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International Au Pair Day

von Judith Liehr

In diesem Jahr wird weltweit am 24. November der erste International Au Pair Day gefeiert!

Warum ausgerechnet 2019?

Ganz einfach – das Europäische Übereinkommen für Au-Pair-Beschäftigungen wurde am 24. November 1969 durch den Europarat in Straßburg angenommen und wird in diesem Jahr genau 50 Jahre alt. Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Auch wenn dieses Abkommen nicht von allen europäischen Staaten unterschrieben wurde und es immer wieder neue Regularien gibt, bildet es nach wie vor die Grundlage für Au-Pair-Beschäftigungen. Einige Bestimmungen, wie beispielsweise das Erfordernis eines schriftlichen Vertrags, Regeln für die beiderseitigen Pflichten in Bezug auf Arbeitszeiten, Freizeit, Taschengeld etc. sind überall bindend.

Ins Leben gerufen wird dieser Tag nun von der IAPA, International Au Pair Association, die der weltweite Dachverband für Organisationen ist. Ziele eines jährlichen „International Au Pair Day“ sollen sein zum einen „Au-Pair“ und legale Au-Pair-Programme weltweit sichtbarer, bzw. bekannter zu machen, zum anderen aber auch allen Au-Pairs weltweit für ihr Engagement in ihren Gastfamilien und für ihre Rolle in der Förderung des interkulturellen Verständnisses weltweit zu danken.

Wer kann daran teilnehmen?

Nun – im Prinzip jede(r) der den Wert von Au-Pair-Programmen und den Beitrag, den sie zum kulturellen Bewusstsein leisten, glaubt. Natürlich weltweit alle Au-Pairs, auch die, deren Au-Pair-Zeit schon in der Vergangenheit liegt, oder die das erst für die Zukunft planen. Ebenso Gastfamilien und deren Kinder und Au-Pair-Agenturen, sowie alle nationalen Dachverbände (wie in Deutschland der APSeV, Au-pair Society).

Wie kann man daran teilnehmen?

An dieser Stelle sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Sie sind/waren oder werden Au-Pair? Treffen Sie sich mit Gleichgesinnten zu einem schönen Event, machen Sie ein Video oder Fotos. Sie sind Gastfamilie? Unternehmen Sie mit ihrem Au-Pair etwas Besonderes, überraschen Sie sie/ihn mit einer netten Geste oder geben Sie Ihrem Au-Pair einfach frei, um an einer Feier teilzunehmen. Sofern Sie das möchten, freuen sich die Initiatoren der Veranstaltung natürlich darüber, wenn Sie Ihre Ideen/Erlebnisse teilen, sei es per Email (info@internationalaupairday.com), Facebook oder Instagram.

Was wird Kulturist tun?

Bereits seit vielen Jahren veranstalten wir Ende November einen kleinen Workshop für unsere Au-Pairs aus dem Ausland. Wir backen dann alle zusammen Weihnachtsplätzchen und basteln manchmal auch Weihnachtskarten. Diese Veranstaltung erfreut sich immer sehr großer Beliebtheit und es nehmen meist recht viele Au-Pairs daran teil. In diesem Jahr werden wir den Tag erstmals unter das Motto „International Au Pair Day“ stellen und wir sind sicher, dass wir dies, gemeinsam mit „unseren“ Au-Pairs sehr schön umsetzen werden!

Was haben Gastfamilien nach Einreise ihres Au-Pairs zu erledigen?

von Judith Liehr

Sofern Sie schon vorher Au-Pairs hatten, werden Sie das sicher alles wissen, für alle, die zum ersten Mal ein Au-Pair eingeladen haben, hier eine kleine „to-do-Liste“.

  1. Ganz wichtig ist es, dass Sie Ihrem Au-Pair zunächst dabei helfen (WLAN-Schlüssel!), die eigene Familie über die Ankunft bei Ihnen zu unterrichten.
  2. Ihr Gast hat meist eine relativ lange Reise hinter sich und wird ganz bestimmt jede Menge neuer Eindrücke verarbeiten müssen. Erwarten Sie daher nicht zu viel, lassen Sie Ihrem Au-Pairs daher zunächst ein wenig Zeit, anzukommen, sich auszuruhen und evtl. etwas zu essen.
  3. Sehr wichtig ist die Anmeldung bei Ihrem Einwohnermeldeamt – dies sollte innerhalb der ersten 14 Tage nach Einreise Ihres Au-Pairs geschehen. Dort sollten Sie auch nachfragen, welches Ihr zuständiges Ausländeramt ist.
  4. Das Einreisevisum Ihres Au-Pairs ist in den meisten Fällen nur drei Monate gültig. Sie müssen gemeinsam zum zuständigen Ausländeramt gehen und dort einen Aufenthaltstitel für ein Jahr beantragen – dies sollten Sie nicht später als max. vier Wochen vor Ablauf des Einreisevisums erledigen. Am besten vereinbaren Sie telefonisch oder per Email einen entsprechenden Termin, damit Sie dort nicht so lange warten müssen. Klären Sie auch ab, welche Unterlagen Sie mitbringen müssen. Die Kosten für dieses Visum müssen von Ihnen übernommen werden.
  5. Um die Kosten für ein Au-Pair als Gastfamilie steuerlich geltend machen zu können, muss das Taschengeld bargeldlos gezahlt werden. Helfen Sie Ihrem Au-Pair dabei, ein Bankkonto einzurichten und achten Sie darauf, dass es sich um ein kostenloses Girokonto handelt.
  6. Nach etwa drei Tagen empfiehlt es sich, ein Gespräch über Dinge, wie Tagesablauf, Hausregeln, Taschengeld, anstehende Urlaube zu führen. Sollten Sie das Gefühl haben, Ihr Au-Pair damit noch sprachlich zu überfordern, so muss das natürlich nicht alles an einem Tag besprochen werden.
  7. Klären Sie, ob Ihr Au-Pair über Euros verfügt – anderenfalls können Sie durchaus einen kleinen Vorschuss auf das erste Taschengeld geben.
  8. Zeigen Sie Ihrem Au-Pair in den ersten Tagen alle wichtigen Orte (Kindergarten, Spielplätze, Schule, Supermarkt etc.) in Ihrer Nähe und erklären Sie die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs.
  9. Besonders in der ersten Zeit empfiehlt es sich, einen festen Termin für ein wöchentliches Feedback-Gespräch festzusetzen.
  10. Sehr wichtig: seien Sie geduldig – meist dauert es einige Wochen, bis mit Ihrem Au-Pair alles so läuft, wie Sie es sich vorgestellt haben. Sie tun aber ganz gewiss gut daran, relativ viel der eigenen Zeit in die Eingewöhnungsphase zu investieren! :)

Informationstag für Auslandsaufenthalte

von Judith Liehr

Hiermit laden wir alle Interessenten herzlich zu unserer nächsten Info-Veranstaltung am 21. September in Bad Homburg ein. Sie können uns kennenzulernen und sich persönlich in ungezwungener Atmosphäre über unsere verschiedenen Programme (Freiwilligen-, Sprachtutoren-, Au-Pair Programme) informieren.

Gerne können Sie auch Freundinnen, Freunde oder Ihre Eltern mitbringen.

Die Teilnahme ist natürlich kostenlos.

Bitte melden Sie sich, wenn möglich, unter info@kulturist.com oder telefonisch unter 06103/ 5098888 an.

Die Verstanstaltung findet in der Elisabethenstr. 38a, 61348, Bad Homburg (Restaurant Flamm's), von 11 bis 14 Uhr statt.

7 wichtige Dinge, die Sie durch ein Auslandspraktikum lernen werden

von Judith Liehr

Für alle, die darüber nachdenken, haben wir hier eine Liste erstellt die Ihnen aufzeigen wird, was Sie lernen und wie Sie sich auf diese Weise weiterentwickeln können.

1. Neue Kenntnisse und wie Sie sie anwenden können

Um es gleich vorweg zu nehmen – Sie werden sicherlich neue Kenntnisse erlangen. Dies kann beinhalten, dass Sie lernen, wie Sie Aufgaben erfüllen müssen, die später für Ihren gewünschten beruflichen Werdegang relevant sind, aber auch dass Sie bereits vorhandene Fähigkeiten verbessern. Oftmals unterliegt man dem Glauben, dass ein Praktikum hauptsächlich darin besteht, den ganzen Tag Kaffee zu kochen, oder Besorgungen für den Vorgesetzten zu erledigen. Das stimmt so aber nicht und es sollte auch nicht so sein. Ein solches Auslandspraktikum sollte vielmehr eine Gelegenheit sein alles, was Sie bis hierhin gelernt haben, zu testen und zu sehen, wie es in der realen Welt funktioniert. Sie werden eine Vorstellung von Ihren eigenen Stärken erhalten und auf der anderen Seite feststellen können, an welchen Punkten Verbesserungsmöglichkeiten bestehen.

2. Professionelle Kommunikation

Es ist nicht immer einfach, sich zum ersten Mal an eine professionelle Umgebung zu gewöhnen. Aber ein Auslandspraktikum ist sicher ein sehr guter Weg um durch praktische Erfahrung zu lernen, wie man sich durch die Arbeitswelt navigiert. Gespräche oder Diskussionen mit Kollegen/innen oder Vorgesetzten unterscheiden sich schon sehr von solchen mit Kommilitonen oder Dozenten/innen. Nach Ihrem Praktikum sollten Sie eine bessere Vorstellung davon haben, wie Sie sich als Profi besser verhalten können. Das wird Ihnen ganz sicher dabei helfen, wenn Sie später beispielsweise ein Einstellungsgespräch führen werden – Sie sind dann selbstsicherer und wirken im Arbeitsumfeld reifer und erfahrener.

3. Vernetzung ist wichtig

Unterschätzen Sie sich nicht. Machen Sie das Beste aus Ihrem Auslandspraktikum und nutzen Sie alle damit verbundenen Möglichkeiten. Eine unserer Programmteilnehmerinnen in Ecuador hat kürzlich schon über diesen Aspekt berichtet. Denken Sie daran, sich auch von Ihrem Schreibtisch zu lösen, lernen Sie Ihre Kollegen/innen und andere Praktikanten kennen. Sie werden nicht nur schöne Erinnerungen schaffen und Freunde finden, sondern auch Ihr berufliches Netzwerk erweitern. Seien Sie proaktiv und stellen Sie sich den Menschen vor, wenn Sie zu Arbeitsaufgaben eingeladen werden.

Nur so wissen die Menschen, wer Sie sind, worum es Ihnen geht und was am wichtigsten ist – sie erinnern sich an Sie.

4. Konstruktive Kritik annehmen

Natürlich wird niemand gerne kritisiert und Leistungsbeurteilungen können ziemlich beängstigend oder unangenehm sein. Sie werden wahrscheinlich ein paar Fehler machen und konstruktive Kritik an Ihrer Arbeit sowohl von Ihren Kollegen/innen als auch von Ihren Vorgesetzten erhalten. Erinnern Sie sich immer daran, dass es nicht persönlich ist. Es dient Ihrem eigenen Wohl und Ihrem Wachstum und wird die Qualität Ihrer Arbeit verbessern.

5. Arbeiten Sie wirklich – egal was Sie tun

Bemühen Sie sich wirklich um gute Arbeit, auch wenn Ihnen Ihre Aufgabe klein und unwichtig erscheint. Es wird Ihnen helfen, eine gute Arbeitsmoral zu entwickeln und Ihre Mitmenschen werden Ihre Anstrengungen bemerken.

Es ist nicht immer schön, sich stets sagen zu lassen, was zu tun ist, aber Ihre Vorgesetzten wissen es (meistens) besser.

6. Unabhängigkeit

Oft nehmen wir an, dass es am besten ist, alles was wir lernen, portionsweise „vorgesetzt“ zu bekommen. Es ist aber ebenso wichtig, selbstständig zu arbeiten. Durch ein Auslandspraktikum lernen Sie, eigene Entscheidungen zu treffen bzw. Dinge einfach selbst zu tun. In der Arbeitswelt ist es sehr wichtig, mit wenig Anleitung selbstständig arbeiten zu können.

7. Sie sind wichtiger, als Sie denken

Auch wenn Sie sich gerade ganz unten auf der Karriereleiter sehen, Sie werden dennoch gebraucht und Ihre grundlegende Arbeit wird geschätzt. Das Praktikantenleben kann hart sein und Sie haben nur eine kurze Zeit, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Es ist jedoch eine großartige Gelegenheit, Erfahrungen zu sammeln, Freundschaften zu schließen und zu lernen.

10 Tipps für Work & Travel in Kanada

von Judith Liehr

Kanada ist ein fantastisches Reiseziel für einen Work & Travel-Aufenthalt. Unglaubliche Landschaften, freundliche Menschen und viele Möglichkeiten das Land zu entdecken!

Wir haben hier einige hilfreiche Tipps für Ihr Work & Travel-Programm zusammengestellt:

1. Planen Sie Ihre Reise und durchaus weit im Voraus

Das beginnt schon mit dem Canadian-Working-Holiday-Visum – es kann Monate (in manchen Fällen auch Jahre) dauern, bis man es erhält. Beantragen Sie das Visum also unbedingt weit im Voraus.

Sichern Sie sich schon einen Job ab Ankunft - In Zusammenarbeit mit unserer Partnerorganisation werden wir versuchen, den für Sie passenden Job und Unterkunft für Ihr Work & Travel-Programm zu finden. Seien Sie ruhig flexibel, was die Jobangebote betrifft, vor Ort werden sich im Laufe der Zeit ganz sicher auch andere Möglichkeiten ergeben. Das erspart Ihnen gleich zu Beginn Zeit und Geld, die Sie besser darin investieren, Land und Leute zu entdecken. Sie können beruhigt abreisen, weil Sie wissen, an wen Sie sich wenden können und Sie außerdem schon kurz nach Ankunft Geld verdienen werden.

2. Erforschen Sie Ihr Ziel

Informieren Sie sich wirklich gut über Kanada und auch die Gegend, in der Sie (zunächst) sein werden. Es ist hilfreich, alles über die klimatischen Verhältnisse, die Lebenshaltungskosten und auch die kulturellen Unterschiede zu wissen.

3. Organisieren Sie Ihre Unterlagen und Ihr Gepäck

Der Unterschied zwischen einem stressigen und einem stressfreien Start in einen Auslandsaufenthalt ist oft eine gute Organisation – Sie sollten daher schon frühzeitig eine entsprechende Checkliste anlegen, Unterlagen zusammentragen und Gepäck vorbereiten. So wird Sie am Ende die „plötzliche“ Abreise nicht überraschen und Sie werden alles beisammen haben.

4. Packen Sie das Nötigste ein, ohne zu viel mitzunehmen

Die gute Nachricht gleich vorweg: Sie können in Kanada alles kaufen, wenn Sie doch etwas vergessen! Denken Sie an wetterangepasste Kleidung und einen Stromadapter, damit Sie beispielsweise Ihr Handy nach Ankunft gleich wieder laden können. Sie werden vermutlich im Laufe der Zeit viele Dinge sammeln, sodass es sich empfiehlt, wirklich „leicht“ zu packen, um am Ende Ihres Aufenthaltes nicht für Übergepäck zahlen zu müssen.

5. Denken Sie an eine Reiseversicherung

Eine Reiseversicherung ist für Ihr Work & Travel-Programm in Kanada unerlässlich. Die kanadische Einwanderungsbehörde kann bei der Ankunft den Nachweis einer Reiseversicherung verlangen. Zudem ist die medizinische Versorgung für Ausländer in Kanada relativ teuer. Wenn Sie also Skifahren und/oder Snowboarden planen, sollten Sie dies nicht ohne Versicherung riskieren. Ein gebrochener Arm kann dann schon richtig ins Geld gehen. Stellen Sie sicher, dass Ihr Versicherungsprodukt die geplanten Aktivitäten abdeckt.

6. Erstellen Sie ein Reisebudget

Wenn Sie planen für einen längeren Zeitraum ins Ausland gehen, sollten Sie sich unbedingt auch damit im Voraus beschäftigen. Visa, Flüge und Reiseversicherungen kosten Geld – die Lebenshaltungskosten in Kanada sind relativ hoch. Es empfiehlt sich daher, ein wirklich realistisches Budget zu erstellen.

7. Erledigen Sie alle „langweiligen“ Dinge gleich und schnell

Wenn Sie an einem Working Holiday Visum in Kanada ankommen, müssen Sie sich um einige Formalitäten kümmern, z.B. das Einrichten einer kanadischen SIM-Karte, eines Bankkontos und einer Sozialversicherungsnummer. Wenn Sie dies sofort erledigen, können Sie anschließend unbesorgt Ihre neue Umgebung erkunden. Unsere Partnerorganisation wird Ihnen dabei natürlich behilflich sein.

8. Gehen Sie raus!

Ja – viele von uns sind eher zurückhaltend, aber manchmal muss man einfach hinaus gehen, um Gleichgesinnte zu treffen. Haben Sie keine Angst davor, sich einzuladen, oder anderen Menschen vorzuschlagen, Zeit miteinander zu verbringen. Insbesondere in Ländern, in denen es viele Work & Traveler gibt, sind auch viele Alleinreisende, die sich in der gleichen Situation befinden, wie Sie und die auch gerne Kontakte knüpfen möchten.

9. Bereiten Sie sich auf Veränderungen vor

Sie können nicht erwarten, dass die Dinge gleich bleiben, wenn Sie nach Übersee gehen. Seien Sie also aufgeschlossen und seien Sie auf Veränderungen und Unterschiede in der Arbeitsweise vorbereitet. Lernen Sie, Veränderungen zu akzeptieren, und Sie werden eine erstaunliche Erfahrung machen!

10. Genießen Sie jeden Moment

Denken Sie immer daran, dass Sie nicht nur zum Arbeiten nach Kanada gehen. Seien Sie aktiv und erkunden Sie Ihre Umgebung. Sammeln Sie Erfahrungen, lernen Sie neue Menschen kennen und genießen Sie jeden Moment. Ein Work & Travel-Programm in Kanada ist eine Erfahrung, die Ihr Leben verändern wird – Sie sollten jede Minute optimal nutzen!

Tipps für ein Praktikum in China

von Judith Liehr

China ist ein dynamisches Land voller belebter Städte, aber auch ruhigeren Orte an Flüssen, einer faszinierenden, komplexen Sprache und einer boomenden Wirtschaft. Es ist ein durchaus lohnender und beliebter Ort, um im Ausland zu unterrichten.

Es besteht an vielen Schulen und Colleges ein sehr großer Bedarf an Muttersprachlern, womit in unserem Fall natürlich Deutsch gemeint ist. Sofern Sie an ein Praktikum in China denken, ist es aber, je nach Sprachkenntnissen, durchaus auch möglich, Englisch zu unterrichten. Sie müssen nicht unbedingt auf Lehramt studieren (bzw. studiert haben), sofern Sie wirklich Spaß an Sprachen haben und schon Erfahrung als Nachhilfe-Lehrer/in gesammelt haben, ist es ebenfalls möglich, dort ein Praktikum zu machen und erste Einblicke in den Beruf des Lehrers/der Lehrerin zu gewinnen.

Sie machen sich Sorgen, weil Sie (noch) kein Chinesisch sprechen?

Das müssen Sie nicht. Auch wenn das Erlernen einer neuen Sprache Ihnen bei der Integration im Ausland um beim Umgang mit den Menschen dort sicherlich immens helfen wird – Sie können die ersten Wochen Ihres Praktikums in China definitiv auch ohne ein Wort chinesisch überleben. :)

Mandarin zu sprechen ist ganz sicher eine Fähigkeit, die Sie am Ende Ihres Aufenthaltes mit nach Hause nehmen möchten. Es gibt in jeder größeren chinesischen Stadt zahlreiche Sprachschulen. Mandarin ist allerdings wirklich recht schwer zu lernen. Auch in den ersten Wochen oder Monaten, wird es Ihnen sicherlich noch sehr schwierig vorkommen – lassen Sie sich aber nicht entmutigen!

Hier ein paar Tipps für die ersten, sprachlich schwierigen Wochen:

  • Wenn Sie Essen bestellen möchten, verwenden Sie Menus, die mit Bildern ausgestattet sind.
  • Laden Sie sich ein Übersetzungswörterbuch herunter.
  • Erstellen Sie sich Visitenkarten mit Ihrer Heimatadresse in chinesischen Schriftzeichen.
  • Das Abendessen einer anderen Person sieht gut aus? Zeigen Sie auch das Gericht und fragen Sie, ob Sie das ebenfalls bestellen können.

Es ist in jedem Fall sinnvoll, ein paar grundlegende Ausdrücke zu lernen. Ihr Leben wird dadurch leichter und die Menschen vor Ort freuen sich über Ihr Engagement.

Kleinere Städte bieten oftmals eine tiefgreifendere Erfahrung

Es gibt so viele Städte in China zur Auswahl und es ist sicher schwer zu entscheiden, welche für Ihr Auslandspraktikum am besten geeignet ist. Die meisten Menschen kennen (zumindest hat man davon gehört) Städte wie Peking oder Shanghai, vielleicht sogar auch Shenzhen – aber haben Sie schon in Betracht gezogen, evtl. in einer etwas kleineren Stadt zu unterrichten? Städte wie NanChang, Rizhao, TianJin, HaiNan oder NingBo sind großartige Orte, um zu unterrichten. Sie wohnen ebenfalls in einer Stadt, können vollständig in die chinesische Kultur eintauchen und sind gleichzeitig mit einer aktiven Gemeinschaft von internationalen Praktikanten verbunden. Sie können außerdem davon ausgehen, dass Ihre Schüler/innen sich wirklich freuen, dass Sie dort sind!

Reisen in China

Die unterrichtsfreie Zeit werden Sie sicher dazu nutzen wollen, in China zu reisen. Sie können die chinesische Mauer erkunden, den Sonnenuntergang am „Bund“ in ShangHai genießen, oder einen Panda in ChengDu im Arm halten.

An dieser Stelle noch ein paar Tipps zum Reisen im Land mit einem begrenzen Budget:

  • Die günstigste Art, sich in China fortzubewegen, ist mit dem Fernzug. Sie bekommen ein Ticket für fast überall hin für ca. 50 Euro. Chinesische Fernzüge haben Schlafplätze, die eine lange Reise bequem machen. Buchen Sie unbedingt einen „Hard-Sleeper“, das ist ein Bett mit drei Etagen.
  • Zeitdruck? Schauen Sie sich chinesische Billigflüge an. Oftmals gibt es Angebote zum gleichen Preis wie ein Zugticket. Darüber hinaus können Sie bei chinesischen Flügen immer eine Tasche kostenlos einchecken und erhalten normalerweise auch eine Mahlzeit.

Bereiten Sie sich auf eine völlig andere Arbeitskultur vor

Es ist bekannt, dass die Arbeitskultur in China eine völlig andere ist, als bei uns (oder anderen, westlichen Ländern). Mitarbeiter hinterfragen ihre Vorgesetzten nicht und tun immer, was ihnen gesagt wird – auch wenn Anweisungen nicht viel Sinn ergeben. Sie sollten nicht erwarten, die genauen Daten eines Urlaubes bis kurz vor Antritt desselben zu kennen. Sie werden auch feststellen, dass Zeitplanänderungen oft mit einer sehr kurzen Vorlaufzeit geschehen. Das kann zwar zuweilen frustrierend sein, ist aber ein Teil der chinesischen Kultur, an den sich jeder Ausländer gewöhnen muss.

Lernen Sie sich zu entspannen, schwimmen Sie mit dem Strom und machen Sie keine Pläne sehr lange im Voraus. :)

Insgesamt ist China ein großartiges Land, um ein Auslandspraktikum zu machen. Sie werden leidenschaftliche Schüler/innen erleben, in eine völlig andere Kultur eintauchen, eine der gefragtesten Sprachen der Welt lernen und durch dieses Praktikum aus sehr viel für sich selbst tun!

Auslandspraktikum – ein Erfahrungsbericht von Josephine

von Judith Liehr

Josephine war acht Wochen in Ecuador und hat für uns zusammengefasst, welchen Nutzen dieser Auslandsaufenthalt ihr persönlich gebracht hat.

Reise- und Arbeitserfahrung

Ich finde, dass ein Auslandspraktikum das Beste aus beiden Bereichen vereint. Es gibt ja nur wenige Möglichkeiten im Leben, wenn man das so wunderbar kombinieren kann. Durch mein Praktikum in Ecuador habe ich sowohl Arbeitserfahrung in verschiedenen Bereichen sammeln können, als auch das Land an sich kennenlernen dürfen – während der Woche habe ich gearbeitet und am Wochenende habe ich wunderbare Landschaften (und Strände!) erkunden können.  

Verbindungen knüpfen

“Networking” ist heute für ein berufliches Fortkommen unglaublich wichtig – warum das Ganze also nicht auf internationaler Ebene fortführen? Durch mein Praktikum konnte ich sowohl soziale, als auch berufliche Beziehungen aufbauen, die mir auf meinem Weg ins Berufsleben bereits geholfen haben und sicherlich auch weiterhin helfen werden. Sei es, um Referenzschreiben zu erhalten, oder um herauszufinden, ob Ihr/e Kollege/in bzw. Vorgesetzte/r Verbindungen zum nächsten Traumpraktikum hat. Der Aufbau eines globalen Netzwerks für die erfolgreiche Gestaltung Ihrer Zukunft sicherlich von Nutzen sein.

Den eigenen Weg besser kennenlernen

Es ist oft nicht so ganz einfach herauszufinden, was oder wohin man beruflich will. Es gibt ja so viele Möglichkeiten und wie sollte man eine Entscheidung treffen, ohne möglichst viele davon zu kennen? Eine solche Möglichkeit bietet eben ein Praktikum – man kann Arbeitsgebiete kennenlernen, neue und interessante Gebiete entdecken und all das ohne sich schon in einer bestimmten Richtung festlegen zu müssen.

kulturelles Verständnis

Während meines Praktikums hatte ich die Gelegenheit mit Menschen aus verschiedenen Ländern zusammen zu arbeiten und so deren Werte und die Ansichten anderer Kulturen in Bezug auf Arbeit kennenzulernen. Ich konnte erleben, wie Menschen anderer Kulturen mit bestimmten Situationen umgehen und erfahren, dass es sehr unterschiedliche Wege zu ein und demselben Ziel gibt, bzw. ganz unterschiedliche Herangehensweisen, dieses Ziel zu erreichen. Viele Arbeitgeber in unserer globalisierten Gesellschaft legen Wert darauf Mitarbeiter/innen zu haben, die darin erfahren sind, mit Menschen unterschiedlichster Hintergründe zu arbeiten – ein Auslandspraktikum ist da ganz sicher ein wichtiger Pluspunkt!

mein neues Selbstvertrauen

Sicherlich stärkt jedes Praktikum das eigene Selbstvertrauen. Sofern es sich dazu noch um ein Praktikum im Ausland handelt, wird man tatsächlich Unabhängigkeit erfahren. Ich bin davon überzeugt, dass mein Auslandspraktikum für mir in diesen Bereichen einen ultimativen Schub verpasst hat, da ich die Möglichkeit hatte, sowohl beruflich, als auch persönlich zu wachsen. Ich konnte erleben, dass ich, auch ohne das „Sicherheitsnetz“ von Familie und Freunden sehr gut zurechtgekommen bin. Ich habe sehr viel über mich selbst und meine Interessengebiete lernen, Freundschaften entwickeln und die Welt bereisen – alles in allem eine Erfahrung, die ich sicherlich nie vergessen werde.

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Vielen Dank für Ihren Bericht, Josephine! Wir freuen uns natürlich darüber, dass Sie während Ihres Praktikums in Ecuador eine schöne und interessante Zeit hatten und wünschen Ihnen für Ihren weiteren Lebensweg alles Gute!

Au-Pair Workshop am 25. Mai

von Gabriel Boudreau

Unser nächster Au-Pair Workshop findet am 25.05.2019 in Bad Homburg, Elisabethenstr. 38a, Restaurant „Flamm's" von 10:00 bis 16:00 Uhr statt.

Der Workshop richtet sich an zukünftige Au-Pairs und an Au-Pairs aus dem Ausland, die kürzlich nach Deutschland eingereist sind.

Inhalte des Seminars sind:

  • Erste Hilfe am Kind mit praktischen Übungen
  • Notfallübungen mit Kindern
  • Babypflege
  • kreatives Spielen mit Kindern
  • unterschiedliche Erziehungsstile
  • Konflikt-Training bei Problemen mit Kindern und/oder den Gasteltern
  • Rechte und Pflichten des Au-Pairs
  • Koffer packen und Ideensammlung für Gastgeschenke

Sollten Sie eine weite Anreise haben, so können Sie bereits am 24.05. anreisen. Wir haben im Haus der Jugend in Frankfurt/Main, ein Zimmerkontingent reserviert.

Senden Sie einfach eine Email an info@kulturist.com. Sie erhalten dann weitere Informationen und das Anmeldeformular.

- Ihr Kulturist Team

Fünf Tipps für ein Praktikum im Ausland

von Judith Liehr

Wir haben hier einige Tipps für Sie zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen sollen, das Meiste aus Ihrem Auslandspraktikum herauszuholen.

Überprüfen Sie Ihre Ziele und Erwartungen

Ein Praktikum im Ausland bietet Ihnen eine tolle Erfahrung, die Entscheidung sollte man sich aber nicht zu leicht machen. Sie werden in die Berufswelt einsteigen (noch dazu in einem neuen Kulturkreis) und dort Ihr theoretisches Wissen in die Praxis umsetzen können.

Sie sollten sich daher für ein Praktikum entscheiden, das Ihren Zielen und Erwartungen entspricht und das, im besten Falle, auch ein „Türöffner“ für Ihren ersten Job sein könnte.

Warten Sie daher nicht bis zur letzten Minute, um ein Praktikum zu finden. Es ist wichtig, dass Sie sich die Zeit nehmen dasjenige auszuwählen, was Ihnen am besten entspricht.

Informieren Sie sich über die Gastfirma

Sowie Sie für ein Praktikum angenommen wurden, besuchen Sie die Webseite Ihrer Gastfirma, um mehr über deren Produkte/Dienstleistungen und ihr Organogramm zu erfahren. Sie können sich so schon im Voraus eine klare Vorstellung von den Personen machen, mit denen Sie arbeiten werden.

Passen Sie sich an die Unternehmenskultur an

Im sich möglichst schnell und einfach in Ihre Gastfirma integrieren zu können, sollten Sie sich an die dort üblichen Verhaltensregeln, Arbeitsstunden etc. halten. Begleiten Sie auch Ihre Kollegen/innen in die Kantine – das ist eine sehr gute Gelegenheit und Beziehungen aufzubauen und sich schnell zu integrieren.

Machen Sie sich innerhalb des Unternehmens bekannt

Der beste Weg, um sich einen guten Ruf im Unternehmen zu schaffen, ist es, sich zu beteiligen, aktiv und enthusiastisch zu sein. Zögern Sie nicht, Ihre Kollegen/innen, oder auch Ihren Betreuer/in um Aufgaben zu bitten. Regelmäßige Nachbereitung mit dieser Person schafft einen Mehrwert für das Unternehmen, welches ja schon Vertrauen in Sie gesetzt hat.

Fassen Sie Ihr Praktikum zusammen und bleiben Sie in Kontakt

Vermutlich werden Sie während Ihres Praktikums einen Bericht geschrieben haben. Senden Sie diesen auch an Ihre/n Betreuer/in, damit diese Person Ihnen die eigene Meinung dazu mitteilen kann und er/sie Ihre Arbeit, Ihre Gedanken nachverfolgen kann. Investieren Sie Zeit in die Beurteilung Ihres Praktikums, möglicherweise können Sie so bei zukünftigen Einstellungswünschen berücksichtigt werden.

Ganz wichtig: bleiben Sie in Kontakt, z.B. per LinkedIn oder einfach per Email.

Sie haben noch Fragen? Wissen nicht, welches Praktikum am Besten zu Ihnen passen könnte? Sind sich über das Gastland für Ihr Auslandspraktikum noch nicht wirklich im Klaren? Kontaktieren Sie uns einfach – wir beraten Sie gerne!

Kulturist gibt es jetzt auch bei Pinterest

von Judith Liehr

Wir sind in einem weiteren sozialen Netzwerk für euch da – bei Pinterest. Dort könnt ihr unseren vielen Tipps und neuen Informationen folgen.

Facebook, Instagram und jetzt auch Pinterest – wir sind auf verschiedenen Kanälen in den sozialen Medien für euch da. Ab sofort haben wir ein Profil auf Pinterest für euch. Unter dem Namen „Kulturist_Agentur“ sammeln wir dort wertvolle Tipps für einen Auslandsaufenthalt und geben euch weiterführende Informationen.

Pinterest ist eine Kombination aus den englischen Wörtern „pin“, also anheften, und „interest“, also Interesse. Das heißt: Nutzer können sich nützliche Ideen, die dem eigenen Interesse entsprechen, auf Pinnwänden merken.

Nützliche Tipps und weiterführende Infos

Wollt ihr beispielweise für ein Jahr als Au-Pair ins Ausland? Dann schaut euch doch mal unsere Pinnwand „Als Au-Pair ins Ausland“ an. Wenn ihr schon im Ausland seid oder euch gerade auf die Zeit vorbereitet, dann haben wir in der Pinnwand „Tipps für Au-Pairs“ wertvolle Hilfestellungen für euch.

Pinterest gibt es bereits seit 2010. Auch wir haben nun beschlossen, euch auf dieser Plattform viele Informationen zur Verfügung zu stellen. Gefällt euch einer unserer Pins, könnt ihr dieses Bild ebenfalls teilen und eure Erfahrungen in Form von Kommentaren oder Bildern unter dem Pin teilen.

Von Praktika bis zu Sprachtutor-Programmen

Auch für unsere anderen Programme wie das Work-and-Travel und die Freiwilligenarbeit haben wir eigene Pinnwände mit Bildern zusammengestellt. Informationen gibt es auch zu unseren Sprachtutor-Programmen und ebenso zu Praktika im Ausland - unserem ganz neuen Angebot.

Dabei sind wir immer offen für eure Fragen, Wünsche und Anregungen. Vor allem aber interessieren uns eure Erfahrungen. Habt ihr Tipps aus eigener Erfahrung? Wie habt ihr eure Zeit im Ausland erlebt? Was ist bei der Vorbereitung wichtig? Jede unserer Plattformen lebt von euch Kulturisten, die Zeit im Ausland verbracht haben oder verbringen werden.

Wenn ihr also Ideen oder einfach schöne Fotos von euren Aufenthalten habt, meldet euch gerne per Mail bei uns. Ansonsten folgt uns auf Pinterest ebenso wie auf Facebook und Instagram.

Ein Praktikum im Ausland – was dafür und was dagegen spricht

von Judith Liehr

Eine Übersicht für alle, die gerade im Entscheidungsfindungsprozess sind.

Gründe für ein Auslandspraktikum

Sie machen eine einzigartige Erfahrung in einem anderen Land, deren Wert sich nicht wirklich mit Geld bemessen lässt.

Andere Denkweisen, eine andere Unternehmenskultur, andere Gewohnheiten – all das wird dazu führen, dass Sie sich nicht nur beruflich, sondern auch persönlich weiterentwickeln. Sie erlangen mehr Unabhängigkeit und Selbstbewusstsein dadurch, dass Sie sich in einem neuen Umfeld einleben und dort auch alleine zurechtkommen werden.

Sie werten Ihren Lebenslauf auf.

Internationale Erfahrungen sind selbstverständlich ein großer Gewinn für Ihre zukünftige berufliche Laufbahn, für Ihr Prestige und am Ende auch für Ihr Gehalt.

Sie verbessern Ihre Fremdsprachenkenntnisse.

Vermutlich werden Sie mit Ihren Kollegen/innen den ganzen Tag Englisch sprechen – egal in welches Land Sie am Ende gehen werden. Sie lernen von ihnen und umgekehrt. Oft macht es am meisten Spaß, wenn man gemeinsam nach einer Lösung im „alltäglichen“ Englisch sucht. Wirklich hartnäckige Versuche, in der Muttersprache des Landes zu sprechen, in dem Sie sich aufhalten, wird Sie nach einer Weile auch dazu führen, diese Sprache flüssig zu sprechen.

Sie werden Ihre eigene Kultur durch die Sichtweise einer fremden Kultur wahrnehmen.

Es ist wirklich spannend, eine neue Kultur quasi von innen kennenzulernen und gleichzeitig die eigene, nationale Identität in einem neuen Licht zu betrachten.

Sie erstellen eine eigene, neue Weltkarte von Freundschaften.

Wie schon aufgeführt, können Sie vieles von Menschen anderer Kulturen lernen (und umgekehrt) – Sie können aber auch Ihre persönliche Couch-Surfing Datenbank erstellen und irgendwann damit beginnen, zu Hause ein guter Tour-Guide für Ihre neuen Freunde zu sein.

Sie finden sich selbst.

Sie stehen vermutlich ganz am Anfang Ihrer Laufbahn und blicken offen in die Zukunft. Eine Erfahrung wie diese hilft Ihnen dabei, Ihren eigenen Lebensweg zu finden.

Gründe gegen ein Auslandspraktikum

Sie werden herausfinden, wer Ihre wahren Freunde sind.

Etwas Besonders, wie beispielsweise eine solche Auslandserfahrung, kann durchaus Neid bei anderen hervorrufen. Manchmal sogar bei Menschen, von denen Sie das nicht erwarten würden. Das Leben bietet die eine oder andere Überraschung, die Entfernung wird Ihnen dabei helfen, an vielen Stellen klarer zu sehen. Sie werden aber sehr schnell merken, wer sich wirklich für Sie freut und bis zu Ihrer Rückkehr „bei“ Ihnen ist. Das sind dann die Freundschaften, die wirklich wertvoll sind und sehr lange halten.

Kulturschock und reversiver Kulturschock, Sie werden vielleicht beides erleben.

Mit Ersterem werden Sie vermutlich rechnen, womit die meisten aber nicht rechnen ist, dass es am Ende auch nicht wirklich einfach ist, nach einem längeren Auslandsaufenthalt wirklich wieder zu Hause anzukommen. Ausführlicher können Sie zu diesem Thema auch hier nachlesen.

Sie werden Ihre Familie und Ihre Freunde vermissen.

Das ist so. Der/Die eine oder andere bekommt im Ausland auch Besuch von zu Hause, mit im Gepäck: eine große Portion Heimweh. Auch dazu haben wir ein paar Tipps zusammengestellt, die Sie hier finden.

Sie könnten „reisesüchtig“ werden.

Willkommen im Klub! Auch das geschieht öfter als man denkt. Diese „Sucht“, nämliche neue Eindrücke zu sammeln, können Sie aber eigentlich auch gerne herzlich begrüßen. Seien Sie aber darauf vorbereitet, dass Menschen in Ihrer Umgebung, die keine Auslandserfahrung gemacht haben, oft nicht sehr viel Verständnis dafür haben werden.

Sie sehen, die Gründe die gegen ein Praktikum im Ausland sprechen, sind nicht wirklich gravierend, tun Sie also den ersten großen Schritt in Ihre Zukunft!

Wann ist der richtige Zeitpunkt, einer Gastfamilie als Au-Pair zuzusagen?

von Judith Liehr

Sollte man schon der ersten (oder zweiten) potentiellen Gastfamilie eine Zusage zu geben, oder sollte man besser noch abwarten und weitersuchen?

Diese Frage wird uns immer wieder gestellt. Um sie zu beantworten, muss man allerdings ein wenig weiter ausholen.

Sofern Sie sich als Au-Pair ins Ausland bei uns beworben haben, werden Sie wissen, dass alle unsere Vermittlungen ausschließlich über unsere Partnerorganisationen in den jeweiligen Zielländern vorgenommen werden. Diese Partner vor Ort kennen selbstverständlich ihre Gastfamilien. Nun ist es nicht so, dass wir Ihnen einfach irgendwelche, zufälligen Gastfamilien vorschlagen, sondern diese Familien werden von unseren Partnern stets danach ausgesucht, ob sie zu Ihrem Profil passen könnten. Dabei werden unterschiedliche Faktoren zugrunde gelegt, die Wichtigsten davon sind:

  • Haben Sie Präferenzen für eine bestimmte Gegend im Zielland?
  • Mit Kindern welchen Alters haben Sie Erfahrung?
  • Wie lange und ab wann möchten Sie ins Ausland gehen?
  • Haben Sie einen Führerschein?
  • Welche Fremdsprachenkenntnisse haben Sie?

Natürlich fließen auch noch andere Dinge, wie Hobbies, Ihre eigene familiäre Situation (Geschwister?), Ihr Alter etc. in diesen sogenannten „Matching-Prozess“ mit ein.

Generell können Sie also davon ausgehen, dass eine Familie, die Ihnen vorgeschlagen wird, durchaus passen könnte. Meistens ist es so, dass die Gastfamilie, welche Ihnen vorgeschlagen wird, Ihr Profil bereits kennt und Interesse signalisiert hat. Es kann natürlich immer noch sein, dass Sie (oder die Gastfamilie, oder beide) während des darauffolgenden Skype-Gesprächs feststellen, dass Sie sich nicht sympathisch sind, dass die Chemie einfach nicht stimmt, oder dass es Punkte gibt, zu denen sehr unterschiedliche Auffassungen bestehen. In einem solchen Fall sollten Sie natürlich keinesfalls zusagen – bzw. auch nicht allzu enttäuscht sein, wenn die Gastfamilie Ihnen absagt. Es wird sich sicherlich auch eine weitere Familie finden! Prinzipiell sind Sie aber gut beraten, mit den Ihnen vorgeschlagenen Familien auch zu sprechen. Dies ist ja noch lange keine Zu- oder Absage und selbst wenn es am Ende nicht „die“ Familie ist, dienen diese Gespräche durchaus auch der Übung.

Sollten Sie aber nach einem Skype-Gespräch ein wirklich gutes Gefühl haben, so sind Sie nicht wirklich gut beraten, wenn Sie absagen, einfach weil Sie glauben, es könnte ja „noch etwas Besseres“ kommen. Wie ich ja schon schilderte, sind Sie ja nicht „zufällig“ an diese Familie gekommen und es kommt durchaus vor, dass eben die erste (oder zweite) Familie eben für Sie die Beste ist. Natürlich können und sollten Sie sich für eine solche Entscheidung durchaus noch 1-2 Tage Zeit nehmen – Sie sollten aber nicht zu lange warten, denn auch die Gastfamilie möchte ja wissen, woran sie ist und würde, im Falle dass Sie ablehnen, sicherlich gerne mit weiteren Bewerbern/innen sprechen, bzw. sich für ein anderes Au-Pair entscheiden wollen.

Natürlich können Sie bereits im Vorfeld einiges dazu tun, eine für Sie möglichst passende Familie zu finden, in diesem Beitrag finden Sie viele weitere Tipps rund um Ihre Bewerbung.

Generell sollten Sie sich aber auch darüber im Klaren sein, dass es durchaus einige Dinge gibt, die es uns am Ende nicht möglich machen, alle Ihre Wünsche zu berücksichtigen. Dazu gehören beispielsweise sehr eingeschränkte örtliche Wünsche und/oder eine recht kurze Aufenthaltsdauer. Insbesondere in solchen Fällen sollten Sie sich realistischerweise darauf einstellen, selbst Konzessionen zu machen. Am Ende ist es sicher besser, einige Monate in einer netten, passenden Gastfamilie zu leben, selbst wenn diese nicht am „Wunschort“ lebt, als gar nicht ins Ausland zu reisen!

Freiwilligenarbeit in Ecuador – ein Erfahrungsbericht von Jasmin

von Judith Liehr

Jasmin war etwas länger als einen Monat in Ecuador und hat uns diesen netten Bericht geschickt.

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Ich bin schon eine gute Woche vor Beginn meines Freiwilligenprogramms in Ecuador angekommen. Obgleich ich drei Wochen in der Nähe von Quito verbringen würde wusste ich, dass nicht allzu viel Zeit bliebe, um andere Orte zu besuchen. Nach allem, was ich schon im Voraus über das Land gehört habe, gab es aber sehr viel zu entdecken: Kolonialstädte, Vulkane, Regenwälder....

Ich habe es genau richtig gemacht: Abgesehen von dem Programm, was mich natürlich sehr interessierte, erwies sich die Erkundung Ecuadors als eines meiner bisher liebsten Reiseerlebnisse mit vielen „Premieren“ (Ziplining, Bungeespringen, Dschungel). Als ich in meinem Programm startete, kannte ich schon das lokale Essen, das ecuadorianische Spanisch und die öffentlichen Verkehrsmittel. An Tag 1 war ich also bereit. :)

Schon die Landung in Quito ist nichts für schwache Nerven. Aufgrund der bergigen Lage und der Winde im Tal schwankte das Flugzeug beim Anflug ganz ordentlich. Die Aussicht allerdings ließ mich das alles komplett vergessen – ich konnte es kaum erwarten das koloniale Stadtzentrum zu sehen und den Vulkan Pichincha auf der Westseite der Stadt zu erkunden.

Ich war schon in mehreren alten Städten auf dem amerikanischen Kontinent, aber keine von ihnen war so groß wie Quito. Es ist sehr gut erhalten und wurde 1978 zum ersten Mal zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Es fiel mir schwer, die Kamera abzustellen, da jede Kreuzung und jeder Platz so aussah, als ob sie dort seien, um fotografiert zu werden.

Die ecuadorianische Küche wurde schnell zu einem meiner Favoriten. Als Vegetarierin hatte ich keine Probleme, etwas zu essen zu finden, und alles schmeckt frisch. Ich habe viel Reis, Bohnen, Avocados und Kochbananen gegessen und alle möglichen Fruchtsäfte getrunken. Einige meiner Entdeckungen: Guanábana (eine Art Suppe) und Tomate de Árbol ("Baumtomate"). Dieses Land hat mich ziemlich gesund gehalten ...

Und dann sind da Menschen. Sie waren mir gegenüber sehr freundlich - nicht nur meine Gastfamilie und die Menschen, mit denen ich gearbeitet habe - sondern Fremde: Taxifahrer, Ladenbesitzer, Hotelangestellte. Sie haben es mir leicht gemacht, mich wohl und willkommen zu fühlen.

Es gibt zwei Gründe, warum ich nach Ecuador gekommen bin: Ich liebe Südamerika, nachdem ich zuvor Uruguay und Argentinien besucht habe, und ich wollte mein Spanisch auffrischen. Nun.- das ist mir wirklich gelungen.

Dank der Vertrautheit mit Lateinamerika ist für mich in Ecuador nicht viel wirklich überraschend. Aber ich musste lernen, mich aggressiv durch die Menge zu drängeln, um in Quito in Verkehrsmittel ein- und auszusteigen (eine übliche Praxis), und ich habe bemerkt, dass lokale Abwassersysteme nicht immer mit Toilettenpapier umgehen können (man soll es in einer Mülltonne entsorgen).

Durch Interaktion mit der Gastfamilie kann ich sowohl Zuhören als auch Sprechen üben. Manchmal ist es anstrengend, weil jeder daran gewöhnt ist, in seinem natürlichen Tempo zu sprechen (d.h. schneller als Spanisch im Klassenzimmer), aber es ist genau die Art von Herausforderung, auf die ich gehofft hatte. Und die Arbeit mit den Kindern im Projekt hat mein Wissen über ... Imperative verbessert. :)

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Vielen Dank für Ihren Erfahrungsbericht, Jasmin! Wir wünschen Ihnen weiter alles Gute!

Freiwilligenarbeit in Thailand – ein Erfahrungsbericht von Ina

von Judith Liehr

Ina war Anfang des Jahres für einen Monat in Thailand und ist das erste Mal in ihrem Leben allein verreist!

Ich bin die Jüngste von vier Geschwistern und werde sicherlich in unserer Familie immer „die Kleine“ bleiben. Im vergangenen Sommer, nach meinem Abitur, hörte ich meine Mutter die anderen Fragen: „Wer von Euch die Kleine mit auf die nächste Reise nehmen?“ Vor diesem Hintergrund könnt Ihr Euch sicher vorstellen, was bei uns los war, als ich verkündete, dass ich Anfang des Jahres für einen Monat am Programm „Thailand Experience“ teilnehmen möchte – und zwar alleine! Mich hat vor allem die Idee gereizt, eine Rundreise zu machen und gleichzeitig einen Einblick in die Freiwilligenarbeit zu bekommen.

Schon meine Abreise am Frankfurter Flughafen war wie eine Familienfeier – meine älteste Schwester war extra aus Berlin angereist, um mich zu verabschieden! Kurz vor der Sicherheitskontrolle gab es dann noch etliche Ratschläge, von offensichtlich bis sehr lustig:

„Lauf nachts nicht alleine durch Bangkok!“

„Probiere unbedingt Chicken-Cashew-Nut!“

„Bring mir Jasmin-Tee mit!“

Als ich, übernächtigt und völlig fertig von langen Flug, in Bangkok ankam, fühlte ich mich geradezu ekstatisch. Es ist ein beinahe surreales Gefühl, wenn man realisiert, dass man endlich etwas umgesetzt hat, von dem man schon wirklich lange träumt. Die ganze Reise lag vor mit und ich konnte es kaum abwarten, dass es losgeht!

Bevor ich abgereist bin, hatte ich keine Ahnung, was wirklich vor mir liegen würde, aber zum Glück hatte ich auch keine besonderen Erwartungen oder Ängste. Genau das eröffnete mir schließlich eine Welt voller Möglichkeiten.

Wenn irgendetwas schief ging (und das passiert!), erlebte ich mich selbst als überraschend kompetente Problem-Löserin. Ich habe sogar „ja“ zu Dingen gesagt, von denen ich mir nie hätte träumen lassen, dass ich sie tatsächlich mögen würde.

Diese Reise hat mich auf unvorhergesehene Weise verändert. Ich bin zwar noch immer die Person, die ihr Geldbörse einen Tag vor ihrer ersten Soloreise ins Ausland im Zeitungsladen bei uns im Ort liegen gelassen hat, aber ich bin nicht mehr die Person, die bei einem bevorstehenden Abenteuer nervös wird.

Etwas ganz alleine zu tun, ganz für sich selbst, hat mir gezeigt, zu was ich fähig bin und wie schädlich Selbstzweifel sein können.

Wie ich schon schrieb, gab es vor meiner Abreise allerlei Ratschläge, einige sicher nützlich, andere voller elterlichen Sorgen. Hier sind aber einige Ratschläge, von denen ich meine, man hätte sie mir besser gegeben hätte:

„Du kannst das.“

„Die Dinge, über die Du Dir jetzt Sorgen machst, sind definitiv nicht die, um die Du Dich sorgen müsstest.“

„Du wirst ganz sicher neue Freunde finden.“

Am allerwichtigsten aber, finde ich, ist: „Wenn Du die Möglichkeit hast, tu es einfach.“

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Vielen Dank für Ihren Bericht, Ina! Es freut uns sehr, dass unser Freiwilligenprogramm Ihnen gut gefallen und Sie weitergebracht hat!

Soziale Medien und Datenschutz bei Kulturaustauschprogrammen

von Gabriel Boudreau

Was kann und darf man veröffentlichen?

Das Thema Datenschutz taucht bei uns natürlich immer wieder auf – sei es, dass Gastfamilien nachfragen, ob und wo sie es festhalten können, dass sie nicht möchten, dass ihr zukünftiges Au-Pair Bilder von ihnen und/oder ihren Kindern beispielsweise bei Facebook veröffentlicht, oder auch weil Au-Pairs, die von hier aus ins Ausland gehen, mit solchen Aufnahmen zu sorglos umgehen.

Es ist über soziale Medien wie Facebook, Instagram oder Twitter, oder auch über das Schreiben eines Blogs natürlich recht einfach, Familie und Freunde am Leben im Ausland teilhaben zu lassen und über alle Abenteuer, die man erlebt, zu berichten. Eben weil es so einfach ist und von vielen Menschen tagtäglich genutzt wird, macht man sich zuweilen auch nicht allzu viele Gedanken darüber. Sofern es sich aber um einen öffentlichen Blog handelt, oder auch wenn Sie Ihr Instagram-Konto nicht auf privat eingestellt haben, steht all das am Ende nicht nur von einem bestimmten Personenkreis zur Verfügung, sondern eben öffentlich. Das ist teilweise durchaus gewollt und auch sehr schön, aber Sie sollten generell stets bedenken, dass nicht jeder Mensch es schätzt, wenn sein Name oder Bilder über das Internet verbreitet werden. Sie sollten daher, sofern Sie Bilder von anderen Menschen veröffentlichen möchten, immer nachfragen, ob dies gestattet ist. Damit ersparen Sie sich auf der einen Seite etwaige Schwierigkeiten, für den Fall, dass dies nicht gewünscht wird. Auf der anderen Seite hingegen gibt es aber durchaus auch Menschen, die damit kein Problem haben, oder Gastfamilien, die einen schönen Blog durchaus unterstützen und sich darüber freuen, wenn Sie ihn mit ihnen teilen. Ebenso wie ein solcher Blog auch Menschen, die selbst planen ins Ausland zu gehen, natürlich eine tolle Quelle für authentische Informationen bietet.

Es ist natürlich so, dass die Datenschutzrichtlinien von Land zu Land verschiedenen sind. In Deutschland ist es nach wie vor so, dass jede/r das Recht am eigenen Bild hat – d.h. unsere ausländischen Au-Pairs dürfen prinzipiell keine Bilder der Gastfamilie ohne deren ausdrückliche Einwilligung veröffentlichen. Darauf weisen wir in unseren mehrsprachigen Merkblättern nach Einreise nachdrücklich hin. Ebenso gilt für unsere Freiwilligen im Ausland, die in Einrichtungen mit Kindern arbeiten, dass, zum Schutze der Kinder, keine Bilder aus den Einrichtungen veröffentlicht werden dürfen. Darauf wird natürlich auch während der Orientierung vor Ort nochmals hingewiesen.

Bilder aus Schulen, in denen Sie beispielsweise als Sprachtutor in Italien oder als Freiwillige(r) in Tansania unterrichten, sind ebenso tabu, wie Fotos Ihrer Arbeitsstätte im Rahmen eines Work & Travel-Programms, es sei denn, Ihr Arbeitgeber hat dies ausdrücklich gestattet.

Generell gilt: lieber einmal zu viel nachfragen! Man sollte dabei nicht nur die rechtliche Seite kennen, sondern sich auch über die Gepflogenheiten vor Ort informieren.

Au-Pairs aus dem Ausland und die deutsche Esskultur

von Judith Liehr

Wo sind die Unterschiede und woran müssen sich Au-Pairs zunächst gewöhnen, wenn sie nach Deutschland kommen?

Unsere regelmäßigen Au-Pair-Treffen und Veranstaltungen bieten ja für die Au-Pairs aus dem Ausland auch immer die Möglichkeit, sich über ihre Erfahrungen und Erwartungen auszutauschen. Das Thema „Essen“ kommt immer wieder vor – gemeint sind damit oft nicht unbedingt die einzelnen Gerichte, sondern die Kultur, die damit einher geht.

Dazu muss man wissen, dass es in vielen Ländern nach wie vor üblich ist, zwei Mal täglich eine deftige, warme Mahlzeit zu sich zu nehmen. Bei uns ist die Einhaltung der drei Hauptmahlzeiten hingegen nicht mehr unbedingt die Norm und oft hat nur das Abendessen noch einen fest einkalkulierten Platz im Familienalltag.

Ein klassisches, deutsches Frühstück besteht aus Brot bzw. Brötchen mit süßem oder deftigem Aufstrich oder Frühstücksflocken, wobei Brot und Brötchen mit an erster Stelle stehen. Der Zeitpunkt des Frühstücks hängt natürlich von der Tagesplanung und dem Arbeits- oder Schulbeginn ab.

Das Mittagessen findet häufig außer Haus statt - berufstätige Eltern essen in der Kantine zu Mittag, die Kinder im Kindergarten, oder der Schule. In diesem Falle besteht dann das Abendessen u.U. lediglich aus einer Brotzeit, d.h. Brot mit verschiedenen Aufstrichen, Wurst und Käse.

Au-Pairs müssen sich in solchen Fällen dann mittags selbst versorgen, werden aber sicherlich oft eher nicht dazu tendieren, für sich alleine mittags eine warme Mahlzeit zuzubereiten. Besser getroffen in diesem Punkt haben es Au-Pairs, in deren Gastfamilien sich die klassische warme Mahlzeit auf das Abendessen verschiebt.

Ein weiterer Unterschied ist, dass es in Deutschland durchaus auch mal etwas „Süßes“ als warme Mahlzeit gereicht wird, wie z.B. Reibekuchen mit Apfelmus, Kaiserschmarren oder Dampfnudeln – gerade Kinder mögen das gerne. Im Ausland hingegen gilt das aber bestenfalls als Nachtisch. Ohnehin gibt es hierzulande sehr viele Süßigkeiten und „Snacks für Zwischendurch“ – auch etwas, das den meisten Au-pairs so nicht bekannt ist.

So erzählte uns Tatiana aus Kolumbien, dass ihr vorher gar nicht bekannt war, dass man Schokolade und Brot so toll kombinieren könne (gemeint sind hier die Eszet-Täfelchen!). Dies sei für sie eine echte Offenbarung gewesen und seither versuche sie, Eszet so ziemlich auf alles Essbare zu legen!

Tugsuu aus der Mongolei findet es gut, dass sich hier im Prinzip jede/r so ernähren kann, wie er/sie möchte. In ihrer Heimat gibt es (noch) nicht sehr viele Vegetarier und Veganer, auch seien sie dort nicht so gut angesehen. Sie selbst würde allerdings zu Hause deutlich mehr Fleisch essen, als das bei ihrer Gastfamilie in Deutschland der Fall ist. Allerdings habe sie hier das ganze Jahr über eine sehr viel größere Auswahl an Gemüse.

Vicky kommt aus England und erzählte, dass ihr das erste deutsche Frühstück (an einem Wochenende!) wie ein „kunstvolles Festmahl“ vorkam. Jeder Zentimeter des Tisches sei von einer riesigen Auswahl an Marmeladen, Käse, Wurst, Honig und anderen Aufstrichen bzw. Zutaten bedeckt gewesen.

Kommen wir noch zum Brot: wir haben hier in Deutschland über 300 Brotsorten und mehr als 1.200 verschiedene Arten von Kleingebäck. Die Mehrzahl der Menschen in Deutschland bevorzugt dunkles Brot – etwas das die Au-Pairs aus dem Ausland so ganz bestimmt nicht kennen. Ebenso wie Sie und ich im Ausland zuweilen unser deutsches Bot vermissen, vermissen sie dann zuweilen das weiße Brot, mit dem sie aufgewachsen sind.

Essen ist eine Sache, die alle Menschen miteinander verbindet – egal woher sie kommen! Deswegen mein Tipp: beziehen Sie Ihr Au-Pair aktiv in Ihre Essensplanung mit ein, lernen Sie Speisen aus der Heimat Ihres Au-Pairs kennen und lehren Sie Ihr Au-Pair Ihre eigenen Favoriten zu kochen. Auch das ist Kulturaustausch!

Der „perfekte“ Brief an eine potentielle Gastfamilie

von Judith Liehr

Hier viele Tipps dazu, wie Sie einen guten bzw. aussagekräftigen Brief an eine noch unbekannte Gastfamilie schreiben können!

Auch wenn wir zu diesem Thema schon einen Beitrag haben, möchten wir das noch etwas weiter ausführen – einfach weil wir immer wieder danach gefragt werden, sowohl von unseren Au-Pairs, als auch von zukünftigen Sprachtutoren.

Es ist natürlich eine echte Herausforderung, mit einer „neuen Familie“ zu leben – man lernt aber täglich mehr über die Eigenarten und die Eigenheiten des anderen. Bevor Sie aber überhaupt ankommen, können Sie mit Ihrem Gastfamilienbrief einen Eindruck Ihrer eigenen Persönlichkeit geben.

Zunächst einmal, was ist ein „Gastfamilienbrief“? Nun es ist eine kurze Einführung darüber, wer Sie sind und warum Sie ins Ausland gehen möchten. Eine Gastfamilie im Ausland, der Sie vorgeschlagen werden, wird diesen Brief erhalten, ebenso wie Sie später eine Vorstellung der entsprechenden Familie erhalten. Dies ist also der allererste Eindruck, welche eine Familie von Ihnen gewinnt und es ist auch Ihre Chance zu zeigen, dass Sie bereit sind, für eine gewisse Zeit Teil eben dieser Familie zu sein.

Annalena, die als Sprachtutorin sowohl in Spanien, als auch in Italien war, sagte uns, für sie sei es sehr wichtig gewesen, mit diesem Brief zu demonstrieren, dass die Gastfamilie und ihre zukünftige Bindung zu ihnen, Priorität habe : „Die Familien, in denen ich war, suchten eine Art „Freund“ bzw. jemanden, der echtes Interesse an ihnen haben würde und sich integrieren würden, nicht eine Person, die ihr/sein Programm nur im Hinblick auf die eigene Erfahrung machen will.“

Unsere Tipps:

  • Seien Sie originell und vermeiden Sie es, andere Briefe ähnlicher Art zu kopieren!
  • Solche Briefe sind meist etwa 1-2 Seiten lang.
  • Schreiben Sie, so gut es eben geht, in der Sprache des Ziellandes – wenn Sie nicht weiterkommen, können Sie noch immer ins Englische ausweichen!

Und hier nun die vier wichtigsten Teile eines solchen Briefes:

1. Ihr persönlicher Background

Dazu einige Anregungen:

  • Wo haben Sie studiert, bzw. welche Schule abgeschlossen?
  • Was waren Ihre Schwerpunkte?
  • Woher genau kommen Sie?
  • Wie ist Ihre Familie und wie verbringen Sie gerne Ihre Freizeit?
  • Was mögen Sie an anderen Menschen gerne?
  • Was bewegt Sie und was ist Ihnen wirklich wichtig?
  • Wie setzen Sie das in Ihrem Leben um?
  • Haben Sie schon etwas besonders in Ihrem Leben getan?
  • Was planen Sie für Ihre Zukunft?

Unsere Tipps:

  • Schreiben Sie über Dinge, mit denen Sie auch ein Gespräch eröffnen würden. Alex kocht zum Beispiel gerne, also schrieb er darüber. „Das machte es leicht, über die Art der Küche zu sprechen, die ich der Familie gerne zeigen würde, bzw. deutsches Essen, das sie dann probieren könnten.“
  • Seien Sie positiv – es sei denn, Sie besprechen schwierige oder auch negative Situationen, die Sie überwunden haben.

2. Warum Sie ins Ausland gehen möchten

Sind Sie schon gereist? Hatten Sie schon zuvor positive Erfahrungen in einer Gastfamilie, die Sie gerne wiederholen möchten? Was hat Sie inspiriert? Was gibt es im Gastland, das Sie reizt oder interessiert?

Unser Tipp:

  • Wenn Sie Filme, Musik oder Literatur aus dem Gastland kennen, so lassen Sie das die Familie wissen! Sie werden sich sicher darüber freuen, dass Sie sich bereits für Ihre Kultur interessiert haben.

3. Was möchten Sie durch Ihr Auslandsprogramm erreichen

Vielleicht möchten Sie Ihre Liebe zur deutschen Sprache teilen. Oder Sie interessieren sich für die Geschichte Italiens – vielleicht möchten Sie auch einen Berg in Chile besteigen. Sie möchten Französisch sprechen, fotografieren oder Flamenco tanzen lernen, für einen Marathon trainieren – was auch immer es ist, lassen Sie es die Gastfamilie wissen.

Unsere Tipps:

  • Je spezifischer, umso besser! Es ist gut zu sagen: „Ich bin daran interessiert, etwas über die Kultur zu lernen.“ Noch besser aber ist es zu erklären, dass Sie sich in die französische Küche verliebt haben, als Sie das erste Mal einen „echten“ Crêpe in der Bretagne gegessen haben.
  • Erwähnen Sie eine Aktivität, die Sie gerne mit der Gastfamilie teilen würden, beispielsweise ein Hobby, das Sie hoffen, gemeinsam machen zu können.

4. Zeigen Sie, dass Sie sich darauf freuen, die Gastfamilie zu treffen

Lassen Sie die Gastfamilie wissen, wie viel es Ihnen bedeutet, dass sie Sie in ihrer Familie willkommen heißen wollen! Denken Sie daran, dass es für die Familie ebenso ein Anpassungsprozess sein wird, wie für Sie. Wenn Sie früh Ihre Wertschätzung zeigen, so wird dieser Ton später auch Ihren Aufenthalt bestimmen.

Unser Tipp:

  • Sollten Sie beispielsweise Deutsch in Spanien unterrichten, so erwähnen Sie schon früh, dass Sie interessante Ideen haben, den Sprachunterricht für die Kinder spannend zu machen.

Warum ist der Gastfamilienbrief so wichtig?

Durch eben diesen Brief bekommt die Gastfamilie ein besseres Gefühl dafür, warum Sie für ihr zu Hause geeignet sind. Er gibt auch der Familie die Möglichkeit, sich auf Sie vorzubereiten. Sollten Sie beispielsweise erwähnen, dass Sie gerne Geige spielen, so haben sie vielleicht einen Freund, der ebenfalls Geige spielt und man wird Sie miteinander bekannt machen (so finden Sie dann einheimische Freunde während Ihres Auslandsaufenthaltes!).

