Das hören wir oft in unseren Beratungsgesprächen, oder auch, dass jüngere Kinder in der Verwandtschaft immer mal betreut wurden. Ob das als Kinderbetreuungsreferenz ausreiche? Nein – tut es definitiv nicht. Zunächst einmal: es ist sicherlich etwas ganz anderes, sich um die eigenen Geschwister zu kümmern, oder auch um die kleine Cousine, als eben um „fremde" Kinder. Als Au-Pair im Ausland wirst du dich auch eigenverantwortlich und zuweilen über mehrere Stunden hinweg wirklich mit den Kindern in deiner Gastfamilie beschäftigen müssen – dazu reicht es eben nicht aus, wenn du Kinder gerne magst und dir vorstellen kannst, dass dir das Spaß machen würde. Man benötigt dazu in der Tat zumindest ein wenig Erfahrung – solltest du diese bereits haben und dich weiter informieren wollen, so lies auch unsere Tipps zum achtsamen Umgang mit Kindern. Sofern du noch keine Kinderbetreuungserfahrung außerhalb deiner Familie gesammelt haben solltest und dennoch gerne als Au-Pair ins Ausland gehen möchtest, so hol dies doch einfach nach!
Praktikum im Kindergarten
Sicherlich gibt es auch in deiner Nähe einen Kindergarten oder eine Grundschule mit Nachmittagsangebot. Solche Einrichtungen freuen sich eigentlich immer darüber, wenn sie ehrenamtliche Helfer finden. Frag einfach nach – am Besten persönlich vorsprechen und nicht nur einfach anrufen oder eine Email schreiben! Überlege zuvor, ob du beispielsweise noch in irgendwelchen Ferien Zeit hättest, ein bis zwei Wochen lang zu helfen, oder ob du lieber über einen längeren Zeitraum einmal in der Woche hospitieren möchtest. Es lohnt sich ganz sicher auch für dich selbst – du wirst als Au-Pair im Umgang mit den Kindern deiner Gastfamilie von vornherein sehr viel mehr Selbstsicherheit und Routine haben.

Babysitter-Familien
Schau dich in deiner Nachbarschaft (noch besser auf Spielplätzen!) um – gibt es dort Familien mit kleinen Kindern? Biete doch einfach eigeninitiativ deine Dienste als Babysitter an. Du kannst ruhig erklären, dass du einen Au-Pair-Aufenthalt im Ausland planst und „ein wenig üben" möchtest. So ziemlich jede junge Familie freut sich über ein wenig Unterstützung oder auch darüber, eventuell mal einen „freien Abend" zu haben! Alternativ kannst du auch Flyer erstellen, auf denen du diese Dienstleistung anbietest und diese in örtlichen Supermärkten, Tankstellen, Kindergärten o.ä. aushängen.
Sportvereine, Kirchengemeinden oder Jugendgruppen
Bist du irgendwo aktiv bzw. interessiert? Vielleicht auch bei den Pfadfindern oder bei der Jugendfeuerwehr? Bietet deine Heimatgemeinde Ferienspiele an? Auch an solchen Stellen kannst du nachfragen, ob du eventuell Kindergruppen betreuen kannst, oder ob man ein Angebot für jüngere Kinder plant und dazu ehrenamtliche Helfer sucht.
Schulen
Am Einfachsten ist es natürlich, wenn du dich in deiner eigenen Schule erkundigst. Gibt es Nachhilfeangebote bzw. Betreuungsangebote für jüngere Schüler, oder könntest du dich beispielsweise als Pate/Patin zur Verfügung stellen? Manche Schulen bilden auch Streitschlichter aus. All das sind Tätigkeiten, die dich auf deine Au-Pair-Zeit vorbereiten können.
Du siehst, es gibt viele Möglichkeiten, Erfahrungen zu sammeln – einige davon, kann man sicherlich auch relativ kurzfristig umsetzen. Du solltest in jedem Falle bedenken, dass Gastfamilien im Ausland ihre Kinder natürlich am Liebsten einem Au-Pair anvertrauen, von der/dem sie annehmen, dass sie/er schon ein wenig Praxis hat. Und, wie schon erwähnt, du selbst wirst dich auch sehr viel besser fühlen, wenn du weißt, dass du dich auch in diesem Bereich schon vorbereitet hast!
