Benötigt man Hausregeln für ein Au-Pair?

von Judith Liehr

In jeder Familie gibt es ungeschriebene Familienregeln, man kann aber nicht erwarten, dass ein Au-Pair diese intuitiv erkennt.

Ebenso, wie Menschen verschieden sind, ist das Leben innerhalb deren Familien verschieden – ganz besonders, wenn sie zudem noch aus verschiedenen Kulturkreisen stammen. Diese Familienregeln entwickeln sich aus der alltäglichen Erfahrung – es geht dabei um Dinge wie Tischregeln, Hygieneregeln, Respekt vor dem Eigentum anderer etc. und meistens macht sich niemand die Mühe, solche Dinge schriftlich niederzulegen. Bevor Sie nun ein neues Au-Pair in Ihrer Familie begrüßen, lohnt es sich durchaus, sich über diese Dinge Gedanken zu machen und ein kleines „Regelwerk“ zu erstellen.

Gemeinsame Mahlzeiten

Zumindest eine gemeinsame Mahlzeit ist in den allermeisten Familien ein wichtiger Bestandteil des Tages. In gemütlicher Atmosphäre dient diese Zeit dazu, geneinsame Dinge des Tages zu besprechen und zu reflektieren oder auch gemeinsame Pläne zu schmieden. Sie sollten Ihrem Au-Pair mitteilen, dass Sie erwarten, dass sie/er an dieser Mahlzeit teilnimmt, zu welcher Tageszeit sie stattfindet und welche Regelung diesbezüglich in Ihrer Familie für das Wochenende gilt. Legen Sie ebenfalls fest, ob und wenn ja, in welcher Form Sie die Mithilfe Ihres Au-Pairs erwarten (beispielsweise Tisch decken, abräumen, Spülmaschine einräumen etc.).

Kommunikation

Ganz wichtig sind hier zunächst familieninterne Kommunikationsregeln, wie Umgang mit Kritik oder Verhalten bei Streitigkeiten. Was immer Ihnen persönlich an dieser Stelle wichtig ist, sollten Sie klar kommunizieren. Für Ihr Au-Pair ist außerdem auch die Kommunikation mit der Familie und Freunden in der Heimat, oder auch neuen Freunden hier wichtig. Sie sollten daher festlegen, ob und wenn ja in welchem Umfang Ihr Au-Pair Ihren Festnetzanschluss nutzen darf. Ebenso sollten Sie bereits im Vorfeld den Umgang mit dem Mobilgerät klären (beispielsweise kein chatten während der Kinderbetreuungszeiten), oder auch die Zeiten festlegen, zu denen Ihr Au-Pair am Besten skypen sollte.

Fernsehzeiten

Immer wieder ein wichtiges Thema: Legen Sie daher, am Besten gemeinsam mit Ihren Kindern, für Ihr Au-Pair fest, welches Kind wie lange Fernsehen schauen darf und auch, welche Sendungen angeschaut werden dürfen.

Kinder und Fernsehen - worauf sollte das Au-Pair achten?

Aufgabenbereiche

Viele Eltern möchten eigentlich, dass ihre Kinder lernen, ihren persönlichen Bereich selbst in Ordnung zu halten. Sie sollten daher festlegen, ob und in wie weit Ihre Kinder die eigenen Zimmer aufräumen sollen, bzw. in welchem Umfang Sie erwarten, dass Ihr Au-Pair dabei hilft. Weisen Sie ruhig auch darauf hin, dass Ihr Au-Pair das eigene Zimmer (ggf. Bad) selbstverständlich selbst in Ordnung halten muss und was Ihnen an dieser Stelle wichtig ist.

Freizeit

Au-Pairs können ihre Freizeit natürlich eigenem Gutdünken gestalten. Sie sollten dennoch darauf hinweisen, dass Sie eine gewisse Verantwortung für Ihr Familienmitglied auf Zeit tragen und Ihr Au-pair sich daher, wie alle anderen Familienmitglieder, abmelden bzw. mitteilen soll, wohin sie/er geht und wann sie/er zurückkommen wird. Für den Fall, dass die Hilfe Ihres Au-Pairs an Wochentagen früh am Morgen benötigt wird, könnten Sie allerdings eine Zeit festlegen, zu der sie/er zurück erwartet wird. Sollte Ihr Au-Pair bei einer Freundin/einem Freund übernachten wollen, so bitten Sie auch diesbezüglich um rechtzeitige Information. Selbstverständlich können Sie entscheiden, ob Ihr Au-Pair Freunde einladen darf – prinzipiell sollten Sie diese Möglichkeit einräumen. Weisen Sie aber in diesem Zusammenhang ruhig darauf hin, dass es Ihnen wichtig ist, dass Menschen, die in Ihrem Haus verkehren, Ihnen zuvor vorgestellt werden.

Ebenso wie durch die Erstellung eines Tages- oder Wochenplans, helfen Sie mit der solchen, festgelegten Regelungen Ihrem neuen Familienmitglied sich zu orientieren und unterstützen bzw. bestärken auch das Verantwortungsgefühl Ihres Gastes. Sie können dadurch mögliche Missverständnisse reduzieren und teilweise unnötige Diskussionen vermeiden. Es sollten allerdings nicht allzu viele Regeln sein und es empfiehlt sich auch, diese positiv zu formulieren!

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