Außerdem hilft der Brief, gleich zu Beginn „das Eis zu brechen“. Sie werden zwar mit der Familie im Vorfeld skypen, aber durch den Brief kennt man Sie schon ein bisschen. Sie können durch Ihren Brief einen guten, ersten Eindruck machen und die passende Gastfamilie für sich begeistern!

Work & Travel in Australien – ein Erfahrungsbericht von Nele

von Judith Liehr

Ich habe ein Jahr ein Work & Travel Programm in Australien gemacht. An dieses Jahr werde ich mich immer mit einem Lächeln im Gesicht erinnern. :) Auch erinnere ich mich noch deutlich an die Nacht vor meiner Abreise: Ich habe fast eine Panikattacke bekommen und meine ganzen Pläne in Frage gestellt – an meiner Entscheidung gezweifelt, mich gefragt, ob ich auch wirklich gut vorbereitet bin und an alles gedacht habe. Beinahe jeder hat Angst vor einer solchen Reise – ich denke, man braucht wirklich Mut und Stärke für einen solchen Schritt. Hier nun ein paar wichtige Dinge, die ich während meiner Reise gelernt habe und die mich sicherlich verändert haben.

Beurteile Deinen finanziellen Möglichkeiten realistisch!

Ich habe für meine Reise etwa 3.500 Euro gespart und dachte, da sei genug, weil ich ja arbeiten würde – weit gefehlt. Australien ist wirklich teuer! Es hat am Ende alles gut geklappt, aber ich würde wirklich empfehlen, sicherheitshalber 5.000 Euro mitzunehmen.

Sag „Ja“ zu Stellenangeboten!

Während meiner Zeit in Australien habe ich mindestens zehn verschiedene Jobs gehabt – es war alles dabei, vom Telemarketing bis hin zu einem Café. Wenn es darum geht, in einem fremden Land zu arbeiten, sollte man seinen „Stolz“ schon im Flugzeug lassen. :)

Ich habe, um Geld zu sparen sogar für freie Kost und Logis in einem Hostel gearbeitet. Vergiß nicht, dass Du bei Jobs immer viel Wettbewerber hast, zum einen andere Reisende, zum anderen aber natürlich auch Einheimische. Deswegen mein Rat: sag „Ja!“ wenn sich eine Möglichkeit bietet.

Behalte Deine „Reisebudget“ unbedingt im Auge!

Ich habe sowohl die Ostküste, als auch den Süden Australiens bereist. Ich konnte sogar meinen langhegten Traum, nämlich einen Koala im Arm zu halt, wahr werden lassen. Der Lebensstil, die Strände, Partys und auch die Freiheit immer wieder etwas Neues anfangen zu können, war wirklich toll und aufregend.

Ich empfehle, immer wieder zwischendurch zu reisen, oder aber die letzten Wochen des Aufenthaltes dazu zu verwenden. Ich habe viele Reisende getroffen, die einfach frühzeitig pleite waren, weil sie lieber gefeiert haben und dachten, sie bekommen einen Job, wenn das Geld dann alle ist.

Freunde Dich mit Einheimischen an!

Ich selbst bin tatsächlich mit einer Freundin nach Australien gestartet und ich bin auch froh darüber, dass ich das so gemacht habe. Wir hatten unsere Höhen und Tiefen, aber insgesamt hat es gut funktioniert. Ich habe unterwegs auch tolle Menschen kennengelernt, mit denen ich sicherlich befreundet bleiben werde. Darüber bin ich besonders glücklich und deswegen mein Tipp: nimm Dir bewusst vor, Zeit mit Einheimischen zu verbringen. Wir Reisende neigen dazu die Angewohnheit zu haben, immer mit anderen „Ausländern“ zusammen zu sein – tu das nicht!

Genieße die Reise!

Ich bestieg das Flugzeug nach Australien und es schien, als würde ich nur einen Wimpernschlag später wieder den Flieger nach Hause nehmen. Deswegen – genieße die Zeit, auch wenn es mal schwierig wird.

Ich bin heute nicht mehr die gleiche Person, wie ich sie vor meiner Reise war. Ich bin ganz sicher „erwachsener“ geworden, offener gegenüber dem Leben und den Meinungen anderer Menschen. Ich bin wirklich sehr dankbar für all die Lektionen, die ich während meiner Arbeit in Australien gelernt habe. Vielen Dank auch an das Team von Kulturist, das mit dabei geholfen hat, mein Abenteuer wahr werden zu lassen!

Freiwilligenarbeit in Indien – ein Erfahrungsbericht von Tanja

von Gabriel Boudreau

Tanja war als Freiwillige in Indien und hat uns einen Bericht über ihre ersten Eindrücke dort geschickt.

Zunächst einmal: die drei wichtigsten Dinge beim Fahren in Indien und der Grund dafür, dass man auch auf der, relativ langen, Fahrt von Agra nach Jaipur nur wenig schläft ist die Tatsache, dass man ständig Angst vor einem Unfall hat. „Don’t worry, no problem“ war allerdings alles, was unser Fahrer stetig wiederholte – nun ja, ich denke, man wird sich mit der Zeit daran gewöhnen. :) Wir sind jedenfalls in unversehrt in Jaipur angekommen.

Aber von vorne: vor ein paar Tagen waren wir in Agra und haben und haben dort Fort Agra besichtigt. Das war wirklich atemberaubend, voller kleiner Pfade, die uns zu den verschiedenen Gebäuden innerhalb der Festung führten. Alle diese Gebäude wurden mit den Einflüssen indischer, europäischer und japanischer Architektur gestaltet. Wir haben tolle Fotos gemacht – vor allem von den Balkonen mit Blick auf das Taj Mahal über den Fluss Yemuna und mit der untergehenden Sonne hinter uns... wirklich toll! Am Abend hatten wir eine fantastische Mahlzeit mit Tandoori-Hühnchen, verschiedenen Currys und Safraneis. Dazu haben wir ein indisches Bier getrunken: „King Fisher“, auch sehr gut. :)

Am nächsten Morgen sind wir extra früh aufgestanden, da wir das Taj Mahal vor der Fahrt nach Jaipur besichtigen wollen und auch dachten, dass es im Sonnenaufgang sicher besonders schön sein müsse – leider hat es geregnet. Einen Vorteil hatte aber auch das: der ganze Staub und Dreck wurde vom Regen weggespült und der Marmor war deswegen unglaublich schön. Ich hatte ein ganz und gar unwirkliches Gefühl, als ich darauf zuging. Die Geschichte des Bauwerks macht das Ganze noch „märchenhafter“: Der Mogulkaiser Shah Jahan hat es in Erinnerung an seine dritte Frau, Mumtaz Mahal, gebaut, die bei der Geburt ihres 14. Kindes starb. Als das Mausoleum fertig war, weinte der Kaiser, weil er wusste, dass sie es nie sehen würde... Das Taj Mahal ist wirklich ein besonderes Kunstwerk und man kann gleich erfassen, warum es zu den Sieben Weltwundern gehört.

Tanjas Foto vom Taj Mahal

Bevor wir Agra verließen, haben wir noch die Verbotene Stadt besichtigt. Es war wunderschön, aber nur schwer zu besichtigen, weil überall Menschen versuchen unnütze Dinge zu verkaufen. Die verbotene Stadt beherbergt das größte Tor Asiens.

Nachdem wir unzählige Kamele passiert haben, war klar, dass wir nach etwa 6-stündiger Fahrt in Rajasthan sind. Rajasthan ist sehr trocken – es gibt hier viel Wüste. Am nächsten Mittag sind wir per Tuk Tuk in die „Pink City“ gefahren. Wir sind Reihen um Reihen an rosafarbenen Gebäuden und Läden abgelaufen, die eigentlich eher die Farbe von Terrakotta haben. Später haben wir noch den Wasser- und den Windpalast besichtigt. Sehr interessant war es auch, noch eine Manufaktur anzuschauen, in der indische Stoffe getrocknet und bedruckt werden.

Morgen beginnt nun meine Arbeit im Freiwilligenprogramm – ich bin schon sehr gespannt darauf und möchte mich nochmals bei Kulturist bedanken, dass Ihr mir dieses tolle Programm ermöglicht habt!

Au-Pair-Workshop

von Judith Liehr

Zu Beginn eines jeden Jahres versenden wir an alle Interessenten unserer Au-Pair-Programme und auch an deutsche Gastfamilien, die im Frühjahr ein neues Au-Pair erwarten, eine Einladung zu unserem Workshop, welcher immer im zweiten Quartal stattfindet. Dieses Seminar findet inzwischen seit vielen Jahren statt und wir haben bislang stets sehr positive Rückmeldungen dazu erhalten.

Zwar haben im Prinzip fast alle zukünftigen Au-Pairs, zum Beispiel wegen des Führerscheins, einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht, es ist aber ganz bestimmt sinnvoll, das eine oder andere, ganz speziell im Hinblick auf Kinder, nochmals zu üben. Aus diesem Grund ist das immer Bestandteil des Workshops, ebenso wie Notfallübungen mit Kindern und auch die Babypflege.

Ein weiteres, wichtiges Thema sind unterschiedliche Erziehungsstile – dies ist natürlich etwas, das wir sehr oft sowohl mit Gastfamilien, als auch mit Au-Pairs besprechen. Es ist nicht unbedingt erforderlich sehr weit weg zu gehen, es reicht schon, als Au-Pair nach Frankreich zu gehen. Der Erziehungsstil wird sich immer mehr oder weniger unterscheiden. Wichtig ist es nur, sich darüber klar zu sein und auch zu wissen, wie man am besten damit umgeht.

Konflikttraining ist ebenfalls Inhalt des Seminars. Konflikte können im Verhältnis zwischen Au-Pairs und Gastfamilien – oder auch zwischen Au-Pairs und den Gastkindern. Viele (zukünftige) Au-Pairs sind noch relativ jung und haben daher auch noch nicht allzu viel Erfahrung darin, wie man Konflikte vermeiden, oder auch sie so lösen kann, dass am Ende alle Beteiligten sich dabei gut fühlen. Rollenspiele zur Vorbereitung sind dafür eine gute Übung.

Rechte und Pflichten von Au-Pairs stehen auch jedes Mal auf der Tagesordnung – selbst wenn diese den Teilnehmern meist bekannt sind, ist es doch sinnvoll nochmals darüber zu sprechen.

Koffer packen ist nicht immer einfach, vor allem, wenn man für einen längeren Zeitraum ins Ausland geht, deswegen wird auch das besprochen, ebenso sind sehr viele zukünftige Au-Pairs dankbar für Tipps zum Thema Gastgeschenke kaufen.

Gegen Ende des Tages geht es dann um kreatives Spielen mit Kindern – für eigentlich alle Gastfamilien überall auf der Welt ein wichtiger Punkt. Es ist jedes Jahr aufs Neue auch für uns alle immer sehr interessant zu sehen, wieviel Spaß die zukünftigen Au-Pairs daran haben, beispielsweise Steine bunt anzumalen.

Kreatives Basteln mit den Kindern als Au-Pair

Eine Sammlung von Tipps und Ideen wird allen Seminarteilnehmer/innen am Ende des Tages ausgehändigt.

Neben all diesen nützlichen Dingen gibt es aber noch einen Aspekt, der ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil unserer Workshops ist: zukünftige Au-Pairs lernen andere, Gleichgesinnte kennen und können sich austauschen. Sie haben die Möglichkeit, beispielsweise mit Au-Pairs aus dem Ausland zu sprechen und so schon aus erster Hand zu erfahren, wie es sich anfühlt, wenn man ein solches Programm antritt. Genau aus diesem Grunde, bieten wir, neben dem Vorbereitungs-Workshop für Au-Pairs, auch mindestens zwei Mal im Jahr unsere Kulturisten-Treffen an!

Weihnachtsferien 2017

von Judith Liehr

Vom 2. Januar 2018 bis zum 14. Januar 2018 haben wir Betriebsferien.

Wir wünschen Ihnen allen eine wunderschöne Weihnachtszeit und alles Gute im neuen Jahr!

- Ihr Kulturist-Team

Ist ein Auslandsaufenthalt wirklich gefährlich?

von Judith Liehr

Wie sollte man reagieren, bzw. was sagen, wenn besorgte Mitmenschen darauf hinweisen, dass es einfach zu gefährlich sei, ins Ausland zu reisen?

Die Entscheidung für eine Weile ins Ausland zu gehen, kann durchaus das Leben verändern, oder auch manchmal beängstigend sein, aber die Vorfreude auf ein solches Abenteuer überwiegt normalerweise die Angst vor dem unbekannten Leben in einem neuen Land. Für die eigene Familie und Freunde kann eine solche Entscheidung verwirrend oder besorgniserregend sein – sie können sich über alle möglichen Dinge, die schiefgehen könnten, Sorgen machen. Trotz guter Absichten, die hinter dieser Besorgnis stehen, können solche Reaktionen Ihr eigenes Vertrauen in Ihre Entscheidung in Frage stellen. Unabhängig davon, ob Sie als Au-Pair, Freiwillige(r), im Rahmen eines Work & Travel-Programms oder als Sprachtutor zu einem längeren Auslandsaufenthalt aufbrechen möchten – das Thema haben wir immer wieder. Insbesondere dann, wenn die Programmteilnehmer(innen) noch relativ jung sind. Es ist dabei auch relativ egal, wohin Sie gehen möchten, es wird immer Menschen in Ihrem Umfeld geben, die Ihre Entscheidung für ein wenig verrückt oder gefährlich halten. Vielleicht glauben Sie das am Ende ja auch selbst – aber das ist in Ordnung! Hier nun einige Möglichkeiten, wie Sie auf solche Bedenken reagieren können.

Gefahr gibt es überall auf der Welt – egal wo man gerade ist!

Kein Platz auf der Welt ist wirklich gefeit gegen die Möglichkeit von Konflikten oder Gefahren. Seien es Naturkatastrophen, oder solche, die von Menschen aufgehen. Denken Sie nur an Paris – die Stadt wird auch weiterhin von sehr, sehr vielen Touristen besucht, weil sie eben immer einen Besuch wert ist und sein wird. Nur weil ein Ort schreckliche Dinge erlebt hat, heißt das nicht, dass es sich in der Zukunft nicht lohnen wird, dorthin zu reisen. Die traurige Wahrheit ist – es gibt keinen 100% sicheren Ort!

Und egal, wo auf der Welt Sie gerade sind, es wird immer unvorhersehbare Umstände geben. Natürlich fühlt man sich in der eignen Familie immer sicherer, aber man sollte stets wissen, dass es sich lohnt die Welt zu erforschen, auch wenn sie zuweilen ein unheimlicher Ort ist.

Schlechte Nachrichten verkaufen sich besser, als gute Nachrichten!

Wir leben im Zeitalter der Medien. Alles, was passiert, wird gesendet - wir hören und lesen täglich über Terroranschläge, Bombenanschläge und Naturkatastrophen. Es wäre unmöglich, davon nicht betroffen zu sein. Aber statistisch gesehen werden Sie wahrscheinlich nicht in diese Ereignisse verwickelt sein, nur weil Sie Ihr Land verlassen.

Die Medien konzentrieren sich in erster Linie auf das Negative und Tragische, weil dies eher ein Publikum anzieht, aber das bedeutet nicht, dass ein ganzes Land durch einen Vorfall repräsentiert werden sollte, oder dass "da drüben" ein gefährlicherer Ort ist, als unser derzeitiges Zuhause. Als Reisende(r) ist es Ihre eigene Verantwortung sich möglichst objektiv zu informieren und ein klares Verständnis der potenziellen Risiken über Ihr Zielland zu erlangen, ohne gleich ein ganzes Land (oder eine Stadt) auf der Grundlage von Stereotypen oder einiger Medienberichte zu beurteilen.

Das Leben hört nicht auf, weil Sie Angst haben!

Tragödien geschehen. Naturkatastrophen brechen über Gebiete oder Regionen herein. Terroristen greifen Städte an. Dies sind alles Dinge, die jederzeit und überall passieren können. Das Leben hört deswegen nicht auf oder verlangsamt sich, wenn etwas Schreckliches passiert. Das Beste, was wir tun können, ist, trotz dieser Dinge unser Leben so gut zu leben, wie wir es vermögen.

Was auch immer an Befürchtungen im Raum stehen mag, es gibt so viele tolle Menschen zu treffen, leckeres Essen zu probieren und interessante Sehenswürdigkeiten zu bestaunen!

Vorbereitungskurse für Au-Pairs: Basteleinheit in der Mongolei

von Judith Liehr

Zu einer guten Vorbereitung auf ein Auslandsjahr gehören viele Aspekte – wie beispielsweise kulturelle Unterschiede, verschiedene Erziehungsstile, Sicherheit im Umgang mit Kindern, oder auch Mediationsverfahren im Falle von Konflikten. Wir bei Kulturist bieten alljährlich mindestens einen Au-Pair-Workshop an, der sich sowohl an Au-Pairs richtet, die ins Ausland gehen wollen, aber auch für solche, die gerade aus dem Ausland in Deutschland angekommen sind. Die Seminare sind immer gut besucht und wir stellen immer wieder fest, dass auch der Spaß nicht zu kurz kommen sollte. In diesem Falle handelt es sich dabei beispielsweise im kreative Bastelideen, die zukünftige Au-Pairs dann mit ihren Gastkindern „nachbasteln“ können.

Auch unsere Partner im Ausland veranstalten solche Workshops – gerade haben wir aus der Mongolei einen netten Bericht von einem Kreativ-Workshop erhalten, den unsere Partnerorganisation dort angeboten hatte und den wir an dieser Stelle mit Ihnen gerne teilen möchten:

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Wir haben für unsere Au-Pair-Kandidatinnen ein „Hand-Made Training“ gemacht. Unsere Bewerberin Anujin ist ein besonders kreativer Mensch und hatte sich freiwillig angeboten, dieses Training für die anderen jungen Damen in ihrem Kurs zu leiten.

Die meisten zukünftigen Au-Pairs aus dem Kurs an das Angebot gerne angenommen. Der Workshop Training war für alle sehr interessant und die Teilnehmerinnen haben gelernt, von Hand eigene Geschenke fuer ihre zukünftige Gastfamilie und Gastkinder zu machen.

Alle am Basteln!

Anudari hat eine Hülle für ein Handy gemacht. Sie hat schon eine Idee, für die Gastkinder ein Buch selber zu machen.

Khulan und ihre Handyhülle

Auch Khulan hat ihre Handyhülle fertiggemacht. Sie sieht sehr schön aus.

Ichko  Pandahülle

Ichko hat die erste Hülle für ihr eigenes Handy gemacht. Sie ist ein sehr tüchtiges Mädchen.

Sunjidmaa

Sunjidmaa hat die kleinen Panda-Bärchen für Bank- oder ähnliche Karten gemacht und war sehr fleißig.

Ein glückliches Au-Pair bei dem Kreativworkshop  Ein zukünftiges Au-Pair stolz auf ihre Arbeit!

Alle zusammen haben einen schönen Tag am Wochenende gemeinsam verbracht und viel Neues gelernt. Es hat sicher viel Spaß beim Basteln gemacht und wir werden solche Workshops auch in Zukunft wieder anbieten!

Alle zukünftigen Au-Pairs fleißig am Arbeiten!

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Vielen Dank nach Ulaanbaatar, dass Ihr diese Eindrücke mit uns teilt. Wir werden am kommenden Samstag mit unseren Au-Pairs aus dem Ausland deutsche Weihnachtsplätzen backen und Euch dann auch darüber berichten.

Au-Pair in Deutschland – Angies Essay

von Judith Liehr

Angie kommt aus Kolumbien und lebt derzeit bei einer Gastfamilie in Zwickau. Mit Ihrem Essay und der Referenz ihrer Gastfamilie wurde sie Au-Pair des Jahres 2017 des für den Bereich incoming!

Alle Menschen würden eine Pause in ihrem Leben machen sollen, um ihre Träume zu schaffen. Man muss die Komfortzone rausgehen und dann wir können sehen, was hat die Welt zu anbieten. Es ist die schönste Form, dass das Leben hat, um lebend sich zu fühlen.

Ich wünschte immer Deutschland kennen und meine Sprachniveau verbessern. Bevor eine Entscheidung fällen, analysierte ich viele Möglichkeiten aber die beste war immer Au-pair sein. Von vornherein, meine Reise war sehr besonders gewesen. Deutschland ist das erste Land, das ich ins Ausland besuchte und es wurde auch die ersten Mal, dass ich in Flugzeug flog, sodass es wurde doppelt besonders gewesen.

Schon in Deutschland, begann ich zu verstehen, was bedeutet im Ausland leben, weil es nicht nur die Sprache lernen oder durch das Land reisen. Es ist die Gewohnheiten und die Traditionen kennen und dabei sein, sodass man sie verstehen kann. Kosten neue Geschmäcken und riechen neue Gerüche ermöglichen den Verstand zu begreifen die schöne Vielfalt, das in der Menschlichkeit gibt.

Die letzte fünf Monaten sind die beste meines Lebens gewesen und das ist größten Teils wegen meiner Gastfamilie. Ich hatte immer die Idee, allein nach Europa zu reisen, damit ich nach und nach meinen Traum erfüllen könnte. Ich besuchte bislang vier Städte in Deutschland und sechs Länder von Europäische Union. Ich schaffte es, weil die Familie Schneider immer mich unterstützt. Ich fühle mich erfolgreich, weil ich eine Familie fand, dass immer mir helfen möchte, um meine Ziele zu schaffen.

Die Familie Schneider sind vier Personen, Dirk, der Papa, Claudia, die Mutter, Linda und Laura. Die Kinder wurden meine beste Gesellschaft. Laura ist vier Jahre alt und ihr Hauptmerkmal ist die Intelligenz. Laura erkundigt sich immer alles zu verstehen, warum passiert etwas? Wie funktioniert das?  Kann ich dir helfen? usw. Sie ist sehr selbstständig und sie mag auch ihre Meinung mit anderen Personen teilen, deshalb unsere Gespräche sehr interessant und oft lustig sind.

Ich kann manchmal nicht alles verstehen, was Laura sagt und ich hatte dann eine gute Idee für uns. Wenn das passiert, wird Laura eine kleine Deutschlehrerin und sie fand die Idee sehr toll. Laura mag Bücher vorlesen hören, dann ich lese Bücher ihr oft vor. Wenn ich das Buch vorlesen beendete, sagt sie, wie toll ich es machte. Ich lese manchmal besser als das letzte Mal vor aber manchmal nicht. Nun Linda kommt auch zu uns, um Bücher zu anschauen. Sie ist 20 Monate alt und sie lernt gerade zu sprechen. Sie mag die Bilder von den Büchern anschauen und der Name laut sagen, dann sie kann schon gut aussprechen und es ist das beste, dass sie sehr gut ‚Angie‘ sagen kann.

Das Au-Pair Angie mit den Kindern unterwegs

Seit zwei Monaten gehe ich zum Sport. Der erste Tag machte ich in einen Kurs „BodyVive“ mit. Ich verstand nicht, was die Trainerin sagte und ich sagte sie, dass ich aus dem Ausland bin und dieser Tag war meine erste Mal bei Sport. Sie gab mir eine Stange und ich konnte dann schon mitmachen. Der Kurs begann und ich hatte noch die Stange in der Hand, weil ich wusste nicht, was mit der machen. Die Trainerin sagte mir: „noch nicht“, sodass ich mich in eine Ecke hinsetzte. Ein paar Minuten vergingen und die Trainerin fragte mich: „was machen Sie?, Warum Sie sich hinsetzen? Ich wusste nicht, was sagen und ich antwortete endlich: „Sie sagten, dass ich noch nicht mitmachen“. Alle Leute lachten und sie sagte: „Nein, sie brauchen noch nicht die Stange aber sie können schon mitmachen“. Alle lachten noch ein Mal und ich auch. Das war sehr witzig und peinlich.

Ich ging oft zum Sport, weil die Hochzeit bald war. Die Gastfamilien sind normalerweise verheiratet, trotzdem meine Gasteltern noch nicht und sie feierten ihre Hochzeit am 1. Juli in Leipzig. Es war für mich eine schöne Erfahrung. Die Zeit verging sehr schnell und Claudia musste schon für erste Mal ihr Hochzeitskleid anprobieren. Dieser Tag war auch ihr Geburtstag. Claudia, ihre Schwiegermutter und ich waren in dem Laden, das Kleid zu anprobieren und dann wir aßen in einem italienischen Restaurant.

Drei Monaten später, das Hochzeitskleid wurde fertig gemacht und Claudia war sehr aufgeregt. Claudia und ich fuhren zu dem Laden und sie konnte ihr Kleid fertig anprobieren. Das Kleid wurde speziell für sie gemacht und sie sah wunderbar aus. Ich liefe durch die Laden und ich fand für mich ein gelbes Kleid, das für die Hochzeit super wäre aber ich hatte nicht so viel Geld, zu es kaufen. Das Kleid gefiel mir sehr und Claudia schenkte es mir. Der Hochzeitstag kam, alles sah wunderbar aus und war eine traumhafte Hochzeit.

Ich kann nicht zählen, wie viele schöne, lustige und komische Anekdoten ich habe aber das beste Teil ist das Selbstvertrauen. Wenn man im Ausland ankommt, ist alles neu. Man muss Währung, Verkehrsmittel, Sprache, Gesetz lernen. Das ist wie wieder laufen lernen aber im Laufe der Zeit alles ist einfacher zu verstehen. Jede Person hat verschiedene Furcht und das ist ganz normal, weil wir entgegentreten, etwas das wir nicht kennen. Wenn man nach andere Land reisen, kann man zwischen die Straßen verloren gehen, falsch die Zugticket kaufen, die Hotel-Adresse nicht finden und so viele Sachen mehr aber man kann immer eine Lösung finden und wenn das geht, fühlst du gut mit dir selbst.

Zum Abschluss, ich möchte sagen, dass ich immer Fotos von andere Leute ins Ausland anschauen mag, an berühmten Orten oder in jeder Jahreszeit und ich dachte, wow! Das sieht wirklich schön aus! Aber eines Tag ich wollte nicht mehr Fotos von andere Personen anschauen, sodass ich meine beste Entscheidung fällte und ich fühle mich jetzt besser, weil ich es bin, die auf dem Foto ist!

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Vielen Dank für Ihren schönen Bericht, Angie, und auch dafür, dass Sie sich am Wettbewerb beteiligt haben. Noch einmal unsere herzlichen Glückwünsche zur Nominierung und natürlich wünschen wir ihnen noch weiter eine tolle Zeit in Deutschland!

Au-Pair auf Jersey – Melissas Essay zum Auslandsaufenthalt

von Judith Liehr

Wir bei Kulturist haben uns natürlich sehr gefreut, dass die Wahl auf eine unserer Kandidatinnen gefallen ist. Hier nun der Essay über Ihre Zeit als Au-Pair im Ausland, welchen sie zum Wettbewerb eingereicht hatte:

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Jersey - wo ist das denn überhaupt? Dies war so ziemlich das Erste, was mir in den Kopf kam, als ich mit Giulia von der Partneragentur in London sprach. Doch Alles, was sie mir von Jersey und meiner später zukünftigen Gastfamilie erzählte, klang einfach perfekt!

Für alle, die es nicht wissen: Jersey ist die Größte der fünf Kanalinseln (Jersey, Guernsey, Alderney, Sark und Herm) und beherbergt circa 100 800 Einwohner.

Weniger als in meiner Heimatstadt Augsburg! Zieht man aber die Fläche Jerseys in Betracht, 119,6 qm, erklärt sich das von selbst. Denn wenn man sich vor die Augen führt, dass die Ost-West Erstreckung Jerseys keine 15 km sind und es nur ca. 9 km von Nord nach Süd sind, ist das Ganze schon besser vorstellbar. Nun, als ich dann einen Blick auf die Landkarte, oder besser Google Maps warf, stellte sich mir die nächste Frage: Jersey ist ja von Großbritannien weiter entfernt als von Frankreich! Und doch wird dort Englisch gesprochen? Die Kanalinseln liegen im Ärmelkanal zwischen Frankreich und Großbritannien und auch wenn beispielsweise die zahlreichen französischen Straßennamen einen Hinweis auf die ursprüngliche Zugehörigkeit zur Normandie geben, spürt man dies im Alltag so gut wie gar nicht.

Nun aber zurück zum Wesentlichen: Das Besondere an meiner Gastfamilie ist, dass meine Gasteltern, Sarah und Eddie, geschieden sind. Das war auch so ziemlich das Erste, was in unserem Skype Gespräch thematisiert wurde. Ich erinnere mich noch sehr gut an mein erstes Gespräch mit Sarah. Sie und Eddie sind zwar geschieden, aber sie haben immer noch ein freundschaftliches Verhältnis und das hat sie auch ausdrücklich betont.

Wäre dem nicht so, würde der Alltag der Kinder und somit auch meiner ganz anders aussehen. Jenna und Max, 10 und 6 Jahre alt, wohnen nämlich jeweils 3 ½ Tage in der Woche bei Sarah und 3 ½ Tage bei Eddie. Das hieß für mich: viel Autofahren, die Schuluniformen immer fertig gewaschen und gebügelt im richtigen Haus haben und in zwei verschiedenen Küchen Abendessen kochen.

Dadurch, dass ich über Nacht aber immer in Sarahs Haus war, hatte ich von Anfang an kein Problem damit. Klar kam es mal vor, dass ich ein Teil der Uniformenvergessen hatte oder die Kinder etwas im anderen Haus vergessen hatten und ich es dann holen musste, was schon manchmal nerven konnte, aber Alles in Allem war ich sehr glücklich mit der Situation und vor allem mit dem guten Verhältnis zwischen Sarah und Eddie.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass kein Au-Pair jemals sagen kann, es sei mit den Kindern immer super zurechtgekommen und es gab nie Probleme oder Streit. Denn gerade wenn die Kinder auf jemanden hören müssen, der von außerhalb der Familie kommt und auf einmal bestimmt, was zu tun ist, wird am Anfang natürlich erst einmal getestet. Ein sehr beliebtes Streitthema sind die Hausaufgaben, die nicht gemacht werden wollen. Oder der Schrank mit den Süßigkeiten, der sich wie von Geisterhand leert, ohne dass jemand etwas davon genommen hat. Schnell habe ich auch gemerkt, dass solche Regeln wie „Man steht erst auf, wenn der letzte am Tisch fertig gegessen hat“ und „Was auf den Tisch kommt, das wird auch gegessen“ nicht von Bedeutung sind. Entweder man gewöhnt sich daran, dass man oft nicht in Ruhe aufessen kann oder man versucht, den Kindern die eigenen Sitten beizubringen. Das funktioniert aber nur, wenn die Eltern dabei auch mitspielen. Falls nicht, hier mein Rat: Gewöhnt euch daran, es sind ja nicht eure eigenen Kinder! So böse das jetzt klingt, man muss eine Balance finden zwischen Anpassen und Beeinflussen. Denn nur so wird man wie ich ein glückliches Au-Pair in einer fast perfekten Familie.

Obwohl ich anfangs etwas besorgt war, dass ich mich auf dieser relativ kleinen Insel langweilen würde, kann ich mir nun keinen besseren Ort für meine Zeit als Au-Pair vorstellen. Jerseys Landschaft ist einfach atemberaubend: Flach im Süden, wo ich lebte (3 Minuten Fußweg zum Strand) und felsig im Norden. Viele Menschen in Jersey sind sehr wohlhabend (der Finanzsektor ist der wichtigste Wirtschaftszweig auf der Insel), was man auch an den vielen riesigen Häusern und Farmen erkennen kann. Ständig entdeckte ich neue magische Orte und beim Autofahren erfreute ich mich immer wieder an wunderschönen Alleen und von Blumen umsäumten engen Straßen. Wenn ich sage „engen Straßen“, dann meine ich so eng, dass oft keine zwei Autos nebeneinander passen. Es war ja am Anfang schon schlimm genug, auf der linken anstatt der rechten Seite zu fahren (und zu sitzen und zu schalten). Daran gewöhnte ich mich aber erstaunlich schnell. Außerdem muss man noch dazu sagen, dass Jerseys Autofahrer sehr höflich und rücksichtsvoll fahren. Nur zu gerne wird man aus einer Einfahrt in die Straße hereingelassen oder in der „rush hour“ hereingewinkt. Klar, dass man sich höflich mit „cheers“ in Form von einem freundlichen Nicken oder Handhaben bedankt. Mehr Schwierigkeiten bereitete es mir, meine Orientierung in den im Gegensatz zu Deutschland so unübersichtlichen Straßenverläufen zu finden und meinen Ford in viel zu enge Parklücken zu zwängen. Mein lieb gewonnener Ford musste deshalb auch ein paar Kratzereinstecken. Genauso musste einmal der Gartenzaun unter meinen tollen Fahrkünsten leiden. Aber auch das hat meine tolle Familie nicht verärgert. Wenn ich auf die vergangenen Monate zurückblicke, kann ich nur sagen: So unsicher wie ich beim Autofahren bei meiner Ankunft war, desto sicherer bin ich nun geworden. Nichts bringt mich mehr aus der Ruhe, sogar als mich die Polizei gestoppt hat und auf meine abgelaufene Versicherungsplakette hingewiesen hat, hatte ich die Ruhe weg!

Auf jeden Fall hat das halbe Jahr in Jersey meine Persönlichkeit maßgeblich geformt. Dadurch, dass man am Anfang noch keine Freunde hat und dadurch gezwungen ist, auf andere Menschen zuzugehen und sie anzusprechen, gewinnt man viel an Selbstvertrauen. Einen großen Teil meiner Freunde habe ich beim Tanzen kennen gelernt, dreimal in der Woche gibt es hier „social nights“, man trifft sich in einer Bar und es wird lateinamerikanisch getanzt. Am Anfang war ich noch etwas unsicher, weil ich kaum jemanden kannte und auch kaum tanzen konnte, nun ist das Tanzen inklusive all der tollen Menschen, die ich dort kennen gelernt habe, eines der Dinge, die ich am meisten vermissen werde. An dieser Stelle kann ich nur jedes zukünftige Au-Pair ermutigen, die Initiative zu ergreifen und auch mal alleine wo hinzugehen, ohne Freunde. Ihr werdet euch wundern, mit wie vielen Freunden ihr am Schluss wieder herauskommt! Diese Erkenntnis hilft mir auch viel im Hinblick auf den nächsten Schritt in meinem Leben, das Studieren! Davor, in eine fremde Stadt zu ziehen und sich einen neuen Freundeskreis aufzubauen, habe ich nun überhaupt keine Angst mehr!

Sehr interessant ist es auch für mich selbst gewesen, den Alltag meiner Gasteltern mit Kindern als (teilweise) alleinerziehend mit zu erleben. Das ist alles andere als einfach und ich war froh, meine in Vollzeit beschäftigten Gasteltern unterstützen zu können. Von den „school runs“ bis hin zu Wäsche und Hausputz habe ich alles prima allein gemeistert. Nur das eben dies meine Arbeit war. Kaum vorzustellen, wie man das alles alleine schaffen soll, wenn man auch noch in Vollzeit arbeitet! Nachdem ich mich den Tag über um die täglichen Pflichten wie Hausaufgaben und Abendessen für die Kinder gekümmert habe, war es abends Zeit für gemütliches Beisammensein mit Mama oder Papa. Meistens bin ich abends entweder zum Tanzen gegangen oder habe mich mit meinen Freunden getroffen, ob wir nun einen Filmabend gemacht haben, zum Essen gegangen sind oder einfach nur Beisammen waren zum Reden. Auf jeden Fall hat mir das Austauschen von Erfahrungen und Ratschlägen mit anderen Au-Pairs viel geholfen, mit einigen von ihnen werde ich hoffentlich noch lange befreundet bleiben! Das Besondere an der Freundschaft mit Au-Pairs ist, dass alle in etwa der gleichen Situation sind und man miteinander wächst. Wir alle haben uns in dieser besonderen Zeit zusammen weiterentwickelt und sind viel selbstständiger geworden! Ein ganz besonderes Highlight war ein Tagesausflug mit meinen zwei besten Freundinnen nach Frankreich, ins wunderschöne St. Malo. Mit der Fähre in noch nicht einmal 90 Minuten zu erreichen haben wir dort einen unvergesslichen Tag verbracht! Nicht aber, dass es nötig gewesen wäre, nach Frankreich zu fahren: Dafür, dass Jersey eine kleine Insel ist, wird den Menschen hier sehr viel geboten: Gerade im Sommer haben wir oft die Möglichkeit gehabt, Festivals zu besuchen, ins Open-Air Kino zu gehen, Konzerte zu besuchen und auch in Sachen Wassersport ist Jersey ein wahres Paradies!

Nach all diesen tollen Erfahrungen fühle ich mich von innen heraus gestärkt, ich bin bereit, mein Leben selbst zu organisieren und durch die gewonnene Offenheit meine nächsten Ziele zu erreichen.

Melissa entspannt sich am Wasser

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Vielen Dank dafür, dass Sie sich am Wettbewerb beteiligt haben, Melissa! An dieser Stelle auch nochmals unsere Glückwünsche und natürlich alles Gute für Ihren weiteren Lebensweg! Wir sind sehr froh darüber, dass wir dazu beitragen konnten, Ihnen diesen Auslandsaufenthalt zu ermöglichen.

Bundesverband Au-pair Society kürt Au-pair des Jahres 2017

von kulturist

v.l. Melissa Probst, Angie Romero, Micheline Schwammborn (Kulturist)

Durch diese Auszeichnung möchte der Au-pair Society e.V. jungen Menschen, die, für einen begrenzten Zeitraum, ihre Familien, ihre Heimat und ihren gewohnten Kulturkreis verlassen, die verdiente Anerkennung zollen. Für viele von ihnen ist das Au-pair-Jahr der erste Auslandsaufenthalt ihres Lebens und auch die erste Gelegenheit, Erfahrungen in einer fremden Kultur zu sammeln. Ein Au-pair-Aufenthalt ist, vor diesem Hintergrund, eine anspruchsvolle und dennoch oft unterbewertete kulturelle Erfahrung - der Verband hofft, mit dieser Auszeichnung ein stärkeres Bewusstsein dafür zu wecken.

Preisträgerin für den Bereich outgoing ist Melissa Probst, die sechs Monate als Au-Pair auf der Insel Jersey verbracht hat. „Ich fühle mich durch meine Auslandserfahrung von innen heraus gestärkt“, sagte Melissa Probst, die mit ihrer Mutter zur Preisverleihung nach Hamburg angereist ist. “Ich bin nun bereit, mein Leben selbst zu organisieren und durch die gewonnene Offenheit meine nächsten Ziele zu erreichen.“

Melissa Probst wurde von der Agentur Kulturist vermittelt.

Für den Bereich incoming wurde Angie Paola Romero Conde aus Kolumbien ausgezeichnet. „Man muss die eigene Komfortzone verlassen um zu sehen, was die Welt zu bieten hat.“ meint Angie Romero, die derzeit in Zwickau lebt und dort eine Familie bei den täglichen Aufgaben unterstützt. „Ich kann nicht zählen, wie viele schöne, lustige und komische Anekdoten ich schon habe, aber der beste Teil ist das gewonnene Selbstvertrauen.“

Angie Romero wird betreut von der Agentur Kulturist.

Warum kommen Au-Pairs nach Deutschland?

von Judith Liehr

Das ist eine Frage, die mir von zukünftigen Gastfamilien sehr oft gestellt wird.

Und, offen gestanden, zuweilen frage ich mich das auch. Vor allem im Herbst, wäre ich gerne an einem der Orte, aus denen viele Au-Pairs kommen...Und Deutsch, nun ja, das ist keine Sprache die man so einfach „nebenbei“ lernt.

Unsere Mentalität? Eigentlich auch etwas, mit dem man lernen muss, umzugehen – dabei ist es fast egal, woher man kommt.

Lassen wir das einmal beiseite, dann gibt es für viele junge Menschen aus aller Welt dennoch gute Gründe, ihr Auslandsjahr hier zu verbringen.

Zunächst einmal das Au-Pair-Programm an sich – wir sehen da zwar noch immer Lücken, die es zu schließen gälte, aber das Au-Pair-Programm in Deutschland gibt es immerhin als solches, es ist grundsätzlich ganz gut geregelt und es gibt ein spezielles Visum dafür, was (noch) nicht in allen anderen europäischen Ländern der Fall ist. Es gibt klare Regeln, die Au-Pairs und auch Gastfamilien in der Regel kennen und an die sie sich halten.

Eine Auslandserfahrung ist für viele junge Menschen weltweit ein sehr großes Plus im Lebenslauf und nicht überall können Eltern ihren Kindern ein High-School-Jahr oder ein Studienjahr im Ausland finanzieren. Ein Au-Pair-Jahr bedeutet für ausländische Bewerber/innen zwar auch einen gewissen, nicht unerheblichen, finanziellen und vor allem zeitlichen Aufwand – er ist aber immerhin realisierbar.

Für viele Au-Pairs bedeutet der Erwerb von wirklich guten Kenntnissen der deutschen Sprache auch, dass sie später tatsächliche, berufliche Vorteile haben werden – sei es in der Tourismus-Branche, oder auch in der freien Wirtschaft, wo ja die Verflechtungen immer dichter werden. Das Gleiche gilt übrigens auch für den Erwerb interkultureller Kompetenzen.

Ein weiterer guter Grund sind die verschiedenen Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung, die in Deutschland geboten werden. So gibt es Au-Pairs, die nach ihrem Jahr hier studieren, oder, sofern sie schon einen Bachelor-Studiengang im Heimatland absolviert haben, hier noch ihren Master machen. Die Studiengebühren sind in ihren Heimatländern oftmals einfach deutlich höher, als hier. Wieder andere machen dann eine Ausbildung (speziell in den Bereichen Tourismus oder in Pflegeberufen) – eine duale Ausbildung wie bei uns gibt es nämlich in ihrer Heimat auch nicht. Und schließlich gibt es noch Au-Pairs, die ein FSJ anhängen – die Bewerber/innen sind von den Trägern dieser Einrichtungen durchaus gesucht, hierzulande herrscht da meist ein Mangel an Kräften.

Ein weiterer Aspekt, den man nicht außer Acht lassen kann ist, dass vielerorts auf der Welt insbesondere gut ausgebildete und engagierte junge Frauen nach wie vor keine sonderlich guten Berufsaussichten haben und über ein Auslandsjahr versuchen, ihre eigenen Möglichkeiten auszuloten.

Und schließlich noch ein letzter Punkt: Bewerber/innen aus anderen Ländern wissen, dass Deutschland eine starke Wirtschaftsnation ist. Sie gehen natürlich davon aus, dass dies u.a. auch einigen der typischen Eigenschaften, die man uns Deutschen zuschreibt, geschuldet ist – wie zum Beispiel Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Fleiß oder Zielstrebigkeit. Ob Sie es nun glauben oder nicht: ich habe schon in Bewerbungsschreiben von Au-Pairs gelesen, dass sie sich solche Eigenschaften hier vor Ort aneignen möchten!

Au-Pair in Deutschland – ein Erfahrungsbericht von Azzaya

von Judith Liehr

Azzaya ist seit einem knappen halben Jahr in einer Gastfamilie und berichtet über ihre Zeit hier. Mit ihrem Bericht hat Azzaya am Wettbewerb "Au-Pair des Jahres 2017" der Au-pair Society e.V. teilgenommen - leider ist eine andere junge Dame Preisträgerin geworden (mehr dazu in Kürze). Wir haben uns dennoch sehr über ihren Essay gefreut.

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Hallo - Ich möchte mich gerne vorstellen: Mein Name ist Azzaya und komme aus der Mongolei. Azzaya ist ein mongolischer Name und bedeutet auf Deutsch: Glück. Ich bin 22 Jahre alt. Ich habe in der medizinischen Universität in der Mongolei 3,5 Jahre studiert, aber jetzt ein Jahr Pause für das Jahr in Deutschland gemacht.

Mein Traumberuf ist Ärztin, speziell Kinderärztin. Ärzte bemühen sich auch glücklich und gesund zu sein. Ich möchte Kinder glücklich und gesund machen, ich helfe gerne anderen Menschen.

Ich wohne seit dem 12. Mai in Hanau, in der Nähe Frankfurt. Hanau ist eine schöne Stadt. In meinem ersten Tagen hier habe ich sehr gestaunt, alles war neu, einige Dinge hatte ich noch nie gesehen, neue Leute, ein neues Haus, neue Familie, ein neues Land. Das war alles spannend. Meine Gastfamilie sind wirklich wundervolle Leute, wie meine Eltern. Sie behandeln mich wie eine eigene Tochter oder eine jüngere Schwester.

Jeder Tag ist wirklich lustig und ich bin sehr glücklich. Deutschland ist sehr schön. Ich habe viele Sehenswürdigkeiten, Kirchen, Strand, Meer, Städte, Denkmäler gesehen. Ich freue mich sehr hier zu sein. Mein Sprachkurs sehr gut, mein Zimmer bei der Gastfamilie, die Stadt -alles ist sehr gut.

Mein Geburtstag war am 16. Mai, da war ich erst wenige Tage in Hanau. Wir haben dann alle zusammen und hatten von Anfang an viel Spaß miteinander. Wir sprechen sehr viel, versuchen einander zu verstehen und immer zu helfen. In meiner Gastfamilie versuchen alle immer miteinander freundlich und innig zu sein.

Azzaya spielt mit den Gastkindern im Wasser

Meine Gastfamilie hat zwei Kinder, zwei Jungs mit 7 und 3 Jahren. Sie heißen Quentin und Joscha. Sie sind lebendig, verständig und süß. Wir spielen miteinander, fahren Rad gehen, gehen zusammen spazieren, schauen einen Film oder lesen ein Buch. Ich bringe die Kinder oft zum Kindergarten oder in die Schule und hole sie manchmal wieder ab. Joscha hat mich schon schnell bei der Verabschiedung umarmt und geküsst. Das hat mir gut gefallen, weil es so vertraut war. Er ist sehr goldig. Wir sind oft unterwegs, fahren Bus und spielen zu Hause und sprechen. Quentin ist mir ein sehr guter Deutschlehrer. Er hat immer mir die Worte gesagt, die ich nicht weiß und sich mit mir unterhalten. Ich habe oft ein Buch vorgelesen, wir sind zusammen ins Kino gegangen. Wir sind zusammen immer sehr lustig.

Ich habe, seit ich hierhergekommen bin, viel Neues gelernt. Ich bin nie in der Mongolei Fahrrad gefahren. Meine Gasteltern haben mir Fahrrad fahren gezeigt. Sie sind sehr gute Lehrer.

Ich mache manchmal mongolisches Essen. Sie mögen es wirklich, deshalb ich mache es gern. Ich lerne jeden Tag die deutsche Lebensart, Kultur kennen und verstehe sie immer besser. Die deutsche Sprache ist nicht so einfach. Ich brauche viel Eifer für mich, darüber Wissen zu erlangen.

Es war eine gute Entscheidung nach Deutschland zu kommen. Ich denke, das Au-Pair-Programm wird für meine Zukunft eine wichtige Lernerfahrung sein.

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Vielen Dank für Ihren Bericht, Azzaya! Wir wünschen Ihnen noch eine schöne und erfahrungsreiche weitere Zeit in Deutschland.

Informationstag und Kulturaustausch am 23.09.2017

von kulturist

Hiermit laden wir alle Interessenten herzlich zu unserer nächsten Info-Veranstaltung am 23. September in Bad Homburg ein. Ihr habt die Möglichkeit uns kennenzulernen und  Euch persönlich in ungezwungener Atmosphäre über unsere verschiedenen Programme (Freiwilligen-, Sprachtutoren-, Au-Pair Programme) zu informieren.

Gerne könnt Ihr auch Freundinnen, Freunde oder Eure Eltern mitbringen.

Die Teilnahme ist natürlich kostenlos.

Bitte meldet Euch, wenn möglich, unter info@kulturist.com oder telefonisch unter 06103/ 5098888 an.

Die Verstanstaltung findet in der Elisabethenstr. 38a, 61348, Bad Homburg, von 11 bis 14 Uhr statt.

Sprachtutor in Italien – Ein Interview mit Meike

von Judith Liehr

Was hat Sie auf die Idee gebracht nach Italien zu reisen und warum haben Sie dieses Programm gewählt?

Zunächst einmal habe ich italienische Vorfahren und ich habe mir immer gewünscht, mehr über meine Wurzeln zu erfahren. Meine Eltern sind ja beide schon in Deutschland geboren und aufgewachsen, sie sprechen daher selbst nicht wirklich gut Italienisch. Ich beschäftige mich sehr gerne mit Fremdsprachen und teile meine Passion gerne mit anderen. In diesem Programm habe ich für mich die Möglichkeit gefunden, Dinge, die mir wichtig sind, zu vereinen: das Land meiner Vorfahren gut kennenzulernen und neue Menschen zu treffen, die auch an einem Austausch von Kultur und Sprache interessiert sind.

Was glauben Sie, wie wichtig es im Hinblick auf Ihr persönliches Wachstum und Ihren beruflichen Werdegang war, eine andere Kultur und ein anderes Land zu erleben?

Ich habe wirklich sehr viel über mich selbst gelernt. Ich würde daher auch jedem, der/die Möglichkeit hat, ein Auslandsprogramm zu absolvieren, unbedingt dazu ermutigen, das zu tun. Vor allem habe ich gelernt, dass Menschen einfach überall Menschen sind und wenn man wirklich in eine fremde Kultur eintauchen und diese auch verstehen möchte, werden sie Dich schätzen und verstehen. Ich habe auch gelernt, dass ich buchstäblich alles tun und „alleine“ überleben kann. Ich machte Tages- und Wochenendausflüge als Einzelreisende, traf unterwegs Andere, änderte meine Wege und forderte mich selbst mit einer Sprache heraus, die ich kaum kannte. Es hängt wirklich davon ab, was man selbst aus einem solchen Programm macht: Wenn Du die ganze Zeit nur an einem Ort bleibst und nichts unternimmst, so wird das Deine Erfahrung sein. Man lernt einfach, dass man immer eine Wahl hat und man muss diese Wahl selbst treffen, um möglichst viel zu erleben und zu lernen.

Was kommt Ihnen als erstes in den Sinn, wenn Sie an Ihre Zeit in Italien zurückdenken?

Meine wunderbare, italienische Gastfamilie! Die Mutter, die mich sofort als Teil der Familie integrierte und die beiden Töchter, die wie meine eigenen Schwestern waren. Ich liebte jede der fantastischen, hausgemachten Mahlzeiten, die wir zusammen eingenommen haben, unsere Gespräche und auch all die Familienzusammenkünfte.

Haben Sie Tipps für andere, die in einer Gastfamilie im Ausland leben werden?

Bei allem Enthusiasmus: Du wirst nicht alles schaffen können! Ich hatte mir, vor meiner Reise, Listen von Dingen, die ich mir anschauen wollte, zusammengestellt. Empfehlenswert sind für einen relativ kurzen Aufenthalt 3-5 Sachen, die Du machen möchtest, oder Sehenswürdigkeiten, die Du besuchen willst. Gönne Dir Zeit dazwischen und verbringe auch freie Zeit mit der Gastfamilie. Wichtig ist es auch, der Gastfamilie zu kommunizieren, dass Du beispielsweise am Wochenende reisen möchtest, um neue Dinge zu entdecken. Die meisten Menschen verstehen das durchaus.

Was würden Sie jemandem sagen, der/die sich nicht sicher ist, ob er/sie für eine Weile ins Ausland gehen möchte und den/die Sie überzeugen möchten, das zu tun? 

Reicht es Dir wirklich nur Dein eigenes Umfeld, Deine Kultur zu kennen, wenn Du weißt, dass es Millionen von Menschen und Kulturen auf der Welt gibt, von denen Du etwas lernen könntest? Ich bin damit jedenfalls nicht zufrieden. Vor was genau hast Du Angst? Was ist das Schlimmste, das Dir in einem Umfeld mit Menschen in einem geprüften Programm, wo auch immer auf der Welt, passieren könnte? Du lernst neue Menschen und eine neue Sprache kennen? Du tust Dinge, von denen Du vorher noch nicht einmal etwas wusstest? Das klingt in meinen Ohren nicht schlecht!

Noch irgendwelche abschließenden Gedanken über Ihre Erfahrungen oder die Bedeutung des Reisens und des Kennenlernens neuer Kulturen?

Du wirst niemals wachsen, wenn Du Dich nicht änderst. Du wirst Dich nie ändern, wenn Du immer das Gleiche tust, immer in der gleichen Umgebung und mit den gleichen Menschen. Wenn Du die Gelegenheit hast zu reisen, so ist das keine Option – Du musst es tun. Im Gegensatz zu anderen Dingen, die man vielleicht nachträglich bereut, habe ich nicht einen einzigen Cent, den ich für Reisen verwendet habe, bedauert. Der Reichtum an Wissen und Lebenserfahrung, den man dadurch gewinnt, ist einfach unbezahlbar!

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, unsere Fragen zu beantworten, Meike!

Au-Pair in Neuseeland – fast! Ein Beitrag von Lucie

von Judith Liehr

Ich kann es kaum glauben, aber in 19 Tagen werde ich mein Au-Pair-Programm in Neuseeland beginnen. Der Raum zwischen mir und meiner neuseeländischen Zukunft schwindet, mein Count-Down-Zähler immer kleiner und ebenso auch meine „to-do-Liste“.

Schon vor Monaten, als feststand, dass ich ins Ausland gehen würde, war das Erste, was ich getan habe, mir eine Liste anzulegen, auf der ich alles notierte, was vor meiner Abreise zu erledigen sein würde – so bin ich eben :). Jetzt, 19 Tage vor meine Abreise, ist fast alles durchgestrichen und ich muss sagen, es erfüllt mich mit Stolz zu sehen, was ich alles erledigt habe. Es war auch nicht immer ganz einfach – es waren schon einige umfangreichere Dinge dabei: Visum, Pass, Flugticket, aber auch viele Kleinigkeiten, wie Gepäck, Stromwandler etc. Am Ende habe ich aber alles geschafft, mit einigen kleinen Missgeschicken auf dem Weg dahin. Ich will es gleich zugeben – das Schlimmste war, dass ich in meinem Visumantrag zunächst ein falsches Geburtsdatum angegeben habe. Das war wirklich stressig und gar nicht lustig!

Mit ist bei der ganzen Planung auch klar geworden, dass es viele Dinge gibt, von denen ich nie glaubte, sie überhaupt wissen zu müssen, wie zum Beispiel der Unterschied in der Stromspannung. Es ist mir auch oft passiert, dass Leute, die von meinen Reiseplänen wussten, mich irgendetwas zum Thema Neuseeland fragten und ich wusste einfach keine Antwort darauf. Ich muss zugeben, dass ich mir auch nicht gleich zu Beginn bewusst war, dass die Jahreszeiten dort fast gegensätzlich zu unseren sind und ich dann gegen Ende des Winters dort eintreffen werde. Zuweilen fühlte ich mich durch meine Unwissenheit schon ein wenig gedemütigt, aber auf eine positive Art und Weise, sodass ich mich sehr motiviert fühle. Ich werde in ein Land reisen, dessen Kultur und Menschen ich gar nicht kenne und das wird für mich eine tolle Lernerfahrung werden.

Es ist wirklich verrückt, wie viele Kleinigkeiten man bedenken und erledigen muss, bevor man für längere Zeit ins Ausland geht. Man nimmt das gar nicht wahr, solange man nicht selbst vor dieser Aufgabe steht. Zuweilen hatte ich jeden Tag neue Ideen und Aufgaben, die noch unbedingt vor meiner Abreise erledigt werden mussten. Und jedes Mal, wenn etwas getan war, befand ich mich wieder einen Schritt näher an Neuseeland. So fühlte es sich immer wieder an, wenn ich etwas von meiner Liste abhaken konnte: ich hatte wieder ein Hindernis, welches zwischen mir und meinem großen Abenteuer stand, beseitigt. Die letzte Sache, die noch zu klären sein wird ist es, wie ich alle meine Sachen, die ich mitnehmen möchte, in zwei Koffer packen soll...aber ich bin sicher, auch das wird mir gelingen!

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Vielen Dank für Ihren Beitrag, Lucie! Wir wünschen Ihnen natürlich eine tolle Zeit in Neuseeland. Sollten Sie noch Tipps zum Thema „Koffer packen“ suchen, dann finden Sie sie hier.

Und wer noch nach Gründen sucht, als Au-Pair nach Neuseeland zu gehen, kann hier nachlesen!

Au-Pair für Gastfamilien auf dem Land

von Judith Liehr

Das ist eine Frage, die uns interessierte Gastfamilien sehr oft stellen. Viele haben von unterschiedlichen Stellen auch schon die Information erhalten, dass das gar nicht möglich sei. Nun – um es gleich vorweg zu nehmen, das ist so nicht richtig!

Selbstverständlich gibt es sehr viel zukünftige Au-Pairs, die gerne in eine Stadt gehen wollen – zum Beispiel nach Berlin, Hamburg, oder München, weil dies ja die einzigen Städte sind, die wir hier in Deutschland haben! Es gibt aber durchaus auch Au-Pairs, die es vorziehen, wenn ihre zukünftige Gastfamilie eben nicht in einer Stadt lebt. Oder für die das eher unerheblich ist und die eher Wert darauflegen, eine wirklich passende Gastfamilie zu finden.

Genau diese Bewerber/innen sind mir persönlich am Liebsten. Auch in unserer Kommunikation mit unseren ausländischen Partnerorganisationen ist es oft ein Thema, dass den Bewerber/innen nahegebracht werden sollte, dass es oft sehr viel sinnvoller ist, am Ende eine Gastfamilie zu haben, mit der „die Chemie“ stimmt, als zu sehr darauf zu schauen, dass sie eben in einer Stadt leben. Ganz abgesehen davon, dass viele Familien es natürlich vorziehen, mit ihren Kindern außerhalb der Städte zu leben.

Wichtig ist für Au-Pairs während ihres Aufenthaltes in Deutschland ja, dass sie beispielsweise einen Deutsch-Kurs besuchen können. Volkshochschulen gibt es ja im Prinzip in Deutschland überall und in der Regel werden dort auch Sprachkurse angeboten.  Weiterhin wichtig ist es, dass soziale Kontakte, auch außerhalb der Gastfamilie, entstehen und gepflegt werden können. Das funktioniert auf dem Lande erfahrungsgemäß ganz gut zum Beispiel über eine Zeitmitgliedschaft im örtlichen Sportverein, oder auch über eine Kirchengemeinde. Meist lässt es der Öffentliche Nahverkehr zu, umliegende Ort/Städte einigermaßen problemlos zu erreichen. Auch wenn wir hier oft über den ÖNV schimpfen, die allermeisten Au-Pairs sind in dieser Hinsicht wesentlich weniger „verwöhnt“ als wir hier und durchaus willens bzw. gewohnt, Fahrzeiten in Kauf zu nehmen.

Gastfamilien, die auf dem Lande leben, suchen sehr oft dann Au-Pairs mit Führerschein – das ist zuweilen aber nicht so ganz einfach und auch nicht wirklich unproblematisch. Mehr zu diesem Thema können Sie hier nachlesen.

Als sinnvoll hat es sich eher erwiesen, aktiv dabei zu helfen, das Au-Pair wirklich in der Gemeinde zu integrieren. Oder auch hin und wieder einen kleinen Extra-Zuschuss für Ausflüge oder Fahrten am Wochenende zu zahlen. Selbstverständlich ist es für die Au-Pairs auch sehr schön, wenn Sie sie in Ihre eigenen Unternehmungen mit einbinden. Denn letztendlich möchten sie alle ja auch Land und Leute kennenlernen.

Als Sprachtutor in Spanien – Caros Erfahrungsbericht

von Judith Liehr

Caro ist seit etwa vier Wochen als Sprachtutorin in Spanien und wird noch weitere zwei Monate dort bleiben. Sie hat uns einen sehr netten Bericht geschrieben, den wir hier gerne teilen möchten:

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Mein „Zuhause“ für die nächsten zwei Monate ist Cenes de la Vega, das liegt in Andalusien, etwas außerhalb von Granada. Ich bin total begeistert von dieser Region – man findet hier einfach alles, was das Herz begehrt: Berge zum Skifahren im Winter und zum Wandern im Sommer, Strände zum Sonnen und Schwimmen, historische Stätten in direkter Umgebung und phantastisches Essen!

Einer der Hauptgründe für ein solches Programm war es ja für mich, mich außerhalb meiner eigenen Komfortzone zu bewegen. Mit den Menschen in einem anderen Land zu agieren, während ich mit ihnen lebe und versuche ihre Sprache zu sprechen und ihren Lebensstil kennenzulernen. Vielleicht auch, etwas von meiner eigenen Kultur weiterzugeben. Nun das ist mir gelungen, das kann ich schon jetzt sagen :)!

Ich lebe hier mit einer vierköpfigen Familie: Vater, Mutter und zwei Kinder. Ein Sohn, 11, und eine Tochter, fast 10 Jahre alt. Dies ist so ziemlich die liebevollste Familie, die ich außerhalb des Fernsehens, je kennengelernt habe. Den Gasteltern merkt man einfach an, dass sie sich, auch noch nach vielen Ehejahren, wirklich zugetan sind. Unglaublich nette Menschen mit einer großen Liebe zur Natur, die sie an ihre beiden Kinder weitergeben. Die Familie ist sicherlich nicht wirklich einzigartig, sie sind wie Millionen anderer Menschen auch. Sie gehen ihrer Arbeit nach, kümmern sich um die schulischen Belange der Kinder, stellen sicher, dass Hausaufgaben gemacht werden und dass das gemeinsame Abendessen rechtzeitig auf dem Tisch steht. Es ist einfach die Art und Weise, wie sie miteinander umgehen, die mich schon verblüfft hat.

Und dann noch die beiden Kinder – was kann man über Kinder in diesem Alter sagen? Mir kommen sie, im Vergleich zu anderen Kindern diesen Alters, die ich kenne, sehr jung und „unschuldig“ vor. Es sind zwei sehr lustige Kinder, die sich durchaus gegenseitig gerne foppen und quer durch das ganze Haus jagen, die aber andererseits sehr gerne zusammen sind und miteinander spielen – ob es ein Puzzle ist, oder sie selbst ausgedachte Dinge zusammenbauen.

Die ganze Familie teilt miteinander den Raum und zwar sowohl im physischen, als auch im persönlichen Bereich. Das heißt natürlich nicht, dass die Kinder immer genau das tun, von dem die Eltern wollen, dass es getan wird, aber wirkliche Reibereien scheinen selten zu sein.

Und was tue ich dort?

Nun, ich spreche „spanglisch“. Ich mache Witze. Ich übe mit den beiden Kindern Englisch und arbeite auch manchmal mit den Eltern in Deutsch. Ansonsten mache ich viele Spaziergänge entlang des nahrgelegenen Flusses, erkunde die Stadt und schaue zuweilen spanisches Fernsehen (das allerdings eher selten). Ich fotografiere auch sehr viel – wie die wunderschönen Landschaften, oder auch die Menschen beim großen Familientreffen. Abends bereite ich meist das vor, was ich mit den beiden Kindern am nächsten Tag üben möchte.

Ich gebe mein Bestes um immer wirklich in der Gegenwart zu sein, jeden Moment zu genießen und nichts zu verpassen. :)

***

Vielen Dank für Ihren netten Bericht Caro. Wir wünschen Ihnen noch weiter ein tolle Zeit in Andalusien!

Au-Pair in China – Ellas Erfahrungsbericht

von Judith Liehr

Ella hat rund neun Monate bei einer Gastfamilie verbracht und uns einen sehr interessanten Artikel geschrieben.

Es ist sicher ein großer Schritt, sich für eine Zeit als Au-Pair in China zu entscheiden, ich habe es aber nicht eine Sekunde bereut. Gleich am Anfang habe ich gemerkt, dass die Sprache der Dreh- und Angelpunkt ist – deswegen mein Rat : Lernt einige, einfache Phrasen – das wird super-nützlich sein.

Nǐ huì shuō Zhōngwén ma? (Sprechen Sie chinesisch?)

Wenn man, wie ich, in Deutschland aufwächst, wird man es eher erleben, dass man von Touristen auf Englisch angesprochen wird – Deutsch sprechen Reisende ja nicht sehr oft. Ich habe mich eine ganze Weile vor meiner Abreise schon mit der Sprache meines zukünftigen Gastlandes beschäftigt. Ihr könnt Euch natürlich vorstellen, wie überrascht ich war festzustellen, dass die einfache Phrase „ni Hao“, die Standard-Version auf Mandarin-Chinesisch „Hallo“ zu sagen zuweilen mehr als genug war, das Eis mit den Einheimischen zu brechen. Einer der Hauptgründe für meinen Auslandsaufenthalt war es ja, Chinesisch zu lernen und zwar dort, wo es tatsächlich gesprochen wird. Natürlich waren es nur absolute Basics, die ich mir angeeignet habe und ganz sicher nicht genug dazu, um mich wirklich zu unterhalten, es hat mir aber oftmals doch mehr geholfen, als ich zuvor gedacht habe.

