Meine persönlichen Meinung und Erfahrung nach – eigentlich nichts! Es stellt sich zuweilen natürlich einfacher dar, ein Au-Pair beispielsweise aus Spanien oder Frankreich einzuladen – sofern es gerade welche gibt. Die Gründe dafür, warum man solche Au-Pairs oft vergeblich sucht, kannst du gerne nachlesen. Heute möchte ich einige Punkte aufführen, die definitiv für Au-Pairs aus „fernen“ Ländern sprechen, bzw. warum man davor nicht zurückschrecken sollte.
Die Vorlaufzeit - tatsächlich ein Problem?
Die Wahrscheinlichkeit, dass du, sofern du ein Au-Pair ab der kommenden Woche benötigst und zufällig ein(e) passende(r) Bewerber(in) so kurzfristig zur Verfügung steht, ist relativ gering. An dieser Stelle solltest du auch wissen, dass auch die Bearbeitungszeit für Au-Pair-Visa seit den Änderungen im Au-Pair-Programm im vergangenen Sommer deutlich kürzer geworden ist. Im Schnitt kann man sagen, dass vom Tag der Einladung bis zur Einreise derzeit meist nicht mehr als ein Monat vergeht. Du solltest deine Entscheidung für oder gegen ein Au-Pair daher nicht davon abhängig machen, dass ein Visaverfahren zu aufwendig sei – das wird inzwischen insgesamt deutlich unkomplizierter und schneller abgewickelt.

Kulturelle Unterschiede – eine Schwierigkeit oder eine Bereicherung?
Ja – es gibt sie, diese Unterschiede, zuweilen sind sie auch recht groß. Ist das aber wirklich so schlimm? Das Au-Pair-Programm ist ja ein Kulturaustauschprogramm – das heißt, du hast (ebenso wie dein zukünftiges Au-Pair) die Möglichkeit, eine andere Kultur kennenzulernen. Sehr viele der europäischen Kulturen kennen wir hier, beispielsweise durch wiederholte Urlaube, schon etwas besser, aber wie gut kennst du die moldawische Kultur? Oder wusstest du, dass in der Mongolei rund 70% aller eingeschriebenen Studenten weiblich sind? Dass das georgische Alphabet zum Weltkulturerbe zählt? Es gibt, auch für uns, so viel zu erfahren und zu erleben – durch die Aufnahme eines Au-Pairs ermöglichst du deinen Kindern schon sehr früh, einen „Blick über den Tellerrand zu werfen“. Bedenke bitte außerdem folgendes:
Gerade Au-Pairs, die aus solchen Ländern kommen, leben zu Hause in einer Großstadt. Anderenfalls haben sie überhaupt nicht die Möglichkeit, an diesem Programm teilzunehmen.
Sie bereiten sich in aller Regel intensiv auf ihren Auslandsaufenthalt vor – das schließt häufig auch entsprechende Schulungen durch unsere Partnerorganisationen ein.
Da die allermeisten Deutsch speziell deswegen lernen, weil sie als Au-Pair hierher kommen möchten, beschäftigen sie sich bereits im Vorfeld einige Monate mit unserer Sprache, sozusagen nebenbei aber dadurch auch mit unserer Kultur.
Ein Pluspunkt: die Aufenthaltsdauer!
Au-Pairs aus EU-Ländern, die sich für Deutschland bewerben, planen i.d.R. eine Aufenthaltsdauer von zwei bis sechs Monaten ein. Au-Pairs aus Ländern außerhalb Europas, bzw. aus visapflichtigen Ländern, möchten nahezu immer für 12 Monate nach Deutschland kommen. Ein kürzerer Aufenthalt kommt für sie eher nicht in Frage, da allein schon die An- und Abreisekosten in diesem Falle einfach zu hoch wären. Ebenso haben sie bereits im Vorfeld schon recht viel Zeit und, für ihre Verhältnisse, auch viel Geld in dieses Auslandsjahr investiert, sodass ein kürzerer Aufenthalt einfach in keiner Relation zum Aufwand stünde. Dies bedeutet für dich im Umkehrschluss, dass du dein Au-Pair tatsächlich für ein Jahr einplanen kannst und deine Kinder die neue Bezugsperson ebenfalls für einen längeren Zeitraum haben werden.
Du siehst, es gibt gute Gründe sich zu überlegen, als Gastfamilie ein Au-Pair aus einem Land einzuladen, über das du vorher vielleicht noch nicht sehr viel wusstest. Selbstverständlich informieren und beraten wir dich zu diesem Thema sehr gerne!
