Wir bekommen sehr viele Anfragen von Interessenten/innen, die gerne Informationsmaterial zu sehr unterschiedlichen Zielländern haben möchten. Natürlich senden wir das gerne zu, setzen uns aber auch mit diesen Personen in Verbindung, um zu klären, an welcher Stelle eventuell noch Informationsbedarf besteht, um zu einer Entscheidungsfindung zu gelangen. Ich habe deswegen in diesem Artikel einige Punkte zusammengestellt, die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern bzw. Programmen aufzeigen sollen.
Ist mir die Sprache, oder das Land wichtiger?
Das ist die erste Frage, über die du nachdenken solltest. Möchtest du eine bestimmte Sprache wirklich gut erlernen, oder möchtest du ein bestimmtes Land kennenlernen? In Gesprächen höre ich immer wieder etwas wie „na ja, Französisch hatte ich in der Schule und sollte es verbessern, aber eigentlich finde ich Spanien viel interessanter, nur spreche ich eben kein Spanisch“. Nun, in diesem Falle ist es einfach: Geh nach Spanien! Es ist nicht in jedem Land erforderlich, schon vorher Kenntnisse der Landessprache zu besitzen – so zum Beispiel Spanien oder China. Man lernt die Sprache in jedem Falle am Besten vor Ort. Solltest du dir in diesem Punkt nicht sicher sein, frag uns einfach. „Ich würde Finnland gerne kennenlernen, müsste aber eigentlich mein Englisch verbessern, denn das werde ich ja später im Berufsleben brauchen.“ So, oder so ähnlich wird auch gerne gefragt. Da ist guter Rat zuweilen teuer – aber andererseits, gerade Englisch haben hier eigentlich alle Menschen etliche Jahre in der Schule gelernt. Es gibt ja durchaus auch andere Möglichkeiten, die Sprache noch zu verbessern, oder sprechen zu trainieren. Wann im Leben aber wird sich noch einmal die Gelegenheit zu einem längeren Auslandsaufenthalt als Au-Pair bieten? Warum also nicht ein Land wirklich entdecken, das man schon immer näher kennenlernen wollte?
Wie lange will ich als Au-Pair ins Ausland gehen?
Diese Frage sollte im Entscheidungsfindungsprozess auch ziemlich weit vorne stehen, denn einige Länder, wie beispielsweise die USA oder Kanada, kommen nicht in Frage, wenn du planst, kürzer als 12 Monate ins Ausland gehen zu wollen. Auch in Neuseeland ist es schwierig eine Gastfamilie für einen kürzeren Aufenthalt zu finden. Oder auch England – Gastfamilien dort haben ein recht großes Angebot an Au-Pairs aus vielen europäischen Ländern, wer also weniger als sechs Monate einplant, sollte sich schon im Voraus ggf. Gedanken über Alternativen machen.

Was will ich in meinen Au-Pair-Aufenthalt investieren?
Gemeint ist hier Geld, bzw. genauer gesagt, die Anreise. Die Vermittlungsgebühren sind eigentlich für alle Länder recht moderat, Flüge hingegen können schon sehr kostenintensiv sein. Ausnahme: USA, hier müssen die Gastfamilien die Kosten für den Flug übernehmen. Auch das Au-Pair-Programm für China sieht, in Abhängigkeit von der Aufenthaltsdauer, zumindest eine Beteiligung an den Reisekosten vor. Wer allerdings nach Australien oder Neuseeland reist, muss hier schon mit recht hohen Kosten rechnen.
Und wenn ich mich gar nicht entscheiden kann?
Dann ist guter Rat teuer ... Mach dir beispielsweise eine „Pro- und Contra“-Liste für die Länder, die dich interessieren – eventuell hilft das im Entscheidungsfindungsprozess weiter. Eine andere Möglichkeit ist es, tatsächlich in zwei verschiedene Länder als Au-Pair zu gehen. Es gibt immer wieder Programmteilnehmer/innen, die genau das tun. Wenn du also etwa ein Jahr Auslandsaufenthalt einplanst, so spricht im Prinzip nichts dagegen, sechs Monate nach Frankreich und sechs Monate nach England zu gehen. Oder aber zuerst nach Irland und dann nach Italien.
Wichtig ist am Ende, dass du ein echtes Interesse daran hast, die Kultur deines zukünftigen Gastlandes kennenzulernen und auch bereit bist, dessen Sprache zu erlernen (sofern du sie nicht schon vorher beherrschst).