Der Hauptjob als Au-Pair in China ist es ja, mit dem Kind in der Gastfamilie Englisch zu üben. Insgesamt würde ich aber sagen, dass die durchschnittlichen Englisch-Kenntnisse in China nicht sehr hoch sind, also definitiv nichts, worauf Ihr Euch verlassen solltet. Das hängt natürlich davon ab, wo Ihr seid und mit wem Ihr sprecht. Als ich z.B. Shanghai besuchte, wurde ich fast immer direkt auf Englisch angesprochen – in Beijing hingegen war das nicht immer so einfach. Unabhängig davon, wo Ihr am Ende landet, oder ob Ihr Euch auch abseits der touristischen Pfade bewegen wollt (was ich doch schwer hoffe), es hilft immer wenigstens ein bisschen Chinesisch zu sprechen. Nicht nur das, sondern es ist auch eine tolle Möglichkeit, sich mit der Gastgeberkultur auseinander zu setzen, bzw. sich in dieser zu engagieren.

Die Grundbegriffe, die Ihr lernen solltet, um in China durchzukommen, sind im Prinzip die Gleichen, wie überall auf der Welt:

  • Hallo, mein Name ist....
  • Ich bin (Nationalität)
  • Wieviel kostet das?
  • Bitte, danke, entschuldigen Sie bitte
  • Euer Beruf/bzw. der Grund, warum Ihr in China seid
  • Die Zahlen von 1-1000, sehr nützlich, wenn Ihr einkauft und nicht sehr schwer, wenn man 1-10 schon gelernt hat
  • Die Worte für Grundnahrungsmittel und hier am besten auch, wie deren Schriftzeichen aussehen (z.B. Huhn, Gemüsen, Reise, Nudeln, würzig/scharf/süß, ich esse kein Fleisch etc.)
  • und natürlich: Tut mir leid, mein Chinesisch ist nicht sehr gut. Sprechen Sie Englisch?

Diese Sätze waren zunächst genug, um mich durch fast alle alltäglichen Interaktionen zu bringen (Ausnahme: Fahrt im Taxi, hier lasst Euch am besten von jemandem, der/die es kann, Euer Fahrtziel aufschreiben!).

Es ist ein langer Weg und fordert schon viel Aufwand, die Sprache wirklich gut zu erlernen.

Das hört auch nicht auf, denn es gibt dann ja auch noch allerlei Nuancen, wie beispielsweise die Kunst des Verhandelns, das aber geschieht dann automatisch mit „echten“ Erfahrungen. :)

Viel wichtiger aber als jeder spezifische Wortschatz ist die Tatsache, dass meiner Erfahrung nach, die Menschen in China den ehrlichen Versuch, in ihrer eigenen Sprache zu kommunizieren, sehr schätzen. Sie sind auch oft sehr geschmeichelt vom offensichtlichen Interesse an ihrer Kultur, denn immerhin bist Du ja den ganzen, weiten Weg dorthin gereist. Die Menschen verzeihen es eigentlich fast immer, wenn man Dinge falsch ausspricht, oder einen falschen Ton trifft.

Im Nachhinein bereue ich es ein bisschen, die Sprache nicht besser gelernt zu haben, als das bei mir der Fall ist. Ich habe immer wieder eine Ausrede gefunden, Freunde, die besser Chinesisch sprachen als ich, sprechen zu lassen, oder aber ins Englische auszuweichen, weil es eben oft einfacher war und ich keine „Peinlichkeiten“ erleben wollte. Am Ende habe ich so aber viele gute Chancen verpasst, mich zu verbessern.

Wirklich zu versuchen, eine andere Sprache zu lernen, ist eine der besten Möglichkeiten, wirklich authentische Erfahrungen zu machen und die eigene Perspektive zu erweitern. Ich hoffe, meine Zeilen können Euch dazu motivieren, es jeden Tag aufs Neue zu versuchen!

11 Tipps zur Maximierung Ihrer kulturellen Immersions-Erfahrung

von Judith Liehr

Unabhängig davon, ob Sie bereits ein/e erfahrene/r Reisende/r sind, oder aber im Begriff stehen, Ihren ersten längeren Auslandsaufenthalt anzutreten – ob Sie als Au-Pair, Freiwillige/r, Sprachtutor oder im Rahmen eines Work & Travel-Programms ins Ausland gehen werden, wir hoffen, dass Ihnen unserer Tipps dabei helfen werden, das Beste aus dieser Zeit herauszuholen.

1. Setzen Sie sich eigene Ziele für die Zeit im Ausland

Wir empfehlen Ihnen, sich wirklich realistische, erreichbare Ziele zu setzen. Fragen Sie sich selbst warum Sie ins Ausland gehen möchten. Soll es eine Auszeit sein, oder aber Ihrer beruflichen Zukunft dienen? Seien Sie ruhig spezifisch mit Ihren Zielen – setzen Sie sie sinnvoll, handlungsorientiert und nachvollziehbar. Und nehmen Sie sich ruhig die Zeit, vor, während und nach Ihrer Zeit im Ausland über die Ziele zu reflektieren.

2. Lernen Sie, wenigsten ein lokales Essen zuzubereiten

Bei einem Teller guter Pasta lässt sich Italien sehr gut kennenlernen. Aber gehen Sie ruhig weiter – probieren Sie nicht nur neue Gerichte, sondern erfahren Sie auch, wie man diese zubereitet. Dies ist die perfekte Gelegenheit, echtes Interesse an der lokalen Küche zu zeigen. Abgesehen davon werden Sie später Ihre Freunde und Familie sicherlich damit beeindrucken können, wenn Sie sie so ein wenig an Ihren neu gewonnen Fähigkeiten teilhaben lassen können.

3. Verbringen Sie Zeit mit Ihrer Gastfamilie

Sie werden sich schnell wie ein/e Einheimisch/r fühlen, wenn Sie wirklich mit Einheimischen leben. Sie haben so einen echten Einblick in die Kultur Ihres Gastlandes, ganz zu schweigen davon, dass Sie die Chance haben, eine zweite Familie zu finden und auch sprachlich ganz sicher davon profitieren werden.

4. Bemühen Sie sich aktiv um Kontakte zu Einheimischen

Es ist meist sehr einfach, einen großen Teil der Zeit im Ausland mit anderen, gleichgesinnten Reisenden zu verbringen. Deshalb ist es so wichtig, dass Sie sich wirklich auch aktiv um Kontakte zu Einheimischen bemühen. Sie werden sicherlich die eine oder andere lebenslange, internationale Freundschaft schließen können.

5. Treten Sie einem Verein, einer Teamaktivität oder Sportclub bei

Eine bessere Möglichkeit, um Kontakte zu knüpfen, gibt es fast nicht. Sie finden so Menschen, die mindestens eine Ihre eigenen Interessen teilen und werden auf diesem Wege nicht nur Ihr Hobby ausüben, sondern auch lokale Kontakte knüpfen und sich als Mitglied der örtlichen Gemeinschaft fühlen können.

6. Lernen Sie die Sprache des Gastlandes

Ob dies eins Ihrer Ziele für den Auslandsaufenthalt war oder nicht, Sie haben viele Möglichkeiten, etwas für Ihre eigenen Sprachkenntnisse zu tun. Lernen Sie beispielsweise chinesische Schriftzeichen, üben Sie Spanisch zu sprechen und bieten Sie im Austausch Deutsch-Training an. Tragen Sie stets ein Notizbuch bei sich, in dem Sie Worte, die Sie oft hören, aber nicht kennen, notieren und bitten Sie Ihre Gastfamilie Ihnen dabei zu helfen, die Sprache zu üben.

7. Verlassen Sie die üblichen Wege und riskieren Sie es, sich zu verirren

Es ist gar nicht so schlimm sich zu verirren. Trauen Sie sich einfach mal! Wenn Sie sich verirren, werden Sie gezwungen sein, kreativ zu werden, mit Einheimischen zu interagieren und die Fremdsprache zu üben. Sie werden Gassen entdecken, die Sie sonst nie gesehen hätten.

8. Legen Sie Ihr Smartphone mal zu Seite und verwenden Sie eine „normale“ Kamera

Ein großer Teil des Reisens besteht heute in der Freude darin, die Reise quasi „live“ zu teilen. Sie dokumentieren alles sofort und teilen es auf unterschiedlichen sozialen Netzwerken. Das geht teilweise sogar so weit, dass man mehr Zeit damit verbringt, sich ständig mit allen seinen Freunden zu verbinden, als die Welt um sich herum wirklich wahrzunehmen. Wir empfehlen daher, mal ohne Smartphone und nur mit einer Digicam unterwegs zu sein. Machen Sie Ihre Schnappschüsse und teilen Sie sie später. :)

9. Werden Sie regelmäßiger Gast in Ihrem Lieblings-Café

Wer an einem fremden Ort lebt, fühlt sich zuweilen einsam, oder sogar isoliert. Wenn Sie sich aber einen solchen Lieblingsort schaffen, zu dem Sie regelmäßig gehen, wird Ihnen das nicht nur über solche Momente hinweghelfen, sondern Sie schaffen sich damit ein Gefühl der Zugehörigkeit und legen ein Fundament für Ihre Integration. Irgendwann fragt man Sie gar nicht mehr, sondern ein vertrautes Gesicht wird Ihnen Ihr Lieblingsgetränk unaufgefordert bringen.

10. Besuchen Sie lokale Märkte

Der Besuch eines Straßenmarktes im Ausland kann überwältigend, anregend und spannend sein. Solche Märkte sind oft ein zentraler Teil des Lebens in unterschiedlichen Ländern, deswegen sollten Sie das keinesfalls auslassen. Sie können dort regionale Spezialitäten versuchen und Ihre Sprachfähigkeit testen.

11. Nutzen Sie den öffentlichen Nahverkehr

Springen Sie auf ein Tuk Tuk in Thailand. Beachten Sie die Lücke vor dem Einsteigen in der Londoner Underground. Nehmen Sie die Seilbahn in Quito. Sie werden überrascht sein, wie unterschiedlich Ihre Perspektive einer Stadt oder eines Landes sein wird, nachdem Sie den öffentlichen Nahverkehr genutzt haben. Es ist ein sehr guter Weg sich in einer neuen Umgebung zu bewegen, mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen und es ist fast immer die günstigste Form des Transports.

Wir hoffen, dass unsere Tipps Ihnen dabei helfen werden, das Beste aus Ihrer Zeit im Ausland zu machen und wir freuen uns natürlich auch darüber, wenn Sie Ihre persönlichen Tipps mit uns teilen!

Büro am 2.6.2017 geschlossen

von kulturist

Aufgrund von Umbaumaßnahmen bleibt unser Büro am Freitag, dem 2.6.2017, geschlossen.

Leider sind wir an diesem Tag weder telefonisch, noch per Email, erreichbar.

Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.

- Ihr Kulturist Team

6 gute Gründe um als Au-Pair ins Ausland zu gehen

von Judith Liehr

Elli ist vor gut sechs Monaten als Au-Pair nach Spanien gegangen. Wir sind immer wieder in Kontakt, da sie uns gerne an ihren Erlebnissen teilhaben lässt. Auf meine Frage hin, was sie damals eigentlich zu diesem Schritt bewogen hat, sandte sie mir kürzlich eine Liste ihrer Gründe, die ich an dieser Stelle weitergeben möchte:

1. Fremdsprache lernen oder verbessern

Das Leben in meiner Gastfamilie zwingt mich in meinem Fall Spanisch zu sprechen. Mein Spanisch entwickelt sich daher rasant weiter. Würde ich alleine reisen, so bestünde sicherlich die Gefahr, dass ich mich recht schnell mit Landsleuten zusammentun würde und nur dann Spanisch sprechen würde, wenn es sich nicht vermeiden ließe.

2. Kulturelle Einblicke

Ich denke, es gibt keine andere Möglichkeit die Kultur eines Landes, die Traditionen und die Lebensweise der Menschen so nah kennenzulernen, wie eben in einer Gastfamilie. Angefangen vom Essen, bis hin zu unterschiedlichsten Freizeitaktivitäten, an denen ich mit meiner Gastfamilie teilnehme.

3. Sicherheit

Ja – das spielt für mich auch eine Rolle. Ich habe immer einen Ort, an dem ich mich zurückziehen kann. Ich lebe in einem geordneten Haushalt und habe mein eigenes, schönes Zimmer. Ich bin durch mein Taschengeld auch finanziell abgesichert und nicht auf irgendwelche Jobs angewiesen. Reisen kann ich trotzdem, denn ich habe an den Wochenenden frei. Ich verstehe mich sehr gut mit meinen Gasteltern, sodass ich Vertrauenspersonen um mich herum habe (nebenbei: auch meine Eltern finden das klasse und sind ganz beruhigt!).

4. Kosten

Es war für mich wichtig, dass ich meinen Auslandsaufenthalt selbst finanzieren kann. Das europäische Au-Pair-Programm ist wirklich sehr preiswert, sodass ich nur den Flug und die Auslandsversicherung kalkulieren musste. Mein Taschengeld kann ich eigentlich für Ausflüge und andere Aktivitäten ausgeben.

5. Freundschaften

Ich habe inzwischen nicht nur neue Freunde in Spanien gefunden, sondern auch aus ganz unterschiedlichen, anderen Ländern, wie Australien, Frankreich und Irland. Die Organisation vor Ort ist sehr international ausgerichtet und war mir, vor allem an Anfang, dabei behilflich, Kontakte zu knüpfen.

6. Zukunftsperspektive

Ich wusste schon lange, dass ich später mit Kindern arbeiten will, deswegen habe ich mich für einen Au-Pair-Aufenthalt entschieden. Ich bin sicher, das wird sich in meinem Lebenslauf sehr gut machen. Aber auch jede/r der mit Kindern Erfahrungen hat und später vielleicht eine Fremdsprache studieren will, würde von einem solchen Aufenthalt ebenso profitieren.

Sollte Ellis Liste Sie nun inspirieren, ebenfalls einen Auslandsaufenthalt als Au-Pair in Betracht zu ziehen, so können Sie auch hier noch nachlesen, ob das Programm für Sie passend ist – oder Sie melden sich einfach bei uns. Wir beraten Sie gerne!

Ist ein Freiwilligenprogramm für eine kurze Zeit wirklich sinnvoll?

von Judith Liehr

Das ist eine Frage, die uns oft gestellt wird und die ich eindeutig mit „JA!“ beantworten kann.

Mit „kurzer Zeit“ sind hier Programme gemeint, die über 1-4 Wochen laufen. Es kommt immer wieder vor, dass behauptet wird, ein beispielsweise 1- oder 2-wöchiger Aufenthalt in einem Freiwilligenprojekt würde ja überhaupt nichts bewirken.

Das sehe ich ganz und gar nicht so – und zwar aus folgendem Grund: wenn ich eben nur eine oder zwei Wochen zu geben habe, dann ist das definitiv besser als nichts. Ich verbringe meine Zeit nicht einfach nur irgendwo am Strand oder vor dem Fernseher, sondern ich helfe zum Beispiel im Waisenhaus, lese Kindern vor, reinige Toiletten, wechsele Bettwäsche, wasche Kleidung oder bereite eine Mahlzeit vor. Und zwar mindestens fünf Mal in dieser einen Woche.

Vielleicht habe ich nur zwei oder drei Wochen Urlaub im Jahr und möchte gerne nach Thailand reisen. Ich möchte dort Land und Leute kennenlernen, aber auch am Strand liegen und mich erholen – quasi meine Batterien wieder aufladen. Wenn es die Möglichkeit gibt, dies mit einigen Tagen Freiwilligenarbeit zu kombinieren, warum nicht? Ich habe so etwas zuvor noch nie gemacht, mich aber immer schon dafür interessiert, als Freiwillige mit Kindern zu arbeiten. Am Ende dieser 14 Tage habe ich eine tolle Erfahrung gemacht und wünsche mir, ich hätte noch zwei Wochen, oder noch besser zwei Monate, Zeit. Habe ich aber nicht! Ich muss wieder nach Hause, dort wartet mein Job, meine Uni, mein Leben auf mich.

Die Erfahrung aber hat mich geprägt. Immerhin so weit, dass ich kurz darauf an zwei Wochenenden morgens im örtlichen Tierheim geholfen und dort rund 50 Tiere gefüttert habe. Beim zweiten Mal habe ich noch eine Freundin mitgenommen und zwei Monate später waren wir schon zu viert.

Ich habe erhebliche Zweifel daran, dass ich das getan hätte, hätte ich nicht diese, wenn auch kurze, Erfahrung als Freiwillige im Ausland gemacht.

Niemand sollte daher den Sinn dieses kurzen Auslandsaufenthaltes anzweifeln – ich hatte zu diesem Zeitpunkt in meinem Leben eben nur eine begrenzte Menge an Zeit und Geld, die ich geben konnte. Und genau die habe ich gegeben.

Wir bei Kulturist suchen nach Menschen, die geben wollen. Niemandem kann geholfen werden, wenn es keine Freiwilligen gibt. Eine Woche, ein Monat, ein Jahr. Was auch immer man gerade geben kann, wird helfen.

Zum Abschluss noch ein viel zitiertes Sprichwort:

“Don't Do Nothing Because You Can't Do Everything. Do Something, anything!”

Konferenz der International Au-Pair Association 2017

von kulturist

Ende März trafen sich Au-Pair-Agenturen und Anbieter anderer Auslandsprogramme aus aller Welt zum wichtigsten Ereignis der Branche München – Kulturist war natürlich dabei.

Für uns bei Kulturist ist das ein wichtiger Termin, weil wir zu diesem Anlass immer die Möglichkeit haben, unsere langjährige Partner zu treffen und neue Partnerorganisationen zu finden. Viele unserer Programmteilnehmer/innen interessieren sich ja dafür, wie genau diese Zusammenarbeit zwischen den Organisationen funktioniert – deswegen heute dazu ein aktueller Artikel.

Die diesjährige Konferenz in München wurde von rund 240 Delegierten von etwa 160 Organisationen weltweit besucht. Insgesamt findet dieses Treffen über einen Zeitraum von drei Tagen statt und es werden schon im Vorfeld zwischen den Delegierten Termine vereinbart, zu denen man sich dann trifft. Zum einen, um beispielsweise über Ideen zu neuen Programmen zu sprechen, oder um generell neue Partnerorganisationen zu finden, oder einfach um sich mal wieder persönlich zu sprechen. Das ist natürlich viel einfacher, wenn sich alle an einem Ort treffen und man nicht ständig in aller Welt herumreisen muss (was natürlich aber auch Spaß macht!).

Meetings bei der IAPA Konferenz 2017

Im Rahmen der Konferenz fand im Münchener Künstlerhaus am 25. März die „Au Pair of the Year Award Ceremony“ statt, eine Auszeichnung die, ähnlich der des deutschen Bundesverbandes APSeV, nur eben auf internationaler Ebene, alljährlich stattfindet und die stets aus sehr große Resonanz stößt. Ausgezeichnet wurde in diesem Jahr eine junge Dame aus Frankreich, Georgina Pinson, welche für sechs Monate als Au-Pair in China war. Hier ein Zitat der jungen Dame zu ihrem Aufenthalt: “Everyday was different and exciting and had its challenges, but every day was new opportunity to teach and be taught something incredible or something completely normal. China is home to one of the seven wonders of the world, the Zhao family (and there’s the Great Wall too!). I know today that I am a much better person than before I became an Au Pair and for that I am so grateful.”

Welcome Reception bei der IAPA Konferenz 2017

Ein weiterer, wichtiger Bestandteil dieser Konferenz sind die Workshops, welche dort angeboten werden. Ein sehr schönes und interessantes Seminar in diesem Jahr hatte zum Inhalt, wie wir alle dazu beitragen können, das Au-Pairs, die ins Ausland gehen, dort eine wirklich gute Zeit verbringen. Das war ein sehr interaktiver Workshop, da viele Kolleginnen und Kollegen über sehr unterschiedliche Erfahrungen berichteten und auch viele verschiedene Möglichkeiten zur ständigen Weiterentwicklung von Angeboten sowohl für Au-Pairs, als auch für Gastfamilien diskutiert wurden.

Au-Pair Workshop bei der IAPA Konferenz 2017

Insgesamt konnten wir wieder jede Menge neuer Ideen und Kontakte aus München mitnehmen, die am Ende allen unseren Programmteilnehmern/innen zu Gute kommen.

Im kommenden Jahr wird diese Konferenz in Sevilla stattfinden – für uns ein guter Grund im zeitigen Frühjahr nach Spanien zu reisen!

Freiwilligenarbeit in Israel – ein Erfahrungsbericht von Natascha

von Judith Liehr

Das Rote Meer rund um Eilat ist bekannt für seine Artenvielfalt und das dortige Korallenriff für seine reichhaltige Unterwasserfauna – es lohnt sich dabei zu helfen, diese zu erhalten!

Natascha hat das getan und uns diesen tollen Erfahrungsbericht, samt der schönen Fotos geschickt:

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Vier unvergessliche Wochen in Eilat

Hallo zusammen! :)

Mein Name ist Natascha, ich bin 25 Jahre alt und konnte das Jahr 2016 auf eine für mich ganz besondere Art und Weise beenden. Nachdem ich im Oktober mein fünfjähriges Studium abgeschlossen habe, hieß es einen Monat später endlich: auf nach Israel! Eine Reise in dieses außergewöhnliche Land stand schon seit langer Zeit auf meiner „Dinge-die-ich-einmal-erleben-will“-Liste. Das Wort „erleben“ ist hier ganz bewusst gewählt. Denn im Gegensatz zu einem typischen Touristen, wollte ich die Israelis, ihre vielseitige Kultur und den Alltag kennenlernen – einfach selbst erleben. Da ich außerdem das Meer total liebe, war ein Freiwilligendienst am Korallenstrand in Eilat genau das Richtige für mich.

Der Aufenthalt in Israel begann mit einer Orientierungstour in Jerusalem. Dort holte mich am Morgen Yan, ein Mitarbeiter von der lokalen Organisation, im Hostel ab und zeigte uns (mir und einer weiteren Freiwilligen, die jedoch in einem anderen Projekt mitarbeitete) die Stadt. Yan kannte als Einheimischer tatsächlich jeden noch so kleinen Winkel der Stadt und es unfassbar interessant sich von ihm alle Sehenswürdigkeiten zeigen zu lassen. Wir sahen die Klagemauer, den Felsendom und hatten eine Führung durch die Altstadt Jerusalems. Zusätzlich besuchten wir den Mahane Yehuda Market (größter Markt Israels), welcher tagsüber eine Vielfalt an Obst, Gemüse, Gewürzen und vielem mehr bietet und am Abend mit seinen Bars und Restaurants Jerusalems Nachtleben bereichert. Ein großes Lob und Dankeschön gehen an Yan, der mich an meinem ersten Tag in Israel so vieles hat sehen lassen und mit wirklich nützlichen Insider-Informationen versorgt hat (wie fahre ich mit der Straßenbahn, wo kann ich einkaufen,  wo Geld wechseln/abheben, etc.). Vielen Dank dafür! :)

Am zweiten Tag ging es dann voller Vorfreude mit dem Bus in den Süden des Landes, nach Eilat. In dieser Stadt sollte ich nun die nächsten vier Wochen leben und arbeiten. Ich bin sehr froh darüber, dass Yan mich auch auf diesem Weg begleitet hat. Nachdem ich erneut eine kleine Stadtführung erhielt, fuhren wir anschließend zum Naturreservat. Während der Fahrt konnte ich zum ersten Mal sehen, dass sich mitten in der Innenstadt ein Flughafen befindet. Dieser recht ungewöhnliche Standort leitet sich davon ab, dass der Flughafen (welcher ausschließlich Inlandsflüge anbietet) bereits vor der Stadt gebaut wurde. Als wir nach einer etwa 25 minütigen Busfahrt im Nature Reserve ankamen, stellte Yan mich erst einmal jedem vor und wir wurden sehr freundlich, mit Mittagessen, empfangen. Jetzt wird sich der ein oder andere wohl die Frage stellen, wie man als Freiwilliger in einem Naturschutzgebiet aktiv dazu beitragen kann, dass das Gebiet geschützt wird.

Über die vier Wochen hinweg, standen unterschiedliche Aufgaben an – allerdings gab es auch Arbeiten, die nahezu täglich erledigt werden mussten. Dazu gehörte beispielsweise das Saubermachen des Strandes (leider wurden täglich enorm viele Plastiktüten aus dem Meer angespült, was wirklich schlimme Auswirkungen auf die extrem große Artenvielfalt im roten Meer besitzt). Eine weitere tägliche Aufgabe war es, die Bojen im Meer zu säubern. Die Bojen grenzten das Gebiet im Meer ab, in dem Taucher die wirklich wunderschönen Korallen und Fische bestaunen durften. Da es im November und Dezember mit durchschnittlichen 18-22° C verhältnismäßig „kalt“ ist, ging ich jedes Mal mit einem Neoprenanzug ins Wasser. Ausgestattet mit einer Schnorchelmaske, Flossen, einem Handbesen und einer Spachtel durfte ich die eigentlich gelben – von Plankton befallenen dunklen, fast schwarzen Bojen – sauber machen. Diese „Arbeit“ hat mir besonders gefallen, denn natürlich konnte ich währenddessen die Unterwasserwelt beobachten und genießen.

Die ganze Zeit über herrschte eine sehr freundliche und lockere Atmosphäre zwischen allen Mitarbeitern im Korallenriff. Mit den Rangern fuhr ich ab und zu den Südstrand entlang, bis zur Grenze Ägyptens, um dort wortwörtlich die Lage abzuchecken. :)

Natascha und ihre Mitarbeiter im Korallenriffschutz Projekt

Leider kennen viele Touristen die Strandregeln nicht oder ignorieren diese bewusst, sodass auch dort immer wieder nachgesehen werden musste, ob tatsächlich nur in den erlaubten Gebieten geschwommen wurde, dass keine „Mitbringsel“ aus dem Meer entnommen wurden und beispielsweise auch nicht geangelt wurde. Ein besonders gutes Verhältnis hatte ich außerdem zu den israelischen Jugendlichen, die ebenfalls im Naturreservat mitarbeiteten. (Gerne möchte ich hier die Namen Tamar, Chen, Ori, Rotem, Maya, Elon, Bar, Shahar und Omri erwähnen). Bevor die israelischen Jugendlichen nämlich zur Armee gehen (was Pflicht für sowohl Jungen wie auch Mädchen ist), machen viele im Vorfeld ein freiwilliges soziales Jahr. Gemeinsam strichen wir den Eingangsbereich des Naturreservats neu und auch der Rettungsschwimmer-Turm erhielt neue Farbe. Wir hatten bei allem, was wir taten, richtig viel Spaß, hörten Musik und oft genug blieb uns die Zeit für viele Gespräche bei heißer Schokolade, Kaffee, Kuchen und gaaanz vielen Keksen: :)

Zu unseren Aufgaben gehörte außerdem das Verleihen von Schnorchelmasken, Schwimmflossen und Schwimmwesten. Einmal durfte ich mit zwei weiteren Jugendlichen im „Japanese Garden“ tauchen, was unfassbar schön gewesen ist. Ich bin total dankbar dafür, dass mich der Chef der Jugendlichen (Yoram ist sein Name) und auch alle anderen vor Ort so freundlich empfangen haben und mich von Anfang an als Teil der Gruppe gesehen haben. Wir haben viel erlebt: gemeinsam fuhren wir zu den Eilat Mountains, feierten Geburtstag und zum Abschluss wurde sogar eine große Abschiedsfeier für mich organisiert. Sogar Geschenke gab es, was mich natürlich extrem glücklich und dankbar gemacht hat. Rückblickend kann ich wirklich nur darüber staunen, wie freundlich alle miteinander umgegangen sind, wie viel Gastfreundlichkeit mir entgegengebracht wurde und speziell darüber, dass die gesamte Zeit über im Nature Reserve eine familiäre Stimmung herrschte. 

Wie es für Israel typisch ist, arbeitet man von Sonntag bis Donnerstag. Freitagabend beginnt der Shabbat und dauert bis Samstagabend an. So auch bei mir: jeden Tag von Sonntag bis Donnerstag arbeitete ich offiziell von 9 Uhr morgens bis 15 Uhr nachmittags. Da ich allerdings nie das Gefühl hatte, dass ich dort „gearbeitet“ habe, sondern viel mehr die Zeit mit allen am Meer genossen habe, blieb ich öfter noch länger dort. Um 17 Uhr wurde das Naturreservat geschlossen und kurz vorher wurden alle Stühle und Liegen am Strand eingesammelt – dabei helfen musste ich nicht, tat es aber sehr gerne.

Eilat ist das, was wir in Deutschland als eine Stadt mittlerer Größe bezeichnen würden. Mit insgesamt 50.000 Einwohnern nicht besonders groß, dennoch hat die Stadt unfassbar viel zu bieten. Meine freien Wochenenden nutze ich für Ausflüge zum Dolphin Reef (kann ich wie alle folgenden Ausflüge nur weiterempfehlen), zum Underwater Observatory Marine Park, für einen richtigen Tauchgang mit Sauerstoffflasche, für einen Besuch zum Timna Park und zum Birdwatching Park und selbstverständlich ging ein Ausflug zum Toten Meer. Zwei Wochen nach meiner Ankunftszeit kam ein weiterer Freiwilliger aus Belgien zum Naturreservat, mit dem ich gemeinsam einen Ausflug zum Hai Bar Nature Reserve machte. Dort leben Sträuße, Antilopen, Wildesel … Tiere, die in Israel eigentlich schon ausgestorben waren, aber den Menschen vor Ort gelang es, diese wieder auszuwildern. Sehr beeindruckend! Es gab dort auch ein Raubtierzentrum mit Schakalen und Leoparden, das wir an dem Tag leider nicht besuchen konnten.

Die letzten Tage nutze ich noch einmal dafür, um weitere Städte Israels zu besichtigen und bin nun, nachdem ich bereits zwei Monate wieder zuhause bin, immer noch unbeschreiblich begeistert davon, was ich alles sehen und erleben durfte.

Ich bin sehr dankbar für all die hilfsbereiten Menschen (besonders Yan und Yoram), für die Jugendlichen, die mich gleich als Teil ihrer Gruppe aufgenommen haben und für jede neue Erfahrung, die während des Freiwilligeneinsatzes machen durfte. Noch heute stehe ich mit vielen in Kontakt und bin mir ziemlich sicher, ganz bald wieder hinzureisen. Wer einmal dort gewesen ist, wird verstehen können, dass man unbedingt noch einmal hinmöchte.

Zum Schluss möchte außerdem der deutschen Organisation Kulturist danken, welche in Deutschland mein erster Ansprechpartner gewesen ist und mir dabei geholfen hat, die Reise nach Israel zu organisieren. VIELEN, VIELEN DANK.

Ein schöner Sonnenuntergang in Eilat

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Und wir von Kulturist danken Ihnen dafür, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, Ihr Erlebnis mit uns und den Lesern/Leserinnen unseres Blogs zu teilen!

Die Vorteile eines Stundenplans für Ihr Au-Pair

von Judith Liehr

In einem älteren Beitrag in diesem Blog hatte ich bereits darüber geschrieben, dass es durchaus sinnvoll ist, einen Tages- oder auch Wochenplan für Ihr Au-Pair zu erstellen. Auf dieses Thema möchte ich nun noch ein wenig näher eingehen. Wir erleben nämlich immer wieder, dass zwischen Au-Pairs und Gastfamilien eine undefinierbare Unzufriedenheit entsteht, auch wenn sich alle eigentlich darüber einig sind, dass die Chemie stimmt.

So berichten Au-Pairs zuweilen darüber, dass sie das Gefühl haben, sie würden den ganzen Tag arbeiten. Es bliebe ihnen nicht genug Zeit, sich um ihre Sprachstudien zu kümmern und abends seien sie oft so müde, dass die dazu keine Energie mehr hätten. Gastfamilien hingegen sind sich zuweilen gar nicht bewusst, dass sie ihr Au-Pair tatsächlich mehr als 30 Stunden pro Woche einsetzen, oder meinen, dass ihr Au-Pair deutlich weniger Stunden mithelfen würde. An dieser Stelle ist Unmut dann natürlich vorprogrammiert.

Wie kommt es zu diesen unterschiedlichen Sichtweisen?

Nun – Gastfamilien laden „ihr“ Au-Pair als Familienmitglied ein und sehen das Au-Pair ganz sicher nicht als „Arbeitnehmer/in“. Sie sehen die ganztägige Anwesenheit des Au-Pairs nicht als Arbeit, denn auch von einem Familienmitglied würden sie ja erwarten, dass er/sie mithilft, wenn es erforderlich ist.

Au-Pairs hingegen beziehen sich, ganz besonders in den ersten Monaten, nicht wirklich in den Familienverbund ein – denken nicht in der „Wir-Form“. Für sie ist es Arbeit, wenn sie sich um die Kinder kümmern, oder wenn sie während des Tages immer wieder von der Gastmutter gebraucht werden – selbst wenn es dabei nur um kleine Handreichungen oder auch Besorgungen geht.

Eine sehr einfache und unkomplizierte Lösung bietet hier ein Stundenplan!

Als Gastfamilie sollten Sie einen solchen Plan in erster Ausführung bereits vor Ankunft Ihres Au-Pairs erstellen. Sie können so in Ruhe planen, wie die Arbeitszeit des Au-Pairs in Ihre Familienstruktur passt. Nach dessen Einreise legen Sie Ihrem Au-Pair diesen Plan vor und besprechen dann, dass dieser für die ersten vier bis acht Wochen, nämlich bis Ihre Au-Pair selbst zeitliche Wünsche hat (Deutschkurs, Sport, Freunde etc.), gültig sein wird. Ihr Au-Pair wird nach dieser Eingewöhnungszeit vermutlich Änderungswünsche o.ä. haben - am besten erarbeiten Sie dann gemeinsam einen neuen Plan, der für beide Seiten passend ist.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

Sie wissen stets genau, wann ihr Au-Pair arbeitet, sich mit Ihren Kindern beschäftigt und sich nicht ins eigene Zimmer zurückziehen wird.

Auf der anderen Seite weiß auch Ihr Au-Pair genau, wann es eben ohne schlechtes Gewissen mit Freunden chatten, im Zimmer bleiben oder die eigene Woche planen kann. Aus Erfahrung kann ich Ihnen sagen, dass diese Planungssicherheit sehr zur Zufriedenheit Ihres Au-Pairs beitragen wird.

Oft ist es nicht wirklich einfach, einen solchen Plan zu erstellen, oder aber auch sich selbst daran zu halten, Sie können aber sicher sein, dass es sich lohnt!

3 gute Gründe für einen Bericht über Ihren Auslandsaufenthalt

von Judith Liehr

Wir haben in unserem Blog ja immer wieder Erfahrungsberichte aus aller Welt und freuen uns über jeden einzelnen von ihnen!

Es ist dabei nicht wichtig, ob es sich um einen Reise-Blog handelt, um eine Präsentation oder auch um Videos – es kostet immer auch ein bisschen Mut, die eigene Geschichte zu erzählen. Diese Möglichkeit zu ergreifen, kann aber auch tiefgreifende Veränderungen auf unterschiedliche Art und Weise bedeuten. Ein Bewusstsein für die wirklich wichtigen Fragen in der Welt kann am besten die-/derjenige schaffen, die/der sie auch einer ganz persönlichen Perspektive erzählt und alle unsere Kulturisten, seien es Au-Pairs, Sprachtutoren, Freiwillige oder Work & Traveler, haben ganz sicher viel zu berichten.

1. Wir lernen mehr aus der Reflexion über unsere Reise-Erinnerungen, als aus der Erinnerung allein

Es ist wirklich wahr! Insbesondere in der Zeit, nachdem Sie aus dem Ausland wieder nach Hause zurückkehren, werden Sie sich intensiv mit den vergangenen Wochen und Monaten beschäftigen, zurückblicken und darüber nachdenken, ob und in wie weit Sie sich verändert haben. Wenn Sie auf Ihren Auslandsaufenthalt zurückblicken, können Sie damit beginnen, die Weisheiten und Fähigkeiten zu erfassen und zu verstehen, die Sie in dieser Zeit gewonnen haben.

2. Ihre Geschichte fördert den Wert des kulturellen Austausches

Indem Sie Ihre persönliche Geschichte teilen inspirieren Sie andere zu reisen. Ihr Mut zu einer Auslandserfahrung ist Vorbild für viele nach Ihnen. Ein Auslandsaufenthalt ist einer der effektivsten Wege um Frieden und Verständnis zu fördern und die Welt von morgen zu einer Besseren zu machen.

3. Reisegeschichten machen Spaß

Warum gibt es so viele Reise-Shows, Blogs und Treffen? Ganz einfach: Abenteuer sind spannend, ebenso wie das Austauschen von Geschichten über Erfolge oder auch humorvolle, kulturelle Pannen. Es mag nicht immer so aussehen, aber es gibt sehr, sehr viele Menschen, die denken, dass das was Sie erlebt haben wirklich interessant ist und sie wollen das hören.

Indem Sie Ihre persönliche Geschichte vom kulturellen Austausch teilen, bringen Sie anderen auch Ihr Gastland näher und

  • erleben Ihre Auslandserfahrung neu
  • zeigen neu gewonnene Fähigkeiten
  • inspirieren andere zu einer neuen, weltoffenen Denkweise.

Es ist natürlich durchaus verständlich, wenn Sie es nicht allzu sehr schätzen, sich öffentlich zu äußern. Wir wissen auch so, dass Kulturisten sehr mutig sind und viel Potential haben! Durch Ihren Auslandsaufenthalt und dem damit verbundenen Wunsch, etwas ganz Neues auszuprobieren, haben Sie bereits bewiesen, was in Ihnen steckt. Die Vorteile, welche Sie für sich persönlich dadurch erlangt haben, einmal in einem fremden Land, außerhalb Ihrer eigenen Komfort-Zone gelebt zu haben, sind absolut real.

Wenn Sie sich jetzt inspiriert fühlen, lesen Sie doch einige Kulturisten-Geschichten:

Warum ich mich für ein Auslandsjahr entschieden habe

von Judith Liehr

Annabelle ging im vergangenen Herbst für ein Jahr nach Australien und schildert und hier, warum sie sich für einen Auslandsaufenthalt entschieden hat.

„Was wirst Du nach Deinem Abitur machen?“

Diese Frage wurde mir schon gestellt, kaum dass ich in der Oberstufe meines Gymnasiums war. Ich finde das ist schwer zu beantworten, ich weiß ja noch nicht einmal so genau, was ich morgen machen werde!

In meinen Kreisen ist es durchaus üblich auf diese Frage so zu antworten: „Ich werde vermutlich auf die (hier kann man dann den Namen einer möglichst guten bzw. bekannten Uni einsetzen) gehen!“ Das ist natürlich super, aber diese Antwort erschien mir immer so...vorhersehbar.

Ich wähle einen anderen Weg

Als ich anfing, den Menschen in meiner Umgebung davon zu erzählen, dass ich nach dem Abitur ein Auslandsjahr plane, nannte man mir eine ganze Reihe von Gründen, warum ich das nicht tun solle: 

  • „Wenn Du erst weggehst, wirst Du sowieso nie zur Uni gehen.“
  • „Du wirst mit Deiner Ausbildung Deinen Freunden ein Jahr hinterher sein.“
  • „Willst Du es damit einfach vermeiden zur Uni zu gehen?“

Jedes Mal habe ich dazu nur einfach „Nein“ gesagt. Ich weiß, dass ich zur Uni gehen werde, vermutlich direkt dann, wenn ich aus Australien zurückkomme. Im Moment möchte ich einfach meinen Überzeugungen folgen und ich glaube, dass ich ein ganz neues Wissen über die Welt und mich selbst erlangen werde, welches nicht unbedingt während einer Vorlesung gewonnen werden kann. Ich nehme es niemandem übel, der/die meine Wahl in Frage stellt, ich denke nur, dass es sehr einseitig ist anzunehmen, es gäbe nur einen richtigen Weg – nämlich Schule, Uni bzw. Ausbildung und dann Arbeit. In der ersten Zeit, nachdem ich meinen Entschluss gefasst hatte, fühlte ich mich ein bisschen ausgeschlossen aus meinem Freundeskreis, denn sie alle hatten ja nun ganz andere Pläne. Ich habe mich immer wieder gefragt „war Deine Entscheidung richtig?“

Schon nach drei Monaten hier, habe ich allerdings so viel gelernt und erfahren, wie ich es an der Uni sicher nicht getan hätte. Ich bin, offen gestanden, kein solcher „Überflieger“ und ich glaube nach wie vor, die Uni wäre direkt nach der Schule nicht das Richtige für mich gewesen.

Umgang mit Herausforderungen

Ich denke ich sollte an der Stelle erwähnen, dass ein Auslandsjahr eben nicht wirklich einfacher ist, als direkt an die Uni zu gehen. Es ist im Prinzip egal, für welche Art von Auslandsaufenthalt man sich entscheidet, man wird mit allerlei Herausforderungen konfrontiert. Ich muss die Dinge nun zum ersten Mal wirklich alleine erledigen und das ist, wie ich meine, ein wichtiger Schritt ins Leben als Erwachsene.

Es ist zuweilen auch schon recht einsam, so ganz ohne Freunde und Familie, die ich zu Hause hatte bzw. habe. Natürlich habe ich hier auch schon neue Leute kennengelernt, aber oft sind das Cliquen, die sich untereinander schon sehr lange kennen. So habe ich bereits gelernt, mit einer gewissen Art von Isolation umzugehen, indem ich besser Kommunikationsfähigkeiten und mehr Durchsetzungsvermögen entwickele – alles Fähigkeiten, die ich später mit nach Hause nehmen werde.

Lernen aus realen Erfahrungen

Während einer solchen Zeit im Ausland geht es immer um den Versuch und den Irrtum. Es geht darum, Lebenserfahrung zu gewinnen und den eigenen Geist für Neues und Fremdes zu öffnen. Ein Ausbildungsweg ist kein Wettrennen und es ist egal, ob meine Freunde vielleicht früher fertig sein werden, als ich. Ich meine, man sollte danach entscheiden, was das Beste für einen selbst ist und sich dabei nicht von anderen beeinflussen lassen. Es ist vollkommen ok, sich für eine „Aus-Zeit“ zu entscheiden – um sich selbst und den eigenen Zweck in der Welt zu finden. 

Meine Uni ist kein Gebäude – sie besteht aus Buschlandschaften, unglaublichen Küstengebieten, Regenwald und .... aus vielfältigen Zungen!

Au-Pair Workshop am 20. Mai

von kulturist

Unser nächster Au-Pair Workshop findet am 20.05.2017 in Bad Homburg, Elisabethenstr. 38a, Restaurant „Flamm's" von 10:00 bis 16:00 Uhr statt.

Der Workshop richtet sich an zukünftige Au-Pairs und an Au-Pairs aus dem Ausland, die kürzlich nach Deutschland eingereist sind.

Inhalte des Seminars sind:

  • Erste Hilfe am Kind mit praktischen Übungen
  • Notfallübungen mit Kindern
  • Babypflege
  • kreatives Spielen mit Kindern
  • unterschiedliche Erziehungsstile
  • Konflikt-Training bei Problemen mit Kindern und/oder den Gasteltern
  • Rechte und Pflichten des Au-Pairs
  • Koffer packen und Ideensammlung für Gastgeschenke

Sollten Sie eine weite Anreise haben, so können Sie bereits am 19.05. anreisen. Wir haben im Haus der Jugend in Frankfurt/Main, ein Zimmerkontingent reserviert.

Senden Sie einfach eine Email an info@kulturist.com. Sie erhalten dann weitere Informationen und das Anmeldeformular.

- Ihr Kulturist Team

20 Tipps für einen gelungenen Auslandsaufenthalt

von Judith Liehr

Sie gehen demnächst ins Ausland? Lesen Sie hier, wie Sie sicherstellen können, dass Sie nicht wie ein „typischer Tourist“ reisen.

Es gibt nichts, was mit dem Gefühl vergleichbar ist, wenn man zum ersten Mal an einen neuen Ort reist. Ob es sich dabei um ein neues, exotisches Gericht handelt, ob Sie ein Schloss besuchen oder während eines Auslandsaufenthaltes als Freiwillige(r), Sprachtutor, Au-Pair oder im Rahmen eines Work & Travel-Programms eine atemberaubende Landschaft sehen, es ist immer eine Möglichkeit verschiedene Kulturen und Naturwunder aus erster Hand zu erleben. Unabhängig davon, ob Sie antike Orte in Europa besichtigen, über einen Markt in Jaipur bummeln, oder Tiere in Afrika beobachten, Sie werden leicht in Situationen kommen, die Sie so nicht gewohnt sind. Wir Menschen werden in solchen Situationen oft überwältigt von all den Unterschieden und Neuigkeiten und wissen nicht so recht, wie wir uns verhalten sollten. Deswegen hier ein paar Tipps dazu, wie Sie das Beste aus Ihrem Auslandsaufenthalt machen und dabei auch immer die Orte, welche Sie besuchen (und unseren Planeten im Allgemeinen!) respektieren:

  1. Lernen Sie einige Worte der Landessprache – und wenn es auch nur „bitte“ „danke“ und einige Grußfloskeln sind.
  2. Kaufen und essen Sie wie die Einheimischen. Reisen kann zuweilen ein bisschen ein Kulturschock sein und das könnte Sie dazu verlocken bei dem zu bleiben, das Sie kennen. Sie werden so aber sicherlich ein authentischeres Reiseerlebnis haben und auch die lokale Wirtschaft unterstützen.
  3. Tragen Sie Kleidung, die in der lokalen Kultur akzeptabel ist. Einige Länder sind konservativer als andere, recherchieren Sie und kleiden Sie sich entsprechend (und ja, auch wenn es sehr warm ist!), um Ihren Respekt vor der Kultur des Gastgeberlandes zu zeigen.
  4. An manchen Orten, wie den schönen Tempeln in Südostasien, gibt es Regeln dafür, was man tragen und wie man sich verhalten sollte. Finden Sie sie heraus und handeln Sie entsprechend, auch wenn Sie sie nicht mögen.
  5. Studieren (und beobachten) Sie die lokalen Sitten wann immer es geht, vor allem wenn es um Manieren, den Sinn für Zeit oder Essen geht.
  6. Sprechen Sie mit den Menschen, die Sie unterwegs treffen. Es geschieht in erster Linie durch Kommunikation, dass wir ein tieferes Verständnis und Wertschätzung für die Menschen und Orte, die wir besuchen, erreichen.
  7. Seien Sie bereit dazu, Fragen über sich selbst zu beantworten. Gerade auf Reisen treffen Sie Menschen, die an Ihnen und Ihrer Herkunft interessiert sind.
  8. Denken Sie daran, dass Sie der Gast sind, also sollten Sie sich an die lokale Lebensweise anpassen und nicht umgekehrt.
  9. Nehmen Sie nicht überall „Selfies“ auf – es gibt Orte (wie Denkmäler oder Heiligtümer), wo das unhöflich, unangemessen oder anstößig wäre.
  10. Achten Sie darauf, welche Hand-Gesten Sie verwenden – verschiedene Gesten bedeuten u.U. völlig verschiedene Dinge in anderen Ländern.
  11. Kaufen Sie keine Souvenirs, die Praktiken wie Wilderei (Elfenbein!) o.ä. unterstützen.
  12. Wählen Sie auch Ihr Essen bewusst – einige lokale Delikatessen (wie Haifischflossensuppe) treiben bestimmte Arten an den Rand des Aussterbens.
  13. Wenn Sie feilschen, so tun Sie dies bitte mit Sorgfalt. Vielerorts (wie Südamerika oder Südostasien) ist das Handeln ein Teil der Kultur. Das ist zuweilen eine recht lustige Möglichkeit mit Menschen zu interagieren, aber auch da gibt es Grenzen. Denken Sie daran, dass Ihr Gegenüber so seinen/ihren Lebensunterhalt verdient und zahlen Sie einen fairen Marktwert.
  14. Sofern Sie zu Fuß unterwegs sind, fragen Sie ruhig auch Einheimische nach dem Weg. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, Dinge außerhalb der „touristischen Routen“ zu entdecken und unterwegs evtl. Interessantes zu entdecken.
  15. Verwenden Sie Strom und Wasser sorgsam – nicht überall auf der Welt ist der Zugang zu Elektrizität so einfach, wie bei uns und Trinkwasser kann Luxus sein.
  16. Achten Sie auch auf Ihren eigenen Müll – Abfallwirtschaft kann in anderen Teilen der Welt ein wichtiges Thema sein und Reisende tragen dazu zuweilen unwissentlich bei.
  17. Viele Dinge können Sie selbst recyceln – verwenden Sie z.B. unterwegs eine wiederverwertbare Wasserflasche, die Sie immer wieder auffüllen.
  18. Hinterlassen Sie die Orte möglichst so, wie Sie sie vorfinden – oder besser! Wenn Sie beim Wandern auf einen kleinen Abfall stoßen, warum diesen nicht einfach einsammeln und an der richtigen Stelle entsorgen? Das ist eine einfache, kleine Geste, aber auch die zählt.
  19. Vergleichen Sie nicht alles mit „zu Hause“ – Sie sind ja unterwegs, um die Welt zu entdecken.
  20. Freuen Sie sich über alle Unterschiede, die Sie entdecken. All das wird dazu führen, dass sich Ihre Wahrnehmung der Welt und Ihrer Heimat ändern wird.

Natürlich kann eine solche Aufzählung nicht alles enthalten, was Sie auf Reisen tun bzw. bedenken sollten. Wir sollten uns auch nicht immer auf alle möglichen Regeln verlassen. Wenn wir aber andere mit Respekt behandeln, einen offenen Geist behalten und mehr übereinander lernen, so ist das Reisen ganz sicher eine sehr bereichernde Erfahrung für jede/n. Sollten Sie sich für weitere Aspekte im Hinblick auf nachhaltiges Reisen interessieren, so empfehlen wir Ihnen diesen Blogartikel zur Lektüre.

Weihnachtsferien 2016

von kulturist

Vom 26. Dezember 2016 bis zum 8. Januar 2017 haben wir Betriebsferien.

Wir wünschen Ihnen allen eine wunderschöne Weihnachtszeit und alles Gute im neuen Jahr!

- Ihr Kulturist-Team

Probleme mit den Gastkindern

von Judith Liehr

Was kann man tun, vor allem, wenn man das erste Au-Pair einer Gastfamilie ist?

Wir hatten in diesem Herbst, bei einem unserer regelmäßigen Treffen, eine junge Dame, die uns ihre Probleme geschildert hat. Da diese, oder sehr ähnliche Probleme, zuweilen auftauchen, wollen wir das in unserem Blog ebenso veröffentlichen, wie auch die gute und passende Antwort, die dazu von einem anderen Au-Pair kam:

Das Problem:

Ich bin Au-Pair in Deutschland und seit etwa vier Wochen hier. In meiner Gastfamilie bin ich das erste Au-Pair. Die Gasteltern sind sehr nett zu mir, sie haben mich sehr freundlich aufgenommen und geben sich alle Mühe, damit ich mich hier wie ein Familienmitglied fühle. Bei den beiden Kindern hingegen habe ich das Gefühl, dass sie so etwas wie einen Schock durch die ganzen Veränderungen erleben. Es handelt sich um zwei Jungs im Alter von zwei und vier Jahren. Sie bestehen eigentlich immer darauf, dass Ihre Mutter alles für sie tut und lehnen jede Hilfe von mir ab. Vor zwei Wochen wurde nun ein neues Familienmitglied (ein weiterer Junge) geboren. Das kann das Verhalten der beiden Älteren natürlich auch beeinflussen, ich weiß aber nicht so richtig, wie ich damit umgehen bzw. das verändern soll. Heute sollte ich den 4-Jährigen zum Kindergarten bringen und anschließend mit dem 2-Jährigen im Park spielen. Als wir das Haus verließen, fingen die beiden Jungen an zu rennen und ich musste ihnen hinterherlaufen, bis die Mutter herauskam und mit ihnen schimpfte. Wenn ich mit ihnen alleine bin, hören die beiden eigentlich ganz gut, aber zu Hause sagen sie manchmal sehr unhöfliche Worte zu mir und wollen partout nicht hören. Sie wollen sich dann auch nicht von mir anziehen lassen, oder dass ich ihnen mit den Schuhen helfe. Einmal, als die den Älteren vom Kindergarten abholte, fing er an zu weinen, weil ich es war und nicht seine Mutter. Ich versprach ihm ein Geschenk, wenn er mit mir käme und er ging dann ganz froh mit mir mit. Ich kann das Kind aber auch nicht verderben, indem ich ihm immer etwas schenke, damit er glücklich ist. Manchmal ist er auch recht aggressiv – sowohl gegenüber anderen Kindern im Kindergarten, als auch mir gegenüber. Was soll – was kann ich tun, um die Situation zu verbessern?

Die Antwort:

Ich bin auch als Au-Pair in Deutschland – die Gastkinder sind in einem ähnlichen Alter, ebenso Jungs, allerdings gibt es kein neues Baby. Die Gastmutter verlässt meistens auch schon das Haus, bevor die Beiden aufstehen. Ich würde empfehlen, unbedingt mit den Gasteltern darüber zu sprechen. Wie würden sie reagieren? Wie disziplinieren sie die Kinder in solchen Situationen?

Außerdem würde ich raten zu versuchen, eine engere Beziehung zu den beiden Jungs herzustellen. Sie zu fragen, was sie gerne tun möchten? Wie der Tag im Kindergarten war? Sich lustige Spiele ausdenken oder gemeinsam auf den Spielplatz zu gehen.

Was aggressives Verhalten betrifft, so hatte ich das Problem mit einem der beiden Jungs zunächst auch – heute allerdings nicht mehr. Was ich getan habe? Nun, ich hielt seine Hände einfach 5-10 Sekunden fest, um ihn daran zu hindern, nach mir zu schlagen. Ich bin nie wütend geworden, sondern habe ihm immer nur ruhig gesagt, dass ich das nicht möchte. Einige wenige Male habe ich ihn nach diesen 10 Sekunden in sein Zimmer gebracht und ihm erklärt, dass er dort schreien und weinen könne. Wie gesagt, das kam nicht sehr oft vor, weil er die Konsequenzen seines Handelns verstand. Er verstand auch ohne dass ich je irgendetwas anderes getan habe, dass ich am Ende stärker bin als er und Kinder reagieren meist positiv auf logische Dinge. Es ist immer wichtig, die Situation zu klären und zu erklären, warum man etwas tut.

***

Wer sich noch weiter mit dem Thema „Umgang mit den Gastkindern“ beschäftigen möchte, dem sei außerdem dieser Artikel empfohlen und sollten Sie als Gastfamilie weitere Tipps suchen, so lesen Sie bitte hier weiter.

Für wie lange sollte man ins Ausland gehen?

von Judith Liehr

Sie haben sich bereits entschieden ins Ausland zu gehen, wissen aber noch nicht, für wie lange.

Viele unsere Programmteilnehmer/innen stellen sich die Frage, welcher Zeitrahmen für sie am besten geeignet ist. Oder welches Programm für welchen Zeitraum dann am besten passt.

Zunächst sollten Sie sich fragen, welches Ihre Ziele und welches potenzielle Barrieren sind:

  • Sie wollen einen Eindruck in eine andere Kultur gewinnen, aber auch ein wenig Geld sparen? Ein Kurzzeit-Aufenthalt (1-3 Monate) könnte in diesem Fall das Richtige sein.
  • Sie wollen Ihre Sprachkenntnisse wirklich aufpolieren, müssen aber beispielsweise zu bestimmten Bewerbungsfristen beispielsweise für eine Universität wieder zurück sein? Hier käme dann vermutlich ein halbes Jahr in Frage.
  • Sie wollen wirklich in eine neue Kultur eintauchen – dann ist ein Aufenthalt für ein akademisches Jahr (also 10-12 Monate) sicher genau das Richtige für Sie.

Bei der weiteren Entscheidungsfindung sollten Sie folgende Faktoren beachten: 

Kurzzeit-Aufenthalte

Das bietet sich oft dann an, wenn Sie beispielsweise an Urlaub, Semesterferien o.ä. gebunden sind. Sie könnten sich als Freiwillige/r im Ausland engagieren (das kann man sogar ab zwei Wochen Aufenthaltsdauer tun), als Sprachtutor/in in (max. drei Monate) sehr viele unterschiedliche Länder reisen, oder sogar als sog. Sommer-Au-Pair (auch bis zu drei Monate) in einige Länder gehen. Selbst ein relativ kurzer Auslandsaufenthalt mit einem dieser Programme wird Ihnen ganz sicher einen guten Einblick in die Kultur Ihres Gastgeberlandes geben und einen positiven Einfluss auf Ihr eigenes Leben haben. Da Sie aber nicht so lange im Ausland sein werden, wird es andererseits auch nicht sehr schwierig sein, sich anschließend wieder zu Hause einzufinden. Drei Monate sind am Ende nur 90 Tage – an Tagen, an denen Sie das Heimweh plagt, können Sie sich daran erinnern, dass es ja nur noch „X“ Tage sind, bis Sie wieder nach Hause reisen – das ist überschaubar!

Ein halbes Jahr

Sofern Sie wirklich gute Sprachkenntnisse wieder mit nach Hause nehmen wollen, sollten Sie noch 2-3 Monate „dranhängen“ und für ein halbes Jahr ins Ausland gehen. Sie können dies im Rahmen eines Au-Pair, oder auch eines Work & Travel-Programms tun. Diese Zeitspanne im Ausland garantiert Ihnen eine wirklich solide Grundlage für Ihre Sprachkenntnisse, aber auch ein sehr gutes Verständnis der Kultur Ihres Gastlandes. Auch dieser Zeitraum ist aber relativ überschaubar. 

Ein akademisches Jahr

Dies ist sicherlich die bekannteste und beliebteste Programmlänge, speziell für Au-Pair-Aufenthalte im Ausland. Nach einem solchen Programm werden Sie ein besseres Verständnis für bestimmte, kulturelle Aspekte Ihres Gastlandes haben, als Sie das für Ihre Heimat haben. Sie werden eines Morgens aufwachen und feststellen, dass Sie in der Sprache Ihres Gastlandes geträumt haben. Sie werden überlegen, wie Sie finnische Lakritze oder Tortilla Espanola später zu Hause in Ihre tägliche Ernährung integrieren können. Sie werden immer und überall mit einer gewissen Leichtigkeit zurechtkommen, denn Sie waren dazu in der Lage, dies in einem fremden Land zu tun. Sie werden feststellen, dass Sie nicht nur eine „Gastfamilie“ haben, sondern eine zweite Familie an einer anderen Stelle auf der Welt. Sollte das für Sie attraktiv klingen, so haben Sie hier die richtige Programmlänge gefunden.

Sofern Sie sich noch nicht über das passende Programm, mit dem Sie ins Ausland gehen möchten, im Klaren sind, lesen Sie bitte hier weiter – oder fragen Sie uns. Wir beraten Sie gerne!

Familien-Einladungen : Sollten Sie Ihr Au-Pair mitnehmen?

von Judith Liehr

Zunächst einmal, wie sehen die Menschen in Ihrer Umgebung Ihr Au-Pair? Was glauben Sie, was es für sie bedeutet, wenn Sie sagen, sie/er solle als „Teil der Familie“ betrachtet werden? Großeltern, Nachbarn, Lehrer oder auch der Postbote haben sicher alle ihre eigenen Vorstellungen darüber ob, wann und in wie weit ein Au-Pair Teil Ihrer Familie ist, oder eben nicht ist. Aus diesen Vorstellungen heraus haben diese Menschen dann auch ihre eigenen Erwartungen daran, ob ihre Interaktion mit Ihnen, als Familie, das Au-Pair einschließt, oder eben nicht.

Wenn es um die Einbeziehung eines Au-Pairs in eine „Familien-Aktivität“ mit anderen Familien geht, so sind eine ganze Reihe von Perspektiven zu berücksichtigen. Zunächst einmal sollten Sie sich die Frage stellen, ob dies das Richtige für Sie und auch für Ihr Au-Pair ist. Feiertagsessen, Kindergeburtstage und ein Ausflug zu einer Sehenswürdigkeit sind unkompliziert -  selbstverständlich wird Ihr Au-Pair eingeladen, sich Ihnen anzuschließen. Hochzeiten im Freundes- und Verwandtenkreis, private Verabredungen, Familiengespräche oder längere Reisen sind da schon wesentlich diffiziler.

Ihre Entscheidungen diesbezüglich können sich basierend auf der jeweiligen Veranstaltung, Ihres aktuellen Au-Pairs (bzw. dessen Persönlichkeit), Ihrer Beziehung zu eben diesem Au-Pair, verändern. Sie sollten sich auch folgende Fragen stellen: Möchten Sie diese Veranstaltung teilen? Würden Sie den gleichen Spaß daran haben, wenn Ihr Au-Pair Sie begleitete? Wird die Veranstaltung Ihrem Au-Pair Spaß machen, bzw. für sie/ihn interessant sein? 

Ist die Veranstaltung überhaupt für Ihr Au-Pair geeignet?

  • Würde die Teilnahme des Au-Pairs (eben eines/r „Fremden“) die soziale Dynamik der Veranstaltung für den/die Gastgeber beeinträchtigen?
  • Hat Ihr Au-Pair die Fähigkeit mit einer ganzen Reihe neuer Menschen zu kommunizieren?
  • Werden andere Menschen dort sein, mit denen sie/er sich zusammentun kann (wie andere junge Erwachsene oder andere Au-Pairs)?
  • Wird sie/er als Gast anwesend sein, oder quasi „im Dienst“?
  • Hat sie/er dem Anlass angemessene Kleidung?
  • Wird sie/er die Bräuche der Veranstaltung kennen und wissen, wie man sich verhalten sollte?
  • Wird sie/er während der ganzen Veranstaltung anwesend sein, oder aber nach beispielsweise dem Kaffee und vor dem „Abendteil“ wieder gehen?

Denken Sie auch an die Gastgeber der Veranstaltung.

  • Sind sie mit fremden Gästen einverstanden?
  • Handelt es sich um Menschen, die mit Essen, Trinken und Konversation eher großzügig sind?
  • Sind sie überhaupt an Menschen wie einem Au-Pair interessiert? 

Selbstverständlich wird Ihre Entscheidung für jede Veranstaltung bzw. (potentielle) Einladung einzigartig sein, sie wird aber auch Aufschluss über die generelle Präferenz Ihrer Familie geben.

Mit all diesen Fragen im Sinn werden Sie nun wissen, ob Sie wollen, dass Ihr Au-Pair mit Ihnen kommt. Nun müssen Sie sich der größten Herausforderung stellen: Ihrer Familie und Ihren Freunden/Bekannten zu kommunizieren, wie Sie möchten, dass Ihr Au-Pair aufgenommen wird!

Berücksichtigen Sie:

  • Menschen, die nicht selbst ein Au-Pair haben, müssen nicht nur über dieses Kulturaustauschprogramm im Allgemeinen, sondern auch über die Beziehung zwischen Ihnen, als Gastfamilie, und Ihrem Au-Pair informiert werden.
  • Auch Menschen, die selbst ein Au-Pair haben, sollten Sie darüber informieren, in wie weit Sie Ihr Au-Pair einschließen möchten (oder eben nicht).

Sehr viele Gastfamilien von Au-Pairs handeln eher intuitiv, andere wiederum sind sich oft nicht sicher, wann, wo und zu welchem Anlass sie ihr Au-Pair mitnehmen können/sollten/wollen – in jedem Fall aber lohnt es sich, sich auch mit diesem Thema auseinanderzusetzen, um ein möglichst gutes, interessantes und konfliktfreies Jahr miteinander zu verbringen.

Vier gute Gründe für einen Auslandsaufenthalt

von Judith Liehr

Prinzipiell findet man ja immer eine Ausrede dafür, etwas nicht zu tun, aber ist es nicht zuweilen an der Zeit, sich aufzuraffen und einen Plan umzusetzen, den man vielleicht schon eine Weile im Hinterkopf hat? Träume Wirklichkeit werden zu lassen? Wir alle wissen ja, dass unsere Zeit insgesamt doch begrenzt ist! Auf der Erde gibt es 195 Länder und rund 7,5 Milliarden Menschen. Verschwenden Sie Ihre Zeit nicht damit zu sagen „ich habe keine Zeit“, oder später dann „hätte ich das nur getan...“.

1. Die schlechte Nachricht: die Zeit verfliegt sehr schnell! Die gute Nachricht: Sie sind der Pilot!

Auch wenn die Zeit verfliegt, Ihre Erinnerungen werden das sicher nicht tun. Wir haben nur das eine Leben, in dem wir Abenteuer erleben und uns Herausforderungen stellen können. Dies ist genau die Zeit Ihres Lebens, die Sie nutzen sollten. Sie haben noch keine Hypothek oder Rechnungen zu zahlen, Sie sind (wahrscheinlich) noch unverheiratet und haben keine Kinder. In der Zukunft wird es sicher wesentlich schwieriger sein, Ihre Karriere sozusagen „aufs Eis zu legen“, um lange zu reisen. Solange Sie jung sind, haben Sie Ihren ganzen Berufsweg noch vor sich. An diesem Punkt Ihres Lebens ist es wirklich einfach, quasi schmerzfrei und ein Kinderspiel.

2. Sie finden sich selbst

In Bezug auf das Reisen, wird das immer wieder gesagt und daher klingt es fast schon abgegriffen. Auch wenn es ein Klischee ist – es stimmt. Reisen wird Ihnen dabei helfen herauszufinden, wer Sie selbst wirklich sind. Woher wollen Sie wissen, was Sie tun möchten, oder wer Sie sein wollen, wenn Sie nicht wissen, was es „da draußen“ noch alles gibt? Unser Leben gleicht einem großen Puzzle – man muss zuerst das ganze Bild sehen und es dann Stück für Stück zusammensetzen. Jeder neue Mensch, den wir kennenlernen, jede Stadt, die wir entdecken und jede Reise, die wir machen, ist wie ein weiteres Teil unseres Puzzles.

