Es ist richtig, dass diese Freiwilligenprogramme Geld kosten – warum das so ist und wie sich diese Preise zusammensetzen, darauf bin ich an dieser Stelle vor einigen Wochen schon eingegangen. Nicht Jede/r hat Eltern, die es sich leisten können oder wollen, ihren Kindern ein solches Programm (komplett) zu finanzieren. Über dieses Thema habe ich natürlich schon viele Gespräche mit Interessenten/innen unserer Programme geführt. Einige Programmteilnehmer/innen waren an dieser Stelle recht einfallsreich und so konnte ich im Laufe der Zeit einige Ideen sammeln, die ich dir heute als Denkansätze weitergeben möchte und die dir vielleicht einen Weg zum Auslandsaufenthalt deiner Wahl aufzeigen.
Wie „teuer" aber ist Freiwilligenarbeit im Ausland wirklich?
Überleg dir einmal in Ruhe, welchen Betrag du zu Hause pro Monat für deinen eigenen Bedarf aufgibst. Wenn du bedenkst, dass hierzulande der Besuch eines Cafés kaum unter knapp 10 Euro zu haben ist, solltest du dem gegenüberstellen, dass in den meisten Ländern, in denen Freiwilligenprojekte angeboten werden, für diesen Preis die Verpflegung für einen ganzen Tag zu haben ist. Ganz abgesehen davon, dass diese bei vielen der Programmen bereits ganz oder teilweise inbegriffen ist. Welchen Betrag würdest du veranschlagen, wenn du zu Hause einen ganzen Tag frei hast und einen Ausflug machen oder etwas besichtigen willst? Wenn du dich im Ausland befindest und dort Zeit zu einem Ausflug hast, wirst du meist sehr viele Möglichkeiten haben, die keine oder nur sehr geringe zusätzliche Kosten verursachen – schon allein deswegen, weil ohnehin alles neu für dich sein wird und du keinen großen Aufwand haben wirst, etwas Interessantes zu entdecken. Sofern du nicht mehr zu Hause wohnst, könntest du, sofern du lange genug im Voraus planst, deine Wohnung oder dein Zimmer für die Zeit deines Auslandsaufenthaltes untervermieten. Das Gleiche gilt für den Fall, dass du ein eigenes Fahrzeug hast – du könntest es einer zuverlässigen Person in deiner Verwandtschaft oder im Freundeskreis gegen einen kleinen Obolus für diese Zeit überlassen.
Suche „Sponsoren" für dein Projekt!
Die Idee des „Fundraising" ist in anderen Ländern schon weitaus verbreiteter, als das bei uns der Fall ist. Ich selbst habe im vergangenen Jahr erstmals eine junge Dame getroffen, die sich so ihren Auslandsaufenthalt in Südamerika finanziert hat. Auch das bedarf natürlich einer längerfristigen Planung. Zunächst einmal solltest du ein Projekt-Profil erstellen, in dem du potentiellen Interessenten deinen Plan/dein Projekt vorstellst. Vergiss dabei nicht darzustellen, warum dies für dich wichtig ist und was du dir davon versprichst – erwähne auch, welche Mittel du benötigst. Mögliche Sponsoren finden sich sowohl im Verwandten-, als auch im (weiteren) Bekanntenkreis, aber vielleicht sogar in Unternehmen, zu denen du bereits Kontakt hast oder in der Zukunft haben willst. Überlege, ob es in deiner Region Unternehmen, Geschäfte o.ä. gibt, die in irgendeiner Form eine Verbindung zu deinen Plänen haben können, oder für die es vorteilhaft wäre, sich mit dem Sponsoring deines Projektes „zu schmücken". Während deiner Zeit im Ausland könntest du dann einen Blog schreiben und diesen regelmäßig an alle deine Sponsoren weitergeben, sodass dieser Personenkreis an deinem Abenteuer teilhaben kann.

Der klassische Weg
Arbeite bzw. jobbe, um dein Ziel zu erreichen. Etwas, das du selbst erarbeitet hast, wird am Ende einen höheren Stellenwert für dich haben, als hätte man es dir quasi ohne eigenes Zutun „geschenkt". Es ist oftmals nicht wirklich einfach, Geld zu sparen – zumindest fällt es zuweilen schwer, dies über einen längeren Zeitraum zu tun, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Du solltest bedenken, dass eine Auslandserfahrung, wie beispielsweise Freiwilligenarbeit, auch von großem Nutzen für dich selbst sein wird. Es ist ja nicht nur so, dass du durch dein Engagement einen Beitrag leistest – du erhältst auch etwas zurück. Du wirst ganz bestimmt unvergleichliche Erfahrungen sammeln, Neues über dich selbst lernen, manche Dinge in deinem Leben in der Zukunft anders sehen bzw. bewerten und nicht zuletzt deinen Lebenslauf bereichern. All das hat auch einen nicht unerheblichen Wert, der selbstverständlich nur schwer mit Geld zu messen ist.
Du siehst, wenn du vorausschauend planst und über deinen Schatten springst, dass es doch einfacher ist, Freiwilligenarbeit im Ausland zu finanzieren, als du es dir vermutlich gedacht hast. Du solltest dich an dieser Stelle natürlich nicht nur auf meine Ausführungen verlassen – recherchiere und frage herum! Es gibt sicherlich noch die eine oder andere Idee, die ich hier nicht genannt habe und wie immer, freue ich mich natürlich, wenn du uns an deinen Einfällen teilhaben lässt.
