Jede(r), die/der zu einem Auslandsaufenthalt oder eine Reise aufbricht, freut sich darauf und möchte natürlich auch, dass ihre/seine Vorstellungen sich nach Möglichkeit erfüllen sollen. Für viele Dinge kann man selbst Sorge tragen, andere wiederum sind außerhalb des eigenen Einflussbereiches – deswegen ist es nie verkehrt, sich das eine oder andere bereits im Vorfeld klar zu machen.
1. Sicher ist eine gewisse Unsicherheit
Werde ich pünktlich am Flughafen sein? Habe ich alles eingepackt? Wird mein Flug pünktlich sein, sodass ich den Anschlussflug nicht verpasse? Werde ich mich im Zielland verständigen können? Wie schnell werde ich Kontakte knüpfen können? Habe ich genug Geld dabei? Wird mein Gepäck mit mir zusammen ankommen? Wird meine Gastfamilie mich mögen (und ich sie)? Werde ich mit dem Essen im Ausland zurechtkommen? Werde ich Privatsphäre haben? Werde ich einen Internet-Anschluss haben? Du kannst davon ausgehen, dass annähernd alle unsere Programmteilnehmer sich diese Fragen stellen? Das ist ganz normal. Gerade auf Reisen und im Bereich Kulturaustausch ist nichts wirklich sicher. Und ist das nicht einer der Gründe, warum du reisen willst?
2. Deine Reiseroute ist immer ein Kreis
Selbst wenn du an einem Punkt startest und an einem ganz anderen ankommst – irgendwann kommst du wieder nach Hause. Aber deine Route ist weit mehr als nur eine Liste an Orten, die du sehen wirst und die du besuchen willst. Eigentlich sollte man jeden Weg auf die gleiche Weise gehen:
Wenn du reich werden willst, sei großzügig.
Wenn du Freunde finden willst, sei freundlich.
Wenn du von anderen verstanden werden willst, nimm dir die Zeit sie zu verstehen.
Wenn man dir zuhören soll, höre zu.
Wenn du ein interessantes Leben führen willst, sei interessiert an allem um dich herum, egal wo du dich gerade aufhältst.
Wenn du die Welt verändern willst, beginne mit der Person im Spiegel.

3. Man kann nicht wirklich allein reisen
Ich fühle mich meist nicht sehr wohl, wenn ich von sehr vielen Menschen umgeben bin und ich spreche auch Fremde nicht wirklich gerne an. Ich habe aber sehr schnell herausgefunden, dass man im Ausland immer relativ schnell mit anderen Menschen ins Gespräch kommt. Sei es der Sitznachbar im Flugzeug, einfach irgendjemand in einer Bar in Rom, oder der Taxifahrer, der seine Fremdsprachenkenntnisse unter Beweis stellen möchte. Verabschiede dich am Besten gleich von dem Gedanken, wirklich alleine zu reisen – höre vielmehr zu und lerne. Oftmals sind diese zufälligen Begegnungen wirklich unterhaltsam und später werden einige deiner Erinnerungen an deine Zeit im Ausland auch völlig Fremde einschließen.
4. Man wird dich zu Hause nicht wirklich verstehen
Du kannst noch so viele Fotos machen – zu Hause wirst du damit zwar sicher auf Wohlwollen, aber nur auf verhaltenes Interesse und Verständnis stoßen. Zum Thema Eigenkultur-Schock habe ich vor einigen Monaten in diesem Blog schon einen Beitrag geschrieben. Wie aber soll man mit dem Gefühl umgehen, dass sich im eigenen Leben etwas verändert hat, dies aber niemand mitbekommt? Nun – jeder muss das auf seine Weise tun. Eine Person in meiner Familie beispielsweise erstellt von ihren (wirklich interessanten) Reisen Fotobücher durch die sie recht Neugier und Interesse bei all denen erweckt, die diese Bücher in die Hand bekommen.
5. Die Erkenntnis über den Sinn deiner Reise wird dich definitiv weiterbringen
Sofern du dir das „warum" deiner Reise schon im Vorfeld beantworten kannst, wirst du ganz bestimmt eine Möglichkeit finden, genau das auch zu finden. Du kannst das Beste aus deiner Zeit im Ausland machen, wenn du dich immer wieder genau an dieses „warum" erinnerst. Durch eine solche Motivation angetrieben, kannst du dich lebenslang an auf- und anregenden Reisen erfreuen.
6. Dein Auslandsaufenthalt wird definitiv genau das sein, was du daraus machst
So etwas wie eine perfekte Reise gibt es nicht. Was es dagegen gibt, ist eine kontinuierliche Reise von unvollkommenen Momenten, die dir aber unendliche Möglichkeiten und Chancen bieten, sie zu interpretieren und damit zu tun, was du möchtest. Was auch immer du auf dieser Reise nicht erreichen kannst, kann auf der nächsten erreicht werden. Es liegt in deiner Hand zu entscheiden, ob du bedauern möchtest „nicht alles getan/erreicht zu haben" oder aber zu sagen „ich bin noch nicht fertig". Wie auch immer du dich entscheidest, du wirst letztendlich am gleichen Ziel ankommen. Die einzige Frage ist, willst du dort mit einem Lächeln, oder einem Stirnrunzeln ankommen?