3. Reisen ist Bildung

Reisen zeigt uns neue Lebensperspektiven auf und lehrt uns vieles über andere Menschen und Kulturen. Reisen zeigt auch, dass, egal was wir schon glauben zu wissen, es immer noch etwas Neues zu lernen gibt. Reisen prüft Sie, fordert Sie heraus und lehrt Sie Dinge wie Planung, Unabhängigkeit, Budgetierung, Organisation und Kommunikation – alles Dinge, die Sie in Ihrem Leben unbedingt brauchen werden.

4. Reisen ist das Einzige, was Sie bezahlen müssen, Sie dennoch reicher macht

Ja – ich gebe es zu, auch das ist ein Klischee. Aber auch das stimmt! Reisen kostet Geld – das ist eine Tatsache. Es ist aber sehr rentabel, da der Wert weit über dem liegt, was Sie ausgegeben haben. Reisen lehrt Sie mehr über sich selbst, als jeder „Job“ es tun könnte. Die Menschen, welche Sie treffen, Freunde, die Sie finden werden, die unvergesslichen Erfahrungen und Geschichten, welche Sie später erzählen können, und auch Ihre neu erworbenen Fähigkeiten sind Dinge, die man für Geld nicht kaufen kann. Also: sammeln Sie Erinnerungen, nicht Dinge!

Es ist unerheblich, für welches Programm Sie sich am Ende entscheiden, Au-Pair, Sprachtutor(in), Freiwillige(r) oder ein Work & Travel Programm – es sollte nur das Passende sein!

Ein Jahr als Au-Pair in Schottland

von Judith Liehr

Wir alle bei Kulturist freuen uns natürlich sehr darüber, dass Leonie gewonnen hat – haben wir doch ihr Jahr als Au-Pair in Schottland über ihren schönen Blog immer wieder mit verfolgen können! Die Preisverleihung fand am 15. Oktober während der Jahreshauptversammlung des Deutschen Bundesverbandes (APSeV) statt, wo Leonie ihren Essay vorgetragen hat:

Mein letzter Blogeintrag
Ein Essay von Leonie Lehlbach

Ein allerletztes fröhliches, aber doch mit ein wenig Abschiedsschmerz getränktes „Hallo, ihr Lieben!“

So, da sind wir nun, am Ende meiner Au Pair Zeit angekommen. 43 Blogeinträge sind geschrieben, gelesen und hoffentlich gemocht!
Erinnert ihr euch, mit welchen Zeilen ich vor einem Jahr einleitete, als ich am ersten Abend, müde nach der Reise, in nun meinem Zimmer meinen Blog begann?

„Abschied ist scheiße.
Er kommt immer früher,
als man…
Tschüß.“

Ob es einem gefällt, oder nicht. In die andere Richtung, wieder nach Hause, funktioniert dieser Spruch nämlich genauso gut.

Lasst uns doch das letzte Jahr noch einmal Revue passieren lassen.

Wenn man nie eigene Kinder hatte, ist es definitiv kein Leichtes, plötzlich drei zu haben. Tapferes- Schneiderlein- mäßig drei auf einen Streich, von null auf drei in einer Sekunde.

So habe ich mich also vor einem Jahr auf das Abenteuer meines bisherigen Lebens gemacht: Ein ganzes Jahr in Schottland.

Obwohl wir uns ja alle vom Skypen kannten, war es ganz anders, den „Soutar Clan“, wie ich ja immer zu sagen pflege, und seine Mitglieder persönlich kennen zu lernen. Rucie und Donnie, meine Gasteltern und die drei Töchter Charlotte, Libby und Lexi. Bessere Spitznamen hätte man sich für eineiige Zwillinge nicht aussuchen können.
Ganz anders als auf Skype, aber voll im Modus zweier Vierjähriger sind beide schon von Beginn an sehr aufgeschlossen und zugänglich gewesen und haben mich mit ihrem süßen Charme in ihren Bann gezogen.
Jedoch gab es trotzdem noch ein Problem. Ich konnte sie nicht auseinander halten.
Deshalb war folgende Frage auch immer an der Tagesordnung: „Who are you?“. Ab diesem Zeitpunkt des Tages konnte ich dann anhand der Kleidung erkennen, wer wer war. Was mir aber auch nicht wirklich weiter half, wenn ich die beiden baden sollte…

Eine Zwillinge

Heute kann ich mir nicht vorstellen, wie ich die Zwillinge je nicht voneinander unterscheiden konnte. Mimik, Gestik und die Art zu sprechen sind so unterschiedlich, was ich aber erst mit der Zeit wahrgenommen habe. Kaum zu glauben, dass auch der Charakter zum Aussehen einer Person beiträgt!
Abgesehen von der Tatsache, dass sie anders aussehen, könnten ihre Charaktere unterschiedlicher nicht sein. Während Libby am liebsten Kleider anzieht und malt, sich auch für alles das interessiert, was Charlotte toll findet und wie sie auch bald in den Turnunterricht geht, hat Lexi Kleidern während meiner Zeit hier ganz abgeschworen und beschäftigt sich auch gerne mit Malen, ist aber noch lieber draußen. Außerdem spielt sie Fußball.

Obwohl Libby und Lexi schon sehr unterschiedlich sind, sind die Unterschiede zu ihrer älteren Schwester noch gravierender. Dafür, dass sie erst sieben Jahre alt ist, sieht Charlotte viel älter aus und verhält sich auch so. Sie beschäftigt sich gern allein, liest sehr viel und sehr gut und denkt schon ganz anders. Sie ist größer als ihre neunjährige Cousine und spricht manchmal, als sei sie zehn Jahre alt, oder sogar älter. Oft musste ich mich selbst daran erinnern, dass sie erst sieben Jahre alt ist.
Da Kinder ab einem bestimmten Alter ihr bedingungsloses Vertrauen und die Arglosigkeit verlieren, hatte ich es mit Charlotte aber auch deutlich schwerer, eine Verbindung aufzubauen. Nach einem Monat begann ich, mir Sorgen zu machen, doch bald darauf hatte sie sich an mich gewöhnt und nahm mich auch gerne von sich aus an der Hand.

Und so wurde die Bindung zu jedem der drei Mädchen von Tag zu Tag stärker….

Ich erinnere mich noch gut an das Schreiben der Bewerbung, bei der man auch angeben sollte, was man sich von dem Jahr im Ausland erhofft. Ich glaube, ich habe damals geschrieben, dass ich meinen Horizont erweitern und neue Erfahrungen machen will. Doch dass dieser Plan so ins Positive ausartet, hätte ich mir im Traum nicht vorstellen können.
Ich habe mich nicht nur selbst besser kennen gelernt, sondern mich auch irgendwie neu erfunden. Die Umgebung, in die man kommt, erwartet nichts von einem, wie die Freunde und Familie zu Hause, wo man nach all den Jahren schon eine bestimmte ‚Rolle‘ eingenommen hat. Es ist wie die Chance, ein Bild noch einmal neu anzufangen, wie ein unbeschriebenes Blatt Papier, auf dem man sich gefühlsmäßig kreativ austoben darf, aber auch muss. Einen Tellerrand, über den man hinausschauen müsste, ist nämlich noch gar nicht da.

Ein Tellerrand gibt aber auch Sicherheit. Besonders wenn man Freunde hat, die einem Gesellschaft leisten. Noch nie zuvor hat der Begriff Freunde finden so sehr zugetroffen. Man muss nämlich auch erst nach ihnen suchen. Und das stellte sich als weitaus schwerer heraus, als ich gedacht hatte.

Wer mich kennt, weiß, dass ich eine sehr offene Person bin, weshalb es für mich bisher immer ein Leichtes war, Leute kennen zu lernen. Aber wenn man nicht weiß, wo man Leute kennen lernen kann, ist das alles ein wenig schwieriger. Die von Ruth, die hier in Schottland Au Pairs an Familien vermittelt und die Au Pairs betreut, organisierten Au Pair Treffen haben anfangs sehr geholfen. Doch war ich eigentlich nach Schottland gekommen, um hauptsächlich in Schottland beheimatete Freunde zu finden, um deren Art zu leben kennen zu lernen und um noch mehr in den schottischen Alltag eintauchen zu können.
Ich weiß noch genau, wie ich zu Beginn jeden Abend deprimiert und ratlos in meinem Zimmer saß und nicht weiter wusste, bis mich ein anderes Au Pair, die später meine beste Freundin hier in Schottland werden sollte, fragte, ob ich mit ihr ins Kickboxen kommen wollte. ICH kickboxen, habe ich mir damals gedacht, ich, die Sport eigentlich schon immer blöd fand und die, die die letzten vier Jahre einmal in der Woche Standard- und Lateintänzen gefrönt hatte. Lächerlich. Jedoch wollte ich auch nicht das restliche Jahr in meinem Zimmer verbringen und weil ich wusste, dass noch andere Au Pairs gingen, lies ich mich überreden.
Seit diesem Tag ging ich dreimal in der Woche Kickboxen und verbrachte den Großteil meiner Freizeit mit Freunden, die ich dort kennen gelernt hatte, meiner „Scottish Family of Friends“.
(Wer hätte gedacht, dass es doch so leicht ist, wenn man sich nur einen Ruck gibt…)

Ein Aspekt, den ich mehr als alles andere gelernt habe, ist Zeitmanagement. Ich würde behaupten, dass mein Zeitmanagement vorher schon gut war, vielleicht mit ein zwei Ecken und Kanten, aber ich bin gut zurechtgekommen.
„Gut“ organisiert zu sein reicht aber nicht, wenn man plötzlich für drei Kinder verantwortlich ist. Man kann eine halbe Stunde bevor man das Haus verlassen will zehn Mal fragen, ob jemand muss und wenn man dann gehen will, muss trotzdem jemand Groß. Man kann die Haare schön bürsten und herrichten und wenn man gehen will, sieht alles von unzähligen Kopfständen und geschlagenen Rädern zerstört und wieder total durcheinander aus. Man kann darauf achten, dass jeder genug zu Trinken und einen Snack hat und warm genug angezogen ist und wenn man dann endlich weg ist, merkt man, dass man selbst mal muss, Durst hat und friert. All das spielt sich jedoch ein, sobald man die kleinen Kniffe durchschaut. Es braucht nur ein bisschen Zeit.
So brauchte auch das Eingewöhnen seine Zeit.
Quasi keinen Arbeitsweg zu haben klingt zunächst sehr reizvoll, doch mit den Leuten zusammen zu leben, für die man auch arbeitet, kann sehr belastend sein. Ich wollte nichts Falsches sagen oder tun, vom Tisch aufzustehen konnte in einer sehr unangenehmen Situation enden, weil ich nicht sicher war, ob ich aus Höflichkeit noch ein bisschen bleiben sollte, um ein Gespräch zu führen, oder ob sie nach einem langen Arbeitstag lieber die Zeit für sich hätten.
Wenn ich jetzt darüber nachdenke, wie oft ich während meiner Freizeit meine schützenden vier Wände nicht verlassen wollte, obwohl ich eigentlich etwas aus der Küche gebraucht hätte, nur um eine Begegnung zu vermeiden, die es verraten hätte, dass ich eigentlich auch nur ein Mensch bin, und z.B. trinken muss, kann ich nur über mich selbst lachen. Aber das ist ja auch mal ganz gut!

Die Zwillinge

Solche und andere Konflikte allein lösen zu müssen war schwer und erforderte Mut, hat mich aber viel selbstbewusster gemacht.

Besonders den Zwillingen, die vier waren, als ich nach Schottland kam, habe ich viel beigebracht. Während meiner Zeit hier haben sie mit mir gelernt, wie man sich ordentlich die Zähne putzt, wie man sich nach der Toilette richtig die Hände wäscht, wie man sich selbst die Schuhe anzieht und die Jacke zumacht. Deshalb fand ich das Alter der Kinder perfekt, weil sie nicht mehr zu klein waren, um zu lernen, wie man ein wenig selbstständiger wird, aber auch nicht zu alt, um noch sehr offen für Hilfestellungen zu sein.
Weil Charlotte den Tag über in der Schule war, Libby und Lexi aber nur bis halb zwölf im Kindergarten waren, hatten wir für all diese Sachen sehr viel Zeit. Neben den Fähigkeiten, konnte ich ihnen jedoch auch andere Werte vermitteln, etwa wie man sparsam mit Wasser und Papier umgeht, oder ‚hallo‘ und ‚bitte‘ und ‚danke‘ zu sagen, wenn es angebracht ist. Außerdem habe ich viele erste Male und Meilensteine im Leben der Kleinen erleben dürfen, die meistens, aber auch nicht immer gut waren. Windpocken, ausgefallene Zähne, das 1. Tor im Fußballtraining, das 1. Mal ohne Stützräder Fahrrad fahren, den ersten richtigen Kopfstand, den eigenen Namen schreiben, und sogar die Einschulung, für die ich, um auch ein bisschen Deutsche Kultur einfließen zu lassen, mit einer Freundin Schultüten gebastelt habe.

Die drei Mädchen sind aber nicht die einzigen, die im letzten Jahr viel gelernt haben. Mindestens genauso viel haben sie nämlich mir beigebracht. Allem voran: Geduld.
Besonders wenn man es eilig hat, sind die Geduldressourcen knapp. Was man am wenigsten gebrauchen kann, ist eine Diskussion darüber, ob ein leichter Cardigan für einen Herbsttag, oder einen durchschnittlichen Sommertag(das unterscheidet sich hier nicht wirklich) genug ist, oder nicht. Die ‚Ich-Bin-Verantwortlich- Und-Du-Machst-Was-Ich-Sage- Karte‘ auszuspielen ist möglich, aber nicht immer schlau. Ich habe es sehr oft so versucht- und hatte natürlich selten Erfolg.
Für uns Erwachsene ist es schwer, das Denken eines Kindes nachzuvollziehen, aber nicht unmöglich, wenn man sich kurz Zeit dafür nimmt. Während es für mich offensichtlich ist, dass man eine Jacke braucht, weil ich vielleicht die Wettervorhersage gesehen habe, oder mir bewusst bin, in welchem Land ich mich gerade befinde, ist es nicht zwingend für Kinder auch so. Sich also kurz die Mühe zu machen und zu erklären, warum eine Jacke eine gute Idee ist,  ist viel leichter, als „Weil ich es sage!“ zu sagen, obwohl das auf den ersten Blick nicht so scheint und meist doch sehr verlockend ist. So habe ich mir oft lange Diskussionen und Widerstand erspart, weil ich die Geduld aufgebracht habe, um einfache Sachverhalte verständlich zu machen, selbst wenn ich die Frage noch so überflüssig fand.

Eltern sein ist nicht leicht. Auf der einen Seite muss man vernünftig sein und Verantwortung übernehmen, will und muss aber auf der anderen Seite das Kind verstehen und nachvollziehen können. Da es bei mir verglichen zu den meisten Eltern noch nicht so lange her ist, dass ich fünf Jahre alt war, habe ich mich oft in den Kleinen wiedererkannt und konnte dementsprechend reagieren. Jedoch habe ich auch schon gemerkt, wie schwer es mir fällt mich wirklich auf die „Kinderebene“ einzulassen. Wem wurde noch kein imaginärer Telefonhörer überreicht und plötzlich waren sämtliche Wörter im Kopf nicht mehr aufzufinden, außer „Hallo?“. Die Fähigkeit, kreativ zu sein, herum zu spinnen und einfach irgendetwas zu sagen, weil es wirklich keine große Rolle spielt- erst recht nicht für das Kind- geht den meisten Erwachsenen verloren und auch ich merke, wie schwer es schon für mich ist. Schade eigentlich. Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als ich Hörer in Hände gedrückt und voller Erwartung auf ein aufregendes Telefongespräch gewartet habe und wie unbegreiflich es für mich war, dass jemandem bei all den Möglichkeiten nichts einfällt.

Ich habe eben jeden einzelnen Blogeintrag seit September letzten Jahres gelesen. Ich bin sehr froh, dass ich doch so konsequent geschrieben habe. Denn was würde ich bloß tun, wenn ich mich nicht mehr an den Tag erinnern könnte, als Libby mir ihren Mittelfinger entgegenstreckte und sagte, dass das  der „Lehrerfinger“ sei, weil er der größte von allen ist und ich ihr erklären musste, dass sie das so zu keiner anderen Person zeigen darf, weil diese sonst beleidigt sein könnte. Oder als Lexi nachdem wir zu Hause angekommen waren zu müde war, um ihre Jacke auszuziehen und es sich deshalb, wie sie war, auf der Treppe gemütlich machte…

Ich könnte noch jahrelang weiter Geschichten von den dreien erzählen, bin aber schon für dieses eine Jahr voller Geschichten unendlich dankbar. I will miss you a lot, my Honeys...

...und wie man hier so schön zum Abschied sagt:

See you later!

Eure Leonie :-)

*Dieser Essay soll den letzten Eintrag meines Blogs darstellen, den ich am 06.09.2015 zu Anfang meines Jahres als Au Pair erstellt habe. Obwohl mein Blog definitiv eine spontane Aktion und vorher nie in Planung war, kam er vermutlich besonders aufgrund der vielen lustigen Geschichten sehr gut an und gewann so viele Leser im Kreise meiner Familie und Freunde. Von den vielen positiven Rückmeldungen motiviert, habe ich es geschafft, fast jeden Sonntag einen Eintrag hochzuladen.

www.leonieinschottland.blogspot.co.uk

An dieser Stelle nochmals herzlichen Glückwunsch, Leonie! Wir freuen uns mit Ihnen über diesen Titel und wir sind auch ein bisschen stolz darauf, dass wir nun schon drei Mal ein Au-Pair des Jahres stellen konnten. Für Ihre weitere Zukunft wünschen wir Ihnen alles Gute!

Bundesverband Au-pair Society kürt Au-pair des Jahres 2016

von kulturist

17.10.2016  Am 15. Oktober 2016 fand die diesjährige Jahreshauptversammlung des Bundesverbandes Au-pair Society e.V. in Bad Tölz statt. Dort wurden die Au-pairs des Jahres 2016 in Anwesenheit vieler Mitgliedsagenturen, Fördermitglieder und Gäste feierlich ausgezeichnet. 

Durch diese Auszeichnung möchte der Au-pair Society e.V. jungen Menschen, die, für einen begrenzten Zeitraum, ihre Familien, ihre Heimat und ihren gewohnten Kulturkreis verlassen, die verdiente Anerkennung zollen. Für viele von ihnen ist das Au-pair-Jahr der erste Auslandsaufenthalt ihres Lebens und auch die erste Gelegenheit, Erfahrungen in einer fremden Kultur zu sammeln. Ein Au-pair-Aufenthalt ist, vor diesem Hintergrund, eine anspruchsvolle und dennoch oft unterbewertete kulturelle Erfahrung - der Verband hofft, mit dieser Auszeichnung ein stärkeres Bewusstsein dafür zu wecken.

  • Preisträgerin für den Bereich outgoing ist Leonie Lehlbach, die ein Jahr als Au-Pair in Schottland/Edinburgh verbracht hat. „Ich bin selbstbewusster und in vielem geduldiger geworden“, sagte Leonie Lehlbach, die mit ihren Eltern zur Preisverleihung nach Bad Tölz angereist ist. “Ich freue mich sehr darüber, dass ich viele erste Male und Meilensteine im Leben meiner drei kleinen Schutzbefohlenen miterleben durfte und bin für dieses eine Jahr voller Geschichten unendlich dankbar.“ Leonie Lehlbach wurde von der Agentur Kulturist vermittelt.
  • Für den Bereich incoming wurde Serhii Svyrlaniak aus der Ukraine ausgezeichnet. „Die Teilnahme am Au-Pair-Programm war die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe.“ meint Serhii Svyrlaniak, der derzeit in St. Leon-Rot lebt und dort eine Familie bei den täglichen Aufgaben unterstützt. „Ich hatte vom ersten Tag an das Gefühl in meiner Gastfamilie sehr willkommen zu sein. Das hat mir am Anfang viel Mut und Kraft gegeben.“ Serhii Svyrlaniak wird betreut von der Agentur AuPair2000.

 

17 wichtige Tipps für Ihren Langstreckenflug

von Judith Liehr

Für viele unserer Au-Pairs nach Australien oder Neuseeland ist es der erste wirklich lange Flug – da gibt es einiges, an das man vorher denken sollte, damit die Reise nicht zu anstrengend wird. Nach Mexiko oder China ist es zwar nicht ganz so weit, aber auch neun bis zwölf Stunden im Flieger können sehr lang sein!

  1. Oft ist es empfehlenswert, sich ein eigenes Nackenkissen, eine kleine Decke und eine Augenmaske mitzunehmen. Auf Langstreckenflügen bieten die meisten Airlines zwar Kissen/Decke an, die Kissen sind aber nur flach und die Decken sehr dünn und/oder kratzig.
  2. Feuchttücher (am besten Babypflegetücher) einpacken! Man kann nicht nur sich selbst damit prima reinigen, sondern auch den Klapptisch im Flieger nach dem Essen.
  3. Kopfhörer sind immer eine gute Sache. Vor allem dann, wenn Sie Kopfhörer haben, die die Geräusche von außen abschotten.
  4. Die Kleidung für einen langen Flug sollte eher nach Tragekomfort, als nach Optik ausgesucht werden – am allerbesten in mehreren Lagen, den im Flugzeug ist es oft kälter, als man sich das vorher vorstellt. Dicke Socken halten nicht nur die Füße warm, sondern sind auch bequemer als Schuhe.
  5. Eine kleine Zahnbürste und Zahnpasta sind auch empfehlenswert, damit man sich nach den Mahlzeiten die Zähne putzen kann. Ebenso hilft Kaugummi nicht nur, einen frischen Atem zu bewahren, sondern er hilft auch dabei, den Druck auf den Ohren bei Start und Landung zu vermindern.
  6. Denken Sie daran, dass Sie eher nicht 10 Stunden oder mehr Musik hören werden. Sie sollten auch für andere Unterhaltungsmöglichkeiten sorgen – beispielsweise Hörbücher, eBooks, oder auch Rätsel (wie Sudoku) und etwas zum Schreiben. Sollten Sie auch einen Laptop dabeihaben, so können Sie sich auch eigene Filme anschauen und sind nicht auf das Angebot der Flugggesellschaft angewiesen.
  7. Achten Sie darauf, dass Ihre elektronischen Geräte beim Abflug vollgeladen sind. Sie können nicht davon ausgehen, dass Sie einen Platz an einer Steckdose haben werden. Packen Sie ein Ladegerät ein.
  8. Nehmen Sie sich ein paar Snacks mit (Nüsse, Trockenobst, Müsliriegel etc.) – so haben Sie zwischen den Mahlzeiten auch etwas zu Essen und müssen nichts Zusätzliches im Flieger kaufen.
  9. Sollten Sie dazu neigen trockene Augen zu bekommen, so nehmen Sie sich unbedingt ein kleines Fläschchen Augentropfen mit.
  10. Wählen Sie beim Einchecken möglichst einen bequemen Sitzplatz. So ist es zwar oft schön, aus dem Fenster zu schauen, auf einem Langstreckenflug ist es aber am Gang am Bequemsten – dort kann man einfacher aufstehen, oder auch die Beine ausstrecken.
  11. Informieren Sie sich rechtzeitig über die Essensportionen Ihrer Airline. Oft bieten Airlines für Langstreckenflüge auch eine reichhaltige Auswahl an speziellen Gerichten an (z.B. vegetarisch o.ä.), diese muss man allerdings im Voraus buchen.
  12. Sie sollten sich unbedingt im Voraus über Beschränkungen betreffend Ihr Gepäck informieren – also Größen- und Gewichtsvorgaben, auch für das Handgepäck. Denken Sie auch daran, dass bestimmte Dinge, wie das Schweizer Taschenmesser, nicht ins Handgepäck dürfen!
  13. Treten Sie Ihre Reise ausgeschlafen an. Selbst wenn Sie der Meinung sind, dass Sie ja im Flugzeug schlafen können, so können Sie vorher nicht wissen, ob es wirklich bequem sein wird, oder Ihr Sitznachbar Sie evtl. stört.
  14. Überprüfen Sie, dass alle Ihre Reisedokumente vorhanden und Ihr Pass aktuell ist – manche Länder verlangen bei der Einreise, dass der Reisepass noch sechs Monate gültig sein muss.
  15. Packen Sie die wichtigsten Dinge schon einige Tage vor Ihrer Abreise ein – am besten legen Sie sich rechtzeitig eine Liste an, damit Sie nichts vergessen.
  16. Planen Sie rechtzeitig, wie und wann Sie am Flughafen sein werden. Kalkulieren Sie nicht zu knapp, insbesondere bei internationalen Flügen sollte man schon frühzeitig dort sein.
  17. Kosmetika, Hygieneartikel und Wäsche zum Wechseln sollten sich im Handgepäck befinden, falls Ihr Koffer nicht mit Ihnen am Ziel ankommt.

 

Selbstverständlich ist es durchaus möglich, dass wir in unserer Liste etwas vergessen haben – sollten Sie noch weitere Tipps haben, so freuen wir uns über Ihren Kommentar!

Ritas Gedanken zu Irland

von Judith Liehr

Wir bekommen ja recht häufig Erfahrungsberichte von „unseren“ Au-Pairs, die gerade im Ausland sind. Viele von ihnen schreiben auch tolle Blogs, die wir oftmals ebenfalls veröffentlichen dürfen. Wir finden es sehr interessant für alle zukünftigen Au-Pairs, darüber zu lesen, was andere im Ausland erleben und wie sie sich dort fühlen. 

Rita, die momentan als Au-Pair in Irland ist, schreibt auch einen Blog – es geht da um Poesie und Reisen und ich finde ihn sehr schön. Der Text, welchen sie über Irland geschrieben hat, ist ein sehr gelungenes Stück Prosa. Deswegen freuen wir uns, diesen Text mit anderen Interessierten teilen zu können. Auch die schönen Fotos sind von Rita.

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KONTRASTE
Oder: Die Leute sagen, in Irland regnet es IMMER.

Die Leute sagen, in Irland regnet es immer. Das stimmt so nicht. Vielleicht regnet es in 70% der Zeit, die man auf der grünen Insel verbringt; vielleicht auch in 80 oder 90%.

Aber es regnet nicht IMMER.

Vielmehr läuft es wie folgt: Du wachst auf - es regnet; du stehst auf - die Sonne scheint; du kochst Kaffee - es regnet; du frühstückst - die Sonne scheint; du räumst die Spülmaschine ein - es regnet.

Ihr wisst was ich sagen will.? Das Wetter hier ist IMMER wechselhaft. Das Wetter hier ist IMMER unberechenbar. Und zwar zu 100%.

Mir geht es wie dem Wetter. Jedenfalls manchmal.

Ich laufe zum Atlantik, lasse mir den kühlen Wind ins Gesicht wehen und bin einfach nur glücklich. Ich bin es in 70, 80 oder 90% der Zeit. Aber ich bin es nicht IMMER.

Es gibt Momente, da sehne ich mich nach Ruhe, wenn es mal wieder zu laut ist. Es gibt Momente, da sehne ich mich nach Gesellschaft, wenn ich allein bin.

Ich liebe das irische Wetter, weil ich weiß, das nach der Sonne stets der Regen und nach dem Regen stets die Sonne kommt. Ich liebe das irische Wetter, weil es IMMER wechselhaft ist. Ich liebe das irische Wetter, weil es IMMER unberechenbar ist.

Ich liebe das Leben hier auf der grünen Insel, weil es IMMER genießen kann - sowohl die Momente, in denen ich glücklich bin; als auch die, in denen ich es nicht bin.

Ich liebe das Leben auf der grünen Insel, weil es IMMER unberechenbar ist.

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Nochmals vielen Dank dafür, dass wir Ihren Text veröffentlichen dürfen, Rita! Ich wünsche Ihnen noch weiter viele schöne und unberechenbare Momente in Irland.

Wer weitere wirklich wunderschöne Texte lesen möchten, hier der Link zu Ritas Blog.

Blind-Date für ein Jahr – Erfahrungsbericht einer Gastfamilie

von Judith Liehr

Es ist schon ein gewagter Schritt, ein neues Familienmitglied auf Zeit einzuladen – zumindest beim ersten Mal!

Eine Gastmutter hat uns einen kleinen Bericht dazu geschickt:

„Wir sind eine Familie mit vier, zum Teil kleinen, Kindern. Nach heutigen Maßstäben fällt das schon unter den Begriff „Großfamilie“, und uns sind die Blicke der Passanten sicher, wenn wir mit „geballter Kinderstärke“ auftauchen. Unsere Söhne, heute fast sieben und vier Jahre alt, und unsere Töchter, gerade anderthalb und sechs, ziehen die Blicke auf sich. Vom erschrockenen „Oh, Gott, vier Kleine!“ bis zum erfreuten „Sind die aber niedlich!“ ist alles dabei.

Weniger niedlich ist es, wenn ein Elternteil mit den vieren allein mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist. Wer schon versucht hat, drei lebhafte Kinder auf den Sitzplätzen der U-Bahn am Herunterfallen zu hindern und mit der anderen Hand das schreiende Kleinkind am Aus-dem-Buggy-Fallen zu hindern, weiß, wovon ich spreche. Und so gut durchorganisiert unser Familienalltag auch ist – sobald einer krank wird, ist Not am Mann.

Ich bin zwar in Elternzeit und arbeite Teilzeit von zu Hause aus, aber gleichzeitig ein Kind in den Kindergarten bringen, den Großen zu seinen Hausaufgaben anhalten und dem Kranken das fiebrige Händchen halten kann ich trotzdem nicht. Die Verwandtschaft wohnt weit entfernt, da kann niemand kurzfristig anreisen.

Wir haben uns für ein Au-Pair entschieden, weil es für uns am besten passt. Als im Haus lebendes Familienmitglied lernen die Kinder das Mädchen schnell gut kennen. Auch bei fest vereinbarten Arbeitszeiten besteht z.B. in Krankheitsfällen die Möglichkeit zur flexiblen „Dienstplanänderung“. Nach Absprache ist bei Bedarf ein vertrauter Babysitter im Haus. Für uns bietet ein Au-pair-Verhältnis nur Vorteile.

Ich war selber als Au-Pair im Ausland und kenne daher auch die „andere Seite“. Für ein gutes Verhältnis zum Au-Pair sind klare Absprachen sehr wichtig. Wenn beide Seiten wissen, was erwartet wird, ist das schon mal die halbe Miete.

Die Suche nach einer „großen Schwester für ein Jahr“ gestaltete sich dann schwieriger als erwartet. Zwar bekamen wir von unserer Agentur mehrere Kandidatinnen vorgestellt. Nicht jede Bewerberin, die uns sympathisch war, konnte es sich vorstellen, in einer Familie mit vier kleinen Kindern zu leben. Ein Mädchen fiel beim Sprachtest an der Botschaft durch – und das, obwohl ihre Deutschkenntnisse beim Skypen ganz passabel waren. Wir wunderten uns etwas, denn schließlich wollen die Mädchen nach Deutschland kommen um die Sprache zu lernen – und nicht, weil sie sie schon perfekt beherrschen. Letztendlich kam dann aber doch ein Vertrag zustande mit einer jungen Frau, die auch beim Botschaftstermin keine Probleme hatte. 

Dann ging das spannende Warten bis zur Einreise los. Man kennt sich von Fotos, Emails und auch per Skype (sogar die Mutter unseres Au-Pairs kannten wir so schon) – aber wie wird es im richtigen Leben sein? Au-Pair hat ein bisschen etwas von einem Blind-Date. Nur, dass man sich mit dem Kandidaten nicht zum Essen trifft, sondern er zieht gleich für ein Jahr ein.

Bei uns war das Blind-Date ein voller Erfolg. Unsere Kinder lieben das Au-Pair-Mädchen und sie beweist starke Nerven im täglichen Kinderchaos. Unser Alltag ist deutlich entspannter als vorher. Sie fährt mit uns in Urlaub und lernt so die verschiedensten Ecken ihres Gastlandes kennen. Im Gegenzug lernen wir etwas über ihr Heimatland, das vorher für uns ein weißer Fleck auf der Landkarte war.

Und wir sind sicher – Ende diesen Jahres wagen wir das Abenteuer Au-Pair erneut, denn die Betreuungssituation, die wir brauchen, wird durch Krabbelstuben, Tagesmütter, Ganztagsbetreuung in der Schule o.ä. einfach nicht geboten.“

Sind Sie auch an einer „großen Schwester (oder Bruder)“ auf Zeit interessiert? Wir beraten Sie gerne!

Reisevorbereitungen für Ihr Work & Travel Programm in Australien

von Judith Liehr

Linus wird am kommenden Wochenende nach „Down Under“ aufbrechen und hat uns etwas zu seinen Vorbereitungen geschrieben.

„Ich bin gerade dabei, in mein ultimatives Abenteuer zu starten. Am Samstag fliege ich in ein mir unbekanntes Land, auf der anderen Seite der Erde. Ich kenne dort niemanden, habe noch keinen Platz zum Wohnen und keine Arbeit! Ich werde am Work & Travel Programm in Australien teilnehmen. Ich habe ein Working Holiday Visum, das für ein Jahr gültig ist. In Brisbane wird man mich am Flughafen abholen, die erste Nacht werde ich dort in einem Hostel verbringen. Daran werden sich zunächst drei Tage im Rainbow Beach Hostel anschließen, wo ich mich zunächst einleben und entspannen kann. :)

Von dort geht es dann weiter nach Goomeri, wo wir noch ein paar Einkäufe und alle notwendigen Formalitäten, wie das Eröffnen eines Bankkontos, Beantragung einer Steuernummer erledigen werden. Sehr gespannt bin ich auch auf die vier Tage auf der Trainingsfarm, die dann folgen – schließlich habe ich ja viele von den Dingen, die man dort lernt, noch nie getan! Mein erster Job wird dann vermutlich in Queensland oder New South Wales sein...schauen wir mal!

Wie man sich vorstellen kann, fühle ich gerade eine ziemlich breite Palette von Emotionen: Aufregung, Besorgnis und auch ein wenig Traurigkeit darüber, meine Familie und Freunde zu verlassen. Meistens aber dieses neue Gefühl, das sich am besten mit Offenheit beschreiben lässt – das passt auch sehr gut, denn es ist ja auch ein sehr großes und offenes Land, das ich besuchen werde. Es ist ein starkes Gefühl der Vorfreude, gemischt mit Unabhängigkeit.

Ich habe bereits einen Blog eingerichtet, den ich mit meiner Familie und meinen Freunden teilen werde, damit sie an meinem australischen Abenteuer teilhaben können. Ich finde, das ist eine tolle Möglichkeit zu kommunizieren, denn wenn sie meine Einträge kommentieren, wird es am Ende fast wie ein Gespräch sein.

Was mein Gepäck angeht, so packe ich nach dem Grundsatz „weniger ist mehr“. Ich habe einen großen Rucksack, den ich nur mit Wesentlichem fülle: Kleidung für zwei Wochen im Sommer, Herbst und milden Winter, feste Schuhe, Sportschuhe und Flip-Flops, ein minimales Set an Pflegeprodukten (ich kann mir alles andere dann vor Ort kaufen) und einen USB-Stick, auf dem ich alle meine wichtigen Dokumente (einschl. Passkopie) gespeichert habe.

Was ich noch erwähnen möchte: es ist wirklich einfach, ein Working-Holiday-Visum zu bekommen und das geht auch recht schnell (maximal 1-2 Wochen). Man muss keinen Termin vereinbaren bzw. kein Konsulat aufsuchen, das funktioniert einfach online und es kostet derzeit 440,00 Australische Dollar (nicht online kostet es AUD 80,00 mehr und dauert länger!). Ich habe mit Hilfe von Kulturist ein Rückflugticket für rund € 1.500 gekauft und das Rückreise-datum zunächst auf den Juni 2017 gelegt. Ich kann das aber gegen eine kleine Gebühr auch später ändern lassen – je nachdem, wie sich die Dinge in Australien entwickeln werden. Ich hoffe ja, dass ich ein ganzes Jahr bleiben werde!“

Vielen Dank Linus! Wir freuen uns, dass Sie Ihre Gedanken mit uns geteilt haben und wünschen Ihnen eine tolle Zeit in Australien!

Möchten Sie dem Winter in Deutschland entkommen – informieren Sie sich über unser Work & Travel-Programm in Australien!

Wie fühlen sich Au-Pairs aus dem Ausland in Deutschland?

von Judith Liehr

Wir bieten ja jeden Monat Veranstaltungen bzw. Treffen für unsere Au-Pairs aus dem Ausland, die bei unseren Gastfamilien sind, an. Natürlich findet bei diesen Treffen immer ein reger Austausch statt und es ist immer wieder interessant zu hören, was den einzelnen Au-Pairs wichtig ist, bzw. was ihnen auffällt.

An diese Stelle ein kleines Stimmungsbild – alle befragten Au-Pairs befinden sich zum Zeitpunkt der Befragung zwischen zwei und vier Monaten in Deutschland.

Ist Dein Au-Pair-Aufenthalt so, wie Du es Dir vorgestellt hast, oder ist es doch ganz anders?

„Meine Erwartungen wurden deutlich übertroffen. Das betrifft auch nicht nur meine Gastfamilie, sondern auch die Nachbarn an meinem Wohnort und die Menschen in der näheren Umgebung. Alle sind sehr freundlich.“ 

„Ich persönlich hätte es mir sehr viel leichter vorgestellt, Kontakte zu anderen jungen Menschen – also außerhalb meiner Gastfamilie – zu knüpfen.“

„Es ist hier im Prinzip so, wie ich es mir vorgestellt habe. Allerdings hatte ich ein paar Vorurteile Deutschen gegenüber, die sich zum Glück nicht bestätigt haben!“

Wie ist Dein Verhältnis zu Deinen Gasteltern und Deinen Gastgeschwistern? 

„Meine Gastfamilie ist sehr nett – ich habe eine sehr gute Beziehung sowohl zu den Gasteltern, als auch den Kindern.“

„Auch ich fühle mich in der Gastfamilie sehr wohl. Ich spiele viel mit den Kindern, begleite sie zum Kindergarten, oder gehe mit ihnen auf den Spielplatz. Mit den Gasteltern koche ich gerne zusammen, wir essen gemeinsam und sprechen auch gerne viel zusammen.“

„Mit dem Gastkind verstehe ich mich sehr gut. Meine Gasteltern sind immer für mich da und helfen mir, wenn ich Hilfe brauche. Ich versuche auch immer zu helfen, wenn es nötig ist.“

Was hast Du bisher während Deines Aufenthalts gelernt?

„Ich mag die vielen Blumen und Bäume in Deutschland. Ich finde es toll, dass es so schöne, öffentliche Spielplätze gibt.  Das gibt es so bei uns nicht. Ich hatte schon Gelegenheit ein lokales Fest zu besuchen – das war sehr interessant. Die Leute hatten dort sogar regionale Trachten an.“

„Man hat in Deutschland so viele Möglichkeiten. Ich lerne sehr gut und viel Deutsch. Ich bin hier sehr unabhängig – die Menschen, die ich treffe sind sehr nett.“

„Ich habe als erstes gelernt, dass ich mich hier gut alleine und sicher mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewegen kann. Bestimmt werde ich auch viel selbstsicherer werden. Die Menschen hier arbeiten sehr viel, können aber auch ihre Freizeit genießen. Ich mag auch das deutsche Bier!“

Sind Au-Pairs wirklich nur „billige Putzfrauen“?

von Judith Liehr

Es ist etwas Besonderes, ein Au-Pair zu sein. In jüngster Zeit hingegen haben nicht zuletzt unterschiedliche Beiträge in diversen Medien dazu geführt, dass der Eindruck entsteht, viele Gastfamilien in Deutschland würden in allererster Linien deswegen Au-Pairs einladen, um eine kostengünstige Putzfrau zu haben. Das ist so sicher nicht ganz richtig! Zumindest nicht für die große Mehrheit der Gastfamilien, sondern nur für einen sehr geringen Anteil – wer dies so sieht, hat das Konzept des Au-Pair-Programms ganz offensichtlich überhaupt nicht verstanden.

Es gibt sie, die schlimmen Fälle, die gerne in den Medien verbreitet werden – keine Frage. Diese sind aber definitiv nicht die Regel, sondern vielmehr die Ausnahmen. Leider garantieren auch in diesem Bereich die vielen positiven Beispiele keine hohen Einschaltquoten und tauchen daher in den Medien nur sehr vereinzelt auf. 

Wer jemals selbst (so wie ich zehn Jahre lang) ein Au-Pair im Haushalt hatte, weiß das. Dieser Personenkreis ist sich ganz bestimmt auch darüber im Klaren, dass es zuweilen einfacher wäre, eine Putzfrau einzustellen, denn die gute Dame putzt nämlich nicht nur tatsächlich, sie geht nach getaner Arbeit auch nach Hause und mit ihr all ihre Sorgen und Nöte. Viele Gastfamilien beschäftigen außerdem ohnehin eine Putzfrau, zusätzlich zum Au-Pair. Ein Au-Pair darf nämlich gar nicht all die Arbeiten ausführen, die eine Putzfrau übernimmt. Die große Mehrheit aller Gastfamilien, die ein Au-Pair einladen, suchen vielmehr nach einer/m konstanten Spielpartner/in für ihre Kinder, der/die es ihnen ermöglicht, auch Ferienzeiten und/oder Krankheiten zu überbrücken. Sie möchten ihren Kindern außerdem die Möglichkeit bieten, mit Menschen anderer Nationalitäten offen umzugehen, etwas über deren Kultur und Sprache spielerisch zu erlernen. Ein zusätzliches Plus ist natürlich, dass ein Au-Pair auch kleine Tätigkeiten im Haushalt übernehmen kann.

Wer ein Au-Pair einlädt, entscheidet sich also bewusst dafür, ein weiteres Familienmitglied 24/7 bei sich zu haben und zwar mit allen Sorgen und Nöten, die ein solches Auslandsjahr mit sich bringen kann. Wirklich „billig“ ist das auch nicht, denn wer annimmt, die Kosten beliefen sich lediglich auf 260 Euro Taschengeld im Monat, hat weit gefehlt. Und ich spreche hier nicht von Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung, Beteiligung am Sprachkurs und den Fahrtkosten dorthin, Kost und Logis, sondern davon, dass man das zusätzliche Familienmitglied ja schlecht von all den Ausflügen und ähnlichen Vergnügungen, die oftmals eben auch Geld kosten, ausschließen kann, bzw. das auch gar nicht will. Oder von den vielen Familien, die ihr Au-Pair mit in den Urlaub nehmen. 

Auch all die Au-Pairs, die sich mit solchen Vorurteilen ausgesetzt sehen, fühlen sich an dieser Stelle sicherlich zumindest degradiert. Sie kommen ja ganz sicher nicht hierher, um Putzfrauen zu sein, sondern um eine Gastfamilie bei der Kinderbetreuung zu unterstützen, im Haushalt zu helfen und im Gegenzug wirklich gut Deutsch zu lernen und Europa kennenzulernen. Au-Pairs, die über qualifizierte Organisationen vermittelt werden, bereiten sich viele Monate auf diesen Auslandsaufenthalt vor. Es sind junge Menschen auf der Suche nach etwas Neuem, nach neuen Erfahrungen und Perspektiven, die ihren Lebenslauf aufwerten – sie sind etwas Besonderes!

Au-Pair in Frankreich – Tipps für Paris

von Judith Liehr

Paris ist zwar eine der teuersten Städte der Welt, man kann vieles dort aber auch ohne ein sehr großes Budget entdecken!

Paris wird jährlich von vielen Millionen Touristen besucht (ich selbst gehöre auch immer wieder gerne dazu!) und die meisten Besucher geben dort sehr viel mehr Geld aus, als ursprünglich geplant. Sofern Sie als Au-Pair in Frankreich sind, werden Sie „die Stadt der Liebe“ oder die „Stadt des Lichtes“ sicher auch gerne entdecken wollen und vermutlich werden Ihre finanziellen Mittel begrenzt sein. Daher hier einige Tipps, wie man viel Spaß in Paris haben kann, ohne allzu viel Geld dafür ausgeben zu müssen.

Parks

Die Parks in Paris sind wunderschön und sehr gepflegt – hier eine Auswahl der Allerschönsten:

Jardin Luxembourg – dieser Park umfasst eine Fläche von rund 26 Hektar. Er wurde vom Marie de Medici im 17. Jahrhundert erbaut. Der Medici-Brunnen aus dem Jahr 1630 existiert noch heute, Sie können all die Skulpturen bestaunen, die im Laufe der Jahre hinzugefügt wurden. Es gibt mehr als 100 Brunnen und Statuen im Park, darunter beispielsweise von Georges Sand und Beethoven.

Jardin des Tuileries – gelegen in unmittelbarer Nähe des Louvre ist dies nicht nur ein besonders schöner Park, sondern zudem auch ein Historischer. Er wurde von Catherine de Medici im 16. Jahrhundert, nach dem Tode ihres Mannes, gebaut, um sie an ihre florentinische Heimat zu erinnern. Marie Antoinette und der Dauphin verbrachten ihre letzten Tage in Gefangenschaft in diesem Park.

Parque des Buttes-Chaumont – eines der am besten gehüteten Geheimnisse in Paris. Der Park unterscheidet sich mit seinen Grotten, Täuschungen und Klippen sehr von anderen Parks. Auch werden Sie hier die „pelouse en repos“-Schilder nicht finden – das heißt Sie können den Rasen betreten, dort die Sonne genießen, oder auch einen 30m-hohen Wasserfall erkunden.

Museen

Es ist nicht einfach sich zu entscheiden, welche Museen man in Paris besuchen sollte, da es mehr als 100 davon in der Stadt gibt. Sollten Sie sich den Inbegriff der Paris Museen anschauen wollen, so kann ich folgende empfehlen, die am ersten Sonntag eines jeden Monats freien Eintritt bieten:

Le Louvre – ein Besuch in Paris ohne die Mona Lisa geht gar nicht! Das meistbesuchte Museum der Welt war ursprünglich eine Festung, welche von Philipp II im 12. Jahrhundert erbaut wurde. Später wurde es in einen Palast verwandelt und nach der französischen Revolution in ein Museum. Ich kann Ihnen nicht empfehlen zu versuchen, alles an einem Tag anzuschauen – das Louvre beherbergt rund 35.000 Exponate – von der Vorgeschichte bis ins 19. Jahrhundert!

Centre Georges Pompidou – seit seiner Eröffnung im Jahr 1977 haben mehr als 150 Millionen Menschen dieses Museum für moderne Kunst besucht. Das Gebäude an sich hat schon eine unorthodoxe Architektur, so wurden alle Rohrleitungen auf der Außenseite angebracht. Im Inneren können Sie Werke beispielsweise von Andy Warhol, Jackson Pollock und Mark Rothko bestaunen.

Museé d’Orsay – gelegen am linken Ufer der Seine, befindet sich dieses Museum in einem schönen Bahnhof aus dem 19. Jahrhundert. Es bietet eine umfangreiche Sammlung impressionistischer und post-impressionistischer Werke von Künstlern wie Monet, Manet, Cezanne, Gaugin und van Gogh. Seine Größe macht das Museum zu einem perfekten Ausflug für einen Vor- oder einen Nachmittag.

Touren

Dank dem Stadtplaner Georges-Eugène Haussmann, der für Napoleon II arbeitete, ist Paris eine der am besten begehbaren Städte der Welt. Unter Haussmann wurden viele der engen Gasse in weite und offene Boulevards verwandelt. Die Metro ist natürlich immer ein tolles Fortbewegungsmittel, bevor Sie aber in deren unterirdische Tunnel hinabsteigen, sollten Sie eine dieser Touren versuchen:

DiscoverWalks – diese Webseite bietet für Paris fünf kostenlose „walking tours“, geführt von Einheimischen, an: Sehenswürdigkeiten, Notre Dame, Montmartre, Quartier Latin und Marais.

Essen

An dieser Stelle schaffe ich persönlich es nicht zu sparen, wenn ich in Paris (oder Frankreich generell) bin – die französische Gastronomie ist für viele Touristen selbstverständlich ein Highlight! Es gibt allerdings Möglichkeiten, die Stadt und ihre weltberühmte Esskultur zu erleben und dennoch Geld zu sparen:

Crepes-Wagen – sie sind der Inbegriff des Essens/Lebens in Paris. Versuchen Sie einen (oder mehrere) der vielen süßen oder herzhaften Aromen für weniger als € 5.

Picknick – Paris ist voller schöner, öffentlicher Plätze, Gärten und Parks, die geradezu dazu einladen, dort zu picknicken. Kaufen Sie sich frische Produkte/Spezialitäten (Baquettes, Käse, Wurst) auf einem der vielen Märkte, oder in nicht sehr zentral gelegenen Supermärkten und genießen Sie sie im Freien!

Indem Sie die teuren, ausgetretenen Pfade verlassen, wird nicht nur Ihr Portemonnaie profitieren – Sie selbst werden neue und unorthodoxe Erfahrungen sammeln, neues Essen und sicherlich auch interessante, neue Menschen kennenlernen! Sollten Ihnen noch weitere Gründe dafür fehlen, um als Au-Pair nach Frankreich zu gehen, lesen Sie bitte noch diesen Artikel!

Ein schwieriger Aspekt des Reisens

von Judith Liehr

Sollten Sie jemals länger gereist sein, oder eine Reise ins wirklich Unbekannte angetreten haben, so seien Sie willkommen einer Gruppe von Menschen, die anschließend oft nicht wirklich verstanden werden. Das ist unabhängig davon, ob Sie als Au-Pair, Sprachtutor, im Rahmen eines Work & Travel oder Freiwilligenprogramms unterwegs waren.

Sie haben etwas von der Welt gesehen, neue Dinge ausprobiert und neue Menschen kennengelernt. Sie haben erstaunliche Orte besucht und viel über andere Kulturen gelernt – und dann ist alles plötzlich vorbei. Es wird viel darüber gesprochen, wie schwierig es ist, das eigene Zuhause zu verlassen, wie ist es aber mit der Rückkehr nach Hause?

Wir sprechen oft darüber, dass es nicht einfach ist, im Ausland neue Freunde zu finden, oder auch neue soziale Normen anzunehmen – dies sind aber alles Dinge, die Sie meistern werden. Alle möglichen Tiefpunkte werden in der Regel durch viele „Hochs“, die Sie während eines Auslandsaufenthaltes erleben, weit übertroffen. Am Ende wird es schwierig sein, Abschied zu nehmen – Sie wissen das spätestens in dem Moment, in dem Sie Ihr Heimflugticket in Händen halten. Der Gedanke daran, Ihre Familie und Freunde zu Hause wiederzusehen, etwas was Sie sich im Prinzip vorstellen, seitdem Sie ins Ausland aufgebrochen sind, wird Sie das aber relativ einfach überstehen lassen.

Dann sind Sie endlich wieder zu Hause. Sie verbringen die ersten zwei Wochen damit, Familie und Freunde zu treffen, sich dort auf den neuesten Stand zu bringen, Geschichten aus dem Ausland zu erzählen und in Erinnerungen zu schwelgen. Jede/r wird Sie treffen wollen – alles ist wieder neu und aufregend. Und dann... ist das alles plötzlich wieder vorbei. Alle Menschen in Ihrer Umgebung haben sich schnell wieder daran gewöhnt, dass Sie zurück sind. Sie werden nicht mehr im Mittelpunkt aller Gespräche stehen und dann geht es los mit Fragen wie „hast Du schon einen Job?“, oder „was willst Du jetzt machen?“.

Der traurige Teil ist, dass Sie sich nach einem längeren Auslandsaufenthalt dann in Ihrem alten Zimmer wiederfinden und feststellen, dass sich einfach nichts verändert hat. Sie sind natürlich froh darüber, dass alle gesund und munter sind, vielleicht neue Jobs, oder sich verlobt haben, aber etwas in Ihnen fragt laut „merkt Ihr denn nicht, wie sehr ich mich verändert habe“? Und damit meinen Sie ganz sicher nicht ihr äußeres Erscheinungsbild, sondern das, was in Ihnen vorgeht. Die Art und Weise Ihrer Träume hat sich geändert, Ihre Wahrnehmung der Menschen um Sie herum, Gewohnheiten, die Sie gerne abgelegt haben, neue Dinge, die Ihnen wichtig geworden sind. Sie möchten eigentlich, dass jeder das erkennt, Sie möchten das mit anderen teilen und darüber sprechen, aber es gibt keinen wirklichen Weg zu beschreiben, wie Sie sich weiterentwickelt haben. Sie selbst wissen, dass Sie anders denken, weil Sie es in jeder Sekunde eines jeden Tages erleben, aber wie sollen Sie das mit anderen kommunizieren?

Sie fühlen sich vielleicht wütend, oder verloren. Sie erleben Momente, in denen Sie das Gefühl haben, dass alles nichts wert war, weil sich nichts verändert hat, andererseits aber dass es doch wichtig war, weil sich für Sie alles verändert hat. Wo ist hier die Lösung des Problems? Es ist eigentlich wie eine Fremdsprache zu sprechen, die niemand sonst spricht, was Sie wiederum daran hindert mit anderen darüber zu kommunizieren, wie Sie sich wirklich fühlen.

Und genau das ist der Grund, warum sehr vielen Menschen, die einmal länger gereist sind, dies immer wieder tun wollen. Man kann es Fernweh nennen, oft ist es aber einfach der Wunsch an einen Ort zurückzukehren, wo man von Menschen umgeben ist, die die gleiche Sprache sprechen, wie man selbst. Und damit ist weder Deutsch, noch Englisch, Spanisch oder Mandarin gemeint, sondern die Sprache derer, die wissen wie es ist zu gehen, sich zu verändern, zu wachsen, zu lernen, Erfahrungen zu machen, wieder nach Hause zurückzukehren und sich dort verlorener zu fühlen, als in den meisten ausländischen Orten, die Sie besucht haben.

Dies ist eigentlich der schwierigste Teil längerer Auslandsaufenthalte und auch der Grund, warum wir alle es immer wieder tun.

Das erste Skype-Gespräch mit einem potentiellen Au-Pair

von Judith Liehr

Was kann man erwarten und was nicht?

Sie kennen das vielleicht – Sie sind Gastfamilie und haben von uns Profile von Au-Pairs erhalten, die eventuell für Ihre Familie in Frage kommen könnten. Sie haben die Unterlagen gesichtet und sich für eine/n, oder auch mehrere Bewerber/innen entschieden und möchten nun Kontakt aufnehmen.

Sie schreiben also zunächst eine Email, tauschen vielleicht noch weitere Informationen und/oder Fotos aus und verabreden sich zu einem Skype-Gespräch.

Wir erleben es immer wieder, dass unsere Gastfamilien nach dem ersten Skype-Gespräch mit Au-Pairs ein wenig enttäuscht sind.

Sie sollten an dieser Stelle aber bedenken, dass das gegenseitige Kennenlernen eine spannende Sache ist, die für die Au-Pairs durchaus auch sehr stressig sein kann. Solange alles noch schriftlich abläuft ist das weniger problematisch – man hat mehr Zeit, kann auch Worte nachschlagen, oder sogar ein Übersetzungsprogramm nutzen. Das funktioniert bei einem Live-Gespräch in deutscher Sprache per Skype so natürlich nicht mehr!

Sie sollten daher nicht allzu enttäuscht sein, wenn das Au-Pair sehr zurückhaltend agiert, Sie den Eindruck gewinnen sollten, sie/er verstünde Sie nicht, oder aber, im Schlimmsten Falle, wenn das Au-Pair plötzlich sprachlos ist.

Die allermeisten Au-Pairs waren noch nie zuvor im Ausland und haben auch keinen verbalen Kontakt zu Menschen in Deutschland. Auch gibt es Menschen, die ganz allgemein Prüfungsangst haben, oder sie befürchten ganz einfach etwas Falsches, bzw. das Richtige falsch zu sagen und sagen dann lieber gar nichts. Au-Pairs haben in der Regel auch noch keine Erfahrung mit „Bewerbungsgesprächen“ an sich.

Die meisten unserer Partnerorganisationen vor Ort werden ihren Au-Pairs, in welcher Form auch immer, Ratgeber für solche Gespräche an die Hand geben. Das tun auch wir für unsere deutschen Au-Pairs, die ins Ausland gehen möchten. Ein solcher Ratgeber wird ihnen beispielsweise nahelegen, dass sie sich auf alle möglichen Fragen bzw. deren Antworten in der Fremdsprache vorbereiten sollten. Aus diesem Grunde könnte es bei einer Gastfamilie aber auch so ankommen, dass das Au-Pair einfach nur Antworten/Fragen abliest bzw. gar keine „eigenen Ideen oder Fragen habe“. Ein Ablesen an sich könnte durchaus vorkommen, die eigenen Fragen oder auch Antworten hat sich das Au-Pair dann aber meist schon vorher zurechtgelegt.

Mein Tipp an Sie lautet daher: lassen Sie das Au-Pair spüren, dass es überhaupt keinen Grund für irgendwelche Ängste gibt und dass Sie offene und nette Menschen sind. Das funktioniert auch ohne viele Worte oder ganz nonverbal. Verabreden Sie sich, sofern Sie an dem Au-Pair wirklich interessiert sind, am Besten zu einem weiteren Gespräch ein paar Tage später - das wird ganz sicher sehr viel besser verlaufen!

Kombination aus Au-Pair und Sprachtutor

von Judith Liehr

Vor allem während der Sommermonate, also zwischen Mai und Oktober, sind die Sprachtutorenprogramme im europäischen Ausland sehr beliebt. Aufgrund der relativ kurzen Aufenthaltsdauer eignet sich dieses Programm ja auch sehr gut, wenn man zwar gerne eine Auslandserfahrung machen möchte, aber eben nur ein begrenzter Zeitraum zur Verfügung steht, seien es die Semesterferien, die Zeit zwischen Abitur und Studienbeginn, oder auch zwischen zwei Jobs, denn für dieses Programm gibt es ja keine Altersbeschränkungen (abgesehen von der Volljährigkeit).

Üblicherweise erhalten Tutoren in einer Gastfamilie freie Kost und Logis im eigenen Zimmer und bieten dafür 15 Wochenstunden muttersprachlichen Unterricht (und/oder Englisch) auf Konversationsbasis. Nun gibt es aber, vor allem in Frankreich und in Spanien, immer wieder Familien die sich wünschen, dass noch zusätzlich einige, kleine Tätigkeiten übernommen werden, die diesen Rahmen eigentlich übersteigen. Diese können beispielsweise sein

  • einige zusätzliche Stunden Kinderbetreuung
  • Fahrdienste, wie Kinder von der Schule abholen o.ä.
  • ein kleines Mittagessen zubereiten

Aus diesem Grunde haben wir, in Zusammenarbeit mit unseren Partnern vor Ort, das sogenannte „Tutor +“-Programm konzipiert.

Art und Umfang der zusätzlichen Tätigkeiten werden, ebenso wie das Taschengeld, welches die Tutoren dafür erhalten, selbstverständlich im Vorfeld besprochen und festgelegt. Alle Gastfamilien für dieses Programm bewerben sich bei unseren lokalen Partnern und geben dort genau an, welchen Bedarf an Sprachunterricht bzw. ggf. auch zusätzlichen Aufgaben sie haben.

Geeignet für das Sprachtutorenprogramm ist Jede/r, die/der eine Affinität zu Sprache und Spaß am Unterrichten hat. Sofern Sie nicht bereits eine Sprache oder ein Lehramt studieren ist es hilfreich, wenn Sie bereits Erfahrung beispielsweise durch Nachhilfeunterricht o.ä. haben – eine zwingende Voraussetzung ist das allerdings nicht.

Gastfamilien, die einen Tutor einladen, möchten es meist ihren Kindern ermöglichen, einen wesentlich effektiveren Zugang zu einer Fremdsprache zu haben, als das über den Schulunterricht möglich ist. Oft ist es ja so, dass alles, was dort gelernt wird, auch schnell wieder vergessen wird. Ein Tandempartner hingegen ermöglicht es den Schülern ungezwungen zu Hause, oder auch unterwegs während eines gemeinsamen Ausflugs, die Fremdsprache zu trainieren. Zuweilen sind die Schüler/innen aber auch Erwachsene, die aus beruflichen Gründen eine Fremdsprache erlernen müssen bzw. wollen, oder die wissen, dass sie in absehbarer Zeit nach Deutschland übersiedeln werden.

Prinzipiell können Sie davon ausgehen, dass auch als „Tutor +“ eine Zeit von 20-25 Wochenstunden nicht überschritten wird und Ihnen so ganz sicher noch genügend Freizeit bleibt, um selbst Sprachkurse zu besuchen, oder aber die Kultur und die Menschen Ihres Gastlandes zu entdecken bzw. kennenzulernen.

Wie werde ich Teil einer Gastfamilie im Ausland?

von Judith Liehr

Es ist nicht immer einfach, sich in einer fremden Familie und einer fremden Kultur einzuleben.

Das Leben in einer Gastfamilie ist aber eine der besten Möglichkeiten, um eine andere Kultur kennenzulernen – vielleicht sogar die allerbeste! Das gilt unabhängig davon, ob Sie als Au-Pair, Sprachtutor, oder Freiwillige(r) im Ausland sind. Teil einer Familie zu sein bietet Ihnen nicht nur ein zu Hause, sondern Sie erhalten erstaunliche Einblicke in die alltäglichen Routinen, die Sie als Tourist/in niemals gewinnen würden. Sie werden authentische, traditionelle Speisen kennenlernen und einen Crash-Kurs in einer Fremdsprache erhalten. Ob Sie nun lernen italienisch zu sprechen, oder aber zu identifizieren, was genau die grüne Pampe auf Ihrem Frühstücksteller zu suchen hat, der Aufenthalt bei einer Gastfamilie ermöglicht es Ihnen, auf einer ganz anderen Ebene in eine fremde Kultur einzutauchen. Das geht allerdings nicht unbedingt reibungslos vonstatten, es kann zuweilen sogar schwierig und frustrierend sein – aber es lohnt sich in jedem Fall. Heute haben ich Ihnen einige Tipps zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen sollen, Ihren Aufenthalt erfolgreich zu gestalten:

  1. Stellen Sie sich darauf ein, sich der Lebensart, Kultur und Routine Ihrer Gastfamilie anzupassen und erwarten Sie nicht, dass die Ihre angenommen wird. Sofern Sie verinnerlichen, dass diese Anpassung Teil Ihrer Erfahrung ist, werden Sie ganz sicher sehr viel mehr über den Ort, den Sie besuchen, erfahren.
  2. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Gastfamilie! Das erscheint zunächst ganz offensichtlich, es ist aber immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen die Zeit mit einer Gastfamilie nicht zur Interaktion nutzen. Wenn man Sie fragt, ob Sie an einem Ausflug teilnehmen möchten, tun Sie es! Machen Sie sich keine Sorgen darüber, etwas von den üblichen Sehenswürdigkeiten zu verpassen – Sie können jederzeit wieder Tourist sein. Die Zeit aber, die Sie mit der Gastfamilie verbringen, wird Ihnen jedoch stets im Gedächtnis bleiben.
  3. Gehen Sie nicht automatisch davon aus, dass Ihre Gastfamilie Sie nicht mag – wenn man Sie in den ersten Tagen Ihres Aufenthaltes nicht immer einbezieht, so liegt das eher daran, dass man Ihnen Zeit geben möchte, sich einzuleben. Gehen Sie ruhig auf die Menschen zu, fragen Sie beispielsweise nach ihren Hobbies, zeigen Sie Interesse an deren Kultur, so werden Sie eine Verbindung schaffen und das Eis brechen können.
  4. Bringen Sie ein kleines Gastgeschenk mit und lassen Sie auch eine Kleinigkeit da, wenn Sie sich am Ende wieder verabschieden.
  5. Peinliche Stille zwischen den Gesprächsthemen? Bringen Sie doch ein kleines Fotoalbum mit und erzählen Sie von Ihrer Familie, Ihren Freunden und Ihrer Heimat. Das ist eine gute Möglichkeit, um einen Dialog zu beginnen und es ermöglicht Ihnen, einen kulturellen Austausch zu starten.
  6. Schauen Sie mit der Gastfamilie „telenovelas“ – Sie verbringen gemeinsame Zeit und das bietet eine tolle Möglichkeit, Spanisch zu üben. Vorsicht: Wenn Sie anfangen zu lachen, besteht Gefahr, dass Sie süchtig werden! :)
  7. Lächeln Sie, auch wenn Sie müde sind. Oder kommunizieren Sie zumindest, wie Sie sich fühlen, oder wenn Sie gerade frustriert sind.
  8. Sprechen Sie – im Zweifelsfall über das Wetter. Oder aber über das Essen.
  9. Sollte Ihnen Ihre Gastmutter anbieten, Ihre Wäsche zu waschen, so nehmen Sie es dankend an.
  10. Sollte Ihre Reise nach Südamerika gehen, so seien Sie nicht überrascht, wenn Sie Hühnerfüße in Ihrer Suppe, oder ungewöhnliche Teile von Tieren oder Insekten in Ihrem Essen finden. So ziemlich jeder Teil der Kuh/des Schweins/des Huhns wird in vielen Kulturen verwendet – versuchen Sie, dafür offen zu sein. Vielleicht finden Sie am Ende Geschmack dran. Essen Sie mit Ihrer Gastfamilie zusammen!
  11. Tauschen Sie am Ende Ihres Aufenthaltes Adressen aus und bleiben Sie in Kontakt – so werden Sie sich ein schönes, internationales Netzwerk schaffen.
  12. Seien Sie unabhängig! Ihre Gastfamilie ist nicht Ihre Reiseleitung. Man wird Ihnen zwar sicherlich tolle Tipps für Plätze außerhalb der Touristenpfade geben können, ganz sicher aber nicht „Ihre Hand halten“. Gehen Sie auch auf eigene Faust auf Entdeckungstour!
  13. Selbst wenn Sie die Fremdsprache nicht, oder nicht fließend, sprechen, sollten Sie zumindest Floskeln wie „bitte“ und „Dankeschön“ verwenden – solche Kleinigkeiten bewirken oft einen großen Unterschied.

