solche Kleinigkeiten bewirken oft einen großen Unterschied.
Meine Liste erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit – sollte ich etwas vergessen haben, so freue ich mich auf weitere Anregungen.
