Hier viele Tipps dazu, wie du einen guten bzw. aussagekräftigen Brief an eine noch unbekannte Gastfamilie schreiben kannst!
Auch wenn wir zu diesem Thema schon einen Beitrag haben, möchten wir das noch etwas weiter ausführen – einfach weil wir immer wieder danach gefragt werden, sowohl von unseren Au-Pairs, als auch von zukünftigen Sprachtutoren.
Es ist natürlich eine echte Herausforderung, mit einer „neuen Familie“ zu leben – man lernt aber täglich mehr über die Eigenarten und die Eigenheiten des anderen. Bevor du aber überhaupt ankommst, kannst du mit deinem Gastfamilienbrief einen Eindruck deiner eigenen Persönlichkeit geben.
Zunächst einmal, was ist ein „Gastfamilienbrief“? Nun es ist eine kurze Einführung darüber, wer du bist und warum du ins Ausland gehen möchtest. Eine Gastfamilie im Ausland, der du vorgeschlagen wirst, wird diesen Brief erhalten, ebenso wie du später eine Vorstellung der entsprechenden Familie erhältst. Dies ist also der allererste Eindruck, welche eine Familie von dir gewinnt und es ist auch deine Chance zu zeigen, dass du bereit bist, für eine gewisse Zeit Teil eben dieser Familie zu sein.
Annalena, die als Sprachtutorin sowohl in Spanien, als auch in Italien war, sagte uns, für sie sei es sehr wichtig gewesen, mit diesem Brief zu demonstrieren, dass die Gastfamilie und ihre zukünftige Bindung zu ihnen, Priorität habe : „Die Familien, in denen ich war, suchten eine Art „Freund“ bzw. jemanden, der echtes Interesse an ihnen haben würde und sich integrieren würden, nicht eine Person, die ihr/sein Programm nur im Hinblick auf die eigene Erfahrung machen will.“
Unsere Tipps:
Sei originell und vermeide es, andere Briefe ähnlicher Art zu kopieren!
Solche Briefe sind meist etwa 1-2 Seiten lang.
Schreibe, so gut es eben geht, in der Sprache des Ziellandes – wenn du nicht weiterkommst, kannst du noch immer ins Englische ausweichen!
Und hier nun die vier wichtigsten Teile eines solchen Briefes:
1. Dein persönlicher Background
Dazu einige Anregungen:
Wo hast du studiert, bzw. welche Schule abgeschlossen?
Was waren deine Schwerpunkte?
Woher genau kommst du?
Wie ist deine Familie und wie verbringst du gerne deine Freizeit?
Was magst du an anderen Menschen gerne?
Was bewegt dich und was ist dir wirklich wichtig?
Wie setzt du das in deinem Leben um?
Hast du schon etwas besonders in deinem Leben getan?
Was planst du für deine Zukunft?
Unsere Tipps:
Schreibe über Dinge, mit denen du auch ein Gespräch eröffnen würdest. Alex kocht zum Beispiel gerne, also schrieb er darüber. „Das machte es leicht, über die Art der Küche zu sprechen, die ich der Familie gerne zeigen würde, bzw. deutsches Essen, das sie dann probieren könnten.“
Sei positiv – es sei denn, du besprichst schwierige oder auch negative Situationen, die du überwunden hast.
2. Warum du ins Ausland gehen möchtest
Bist du schon gereist? Hattest du schon zuvor positive Erfahrungen in einer Gastfamilie, die du gerne wiederholen möchtest? Was hat dich inspiriert? Was gibt es im Gastland, das dich reizt oder interessiert?
Unser Tipp:
Wenn du Filme, Musik oder Literatur aus dem Gastland kennst, so lass das die Familie wissen! Sie werden sich sicher darüber freuen, dass du dich bereits für ihre Kultur interessiert hast.
3. Was möchtest du durch dein Auslandsprogramm erreichen
Vielleicht möchtest du deine Liebe zur deutschen Sprache teilen. Oder du interessierst dich für die Geschichte Italiens – vielleicht möchtest du auch einen Berg in Chile besteigen. Du möchtest Französisch sprechen, fotografieren oder Flamenco tanzen lernen, für einen Marathon trainieren – was auch immer es ist, lass es die Gastfamilie wissen.
Unsere Tipps:
Je spezifischer, umso besser! Es ist gut zu sagen: „Ich bin daran interessiert, etwas über die Kultur zu lernen.“ Noch besser aber ist es zu erklären, dass du dich in die französische Küche verliebt hast, als du das erste Mal einen „echten“ Crêpe in der Bretagne gegessen hast.
Erwähne eine Aktivität, die du gerne mit der Gastfamilie teilen würdest, beispielsweise ein Hobby, das du hoffst, gemeinsam machen zu können.
4. Zeige, dass du dich darauf freust, die Gastfamilie zu treffen
Lass die Gastfamilie wissen, wie viel es dir bedeutet, dass sie dich in ihrer Familie willkommen heißen wollen! Denke daran, dass es für die Familie ebenso ein Anpassungsprozess sein wird, wie für dich. Wenn du früh deine Wertschätzung zeigst, so wird dieser Ton später auch deinen Aufenthalt bestimmen.
Unser Tipp:
Solltest du beispielsweise Deutsch in Spanien unterrichten, so erwähne schon früh, dass du interessante Ideen hast, den Sprachunterricht für die Kinder spannend zu machen.
Warum ist der Gastfamilienbrief so wichtig?
Durch eben diesen Brief bekommt die Gastfamilie ein besseres Gefühl dafür, warum du für ihr zu Hause geeignet bist. Er gibt auch der Familie die Möglichkeit, sich auf dich vorzubereiten. Solltest du beispielsweise erwähnen, dass du gerne Geige spielst, so haben sie vielleicht einen Freund, der ebenfalls Geige spielt und man wird euch miteinander bekannt machen (so findest du dann einheimische Freunde während deines Auslandsaufenthaltes!).
Außerdem hilft der Brief, gleich zu Beginn „das Eis zu brechen“. Du wirst zwar mit der Familie im Vorfeld skypen, aber durch den Brief kennt man dich schon ein bisschen. Du kannst durch deinen Brief einen guten, ersten Eindruck machen und die passende Gastfamilie für dich begeistern!