Meine Liste erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit – sollte ich etwas vergessen haben, so freue ich mich auf weitere Anregungen.

Au-Pair Workshop am 21. Mai

von kulturist

Das nächste Vorbereitungsseminar findet am 21.05.2016 in Bad Homburg, Elisabethenstr. 38a, Restaurant „Flamm's" von 10:00 bis 16:00 Uhr statt. Es richtet sich an zukünftige Au-Pairs (Ausreise ab Sommer 2016) und an Au-Pairs aus dem Ausland, die sich seit kurzem in Deutschland aufhalten. Einfach eine Email an info@kulturist.com schicken - gerne senden wir dann den Flyer zu.

Als Sprachtutorin in Italien – Josephines Erfahrungsbericht

von Judith Liehr

Ein tolles Programm für alle, die eine echte Begeisterung für Sprache haben und nur bis zu drei Monaten ins Ausland gehen möchten.

Josephine war unsere erste Sprachtutorin in Trentino, wo man sich ganz besonders darum bemüht, die multilinguistischen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen zu fördern.

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Wie geht es weiter?

Das fragen sich wohl die meisten Abiturienten und das habe auch ich mich gefragt, als mein Abschluss immer näher rückte. Das einzige was für mich fest stand war, dass ich definitiv nicht sofort mein Studium beginnen wollte, denn ich wusste weder, was ich studieren wollte, noch, ob ich nach dem Abitur sofort die Kraft und Motivation aufbringen könnte mich wieder an den Schreibtisch zu setzen. Schon seit ich 14 Jahre alt bin, hat mich das Reisefieber gepackt. Ein Schüleraustausch in den USA konnte damals mein Fernweh befriedigen und auch nach meinem Abitur habe ich gemerkt, dass es mich wieder unaufhaltsam ins Ausland zieht. Heute ist es ja wirklich keine Schwierigkeit mehr ein Gap Year damit zu verbringen eine fremde Kultur zu entdecken, die eigentliche Schwierigkeit liegt eher darin sich zu entscheiden wie man es macht, denn neben Backpacking, Work and Travel, Auslandspraktikum, FSJ und Au-Pair sind die Möglichkeiten eher beschränkt. Aus verschiedenen Gründen hat keine dieser Varianten so richtig zu mir gepasst, denn ich wollte etwas machen, was mir wenigstens bei der Entscheidung meiner späteren Studiums-Wahl hilft und selbstverständlich spielte auch Geld eine entscheidende Rolle.

Als ich die Internetseite von Kulturist entdeckte, war ich besonders interessiert an dem Sprachtutorenprogramm in Italien, denn die Möglichkeit im Ausland meine Muttersprache zu unterrichten klang nicht nur aufregend und abwechslungsreich, sondern auch wie eine passende Herausforderung für mich und nachdem ich mir „Italien“ noch eine Weile auf der Zunge zergehen ließ, hab ich mich schließlich beworben. Was mich damals besonders beeindruckt hat war die Tatsache, dass Kulturist tatsächlich ab meiner ersten Mail, in der ich noch vorsichtig mein Interesse ausdrückte, unterstützend an meiner Seite war und dann hat es ein glücklicher Zufall ergeben, dass ich als erste Teilnehmerin in Cles, Trentino an dem Programm der Partnerorganisation Joinki teilnehmen konnte.

Selbstverständlich war meine Aufregung gigantisch, aber meine Gastfamilie war sofort so lieb und herzlich und hat mich bei ihnen aufgenommen, wie ihr eigenes Kind. Ich erinnere mich, wie mich meine Koordinatorin am 2. Tag durch Cles geführt hat und einigen lieben Menschen vorgestellt hat, denen ich auch heute nach fast 3 Monaten noch Privatstunden gebe. Als wir in der Schule waren, um mich bei den Direktoren vorzustellen ging das Abenteuer richtig los, denn die Möglichkeit eine Klasse zu unterrichten, ohne 3 Jahre in der Universität zu sitzen und Lehramt zu studieren ist außergewöhnlich. Es macht wirklich viel Spaß das Interesse der Schüler mit kreativen Ideen zu wecken und als eine Repräsentantin die Kultur zu vermitteln. Auch zu Hause war ein Fortschritt schnell zu bemerken. Ich lernte relativ schnell was ich meinen Schülern vermitteln müsste, denn ich bemerkte in meinem neuen, italienischen Alltag, welche Begriffe essentiell sind und auf welche man erstmal beim Vokabel-pauken verzichten kann. Obwohl ich schon vor meinem Aufenthalt viele Jahre Englisch-Nachhilfe und Deutsch-Nachhilfe gegeben habe, war es mit der Erfahrung „Sprachtutor“ nicht zu vergleichen, denn es ist ein wahrer Unterschied, ob du jemandem hilfst eine Sprache zu lernen, oder sie von Grund auf beibringst. Es ist wirklich hilfreich, mit der Familie zusammen zu lernen, denn wenn zwei (oder wie in meinem Fall 4) Leute gemeinsam auf dasselbe Ziel hinarbeiten, sieht man schnell Resultate und das motiviert und verbindet. Eine große Herausforderung war es für jeden meiner Familienmitglieder die richtige Weise des Lernens zu ermitteln, denn für meine Mama gab es andere Methoden die Sprache zu erlernen, als für meine 11-jährige Gastschwester und für meinen Gastpapa war es nochmal anders. Alle Menschen sind unterschiedlich und lernen unterschiedlich und man muss als Sprachtutor für jeden individuell den Unterricht anpassen – das ist nicht leicht, bringt aber unglaublich viel Abwechslung in den Alltag.

Abwechslung brachte für mich auch das Reisen, was ich in jeder freien Minute genutzt habe und mit Hilfe der kostenlosen Nahverkehrskarte hatte ich die Chance mein Umfeld schnell zu erkunden und das lohnt sich wirklich, denn die Region bietet wirklich atemberaubende Natur, Architektur und auch kulinarisch ist es ein wahrer Genuss. Vielleicht sind es auch diese Gründe, weshalb die Menschen hier so lieb, offen und fröhlich scheinen, denn wer in so einer Gegend lebt, den wirft so schnell nichts aus der Bahn. Alles in Allem würde ich jeder Zeit diesen Aufenthalt wiederholen, denn es haben sich Chancen für mich ergeben, an die ich vor 3 Monaten noch nicht einmal gedacht habe und ich bin überglücklich eine so liebe neue Familie dazugewonnen zu haben, die mich unterstützt und mich liebhat, als würde ich bereits mein Leben lang hier leben. Meine Familie aus Deutschland kam zu Besuch und ihr könnt euch nicht vorstellen, was es für ein Glücksgefühl ist, zu sehen, wie die Personen, die vor 3 Monaten noch kein Wort Deutsch gesprochen haben Konversation betreiben können – selbstverständlich auch mit Händen und Füßen, aber eben auch mit den Worten, die ich ihnen beigebracht habe.

Danke Kulturist, Danke Joinki, Danke Italien!

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Wir danken Ihnen sehr herzlich für Ihren Bericht, Josephine! Wir wünschen Ihnen weiter eine tolle Zeit in Italien. Ihr Beitrag wird sicherlich noch weitere Menschen dazu inspirieren, an diesem tollen Programm teilzunehmen.

Die Einarbeitungszeit eines neuen Au-Pair

von Judith Liehr

Eigentlich sollte man besser von eine „Eingewöhnungszeit“ sprechen – denn das trifft den Kern der Sache eher!

Es ist eine Sache, die viele Gastfamilien beschäftigt – vor allem dann, wenn sie das erste Mal ein Au-Pair einladen. Oftmals planen Eltern einen (Wieder-)Einstieg in ihren Job, einen neuen Arbeitsplatz, einen Umzug, oder aber es wird weiterer Nachwuchs erwartet. Alle diese Dinge sind termingebunden und sie überlegen dann, wie lange vorher man am Besten ein Au-Pair einladen sollte, damit genau zu diesem Termin auch wirklich alles „rund läuft“.

Um es gleich vorweg zu nehmen: man kann nicht pauschalisieren. In 10 Au-Pair-Jahren hatte ich zwei Mal das Glück, dass ein neues Au-Pair quasi von Tag 1 an so in der Familie integriert war, dass man das Gefühl hatte, sie seien schon immer da gewesen. Bei allen anderen lag diese Eingewöhnungszeit zwischen einem und drei Monaten. Zuweilen ist es ein wenig erschreckend (oder auch ermüdend) sich vorzustellen, dass diese Zeit jedes Jahr aufs Neue investiert werden muss, Sie können aber davon ausgehen, dass es sich wirklich lohnt, denn anschließend werden Sie dennoch neun bis elf Monate einen großen Nutzen daraus haben!

Unabhängig davon, wie gut sich Ihr zukünftiges Au-Pair im Heimatland auf den Auslandsaufenthalt vorbereitet hat, so ist es dann doch etwas völlig anderes, wenn sie/er sich dann in Ihrem Haus, bei Ihren Kindern, in Ihrer Nachbarschaft und Ihrem Ort befindet. Au-Pair brauchen zu Beginn nicht nur Zeit, sich sprachlich einzufinden, sie müssen zunächst viele neue Dinge beobachten, erkennen, ausprobieren und verstehen. Nur wenn das gut gelingt, können sie all diese Dinge auch in Ihrem Sinne umsetzen.

Auch sollten Sie nicht den Fehler machen, sich selbst im entsprechenden Alter mit einem Au-Pair, die/der etwa Anfang 20 ist, zu vergleichen. Der kulturelle Hintergrund und auch die Erziehung, die ein Au-Pair hat, sind eine ganz andere, als Ihre eigene und deren Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung sind nicht zu unterschätzen. Aus gutem Grund kommen viele junge Menschen als Au-Pairs nach Deutschland (oder gehen von Deutschland aus als solche ins Ausland), anstatt beispielsweise ein Praktikum oder ein Studium im Ausland zu absolvieren – sie haben so die Möglichkeit, quasi aus einem „behüteten Nest“ in einer Gastfamilie heraus die Welt zu erkunden.

Erwarten Sie also keine Perfektion von Anfang an, sondern eher, dass Ihr Au-Pair das ganze Jahr über in Ihrer Familie stetig dazulernen wird – viele Dinge wird sie/er ja auch nur einmal in diesem Jahr erleben: den Geburtstag der Gastkinder, Weihnachten, oder auch eine Einschulungsfeier. Es empfiehlt sich durchaus, ein neues Au-Pair wie eine/n Auszubildende/n zu betrachten – so werden Sie sich sicherlich eher an Fortschritten freuen können!

Ist ein Auslandsjahr sinnvoll?

von Judith Liehr

Viele Abiturienten/innen fragen sich das – ist es sinnvoll nach der Schule zunächst einen Auslandsaufenthalt einzuplanen?

In Ländern wie Australien oder Neuseeland hat das „Gap Year“, oder auch „year out“, schon eine längere Tradition und es wird meist dazu genutzt zu reisen, die Welt zu entdecken. Inzwischen holt der Rest der Welt auf und auch bei uns springen viele Abiturienten/innen auf diesen Zug auf und gönnen sich eine wohlverdiente Pause nach der Schulzeit und vor dem Start an einer Universität oder einer Ausbildung.

Es ist eine wirklich sehr lange Zeit vom Kindergarten bis zum Ende der Schule – deswegen ist ganz sicher nichts falsch daran, eine Pause einzulegen, bevor man weiterlernt. Vielmehr kann diese „Pause“ durchaus sehr vorteilhaft sein!

Eine relativ große Zahl an Studienanfängern, die direkt von der Schule zu einer Universität gehen, findet sich irgendwann in einem Studienfach wieder, dass sie nicht wirklich mögen, oder das ihnen nicht wirklich liegt. Die Folgen sind dann ein Wechsel des Studienfachs, oder aber auch ein Abbruch des Studiums. Wer sich die Zeit nimmt, zunächst beispielsweise als Au-Pair, Freiwillige(r), Sprachtutor oder auch im Rahmen eines Work & Travel-Programms ins Ausland zu gehen, gibt sich außerdem die Möglichkeit, sehr viele Erfahrungen zu sammeln, sich selbst besser kennenzulernen und sich darauf zu fokussieren, was sie/er in Zukunft später wirklich machen will. Jede/r wächst an den Herausforderungen denen man sich in einer solchen Zeit - in einem völlig anderen als dem gewohnten Umfeld - gegenüber sieht, gewinnt an Selbstständigkeit und stärkt so die eigene Persönlichkeit.

Abgesehen davon wird ein Auslandsaufenthalt ganz sicher auch Ihren Lebenslauf aufwerten! Inzwischen ermutigen ja auch schon Universitäten ihre Studenten/innen dazu, Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Auslandssemester oder –jahre sind inzwischen schon in einigen Studiengängen integriert. Und wer sagt, dass Sie am Ende tatsächlich in Deutschland studieren wollen oder werden? Eine ganze Reihe von beispielsweise ehemaligen Au-Pairs, die über uns nach Spanien, Frankreich, in die Niederlande oder nach England gegangen sind, studierten anschließend auch dort. Einfach weil sie Land, Leute und Sprache wirklich kennen und schätzen gelernt haben und dort einen passenden Studienplatz gefunden haben.

Natürlich lässt sich eine Zeit im Ausland auch nach dem Studium oder der Ausbildung noch sinnvoll einplanen. Allerdings werden Sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nie mehr im Leben so wenige Verpflichtungen haben, wie gerade jetzt.

Also – warum nicht, anstatt direkt zur Universität zu einem Freiwilligenprogramm in Südafrika aufbrechen? Oder als Au-Pair nach Spanien gehen? In Bauprojekten in Thailand mithelfen? Island als Work & Traveler kennenlernen? Deutsch in Italien unterrichten? Es gibt wirklich sehr viele und sehr unterschiedliche Möglichkeiten – bestimmt auch etwas, das zu Ihnen passt. Wir informieren und beraten Sie natürlich gerne! :)

Erfahrungsberichte von Au-Pairs im Ausland

von Judith Liehr

Auch nach inzwischen schon beinahe 17 Jahren, die ich in diesem Bereich tätig bin, nötigen mir die vielen, teilweise auch noch recht jungen, Au-Pairs, die den Schritt ins Ausland wagen, einen gewissen Respekt ab. Selbstverständlich ist ein solcher Auslandsaufenthalt eine tolle Erfahrung (meistens), es erfordert aber auch Mut, Durchsetzungsvermögen und Toleranz, diesen Weg zu gehen.

Ich habe einige unserer ehemaligen Au-Pairs gebeten, in ein paar Sätzen zu beschreiben, in wie weit sie glauben, dass diese Zeit sie weitergebracht hat und was sie daraus mitgenommen haben. Hier nun einige Antworten, die ich erhalten habe:

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Seitdem ich wieder zurück in Deutschland bin habe ich gemerkt, dass der Au-Pair-Aufenthalt mir auch für meine Zukunft einiges gebracht hat. Vor Ort war ich immer auf mich selbst gestellt, weshalb ich um einiges selbstständiger und erwachsener geworden bin. Am Anfang war es schwer, sich an die neue Situation zu gewöhnen, da man auch noch keine Freunde hat und einen doch manchmal das Heimweh plagt. Um dies zu vermeiden habe ich mir schnell neue Freunde aus aller Welt gesucht. Ich finde es ziemlich schön, Leute aus anderen Ländern kennen zu lernen, denn man lernt immer auch etwas über deren Land und Kultur. Am Wochenende haben wir dann ziemlich oft Ausflüge in andere Städte gemacht, sodass man das Land, in dem man lebt besser kennen lernt. Dadurch dass man ausschließlich nur mit der Sprache des Gastlandes konfrontiert wird, bekommt man ein gutes Gespür für die Sprache. Ich werde immer zufrieden an meine Zeit als Au pair zurückdenken und bereue nichts davon. (Edina)

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Das Au Pair Programm sehe ich rückblickend als die wahrscheinlich unvergesslichste Zeit meines Lebens, denn ich habe eine 2. Familie und vor allem ein 2. Zuhause gefunden. Ich bin sehr froh, dass ich diesen Schritt gewagt habe...just an amazing time <3

Ich habe eine 2. Heimat gefunden, eine Zeit erlebt, die ich mein ganzes Leben nicht vergessen werde und ich Freunde in der ganzen Welt gefunden. Außerdem bin ich gereift, glaube ich. Ich setze Prioritäten anders und genieße das Leben viel mehr... Damit ich das niemals vergesse, habe ich mir ein Tattoo stechen lassen. Ich bereue nicht eine Sekunde dieser 7 Monate...nicht eine. (Sophia)

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Au-Pair sein bedeutet eine lange Zeit von Zuhause weg zu sein. Es bedeutet neue Umstände, eine neue Kultur, eine andere Sprache und viel Aufregung. Aber auch Heimweh und Unsicherheit tauchen immer mal wieder auf.

Durch meine Zeit als Au-Pair bin ich viel selbstständiger, mutiger und selbstsicherer geworden. Sie ist etwas ganz Tolles, man muss sich bloß darauf einlassen und an sich selbst glauben, wenn manchmal die Welt einzustürzen scheint. Ich kann das Programm nur jedem weiterempfehlen, denn eine bessere Chance sich weiterzuentwickeln und sich selbst zu finden gibt es nicht. Nur Mut, es wird Euer Leben verändern! (Wiebke)

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Die Zeit als Au Pair hat mir geholfen mich in meiner Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Ich habe festgestellt, dass ich mich auch in einer neuen Umgebung schnell zurechtfinden kann. Außerdem konnte ich meine Sprachkenntnisse verbessern, viele neue Eindrücke gewinnen und interessante Menschen kennenlernen, denn wenn man mit einem Lächeln auf unbekannte Menschen zugeht, kommt meistens auch ein Lächeln zurück. (Katja)

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Die Teilnahme am Au-Pair Programm hat mir die Möglichkeit gegeben, Spanien besser kennenzulernen: Ich konnte das Land entdecken, meine Sprachfähigkeiten ausbauen und ganz besonders durch das Familienleben in die spanische Kultur eintauchen und sie richtig erleben. Abgesehen davon, hatte ich dadurch die Möglichkeit, das Leben in einer Großstadt kennenzulernen.  Ich habe super viele Erfahrungen im Umgang mit Kindern sammeln können! Auch gelernt habe ich, dass im Leben nicht immer alles so kommt, wie man es sich vorstellt, man sich neuen und eventuell schwierigeren Situationen aber auch stellen muss und sie gut bewältigen kann. Alles in allem ist es eine super schöne und einzigartige Zeit gewesen, die ich als Au-Pair in Spanien verbracht habe. (Sophie)

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Was der Aufenthalt mir persönlich gebracht hat?

Ich war nicht nur das Au-Pair, ich wurde wie ein Familienmitglied behandelt. Meine Gastfamilie hat mir gezeigt, dass es möglich ist Erziehung, Liebe und Fürsorge und viel Arbeit (der Eltern) alles unter einen Hut zu bekommen.

Ich habe gelernt, wie wichtig es ist dass man über alles redet, denn durch Kommunikation kann man Probleme, die es gibt, viel einfacher lösen. Ich habe mit meiner Gastmama über sehr persönliche Dinge geredet und sie hatte immer einen guten Ratschlag bereit und war für mich da! Manchmal denke ich heute noch "wie würde sie das jetzt machen" oder "was würde sie darüber denken" und ich glaube wirklich sie hat mein Denken bezüglich vieler Dinge sehr positiv beeinflusst.

Mein Gastkind war (ist!) einfach das liebste Kind der Welt - höflich, gebildet, lieb und lustig und ich hoffe sehr dass, ich, wenn ich mal ein Kind habe, es schaffe ihm das zu geben, was meine Gastfamilie ihrem Kind gegeben hat. Ich glaube, dass diese Zeit meinen weiteren Lebensweg beeinflussen wird, da ich in diesem Jahr gemerkt habe wie sehr ich Großstädte, und vor allem London, liebe. Ich will auf jeden Fall (entweder während dem Studium oder danach) nochmal nach London ziehen und da am besten auch länger leben! Irgendwann nach Weihnachten werde ich meine Gastfamilie in London besuchen und hoffe dass der Kontakt noch ewig bestehen bleibt. (Charlotte)

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Mir persönlich war mein Auslandsjahr als Au-Pair wichtig, weil ich die Chance die Welt zu entdecken nutzen wollte, bevor ich mein Studium beginne und "der Ernst des Lebens" langsam beginnt. Es war mir wichtig unabhängiger und erwachsener zu werden, was mir auch ganz gut gelungen ist - glaube ich zumindest... Ich habe in meinem "gap year" unbezahlbare Erfahrungen gemacht, die Welt entdecken und meine Sicht auf Dinge tiefgründiger werden lassen können, meine Sprachkenntnisse verbessert sowie Freundschaften mit den verschiedensten Leuten aus der ganzen Welt schließen können. Mein Auslandsjahr hat mich - wie erhofft - wachsen lassen und mich im positiven Sinne verändert! (Vero)

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Ich habe sehr viele andere Au-Pairs aus Deutschland kennengelernt, die sind aber größtenteils mit Au-Pair World hier, also ohne Organisation. Und was ich bisher so gehört und mitbekommen habe gibt es da oft Probleme mit den Familien. Teilweise haben manche schon zwei bis dreimal die Familie gewechselt innerhalb von 2-3 Monaten. Da hat sich für mich bestätigt, dass es eine sehr gute Entscheidung war mit Kulturist ins Auslandsabenteuer zu starten. Man merkt einfach, dass so mehr Kriterien beachtet werden bei der Vermittlung und somit auch bessere Voraussetzungen gegeben werden sich mit der Familie zu verstehen und sich in das Leben der Familie einzufinden. Ich verstehe mich super mit meiner Gastfamilie und ich denke gerade in den ersten Tagen ist es wichtig ins Gespräch zukommen. Da hat es sehr viel geholfen, dass wir z.B. die gleichen Interessen in Musik, Filmen etc. haben, was ja bei der Vermittlung auch beachtet wurde. So war es, denke ich, einfacher für beide Seiten sich kennen zu lernen. Ich habe da einfach gemerkt, dass es dann gerade auf diese Einzelheiten ankommt.

Vielleicht können sie meine Rückmeldung in einem Beitrag Ihres Blogs verwenden, den ich übrigens sehr gerne lese. Viele Grüße aus Irland (Veronika)

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Wir bei Kulturist freuen uns immer sehr über solche und ähnliche Rückmeldungen, denn genau das ist es ja, was uns bewegt: Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammen zu bringen und einen für alle Seiten positiven Austausch zu ermöglichen!

Als Sprachtutor(in) Deutsch im Ausland unterrichten

von Judith Liehr

Der Dreh- und Angelpunkt dieses Programms ist der Austausch von Kultur und Sprache! Man geht heute davon aus, dass in etwa zwei Drittel aller Menschen auf der Welt mindestens zweisprachig sind. Im günstigsten Falle sollte jeder Bürger Europas drei Sprachen beherrschen – Mehrsprachigkeit eröffnet große persönliche Chancen und hilft dabei, Toleranz für anderssprachige Menschen und Kulturen zu entwickeln.

Wer also sprachbegeistert ist, einen offenen Geist, eine freundliche und positive mentale Einstellung und den Wunsch bzw. die Fähigkeit hat, sich für einen begrenzten Zeitraum dem Lebensstil einer Gastfamilie anzupassen – für den/die ist dieses Programm eine tolle Sache.

Es bietet Ihnen die Möglichkeit, die lokale Kultur und Lebensart Ihres Gastlandes kennenzulernen und einen längeren Zeitraum sehr kostengünstig dort zu verbringen.

Eine Au-Pair-Tätigkeit ist nicht jedermanns Sache und bei diesem Programm geht es ja nicht um Kinderbetreuung, sondern darum, mit der Gastfamilie (oder einigen Personen in der Gastfamilie) Deutsch und/oder Englisch zu über bzw. zu sprechen. Hier geht es nicht um „Unterricht“ im klassischen Sinne, sondern eher um das, was man unter „Immersion“ versteht – das sogenannte „Sprachbad“. Die Lernenden (insbesondere Kinder), sollen in einem fremdsprachigen Umfeld –in diesem Falle durch den/die Tutor/in- mehr oder weniger beiläufig die fremde Sprache erwerben.

Eine gezeichnete Reihe von Kindern

Mehrsprachigkeit wird heute in vielen Berufsfeldern ebenso vorausgesetzt, wie ein gewisses Maß an interkultureller Kompetenz – beides wird inzwischen vielerorts auch speziell gefördert. So wurde bereits im vergangenen Jahr in der italienischen Region Trentino seitens der dortigen Regionalverwaltung ein Sprachtutorenprogramm entwickelt und gefördert, welche die Trilingualität (Italienisch, Deutsch und Englisch) der jungen Menschen dort aktiv unterstützen soll. Das Programm dort bietet neben den üblichen Benefits noch eine Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr, Teilnahme an Sprachkursen und verschiedene organisierte Exkursionen.  Neben dem Sprachtraining in den Gastfamilien, haben die Tutoren/innen auch die Möglichkeit, an Gymnasien oder Mittel- oder Grundschulen im Sprachunterricht zu helfen. Auf diese Weise hat man nicht nur die Möglichkeit Kontakte zu knüpfen, sondern man kann Unterrichtserfahrung sammeln oder auch einfach in den Beruf eines Lehrers „hineinschnuppern“. Ein wirklich sehr schönes, neues Programm.

Durch einen Auslandsaufenthalt als Sprachtutor(in) können Sie Ihre eigenen organisatorischen und kreativen Fähigkeiten austesten. Sie werden ganz sicher viel über sich selbst lernen und können außerdem Ihrem Lebenslauf noch eine internationale Referenz hinzufügen.

Unser Ziel ist es, unsere Programmteilnehmer/innen bei der Entwicklung interkultureller Kompetenzen zu unterstützen und gleichzeitig dazu beizutragen, die Verständigung und die Zusammenarbeit unter den Menschen überall auf der Welt zu fördern. Deswegen freuen wir uns immer wieder sehr darüber, neue Destinationen oder Programme anbieten zu können!

Informationstag und Kulturaustausch am 30.01.2016

von kulturist

Hiermit laden wir alle Interessenten herzlich zu unserer nächsten Info-Veranstaltung in Bad Homburg ein. Wir möchten Euch in ungezwungener Atmosphäre über unsere verschiedenen Programme (Freiwilligen-, Sprachtutoren-, Au-Pair Programme) informieren. Zusätzlich bieten wir unverbindlich den ersten Teil der Bewerbung (Interview) für die Au-Pair Programme in den USA, Australien, Neuseeland und Kanada an. 

Gerne könnt Ihr auch Freundinnen oder Freunde mitbringen. 

Die Teilnahme ist natürlich kostenlos.

Bitte meldet Euch, wenn möglich, unter info@kulturist.com oder telefonisch unter 06103/ 5098888 an.

Die Verstanstaltung findet in der Elisabethenstr. 38a, 61348, Bad Homburg, von 11 bis 14 Uhr statt.

Wie findet man als Gastfamilie das passende Au-Pair?

von Judith Liehr

Ganz besonders beim ersten Au-Pair fragen sich zukünftige Gasteltern, wie sie sicher sein können, tatsächlich „das“ passende Au-Pair zu finden – man möchte an der Stelle einfach keinen Fehler machen, zumal man ja für eine Weile unter einem Dach leben wird und ganz besonders auch deswegen, weil man dem Au-Pair ja die eigenen Kinder anvertrauen möchte – und das mit einem guten Gefühl.

Zunächst einmal gibt es einige Punkte, über die man sich als Gastfamilie im Klaren sein sollte, bevor man mit der aktiven Suche beginnt.

Aufenthaltsdauer Ihres Au-Pairs

Die meisten Au-Pairs kommen für ein Jahr nach Deutschland, zumindest aus visapflichtigen Ländern. Ein Jahr ist erfahrungsgemäß auch eine gute Zeitspanne, aber auch kürzere Zeiten sind durchaus möglich. So kommen insbesondere Bewerber/innen aus EU-Ländern oftmals für sechs bis neun Monate, oder auch über den Sommer für zwei bis vier Monate.

Au-Pair-Mädchen oder Au-Pair Junge?

Auch ein Thema, das durchaus einer Überlegung wert ist. Sollten Sie selbst Jungs haben, so kann es durchaus empfehlenswert sein, einen Au-Pair-Jungen einzuladen. Es gibt wirklich sehr viele, sehr gut vorbereitete und hoch motivierte männliche Bewerber. Jungs sind meist auch, was gemeinsame Freizeitaktivitäten mit den Gastkindern anbelangt, sehr viel aktiver als Mädchen und die allermeisten haben kein Problem damit, auch kleine Haushaltstätigkeiten zu übernehmen.

Ein Au-Pair spielt mit Kindern

Herkunftsland Ihres Au-Pairs

Ich persönlich würde das Herkunftsland eines Au-Pairs selbstverständlich nicht als ausschlaggebend für dessen Eignung sehen, ebenso wenig wie die große Mehrheit unserer Gastfamilien. Die Menschen sind nun einmal sehr unterschiedlich – und zwar überall auf der Welt. So gibt es durchaus auch eher introvertierte Au-Pairs aus Südamerika und auch eine eher extrovertierte junge Dame aus China habe ich selbst schon kennengelernt. Allerdings kann man überlegen, ob es bestimmte Kulturkreise gibt, an denen man selbst besonders interessiert ist. Oder aber, ob es vielleicht schön wäre, wenn das zukünftige Au-Pair beispielsweise eine bestimmte Sprache spricht, die man selbst ebenfalls spricht oder auch üben möchte.

Besondere Fähigkeiten Ihres zukünftigen Au-Pairs

Eine Affinität zu Kindern und auch Erfahrung in der Kinderbetreuung sollten Sie bei jedem potenziellen Au-Pair voraussetzen. Darüber hinaus ist zu überlegen, was Sie noch von Ihrem Au-Pair erwarten. Haben Sie Haustiere? Sofern Sie sich wünschen, dass Ihr Au-Pair auch mit Ihrem Hund spazieren geht, empfiehlt es sich, jemanden einzuladen, die/der im Besten Falle selbst zu Hause einen Hund in der Familie hat. Sollte Ihr Au-Pair regelmäßig Mahlzeiten zubereiten? Auch das sollte deutlich kommuniziert werden – nicht jede/r Bewerber/in kann wirklich kochen. Sind vom Au-Pair Fahrdienste zu übernehmen? Ein sehr spezielles Thema, über das man sich ebenfalls im Vorfeld klar sein sollte.

Speziell in diesem Bereich kann es nicht viele andere Kleinigkeiten geben, die Ihnen wichtig sind. Sie sollten die Mühe nicht scheuen, sich solche Punkte im Voraus zu überlegen und sie uns dann mitteilen. Wir bekommen über unsere Partnerorganisationen vor Ort ein recht umfangreiches Bild der einzelnen Au-Pairs und freuen uns natürlich ganz besonders darüber, wenn wir Menschen zusammenbringen können, die ähnliche Interessen haben. Langjährige Erfahrung sowohl als Gastmutter, als auch in der Au-Pair-Vermittlung, hat mir gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns des Au-Pair-Verhältnisses umso geringer ist, je mehr beide Parteien sich schon im Vorfeld über ihre Erwartungen, Vorstellungen und Wünsche im Klaren sind und Sie sollten daher etwas Zeit in diese Überlegungen investieren. Kulturaustausch ist nicht nur unsere Profession, sondern auch für alle in unserem Team eine Herzensangelegenheit!

Was genau wir Ihnen außerdem bieten, können Sie in diesem Artikel nachlesen.

Weihnachtsferien 2015

von kulturist

Vom 21. Dezember 2015 bis zum 4. Januar 2016 haben wir Betriebsferien. 

Wir wünschen Ihnen allen eine wunderschöne Weihnachtszeit und alles Gute im neuen Jahr!

- Ihr Kulturist-Team

Au-Pair in Australien – Nataschas Erfahrungsbericht

von Judith Liehr

Als ich ihren Bericht erhalten habe, fragte ich sie spontan, ob wir das veröffentlichen dürfen, denn ich finde, sie spricht einige durchaus sehr wichtige Punkte an, über die man sich in jedem Fall Gedanken machen sollte, wenn man plant, als Au-Pair ins Ausland gehen zu wollen.

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Also ich muss sagen, dass ich „Au-Pair sein“ richtig schön finde! Wenn ich mit den Jungs zusammen bin, haben wir meistens Spaß und es ist immer schön das Lachen eines Kindes zu hören. Jedoch muss ich leider sagen, dass ich nicht die perfekte Familie gefunden habe, was mir aber erst jetzt, nach etwas mehr als drei Monaten auffällt. Die ersten zwei Monate waren richtig schön, ich hatte viel zu sehen, musste mich einleben, konnte Neues erkunden und ich habe meistens gedacht, dass das mit dem Kontakt in der Familie mit der Zeit kommt.
Jetzt habe ich aber festgestellt, dass es einfach einige Sachen gibt die mir nicht so gefallen. Meine Gastfamilie hat ein Au-Pair, weil die Mutter für sechs Monate 3,5 Stunden entfernt arbeitet und deshalb nur am Wochenende nach Hause zurückkommt. Somit fehlt hier etwas die weibliche (und somit gesprächigere) Kontaktperson. Der Vater ist halt morgens schon ganz früh arbeiten und hat auch noch einen zweiten Job, weswegen er auch oft nachts noch weg ist. Wenn er mal zuhause ist, sitzen er und die Jungs fast immer vor den TV und er auch am Handy.

Durch seine Arbeitszeiten hat auch nicht so die Lust zum Kochen, weswegen es eigentlich immer Fertiggerichte oder „takeaway“ gibt (mindestens einmal pro Woche Pizza). Da ich Vegetarierin bin und die Familie aber Huhn und Fleisch über alles liebt, muss ich mir auch oft etwas selbst kochen (das ist nicht so das Problem), aber ich werde leider nicht zum Abendessen gerufen und wir essen oft getrennt und wenn dann sitzen sie vorm TV und reden nicht miteinander (bin ich so nicht von zu Hause gewöhnt). Auch wenn die Mutter am Wochenende da ist, ist sie so erschöpft, dass sie die Tage oft alle zusammen im Schlafzimmer vor dem Fernseher verbringen, weshalb wir auch dann keinen großen Kontakt haben.

Da die Jungs von 8:45 bis 15 Uhr in der Schule sind, habe ich hier viel Freizeit, wobei auch einiges für den Haushalt draufgeht. Ich wohne in einem kleinen Vorort von Sydney, wo nur Familien und Rentner wohnen, wo es außer einer kleinen Mall nichts gibt und es auch zu lange dauert, um mit dem Bus irgendwo hinzufahren. Ich habe leider keinen Führerschein und hätte hier eh kein Auto, aber das schränkt die Mobilität doch ziemlich ein. Mittlerweile wird es manchmal etwas langweilig, aber inzwischen habe ich ein paar Beschäftigungen und auch noch paar Pläne. Hier ist aber eben auch die Gefahr von Heimweh, wenn man alleine im Haus herumsitzt und nicht rauskommt. Auch merke ich, dass es einige Unterschiede in den Erziehungsmethoden gibt und da ich den Jungs eben nicht alles durchgehen lasse, sondern eben mal was verbiete, stehe ich manchmal als die Böse da (bzw. ich fühle mich so, vor allem wenn ich von den Jungs an den Wochenenden total ignoriert werde).

Das klingt jetzt alles ziemlich schrecklich oder? Naja, ich werde es jetzt hoffentlich noch bis Ende Januar aushalten und dann gehe ich als Au-Pair zu einer anderen Familie, die so ziemlich das Gegenteil von hier ist, falls ich die Zusage bekomme (also „Au-Pair sein“ ist immer noch ziemlich toll). Das Wichtigste ist natürlich die richtige Familie.

Die richtige Au-Pair Gastfamilie in Australien finden

Als Tipp: mache dir genaue Gedanken, wie du dir das Leben in der Familie vorstellst und was du dir wünschst. Frage am besten bei Skype-Gesprächen nach, wie es in der Familie aussieht. Sei ehrlich zu dir selbst und nimm nicht die erstbeste Familie, sondern warte lieber und geh nicht zu viele Kompromisse ein. Willst du auch unter der Woche viel Freizeit zum Erkunden haben oder nicht? Das hängt dann auch mit dem Alter der Kinder zusammen - die über 6 sind an 5 Tagen in der Woche eben in der Schule - Freizeit - und die unter 4-Jährigen hat man oft den ganzen Tag über, weshalb man sich schlecht mit anderen treffen kann und eben nicht so oft aus dem Haus kommt.

Ich dachte am Anfang, dass ich hier die perfekte Familie gefunden habe und war mir da auch ziemlich sicher, jetzt ist mir klargeworden, dass ich nicht so genau darüber nachgedacht habe, was ich mir denn wirklich wünsche und was mir selbst wichtig ist, auch was ich von dieser Zeit als Erfahrungen mitnehmen möchte für mein Leben.

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Vielen Dank für Ihre Anregungen, Natascha – und ich hoffe natürlich sehr, dass die restliche Zeit als Au-Pair in Australien noch viel besser werden wird!

Das Au-Pair und den eigenen Erziehungsstil unter einen Hut bringen

von Judith Liehr

Oder aber, Sie haben den Eindruck, das Au-Pair habe gar keine Vorstellungen zu diesem Thema. Gleich vorweg: An dieser Stelle gibt es wirklich mitunter große kulturelle Unterschiede. Dazu muss man nicht weit weg gehen, es reicht schon, nach Frankreich zu schauen. Sie können sich als Gastfamilie also nicht wirklich „in Sicherheit wiegen“, wenn Sie sich für ein Au-Pair aus einem EU-Land entscheiden. :) Aus diesem Grunde hier ein paar Tipps, wie Sie sich mit Ihrem Au-Pair über dieses Thema verständigen können.

Besprechen Sie möglichst viel schriftlich und frühzeitig

Nutzen Sie dazu unbedingt die Zeit, die bis zur Ankunft Ihres neuen Au-Pairs vergeht – meist steht man ja ohnehin schon eine Weile vorher in Kontakt miteinander. Senden Sie ihr/ihm am Besten eine ausführliche Email – schreiben Sie lieber zu viel, als zu wenig. Sie sollten dabei bedenken, dass Ihr Au-Pair sich auch schon vor Ankunft intensiv mit Ihnen/Ihrer Familie beschäftigen und sich vorbereiten wird. Ein weiterer Vorteil einer solchen Email liegt darin, dass alles, was nicht verstanden wird, sofort nachgeschlagen werden kann. Das ist oft einfacher, als später, während eines persönlichen Gesprächs.

Fragen Sie nach eigenen Erfahrungen

Es wird Ihnen sicher helfen Ihr Au-Pair besser zu verstehen, wenn Sie sich zunächst nach ihren/seinen persönlichen Erfahrungen erkundigen. Lassen Sich sich ruhig aus der eignen Kindheit erzählen und fragen Sie, welche Strafen beispielsweise im Herkunftsland Ihres Au-Pairs von den Eltern üblicherweise verhängt werden.

„Grenzen setzen“ – immer wieder ein Thema

Und genau das, was viele Au-Pair zu Beginn ihrer Zeit nicht gut schaffen, obwohl es so wichtig wäre!  Der Grund liegt meist darin, dass Ihr Au-Pair ja von Ihren Kindern gemocht werden möchte und es daher (zunächst) nicht schafft, etwas abzuschlagen. Erklären Sie Ihrem Au-Pair, dass sie/er den Kindern natürlich vermitteln sollte, dass sie/er sie wirklich mag, aber auch klarmachen muss, dass sie/er ein Erwachsener und daher „der Chef“ in dem Sinne, dass sie auf sie/ihn hören müssen, ist. Sie/er kann Gefahren besser einschätzen und für Sie, als Eltern, darauf achten, dass wichtige Regeln eingehalten werden. Erklären Sie auch, dass das Austesten dieser Grenzen schnell ein Ende findet, wenn man damit Konsequent umgeht und alle Erwachsenen sich immer wieder über dieses Thema austauschen.

Regelverletzungen und Konsequenzen

Machen Sie Ihrem Au-Pair klar, wie sie/er sich bei Regelverstößen Ihrer Kinder verhalten sollte. Beispielsweise in kurzen Sätzen erläutern, dass ein Verhalten falsch war und das Kind dazu auffordern, das Richtige zu tun. Sollte es das immer noch nicht tun, so muss es dann eben die Konsequenzen tragen. Beispielsweise wer sein Zimmer bis zum Abend nicht aufgeräumt hat, darf nicht eine bestimmte Sendung im Fernsehen anschauen, sondern muss aufräumen. Oder wer gemeine Sachen sagt muss lernen, dass die angesprochene Person dann einfach keine Lust mehr hat, etwas Besonderes mit ihr/ihm zu machen, wie vorlesen, oder Plätzchen backen. Ergänzen Sie an dieser Stelle ruhig möglichst viele Beispiele aus Ihrem eigenen Alltag.

Was ist Tabu?

Stellen Sie ganz deutlich dar, welche Dinge überhaupt nicht in Frage kommen – wie beispielsweise, dass Kinder auf gar keinen Fall geschlagen werden (auch nicht auf die Finger etc.). Oder dass sie nicht bedroht oder geängstigt werden. Das ist eigentlich selbstverständlich und einfach, schwieriger ist es hingegen mit dem Thema „Bestechung“. Sie sollten es daher nicht versäumen Ihr Au-Pair darauf hinzuweisen, dass Kinder einfach eine völlig falsche Logik erlernen, wenn man sie für eigentlich normale Dinge belohnt. So verführerisch das zuweilen auch sein mag – sie werden es dann in Zukunft einfach immer erwarten. Erklären Sie, dass Kinder ein Au-Pair ihrer/seiner Persönlichkeit wegen mögen, oder wegen all der Dinge, die eine solche Person normalerweise mit ihnen unternimmt, mögen und nicht, weil sie/er ihnen Süßigkeiten gibt und Fernsehen schauen lässt.

Ganz wichtig: Kommunikation

Kündigen Sie ruhig an, dass Sie immer für Gespräche zur Verfügung stehen werden und dass ein Austausch über eben diese Themen sehr wichtig ist. Es hilft sicherlich darauf hinzuweisen, dass die gesamte Au-Pair-Zeit entspannter und schöner sein wird, wenn Sie und Ihr Au-Pair ein gutes Team für Ihre Kinder werden und Ihr Au-Pair möglichst schnell deren Zuneigung und Respekt gewinnen kann.

 

Bestimmt hilfreich ist es auch, vor allem in der Anfangszeit mit einem neuen Au-Pair, einen Tages- oder Wochenplan zu haben – lesen Sie dazu bitte diesen Artikel

Als Au-Pair in Irland – ein Erfahrungsbericht von Lena

von Judith Liehr

Irische Gastfamilien sind oft auch wesentlich flexibler was die Aufenthaltsdauer eines Au-Pairs betrifft, als das beispielsweise in England der Fall ist.

Lena aus Niedersachsen lebt für vier Monate als Au-Pair im Nordosten Irlands und hat uns einen Erfahrungsbericht geschickt:

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Schafe, grüne Wiesen, Kerrygold Butter, Steinmauern und eine Menge Regen – dieses waren meine Assoziationen mit Irland, bevor ich hier herkam. Hat es sich bewahrheitet?

Ich bin jetzt seit 2 Monaten als AuPair in Irland und wohne im schönen Sligo, Co. Sligo im Nordwesten der Republik. Von 35 Grad in Deutschland im August musste ich mich hier schnell an ein anderes Klima gewöhnen. Nebel, Regen, Sonne und Wolken – und das alles an einem Tag ist völlig normal. Schon nach einer Woche musste ich mich geschlagen geben und habe eingesehen, auf die deutschen Wetter-Apps ist hier leider kein Verlass. Es regnet eigentlich genau dann immer, wenn ich nicht damit rechne. Ob das den Menschen hier auf´s Gemüt schlägt? Auf keinen Fall! So wie ich die Iren kennengelernt habe, sind sie sehr offen, herzlich und stets freundlich (sogar im Regen!). Wenn ihr wie ich, nicht den allerbesten Orientierungssinn habt und einfach gerne Orte erkundigt, könnt ihr gewiss sein, dass die Leute, die ihr ansprecht, euch nicht nur den Weg beschreiben, sondern auch noch die besten Pubs und schönsten Burgen der Umgebung zeigen. Wenn ihr euch fragt, ob euer Englisch gut genug ist, braucht ihr keine Angst haben. Ihr könnt einerseits Sprachkurse besuchen, aber auch durch den alltäglichen Gebrauch des Englischen kommt ihr einfach in den Flow, sodass ihr einfach anfangt, auf Englisch euren Freunden zu schreiben oder sogar zu träumen. Das Wichtigste aus meiner Sicht ist, keine Berührungsängste zu haben. Man kann mit allen Menschen in ein nettes Gespräch kommen, die man hier auf der Straße, im Pub oder im Hostel trifft.

Lena besucht Aran Islands

Da es nun klar ist, warum man nach Irland kommen sollte, nun zum eigentlichen Sinn dieses Eintrages. :)
AuPair- Arbeit oder Familie? Ich gebe ehrlich zu, dass ich am Anfang nicht wusste, wie ich mich verhalten soll. Während meiner Schulzeit hatte ich schon einen Austausch mitgemacht, aber wie ist das Ganze, wenn man dafür Geld bekommt? Es ist genauso herzlich, kann ich nur sagen. Man darf auch hier keine Angst haben und sollte zeigen, dass man bereit ist, auch über das Befinden der Kinder hinaus, sich zu unterhalten. So gehört es für mich dazu, nach dem Dinner noch einen Tee zu trinken und Rugby zu schauen oder mir den Unterschied zwischen Gaelic Football und Hurling erklären zu lassen- ich habe beides noch nicht verstanden. An den Wochenenden werde ich stets zu Ausflügen eingeladen und könnte mich der Familie anschließen, doch bin ich meistens mit anderen AuPairs auf eigenen Wochenendausflügen, um Irland zu erkunden. Es ist schön am Wochenende, wegzukommen und sein eigenes Ding zu machen und so der Familie auch ein bisschen Zeit für sich zu gönnen. Ich rate euch einfach, benehmt euch wie ein Familienmitglied und dann werdet ihr auch so behandelt. So werde ich von meinem Gastvater Brian immer mit „hey German- dinner is ready“ zum Abendessen gerufen und fühle mich durch den Humor wie zuhause.

Lena besucht Connemara

Nun zur eigentlichen Arbeit als AuPair. Im Vordergrund stehen immer die Kinder, oder in meinem Fall das Baby. In manchen Familien bekommen die AuPairs Listen, was den Tag über zu tun ist. Mir wird lediglich gesagt, dass ich das Kind davon abhalten soll, Sachen vom Boden zu essen – und das schaffe ich. Ich übernehme einige Haushaltstätigkeiten (bügeln, saugen, putzen, waschen), die einfach auf der Strecke bleiben, wenn beide Elternteile bis abends arbeiten. Wichtig ist trotzdem, dass man sich Auszeiten nimmt, so werde ich niemals auf mein Leichtathletik Training verzichten. Damit ich nicht nur andere AuPairs über Facebook Communities kennenlerne, sondern auch echte Iren, bin ich hier, wie zuhause auch, im Leichtathletik Verein. Das Training ist echt anstrengend, aber ich muss ja den Iren zeigen, dass wir Deutschen mithalten können.

Lena besucht Ring of Kerry

Ich habe jetzt genau Halbzeit, da ich nur noch bis Weihnachten hier sein werde. Es war bisher eine sehr schöne Zeit und ich denke, so wird es auch bleiben. Danach werde ich wahrscheinlich keine Busse mehr sehen können, weil diese mein einziges Fortbewegungsmittel für meine Ausflüge sind. Wenn man bei BusEireann Busmeilen sammeln könnte, hätte ich mittlerweile sehr viele Gratisfahrten. Ich war schon in Galway (Aran Islands !), Killarney mit dem Ring of Kerry ( Kerrygold Butter kommt von sehr glücklichen Kühen, die Gegend ist einfach nur schön), Limerick und vielen weiteren Orten. Morgen geht’s nach Wicklow, einem Drehort von Ps. Ich liebe dich und jetzt hoffe ich, dass ich keinen Porridge zum Frühstück essen muss, denn Brian hat grad nach seinem German gerufen…

Liebe Grüße aus Irland sendet Euch,

Lena J

FOTOS : Ring of Kerry (Burg), aus Sligo (Berg und See), Connemara (Strand) und den Aran Islands (Küste)

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Vielen Dank für den tollen Bericht, Lena! Wir wünschen Ihnen natürlich noch weiter eine tolle Zeit! Sollten Sie weitere Gründe dafür suchen, als Au-Pair nach Irland zu gehen, so empfehle ich Ihnen noch diesen Blog-Artikel.

 

Meikes Erfahrungsbericht Freiwilligenarbeit bei einer Nomadenfamilie

von Judith Liehr

Es ist für uns kaum vorstellbar und schon deswegen eine ganz besondere Erfahrung – ein Leben ohne festen Wohnsitz.

Meike aus Berlin hat sich auf den Weg gemacht, um das Leben der Nomaden, welches sehr eng an die Natur gebunden und dem Zyklus der Jahreszeiten unterworfen ist, kennenzulernen. Hier ihr Erfahrungsbericht:

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сайн байна уу?

Mein Name ist Meike, ich bin 18 Jahre alt und habe diesen Sommer sechs Wochen in der Mongolei verbracht - organisiert mit Kulturist. Die meiste Zeit davon habe ich als Freiwillige in einer Nomadenfamilie gelebt, wo ich geholfen habe die Kühe zu melken und traditionelle Milchprodukte herzustellen, aber auch auf die Kinder aufgepasst habe und vieles mehr. Aber lasst mich von vorne beginnen:

Als ich am 26.7. in der Mongolei angekommen bin, habe ich nämlich zunächst zwei Tage in der Hauptstadt Ulan Bator verbracht. Hier haben mir die Mitarbeiter der Partnerorganisation von Kulturist (Naturschutz-Mongolei) viele, sehenswerte Orte in der ganzen Stadt gezeigt. So haben wir beispielsweise das Gandan-Kloster besichtigt und sind die 500 Stufen zum Zaisan-Denkmal emporgeklettert, um den tollen Ausblick zu genießen.

Außerdem musste ich mein Visum verlängern und hatte die Gelegenheit einige Worte Mongolisch zu lernen.

An meinem dritten Tag ging es schließlich mit dem Bus weiter in das kleine Örtchen Battsengel, etwa 300 km westlich von Ulan Bator. Dort haben mich dann meine Gasteltern, Batka und Tuya, abgeholt. Sie leben mit ihren drei Kindern Ariunchimeg (13 - Mädchen), Sumya (10 - Junge) und Purue (7 Monate - Junge) in den traditionell mongolischen Jurten, genannt Gers, die für die nächsten fünf Wochen auch mein Zuhause sein sollten.
Wie für Nomaden üblich, züchtet auch meine Gastfamilie Vieh, sowohl Pferde, als auch Kühe, Schafe und Ziegen. Ihre Herden teilen sie sich allerdings noch mit einer Reihe anderer Familienmitglieder (Oma, Opa, Tanten, Onkels), die ganz in der Nähe wohnen.

Die ganze Familie hat mich super herzlich empfangen und wir haben uns sofort gut verstanden - und das, obwohl die Verständigung gerade zu Anfang recht schwierig war, denn wir mussten hauptsächlich mit Zeichensprache oder kleinen gemalten Bildchen auskommen. Mit der Zeit wurde es allerdings immer besser, was auch daran lag, dass ich gebeten wurde meiner Gastschwester ein wenig Englisch beizubringen. Während sie fleißig Englischvokabeln geübt hat, habe ich dann nämlich auch einige der mongolischen Begriffe gelernt.

Neben den anfangs bereits genannten Aufgaben wie dem Melken oder der Herstellung des Trockenquarks Aruul, durfte ich auch einmal miterleben, wie die Nomaden weiterziehen - das tun sie vier Mal im Jahr. Mitzuhelfen, die Jurten ab- und wieder aufzubauen, hat mir besonders Spaß gemacht, denn für mich, die aus einer deutschen Großstadt kommt, war es wirklich interessant zu sehen, wie so eine Jurte aufgebaut ist und wie sie funktioniert. Allerdings hat sich meine Gastfamilie entgegen meiner Erwartung nur ca. 2 km entfernt von ihrem alten Standort wieder eingerichtet.

Besonders schön fand ich es auch, wenn in meiner Gastfamilie ein Fest gefeiert wurde. Da kommen dann Mongolen aus allen Ecken des Landes zusammen, tragen traditionelle Kleidung, essen traditionelles Essen und singen traditionelle Lieder. Und gerade die Kultur und die Traditionen der Einheimischen kennenenzulernen, war mir sehr wichtig.

Alles in Allem hatte ich eine wirklich spannende und schöne Zeit in der Mongolei. Natürlich gab es hin und wieder auch einige Schwierigkeiten, zumal ja alles neu und unbekannt für mich war. Trotzdem kann ich so eine Reise guten Gewissens jedem empfehlen, der gerne mal eine gänzlich unbekannte Lebensweise entdecken und erleben möchte.nzulernen, haben mich an einem Aufenthalt in der Mongolei besonders gereizt.

Auch die letzten vier Tage in Ulan Bator haben mir noch einmal sehr viel Spaß gemacht.
Allerdings wäre das Ganze ohne die hilfsbereiten Mitarbeiter von Kulturist und der Organisation vor Ort niemals möglich gewesen. Deshalb denke ich, ist es nun an der Zeit, danke zu sagen:

баярлалаа!

Danke für alles

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Wir danken Ihnen für diesen schönen Bericht, Meike!

 

Wenn Sie sich für dieses Projekt interessieren, finden Sie hier weitere Informationen.

Mit oder ohne Au-Pair in den Urlaub?

von Judith Liehr

Vorausschicken möchte ich, dass es hier keine allgemeine Regel gibt – ich werde Ihnen daher an dieser Stelle meine persönlichen Erfahrungen als langjährige Gastmutter und die, welche über meine Tätigkeit in der Au-Pair-Vermittlung sammeln konnte, schildern.

Zunächst einmal, jedem Au-Pair steht für einen Aufenthalt von 12 Monaten ein bezahlter Urlaub von vier Wochen zu, d.h. zwei Tage pro Aufenthaltsmonat.

Mit Au-Pair in den Urlaub

Viele Gastfamilien nehmen ihr Au-Pair, sofern sie einen Urlaub in einem Schengen-Land (oder einigen Sonderstaaten) planen, gerne mit. Diese Lösung bietet beiden Seiten Vorteile – allerdings sollten einige Dinge vorher vereinbart werden. Generell gilt, dass die Gastfamilie in diesem Falle die Kosten für den Urlaub übernimmt und das Au-Pair hilft während des Urlaubes bei der Kinderbetreuung mit. Die Zeit des Urlaubes wird dann hälftig auf den Urlaubsanspruch des Au-Pairs angerechnet (also z.B. zwei Wochen gemeinsamer Urlaub = eine Woche des Au-Pair-Urlaubes). Sie sollten aber darauf achten, dass die Reise auch für Ihr Au-Pair Urlaubsqualität hat, d.h. jeden Tag mit den Kindern am Strand verbringen und sie beaufsichtigen ist kein Urlaub. Sprechen sie daher die Mithilfezeiten genau ab. Dennoch bietet es Ihnen selbstverständlich auch recht viel Freiraum, wenn Sie Ihr Au-Pair in den Urlaub mitnehmen: Sie müssen nicht jeden Morgen früh aufstehen, Sie können einfach mal ein Buch lesen, alleine über den Markt bummeln, oder auch abends ausgehen! Ihrem Au-Pair bieten Sie andererseits die Möglichkeit, sehr kostengünstig ein weiteres Land zu entdecken.

Ohne Au-Pair in den Urlaub

Insbesondere dann, wenn eine teure Flugreise ansteht, bzw. das Urlaubsland außerhalb des Schengen-Gebietes liegt und ein Visaverfahren sehr aufwendig wäre, entscheiden sich Gastfamilien meist, ihr Au-Pair zu Hause zu lassen. Hier gibt es mehrere Optionen:
Sie können mit ihrem Au-Pair vereinbaren, dass sie/er beispielsweise in der Zeit ihres Urlaubes Haustiere/Pflanzen versorgt. Diese Zeit kann dann nicht als Urlaub gesehen werden, da Ihr Au-Pair ja nicht selbst wegfahren kann. Sollten derartige Aufgaben nicht anfallen, so können Sie mit ihrem Au-Pair vereinbaren, dass er/sie in dieser Zeit selbst Urlaub hat. Achten Sie bitte darauf, dass Sie Ihr Au-Pair vor Ihrer Abreise mit Lebensmitteln versorgen bzw. ein wenig zusätzliches „Verpflegungsgeld" zurücklassen. Besprechen Sie im Vorfeld, welche Regeln gelten – beispielsweise, ob Ihr Au-Pair in dieser Zeit Besuch haben darf, oder nicht.

Ein Au-Pair sitzt mit Kind am Strand

Noch ein paar Tipps zum Schluss

Viele Gastfamilien haben das Problem, dass ein Urlaub für ihr Au-Pair eigentlich nur dann möglich ist, wenn sie selbst Urlaub haben und diesen dann gewähren können. Sofern Sie das nicht über die gerade erwähnte Möglichkeit regeln können, könnten Sie mit Ihrem Au-Pair entweder vereinbaren, den Urlaub „häppchenweise" (also immer ein paar Tage) zu nehmen, oder aber ihn komplett an das Ende der Au-Pair zeit legen.
Aus eigener Erfahrung kann ich noch empfehlen, einen „Urlaubskalender" zu führen und diesen gut sichtbar an die Familien-Pinnwand zu hängen. Dies hat nicht damit zu tun, besonders „pingelig" zu sein, sondern es ist für beide Seiten transparent. Weder haben Sie das Gefühl, Ihr Au-Pair habe doch sicher schon alle Urlaubstage verbraucht, noch geht Ihr Au-Pair davon aus, es stünden ihr/ihm noch etliche freie Tage zu, wenn dem nicht so ist. So können alle Tage, an denen Ihr Au-Pair außer-planmäßig frei bekommt (wie ein Au-Pair-Ausflug, oder der Geburtstag des Au-Pairs) vermerkt werden und beide Seiten können stets aktuell visualisieren, wie viel Urlaub noch übrig ist.

Es steht Ihnen selbstverständlich jederzeit frei, Ihrem Au-Pair zusätzliche freie Tage zu schenken. Das freut sowohl den Schenkenden, als auch den/die Beschenkte/n!

Erfahrungsbericht Au-Pair in England - von Nguyen Thi Hoa

von Judith Liehr

Hoa aus Berlin war fast ein Jahr als in Cheshire. Sie hat uns einen sehr schönen Erfahrungsbericht und viele schöne Bilder aus ihrer Zeit als Au-Pair in England geschickt. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und Miterleben!

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10 Monate England war wohl einer meiner besten Entscheidungen, die ich jemals getroffen habe. Die Idee ins Ausland zu gehen, kam mir bereits Ende der 11. Klasse in den Sinn. Zumal viele meiner Freunde mit der Idee eines Auslandsjahres spielten, einige wollten ein FSJ machen, einige Work & Travel, einige Au-Pair. Da ich ehrenamtlich mit Kindern zu tun habe, war Au-Pair das Beste, was ich machen konnte. Die Vermittlung ging überaschenderweise sehr schnell – ich hatte mich aus persönlichem Grunde recht spät beworben und hatte befürchtet, dass es nicht mehr klappen würde. Doch bereits eine Woche, nachdem ich meine Bewerbung eingereicht hatte, schickte mir Gabriel einen Familienvorschlag. Danach ging alles recht flott – einige E-Mails, ein Telefonat, einmal Skypen - bis ich mich für die Familie entschieden habe. Sobald ich die endgültige Bestätigung von meiner Gastfamilie bekam, buchte ich meinen Flug und verabschiedete mich natürlich bei all meinen Freunden. Ich war zwar traurig, weil ich wusste, dass ich meine Familie und Freunde für eine ganze Weile nicht sehen werde, war aber andererseits total aufgeregt und gespannt, was mich erwarten würde. Sorgen machte ich mir auch: Was wäre, wenn meine Gastfamilie ganz anders werde als ich sie mir erwarte? Was wäre, wenn die Kinder mich nicht mögen werden? Was wäre, wenn ich keine Freunde finden werde?

Hoa besucht eine schöne Kirche in England

Meine Gastmutter hatte mich vom Flughafen abgeholt und sie zeigte mir gleich am ersten Tag die Kleinstadt Wilmslow, von dem ich vorher noch nie etwas gehört hatte. Sie zeigte mir das Haus, mein Zimmer und die Grundschule. Meine Aufgabe wird es nun sein auf drei Kindern aufzupassen: Ellie 13 Jahre, William 10 Jahre und Alexandra 6 Jahre. Ich kann mich noch ganz gut daran erinnern, wie Alex anfangs zu mir sagte: “Let’s just play together. I don’t understand what you are saying - you don’t need to talk.“ Ich war in dem Moment natürlich total baff und eingeschüchtert, aber wenn ich jetzt zurückdenke, muss ich nur noch darüber lachen. Die ersten Wochen waren schwierig, man hatte sich fremd gefühlt und in der englischen Sprache war ich sowieso noch nie sicher. Ich wusste nicht, wie ich mich gegenüber meinen Gasteltern verhalten sollte, worüber ich mich mit ihnen unterhalten könnte und die Kinder hatten mich auch noch nicht als Bezugsperson akzeptiert. Aber aller Anfang ist schwer. Also keine Sorge, wenn es anfangs nicht so läuft, wie du dir es erhofft hast. Je mehr Zeit du mit den Kindern verbringst, desto mehr wachsen sie dir ans Herz. Es gibt natürlich Phasen, da können sie dir das Leben zur Hölle machen – dann heißt es, tief durchatmen, auch mal schimpfen und streng sein, denn erst so lernen sie, dich zu schätzen. Vor allem mit Alex musste ich oft schimpfen und dann kommt es schon vor, dass sie sagt, sie hasse mich. Aber 10 Minuten später kommt sie angerannt, entschuldigt sich und will mit mir spielen oder malen. Alex und ich stritten uns sogar manchmal, was eigentlich nur hieß, dass wir uns lieb haben. Ich war nicht mehr nur ein Au-Pair im Haus, ich war eine Art große Schwester für sie. Ellie war die Älteste und mit ihr hatte ich am wenigsten zu tun gehabt, aber wir konnten uns trotzdem nett unterhalten, ich half ihr auch bei ihren Deutsch Hausaufgaben und eines Tages bin ich sogar mit ihr alleine nach Manchester gefahren. William hatte eine schwierige Zeit durchgemacht, denn er konnte den Umzug aus London nicht so gut verarbeiten wie die Mädels, aber auch mit ihm verstand ich mich mit der Zeit immer besser, zumal ich mich immer für seine Sportarten und Scout interessiert hatte. Alex, die anfangs nicht gerne mit mir spielte und ständig an meine Gasteltern hing, ließ mir später gar keine Ruhe mehr. Auch mochte sie es anfangs gar nicht, dass ich sie zu Bett bringe. Mit ihr habe ich die meiste Zeit verbracht und glaubt mir, egal wie nervig und anstrengend die Kleinen sein können, irgendwie vermisst du es schon ein bisschen, wenn du zurück zu Hause bist. Meine Gasteltern sind ebenfalls nett und sehr offen. Mit der Zeit konnte ich ihnen alles erzählen und wir scherzten auch hin und wieder. Außerdem hatte ich ein wundervolles älteres Ehepaar als Nachbarn, die sich ebenfalls um mich sorgten und Zeit mit mir verbracht haben.

