Zunächst einmal, wie sehen die Menschen in deiner Umgebung dein Au-Pair? Was glaubst du, was es für sie bedeutet, wenn du sagst, sie/er solle als „Teil der Familie“ betrachtet werden? Großeltern, Nachbarn, Lehrer oder auch der Postbote haben sicher alle ihre eigenen Vorstellungen darüber ob, wann und in wie weit ein Au-Pair Teil deiner Familie ist, oder eben nicht ist. Aus diesen Vorstellungen heraus haben diese Menschen dann auch ihre eigenen Erwartungen daran, ob ihre Interaktion mit dir, als Familie, das Au-Pair einschließt, oder eben nicht.
Wenn es um die Einbeziehung eines Au-Pairs in eine „Familien-Aktivität“ mit anderen Familien geht, so sind eine ganze Reihe von Perspektiven zu berücksichtigen. Zunächst einmal solltest du dir die Frage stellen, ob dies das Richtige für dich und auch für dein Au-Pair ist. Feiertagsessen, Kindergeburtstage und ein Ausflug zu einer Sehenswürdigkeit sind unkompliziert - selbstverständlich wird dein Au-Pair eingeladen, sich dir anzuschließen. Hochzeiten im Freundes- und Verwandtenkreis, private Verabredungen, Familiengespräche oder längere Reisen sind da schon wesentlich diffiziler.
Deine Entscheidungen diesbezüglich können sich basierend auf der jeweiligen Veranstaltung, deines aktuellen Au-Pairs (bzw. dessen Persönlichkeit), deiner Beziehung zu eben diesem Au-Pair, verändern. Du solltest dir auch folgende Fragen stellen: Möchtest du diese Veranstaltung teilen? Würdest du den gleichen Spaß daran haben, wenn dein Au-Pair dich begleitete? Wird die Veranstaltung deinem Au-Pair Spaß machen, bzw. für sie/ihn interessant sein?
Ist die Veranstaltung überhaupt für dein Au-Pair geeignet?
Würde die Teilnahme des Au-Pairs (eben eines/r „Fremden“) die soziale Dynamik der Veranstaltung für den/die Gastgeber beeinträchtigen?
Hat dein Au-Pair die Fähigkeit mit einer ganzen Reihe neuer Menschen zu kommunizieren?
Werden andere Menschen dort sein, mit denen sie/er sich zusammentun kann (wie andere junge Erwachsene oder andere Au-Pairs)?
Wird sie/er als Gast anwesend sein, oder quasi „im Dienst“?
Hat sie/er dem Anlass angemessene Kleidung?
Wird sie/er die Bräuche der Veranstaltung kennen und wissen, wie man sich verhalten sollte?
Wird sie/er während der ganzen Veranstaltung anwesend sein, oder aber nach beispielsweise dem Kaffee und vor dem „Abendteil“ wieder gehen?
Denke auch an die Gastgeber der Veranstaltung.
Sind sie mit fremden Gästen einverstanden?
Handelt es sich um Menschen, die mit Essen, Trinken und Konversation eher großzügig sind?
Sind sie überhaupt an Menschen wie einem Au-Pair interessiert?
Selbstverständlich wird deine Entscheidung für jede Veranstaltung bzw. (potentielle) Einladung einzigartig sein, sie wird aber auch Aufschluss über die generelle Präferenz deiner Familie geben.
Mit all diesen Fragen im Sinn wirst du nun wissen, ob du willst, dass dein Au-Pair mit dir kommt. Nun musst du dich der größten Herausforderung stellen: deiner Familie und deinen Freunden/Bekannten zu kommunizieren, wie du möchtest, dass dein Au-Pair aufgenommen wird!
Berücksichtige:
Menschen, die nicht selbst ein Au-Pair haben, müssen nicht nur über dieses Kulturaustauschprogramm im Allgemeinen, sondern auch über die Beziehung zwischen dir, als Gastfamilie, und deinem Au-Pair informiert werden.
Auch Menschen, die selbst ein Au-Pair haben, solltest du darüber informieren, in wie weit du dein Au-Pair einschließen möchtest (oder eben nicht).
Sehr viele Gastfamilien von Au-Pairs handeln eher intuitiv, andere wiederum sind sich oft nicht sicher, wann, wo und zu welchem Anlass sie ihr Au-Pair mitnehmen können/sollten/wollen – in jedem Fall aber lohnt es sich, sich auch mit diesem Thema auseinanderzusetzen, um ein möglichst gutes, interessantes und konfliktfreies Jahr miteinander zu verbringen.