Panorama Bild in England von Hoa während ihrer Au-Pair-Zeit

Schade war nur, dass mich meine Gastfamilie aufgrund mangelnden Platzes im Auto nicht überall mitnehmen konnten. Umso glücklicher bin ich darüber, dass ich so viele gute Freunde in England gefunden habe. Gleich am ersten Wochenende zeigte mir ein anderes Au-Pair nochmal Wilmslow, erzählte mir, dass ganz viele Au-Pairs in Wilmslow wohnen und nachdem ich bei einem Au-Pair Treffen dabei war, fand ich immer mehr und mehr Freunde. Ohne sie wäre mein Auslandjahr niemals so schön geworden. Man lernt wirklich sehr schnell neue Leute kennen. Aber irgendwann hast du deine Gruppe gefunden, mit der du die meiste Zeit verbringst und mit der du über alles reden kannst. Man tauscht seine Erfahrungen aus, kann sich ausheulen, kann witzige Momente teilen, England, Schottland und Wales bereisen und sich gegenseitig unterstützen. Nutzt die Wochenenden aus um zu reisen und euch mit Freunden zu treffen, ihr werdet es nicht bereuen. Auch wenn das Reisen ganz schön teuer sein kann, letztendlich lohnt es sich und wenn man alles gut im Voraus plant, kann man schon eine ganze Menge sparen. Ich habe zudem auch noch einen Sprachkurs besucht, der auch nicht billig war, den ich aber immer gerne besucht hatte. Meine Lehrer waren super freundlich und haben ab und zu auch Exkursionen gemacht, wir sind mit den Lehrern Mittagessen gegangen und neue Freunde konnte ich dort auch kennenlernen. Sprachkurs und Reisen ist nicht billig - Ich habe mir dennoch immer eingeredet, dass ich nur einmal 10 Monate im Ausland sein werde und diese Zeit auch gefälligst ausnutzen sollte. Ich wollte so viel wie möglich von der UK sehen und meine Liste durcharbeiten, was mir recht gut gelungen ist. Aber es gab Wochenenden, an denen wir uns einfach nur zu einem Kaffee getroffen haben oder im Park gechillt haben. Wir haben später auch öfter zusammen gekocht, Dinnerparties, Filmabende und Sleepover gemacht oder uns zum Barbecue oder Picknick im Park getroffen. Egal was man macht, das Schönste ist, dass man nicht alleine ist. Denn dadurch hatte ich nicht großen Heimweh. Ich war auch in den 10 Monaten drei Mal zu Hause und mein Bruder und vier Freunde haben mich zu meinem Geburtstag besucht. Außerdem gibt es Whatsapp und Skype – was wäre das Jahr nur ohne Internet gewesen?! Natürlich gibt es Tage, an denen ich mir wünschte, ich wäre jetzt bei meiner Familie in Berlin – am meisten, wenn man alleine im Haus hockt und es draußen noch dazu regnet oder wenn die Kinder einfach nicht auf dich hören wollen. Aber ich denke ein bisschen Heimweh gehört einfach dazu, denn so freust du dich umso mehr auf Zuhause.

Hoa besucht während Ihrer Zeit als Au-Pair Tower Bridge in London

Zum Ende hin wurde mein Verhältnis mit meiner Familie besser und besser, sie hatten sich außerdem ein neues großes Auto gekauft und konnten mich bei Ausflügen mitnehmen, mit meinen Gasteltern und den Kindern verstand ich super – die Kinder hatte ich mittlerweile im Griff - mit meinen Freunden genoss ich noch die letzten Wochen in England und glücklicherweise auch das schöne Wetter in England. In Manchester hatte es schon viel geregnet. Was mir über das englische Wetter erzählt wurde, stimmte in der Tat: Man weiß nie, wie das Wetter sein wird, ob es regnet oder ob die Sonne scheint oder doch beides? Der Regen kann einen schon richtig nerven, aber wenn man sich beschließt, nach England zu gehen, gehört dies eben dazu.

Jedenfalls freute ich mich auf meine Familie und Freunde in Berlin, war aber andererseits auch traurig über die ganzen Abschiede. Ich bin mit dem Jahr viel offener und selbstbewusster geworden, durfte wundervolle Erfahrungen sammeln und konnte mein Horizont erweitern, habe eine wundervolle Gastfamilie, liebe Nachbarn und tolle Freunde aus aller Welt kennengelernt, mit denen ich auf jeden Fall den Kontakt pflegen werde. Das Auslandsjahr habe ich mit einem lachenden und einem traurigen Auge beendet. Danke an allen, die Teil dieses Auslandsjahres waren, für all diese unvergesslichen Erinnerungen. Ich kann jedem das Au-Pair Jahr nur empfehlen. Natürlich hört man schlechte Erfahrungen, die einem vielleicht abschrecken, aber mit einer Organisation kann man wirklich nicht viel falsch machen. Ich habe Freunde gefunden, die die Gastfamilien wechseln mussten und nun glücklich sind. Man muss sich einfach nur trauen!

Liebe Grüße,
Hoa

“The journey of a thousand miles begins with a single step.” ― Lao Tzu

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Wir sind sicher, dass dieser Bericht Ihnen, sofern Sie planen als Au-Pair ins Ausland zu gehen, eine wertvolle Entscheidungshilfe sein kann. Natürlich bedanken wir uns auch ganz herzlich bei Ihnen, liebe Hoa, und wünschen Ihnen für Ihre Zukunft alles Gute!

6 Gute Gründe, um als Au-Pair nach Chile zu gehen

von Judith Liehr

Viele von uns kennen Spanien schon von verschiedenen Urlauben, auch deswegen ist Chile durchaus eine Überlegung wert, wenn Sie einen Aufenthalt als Au-Pair im Ausland planen. In unserem Blog haben wir schon verschiedene, beliebte Au-Pair-Länder vorgestellt, wie beispielsweise China, Australien, die USA, Neuseeland oder Frankreich. Heute möchten wir unsere Partnerorganisation aus Santiago de Chile zu Wort kommen lassen :

1. Spanisch

Spanisch gewinnt als Weltsprache immer mehr an Bedeutung. Nicht nur, dass in vielen beliebten Urlaubszielen Spanisch gesprochen wird, sondern auch in der Geschäftswelt sind Spanischkenntnisse überaus wichtig und wertvoll - mit wachsender Tendenz. Mit einem Au-pair Aufenthalt in Chile lernen Sie diese schöne und melodische Sprache ganz nebenbei.

2. Landschaftliche Einzigartigkeit

Jedes Jahr ist Chile in den verschiedenen Kategorien der Reise-Oskars nominiert, und das hat seinen Grund. Die landschaftliche Vielfalt von der trockensten Wüste der Welt im Norden, bis hin zum ewigen Eis in Patagonien, hat Chile einfach alles zu bieten. Die abgelegene und historisch hochinteressante Osterinsel gehört dabei ebenfalls zu Chile obwohl sie mit ca. 3.700 km westlich von Chile, mitten im Pazifischen Ozean, liegt.

3. Lateinamerikanische Kultur

Die Menschen in Chile sind generell eher zurückhaltende aber sehr herzliche Leute. Sie sind sehr stolz auf ihr Land und lieben es in dieser Meinung bestärkt zu werden. Wie überall in Südamerika, ist auch in Chile das Familienleben sehr wichtig. Kulturell gesehen liegt Chile zwischen Europa und Lateinamerika. Das wird wohl daran liegen, dass Chile sehr stark von Einwanderern geprägt ist – hauptsächlich aus Spanien und nebenrangig aus Deutschland, Schweiz oder Österreich.

Schoene Landschaften in Chile als Au-Pair bewundern

4. Naturschutz

Auch wenn man als Europäer zuerst nicht den Eindruck gewinnt, dass in Chile ein besonderer Wert auf Naturschutz gelegt wird, ist Chile mit seinen 31 Nationalparks, 13 Naturdenkmälern und 48 Nationalreservaten ein Paradies für naturbewusste Reisende. Das sind knapp 20 % der gesamten Landesfläche! Wie wichtig die Erhaltung dieser Naturlandschaften ist, wird immer mehr in das nationale Bewusstsein gerufen, um auch nachhaltig eine Erhöhung der Lebensqualität zu gewährleisten.

5. Modernes Lateinamerika

Gemessen am Pro-Kopf-Einkommen ist Chile das reichste Land in ganz Lateinamerika! Chile kann man seit langem schon nicht mehr als klassisches Entwicklungsland betrachten, sondern vielmehr als Schwellenland. Das zeigt sich durch die jahrelange wirtschaftliche Stabilität. Es wird Ihnen also gar nicht so schwer fallen, sich in Chile zurecht zu finden. Von riesigen Shopping Malls, bekannten Restaurantketten, Kinozentren, bis hin zu modernen Transportmöglichkeiten gibt es hier fast alles, wie Sie es von zu Hause gewohnt sind.

6. Herzliche Menschen

Die Chilenen sind hilfsbereit und freundlich und werden Sie sofort willkommen heißen. Insbesondere Europäer oder Nordamerikaner sind gern gesehene Gäste und können mit einer herzlichen Aufnahme in ihren Reihen rechnen, sei es zu gemeinsamen Ausflügen oder zu spontanen Asado-Essen (Barbecue).

Chile ist mehr als doppelt so groß wie Deutschland, hat aber nicht einmal ein Viertel so viele Einwohner! Es gibt also viel zu entdecken - wer für das Au-Pair-Jahr ein Ziel sucht, das sie/ihn etwas weiter weg führt, ist in Chile sicher gut aufgehoben.

Informationstag und Kulturaustausch am 19.09.2015

von Patrick Weiß

Hiermit laden wir alle Interessenten herzlich zu unserer nächsten Info-Veranstaltung in Bad Homburg ein. Wir möchten Euch in ungezwungener Atmosphäre über unsere verschiedenen Programme (Freiwilligen-, Sprachtutoren-, Au-Pair Programme) informieren. Zusätzlich bieten wir unverbindlich den ersten Teil der Bewerbung (Interview) für die Au-Pair Programme in den USA, Australien, Neuseeland und Kanada an. 

Gerne könnt Ihr auch Freundinnen oder Freunde mitbringen. 

Die Teilnahme ist natürlich kostenlos.

Bitte meldet Euch, wenn möglich, unter info@kulturist.com oder telefonisch unter 06103/ 5098888 an.

Die Verstanstaltung findet in der Elisabethenstr. 38a, 61348, Bad Homburg, von 11 bis 14 Uhr statt.

Au-Pair in England – nicht immer einfach!

von Judith Liehr

Wir erleben aber gerade für England, im Vergleich zu anderen Au-Pair Ländern, häufiger, dass es zwischen Gastfamilie und Au-Pair zu Schwierigkeiten kommt. Woran liegt das und was kann man dagegen tun? Das ist natürlich eine Frage, die sowohl uns, als auch unsere Partnerorganisationen vor Ort beschäftigt. Letztendlich möchten wir ja alle erreichen, dass alle Beteiligten den Auslandsaufenthalt als Au-Pair in England als eine positive Zeit erleben und in Erinnerung behalten.

Gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen haben wir uns dazu einige Gedanken gemacht, die wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten möchten.

Viele Au-Pairs wollen nach England

Es ist in der Tat so, dass ganz besonders viele Au-Pairs, die innerhalb Europas unterwegs sind, nach England gehen möchten. Es ist heute ungemein wichtig, gut Englisch sprechen zu können – England ist nicht weit weg und daher nicht so kostenintensiv wie beispielsweise Australien oder die USA. Das bedeutet aber auch, dass sich englische Gastfamilien einem besonders großen Angebot an Au-Pair-Bewerbern/innen gegenüber sehen. Dies nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Spanien, Italien, Frankreich etc. Aus diesem Grunde ist es oft auch nicht so einfach Gastfamilien zu finden, die Au-Pairs einladen möchten, welche weniger als ein Schuljahr dort bleiben möchten. Ebenso ist es für Gastfamilien dort u.U. auch relativ einfach, ein neues Au-Pair zu finden, sollte es mit dem derzeitigen Au-Pair zu Schwierigkeiten kommen. Ich möchte den englischen Familien natürlich nicht unterstellen, sie würden sich nicht die Mühe machen wollen, sich mit einem neuen Au-Pair auseinander zu setzen – es fällt aber sicher leichter einen Schluss strich zu ziehen, wenn man weiß, dass recht schnell Ersatz zu finden ist.

Hausarbeit

Das ist unserer Erfahrung nach häufig ein Reibungspunkt. Sie sollten bedenken, dass das Leben in England recht teuer ist, auch Au-Pairs erhalten im europäischen Vergleich etwas mehr Taschengeld. Die meisten Familien haben daher nicht noch zusätzlich eine Haushaltshilfe. Das heißt, dass sehr viele Gastfamilien in England Mithilfe im Haushalt erwarten. Art und Umfang der Mithilfe wird allerdings immer bereits im Vorfeld abgesprochen und auch in der schriftlichen Bestätigung des Programms recht genau festgehalten. Für den Fall, dass Sie es von Haus aus nicht wirklich gewohnt sind, Dinge wie beispielsweise eine kleines Essen vorzubereiten oder etwas zu bügeln, selbstständig zu tun, sollten Sie überlegen, ob Sie das in einer Gastfamilie wirklich gerne übernehmen wollen und vielleicht zu Hause schon vorher ein bisschen üben möchten.

Auto fahren

Viele englische Gastfamilien erwarten, dass ihr Au-Pair Auto fährt. Sie müssen sich wegen des Linksverkehrs aber keine großen Sorgen machen! Unsere Partneragenturen in England weisen Gastfamilien immer darauf hin, dass sie einem deutschen Au-Pair zu Beginn die eine oder andere Fahrstunde spendieren sollten, damit man das üben kann.

Familienschluss

Wir haben schon erlebt, dass Au-Pairs sich darüber beklagen, dass sie nicht genügend in die Gastfamilie integriert worden seien. Andererseits haben wir auch schon einige wenige Gastfamilien erlebt, die ausdrücklich darauf hinweisen, dass sie am Abend gerne für sich sein möchten. Hier gibt es verschiedenes zu bedenken: überlegen Sie bereits im Vorfeld, ob und wie wichtig Ihnen der Familienanschluss ist und besprechen Sie das offen während des Skype-Interviews mit der Gastfamilie. Die Menschen sind einfach sehr unterschiedlich und Sie sollten auch bedenken, dass viele Gasteltern wirklich viel arbeiten und deswegen abends auch einfach müde sein können. Das heißt natürlich nicht, dass keine Gespräche geführt, oder Dinge gemeinsam unternommen oder geplant werden können.

Generell ist es wirklich wichtig, dass Sie alles, was Ihnen persönlich wichtig ist, mit einer potentiellen Gastfamilie besprechen, bevor Sie sich für, oder gegen eine Familie entscheiden. Kommunikation ist der Dreh- und Angelpunkt des guten Gelingens eines Aufenthaltes als Au-Pair!

Worüber Au-Pairs sich am häufigsten beklagen

von Judith Liehr

Als Gastfamilie möchte man natürlich Unmut vermeiden – deswegen werde ich immer wieder gefragt, worüber Au-Pairs, die sich in Deutschland bei unseren Gastfamilien befinden, sich beklagen.

Manche dieser Dinge lassen sich sehr einfach beheben oder anders organisieren, andere wiederum nicht.

Die Gastfamilie zahlt meinen Sprachkurs nicht

Nun, dass müssen Sie als Gastfamilie auch nicht – Sie sind lediglich dazu verpflichtet, einen Betrag i.H.v. € 50,00/Monat zum Sprachkurs dazu zu geben. Zuweilen reicht das aus, in anderen Fällen möchten Au-Pairs beispielsweise Intensiv-Kurse besuchen o.ä., dann müssen sie die Differenz selbst tragen. Prinzipiell sind alle Au-Pairs darüber informiert, dass die Zuzahlung für Sprachkurse auf diese 50 Euro begrenzt ist. Es kommt aber immer wieder mal vor, dass sie dann andere Au-Pair-Freundinnen treffen, deren Gasteltern die kompletten Kosten übernehmen – in solchen Fällen kann schon mal Unmut aufkommen.

Ich habe keinen Internetzugang

Generell sollte man einem Au-Pair heute das eigene WLAN zur Verfügung stellen. Das ist eigentlich inzwischen Standard – im Falle von Au-Pairs, die sich im Ausland befinden, ist das zusätzlich auch eine gute und sehr preiswerte Möglichkeit mit der Familie und Freunden im Heimatland Kontakt zu halten. Vor nicht allzu langer Zeit sind dafür nicht unerheblich Telefonkosten angefallen! Nahezu alle Au-Pairs reisen mit eigenem Laptop oder Smartphone an. Sollte Ihr Au-Pair über keins von beidem verfügen, so sollten Sie ein solches zur Verfügung stellen. Wichtig ist es aber auch, von Anfang an darauf hinzuweisen, dass das Smartphone/Tablet während der Kinderbetreuungszeiten nicht verwendet werden darf.

Die Gastfamilie zahlt das Ticket für den Nahverkehr nicht

Im Prinzip müssen Sie lediglich für Kosten aufkommen, die für den Besuch des nächstgelegenen Deutsch-Kurses anfallen. Alles, was darüber hinaus geht, ist eine freiwillige Leistung. Zuweilen empfiehlt es sich an dieser Stelle beispielsweise, die Kosten für eine Wochen- oder Monatsfahrkarte zu teilen.

Das Zimmer ist zu kalt

Bedenken Sie, dass sehr viele Au-Pairs aus Ländern kommen, in denen es deutlich wärmer ist, als hier – vor allem im Winter. Auch ist „Energie-Sparen“ in vielen der Herkunftsländer der Au-Pairs nicht unbedingt ein Thema. Sprechen Sie mit Ihrem Au-Pair darüber, dann wird sich sicherlich eine Lösung finden. Lesen Sie bitte auch meinen Artikel mit Tipps zur Einrichtung des Au-Pair-Zimmers.

Ich habe am Samstag und Sonntag nicht frei

Immer wieder ein Thema! Au-Pairs wissen, dass sie lediglich Anspruch auf 1,5 freie Tage pro Woche haben und das dies einmal im Monat auf einen Sonntag fallen muss. So die offizielle Regelung – aber natürlich haben viele Au-Pairs das Wochenende über komplett frei, da sie montags bis freitags von ihren Gastfamilien gebraucht werden. Aber eben nicht alle Menschen arbeiten nur an diesen Tagen und in der Regel sind die wöchentlichen Mithilfezeiten bereits vor Einreise mit dem Au-Pair besprochen worden.

Die Gastfamilie zahlt die Gebühren für meinen elektronischen Aufenthaltstitel nicht

Zugegeben: der neue, elektronische Aufenthaltstitel ist mit 100 Euro recht teuer.
An dieser Stelle möchte ich aber darauf aufmerksam machen, dass Au-Pairs aus visapflichtigen Ländern immer bereits im Heimatland ähnliche, oder auch höhere Gebühren gezahlt haben. Zum einen für das Visum, welches sie bei der jeweiligen Deutschen Botschaft beantragen mussten und zum anderen auch für die Prüfungsgebühren an den örtlichen Goethe-Instituten für das A1-Zertifikat. Daher ist es nur fair, wenn diese Gebühren von den Gastfamilien übernommen werden.

Ihr Au-Pair braucht unbedingt einen solchen Aufenthaltstitel!

Die Gastmutter ist zu streng

Na ja – schwieriges Thema! Bedenken sollte man dabei, dass Au-Pairs häufig wirklich einfach nicht alles wissen und dass es sich lohnt, vor allem an Anfang der gemeinsamen Zeit, wirklich alles genau und geduldig zu kommunizieren. Das lohnt sich! Glauben Sie mir – ich spreche da aus eigener Erfahrung. Auch ich weiß, dass man bzw. frau nicht immer die Zeit und Nerven hat, alles haarklein zu erklären, man sollte es aber dennoch versuchen; so vermeidet man unnötige Missverständnisse.

Die Gastkinder sind zu frech zu mir

Auch das ist ein sensibles Thema. Im Auge behalten sollte man an dieser Stelle, dass Kinder in anderen Ländern eben meist auch anders erzogen werden. So ist es beispielsweise nicht überall üblich, dass sie sich, vor allem Personen gegenüber, die älter sind als sie selbst, „frech/respektlos/o.ä.“ verhalten. Man muss nicht sehr weit reisen, um solche Unterschiede feststellen zu können – es reicht eigentlich, nach Frankreich zu fahren und das ist ja nun nicht wirklich ein exotisches Land. Alle unsere Partnerorganisationen bemühen sich nach Kräften darum, im Rahmen der Vorbereitung für dieses Auslandsjahr, auch auf das Thema Kindererziehung einzugehen. Es ist aber sehr wichtig, dass Sie als Gasteltern, gemeinsam mit Ihrem Au-Pair und Ihren Kindern eine Lösung für solche Schwierigkeiten suchen.

Es gibt natürlich noch andere Dinge, die zu Missverständnissen oder Schwierigkeiten führen können – ich denke aber, hier nun die häufigsten Klagen, welche uns zu Ohren kommen, aufgeführt zu haben. Wichtig ist es in jedem Falle immer „im Gespräch zu bleiben“, fast alle Probleme lassen sich auf diese Weise lösen!

5 Gute Gründe, um als Au-Pair nach Frankreich zu gehen

von Judith Liehr

Gleich zu Beginn gebe ich es zu: auch ich bin frankophil und besuche unser schönes Nachbarland, wann immer sich die Gelegenheit bietet! Wir haben schon verschiedene Artikel über Zielländer für Au-Pair geschrieben – warum man als Au-Pair nach Australien, oder Neuseeland reisen sollte, welche Gründe für eine Zeit als Au-Pair in China, Amerika oder Irland sprechen.  An dieser Stelle befragen wir natürlich auch immer unsere Partner vor Ort, das habe ich auch diesmal getan:

1. Französisch

Französisch ist, neben Deutsch und Englisch, eine der offiziellen Sprachen in der Europäischen Union. Wussten Sie, dass es in 29 Ländern Amtssprache ist? Jede/r, der/die Französisch in der Schule gelernt hat, weiß, dass man die Sprache nur dann wirklich zu sprechen lernt, wenn man eine Weile in Frankreich lebt.

2. Kultur und Lebensart

Insgesamt hat Frankreich sehr viel zur politischen Kultur und zur Kultur im Allgemeinen beigetragen. Camus, Sartre, Proust – insgesamt haben französische Schriftsteller schon 15 Literaturnobelpreise erhalten, das ist mehr als in jeder anderen Nation. Zwar ist auch dort nicht alles Gold, was glänzt, aber in gewisser Weise lässt sich die französische Art zu leben und zu genießen nach wie vor als „Savoir-vivre“ bezeichnen. Es gilt dort noch immer die 35-Stunden-Woche und vor allem im August trifft man in vielen Büros und Agenturen nur wenige arbeitende Menschen an.

3. Architektur - „Altes“ und „Neues“

In Frankreich findet man überall architektonische Meisterwerke aus allen Epochen. Denken Sie nur an die Pyramide des Louvre oder das Centre Pompidou als Beispiele für moderne Architektur. Wenn wir in Paris bleiben, so ist die Notre Dame „das“ Bauwerk der Gothik, der Palast in Versaille ein Meisterwerk aus der Barockzeit. Man kann auch sehr viel Zeit damit verbringen, all die großartigen Chateaus im Tal der Loire zu besichtigen.

4. überragende Küche

Ich persönlich kenne eigentlich niemanden, der/die französische Küche nicht schätzt! Allein schon die Pâtisserie – läuft Ihnen alleine beim Gedanken an Macarons, Éclairs oder Madeleines nicht das Wasser im Mund zusammen? Bei Frankreichs Sinn für guten Geschmack und seinen renommierten Edelrestaurants ist es nicht weiter erstaunlich, dass es im Michelin-Ranking weit vorne liegt und eigentlich nur Japan einigermaßen nahe heran kommt.

5. viele Facetten in einem Land

So unterschiedlich die einzelnen Regionen des Landes sind, so sehr unterscheiden sich zuweilen auch deren Bewohner. Ein einfacher Urlaub reicht sicher nicht das, all das kennenzulernen. Elsass-Lothringen, wo viele Menschen auch Deutsch sprechen und die Häuser sich oft nicht sehr von unseren unterscheiden. Oder auf den Spuren der Geschichte in der Normandie wandeln. Die ganz eigene Vegetation der Bretagne erleben – die Menschen hier haben eigene Kultur, Sprache und Küche. Im Süden die Gironde, die Region rund um Bordeaux mit riesigen Weinfeldern und beeindruckenden Weinschlössern. Es gibt wirklich sehr viel zu entdecken!

Fallen Ihnen weitere Gründe ein? Eine unserer Au-Pairs, die ein Jahr in Frankreich verbracht hat, wurde mit ihrem Essay dazu Au-Pair des Jahres 2014 :) Viel Spaß beim Lesen!

Work & Travel in Chile

von kulturist

Wer eine Zeit in Südamerika verbringen, Spanisch-Kenntnisse aufpolieren und erste Arbeitserfahrung sammeln möchte, für den/die ist dieses neue Programm sicher eine tolle Sache. In Zusammenarbeit mit unserer Partnerorganisation vor Ort finden wir sicher einen passenden Job für Sie, durch den Sie Ihren Aufenthalt Chile finanzieren können. Mehr Infos finden Sie hier. Wir freuen uns auf Ihr Interesse!

Au-Pair Workshop am 16. Mai

von kulturist

Das nächste Vorbereitungsseminar findet am 16.05.2015 in Bad Homburg, Elisabethenstr. 38a, Restaurant „Flamm's" von 10:00 bis 16:00 Uhr statt. Es richtet sich an zukünftige Au-Pairs (Ausreise ab Sommer 2015) und an Au-Pairs aus dem Ausland, die sich seit kurzem in Deutschland aufhalten. Einfach eine Email an info@kulturist.com schicken - gerne senden wir dann den Flyer zu.

Au-Pair in Irland - ein Erfahrungsbericht von Antonia

von Judith Liehr

Inzwischen ist Antonia schon seit sieben Monaten als Au-Pair in Irland – sie schreibt einen tollen Blog über ihre Zeit dort, den ich immer wieder sehr gerne lese. Auch für uns hat sie einen Gastbeitrag geschrieben, in dem sie über die unterschiedlichen Seiten des Au-Pair-Daseins berichtet. Viel Spaß beim Lesen!

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Vor ungefähr einem Jahr traf ich endgültig die Entscheidung, nach dem Abi als Au Pair ins Ausland zu gehen. Ich hatte diesen Entschluss eigentlich verworfen, als ich mit meinem Freund zusammen kam, doch allein der Gedanke, ein weiteres Jahr Zuhause zu sein, in derselben Stadt mit denselben Leuten, war unerträglich. Ich musste weg, wollte die Welt sehen, Menschen treffen, Orte entdecken, mich selbst finden.

Heute, ein Jahr später, bin ich hier in Irland. Seit 5 Monaten schon lebe ich hier, habe wunderbare Freunde gefunden, die mich mein Leben lang begleiten werden, habe Orte gesehen, die ich nie wieder vergessen werde, die mich sprachlos ließen.

Wie ist das Leben als Au Pair so? Ich wünschte, ich hätte damals jemanden gehabt, der mich auf alles vorbereitet. Im Internet findet man immer das, was alle hören wollen: wunderbare Erfahrungen, tolle Menschen, glückliche Familien. Was ist da dran?

Ich bin in eine wirklich tolle Familie mit drei wunderbaren Kindern gekommen. Ich muss gestehen, dass ich mit der jüngsten Tochter lange Probleme hatte, da sie mich nicht wirklich als Autorität oder Bezugsperson angenommen hat. Inzwischen aber liebe ich die kleine unglaublich, wie auch ihre beiden Geschwister. Ja, es gibt Tage, an denen ich die Kinder eher als „Monster“ bezeichnen würde, aber meistens sind sie meine liebevollen Rabauken. Und wenn mal ein schlechter Tag kommt, und glaubt mir, die gibt es auch, dann hilft es, sich kurz im Klo einzuschließen, tief durchzuatmen und manchmal ist es auch voll in Ordnung (und notwendig!), eine heimliche Träne zu vergießen. Denn ja, manchmal ist es zum Heulen. An den Tagen kommt alles zusammen: das Heimweh, das nie wirklich ganz weg geht, die Kinder, die halt nicht die eigenen sind und manchmal eben doch nerven und nicht hören und, wenn man in der sehr bemitleidenswerten Lage der Fernbeziehung ist (ich spreche hier aus Erfahrung), dann fehlt einem der liebste Mensch auf Erden auch. Mein Freund fehlt eh. Immer. Es gibt keine Sekunde, in der ich nicht wünschte, dass er hier wäre. Skype ist wundervoll! Und kleine Sachen helfen schon: tagsüber schicken wir uns Fotos hin und her. Manchmal von den Kindern, manchmal aus Berlin, von den Orten, die ich am Wochenende sehe. Von selbstgekochtem Essen. Von den Bastelstunden mit den Kindern. Sonntags verabreden wir uns zum gemeinsamen Frühstück bei Skype. Dadurch wird die Sehnsucht etwas erträglicher.
Auch meine Eltern fehlen mir ungemein! Ehrlich, das hätte ich im Voraus nicht erwartet. Ich liebe meine Eltern, aber wie jeder Teenager hielt ich mich für unbesiegbar und dachte, ich sei der klügste Mensch der Welt und meine Eltern verstünden mich nicht. Und ich war so sehnsüchtig danach, mein eigenes Leben zu leben. Jetzt bin ich hier, 2000 Kilometer von Zuhause weg und meine Eltern und meine Schwester fehlen mir mehr, als ich je gedacht hätte. Manchmal muss man ganz weit weg sein, um zu wissen, wo man zuhause ist.

Die scheiß Tage werden kommen: egal, wie sehr man seine kleinen Racker liebt (und glaubt mir, auch, wenn ihr vorher sagt, sind ja „nur fremde Kinder“, diese Flöhe werdet ihr in euer Herz schließen!), irgendwann fehlt der Geruch von Zuhause, die Freiheit, im Bett zu bleiben, solange man will. Der Regen nervt irgendwann und man sehnt sich mal wieder nach der Sonne und an manchen Tagen haben Kinder einfach zu viel Energie. An diesen Tagen sind Freunde das Beste, was einem passieren kann. Sucht euch so schnell es geht Freunde! Einheimische Freunde sind immer super, die kennen sich natürlich am Besten aus und wissen, wie die Leute ticken, wo man das beste Bier bekommt, wo das Essen am leckersten ist, wie man ein Busticket kauft. Aber die verstehen es nicht. Die verstehen eben nicht, wie es ist, Heimweh zu haben und wie die Kinder einen hin und wieder eben doch zum Wahnsinn treiben. Versucht, andere Au Pairs kennenzulernen (das passiert schneller, als ihr gucken könnt. Au Pairs sind überall!), denn die sind ebenfalls von Zuhause weg und genauso neu in der Situation wie man selbst. Das sind die Leute, bei denen man sich mal so richtig auskotzen kann, wenn die Kinder anstrengend sind oder die Gasteltern nicht nachvollziehen können, dass man, wenn der Freund dann endlich mal zu Besuch kommt, sich das Bett gerne mit dem Liebsten teilen möchte. Last but not least, andere Au Pairs sind mindestens genauso neugierig, das Land zu entdecken! Und hiermit, nehmt den letzten Tipp von mir an: Reist! Reist so viel es geht! Versucht bloß nicht, zu sparen, um Himmels Willen, ihr werdet scheitern, ich habe es ebenfalls versucht. Schmeißt euer Geld um euch, steigt in den Zug oder Bus und seht das Land! Ich lebe ziemlich nahe an Dublin dran und Dublin ist eine fantastische Stadt, doch Irland bietet so viel Atemberaubendes. Anfangs schmerzt es vielleicht noch, 50€ für eine Tagestour auszugeben, aber wenn man erst einmal am Abgrund der Cliffs of Moher steht oder im Fern Garden am Blarney Castle spaziert, dann weiß man, dass es die beste Art ist, Geld zu verschwenden. Bleibt über Nacht in fremden Städten, verlauft euch dort, wenn ihr zu viel getrunken habt. Ihr werdet es nicht bereuen.
Macht das Beste aus der Zeit. Geht in Pubs, esst Apple Pie und vergesst einfach mal die Kalorien, hört Straßenmusikern zu und nehmt euch vor, jeden Winkel eures Gastlandes zu erkunden.

Bin ich glücklich als Au Pair? Ja! Ich liebe meine Gastkinder und wenn ich an die Heimreise denke, bin ich zwar voller Vorfreude auf meine Familie, meinen wunderbaren Freund, mein Zuhause, aber die Kinder, Irland, Dublin, all das wird mir fehlen.
Ich habe lange mit mir gehadert, ob ich meinen Freund für eine Weile verlassen und dafür die Welt sehen soll. Der Abschied von Familie und Freunden ist schwer und das Heimweh schleicht sich immer ein, aber ich weiß, dass ich es nie bereut habe und auch nie bereuen werde, diesen Weg gegangen zu sein.
Meine Freunde sind inzwischen alle in der Uni. Ich weiß, ich hätte mich ewig gefragt, wie es hätte sein können, ins Ausland zu gehen. Noch wäre ich nicht bereit gewesen, zu studieren.
Ich bin überglücklich, als Au Pair nach Irland gekommen zu sein. Es ist ein wunderschönes Land mit tollen Menschen und grandiosen Orten und man lernt unglaublich viel über Kindererziehung. Ehrlich, inzwischen käme ich mir mit einem eigenen Kind vermutlich gar nicht mehr so überfordert vor wie noch vor einem Jahr. Man lernt dazu, auch über sich selbst.
Die Welt ist wunderschön. Man muss nur losziehen.

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Irland ist ganz sicher einen Besuch wert – wer weitere Gründe für einen Au-Pair-Aufenthalt dort sucht, dem/der sei auch mein Beitrag aus dem März 2014 zur Lektüre empfohlen.

Noch einmal vielen Dank für Ihren Bericht, Antonia! Wir wünschen Ihnen weiter eine tolle Zeit!

Nach dem Abi Work & Travel

von Judith Liehr

Gerade während unseren Informationsveranstaltungen sprechen wir oft auch mit den Eltern unserer Programmteilnehmer/innen. Viele von ihnen sähen es gerne, wenn ihre Söhne oder Töchter sofort mit einem Studium, einer Ausbildung bzw. einer zielstrebigen Karriereplanung beginnen würden. Diese wiederum wissen zuweilen noch gar nicht so genau, was sie eigentlich tun wollen, welchen Weg sie einschlagen, für welchen Beruf sie sich entscheiden wollen.

Unstrittig ist sicherlich, dass ein Work & Travel Jahr beispielsweise in Australien sehr zur Vertiefung der Englisch-Kenntnisse beiträgt. Nicht vergessen sollte man aber auch, dass die allermeisten der jungen Backpacker zum ersten Mal in ihrem Leben auf sich alleine gestellt sind – sie müssen ihren Alltag allein organisieren, in einem fremdem Land Kontakte knüpfen. Zwangsläufig werden dadurch Kompetenzen entwickelt, die später den Start beim Studium oder der Ausbildung eine große Erleichterung darstellen. Der Wert, den das Erlangen von sogenannten „Soft Skills“, wie Anpassungsfähigkeit, Toleranz, Weltoffenheit, Durchhaltevermögen, Organisationstalent oder auch Flexibilität durch eine Zeit als Work & Traveler im Ausland darstellt, ist auch für den späteren beruflichen Werdegang nicht zu unterschätzen.

Eine Work & Travel Programmteilnehmerin in Island

Oftmals lernt man durch solche Auslandsaufenthalte Arbeitsumfelder kennen, die es zu Hause nicht gibt, oder auf die man keinen Zugriff hat. So kann Work & Travel in Island tatsächlich ein Job auf einer Farm sein, wie man sie hier einfach nicht hat. Es gibt einfach sehr viele verschiedene Möglichkeiten – wer an einem solchen Programm teilnimmt, wird während des Auslandsaufenthaltes oft besser erkennen, wo die eigenen Interessen liegen (oder eben nicht!). Das zukünftige Studienfach kann so sicherer gewählt und das Studium zielgerichteter absolviert werden.

Teilnehmer an Work & Travel Programmen beweisen sich selbst (und auch ihren besorgten Eltern), dass sich alleine für ihren Lebensunterhalt sorgen können – eine sehr wichtige Erfahrung, die das Selbstvertrauen ungemein stärkt. Neben der Möglichkeit Arbeitserfahrung zu sammeln, lernt man während eines solchen Programms auch viele Menschen unterschiedlichster Nationalitäten kennen und knüpft Kontakte weltweit. Da man während eines solchen Programms u.U. auch öfter den Standort wechselt, lernt man sowohl verschiedene neue Orte als auch Tätigkeitsbereiche kennen.

Eine Zeit im Ausland ist immer ein Gewinn und selbstverständlich kann man sich auch noch später zu einem Work & Travel-Programm entschließen, solange man die Altersgrenze von 30-35 (je nach Land) nicht überschreitet. Der Zeitpunkt nach dem Abitur ist aber eigentlich besonders gut dazu geeignet, sich vom „Hotel Mama“ zu lösen und damit das erste Mal vollständig auf eigenen Beinen zu stehen!

Au-Pair in Neuseeland – Lucies Erfahrungsbericht!

von Judith Liehr

Tolle Landschaften, Englisch vertiefen und eine wirklich weite Reise unternehmen – es gibt viele Gründe, sich für einen Aufenthalt im Land der Kiwis zu entscheiden.

Lucie ist seit Januar dort – etwa 160km nördlich von Wellington. Sie wird ein halbes Jahr als Au-Pair in Neuseeland sein und macht, wie ich finde, einen wirklich tollen Job. Es ist schon eine echte Herausforderung, drei kleine Kinder, von denen zwei 1,5 Jahre alte Zwillinge sind, zu betreuen. In dieser Woche hat sie uns für unseren Blog einen Erfahrungsbericht geschickt:

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Ich bin Lucie und ich bin 18 Jahre alt. Ich komme aus Dortmund, einer Stadt in Deutschland.

Zurzeit arbeite ich als AuPair-Mädchen in Feilding, einem kleinen Dorf in Neuseeland. Ich kümmere mich dort um drei Kinder: Annabelle ist vier Jahre alt, und die Zwillinge Jonathan und Victoria sind 17 Monate alt. Nach den Kindern zu sehen und für diese zu sorgen ist definitiv nicht einfach, besser gesagt sehr anstrengend. Dennoch habe ich Spaß mit ihnen und verbringe meine Zeit gerne damit, mit den Zwillingen zu spielen, Annabelle etwas vorzulesen, mit ihr zu backen oder ihr etwas zu kochen.

Lucie vor einer wunderschönen Landschaft in Neuseeland

In meine Freizeit gehe ich joggen, fahre Fahrrad, oder gehe durch mein Dorf Feilding spazieren. Feilding ist nicht wirklich groß, aber das schönste Dorf in Neuseeland. Es hat die notwendigen Shops und Supermärkte und eine wundervolle Landschaft. Am Rande der Straßen sind wirklich schöne Bäume und Palmen und die Stadt ist sehr sauber. Außerdem befinden sich hier in Feilding einige sehr tolle Parks. Die Parks, das Schwimmbad die Innenstadt und die Spielplätze sind zu Fuß oder mit dem Fahrrad super zu erreichen.

Die nächstgrößere Stadt ist Palmerston North. Es dauert ca. 20 Minuten, um mit dem Auto dort hin zu kommen, aber es ist ebenfalls kein Problem, die Stadt mit dem Fahrrad zu erreichen. Auch wenn es mehr als eine Stunde dauert.

Meine Familie ist sehr nett und freundlich. Meine Gasteltern und ich verstehen uns wirklich sehr gut, und wenn es ein Problem gibt, sprechen wir miteinander darüber, und die Probleme sind gelöst. Die Familie und ich sind offen zueinander, was sehr wichtig ist, sodass das Zusammenleben harmonisch und friedvoll verlaufen kann.

An den Wochenenden habe ich Freizeit und nutze diese, indem ich durch Neuseeland reise und verschiedene Städte besuche oder die Action-Aktivitäten in Neuseeland ausprobiere.

Alles in allem, obwohl die Arbeit manchmal wirklich sehr hart ist, bin ich froh darüber, diesen Trip und diese Erfahrungen hier zu machen, und ich würde es jedem Mädchen und jedem Jungen empfehlen, welches bzw. welcher viel von der Welt sehen und ihren/seinen Horizont erweitern möchte.

Mit besten Grüßen

Lucie aus Feilding, Neuseeland

Lucie mit ihren Gastgeschwistern

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Es gibt viele gute Gründe, um als Au-Pair nach Neuseeland zu gehen – wir freuen uns immer, wenn wir an den Berichten unserer Programmteilnehmer/innen teilhaben dürfen! Wer immer Lucies Abenteuer weiter verfolgen möchte, kann sich ihren Blog anschauen.

Vielen Dank dafür – wir alle hier wünschen Ihnen noch eine schöne Zeit!

Warum Freiwilligenarbeit im Ausland eine der besten Möglichkeiten zu Reisen ist

von Judith Liehr

Jedes Jahr entschließen sich tausende Reisender zu einem Freiwilligenprogramm im Ausland.

Welche Gründe sprechen für diese Form des Reisens? Einige wichtige Denkansätze dazu möchte ich mit diesem Artikel darlegen.

Sie verleihen Ihrer Reise eine besondere Bedeutung

Wie viele Menschen kennen Sie, die dabei geholfen haben, Hütten für Öko-Touristin in der Negev Wüste zu bauen? Oder die dazu beigetragen haben, dass Kinder an der Ostküste Südafrikas Zugang zu Computern erhalten? Es gibt einfach keinen besseren Weg, ein neues Land und seine Kultur kennenzulernen, als durch das Leben in einer Gemeinde dort und das Zusammenarbeiten mit der lokalen Bevölkerung an wichtigen Entwicklungsprojekten. Unabhängig davon, ob Sie dabei helfen, verletzte Wildtiere zu versorgen, oder eine mongolische Nomadenfamilie bei ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen – als Freiwillige(r) haben Sie die einzigartige Möglichkeit zu einer vielfältigen und gegenseitigen Lernerfahrung in Ihrem Projekt. Das wird Ihre Reiseerfahrung sicherlich unvergesslich und bedeutend machen!

Bei einem Freiwilligeneinsatzes in Südafrika hat man dieses süße Kind begegnet!

Sie können alleine reisen

Wir alle wissen, dass die Koordination von Reisen mit Freunden nicht so einfach ist – dass Pläne, die bei verschiedenen Treffen ausgiebig diskutiert wurden, am Ende doch oft scheitern. Die Idee des „Alleine-Reisen“ ist nicht für jede(n) wirklich attraktiv – während eines Freiwilligenprogramms hingegen werden Sie sicherlich mit anderen, interessanten Menschen aus aller Welt zusammen sein. Sie werden am Projektort von unseren Partnern am Flughafen abgeholt, zu Ihrer Unterkunft gebracht und lernen dann, während der Orientierungsveranstaltung, andere Freiwillige kennen. Sie werden gemeinsam arbeiten, wohnen und auch Wochenend-Ausflüge etc. organisieren. So können Sie einfach allein reisen, ohne wirklich allein zu sein.

Sie müssen sich nicht um die Planung kümmern

Während die Planung Ihres nächsten Reiseziels sicher spannend und aufregend ist, könnte es passieren, dass Sie vor Ort  das eine oder andere versäumen, weil Sie sich nicht die Zeit genommen haben, alles wirklich gründlich zu recherchieren. Ein Freiwilligenprogramm erspart Ihnen diese Fleißarbeit, da wir die Gegebenheiten und Regelungen vor Ort kennen. Ihre Unterkunft und Ihr Freiwilligeneinsatz werden organisiert – ebenso werden wir Sie mit allen notwendigen Informationen versorgen, damit Sie zur „Reise Ihres Lebens“ starten können. Von Visa, über Impfungen und Packlisten, wir werden alle Ihre Fragen beantworten. Darüber hinaus gibt Ihnen unsere Partnerorganisation vor Ort auch Tipps für Ausflüge/Veranstaltungen u.v.m. an den Wochenenden, die Sie gemeinsam mit anderen Freiwilligen, organisieren können.

Warum nicht den Zuckerhut mit anderen Freiwilligen besuchen?

Sie finden die ultimative Travel-Work-Balance

Ob Sie unbedingt den Zuckerhut in Rio sehen möchten, oder ob es eine Trekking-Tour in Nepal sein soll, es besteht immer und überall die Möglichkeit, einen Freiwilligeneinsatz mit tollen Wochenend-Abenteuern zu verbinden. Es gibt eine riesige Palette an Programm-Möglichkeiten in sehr vielen, unterschiedlichen Ländern – ob Sie nun eine abenteuerliche Seele, ein Kulturforscher oder ein Strand-Mensch sind.

Sie können Ihr Engagement als Freiwillige(r) in Ihrem Lebenslauf angeben

Bedauerlicherweise erfährt Ihr Lebenslauf durch eine Shopping-Reise nach New York, oder einen Urlaub in einem Ressort auf Hawaii keine Aufwertung. Ihr Einsatz als Freiwillige(r) im Ausland zeigt allerdings, dass Sie sich an eine neue Lebensumgebung anpassen können und gemeinsam mit einheimischen an wichtigen sozialen oder ökologischen Projekten gearbeitet haben. Sie zeigen einem zukünftigen Arbeitgeber, dass Sie aktiv an der Erweiterung Ihres kulturellen Bewusstseins arbeiten, dass sie sich für nachhaltige kommunale Entwicklung einsetzen und ein echter Teamplayer sind.

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Sie können eine Fremdsprache lernen

Das größte Problem bei Reisen in andere Länder ist oftmals die Sprachbarriere. Der Besuch eines Sprachkurses ist natürlich nicht so attraktiv, wie beispielsweise eine Sight-Seeing-Tour. Viele unserer Freiwilligenprogramme bieten Ihnen aber die Möglichkeit, vor der Projektplatzierung noch einen Sprachkurs vor Ort zu belegen – fragen Sie uns!

Sie finden ein zweites zu Hause, weit weg von zu Hause

Das hören wir oft – Freiwillige, berichten uns, dass sie eine zweite Heimat gefunden haben, während sie die lokale Gemeinschaft unterstützten, und dass ihnen der Abschied wirklich schwer fiel. Und das ist ganz sicher etwas, das Sie während einer Stadttour in Venedig, oder eines Strandurlaubes auf Bali ganz sicher nicht erleben werden.

Um Berichte aus erster Hand zu erhalten, können Sie hier in diesem Blog beispielsweise lesen, was andere über Freiwilligenarbeit in Südafrika, Kanada, Israel oder Indien schreiben – ich wünsche Ihnen viel Spaß dabei!

Als Freiwillige in Südafrika – Christianes Erfahrungsbericht

von Judith Liehr

Viele Menschen möchten ihren Urlaub gerne mit etwas Sinnvollem verbringen, etwas zurückgeben oder sich einbringen.

Ein Aufenthalt im Ausland als Freiwllige(r) ist eine sehr gute Möglichkeit, alles das in Einklang zu bringen. Christiane (51) war Ende vergangenen Jahres im Wild-Life-Projekt unserer Partnerorganisation in Südafrika und hat uns anschließend einen sehr netten Bericht geschrieben (mit einem Augenzwinkern, wie sie selbst sagte). Wir dürfen diese Eindrücke hier veröffentlichen, da wir denken, dass sie sicherlich lesenswert und informativ für Jede(n) sind, der/die eine solche Art „Urlaub“ plant:

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Meine Zeit als Volontär in Kwantu war ein wirklich schönes und erfahrungsreiches Erlebnis. Die Organisation hat sehr gut funktioniert, alles hat wunderbar geklappt.

Und manchmal ist es besser, vorher nicht alles so „ganz genau“ zu wissen…

vielleicht hätte ich mich dann sogar gegen Kwantu entschieden und mich somit selber um eine schöne Erfahrung gebracht.

Bei meiner Ankunft in der Al-Beit-Lodge erwartete mich anstelle eines schönen Hotelzimmers eine recht einfache Unterkunft, „belegt“ mit außerordentlich schnell-englisch-sprechenden jungen Leuten … Oh je, wo bin ich denn hier gelandet? Gemeinsames Abendessen in einem grellbunten, lauten Stadtteil PE´s, statt gepflegter Konversation ein paar Gesprächsfetzen (Australier, Iren, Südamerikaner, Chinesen…ich dachte, ich kann einigermaßen englisch, aber die Schulzeit ist lange her und überhaupt: Schulenglisch…wer spricht das schon…)

Am nächsten Morgen statt Frühstück der Besuch eines Tattoo-Studios! Ein abreisender Volontär wollte eine bleibende Erinnerung an Kwantu. Junge Leute…Mir schwante, dieser Urlaub wird mir zu ganz neuen Erfahrungen verhelfen. Und so kam es ja dann auch. Anstatt Zwei-Bett-Zimmer ein großer Schlafsaal mit Landschulheimatmosphäre!

Christiane hat Spaß mit den Kühen

Bereits der erste „Arbeitstag“ brachte eine Einführung in die Anatomie einer Kuh. Löwenfüttern, das bedeutet nicht eine Dose zu öffnen, wie für meine Sofatiger zuhause, sondern eine Kuh in mundgerechte Häppchen zu zerlegen. Ich gestehe, an diesem Tag war ich lediglich Zuschauer mit sehr empfindlichem Magen. Gegen Ende des Aufenthalts wusste ich jedoch, wie man mit einer Machete umgeht.

Weitere Aufgaben: Schlaglöcher in der Straße stopfen, Neophyten ausreißen, Bäume mit der Machete fällen, Unkraut jäten, Tiere zählen, Tierarzt assistieren (z.B. ein totes Zebrafohlen obduzieren…Herztod), Zaunkontrolle…die Arbeit schweißte uns zusammen.

Besonders liebten wir die täglichen game-drives; unsere Ranger, allesamt außerordentlich engagierte Männer fütterten uns mit Wissen.

Als die drei Wochen zu Ende gingen, machte sich Trauer breit. Wie sehr hatten wir uns aneinander gewöhnt. Die Al-Beit-Lodge fand ich nun total gemütlich, PE einfach nur sehr lebendig und quirlig.

Der Abschied fiel schwer.

Aber ich bin um vieles reicher geworden.

Ich möchte mich ganz, ganz herzlich bei Ihnen bedanken!

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Und wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals für die anschaulichen Zeilen, Christiane!

Fünf Tipps zum Erlernen einer Fremdsprache

von Judith Liehr

Ein anderes Land wirklich Entdecken und Kennenlernen kann man nur dann, wenn man dessen Sprache ebenfalls –mehr oder weniger gut- spricht!

Sie können es nicht unbedingt wissen, aber wir hier bei Kulturist, sind eigentlich zum großen Teil auch Linguisten. Deutsch-Muttersprachler/innen sind eigentlich in der Minderheit, aber Sie können davon ausgehen, dass auch diese zumindest noch eine andere Fremdsprache noch wirklich gut beherrschen. Der eine bzw. die andere spricht sogar drei Sprachen fließend bzw. hat noch Grundkenntnisse weiterer Sprachen in petto. Ich weiß, dass wir damit nicht alleine sind und dass, gerade unter den Menschen, die sich für Kulturaustauschprogramme interessieren, sei es als Au-Pair, Sprachtutor, Work & Traveler oder Freiwillige/r, sehr viele schon mehrere Sprachen quasi erobert haben, oder dies gerne tun möchten.

Wir alle wissen aus Erfahrung, dass das Verständnis der Sprache des Landes, in dem wir reisen oder leben ein Tor zu weiteren Informationen über die Kultur, die Menschen und Besonderheiten dieses Landes öffnet.

Nachfolgend nun einige Tipps, die, meiner Meinung nach, wichtig sind, um eine solche Lernerfahrung zu erweitern und zu verbessern:

1.Jede Sprache hat ihren eigenen Rhythmus. Bevor Sie nun anfangen, Vokabeln zu lernen, empfiehlt es sich, dass Sie sich zunächst mit diesem Rhythmus bekannt machen. Das wird Ihnen später auch bei der Aussprache sehr zugute kommen. Tippen Sie den Rhythmus der Worte in der Fremdsprache so mit, wie sie gesprochen werden.

2. Sagen Sie alles laut – auch dann, wenn Sie gerade auf eigene Faust lernen, Hausaufgaben machen oder eine Zeitung lesen. Die zuständigen Muskeln gewöhnen sich so an die neuen Geräusche und Bewegungen, die Sie machen müssen, um sie zu erzeugen.

Nur durch das Erlernen einer Fremdsprache kann man die Kultur wirklich verstehen!

3. Nehmen Sie sich Zeit! Es hat ja in etwa fünf Jahre gedauert, bis Sie als Kind die eigene Muttersprache erlernt haben. Warum sollte das jetzt, als Erwachsene/r, so viel schneller gehen?

4. Lesen Sie über Dinge, die Sie wirklich interessieren. In der Schule haben wir alle Fremdsprachen, bzw. deren Vokabular zunächst über Dinge, die sich in unserer nahen Umgebung befinden, gelernt, später dann über Lektüre, die wir nicht immer wirklich spannend fanden.  Sie interessieren sich für Mode, Reisen, Kunst, Architektur, oder was auch immer – Sie werden sich sicherlich mit Leichtigkeit durch Magazine in der Fremdsprache navigieren! Und das einzig und allein aus dem Grund, weil das Thema Ihnen vertraut ist, bzw. Sie sich dafür interessieren.

5. Seien Sie stolz – Sie tun etwas, das nicht jede/r den Mut hat zu tun! Seien Sie stolz auf jede einzelne Ihrer Anstrengungen, die Sie unternehmen um eine neue Sprache zu erlernen und zu sprechen.

Das sind meine Top-Tipps! Wie ist es mit Ihnen? Haben Sie noch andere Vorschläge? Ich freue mich, wie immer, auf Kommentare.

Informationsveranstaltung

von kulturist

Hiermit laden wir alle Interessenten herzlich zu unserer nächsten Info-Veranstaltung in Bad Homburg ein. Wir möchten Euch in ungezwungener Atmosphäre über unsere verschiedenen Programme (Freiwilligen-, Sprachtutoren-, Au-Pair Programme) informieren. Zusätzlich bieten wir unverbindlich den ersten Teil der Bewerbung(Interview) für die Au-Pair Programme in den USA, Australien, Neuseeland und Kanada an.

Gerne könnt Ihr auch Freundinnen oder Freunde mitbringen.
Die Teilnahme ist natürlich kostenlos.
Bitte meldet Euch, wenn möglich, unter info@kulturist.com oder telefonisch unter 06103 5098888 an.

Treffpunkt:
Restaurant Flamms
Elisabethen Str. 38a
61348 Bad Homburg
von 11.00 bis 14:00 Uhr

Au-Pair – die kulturelle Komponente

von Judith Liehr

Was sollten Sie, als Gastfamilie, Ihrem Au-Pair in kultureller Hinsicht bieten?

Die Tatsache, dass es sich hier um ein interkulturelles Austauschprogramm handelt, ist inzwischen bekannt und wird auch so akzeptiert. Au-Pairs kommen nach Deutschland, um unsere Sprache besser zu erlernen, unsere Gewohnheiten, unsere Geschichte und unseren lokalen Unterschiede kennenzulernen. Als Gastfamilie sollten Sie sich darum bemühen, Ihrem Au-Pair dabei behilflich zu sein zu entdecken, was unser Land besonders macht. Es empfiehlt sich, eine Aktivität pro Monat einzuplanen – in unserem, oft sehr hektischen Leben, geht das sonst zuweilen unter.

Hier sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt. Überlegen Sie, was Sie gerne zeigen möchten.

Nachfolgend einige Tipps, zusammengetragen aus Erzählungen unserer Gastfamilien und meiner eigenen, langjährigen Erfahrung:

  • Informieren Sie Ihr Au-Pair über die Geschichte Ihrer Region
  • Besuchen Sie Museen, Tierparks oder Freizeitparks
  • Gehen Sie gemeinsam zu Konzerten, Sportveranstaltungen, Filmen und auch mal ins Theater oder die Oper
  • Planen Sie Einkaufs-Ausflüge, vor allem in lokalen Einkaufszentren oder interessanten Outlets
  • Erkunden Sie zusammen lokale Märkte
  • Essen Sie mit Ihrem Au-Pair in einem Restaurant mit sehr lokalen Spezialitäten
  • Lassen Sie Ihr Au-Pair typisches, deutsches Essen entdecken – kochen Sie gemeinsam oder lassen Sie Ihr Au-Pair deutsch kochen und ihre neuen Freunde dazu einladen
  • Beziehen Sie Ihr Au-Pair in deutsche Feiertage ein, besuchen Sie auch typische Veranstaltungen zu solchen Gelegenheiten
  • Überprüfen Sie Ihre lokale Zeitung nach interessanten Veranstaltungen in der Region oder speziellen Freizeitangeboten für junge Leute
  • Melden Sie Ihr Au-Pair im örtlichen Sportverein an
  • Unternehmen Sie gemeinsam Sightseeing-Touren, oder informieren Sie sich über entsprechende Angebote wie Städtetouren per Bus
  • Besuchen Sie regionale Ausstellungen, evtl. Festivals oder ähnliche Veranstaltungen

Fasching ist natürlich typisch Deutsch und das sollte ein Au-Pair einmal erleben!

  • Gehen Sie gemeinsam wandern oder Rad fahren
  • Zeigen Sie die nächstgelegene Bücherei, das Schwimmbad und Parks in der Nähe
  • Lassen Sie sich etwas über die Kultur des Heimlandes Ihres Au-Pairs erzählen – veranstalten Sie einen Quiz-Abend zu kulturellen Unterschieden
  • Besuchen Sie auch religiöse Stätten, Kirchen, Tempel, Synagogen oder Moscheen in Ihrer Nähe
  • Vermitteln Sie die kulturelle Vielfalt hierzulande, informieren Sie sich über multikulturelle Veranstaltungen oder Treffen in Ihrer Nähe
  • Lassen Sie Ihr Au-Pair auch Freiwilligendienste in Ihrer Gemeinde verrichten, beispielsweise im Kindergarten helfen, oder bei der alljährlichen freiwilligen Müllsammlung in der umliegenden Natur
  • Gehen Sie mit Ihrem Au-Pair zum nächstgelegenen Flohmarkt

Ein Foto vom Au-Pair Ausflug in Heidelberg

Diese Auflistung erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit – es gibt sicherlich noch viele andere, interessante Dinge, die Sie Ihrem Au-Pair zeigen könnten, bzw. die Ihr Au-Pair bei Ihnen erleben könnte. Wichtig ist, dass wir uns darüber im Klaren sind, dass wir, als Gastfamilien, letztendlich zu einem großen Teil darüber entscheiden, welche Eindrücke von unserem Land und unserer Kultur ein junger Mensch am Ende wieder mit nach Hause nehmen wird!

Weihnachtsferien 2014

von Patrick Weiß

Wir haben vom 22. Dezember bis zum 4. Januar Betriebsferien. Ab dem 5. Januar 2015 stehen wir Ihnen wieder zur Verfügung. In dringenden Fällen wenden Sie sich bitte per Email an uns.

Wir wünschen Ihnen allen schöne und erholsame Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

- Ihr Kulturist-Team

Erwartungen an Au-Pairs aus Armenien

von Judith Liehr

Das Volk der Armenier hat eine sehr alte, hochentwickelte und eigenständige kulturelle Identität.

Die Republik Armenien ist seit 1991 unabhängig. Das Land wurde bereits im Jahr 301 zum erste offiziellen, christlichen Staat der Welt erklärt. Generell spielen Kultur und Bildung im öffentlichen Leben des Landes eine große Rolle. Das Schulsystem in Armenien ist inzwischen zweistufig: Die Grundschule besuchen Schüler/innen der 1. bis 9. Klasse, die Oberschule ist für die Klassen 10-12. Es fehlen allerdings in vielen Bildungseinrichtungen oftmals noch Mittel für eine ausreichende Ausstattung und eine adäquate Bezahlung von Lehrkräften. Ausländische Stipendien oder Austauschprogramme wie das Au-Pair-Programm sind bei der jungen Generation des Landes sehr gefragt.

Wie schon in den Berichten über Au-Pairs aus Madagaskar, Au-Pairs aus Georgien, Au-Pairs aus der Mongolei, Au-Pairs aus Kolumbien, Au-Pairs aus Nepal und Au-Pairs aus China habe ich auch für diesen Artikel unsere Partnerorganisation vor Ort gebeten, uns einige Fragen zu beantworten, um Ihnen einen Einblick in das Land und die Vorbereitung der zukünftigen Au-Pairs zu geben.

1. Wie bereiten sich die Au-Pairs auf den Aufenthalt in Deutschland vor und wie lange dauert der ganze Vorbereitungsprozess in etwa?

Der ganze Vorbereitungsprozess für den Au-pair Aufenthalt dauert mindestens sechs Monate. Zunächst müssen die Bewerberinnen Deutsch lernen, um die A1 Prüfung am Goethe-Institut mit guten Noten abzulegen. Während dieser Vorbereitungszeit geht es aber nicht nur um den Spracherwerb, sondern zukünftige Au-Pairs beschäftigen sich auch intensiv mit der Kultur, mit Sitten und Brauchtum, Traditionen in Deutschland kennen. Wer noch keine ausreichenden Referenzen in der Kinderbetreuung nachweisen kann, sammelt auch auf diesem Gebiet weitere Erfahrungen.

2. Was sind wichtige kulturelle Unterschiede, die man als Gastfamilie kennen sollte, wenn man ein Au-Pair aus Armenien einlädt?

Die junge Generation in Armenien respektiert die Älteren. Die Armenier sind im Allgemeinen sehr traditionsbewusst und familiär, ehrlich und gutherzig. Die meisten Menschen hier lieben es, die Zeit mit der Familie zu Hause verbringen. Die Familie hat im Leben der meisten Armenier eine zentrale und sehr wichtige Bedeutung. Die Menschen sind immer hilfsbereit und zielstrebig. Nach unserer Erfahrung können sich die Au-Pairs in einer Gastfamilie recht gut integrieren.

Natürlich kommen die meisten Au-Pairs dort aus der Hauptstadt

3. Gibt es Unterschiede in der Kindererziehung?

Die Kinder bilden in den armenischen Familien den Mittelpunkt. Die Menschen hier erziehen ihre Kinder mit Liebe und Aufmerksamkeit. Sie geben den Kindern ihre Liebe, aber nicht ihre Gedanken. Man lehrt die Kinder in den armenischen Familien ihre eigenen Gedanken haben, aber auch die ältere Generation zu respektieren. Da die Ausbildung in Armenien sehr wichtig ist, streben alle Familien danach, ihren Kindern eine möglichst gute Ausbildung zukommen zu lassen.

4. Wo sind Unterschiede in der Ernährung zu finden?

Armenische Küche ist sehr originell und lecker. Ihr Geheimnis sind die vielen Gewürze, mit denen die Armenier ihre Speisen reichlich würzen. Das sind vornehmlich Zimt, Nelke, Vanille, Koriander, Basilikum, Estragon und Minze. Ein beliebtes Gericht für Armenier ist Tolma - gut gewürztes Hackfleisch in Kohl- oder Weinblättern gerollt. Bekannt ist auch die armenische Suppe - Spas oder Tanapur. Sie ist der deutschen Buttermilchsuppe sehr ähnlich. Armenien hat auch viele Käsesorten und ist an Brotarten sehr reich. Nur hier backt man Lawasch – Brot so dünn wie Papier. Vegetarische Gerichte und verschiedene Früchte sind in Armenien ebenfalls sehr beliebt.

5. Was versprechen sich die Au-Pairs von einem Aufenthalt in Deutschland?

Zuerst möchten alle unsere Bewerberinnen die Kultur, Sitten und Bräuche in Deutschland kennenlernen. Da die Deutsche Sprache in Armenien auch verbreitet ist, gibt es relativ viele Deutschlerner/innen. Alle Bewerberinnen glauben, dass man in keinem Ort eine Fremdsprache so gut lernen kann, wie in dem Land, wo die Sprache benutzt wird. Sie möchten ihre Deutschkenntnisse verbessern und natürlich mehr Erfahrung in der Kinderbetreuung sammeln. Dieses Programm gibt den Bewerberinnen die Möglichkeit, das Land und seine Sehenswürdigkeiten wirklich kennenzulernen. Auch können sie während des Au-pair Jahrs viele neue Kenntnisse und Erfahrungen zu sammeln.

Zum Schluss noch ein kleiner Tipp: Sollten Sie ein Au-Pair aus Armenien einladen, so lassen Sie sich unbedingt einmal die armenische Schrift zeigen! Ein sehr interessantes Thema – sie wurde zu Beginn des 5. Jahrhunderts geschaffen, wobei die Abfolge der Laute dem griechischen Alphabet entnommen wurde.

Ein Jahr als Au-Pair in Paris

von Judith Liehr

Unsere Programmteilnehmerin Franziska Brunn hat mit diesem Essay den Titel „Au-Pair des Jahres 2014" des Deutschen Bundesverbandes (APSeV) im Bereich Outgoing gewonnen!

Die Preisverleihung fand am 25. Oktober während der Jahreshauptversammlung des Verband in Köln statt. Unser Team ist stolz darauf, bereits zum zweiten Mal in Folge ein Au-Pair zu stellen, die diesen Titel gewonnen hat. Franziska stellt ihren Essay an dieser Stelle gerne zur Verfügung, um unseren Leserinnen und Lesern einen Einblick in das Leben als Au-Pair in Frankreich zu ermöglichen. Viel Spaß beim Lesen!

Schon während der 13 Jahre, in denen ich mir meinen Weg durch den Schul-Dschungel gebahnt hatte, brodelte in mir das Fernweh. Durch meine Babysitter-Jobs, die Arbeit mit den Ministranten meiner Kirchengemeinde und meinem Praktikum auf der Kinderstation im Krankenhaus hatte ich bereits einige Erfahrungen im Umgang mit Kindern gesammelt und entschied mich daher für einen Au-Pair-Aufenthalt.

Das Land meiner Träume stand schon lange fest. Une baguette mit etwas fromage und jambon, dazu ein gutes Glas du vin rouge, im Hintergrund la Tour Eiffel. Kurzum: Ich wollte la vie en rose erleben! Wozu hatte ich denn sieben Jahre lang in der Schule die livres gepaukt? Aus meinen Urlauben in Regionen, in denen man wie Gott in Frankreich lebt, und den Schüleraustauschen wusste ich doch: La France und ich - das passt einfach. Ich fühlte mich bereit, les français persönlich kennenzulernen und es sollte in Paris sein!

Schon bald wurde mir von meiner Au-Pair-Agentur eine Familie vorgeschlagen. Wir verabredeten uns zu einem Skype-Gespräch, bei dem ich alle kennenlernte: Die Eltern Isabelle und Jean, ihre beiden Töchter Alix und Victoire (9+7 Jahre alt) und den vierjährigen Charles, der erst einmal zurückhaltend war. Ich begann das Gespräch mit einem freundlichen „Bonjour“ (Guten Tag) worauf er „Au revoir“ (Auf Wiedersehen) erwiderte. Zum Glück war der Rest der Familie gesprächiger, und ich erfuhr Näheres über meine zukünftige Gastfamilie: Da beide Eltern in Vollzeit arbeiten und öfters geschäftlich auf Reisen sein würden, suchten sie ein „jeune fille au pair“ für ihre reizenden Kinder. Mir wurde mitgeteilt, worin meine Aufgaben im Großen und Ganzen bestehen und wo ich wohnen würde. Für mich würde ein „chambre de bonne“ (das sind ehemalige Dienstbotenzimmer) mit Blick auf den Eiffelturm und Invalidendom im siebten Stock bereit stehen, während die Familie vier Stockwerke tiefer wohnt. Ich war hin und weg (in Gedanken wohl schon eher weg). Nach ein paar Tagen Bedenkzeit für beide Seiten hatten wir uns füreinander entschieden.

Ende August hieß es dann endlich „Paris – Ich komme!“

Im meinem Zielland angekommen, wurde ich von der ganzen Familie herzlich in Empfang genommen. Rückwirkend kann ich sagen, dass dies wohl der Beginn einer großen Freundschaft war. Nach zwei Tagen in Begleitung der Eltern begann der Alltag für die Kinder und mich. In der Regel begann jeder Tag damit, dass ich die Kinder weckte, ihnen das Frühstück zubereitete, sie schulfertig machte, die Betten richtete und regelmäßig neu bezog. Während Alix und Victoire in der école primaire (der Grundschule) und Charles in der école maternelle (dem Kindergarten) waren, besuchte ich an zwei Tagen die Woche je 3 Stunden die Sprachschule. Nachmittags holte ich meine Schützlinge aus der Schule ab, dann stand die Bewältigung der Hausaufgaben auf dem Programm. Unter anderem erklärte ich als Deutsche den französischen Kindern die französische Grammatik – das war anfangs schon etwas seltsam für mich.

Wann immer zwischen diversen Freizeitaktivitäten wie Judo, Tanzen, Tennis und Schwimmen, zu denen ich die Kinder brachte und wieder abholte, Zeit blieb, spielten wir die verschiedensten Spiele. Jeden Abend stand das Duschen aller Kinder auf dem Programm, anschließend kochte ich und wir aßen zusammen Abend. Besonders hoch im Kurs standen deutsche Gerichte wie Kartoffelpuffer und Pfannenkuchen oder lustig aussehendes Essen (z.B. eine Schildkröte aus Würsten und Brot).

An den Mittwochen, die uns durch das frühere Schulende mehr Zeit boten, backten wir sehr oft zusammen Crêpes, Muffins oder Kuchen aller Art. Manchmal machten wir einen Ausflug, z.B. in den Zoo („Wir haben sogar Napoleons gesehen!“ Die Rede war von Chamäleons). Im Winter fuhren wir Schlittschuh vor dem Rathaus und dem Eiffelturm und backten „deutsche“ Weihnachtsbrötchen. Die Kinder lernten die deutschen Bräuche und ich die französischen kennen. Ich nahm an Fastnachtsumzügen, Tanz- und Judoaufführungen der Kinder teil, durchlebte mit ihnen die Läuse und die Windpocken und feierte alle Geburtstage im Familienkreis mit. Trotz einiger Verständigungsfehler im alltäglichen Leben, die die Kinder sehr amüsierten und ich jeden Abend zum Besten geben musste, hatten wir eine sehr gute Zeit zusammen.

Dass ich schon nach relativ kurzer Zeit von meinen Kindern sprechen würde, erstaunte mich dennoch mindestens genauso sehr, wie die Kassiererin im Supermarkt: Für den Geburtstag von Charles hatte ich eine Packung Bonbons und eine singende Kerze ausgesucht. Auf die Frage, ob dies für meinen Geburtstag sei, verneinte ich und erklärte, dass es der Geburtstag meines kleinen Jungen sei. Einen Moment schaute mich die Dame irritiert an, dann fragte sie, wie alt das Kind denn sei. „5“ antwortete ich. Und wie alt ich sei? „19“. Jetzt war ihr Gesichtsausdruck geschockt. Da ging mir ein Licht auf, ich bedankte mich und verließ schnell den Laden.

Aber auch andere hatten ihre peinlichen Erlebnisse mit der fremden Sprache: So bestellte eine ebenfalls deutsche Freundin aus meinem Sprachkurs ihren Kaffee à apporter (zum apportieren), statt à emporter (zum mitnehmen).

In meiner Freizeit unternahm ich viel mit meinen Freunden, die ich schnell in der Sprachschule gefunden hatte. Alleine oder gemeinsam mit ihnen entdeckte ich mein Paris.

Persönliche Highlights? Stars gucken bei der „Fashion Week“ und der Nationalfeiertag am 14. Juli mit der imposanten Militärparade und dem wunderschönen Feuerwerk!

Aber auch das Schulfest der Kinder zum Thema „Europa“ hat mich schwer beeindruckt!

Während im Juni die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien begann, neigte sich mein Au-Pair-Jahr langsam dem Ende zu. Viele Spiele schauten wir gemeinsam an. Besonderes Konfliktpotenzial bot das Spiel Deutschland gegen Frankreich. Die Kinder entschieden aber: „Wenn Frankreich verliert, sind wir für Deutschland!“. Gibt es ein besseres Beispiel für Völkerverständigung?

Mitte Juli ging dann mein aufregendes, lustiges, interessantes, manchmal anstrengendes und lehrreiches Jahr in Paris zu Ende. Für meine persönliche Entwicklung war dieses Jahr in Paris von großer Bedeutung. Ich habe für mich und die Kinder alles selbstständig organisiert und große Verantwortung übernommen. Ich habe viele praktische Erfahrungen im Umgang mit Kindern gemacht.

Ich bin offener und toleranter geworden für Menschen aus anderen Nationen. Ich hatte die Möglichkeit, meine eigene Kultur mit der von Anderen zu vergleichen und dabei die Kulturunterschiede nicht nur einfach hinzunehmen, sondern auch differenzierter zu verstehen. Ich habe Freunde aus verschiedenen Teilen der Welt gefunden.

Meine Weltanschauung hat sich in diesem Jahr sicher zum positiven verändert.

Durch meinen Sprachkurs und den täglichen Umgang mit der französischen Sprache habe ich mein Schulfranzösisch wesentlich verbessert.

Ich habe die französische Mentalität und Lebensart kennengelernt und Paris ist meine zweite Heimat geworden. Im Herzen bin ich auch eine „Parisienne“.

Ich habe mich zu einem deutsch-französischen Studium entschlossen, das mich bald nach Paris zurückführen wird.

Um mit den Worten Edith Piafs zu enden: Je ne regrette rien!

Merci beaucoup Paris ! Vive la France!

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In ungezwungener Atmosphäre im Gaffel, direkt neben dem Kölner Dom, hatten wir Gelegenheit, Franziska kennenzulernen und uns mit ihr auszutauschen. Solche Rückmeldungen sind ein wertvoller und wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Wir wünschen Franziska für ihre weitere Zukunft alles Gute!

Bundesverband Au-pair Society kürt Au-pair des Jahres 2014

von Patrick Weiß

28.10.2014 Am 25. Oktober 2014 fand die diesjährige Jahreshauptversammlung des Bundesverban-des Au-pair Society e.V. in Köln statt. Dort wurden die Au-pairs des Jahres 2014 in Anwesenheit vieler Mitgliedsagenturen, Fördermitglieder und Gäste feierlich ausgezeichnet.

Durch diese Auszeichnung möchte der Au-pair Society e.V. jungen Menschen, die, für einen begrenzten Zeitraum, ihre Familien, ihre Heimat und ihren gewohnten Kulturkreis verlassen, die verdiente Anerkennung zollen. Für viele von ihnen ist das Au-pair-Jahr der erste Auslandsaufenthalt ihres Lebens und auch die erste Gelegenheit, Erfahrungen in einer fremden Kultur zu sammeln. Ein Au-pair-Aufenthalt ist, vor diesem Hintergrund, eine anspruchsvolle und dennoch oft unterbewertete kulturelle Erfahrung - der Verband hofft, mit dieser Auszeichnung ein stärkeres Bewusstsein dafür zu wecken.

Für den Bereich incoming wurde Máté Szemes aus Ungarn ausgezeichnet. „Es ist schwierig, ein Er-lebnis aus einem Jahr mit so vielen, zusammenhängenden Ereignissen, auszuwählen." meint Máté Szemes, der derzeit in Berlin lebt und dort eine Familie bei den täglichen Aufgaben unterstützt. So las der Literaturstudent aus Budapest den Anwesenden sein ganz persönliches „Angelmärchen" vor, wel-ches von einem schönen Urlaubstag mit seinem Gastkind erzählt. Máté Szemes wird betreut von Au-PairBerlin, vertreten durch Herrn Oliver Rolle.

Erfahrungsbericht – Freiwilligenarbeit in Israel

von Judith Liehr

Ein junges Land mit vielen Gesichtern und einer bewegten Geschichte – es ist sicherlich ein besonderes Erlebnis, dort in einem Freiwilligenprojekt mitzuarbeiten!

Diese Programmteilnehmerin hat, wegen der aktuellen Situation in Israel, eine Weile mit sich gerungen, ob sie ihr Programm, das für diesen Spätsommer geplant war, wirklich antreten soll – sie ist gefahren und hat es ganz offensichtlich nicht bereut. Hier ihr Erfahrungsbericht:

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Äußerst ungewiss war es für mich, ob ich meine Reise in einen südlichen Teil der Negev-Wüste und damit auch meinen Freiwilligeneinsatz würde antreten können. Denn Israel befand sich kurz vor meiner Abreise im September diesen Jahres noch im Krieg mit der palästinensischen Hamas und auch das Vorrücken der Terrormiliz IS bereitete mir zu diesem Zeitpunkt große Sorgen.

Mein gesamtes Umfeld riet mir daher von der Reise ab, aber ich musste einfach nach Israel. Ich musste; komme, was wolle. Ich musste wissen, wie es ist, im bis vor kurzem noch jüngsten Staat der internationalen Staatengemeinschaft zu leben. Ein Staat, der trotz seines jungen Alters von rund 65 Jahren Orte, Straßen und Gebäude beherbergt, die genauso alt sind wie die drei Weltreligionen selbst. Wie ist es, nach mehr als 2000 Jahren der weltweiten Verfolgung endlich eine Fläche auf der Weltkarte zu bevölkern, in der man in (relativem) Frieden seine Religion und Traditionen ausleben kann, in der man offen jüdisch sein kann? Wie ist er, dieser einzige Staat, in dem das Judentum die offizielle Staatsreligion ist? Wie und was ist Israel, dieser Ort, der allen jüdischen Menschen aus der Diaspora ein Zuhause gibt?

Und nachdem ich mich erst einmal für Israel entschieden hatte, musste ich nur noch das Projekt wählen, an dem ich teilnehmen wollte.

Ökobauprojekt. Ökobauprojekt? Ökobauprojekt! Alles klar! Das nehm ich!

Weil: Warum und für wen sollte man denn bitteschön Häuser in der Wüste bauen? Hingehen, anschauen, mitmachen!

Ich kann nur sagen: Diese Erfahrung war einmalig. Die israelische Wüste ist mit Sicherheit nicht von dieser Welt. Aber allein schon das Projekt, die Betreiber, die übrigen Freiwilligen und die Anlage an sich sind es wert, sich für einen Einsatz dort zu entscheiden.

Das Ökobauprojekt bietet dir als Frewillige/r die Möglichkeit, eine Art Hotel für alternativ gesinnte Touristen/ Touristinnen mitzugestalten. Das Projekt existiert nun schon seit gut zehn Jahren und ist daher noch nicht ganz fertig. Das Besondere an der ganzen Sache ist, dass das gesamte Material, aus dem alle Häuser und weiteren Bauten gebaut werden, ausschließlich aus Stoffen hergestellt wird, die dir die Wüste zur Verfügung stellt. Also, unter anderem viel Sand.

Hier sieht man, wie die Wände von den Hütten von den Freiwilligen gebaut werden!

Der typische Tagesablauf gestaltet sich wie folgt:

07:00 Uhr aufgestanden sein und gefrühstückt haben (dafür am besten abends nicht so lange machen und vielleicht auch nur ein Glas Arak trinken)

07 – 10:00 Uhr erste Schicht (das bedeutete in meinem Fall entweder Wände bauen, Material für jene anfertigen, Komposttoiletten entleeren, Gästehäuser auf Vordermann bringen, zukünftig gebrauchte Stellen auf dem Gelände von Müll befreien oder bereits fertige Häuser mit Öl bestreichen, macht sie nämlich optisch unheimlich schön)

10 – 15 Uhr ellenlange Mittagspause! (gute Gelegenheit um Gitarre zu spielen, gemeinsam zu kochen, in der Hängematte oder am Pool entspannen, einen Spaziergang in der Wüste machen, lesen oder einfach nur schlafen, weil die Arbeit hauptsächlich körperlicher Natur ist und man auch schon nach drei Stunden so manches Mal an seine Grenzen stößt)

15 – 18 Uhr zweite Schicht (die Arbeit gestaltet sich ähnlich wie in der ersten Schicht, aber meistens zieht man in der zweiten Schicht die Wände hoch, weil die Temperaturen gegen Abend so langsam sinken und man nicht mehr die sengende Sonne im Nacken scheinen hat)

18 Uhr bis ? Ende Gelände, nichts mehr mit Arbeit für heute! (zu Abend isst man eigentlich immer zusammen in der Gruppe, mit kochen und Geschirr spülen wird sich abgewechselt, sehr häufig sitzt man nach dem Essen noch in der Gemeinschaftsküche, spielt Karten, quatscht, lernt alle möglichen Sprachen, die gerade in der Gruppe vertreten sind oder zieht sich einfach in sein Zimmer zurück; alles ist unheimlich freiwillig und wenn jemand seinen Raum braucht, ist das immer absolut ok gewesen)

Freiwillige in der Negev Wüste in Israel bei der Arbeit

Typischer Tagesablauf ist eigentlich eine Beleidigung für den Verlauf der einzelnen Tage. Denn trotz des organisatorischen Rahmens, der die Tage ja irgendwie bestimmt hat, waren alle 24 Stunden individuell. Binnen drei Wochen hatte ich kein einziges Mal Langeweile. Ohne Witz, Esprit und Tralala. Ganz ehrlich.

An Freitagen und Samstagen (Schabat) hat man als Freiwilliger frei. Nutzt die Zeit auf jeden Fall um eure Umgebung zu entdecken! Ihr könnt in der Wüste zelten gehen (Hotspot ist ein vertrockneter Wasserfall ganz in der Nähe) oder andere Ortschaften besuchen. Wir waren an einem Wochenende beispielweise in Eilat. Schnorcheln gehen bietet sich dort an und auch ein Besuch in der Bar „Three Monkeys“ kann ich empfehlen. Von dort aus ist es auch nur noch ein Katzensprung nach Jordanien, für die ganz reiselustigen unter euch.

Abgesehen davon sollte man auf jeden Fall:

  • mindestens eine Nacht unterm Sternenhimmel verbringen
  • entweder um 05:45 Uhr oder 18:00 Uhr dem Sonnenauf beziehungsweise -untergang beiwohnen
  • eine Runde im hauseignen Golfcar drehen (aber bitte nur mit Genehmigung)
  • einmal am Strand schlafen und dem Wellenrauschen lauschen

In Israel findet jeder etwas Geeignetes für sich. Im Norden kann man Ski fahren gehen, wurde mir gesagt. Es gibt unzählige frei zugängliche Strände. Wassersport in allen möglichen Formen und historische oder religiöse Stätten ohne Ende. Man kann mit Delfinen schwimmen, Korallen beobachten, Kamele reiten, shoppen gehen, über Märkte schlendern und, und, und. Ich bezweifle ernsthaft, dass die hebräische Sprache ein Wort für Eintönigkeit oder Monotonie hat.

Ein schöner Blick auf die Korallenriffe in Eilat

Außerdem hatte ich den Eindruck, dass selbst Veranstaltungen, die vorwiegend von Einheimischen besucht werden, immer offen sind für Touristen. Wir wurden oftmals zu irgendwelchen Musik- und Theaterfestivals geladen und fühlten uns dort immer gut integriert.

Wenn es nach mir ginge, ich würde mich nie wieder in meinem Leben unter eine Dusche stellen. Nur damit der Sand der israelischen Wüste nicht aus meinen Poren verschwindet.

Ich würde mir nie wieder die Zähne putzen. Nur um den Geschmack der süßen Datteln, den Geschmack von Tahina und warmem Nana-Tee auf Ewigkeiten in meinem Mund zu konservieren. Nie wieder einen Atemzug tun oder ausatmen, damit meine Lungen für immer gefüllt sind mit der Luft und all den Gerüchen, die durch die steinernen Gassen Jerusalems wehen. Und nie, nie, nie wieder die Hände von meinen Ohren nehmen, damit die Melodie der hebräischen Sprache und der Singsang der Gebete bis an mein Lebensende meinen Kopf mit Musik füllen.

Der Mahane Yehuda Markt ist während eines Freiwilligeneinsatzes in Israel auf jeden Fall einen Besuch wert!

Das Wort, das dich am ehesten beschreibt, liebstes Israel, ist „unbeschreiblich“.

Selbst Jahrzehnte zwischen deinen Mauern, in deinen Häusern, zwischen deinen Menschen, unter deinen Bäumen, an deinen Küsten, in deinen Gewässern, auf deinen Gebirgen zu verbringen würden nicht ausreichen, um dich wirklich kennenzulernen. Du bist ein endloses Geheimnis. Für mich so unergründlich und unerklärlich.

Und gleichzeitig bist du wie eine warme Umarmung, weil du einfach jeden aufnimmst und jedem ein Zuhause gibst.

Ich glaube, dass aufgrund der Tatsache, dass Israelis aus aller Herren Länder kommen um sich dort ein Heim aufzubauen, Israel irgendwie gelernt hat, jedem das Gefühl zu geben, willkommen und angekommen zu sein. Das tut es quasi ja Tag für Tag. Mit jeder Ankunft eines jeden Individuums, das sich in Israel niederlässt. Israel scheint zu wissen, wie man Neuankömmlingen ein Gefühl von Ankunft und Akzeptanz gibt. Das Gefühl des Fremdseins wird einem nahezu augenblicklich genommen.

Das einzige, was ich diesem Land und seinen Leuten also wirklich vorwerfen kann, ist, dass es mir mit seiner unverständlichen Schönheit eine abgrundtiefe, ewige Sehnsucht eingepflanzt hat, die man einfach nicht besiegen kann. Dass ich dort immer und immer wieder werde hinreisen müssen, damit ich an diesen Gefühlen des Vermissens nicht zugrunde gehe.

Toda raba, Israel.

Wir sehen uns wieder, fest versprochen.

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Vielen herzlichen Dank für Ihren wirklich tollen Bericht! Wir hoffen mit Ihnen, dass dies nicht Ihre letzte Reise nach Israel war!

55 nützliche Tipps für Ihren Auslandslandsaufenthalt

von Judith Liehr

Unabhängig davon, ob Sie als Au-Pair, Freiwillige(r) oder Sprachtutor ins Ausland gehen – Sie werden sicher sehr viel lernen, auch darüber, wie Sie am Liebsten reisen!

Jede(r) ist anders, aber es gibt ein paar Dinge, von denen man glaubt, man habe sie schon auf vergangenen Reisen gelernt, die man aber dennoch immer wieder gerne vergisst. Deswegen habe ich heute eine Liste zusammengestellt, die aus eigenen und den Erfahrungswerten anderer Reisender entstanden ist:

1. Fotografieren Sie. Immer. Überall.

2. Machen Sie ein Bild Ihres Ausweises und senden Sie ihn per Email an sich selbst. Im Fall der Fälle vereinfacht dies ein Ersatzverfahren.

3. Lassen Sie während Ihrer Abschiedsparty niemanden in die Nähe Ihres Gepäcks. Sie riskieren unter Umständen, dass Ihre Socken beispielsweise durch einen Miniatur-Eiffelturm ersetzt werden.

4. Feuchte Babytücher können Sie retten, sollte es gerade keine Dusche geben.

5. Reisen beinhaltet immer eine Menge an Wartezeit – nehmen Sie ein Buch mit.

6. Sand kommt immer und überall hinein!

7. Kaufen Sie zusätzliche Akkus für Ihre Kamera.

8. Ein Set mit Unterwäsche, T-Shirt und Zahnbürste im Handgepäck ermöglicht es Ihnen, sich frisch zu machen, sollte Ihr Gepäck aus irgendeinem Grund später ankommen, als Sie selbst.

9. Informieren Sie sich vor Reiseantritt ausführlich – die meisten Dinge vergisst man aus einem Mangel an Information.

10. Kümmern Sie sich, vor allem zu Beginn Ihres Auslandsaufenthaltes um sich selbst – oftmals fühlt man sich unwohl einfach nur deswegen, weil man müde, hungrig oder durstig ist.

11. Gehen Sie nicht davon aus, dass Sie mit Freunden immer ganz offen in Ihrer Muttersprache reden können, nur weil Sie im Ausland sind. Landsleute oder Fremdsprachenliebhaber können sich auch dort in Ihrer Nähe befinden!

12. Überprüfen Sie deutlich vor Reiseantritt bzw. Flugbuchung die Gültigkeit Ihres Reisepasses! Immer!

13. Nehmen Sie immer ein paar „ordentliche" Schuhe und ein „ordentliches" Outfit mit, auch dann, wenn Sie annehmen, dass Sie es gar nicht benötigen werden – man kann nie wissen!

14. Vergessen Sie aber bitte auch nicht Ihre bequemen Sportschuhe!

15. Wenn im Reiseführer steht, dass Sie kein Wasser aus der Leitung trinken sollten, dann tun Sie das besser wirklich nicht!

16. Eiswürfel werden aus Leitungswasser hergestellt – bitten Sie um Getränke ohne Eis.

...vor allem, wenn das Wasser nicht trinkbar ist!

17. Sichern Sie Ihre Fotos von unterwegs auf einem USB-Stick, oder auf einem online-Speicherplatz (wie Dropbox), oder am Besten beides.

18. Schreiben Sie ein Reisetagebuch! Sie wollten darin nicht unbedingt notieren, was Sie gesehen, eingekauft, oder gegessen haben – das würden Sie vermutlich nach wenigen Tagen dann wieder einstellen. Viel wichtiger ist es Eindrücke festzuhalten, am Besten gleich und am Besten mit einer Adresse, damit Sie Plätze, die Ihnen wichtig sind, auch wiederfinden können.

19. Wenn Sie regelmäßig Medikamente nehmen müssen, setzen Sie sich einen täglichen Alarm in Ihrem Mobiltelefon und nehmen Sie sie – immer!

20. Ein Energieriegel im Gepäck kann Ihre Rettung bedeuten, wenn die Geschäfte geschlossen haben (oder es keine gibt!).

21. Verwenden Sie Sonnenschutzmittel, sofern Sie der Sonne ausgesetzt sind – immer und mit einem hohen Lichtschutzfaktor.

22. Auch wenn Sie ein Sonnenschutzmittel aufgetragen haben, sollten Sie sich nach 10 Uhr am Vormittag nicht mehr direkt in die Sonne setzen, sofern Sie irgendwo in der Nähe des Äquators sind.

23. Auch auf Ihrem Kopf befindet sich Haut – tragen Sie ruhig auch ein wenig Sonnenschutzmittel auf dem Scheitel auf.

24. Lassen Sie Ihr Telefon nicht offen auf dem Tisch liegen, wenn Sie auf der Terrasse eines Restaurants sitzen – schon gar nicht in Städten wie Paris oder Rom.

25. Nehmen Sie mehr als eine Karte mit (gemeint sind Kredit- oder Bankkarten) – sollten Sie eine verlieren, haben Sie noch eine schnelle Notlösung zur Hand.

26. Kaufen Sie sich eine lokale SIM-Karte für Ihr Mobiltelefon, oder eine prepaid-Karte von Ihrem Anbieter. So verhindern Sie unangenehme Überraschungen!

27. Sofern Sie noch ein „altes", funktionsfähiges Mobiltelefon besitzen, recyceln Sie es für Ihren Auslandsaufenthalt – diese Geräte neigen dazu, auf Reisen zu „verschwinden".

28. Nehmen Sie eine Kamera mit, mit der Sie die gewünschten Ergebnisse erzielen können, die aber nicht so schwer ist, dass Ihnen nach kurzer Zeit die Lust zu vergeht, sie überall hin mitzuschleppen.

29. Es ist immer gut, einen Schal dabei zu haben – auch in wirklich warmen Ländern. Genau dort werden nämlich massiv Klimaanlagen eingesetzt, was häufig zu Erkältungen führen kann.

30. Wenn Sie eine Nacht auf Reisen verbringen, in einem Zug oder Bus schlafen, legen Sie Ihre Handtasche unter den Kopf.

31. Werfen Sie Ihre Kamera niemals ungeschützt in Ihre Handtasche, auch dann nicht, wenn es sich um ein einfaches Modell handelt.

32. Gehen Sie nicht auf Angebote Fremder ein, die Sie irgendwohin fahren wollen ein, wenn Sie am Flughafen ankommen. Es gibt überall Informationsschalter, wo man Ihnen weiterhelfen kann.

33. Achten Sie auf sich selbst: wenn Sie sich krank fühlen, sendet Ihr Körper ein Signal. Erkennen Sie das und tun Sie etwas dagegen!

34. Sonnenbrille nicht vergessen! Auch im Winter!

Auch nicht im Winter!

35. Wenn Sie seit Jahren nicht mehr mit dem Fahrrad gefahren sind, sollten damit nicht unbedingt mitten in Paris oder Rom beginnen.

36. Sollten Sie sich erschöpft fühlen, gehen Sie schlafen! Sie werden sicher keinen Spaß haben, wenn Sie sich zwingen aufzubleiben, während Ihr Gehirn bereits entschieden hat, schlafen zu gehen.

37. Packen Sie Ihren Koffer, bevor Sie mit Freunden am Abend Ihrer Abreise feiern!

38. Ein Universal-Adapter für Steckdosen ist eine tolle Investition – packen Sie auf jeden Fall einen solchen ein.

39. Überprüfen Sie vor dem Flug, wie viel an Alkohol/Zigaretten man in Ihr Zielland mitnehmen darf.

40. Notieren Sie sich alle für Ihre Ankunft relevanten Daten/Adressen/Rufnummern auf einem Stück Papier. Sie können nicht davon ausgehen, immer und überall gleich Zugriff auf Ihre Emails zu haben.

41. Sie können Google Maps auf Ihrem Smartphone auch offline verwenden: Laden Sie die Karten, während Sie beispielsweise noch WiFi haben, denken Sie aber auch daran, nahe genug heranzuzoomen. Ihr GPS wird Sie dann auch offline lokalisieren können.

42. Essen Sie nicht in der Nähe von Touristen-Attraktionen – dort finden Sie in der Regel nur überteuertes und qualitativ nicht zwangsläufig gutes Essen. Schauen Sie in die kleinen Gassen, wo nicht jeder zweite Mensch eine Kamera spazieren trägt.

43. Empfehlenswert ist es, mindestens zwei Tage vor Abreise zu packen. So haben Sie noch Zeit zu überlegen, was Sie vergessen haben könnten.

44. Zahnbürste und Telefon-Ladekabel nicht vergessen!

45. Nehmen Sie ein kleines Vorhängeschloss mit.

46. Vertrauen Sie auf Ihr Gefühl - sollte Ihnen ein Restaurant suspekt erscheinen, bestellen Sie dort kein Fleisch. Oder Milchprodukte. Oder Pilze.

47. Folgen Sie nicht ausschließlich etwaigen Mitreisenden, erkunden Sie die neue Umgebung auch auf eigene Faust.

48. Planen Sie Ihr Budget sorgfältig – Sie können davon ausgehen, dass Sie auf Reisen immer mehr Geld ausgeben, als Sie eigentlich wollten.

49. Trinken Sie kein Bier oder Kaffee vor längeren Reisen mit dem Bus!

50. Drucken Sie später Ihre besten Fotos aus und legen Sie Fotoalben an – oder lassen Sie ein solches drucken. Es ist schade, sie einfach nur auf dem Rechner zu lassen.

51. Sollten Sie zusätzliches Gepäck mitnehmen wollen, so buchen Sie das am Besten online. Das ist meist günstiger als direkt am Flughafen.

52. Oft ist auch empfehlenswert, schwere Dinge, wie Schuhe oder Bücher, mit ins Handgepäck zu nehmen (solange das am Ende die vorgeschriebenen Maße nicht überschreitet).

53. Ordentliches Zusammenlegen, oder Rollen der Kleidung, spart viel Platz im Koffer!

54. Sofern Sie irgendwelche Allergien haben, lernen Sie, wie Sie das in Landessprache sagen können.

55. Wenn im Ausland mal etwas nicht so läuft, wie Sie es sich vorstellen, denken Sie daran, wie glücklich Sie sich schätzen sollten, dass Sie überhaupt die Möglichkeit haben, zu reisen – und dass zu Hause die meisten Menschen neidisch auf Sie sind!

Sie sind natürlich herzlich eingeladen, meine Liste zu ergänzen!

Als Au-Pair in Italien – ein Erfahrungsbericht von Lisa

von Judith Liehr

Italien steht nach wie vor recht weit oben in der Beliebtheitsskala deutscher Au-Pairs!

In Genua gibt es recht viele Gastfamilien, die Au-Pairs suchen. Andererseits wollen viele unserer Bewerber/innen lieber in Städte wie Rom, Florenz oder Venedig. Aber auch Genua ist eine schöne Stadt – Lisa hat hier ihre Au-Pair Zeit verbracht und hatte außerdem noch die Möglichkeit, mit ihrer Gastfamilie nach Cinque Terre, an der italienischen Riviera, in den Urlaub zu fahren. Hier ihr Erfahrungsbericht:

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Ich erinnere mich noch sehr gut an den Moment, als ich am Flughafen ankam und der Vater mich zusammen mit seiner Tochter Manu abgeholt hat. Schon auf der Fahrt haben wir uns sehr gut unterhalten und verstanden. Zuhause angekommen, habe ich sofort den Großvater kennengelernt und wir haben zusammen zu Mittag gegessen. Sofort war mir klar, dass ich in Italien nie Hunger leiden werde :)! Abends war ich mit den Gasteltern und Manu Pizzaessen und wir haben einen Spaziergang am Meer entlang gemacht. Ich habe mich sofort wohlgefühlt und Manu war von Anfang an anhänglich, was eher untypisch für sie ist, wie sie mir neulich gesagt hat, weil es ihr schwerfällt, sich jemandem zu öffnen und normalerweise viel, viel mehr Zeit braucht. Ihr Bruder war die erste Woche noch auf einem Reitercamp, so hatte ich Zeit, erst Manu näher kennenzulernen. Wir haben viel gemalt, gebacken und sind ans Meer gegangen.

Ich hab mich eigentlich nie groß überfordert gefühlt, auch nicht mit den Aufgaben zuhause. Zwei Mal wöchentlich kommt auch noch eine Haushaltshilfe, also war meine Aufgabe auch nie putzen oder bügeln. Als der Junge dann gekommen ist, kam um einiges mehr Leben in die Familie. Die Kinder provozieren sich gerne gegenseitig, aber im nächsten Moment vertragen sie sich wieder. Jedenfalls meistens.

Gleich in der zweiten Woche habe ich eine Bekannte von meinem Onkel getroffen, die auch hier in Genua wohnt und über sie hab ich eine Gruppe von Jugendlichen kennengelernt, mit denen ich jedes Wochenende und auch unter die Woche viel unternommen habe. So habe ich ziemlich viel gesehen und mir war eigentlich sehr selten langweilig...

Als Au-Pair nach Cinque Terre

Den ganzen August waren wir als Familie in Levanto. Als die Familie Urlaub hatte, war für mich eher mehr zu tun :), aber nachmittags hatte ich immer frei und habe mir die 5 Terre angeschaut, eine Spazierfahrt mit dem alten rosa-retro Fahrrad gemacht oder bin an den Strand gegangen. Normalerweise bin ich nicht gern allein, sondern immer viel unter Leuten und lerne auch sofort Leute kennen, aber in Levanto hab ich die Nachmittage alleine richtig schätzen gelernt. Ich hatte viel Zeit, über mein Leben nachzudenken, was ich machen will, usw. Auch meine Beziehung zu Gott, die ein großer Bestandteil meines Lebens ist, konnte ich vertiefen. Wenn man in einem anderen Land auf sich alleine gestellt ist, lernt man sich selbst auch nochmal ein Stück weit kennen, wobei ich in Afrika eher an meine Grenzen gekommen bin. Während der Zeit in Levanto kam auch die Nachricht der Uni, dass sie mich annehmen und ich musste mich online immatrikuliern, was ein riesen Zirkus war, weil ich nicht immer Internet hatte und erst recht keinen Drucker. Nach München zur persönlichen Immatrikulation ist dann eine Freundin von mir gefahren mit einer Vollmacht von mir. Ich war hier im kleinen Städtchen Levanto und konnte überhaupt nichts ausrichten, während meine Zukunft quasi in den Händen meiner Freundin lag. Aber ich hab mir auch nicht so große Sorgen gemacht, weil mein ganzes Leben in Gottes Händen liegt. Und deshalb war ich eigentlich relativ ruhig.

Naja jetzt ist alles geregelt, am 1. Okt (4 Tage nach dem ich zuhause angekommen bin) und fängt das Studium an. Schon wieder eine neue Stadt. Wieder ein neuer Lebensabschnitt.
Aber ich freu mich schon. Vielleicht kann ich ja nochmal so einen Au-Pair-Aufenthalt in den Semesterferien nächstes Jahr einbauen. Hat mir auf jeden Fall sehr, sehr gut gefallen und tut es immer noch!

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Vielen Dank für Ihren Bericht Lisa – wir wünschen Ihnen einen guten Start in München und viel Erfolg im Studium!

Benötigt man Hausregeln für ein Au-Pair?

von Judith Liehr

In jeder Familie gibt es ungeschriebene Familienregeln, man kann aber nicht erwarten, dass ein Au-Pair diese intuitiv erkennt.

Ebenso, wie Menschen verschieden sind, ist das Leben innerhalb deren Familien verschieden – ganz besonders, wenn sie zudem noch aus verschiedenen Kulturkreisen stammen. Diese Familienregeln entwickeln sich aus der alltäglichen Erfahrung – es geht dabei um Dinge wie Tischregeln, Hygieneregeln, Respekt vor dem Eigentum anderer etc. und meistens macht sich niemand die Mühe, solche Dinge schriftlich niederzulegen. Bevor Sie nun ein neues Au-Pair in Ihrer Familie begrüßen, lohnt es sich durchaus, sich über diese Dinge Gedanken zu machen und ein kleines „Regelwerk“ zu erstellen.

Gemeinsame Mahlzeiten

Zumindest eine gemeinsame Mahlzeit ist in den allermeisten Familien ein wichtiger Bestandteil des Tages. In gemütlicher Atmosphäre dient diese Zeit dazu, geneinsame Dinge des Tages zu besprechen und zu reflektieren oder auch gemeinsame Pläne zu schmieden. Sie sollten Ihrem Au-Pair mitteilen, dass Sie erwarten, dass sie/er an dieser Mahlzeit teilnimmt, zu welcher Tageszeit sie stattfindet und welche Regelung diesbezüglich in Ihrer Familie für das Wochenende gilt. Legen Sie ebenfalls fest, ob und wenn ja, in welcher Form Sie die Mithilfe Ihres Au-Pairs erwarten (beispielsweise Tisch decken, abräumen, Spülmaschine einräumen etc.).

Kommunikation

Ganz wichtig sind hier zunächst familieninterne Kommunikationsregeln, wie Umgang mit Kritik oder Verhalten bei Streitigkeiten. Was immer Ihnen persönlich an dieser Stelle wichtig ist, sollten Sie klar kommunizieren. Für Ihr Au-Pair ist außerdem auch die Kommunikation mit der Familie und Freunden in der Heimat, oder auch neuen Freunden hier wichtig. Sie sollten daher festlegen, ob und wenn ja in welchem Umfang Ihr Au-Pair Ihren Festnetzanschluss nutzen darf. Ebenso sollten Sie bereits im Vorfeld den Umgang mit dem Mobilgerät klären (beispielsweise kein chatten während der Kinderbetreuungszeiten), oder auch die Zeiten festlegen, zu denen Ihr Au-Pair am Besten skypen sollte.

Fernsehzeiten

Immer wieder ein wichtiges Thema: Legen Sie daher, am Besten gemeinsam mit Ihren Kindern, für Ihr Au-Pair fest, welches Kind wie lange Fernsehen schauen darf und auch, welche Sendungen angeschaut werden dürfen.

Kinder und Fernsehen - worauf sollte das Au-Pair achten?

Aufgabenbereiche

Viele Eltern möchten eigentlich, dass ihre Kinder lernen, ihren persönlichen Bereich selbst in Ordnung zu halten. Sie sollten daher festlegen, ob und in wie weit Ihre Kinder die eigenen Zimmer aufräumen sollen, bzw. in welchem Umfang Sie erwarten, dass Ihr Au-Pair dabei hilft. Weisen Sie ruhig auch darauf hin, dass Ihr Au-Pair das eigene Zimmer (ggf. Bad) selbstverständlich selbst in Ordnung halten muss und was Ihnen an dieser Stelle wichtig ist.

Freizeit

Au-Pairs können ihre Freizeit natürlich eigenem Gutdünken gestalten. Sie sollten dennoch darauf hinweisen, dass Sie eine gewisse Verantwortung für Ihr Familienmitglied auf Zeit tragen und Ihr Au-pair sich daher, wie alle anderen Familienmitglieder, abmelden bzw. mitteilen soll, wohin sie/er geht und wann sie/er zurückkommen wird. Für den Fall, dass die Hilfe Ihres Au-Pairs an Wochentagen früh am Morgen benötigt wird, könnten Sie allerdings eine Zeit festlegen, zu der sie/er zurück erwartet wird. Sollte Ihr Au-Pair bei einer Freundin/einem Freund übernachten wollen, so bitten Sie auch diesbezüglich um rechtzeitige Information. Selbstverständlich können Sie entscheiden, ob Ihr Au-Pair Freunde einladen darf – prinzipiell sollten Sie diese Möglichkeit einräumen. Weisen Sie aber in diesem Zusammenhang ruhig darauf hin, dass es Ihnen wichtig ist, dass Menschen, die in Ihrem Haus verkehren, Ihnen zuvor vorgestellt werden.

Ebenso wie durch die Erstellung eines Tages- oder Wochenplans, helfen Sie mit der solchen, festgelegten Regelungen Ihrem neuen Familienmitglied sich zu orientieren und unterstützen bzw. bestärken auch das Verantwortungsgefühl Ihres Gastes. Sie können dadurch mögliche Missverständnisse reduzieren und teilweise unnötige Diskussionen vermeiden. Es sollten allerdings nicht allzu viele Regeln sein und es empfiehlt sich auch, diese positiv zu formulieren!

Au-Pair in den Niederlanden – ein Erfahrungsbericht

von Judith Liehr

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Eine Zeit als Au-Pair in Holland hat vieles zu bieten!

Sehr viele zukünftige Au-Pairs wählen für ihren Auslandsaufenthalt ein Land, in dem sie ihre Sprachkenntnisse (Englisch, Französisch, Spanisch) verbessern können, oder/und das auch weiter weg von zu Hause ist, wie beispielsweise Australien oder auch die USA. Wer als Au-Pair in die Niederlande geht, plant erfahrungsgemäß häufig zu einem späteren Zeitpunkt ein Studium dort. Christins Erfahrungsbericht sind noch weitere Aspekte zu entnehmen, die für einen Aufenthalt in unserem westlichen Nachbarland sprechen:

Mir hat die Zeit als Au Pair in den Niederlanden sehr gut gefallen. Ich habe in dieser Zeit viel dazu lernen können und mich selbst weiterentwickelt.

Für mich war es am Anfang allerdings nicht ganz einfach in der Gastfamilie. Der jüngere Sohn wollte mich nicht in der Familie akzeptieren. Er hat oftmals geschrien, geschlagen und getreten. Das Au Pair zuvor hat er auch nicht in der Familie akzeptiert. Es hat einige Zeit gedauert, bis er verstanden hat, dass ich nur Gutes für ihn will. Diese vielen Auseinandersetzungen mit ihm waren schwer für mich. Zu dieser Zeit konnte ich mit den Kindern auch noch nicht so viel reden, da mein Niederländisch dafür noch nicht ausreichend war. Jedoch wurde das Verhältnis zu dem jüngeren Sohn nach einigen Wochen besser. Er hat mich dann gut akzeptiert und ich habe ihn auch sehr lieb gewonnen. Ich konnte mich auch mit den Kindern immer besser auf Niederländisch verständigen und sogar längere Unterhaltungen mit ihnen führen.
Dennoch haben die Kinder oftmals nicht gut auf mich gehört. Dieses Problem war den Eltern auch bekannt.

Die Gasteltern waren sehr offen. Das hat mir gut gefallen. Sie haben mir beispielsweise auch angeboten, persönliche Gegenstände, wie beispielsweise ihre privaten Fahrräder, zu benutzen – obwohl auch ein Au Pair-Fahrrad zur Verfügung stand. Ich wurde auch stets bei Treffen mit Freunden der Familie integriert und konnte an diesen teilhaben. Sie haben mir sehr viele Freiheiten gelassen.

Ich hatte des Weiteren sehr viel freie Zeit zur Verfügung, die ich immer gut genutzt habe. Besonders von Den Haag und seiner Umgebung habe ich viel gesehen. Von der Gastfamilie habe ich eine Museumskarte erhalten, mit welcher ich in einer Vielzahl von Museen freien Eintritt hatte. Damit habe ich viele Museen der Umgebung besichtigt. Mit der Gastfamilie habe ich außerdem den Friedenspalast in Den Haag besucht.

An einem Au Pair-Treffen, welches die Agentur vor Ort organisiert hat, habe ich außerdem teilgenommen. Dort habe ich zwei andere Au Pairs kennengelernt, die in meiner Nachbarschaft in Den Haag wohnten. Sie stammen aus Brasilien und Mexico. Mit ihnen habe ich mich oft getroffen und somit auch meine Englischkenntnisse aufgefrischt. Außerdem konnte ich mit ihnen auch verschiedene Ausflüge, wie beispielsweise nach Amsterdam, unternehmen. Durch sie habe ich auch noch weitere Au Pairs aus anderen Ländern kennengelernt.

Als Au-Pair in Holland könnten Sie viele Leuchttürme besuchen!

Über die Hochschule in Den Haag habe ich außerdem Kontakt zu niederländischen Studentinnen aufgenommen. Mit diesen habe ich mich regelmäßig getroffen, um noch mehr in der niederländischen Sprache zu üben. Mit ihnen habe ich ebenfalls Ausflüge unternommen. So hatte ich auch die Chance in einer niederländischen Vorlesung an der Hochschule zu „schnuppern".

Darüber hinaus habe ich einen niederländischen Sprachkurs an einer Sprachschule in Den Haag absolviert. Die Kosten für diesen Kurs hat die Gastfamilie übernommen. Den Kurs fand ich sehr förderlich für mein Niederländisch. Er hat mir sehr viel Spaß gemacht und mich gefördert. Bei dem Kurs habe ich außerdem ein anderes Au Pair aus Deutschland kennengelernt. Mit ihr konnte ich mich über den Kurs austauschen und auch sehr viel unternehmen. Wir sind sehr gute Freunde geworden und halten auch darüber hinaus noch Kontakt.

Insgesamt habe ich durch den Au Pair-Aufenthalt viel dazu lernen können und mich selbst weiter entwickelt. Mir fällt es nun leichter, auf Menschen zuzugehen. Des Weiteren bin ich spontaner geworden und ich kann mich einfacher mit bestimmten Situationen abfinden.

Ich würde daher jedem einen Au Pair-Aufenthalt weiterempfehlen.

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Vielen Dank für Ihren Bericht, Christin – ich hoffe, Sie werden Ihre Zeit in Holland stets in guter Erinnerung behalten!

Heimweh - was kann man dagegen tun?

von Judith Liehr

Endlich ist es soweit: Sie sind als Au-Pair im Ausland! Sie haben sich lange vorbereitet und darauf gefreut ... und dann passiert es doch: Sie haben Heimweh!

Wir erleben nur sehr wenige Fälle von so schlimmem Heimweh, dass Programmteiler/innen ihren Auslandsaufenthalt tatsächlich abbrechen, ein Thema ist es aber immer wieder. Es kann jede/n treffen, auch wenn man selbst überhaupt nicht damit gerechnet hat. Meistens vergeht es nach einer Weile, oder man lernt, es unter Kontrolle zu halten. Viele erleiden in der Tat einen Kulturschock, bei anderen ist es nur eine kurze Phase. Auch wenn Sie schon alleine im Ausland unterwegs waren, sind Sie nicht wirklich sicher davor. Dieser schreckliche Moment, in dem man sich wünscht, irgendjemand würde nicht nur die gleiche Sprache, sondern auch den gleichen Dialekt sprechen wie man selbst. Wenn alles was man will eine Mahlzeit, zubereitet von der eigenen Mutter, ein Film, den man mit dem eigenen Bruder anschaut, oder ein Lachen, das man mit dem besten Freund teilt, ist. Für die meisten „Reisenden“ kommt der Moment, in dem Sie sich wünschen, Sie könnten einfach umdrehen und „nach Hause“ gehen. Aber ist das wirklich immer Heimweh? Vermutlich nicht – oft ist es auch etwas anderes, das nicht stimmt. Aber ob man nun Heimweh hat, einfach nur müde oder schlecht gelaunt ist, es ist wichtig zu wissen, wie man mit solchen Gefühlen umgehen sollte. Aus diesem Grunde hier ein paar Strategien:

1. Wenn Sie glauben, Sie vermissen ihr zu Hause und Ihre Sprache, schauen Sie TV-Filme von dort an. Ganz besonders empfehlenswert sind an dieser Stelle beispielsweise Nachrichten, Sie merken dann sicherlich schnell, dass Sie zu Hause nicht wirklich viel verpassen! :)

2. Erinnern Sie sich daran, dass auch zu Hause nicht immer alles eitel Freude und Sonnenschein ist. Sind Sie beispielsweise im sonnigen Spanien, so hilft es durchaus daran zu denken, dass Ihre Familie/Freunde u.U. bei 10 Grad im Regen sitzen!

3. Kochen Sie ein typisches Gericht aus der Heimat. Das ist außerdem auch eine sehr gute Gelegenheit, Ihrer Gastfamilie Ihre eigene Kultur nahezubringen. Je mehr man über Sie und Ihre Heimatkultur weiß, umso weniger fremd werden Sie sich mit Ihren eigenen Traditionen fühlen.

4. Unternehmen Sie etwas Besonderes – etwas, das einzigartig ist für Ihren aktuellen Standort. Das wird Sie sicherlich daran erinnern, genau in diesem Moment zu leben und den Ort, an dem Sie sich gerade befinden, zu genießen.

5. Schreiben Sie ein Reisetagebuch – Sie werden sich einerseits vieles von der Seele schreiben können und andererseits eine schöne Erinnerung für später haben.

Schreiben Sie doch ein Tagebuch, wenn Sie Heimweh haben!

6. Machen Sie ruhig auch Gebrauch von den Segnungen der modernen Technologie: ein Skype-Gespräch mit Ihren Lieben, oder ein Chat mit einem Freund können in solchen Momenten die Welt verändern.

7. Verwöhnen Sie sich selbst einen Tag lang – mit Rotwein und Käse, oder einem guten Buch und Schokolade, oder ....

8. Unternehmen Sie einen Ausflug mit der Kamera. Achten Sie nicht daraf, dass Ihre Bilder „gut aussehen“, sondern versuchen Sie, sich mittels Ihrer Bilder auszudrücken. Sie werden schnell erkennen, wie schön die Welt ist und welch ein Privileg es ist, dass Sie das aus erster Hand erleben dürfen.

9. Betätigen Sie sich sportlich – laufen Sie, oder machen Sie einen langen Spaziergang. Das macht Ihren Kopf frei und produziert außerdem Endorphine!

10. Und noch ein letzter Tipp: setzen Sie sich selbst nicht zu sehr unter Druck. Es ist völlig normal, solche Momente zu erleben. Sie werden das schon schaffen!

Sie sollten stets bedenken, dass die Auslandserfahrung, die Sie gerade machen, einen positiven Einfluss auf Ihre Persönlichkeitsentwicklung haben wird – es lohnt sich durchaus, zuweilen bis an die Grenzen der eigenen „Komfort-Zone“ zu gehen, oder auch darüber hinaus!

Sonderaktion in Indien

von Patrick Weiß

In Zusammenarbeit mit unserer indischen Partnerorganisation bieten wir Ihnen an, bis Dezember 2014 am Indien Experience Programm teilzunehmen und im Anschluss daran, kostenlos zwei weitere Wochen Freiwilligenarbeit in Goa zu leisten! Das Programm dauert also vier Wochen + zwei zusätzliche Wochen. Es gibt monatlich einen Anreisetermin - derzeit sind noch einige Plätze frei! Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gerne! :)

Als Au-Pair nach England – London muss nicht teuer sein!

von Judith Liehr

England gehört nach wie vor zu den beliebtesten Zielländern für Au-Pair-Aufenthalte innerhalb Europas. Man kann dort auch für wenig oder gar kein Geld viel Spaß haben!

Andererseits aber ist England relativ teuer, wenn man als Au-Pair im Prinzip nur ein Taschengeld erhält. „Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man für Geld bekommt“, sagte schon Albert Einstein. Trifft dies aber auch für London, eine der teuersten Städte Europas, zu? Ich denke schon – auch in London kann man, ohne Geld ausgeben zu müssen, eine Menge Spaß haben. Hier eine kleine Liste:

1. Museen in Hülle und Fülle

Das ist natürlich mein absoluter Favorit: die zahllosen und kostenlosen Museen und Galerien, die in der ganzen Stadt verteilt sind, angefangen vom British Museum und den Natural History Museum, oder der Tate Gallery und der National Gallery. Wer es etwas aufregender mag, dem seien beispielsweise eine Reihe von Exponaten im Museum of Zoology ans Herz gelegt – es findet sich in dieser Stadt ganz sicher für jeden Geschmack etwas.

2. Show an der Scoop

Zwischen der London Bridge und der Tower Bridge befindet sich „The Scoop“. Das versunkene Amphitheater bietet 800 Personen, nach dem Motto „first come, first served“, Platz – es finden dort ständig Musik-, Theater- und Filmvorführungen für die Öffentlichkeit statt. Ganz besonders empfehlenswert sind die Festivals im Sommer, wenn jeder Monat einem bestimmten Musik-Genre gewidmet ist.

3. Vorlesungen am Gresham College

Seit über 400 Jahren bietet das Gresham College in der City of London kostenlose, öffentliche Vorlesungen. Im Laufe des Jahres finden Vorlesungen von Professoren und Gastreferenten zu einem sehr breiten Spektrum an Themen statt: angefangen vom Aufstieg und Fall der europäischen Reiche bis hin zur Bewegung der Frauenrechtlerinnen.

4. Speakers’ Corner

Schier endlose Unterhaltung bietet selbstverständlich auch die Speakers’ Corner and der Nord-Ost-Ecke des Hyde-Parks – erleben Sie dort Rhetorik, Debatten und Diskussionen zu jedem nur vorstellbaren Thema.

5. Fitness-Training im Finsbury Park

Jeden Samstag ab 14:30 Uhr bietet FreeFit Firness-Sessions in der Nähe des Gemeindezentrums – und zwar kostenlos für alle Altersgruppen und Fitness-Ebenen. Packen Sie einfach Ihr Sportzeug und etwas Wasser ein und lassen Sie sich inspirieren – die Trainer dort beraten auch über Ernährung und erstellen teilweise sogar individuelle Trainingspläne.

6. Unterhaltung am Southpark Centre

Jedes Jahr treten Tausende von talentierten Musikern und Künstlern im Southpark Centre auf. Dies ist eine Sammlung verschiedener Veranstaltungsorte, wie die Royal Festival Hall, wo regelmäßig, kostenlose Live-Musik, Ausstellungen und Workshops am Wochenende stattfinden. In der Krypta des Southpark Centre liegt außerdem einer der besten, ungeplanten Skater-Parks Europas. Skateboarder und BMX-Fahrer haben diesen stillgelegten Platz schon seit vielen Jahren requiriert und die Menschen kommen von überall her, um sich das anzuschauen, oder aber die eigenen Fähigkeiten zu verbessern.

Modern trifft alt!

7. Die BFI-Mediathek

Alle Filmfans werden dort sicherlich viel Zeit verbringen können. Das Archiv des British Film Institutes an der South Bank ist riesig – eine der weltweit größten Sammlungen von Film-, TV-Shows und Dokumentationen. Geöffnet ist die Mediathek von Dienstag bis Sonntag bis 20:00 Uhr, am besten sollten Sie allerdings im Voraus eine der Breitbild-Computer-Kabinen reservieren!

8. Die British Library

Sollten Sie eher ein Bücherwurm sein, so ist die unglaubliche Sammlung in der British Library sicherlich genau das Richtige für Sie. Man kann hier original Werke von Shakespeare und Jane Austen neben handschriftlichen Texten der Beatles bewundern. Weitere Highlights sind Brief von Michelangelo, Notizen von Leonardo da Vince und zwei Kopien der Magna Carta.

9. TV-Publikum

Haben Sie sich nicht schon oft gefragt, wer die Menschen um Publikum von TV-Shows sind? Schauen Sie sich die Webseiten tvrecordings.com oder bbc.co.uk/showsandtours/ an – dort gibt es immer wieder Freikarten für alle möglichen Arten von Shows, von Stand-up und Sitcoms bis hin zu Konzerten und Quizsendungen.

10. Kensington-Dachgärten

Die meisten von uns mögen Grünflächen und schöne Gärten. Etwas ganz besonderes aber sind die Kensington- Dachgärten, die größten ihrer Art in Europa. Es handelt sich hier wirklich um Gärten im Plural: Es gibt einen spanischen-Themengarten mit Brunnen und Weinlaubengängen, einen Garten im Tudor-Stil mit hängen Glyzinien und geheimen Ecken, einen Englischen Waldgarten mit einem Fluss und über 100 Arten von Bäumen. Als wäre das nicht genug – es gibt dort sogar Flamingos! Auf einem Dach! In der Mitte Londons!

Sie sehen, man kann wirklich auch sehr viel Spaß in London haben, ohne dafür Geld bezahlen zu müssen! Sollten Sie gerade als Au-Pair in England sein und Sie kennen weitere kostenlose Attraktionen in London, so ergänze ich meine Liste sehr gerne!

„Der erste große Flugversuch“ – Erfahrungsbericht als Au-Pair in Italien

von Judith Liehr

Wie verändert man sich selbst? Was kann man aus dieser Erfahrung als Au-Pair mitnehmen bzw. lernen?

Ich bitte unsere Au-Pairs gegen Ende ihres Auslandsaufenthaltes meist darum, mich in ein paar Sätzen wissen zu lassen, wie es ihnen ergangen ist, was diese Zeit im Ausland für sie persönlich bedeutet hat. Vergangene Woche habe ich den Bericht von Sophie erhalten, die ein knappes Jahr als Au-Pair in Italien, genauer gesagt in Rom, war, erreicht. Dieser Text hat mich so berührt, dass ich sie darum bat, ihn an dieser Stelle veröffentlichen zu dürfen, denn ich finde, jede/r, die/der einen Au-Pair-Aufenthalt plant, sollte das lesen:

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Für mich war das Au Pair-Jahr bedeutend, da ich wahnsinnig viele verschiedene Dinge in Bezug auf Zusammenleben, Haushaltsführung, Lernen, Lebenseinstellung und Alltagsorganisation gelernt habe. In der Schule erfährt man, wie man rechnet und schreibt, aber nirgendwo lernt man, wie man lebt und wie man leben möchte und genau das erfährt man in diesem Jahr.

Durch das Abi bedingt bin ich selten dazu gekommen im Haushalt effektiv mitzuwirken z. B. hätte ich nie so viel bügeln können, aber diese Erfahrung hat mich optimal darauf vorbereitet selbstständig und unabhängig zu leben, mir davor auch etwas die Angst genommen. Die Angst Wegzugehen, um woanders zu studieren beispielsweise, die Angst sich selbst etwas aufzubauen, die letzten Ängste, die einen bewegen, wenn man das „Nest“  verlässt. Man weiß oft nicht, wohin man fliegen möchte, wenn man es endlich kann und wer Freund und Feind ist. Die meisten flattern wild darauf los, gehen zur Uni, studieren, was ihnen gerade einfällt, um sich letztendlich vielleicht doch nur zu verirren oder sogar abzustürzen?! Diese zehn Monate waren wie eine kurze Pause auf dem Nestrand, wo man die ganze Landschaft überblicken konnte, sich in Ruhe klar werden konnte, was man will und sich selbst, seine Ziele und Einstellungen, ohne dass man intensiv nachdachte, reflektierte. Jetzt ist die Zeit für mich gekommen auch meine Flügel auszustrecken, aber ich weiß, wohin ich schwirren möchte und was ich selbst von mir erwarten kann und auch, dass man an seinen Aufgaben wachsen kann. Man muss nur die Fantasie haben seine Grenzen zu überschreiten, darf nicht an zu großen Befürchtungen scheitern, muss sich Steinen, die sich in den Weg legen, stellen oder manchmal auch einfach nur drüber springen. Dann erreicht man sein Ziel auch und man wird sehr stolz auf sich sein, wenn man es geschafft hat.

Wegzugehen, eine Reise anzutreten, die man ganz alleine bestreiten muss, macht einem bewusst, was wichtig ist im Leben, was man möchte und wofür es sich lohnt Energie und Zeit zu investieren. Es ist ein Schritt weg von allem, aber auch einer hin zu einem selbst. Man lernt so viele faszinierende Menschen aus aller Welt kennen, die einem neue Ideen für sich selbst geben, allerdings ist die interessanteste Person, der man begegnen wird, man selbst.

Vielleicht vermuten manche von euch, dass man seinen Kopf als Au Pair gar nicht anstrengen muss, dass man intellektuell nicht herausgefordert wird. Das ist falsch! Schon allein eine komplett neue Fremdsprache zu lernen und auch zu verstehen, warum es so heißen muss und nicht anders, kann einen an unbekannte Grenzen treiben. Versprechen kann ich nur, dass euch euer Gehirn den Atem rauben wird, wenn ihr plötzlich sogar in dieser neuen Sprache denkt!

Meine Gastfamilie hat einen großen Wert auf andere Sprachen gelegt, sodass es alltäglich war Deutsch, Italienisch, Englisch und Französisch anzuwenden. Unsere Haushälterinnen bereicherten die Sprachvielfalt mit Rumänisch, Russisch und Moldawisch. Schon allein diese Mannigfaltigkeit inspirierte mich. Jedoch sind es nicht einfach nur Worte und Sätze, sondern eine komplette Kultur, die sich hinter jeder Sprache verbirgt. Andere Sitten, andere Ausdrucksformen, andere Gewohnheiten, ich spreche z. B. auch davon, wie unterschiedlich man eine Paprika schneiden und zubereiten kann. Unglaublich! Habt ihr darüber schon mal nachgedacht? Es ist in jedem Fall Horizont erweiternd. Die neuen Möglichkeiten, die sich bedingt durch die Bandbreite der Kulturen ergeben, verleihen einem neue Flügel. Vielleicht kann man sich die Erfahrung vorstellen wie eine Sachaufgabe in der Mathematik. Jeder  geht sie anders an, nimmt den Weg, den er gelernt hat. In Deutschland gäbe es jedoch nur einen Lösungsweg. In Italien einen anderen, in Moldawien wieder einen anderen. Aber eben immer nur einen. Dadurch, dass man sich austauscht und sich durch Geduld, Toleranz und Offenheit aufeinander einlässt, erfährt man die Lösungswege der anderen, die einem eventuell einen einfacheren, für einen selbst verständlicheren Ansatz bieten. Einen, der einen glücklicher macht. Oder aber man entdeckt zusammen einen ganz Neuen.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass Au Pair eine wunderbare Möglichkeit ist Luft zwischen Schule und Studium zu holen. Denn gerade am Anfang, wenn man das erste Mal am Rand des Nestes steht und noch unsicher ist, kann man auch noch einmal zurückblicken und sich in die Arme einer Familie fallen lassen.

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Vielen Dank noch einmal für diese Zeilen, Sophie. Ich wünsche Ihnen alles Gute für Ihren weiteren Lebensweg!

Fotowettbewerb 2014

von Judith Liehr

Seit dem 01. Juli haben wir unseren alljährlichen Fotowettbewerb ausgeschrieben.

Dieser Wettbewerb ist für alle unsere Programmteilnehmer offen, also für alle, die als Au-Pair oder Sprachtutoren ins Ausland gehen, die ein Freiwilligenprogramm absolvieren, an einem Work & Travel-Programm teilnehmen, oder aber als Au-Pair nach Deutschland gekommen sind. Wir alle hier bei Kulturist freuen uns jedes Jahr wieder auf diesen Wettbewerb und sind ganz gespannt auf die Fotos, die wir erhalten.

Ziel des Fotowettbewerbs

Im Prinzip ist es ganz einfach: es geht eigentlich darum, auf einem Bild den ersten, oder aber einen besonderen Eindruck im Gastland festzuhalten. Wir haben dazu schon die unterschiedlichsten Momentaufnahmen erhalten. Im vergangenen Jahr war Franziska, die als Au-Pair in Paris war, unsere Gewinnerin. Ihr Bild sehen Sie weiter unten. Franziska hat nicht einen Eindruck, sondern sehr viele Verschiedene in einer Collage zusammengestellt – das war sehr originell und hat uns sehr gut gefallen!

Andere Fotos geben eine Stimmung wieder, oder zeigen eine Sehenswürdigkeit aus einem ganz andern, als dem üblichen, touristischen Blickwinkel. Wir haben auch Bilder von „kleinen Dingen“ erhalten, die den Fotografen/innen „ins Auge gefallen sind“, wie symmetrisch angeordnete Stromleitungen in einer kleinen, englischen Straße, interessante Graffiti aus Spanien. Gerade von Au-Pairs bekommen wir immer wieder Fotos mit ihren Gastkindern – ganz besonders schön finden wir es diejenigen, die ganz offenbar sehr spontan entstanden sind und die sehr gut zeigen, dass alle miteinander offensichtlich Spaß haben. Spannend sind auch Bilder, die wir von Au-Pairs aus dem Ausland erhalten, denn solche Aufnahmen lassen uns dann Deutschland zuweilen neu entdecken, beziehungsweise mit anderen Augen betrachten.

Mit diesem Bild hat Franziska letztes Jahr gewonnen!

Welche Fotos können eingereicht werden?

Ihrer Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt – unbekannte Orte, fremde Kulturen, neue Perspektiven rund um den Globus! Oder auch magische Momente einer Freundschaft, sei sie zwischen Mensch und Mensch oder auch Mensch und Tier, denn Freundschaften machen unser Leben lebenswert. Die Welt ist reich – an Natur! Formen, Farben und Abstraktionen aus der Natur, zuweilen auch die Harmonie zwischen Mensch und Natur, bieten ebenfalls tolle Fotomotive.

Wie können die Fotos eingereicht werden?

Laden Sie Ihr Fotos einfach auf unserer Facebook-Seite hoch. Dort finden Sie auch noch viele Fotos aus den vergangenen Jahren. Auf diese Weise haben auch Menschen, die daran denken, in Zukunft an einem Auslandsprogramm teilzunehmen, die Möglichkeit, Momentaufnahmen von Auslandsreisenden zu sehen und so einen kleinen Eindruck von einem solchen Erlebnis zu bekommen – schließlich lebt unsere Welt von visuellen Eindrücken!

Wie profitieren Sie von der Teilnahme am Fotowettbewerb?

Ganz wichtig – Sie werden nicht vergessen! Sie haben die Möglichkeit einen Moment/eine Stimmung einzufangen, so wird die Zeit gewissermaßen angehalten. Sicherlich auch interessant ist der Preis, den wir für unseren Wettbewerb ausloben: Der/Die Gewinner/in erhält einen Gutschein, wahlweise von Amazon oder Zalando, über € 100!

Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2014.

Wir bei Kulturist freuen uns jedenfalls schon auf viele Bilder aus aller Welt!

Dieses Foto wurde von einem Au-Pair in Irland gemacht!

Erwartungen an Au-Pairs aus China

von Judith Liehr

Die chinesische Kultur ist die älteste, noch existente Hochkultur der Welt – insbesondere aber die 90-er Generation ist in ihrem Denken und Handeln aber recht modern und weltoffen.

Die chinesische Gesellschaft verändert sich stark, das Land entwickelt sich rasant. Die jungen Menschen, welche heute als Au-Pair nach Deutschland kommen, gehören zur ersten Generation, die in das neue und moderne China hineingeboren wurde. Chinesische Kinder besuchen zunächst einen Kindergarten, der allerdings eher als eine leistungsorientierte Vorschule zu sehen ist. Es besteht eine neunjährige Schulpflicht, d.h. nach der sechsjährigen Grundschule besuchen die Kinder die Sekundarstufe I. Sofern dann eine entsprechende Aufnahmeprüfung erfolgreich abgelegt wird, kann eine dreijährige Oberstufe besucht werden, um anschließend an einer Universität oder Fachoberschule zu studieren. Die obligatorische Schule ist zwar kostenfrei, Schulbücher etc. müssen aber oft dennoch bezahlt werden. Privatschulen oder private Universitäten in China sind generell sehr teuer. Zunehmend viele junge Leute möchten nach, oder während, ihres Studiums auch ein Auslandsjahr als Au-Pair absolvieren. Ich habe unsere Partnerorganisation in Shanghai gebeten, einige Fragen zu beantworten, die Ihnen einen Einblick in die Vorbereitung und die Erwartungen chinesischer Au-Pairs geben soll. In unserem Blog können Sie sich auch über Au-Pairs aus Madagaskar, Au-Pairs aus Georgien, Au-Pairs aus der Mongolei, Au-Pairs aus Kolumbien und Au-Pairs aus Nepal informieren.

Wie bereiten sich die Au-Pairs aus China auf den Aufenthalt in Deutschland vor und wie lange dauert der ganze Vorbereitungsprozess in etwa?

Die meisten Bewerber(innen) sind noch im Studium, oder haben dieses gerade abgeschlossen. Die Vorbereitungszeit auf ihr Auslandsjahr in Deutschland dauert zwischen einem halben und einem ganzen Jahr. Wir informieren hier sehr ausführlich über das Au-Pair-Programm, angefangen von den allgemeinen Richtlinien für Au-Pairs, die Aufgabengebiete der Au-Pairs und ganz besonders über die großen Kulturunterschiede zwischen China und Deutschland. Das ist uns sehr wichtig, damit die jungen Leute sich vorstellen können, wie dieses Jahr dann am Ende in etwa aussehen wird. Bevor der eigentliche Bewerbungsprozess starten kann, führen wir ein Interview um zu überprüfen, ob die Bewerber(innen) für dieses Programm geeignet sind – es geht dabei in erster Linie um Dinge wie Selbstständigkeit, Charakter oder Umgang mit fremden Kulturen. Unsere Beraterinnen waren selbst ein Jahr Au-Pair in Deutschland und können daher alles Wesentliche wirklich gut vermitteln.

Wo sind Unterschiede in der Ernährung zu finden?

Diesbezüglich muss sich keine deutsche Gastfamilie Sorgen machen – man weiß ja in Deutschland zur Genüge um die Unterschiede in der deutschen und der chinesischen Küche. Wir haben es allerdings noch nie erlebt, dass ein Au-Pair Schwierigkeiten mit dem Essen in Deutschland hatte.

Wie ist die Esskultur in China...?

Was sind wichtige kulturelle Unterschiede, die man als Gastfamilie kennen sollte, wenn man ein Au-Pair aus China einlädt?

Trotz der großen kulturellen Unterschiede haben wir bzw. unsere Bewerber(innen) eher selten Probleme bzw. Eingewöhnungsschwierigkeiten. Sie haben ja die deutsche Kultur bereits in ihren Sprachkursen schon (zumindest theoretisch) kennengelernt und können sich daher fast immer sehr schnell anpassen. Einige Bewerber(innen) sind, wegen der Ein-Kind-Politik in China, zwar Einzelkinder, sie sind aber eigentlich nicht verwöhnt, sondern eher sehr fleißig – sowohl beim Lernen, als auch bei der Hilfe bei Haushaltstätigkeiten. Wichtig ist es aber, dass die Gastfamilien, vor allem in der Anfangszeit, alle Aufgaben und wichtigen Dinge aufschreiben, denn viele Bewerber(innen) haben zunächst Probleme beim Hören und Sprechen der deutschen Sprache. Sie sind daher eher zurückhaltend und stellen nicht so viele Fragen. Letztendlich entscheiden sie sich ja auch für dieses Programm um zu lernen, die Sprache auch aktiv zu verwenden.

Gibt es Unterschiede in der Kinderziehung?

Dazu kann ich nicht so sehr viel sagen – ich würde das ungern verallgemeinern. Jede Familie hat ja ihre eigenen Methoden und Aspekte dazu, wie man Kinder erziehen sollte, auch innerhalb eines Landes. Ich kann allerdings sagen, dass unsere Au-Pairs wirklich Spaß an der Kinderbetreuung haben. Sie sehen das nicht als einen „Job“, sondern betrachten die Kinder der Gastfamilie eher als ihre eigenen Geschwister.

Was versprechen sich die Au-Pairs von einem Aufenthalt in Deutschland?

Viele Jahre war Englisch DIE Fremdsprache sowohl an den Mittelschulen, als auch an den Hochschulen in China. In den vergangen zehn Jahren allerdings wurde Deutsch immer beliebter. Viele private Hochschulen bieten inzwischen auch Deutsch als Fremdsprache an. Es gibt viele Kulturaustauschprogramme zwischen China und Deutschland und immer mehr Chinesen möchten Land und Leute kennenlernen. Es gibt hier zunehmend deutsche Firmen und daher sind Deutsch-Lehrer(innen), Übersetzer(innen) und Dolmetscher(innen) sehr gesucht. Die Au-Pairs möchten das Jahr daher dazu nutzen, die Sprache möglichst fließend und akzentfrei zu erlernen und die Menschen und deren Kultur vor Ort kennenlernen. Das ist für ihre Zukunft ein entscheidender Vorteil.

„Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht.“ Mit diesem Sprichwort von Konfuzius möchte ich meinen Artikel schließen – sofern Sie ein Au-Pair aus China einladen möchten, werden Sie sicherlich einiges über die berühmte Sprichwortkultur dieses Landes lernen können!

Packliste für Ihren Au-Pair-Aufenthalt

von Judith Liehr

Fünf Dinge, die Sie nur deswegen einpacken, weil Ihre Mutter Sie dazu genötigt hat!

Es gibt in unserem Blog bereits einen ganz ernsthaften Artikel zum Thema Koffer packen – heute widme ich mich einem anderen Thema. Für viele von Ihnen gibt es kaum etwas Schlimmeres, als Ihre besorgte Mutter an Ihrer Seite wenn Sie für Ihre Auslandszeit packen. Einerseits möchte sie, dass Sie auch wirklich alles Wesentliche dabei haben und andererseits befürchtet sie, dass Ihr Gepäck am Ende Übergewicht haben wird. Es ist ja ohnehin schwierig genug sich zu überlegen, was am Ende wirklich mit muss und was nicht. Auch wenn es zuweilen schwer fällt es zuzugeben, von Zeit zu Zeit sind die Ratschläge Ihrer Mutter aber dennoch wirklich gut (ich weiß das genau, denn auch ich gebe gerne ungefragt Ratschläge. :)

Hier also ein paar Dinge, die Sie vielleicht ohne einen solchen Rat nicht mitgenommen hätten:

1. Geldgürtel

Es handelt sich hier um die dünnere und nur geringfügig weniger peinliche Version der Bauchtasche. Genau aus diesem Grund haben Sie vermutlich protestiert, als Ihre Mutter vorschlug, sich einen solchen Geldgürtel für den Au-Pair-Aufenthalt in Italien anzuschaffen. Tja – während Ihres Aufenthaltes werden Sie diesen kleinen Gürtel dann zu schätzen lernen. Ganz besonders für kleine Ausflüge, oder auch für Shopping-Touren. Er ist klein genug, um unter die Kleidung zu passen, aber auch groß genug, um daran Geld, eine EC-Karte, Ausweis und andere kleine Gegenstände sicher aufzubewahren. Genau, wie Ihre Mutter gesagt hat!

2. Reiseapotheke

Das ist ein echter „Mutter-Klassiker“. Sie geben zurück, dass Ihnen schon nichts passieren wird und Sie daher keinen platz dafür verschwenden möchten, nicht einmal für ein ganz kleines Set. Ihre Mutter bleibt hartnäckig und schließlich geben Sie nach. Warum auch nicht? Sie haben ja schon eine solche Notfallapotheke im Auto und im Rucksack – auch wegen ihr. Also warum nicht mitnehmen, wenn Sie als Au-Pair nach China reisen. Kaum angekommen, essen Sie einige Wontons, die Ihnen nicht bekommen und werden Froh sein, über die Iberogast-Tropfen. Sich gleich am zweiten Tag mit chinesischen Schriftzeichen in der Apotheke zu plagen, wäre sicher kein Spaß gewesen.

3. Wecker

Spätestens an dieser Stelle werden Sie die Augen rollen! Dazu haben Sie doch Ihr Mobiltelefon! Sie beschließen, lange Diskussionen zu vermeiden und kaufen einen Wecker. Nach Ihrer Ankunft als Au-Pair in Australien sind Sie froh über diese Entscheidung. Das Mobiltelefon, welches Sie dort erworben haben, hat keine Weckfunktion und die Batterie Ihres eigenen Gerätes hält kaum eine Stunde, geschweige denn, die ganze Nacht. Dank Ihres Reisewecker (und Ihrer Mutter) werden Sie aber dennoch keine Termine/Flüge, oder was auch immer, verpassen!

Ist mehr Wert, als Sie denken... :)

4. Schlösser

Eine typische, besorgte Mutter könnte Ihnen empfehlen, zusätzliche Gepäckschlösser, am Besten noch Vorhängeschlösser und ein Kabelschloss, einzupacken. Nur um sie zu beruhigen, machen Sie ein wenig Platz für die, wie es scheint, völlig unnötigen Dinger. Nun wollen Sie mit einigen neuen Freunden während Ihrer Au-Pair Zeit in Frankreich einen Wochenendausflug nach Paris machen. Ihr Gepäck können Sie dann unbesorgt im Hostel lassen. Sie verschließen Ihren Rucksack mit dem zusätzlichen Gepäckschloss und sichern diesen mit dem Kabelschloss an einem festen Gegenstand. Alle anderen Sachen lassen Sie einfach im Spind, welches Sie mit dem Vorhängeschloss abschließen können.  In Momenten wie diesen, werden Sie von der Brillanz Ihrer Mutter begeistert sein!

5. Taschen-Adressbuch

Ihre Mutter empfiehlt Ihnen, ein kleines Büchlein mit allen Adressen mitzunehmen, damit Sie mit der Familie und Freunden in Kontakt bleiben können. Sie erinnern Sie an die Existenz des Internets. Das Büchlein ist aber so klein, dass Sie es am Ende widerwillig in den Koffer werfen. Am Ende wird es sich aber als sehr praktisch erweisen, weil Sie so ganz einfach echte Postkarten versenden können, wann immer Sie das wollen – Ihre mitreisenden Freunde müssen hingegen zu diesem Zweck erst einen Platz mit einem kostenfreien WLAN finden, oder aber später (beispielsweise bei der Gastfamilie) ihren Laptop booten und die Karten dann nachträglich versenden. Danke, Mama!

Gibt es noch andere Dinge, die Sie nur deswegen ins Ausland mitgenommen haben, weil Ihre Eltern Sie dazu aufforderten und die am Ende sehr praktisch waren? Ich freue mich auf Ihre Kommentare!

Empfiehlt es sich, einen Tages- oder Wochenplan für ein neues Au-Pair zu haben?

von Judith Liehr

Ganz besonders dann, wenn Sie zuvor noch kein Au-Pair hatten, gilt es den Tagesablauf innerhalb der Familie neu zu organisieren.

Die ersten Tage, nachdem das neue „Familienmitglied“ eingetroffen ist, vergehen meist wie im Fluge. Man möchte sich zunächst kennenlernen, es werden viele Informationen ausgetauscht, der eine oder andere Behördengang ist noch zu erledigen und ein Sprachkurs zu suchen. Nach etwa zwei bis vier Wochen kommt es dann immer wieder vor, dass ich mit Gastfamilien spreche die mir dann berichten, das Au-Pair würde Aufgaben nur dann erledigen, wenn man explizit darauf hinweise und man frage sich, ob das Au-Pair sich auch wirklich in den „Familienbetrieb“ einbringe. Meine erste Frage lautet dann, ob denn eine Art Tages- oder Wochenplan erstellt wurde – dies ist sehr oft nicht der Fall.

Erkennen Au-Pairs denn nicht selbst, was zu tun ist?

Das ist eine Frage, die mir sehr oft gestellt wird. Zuweilen tun sie das schon und ganz sicher wird Ihr Au-Pair das im Laufe der Zeit immer besser können, aber gerade zu Beginn des Aufenthaltes bietet ein solcher Plan Ihrem Au-Pair eine gewisse Orientierungshilfe. Der Tagesablauf ist bei jeder Familie ein bisschen anders, unabhängig davon, ob man nur deutsche Familie vergleicht, oder aber eine deutsche mit einer beispielsweise chinesischen Familie. Sie sollten davon ausgehen, dass Ihr Au-Pair, ganz besonders am Anfang, auch nicht unbedingt Fehler machen möchte. Genau aus diesem Grunde tun manche der Au-Pairs dann lieber weniger, was dann wiederum von einer Gastfamilie auch als mangelndes Engagement aufgefasst werden kann. Auch gilt es zunächst sprachliche Barrieren zu überwinden. An dieser Stelle ist etwas „Schriftliches“ oft sehr viel einfacher zu verstehen und es hat den Vorteil, dass Ihr Au-Pair auch das eine oder andere Wort nachschlagen kann.

Eine Checkliste für das Au-Pair kann schon einen Unterschied machen!

Weitere Vorteile eines Tages- oder Wochenplans

Es wird Sie natürlich zunächst ein bisschen Mühe kosten, einen solchen Plan zu erstellen, aber auf der anderen Seite werden auch Sie selbst so besser feststellen können, an welcher Stelle eine Entlastung für Sie sinnvoll und wichtig ist. Auch ist der Plan nicht „in Stein gemeißelt“, Sie können ja immer wieder entsprechend Ihren Bedürfnissen, oder auch den Zeiten des Sprachkurses Ihres Au-Pairs modifizieren. Zuweilen habe ich schon gehört, dass Au-Pairs, die einen solchen Plan haben, dann eben nur genau das tun, was auf dem Plan vermerkt ist. Ist das aber wirklich schlimm? Nun, dann sollten Sie Ihren Plan eben ändern. Abgesehen davon ist es im Normalfall auch so, dass Ihr Au-Pair, wenn sie/er eine Weile in Ihrem Haushalt lebt, ohnehin genau weiß, wo ihr/sein Aufgabengebiet liegt bzw. was genau erwartet wird – einen schriftlichen Plan werden Sie dann nicht mehr brauchen.

Investieren Sie daher ruhig ein wenig Zeit in einen Wochen- oder Tagesplan – letztendlich haben auch Sie selbst so deutlich mehr Planungssicherheit und vermeiden Schwierigkeiten insbesondere in der Anfangszeit mit einem neuen Au-Pair!

Sommer-Au-Pair – was genau ist das?

von Judith Liehr

Gerade zur Sommerzeit gibt es viele Anfragen von potentiellen Au-Pairs, die nur für eine relativ kurze Zeit ins Ausland gehen möchten.

Das sind meist Abiturienten/innen, die bereits ab dem kommenden Wintersemester anfangen wollen zu studieren, oder auch Studenten/innen, die ihre Semesterferien auf diese Weise nutzen möchten.

Gibt es Unterschiede zum „normalen“ Au-Pair-Programm?

Nicht wirklich – die Aufgaben sind im Prinzip die gleichen. Es geht auch hier in erster Linie um die Mithilfe bei der Kinderbetreuung und bei leichten Hausarbeiten. Sowohl die Mithilfezeit, als auch das Taschengeld, welches Sie von Ihrer Gastfamilie erhalten werden, wird bereits im Voraus festgelegt.  Schwierig ist zuweilen der Besuch eines Sprachkurses für einen Aufenthalt für ca. drei Monaten, da das in aller Regel eben im Sommer stattfindet, haben die Sprachschulen in der Region u.U. Sommerferien. Auch ist es häufig so, dass Gastfamilien (vor allem in Spanien, Italien und Frankreich) innerhalb des Landes in den Urlaub fahren und ihr Sommer-Au-Pair mitnehmen – was ja an sich auch sehr schön ist.  Zu bedenken ist dabei lediglich, dass es schon etwas anderes ist, mit der Gastfamilie im Urlaub zu sein, als an deren gewöhnlichen Wohnort. Zum einen sind eben immer alle Familienmitglieder anwesend und zum anderen kann es auch sein, dass man etwas beengter wohnt, als das zu Hause der Fall sein sollte. Ein großer Vorteil hingegen ist es, dass Sie so zwei verschiedene Regionen Ihres Gastlandes erkunden können.

Warum suchen Gastfamilien Sommer-Au-Pairs

Vielerorts sind die Schul-Sommerferien einfach zu lang, um sie mit dem eigenen Urlaub abzudecken. So hat man in Frankreich knapp 8 Wochen, in Spanien rund 10 Wochen und in Italien bis zu 12 Wochen Sommerferien. Wenn dann die üblichen Betreuungseinrichtungen ebenfalls Ferien haben, nehmen Familien gerne ein sog. Sommer-Au-Pair auf, um Betreuungsengpässe zu überbrücken.

Viele Au-Pairs gehen mit in den Urlaub!

In welche Länder kann man als Sommer-Au-Pair gehen?

Spanien und Italien sind klassische Länder für dieses Programm. Aber auch in Frankreich gibt es durchaus Gastfamilien, die Au-Pairs für einen kurzen Zeitraum im Sommer suchen. In England ist es eher schwierig, in Irland bestehen allerdings Möglichkeiten, für rund drei Monate eine nette Familie zu finden. Übrigens nehmen auch Gastfamilien in der Türkei gerne über den Sommer ein Au-Pair und eine Zeit an der türkischen Riviera ist sicherlich auch sehr schön!

Wie frühzeitig bzw. kurzfristig sollte man sich bewerben?

Prinzipiell empfiehlt es sich schon sich einige Monate im Voraus zu bewerben, beispielsweise im Frühjahr. Allerdings sollten Sie damit rechnen, dass gerade diese Platzierungen sich auch sehr kurzfristig – quasi von einer Woche zur nächsten – ergeben können, denn gerade zu dieser Jahreszeit ergeben sich nun mal auch plötzliche Lücken in der üblichen Kinderbetreuung. Auch sollten Sie bedenken, dass es eigentlich immer mehr Au-Pairs gibt, die für den Sommer eine Gastfamilie suchen, als es umgekehrt Gastfamilien gibt, die ein Au-Pair für eine so kurze Zeit benötigen. Planen Sie deswegen lieber ein bisschen langfristiger und investieren Sie auch ein wenig Zeit und Sorgfalt in Ihre Bewerbung, um Ihre Vermittlungschancen zu erhöhen.

Sofern Sie also gerne mit Kindern arbeiten, ein anderes Land und seine Menschen kennenlernen und Ihre Sprachkenntnisse vertiefen möchten, ist ein Auslandsaufenthalt als Sommer-Au-Pair sicherlich ein toller „Sommer-Job“!

Au-Pair in Spanien – Michaelas Erfahrungsbericht

von Judith Liehr

Jedes Jahr gehen sehr viele deutsche Au-Pairs nach Spanien, sowohl auf das Festland, als auch auf spanische Inseln - Michaela berichtet von ihrer Au-Pair Zeit!

Mit Mallorca beispielsweise verbinden die meisten Menschen hier nur „Urlaub“ und „Ballermann“ – man kann dort aber auch sehr gut Au-Pair sein, ebenso wie auch auf Gran Canaria oder Fuerteventura.  Diese Woche erreichte mich der Erfahrungsbericht von Michaela, die sowohl das Inselleben, als auch das Leben auf dem spanischen Festland kennengelernt hat:

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Hola hola,

nach acht wunderbaren Monaten in Spanien bin ich nun wieder auf deutschem Boden gelandet. Meine Au-Pair Zeit war sicherlich keine normale, ich versuche es euch einmal in ein paar Sätzen zu schildern.

Nach einer super schnellen Vermittlung von Kulturist und kurzem kennenlernen der Gastfamilie via Skype reiste ich Anfang September nach Mallorca, um dort in einer mallorquinischen Familie mich um den 2-jährigen Sohn zu kümmern und ihm spielerisch Englisch beizubringen. Die erste Zeit war natürlich sehr aufregend. Neues Land, neue Leute, neue Sprache und ein neues Zuhause.

Leider akzeptierte der kleine Junge mich nicht so schnell. Es gab Tage da kam ich nicht an ihn ran, egal was ich tat und es gab Tage da vergnügte er sich mit mir. Das alles lag wahrscheinlich daran, dass die Mutter gerade Schwanger war und er spürte, dass das was „neues“ kommt und Mama eventuell bald keine Zeit mehr hat. Die Familie hat mir trotzdem einen wunderbaren Einblick in die mallorquinische Lebensweise geboten, bis wir entschieden haben, nach Weihnachten getrennte Wege zu gehen, da der kleine einfach größtenteils mich nicht akzeptiert hat und es für beide Seiten nicht schön war.

Die Suche nach einer neuen Familie begann, und da ich viele Au-pairs auf Mallorca kannte, war eine neue Familie auch schnell gefunden. Wir trafen uns zum Mittagessen und es hat von Anfang an gepasst und so sagten sie mir sofort zu und gaben mir noch die Chance vorbeizukommen um die Kinder kennenzulernen und die Wohnung.

Nach einem 3-wöchigem Urlaub über Weihnachten und Silvester zu Hause in Deutschland flog ich dann wieder nach Mallorca zu meiner neuen Familie. Diesmal eine Deutsch-Spanische Familie. Mit der Mutter wurde Spanisch geredet und mit den zwei süßen Jungs (2 und 5 Jahre alt) sowie mit dem Vater deutsch.

Ich konnte meine Au-pair-Freundschaften weiterhin pflegen und weiterhin zur Sprachschule gehen. Die Kinder akzeptierten mich super super schnell und waren super herzlich. Wir hatten sehr viel Spaß. Auch mit der Mutter hatte ich sofort eine freundschaftliche Beziehung, da der Vater viel auf Geschäftsreise war, haben wir zwei eben zusammengehalten und alles zusammen erledigt.

Warum nicht als Au-Pair nach Palma gehen?

Mitte Februar kam dann die Nachricht, dass der Vater wegen beruflichen Gründen aufs spanische Festland ziehen muss – innerhalb 15 Tagen! Ich war erstmal geschockt, die Familie hat aber alles getan um mich zu überreden mitzukommen. Na klar, die Kinder sind mir ans Herz gewachsen, die Eltern waren nett und nochmal die Familie wechseln? Also ging ich mit und so ging es Ende Februar nach anstrengenden Tagen von Kisten packen mit Sack und Pack per Fähre nach Murcia. Ich war um meine Au-pair-Freundschaften sehr traurig, da ich echt super Mädels kennengelernt hatte und wir jedes Wochenende zusammen etwas unternommen hatten, aber eventuell hatte ich nun die Chance mehr von Spanien kennenzulernen.

In Murcia musste ich erst einmal wieder von vorne anfangen. Die Stadt erkunden, ein Sprachkurs suchen und Freunde finden- Dies ging alles zum Glück super schnell und so konnte ich in Murcia an der Universität eine Diplom für B2.2 in Spanisch machen und lernte sehr viele spanische Leute kennen, die dann zu Freunden wurden. Da es im Gegenteil zu Mallorca es in Murcia keine Deutschen gab. Aber so hatte ich die Chance noch viel intensiver in die spanische Kultur und Lebensweise zu erleben.

Mit der Familie war es weiterhin super und so blieb ich bis Mitte Mai dort. Der Abschied fiel mir super schwer, aber man freut sich natürlich auch sehr auf zu Hause. Ich hoffe, ich kann den Kontakt zu meiner Gastfamilie halten.

Die Enddestination: Michaela's Au-Pair-Zeit in Múrcia

Auf jeden Fall haben mich die acht Monate viel viel selbstständiger gemacht, dadurch dass man wirklich auf sich alleine gestellt ist und eine Verantwortungsposition der Kinder gegenüber hat. Und auch die spanische Sprache hätte ich ohne in Spanien bei Einheimischen zu leben nie so schnell gelernt. Alles in allem war es eine super Erfahrung Wert, natürlich ist nicht jeder Tag super toll und es gibt auch mal kleine Tiefpunkte aber die überwindet man schnell und am Ende kann euch keiner mehr das Erlebte wegnehmen.

Traut euch,
liebe Grüße,
Michaela

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Vielen Dank, liebe Michaela, für Ihren netten Bericht – wir freuen uns immer sehr über solche Beiträge! Wer immer seine/ihre Erfahrungen mit uns teilen möchte, ist herzlich eingeladen sich unter info@kulturist.com bei uns zu melden. Das motiviert sowohl uns, als auch zukünftige Au-Pairs!

Als Au-Pair in die Stadt, oder lieber aufs Land?

von Judith Liehr

Alles hat seine Vor- und Nachteile - sehr viele Au-Pairs möchten am liebsten in den Hauptstädten ihrer Zielländer eine Gastfamilie finden... muss das sein?

Sehr viele aller zukünftigen Au-Pairs, die nach England gehen möchten, wollen nur nach London. Oder Au-Pairs nach Frankreich wollen nach Paris – und zwar am Besten in die Stadtmitte! Auch Italien scheint uns zuweilen nur aus Rom, Florenz und Venedig zu bestehen, ebenso wie die einzigen, interessanten Ort in Spanien offenbar Madrid, Barcelona oder auch noch Valencia zu sein scheinen... schade eigentlich! Auf der anderen Seite gibt es aber auch diejenigen, die einen ganz bestimmten Ort, und sei er noch so klein, wie beispielsweise Tuam, als Ziel für ihren Aufenthalt in Irland festlegen.

Au-Pair in der Stadt

Ja – ganz sicher werden Sie in einer Stadt eine sehr viel bessere Infrastruktur vorfinden, als auf dem Land. Es gibt eine größere Auswahl an Sprachkursen und ganz sicher auch ein großes Angebot an Freizeitgestaltungsmöglichkeiten und kulturellen Veranstaltungen. Es gibt aber auch ein paar Dinge, die Sie bedenken sollten:

  • Zunächst einmal wohnen die meisten Familien mit Kindern nicht wirklich im Zentrum einer Großstadt, sondern eher am Rande – einfach weil die Grundstücke größer und die Preise für Immobilien nicht ganz so hoch sind. Von Nieder-Erlenbach (das ist ein Stadtteil von Frankfurt) benötigt man definitiv genauso lange in die Stadtmitte, wie beispielsweise von Langen (das liegt ca. 25km nördlich).
  • Das Leben in einer Großstadt kann zuweilen auch wirklich anstrengend sein – je nachdem, wie Sie es eben von zu Hause gewohnt sind.
  • Abhängig davon, wie alt die Kinder sind, die Sie betreuen werden, müssen Sie auch bedenken, dass Sie u.U. weitere (und manchmal auch gefährlichere) Wege zurücklegen müssen, um beispielsweise zu einem Spielplatz o.ä. zu gelangen.

Au-Pair auf dem Land

Wer es lieber etwas ruhiger und entspannter hat, der/die ist auf dem Lande sicher besser aufgehoben. Bedenken sollte man auch, dass die Menschen außerhalb der Großstädte nicht so anonym leben – eine Integration in der Gemeinde oder Nachbarschaft ist in solchen Regionen für Au-Pairs viel einfacher, als in der Großstadt. Nach meiner Erfahrung ist es zudem auch oftmals so, dass gerade Gastfamilien, die nicht so sehr zentral wohnen, sich ganz besonders darum bemühen, ihren Au-Pairs etwas zu bieten, das ihnen die Entscheidung bei ihnen zu leben, leichter macht.  Das kann ein Auto sein, das auch für „private“ Fahrten zu Verfügung gestellt wird. Oder auch ein freies, langes Wochenende, das dem Gast aus dem Ausland die Möglichkeit bieten soll, eine kurze Reise zu unternehmen, um zum Beispiel eine Stadt kennenzulernen. Ich kenne sogar Familien, die solche kleinen Reisen dann zudem finanziell unterstützen.

Au-Pair auf dem Land

Generell sollten Sie wissen, dass eigentlich alle Gastfamilien wissen, dass Spracherwerb einer der Dreh- und Angelpunkte des Au-Pair-Programms ist. Aus diesem Grunde wird man Ihnen den Besuch eines Sprachkurses eigentlich fast immer überall möglich machen. Wie auch immer Sie sich entscheiden, meine persönlich Meinung dazu ist, dass es sehr viel wichtiger ist, eine Gastfamilie zu finden, in der man sich wirklich wohlfühlt – egal, wo die Familie wohnt!

Erwartungen an Au-Pairs aus Madagaskar

von Judith Liehr

Menschen aus rund 18 verschiedenen Nationen bzw. Ethnien und Religionen leben heute auf der Insel friedlich zusammen und bilden gemeinsam eine madagassische Kultur.

Nachdem ich in den vergangenen Monaten schon die Heimat unserer Au-Pairs aus Georgien, der Au-Pairs aus der Mongolei, der Au-Pairs aus Kolumbien und der Au-Pairs aus Nepal vorgestellt habe, möchte nun einen Beitrag den jungen Menschen widmen, die aus Madagaskar als Au-Pair zu uns kommen.  Madagaskar hat eine bewegte Geschichte – die Insel war einst eine Pirateninsel, ein Königreich und französische Kolonie, unabhängig ist das Land seit 1960. Für Jungen und Mädchen ist der Schulbesuch in Madagaskar eigentlich obligatorisch, nicht alle Kinder haben aber Zugang zu einer Schule in erreichbarer Nähe und nicht alle Eltern können es sich leisten, ihre Kinder zu Schule zu schicken, da sie für Bücher, Hefte, Stifte und Uniformen selbst aufkommen müssen. Die Analphabetenrate liegt daher noch immer bei über 30%. Die Grundschule dauert in Madagaskar fünf Jahre, gefolgt von einer Sekundarschule von vier Jahren und einem weiteren Zyklus (Gymnasium) von vier Jahren bis zum Abitur (baccalauréat).  Eine sehr hohe Anzahl der jungen Menschen, die ihre Schulbildung abschließen, möchte anschliessend studieren. Bei weitem nicht alle derjenigen, die auch das schaffen, finden allerdings im Anschluss eine adäquate Beschäftigung auf der Insel, deren Hauptexportgüter Kaffee und verschiedene Gewürze sind.

Wie schon in den vorherigen Beiträgen, habe ich auch hier unsere Partner in Antananarivo gebeten, uns einige Fragen zu beantworten. Die Leiterin der dortigen Organisation hat in Madagaskar Deutsch studiert und begleitet alle zukünftigen Au-Pairs sehr engagiert auf ihrem Weg durch den Bewerbungsprozess.

Wie bereiten sich die Au-Pairs auf den Aufenthalt in Deutschland vor und wie lange dauert der ganze Vorbereitungsprozess in etwa?

Im Allgemeinen dauert der ganze Vorbereitungsprozess zwischen sechs und zwölf Monaten. Zuerst müssen die Au-Pairs  ihren Deutschkurs abschließen und die A1-Prüfung am Goethe-Institut machen. Während des Deutschkurses erfahren sie auch vieles über Deutschland (Kultur, Sehenswürdigkeiten, Lebensweise, Familienleben, Kindererziehung, Freizeitaktivitäten). Wir versorgen die Bewerber(innen) mit Informationsmaterial, wie Bücher, Zeitschriften, CDs u.ä. aus Deutschland - manchmal werden im Goethe Institut deutsche Dokumentarfilme gezeigt, die wir anschauen. Zudem machen wir einen deutschen Kochkurs, um einen Einblick in die Küche des Gastlandes zu geben. Sowie die A1-Prüfung abgelegt wurde, werden die Bewerbungsunterlagen vorbereitet und solange das Vermittlungsverfahren läuft, besuchen die zukünftigen Au-Pairs dann einen A2-Kurs.

Was sind wichtige kulturelle Unterschiede, die man als Gastfamilie kennen sollte, wenn man ein Au-Pair aus Madagaskar einlädt?

Junge Leute in Madagaskar respektieren ältere Menschen sehr, das ist hier sehr typisch und in der Erziehung begründet. Ich finde auch, dass die Menschen hier generell sehr hilfsbereit sind und das nicht nur innerhalb ihrer eigenen Familie und ganz gewiss nicht nur, um beispielsweise Geld zu verdienen. Man hilft sich einfach gerne gegenseitig. Die meisten madagassischen Mädchen dürfen abends nicht allein ausgehen, sie bleiben in aller Regel eher zu Hause und richten sich auch nach den Regeln ihrer Eltern, selbst wenn sie schon volljährig sind. Selbst Übernachtungen bei Freunden sind eher ungewöhnlich. Man ist eher familienverbunden und verbringt seine Zeit gerne zu Hause. Die große Mehrheit der Madagassen ist christlich, man achtet aber auch andere Religionen. Madagaskar ist ein friedliches Land, die meisten Au-Pairs sind eher ruhig, bescheiden und tolerant – sie mögen keinen Streit und versuchen, über Probleme offen und ehrlich miteinander zu sprechen. Wie aber auch in Deutschland, interessieren sich die meisten jungen Menschen sehr für Musik, sowohl traditionelle Musik, als auch Jazz, Hip Hop, Rock, Soul oder Gospel.

Gibt es viele in Madagaskar...!

Gibt es Unterschiede in der Kinderziehung?

In Madagaskar leben die meisten Menschen in recht großen Familienverbänden, also auch mit den Großeltern, die ebenfalls an der Erziehung der Kinder teilhaben. Wie ich schon vorher erwähnte, gelten generell die Regeln der Eltern bzw. Großeltern und Kinder müssen das so respektieren. Da die meisten Eltern arbeiten, sind die Kinder hier schon relativ früh sehr selbstständig, d.h. sie helfen selbstverständlich im Haushalt oder beim Kochen, da nicht alle Familien eine Hilfe oder einen Babysitter haben. Die Kinder hier besuchen gerne die Schule, denn dort wird ihnen vieles geboten, wie beispielsweise Computer oder andere Technologien, oder auch Dinge wie Schwimmen oder Sport. Bei weitem nicht jedes Kind hat hier einen Computer oder Computerspiele, oder die Zeit bzw. das Geld regelmäßig Sport zu treiben. Eltern bemühen sich in der Regel ihre Kinder sowohl in der Schule, als auch später beim Studium zu unterstützen, denn sie wissen, das dies für ihre Zukunft sehr wichtig ist. Allerdings sind hier die Ressourcen leider zuweilen begrenzt.

Wo sind Unterschiede in der Ernährung zu finden?

Im Bereich des Essens gibt es viele Ähnlichkeiten. Die Menschen in Deutschland essen gerne Kartoffeln – das tut man hier auch. Generell wird viel Gemüse, Brot, Käse, Butter, Marmelade, Suppe, Fisch, Schweine- und Rindfleisch, Wurst und Obst gegessen. Unterschiede sind eher in der Art der Zubereitung zu finden. Die Hauptspeise in Madagaskar aber ist Reis. Wir haben viele Rezepte mit Reis wie Reissalat, Reis mit Wurst und Currysoße, Reis mit Gemüseblättern und Fleisch oder Fisch. Typisch für deutsches Brot sind die dunkle Farbe und die wohlschmeckenden Sorten, welche mit Vollkornmehl gebacken werden. Typisches madagassisches Brot heißt „mofo gasy“. Das ist weiß und süß und wird in einem traditionellen Herd gebacken.

Was essen die Menschen in Madagaskar?

Was versprechen sich die Au-Pairs von einem Aufenthalt in Deutschland?

Dieses Programm bietet den jungen Menschen die einmalige Möglichkeit zu einer Auslandserfahrung – sie möchten gerne etwas Neues lernen und Erfahrungen sammeln. Alle Au-Pairs sind sehr kinderlieb und verbringen ihre Zeit gerne im Kreis einer Familie, deswegen ist das Au-Pair-Programm ein perfekter Rahmen für sie.

Sollten Sie es in Erwägung ziehen, ein Au-Pair aus Madagaskar in Ihre Familie einzuladen (oder das bereits getan haben), so hoffe ich, dass Sie auf diesem Weg noch sehr viel mehr über diesen interessanten Inselstaat erfahren werden!

Was ist bei Abreise ins Ausland als Au-Pair zu beachten?

von Judith Liehr

Woran sollte man denken bzw. was nicht vergessen – Fragen die viele Au-Pairs kurz vor dem Start ihres Auslandsprogramms stellen.

Irgendwie war noch so viel Zeit bis zum Tag der Abreise, plötzlich ist er dann aber ganz schnell in die nahe Zukunft gerückt und es wird langsam hektisch. Viele Au-Pairs melden sich dann bei uns, weil sie sicher sein möchten, dass sie in diesem turbulenten, letzten Tagen in der Heimat nichts Wesentliches vergessen. Aus diesem Grunde hier eine kleine Checkliste, mit der man sich am Besten schon eine ganze Weile vor dem „Tag X“ beschäftigt.

Visum

Eigentlich ist es selbstverständlich, aber an dieser Stelle möchte ich dennoch darauf hinweisen, dass die Einreise in manche Länder ohne ein entsprechendes Visum nicht möglich ist (z.B. USA, Australien, Neuseeland, China). Nach Abschluss der Vermittlung erhalten Sie von uns alle für das entsprechende Visum erforderlichen Unterlagen – kümmern Sie sich rechtzeitig und besser zu früh, als zu spät darum. Sollten Sie unsicher sein, fragen Sie uns bitte!

Kündigung von Mitgliedschaften

Sind Sie Mitglied in einem Sportstudio? Haben Sie eine Zeitschrift abonniert? Alle diese und ähnliche Dinge sollten Sie rechtzeitig prüfen und Mitgliedschaften kündigen bzw. aussetzen. Sie erhalten mit Ihren Unterlagen von uns eine Bestätigung über Ihren Auslandsaufenthalt, die Sie auch für solche Zwecke verwenden können.

Versicherung für Au-Pairs

Bitte bedenken Sie, dass außerhalb Europas, also in den Ländern, mit denen Deutschland kein Sozialversicherungsabkommen in der Krankenversicherung geschlossen hat, generell kein Schutz über die gesetzliche Krankenversicherung besteht. Auch sind Auslandsaufenthalte über sechs Wochen im Jahr i.d.R. nicht automatisch abgedeckt. Gastfamilien sind bei weitem nicht überall dazu verpflichtet, sich um einen Versicherungsschutz für ihr Au-pair zu kümmern. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Versicherungsgesellschaft oder auch bei den Anbietern, deren Informationen Sie mit unseren Unterlagen erhalten.

Mobiltelefon

Immer wieder ein Thema – denken Sie daran, dass der Tarif, den Sie bei Ihrem Mobilfunkanbieter haben, für Deutschland gilt. Informieren Sie sich daher unbedingt rechtzeitig. Viele Gastfamilien stellen ihren Au-Pairs für die Zeit des Aufenthaltes ein Mobiltelefon zur Verfügung. Sollte das bei Ihnen nicht der Fall sein, können Sie auch Ihr eigenes Gerät mitnehmen und ggf. eine SIM-Karte im Zielland besorgen. In England erhalten beispielsweise viele Au-Pairs eine SIM-Karte automatisch mit ihrem „Welcome-Package“. In vielen Ländern kann man sehr günstig Prepaid-Karten kaufen oder aber einen günstigen, zeitlich begrenzten Vertrag abschließen.

Vergessen Sie nicht, Ihr Handy mitzunehmen!

Anreise / Flugbuchung

Bitte buchen Sie niemals einen Flug, bevor Sie nicht eine schriftliche Bestätigung über Ihr Programm von uns erhalten haben. Generell sollten Sie Ihr Anreisedatum immer mit der Gastfamilie absprechen, da diese Sie beispielsweise am Flughafen abholen wird und das entsprechend organisieren muss. Die Kosten für An- bzw. Abreise müssen Sie selbst tragen (Ausnahmen USA und, je nach Aufenthaltsdauer, China). Vergleichen Sie ruhig die Preise mehrerer Anbieter, wir sind Ihnen hierbei auch gerne behilflich.

Koffer packen

In diesem Zusammenhang ganz wichtig: erkundigen Sie sich rechtzeitig bei Ihrer Fluggesellschaft, wie viele Gepäckstücke Sie mitnehmen können und wie schwer diese sein dürfen. Bedenken Sie auch, dass Sie, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, mehr Gepäck wieder mit nach Hause nehmen werden als das, mit dem Sie abgefahren sind. Das Thema Koffer packen ist nicht immer einfach! :)

Kreditkarte, Konto & Co.

Fast überall auf der Welt kann man inzwischen bequem und bargeldlos mit einer Kreditkarte zahlen, es ist daher empfehlenswert eine solche mit ins Ausland zu nehmen. Vor allem innerhalb der Euro-Zone kann man oft auch problemlos die eigene EC-Karte nutzen. Sprechen Sie Ihre Gastfamilie an und fragen Sie nach Möglichkeiten zur Eröffnung eines kostenlosen Girokontos vor Ort. Eine weitere Option ist eine sog. Prepaid-Kreditkarte, auf die auch beispielsweise Ihre Gastfamilie Ihr Taschengeld überweisen kann – Informationen hierzu erhalten Sie mit Ihren Unterlagen von uns.

Gastgeschenke

Auch die Wahl des richtigen Gastgeschenkes ist oftmals eine Herausforderung. Es soll ja wirklich das „richtige“ sein, den Beschenkten eine Freude bereiten und einen positiven Eindruck erwecken. Am Besten beschäftigen Sie sich schon frühzeitig damit und versuchen schon im Vorfeld herauszufinden, welche Interessen/Vorlieben etc. Ihre Gasteltern und deren Kinder haben.

Wichtige Dokumente

Stellen Sie unbedingt einige Tage vor Abreise (denn ganz zum Schluss wird es immer hektisch) alle Unterlagen zusammen, die Sie ins Ausland mitnehmen wollen und sollen. Da sind zunächst das Flugticket, Ihre Ausweisdokumente, Versicherungsunterlagen, Kredit- bzw. EC-Karten und Ihre IYTC-Karte. Wichtig sind aber auch sämtliche Kontaktdaten im Ausland – sowohl von Ihrer Gastfamilie (Adresse & alle Ihnen bekannten Telefonnummern), als auch von Ihrem Ansprechpartner vor Ort. Diese Daten erhalten Sie mit Ihrem KulturKit von uns. Sehr oft erhalten Sie noch weitere Informationsunterlagen, wie Landkarten oder auch z.B. für Island Reisegutscheine, von uns, die Ihnen vor Ort sicherlich auch gute Dienste leisten werden.

Vergessen Sie nicht, vor Ihrem Au-Pair Aufenthalt wichtige Dokumente mitzunehmen!

Abreise

Ich habe an dieser Stelle tatsächlich überlegt, ob ich zum Thema „Abflug“ überhaupt etwas schreiben soll, denn eigentlich ist es ja selbstverständlich und auch bekannt, dass man etwa zwei Stunden vor Abflug am Flughafen sein muss. Wir erleben es aber dennoch immer wieder, dass Au-Pairs ihre Flüge verpassen, weil sie einfach zu spät dort ankommen. Planen Sie daher wirklich ausreichend Zeit ein – es kann schon auf dem Weg zum Flughafen, beispielsweise durch einen Stau auf der Autobahn, zu Verzögerungen kommen. Lieber noch in Ruhe einen Kaffee trinken, als den Flieger zu verpassen! Das verursacht nur unnötige, zusätzliche Kosten und auch Mühen, sowohl für Sie selbst, als auch für Ihre Gastfamilie.

Nun hoffe ich, alles Wesentliche erwähnt zu haben und wünsche Ihnen an dieser Stelle einen guten Start in Ihren Auslandsaufenthalt - sollte ich etwas ausgelassen haben, so freue ich mich, wie immer, auf Rückmeldungen!

Unterbringung von Au-Pairs

von Judith Liehr

Wie sollte ein Au-Pair-Zimmer beschaffen, bzw. eingerichtet sein?

Wer das erste Mal ein Au-Pair einlädt, fragt sich häufig, wie der Wohnraum für das neue Familienmitglied am Besten aussehen sollte. Die gesetzlichen Vorgaben sind schnell genannt:

  • Das Zimmer sollte eine Größe von mindestens 8qm haben.
  • Es sollte mit Möbeln ausgestattet sein und ein Tageslichtfenster haben.
  • Ebenso muss das Au-Pair-Zimmer beheizbar und abschließbar sein.

Selbstverständlich sind darüber hinaus noch einige andere Überlegungen anzustellen.

Optimale Lage des Au-Pair-Zimmers

Nicht überall stellt sich die Frage, wer aber mehrere Zimmer zur Auswahl hat, sollte bedenken, dass es empfehlenswert sein könnte, dieses Zimmer ein wenig separat zu haben – d.h. nicht direkt neben den Kinderzimmern, oder dem Elternschlafzimmer. Ihr Au-Pair wird vielleicht am Abend Musik hören wollen, oder auch am Wochenende ausgehen und erst spät abends zurückkommen. Sofern Sie die Möglichkeit dazu haben, sollten Sie das Au-Pair-Zimmer in eine separate Etage legen. Das bietet allen Beteiligten einen gewissen Rückzugsbereich.

Einrichtung des Au-Pair-Zimmers

Hier empfiehlt sich eine kombinierte Wohn-Schlafzimmer-Einrichtung. Das Bett sollte bequem sein und u.U. die Möglichkeit bieten, als Couch umfunktioniert zu werden, falls Ihr Au-Pair Besuch empfangen sollte. Ganz wichtig sind auch ein Schreibtisch und ein ordentlicher Stuhl. Denken Sie bitte auch an eine Schreibtischlampe – denn auch in der dunkleren Jahreszeit wird Ihr Au-Pair dort relativ viel Zeit verbringen, um beispielsweise Hausaufgaben für den Deutsch-Kurs anzufertigen. Denken Sie auch daran, das Zimmer mit ausreichend Stauraum in Form von Schränken und Regalen zu versehen. Ein kleiner Tisch und ein bis zwei weitere Sitzgelegenheiten runden die Einrichtung des Zimmers ab.

Ausstattung des Au-Pair-Zimmers

Ein Internet-Zugang ist heute eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Sie sollten das Au-Pair-Zimmer daher ebenfalls mit einem solchen ausstatten, bzw. Ihrem Au-Pair einen WLAN-Schlüssel zur Verfügung stellen. Am Besten klären Sie bereits vor Anreise, ob Ihr Au-Pair ein eigenes internet-fähiges Gerät mitbringt. Sollte dies nicht der Fall sein, so können Sie überlegen, ob Sie einen Rechner zur Verfügung stellen möchten, oder aber ein Konto auf dem Familien-Rechner. Ein Fernsehgerät im Au-Pair-Zimmer bietet den Vorteil, dass Ihr Au-Pair am Abend beispielsweise in Ruhe deutsche Sendungen anschauen kann, ohne dass Sie diese mit ansehen müssen.

Ein muss für alle Au-Pairs!

Und sonst ...

Insgesamt sollte das Zimmer einen harmonischen Eindruck machen – ein paar Bilder, Pflanzen o.ä. vermitteln sicherlich einen gemütlichen Eindruck. Dinge wie beispielsweise Bettwäsche und Handtücher zum Wechseln können Sie bereits im Schrank deponieren, damit Ihr Au-Pair sie zu gegebener Zeit zur Verfügung hat und nicht danach fragen muss. Sicher sehr hilfreich sind auch Dinge wie ein Duden, Karten oder ein Bildband Ihrer Region, ein aktueller Veranstaltungskalender Ihrer Gemeinde und Plan Ihrer öffentlichen Verkehrsbetriebe.

Sie sollten sich das Au-Pair-Zimmer mit der Vorstellung, in diesem Raum ein Jahr zu verbringen, anschauen. Wenn Sie dann der Meinung sind, Sie würden sich dort wohlfühlen, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen!

Welches Land soll ich für meinen Au-Pair-Aufenthalt wählen?

von Judith Liehr

England, Frankreich, oder doch lieber Norwegen? Die Entscheidung ist nicht immer einfach ...!

Wir bekommen sehr viele Anfragen von Interessenten/innen, die gerne Informationsmaterial zu sehr unterschiedlichen Zielländern haben möchten. Natürlich senden wir das gerne zu, setzen uns aber auch mit diesen Personen in Verbindung, um zu klären, an welcher Stelle eventuell noch Informationsbedarf besteht, um zu einer Entscheidungsfindung zu gelangen. Ich habe deswegen in diesem Artikel einige Punkte zusammengestellt, die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern bzw. Programmen aufzeigen sollen.

Ist mir die Sprache, oder das Land wichtiger?

Das ist die erste Frage, über die Sie nachdenken sollten. Möchten Sie eine bestimmte Sprache wirklich gut erlernen, oder möchten Sie ein bestimmtes Land kennenlernen? In Gesprächen höre ich immer wieder etwas wie „na ja, Französisch hatte ich in der Schule und sollte es verbessern, aber eigentlich finde ich Spanien viel interessanter, nur spreche ich eben kein Spanisch“. Nun, in diesem Falle ist es einfach: Gehen Sie nach Spanien! Es ist nicht in jedem Land erforderlich, schon vorher Kenntnisse der Landessprache zu besitzen – so zum Beispiel Spanien, oder auch die Türkei, oder China. Man lernt die Sprache in jedem Falle am Besten vor Ort. Sollten Sie sich in diesem Punkt nicht sicher sein, fragen Sie uns einfach. „Ich würde Finnland gerne kennenlernen, müsste aber eigentlich mein Englisch verbessern, denn das werde ich ja später im Berufsleben brauchen.“ So, oder so ähnlich wird auch gerne gefragt. Da ist guter Rat zuweilen teuer – aber andererseits, gerade Englisch haben hier eigentlich alle Menschen etliche Jahre in der Schule gelernt. Es gibt ja durchaus auch andere Möglichkeiten, die Sprache noch zu verbessern, oder sprechen zu trainieren. Wann im Leben aber wird sich noch einmal die Gelegenheit zu einem längeren Auslandsaufenthalt als Au-Pair bieten? Warum also nicht ein Land wirklich entdecken, das man schon immer näher kennenlernen wollte?

Wie lange will ich als Au-Pair ins Ausland gehen?

Diese Frage sollte im Entscheidungsfindungsprozess auch ziemlich weit vorne stehen, denn einige Länder, wie beispielsweise die USA oder Kanada, kommen nicht in Frage, wenn Sie planen, kürzer als 12 Monate ins Ausland gehen zu wollen. Auch in Neuseeland ist es schwierig eine Gastfamilie für einen kürzeren Aufenthalt zu finden. Oder auch England – Gastfamilien dort haben ein recht großes Angebot an Au-Pairs aus vielen europäischen Ländern, wer also weniger als sechs Monate einplant, sollte sich schon im Voraus ggf. Gedanken über Alternativen machen.

Eine große Auswahl an Türen!

Was will ich in meinen Au-Pair-Aufenthalt investieren?

Gemeint ist hier Geld, bzw. genauer gesagt, die Anreise. Die Vermittlungsgebühren sind eigentlich für alle Länder recht moderat, Flüge hingegen können schon sehr kostenintensiv sein. Ausnahme: USA, hier müssen die Gastfamilien die Kosten für den Flug übernehmen. Auch das Au-Pair-Programm für China sieht, in Abhängigkeit von der Aufenthaltsdauer, zumindest eine Beteiligung an den Reisekosten vor. Wer allerdings nach Australien oder Neuseeland reist, muss hier schon mit recht hohen Kosten rechnen.

Und wenn ich mich gar nicht entscheiden kann?

Dann ist guter Rat teuer ... Machen Sie sich beispielsweise eine „Pro- und Contra“-Liste für die Länder, die Sie interessieren – eventuell hilft das im Entscheidungsfindungsprozess weiter. Eine andere Möglichkeit ist es, tatsächlich in zwei verschiedene Länder als Au-Pair zu gehen. Es gibt immer wieder Programmteilnehmer/innen, die genau das tun. Wenn Sie also etwa ein Jahr Auslandsaufenthalt einplanen, so spricht im Prinzip nichts dagegen, sechs Monate nach Frankreich und sechs Monate nach England zu gehen. Oder aber zuerst nach Irland und dann nach Italien.

Wichtig ist am Ende, dass Sie ein echtes Interesse daran haben, die Kultur Ihres zukünftigen Gastlandes kennenzulernen und auch bereit sind, dessen Sprache zu erlernen (sofern Sie sie nicht schon vorher beherrschen).

Zu Au-Pairs aus dem Ausland und ihren Deutsch-Kenntnissen

von Judith Liehr

Wie gut sollte ein Au-Pair deutsch sprechen, damit sie/er mit den Kindern der Gastfamilie kommunizieren kann?

Nach meiner persönlichen Erfahrung reichen da wenige Worte im Prinzip aus! Nein, ganz so einfach ist es natürlich nicht, aber ich habe das in der Tat so erlebt. Die junge Dame, an die ich in diesem Zusammenhang automatisch denken muss, kam seinerzeit aus Rumänien und sprach vielleicht 50-100 Worte Deutsch. Sie konnte zwar gut Englisch sprechen, mein Sohn mit etwa 4 Jahren allerdings nicht. Dennoch war „Sprache" an sich von Anfang an weder ein Thema, noch jemals ein Problem. Selbstverständlich machen Grundkenntnisse der deutschen Sprache vieles einfacher, aber ich habe es seither immer wieder mal erlebt: Wer wirklich kommunizieren will, wird das auch tun. Vor allem mit Kindern kann man das auf verschiedenste, auch non-verbale, Art und Weise tun.

Was heißt „Grundkenntnisse der deutschen Sprache"?

Alle Au-Pairs, die heute nach Deutschland kommen, müssen zumindest ein A1-Zertifikat des örtlichen Goethe-Instituts vorweisen, wenn sie ein Au-Pair-Visum beantragen. Dies ist inzwischen eine der Voraussetzungen zur Teilnahme am deutschen Au-Pair-Programm. Dies ist die Grundstufe des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen. Die offizielle Definition der Stufe A1 lautet: „Kann vertraute, alltägliche Ausdrücke und ganz einfache Sätze verstehen und verwenden, die auf die Befriedigung konkreter Bedürfnisse zielen. Kann sich und andere vorstellen und anderen Leuten Fragen zu ihrer Person stellen - z. B. wo sie wohnen, was für Leute sie kennen oder was für Dinge sie haben - und kann auf Fragen dieser Art Antwort geben. Kann sich auf einfache Art verständigen, wenn die Gesprächspartnerinnen oder Gesprächspartner langsam und deutlich sprechen und bereit sind zu helfen." Das scheint nicht allzu viel zu sein, man sollte allerdings bedenken, dass die Prüfung außer dem schriftlichen Teil auch einen mündlichen und vor allem auch einen Teil „Hörverstehen" beinhaltet. Gerade das Letztgenannte fällt oft nicht sehr leicht, zumal die Lernenden ja bis dahin ausschließlich ihre/n Lehrer/in gehört haben und schon eine andere Betonung oder Sprachmelodie dann zuweilen das Gefühl vermitteln, „gar nichts zu verstehen". Ähnlich ist es dann wieder, wenn Au-Pairs einreisen und plötzliche Dialekte hören, oder aber feststellen, dass wir hier nicht jedes Wort so deutlich artikulieren, wie sie es im Unterricht gehört haben, oder sogar im alltäglichen Sprachgebrauch ganz anders verwenden, als sie es bisher gelernt haben. Man sollte das nicht unterschätzen und generell davon ausgehen, dass ein Au-Pair i.d.R. etwa einen Monat benötigt, bis sie/er sich auch sprachlich eingelebt hat.

Au-Pairs können auch auf eine anderen Art und Weise mit Kindern sprechen!

Sollte man besser ein Au-Pair einladen, die/der außerdem noch z.B. Englisch spricht?

Es gibt Argument dafür und dagegen! Dafür spricht selbstverständlich die Möglichkeit, dass man, vor allem am Anfang, so weiterreichende oder tiefergehende Gespräche führen kann, oder auch, dass man viele Dinge einfacher erklären kann, als würde man das begrenzte Vokabular nutzen, welches das Au-Pair bereits kennt. Dagegen spricht allerdings, dass man in solchen Fällen dazu neigt, immer wieder auf diese Sprache auszuweichen und das Au-Pair letztendlich langsamer Deutsch lernen wird. Es gibt sehr viele junge Leute aus unterschiedlichsten Teilen der Welt, die mit sehr guten Englisch-, Französisch oder Spanisch-Kenntnissen hier ankommen und die dann auf Gastfamilien treffen, die sich freuen, wenn sie ebenfalls in eine andere Sprache trainieren können. Im Nu sind Monate verstrichen und plötzlich erinnern sich alle Beteiligten daran, dass da jemand ist, die/der ja Deutsch lernen möchte.

Generell empfehle ich unseren Gastfamilien immer wieder, bei der Auswahl potentiell in Frage kommender Au-Pairs den Fokus nicht zu sehr auf Sprachkenntnisse zu setzen. Seit Einführung des A1-Zertifikates als Voraussetzung zur Teilnahme am Au-Pair-Programm erhalten wir äußerst selten Rückmeldungen von Gastfamilien dahingehend, dass mangelnde Sprachkenntnisse tatsächlich Probleme aufwerfen. Auch ist die Sorge, dass kleine Kinder u.U. ein schlechtes Deutsch lernen könnten, wenn das Au-Pair eben nicht wirklich gut Deutsch spricht, eher unbegründet, denn Ihre Kinder lernen die Muttersprache ja nicht vom Au-Pair, sondern von Ihnen. Jedes Au-Pair, welches sich für ein Programm in Deutschland entscheidet, möchte ja am Ende auch gut Deutsch lernen und hat bereits eine Basis dafür geschaffen – der/die eine lernt es sehr schnell, andere benötigen etwas mehr Zeit. Letztendlich kommt es auch ein bisschen auf die Sprachbegabung der einzelnen Person an. Viel wichtiger aber ist es, dass man eine Person als Au-Pair einlädt, die sympathisch wirkt und die vielleicht ähnliche Interessen hat. Sie sollten einfach ein subjektiv gutes Gefühl dabei haben, dann wird sich alles andere, wie beispielsweise der Spracherwerb, in den allermeisten Fällen ebenfalls positiv entwickeln!

Erwartungen an Au-Pairs aus Kolumbien

von Judith Liehr

Kolumbien blickt auf eine tausendjährige Geschichte unterschiedlicher Kulturen zurück, deren Erbe noch heute in dem multikulturellen Vielvölkerstaat zu finden ist.

Ich habe in diesem Blog bereits Au-Pairs aus der Mongolei und Au-Pairs aus Georgien vorgestellt – heute möchte ich einige Informationen über Kolumbien mit Ihnen teilen. Die Au-Pairs kommen fast alle aus Bogota, der Hauptstadt des Landes. Die Andenmetropole zählt zu den am schnellsten wachsenden Städten Südamerikas und hat rund acht Millionen Einwohner. Noch heute leben in Kolumbien etwa ein Viertel der Bürger unterhalb des vom Staat bestimmten Mindeststandards, allerdings wurden im Bereich der Schulbildung inzwischen große Fortschritte erreicht, da inzwischen nur noch knapp 3% der Kinder nicht regelmäßig eine Schule besuchen. Das kolumbianische Bildungssystems ist in vier Stufen aufgeteilt: Vorschule (1 Jahr), Grundschule (5 Jahre), Sekundärstufe (6 Jahre) und universitäre Studien. Um Ihnen einen kleinen Eindruck zu verschaffen, habe ich auch für dieses Land einen unserer Partner befragt, der selbst einige Monate in Deutschland gelebt hat und die zukünftigen Au-Pairs daher sicherlich gut beraten und vorbereiten kann.

Wie bereiten sich die Au-Pairs auf den Aufenthalt in Deutschland vor und wie lange dauert der ganze Vorbereitungsprozess in etwa?

„Alle zukünftigen Au-Pairs müssen zunächst die A1-Prüfung am Goethe-Institut in Bogota erfolgreich ablegen. Manche haben schon vorher Deutsch gelernt, diejenigen, bei denen das nicht der Fall ist, benötigen ein knappes halbes Jahr an Vorbereitungszeit für diesen Test."

Was sind wichtige kulturelle Unterschiede, die man als Gastfamilie kennen sollte, wenn man ein Au-Pair aus Kolumbien einlädt?

„Die Mehrheit der Menschen in Kolumbien hat ein sehr offenes, umgängliches und freundschaftliches Naturell. Der Familienzusammenhalt in kolumbianischen Familien ist sehr groß, die Menschen eher familiär – deswegen können sich die meisten Au-Pairs recht gut in einer Gastfamilie integrieren. Der Winter in Deutschland ist für Au-Pairs oft schwierig auszuhalten, da man das hier in der Form nicht kennt."

Gibt es Unterschiede in der Kinderbetreuung?

„Kolumbianer sind in der Kindererziehung oft weniger konsequent und gehen mit Kindern im Allgemeinen sehr warmherzig um. In Deutschland sind Eltern in der Regel sehr viel strukturierter. Ich persönlich würde eine Mischung der beiden Erziehungsstile am Besten finden."

Wo sind Unterschiede in der Ernährung zu finden?

„In Kolumbien wird die Hauptmahlzeit meistens am Mittag eingenommen, abends wird dann nicht mehr so viel gegessen. Man verbringt hier relativ viel Zeit damit, Essen zuzubereiten, das heißt man kauft kein fertig vorbereitetes Essen. In Deutschland wird sehr viel mehr im Supermarkt eingekauft, als das hier der Fall ist."

Was versprechen sich die Au-pairs von einem Aufenthalt in Deutschland?

„Die jungen Menschen sind sehr neugierig darauf, eine andere Kultur kennenzulernen. Das Au-Pair-Programm bietet ihnen dazu eine perfekte Gelegenheit. Selbstverständlich möchten sie alle ihre Sprachkenntnisse vertiefen und weitere bzw. andere Erfahrungen in der Kinderbetreuung sammeln."

Sofern Sie sich dazu entschließen sollten, ein Au-Pair aus Kolumbien einzuladen, werden Sie ganz sicher sehr viel mehr Interessantes aus diesem abwechslungsreichen Land der Kontraste mit seiner Kultur zwischen Tradition und Avantgarde erfahren!

5 Gute Gründe, um als Au-Pair nach Irland zu gehen

von Judith Liehr

„Forty Shades of Green", entspannte Menschen, Geschichte, Landschaft Licht und Meer ...

Wir haben an dieser Stelle schon verschiedene Partner im Ausland gebeten, uns wissen zu lassen, warum man als Au-Pair nach Australien, oder auch als Au-Pair nach Neuseeland gehen sollte, welche Gründe dafür sprechen, als Au-Pair in die USA, oder als Au-Pair nach China zu gehen. In diesem Artikel möchte ich nun aufzeigen, was für die grüne Insel als Zielland für Ihren Au-Pair-Aufenthalt spricht:

1. Englisch

Zunächst einmal erwähnenswert ist es, dass Irland für viele Au-Pairs, die ins nahegelegene englischsprachige Ausland gehen möchten, eine wirklich attraktive Alternative beispielsweise zu England ist. So sind irische Gastfamilien beispielsweise häufig wesentlich flexibler, was beispielsweise eine Aufenthaltsdauer der Au-Pairs von deutlich weniger als einem Jahr betrifft. Irisch (Gälisch) ist, neben Englisch, Landessprache – Sie werden aber sicherlich keine Probleme haben, auch Ihre englischen Sprachkenntnisse zu verbessern bzw. einen geeigneten Sprachkurs in Englisch vor Ort belegen zu können.

Wie immer haben wir aber auch unsere Partner vor Ort gebeten, uns ein paar Punkte zu nennen, die eine Entscheidung für Irland als Ziel für einen Au-Pair-Aufenthalt leichter machen:

2. Alles ist gut zu erreichen

Sie können davon ausgehen, dass, egal wo in Irland Sie sein werden, es eigentlich immer einen Flughafen in erreichbarer Nähe geben wird. Irland ist nicht sehr groß und man kann die Insel recht einfach bereisen. Wer einen Auslandsaufenthalt plant, sich aber den Sprung „über den großen Teich“ noch nicht wirklich wagt, ist hier bestimmt gut aufgehoben.

3. Die Iren sind freundliche Menschen

Besucher werden in Irland generell warmherzig empfangen. Iren gelten zu Recht als herzlich, humorvoll und, im Vergleich zu uns, eher gelassen. Während Ihrer Au-Pair-Zeit haben Sie evtl. Gelegenheit zu lernen, dass man durchaus zuweilen auch „mal einen Gang herunter schalten“ kann. :)

Zwei Mädchen sind für St-Patty's Day angezogen!

4. Unzählige Sehenswürdigkeiten

Angefangen bei den Schönheiten der irischen Natur, über Museen, Burgen, Gärten und Stränden – es ist nicht einfach zu entscheiden, was man in seiner Freizeit besichtigen sollte. Die Insel ist zwar nur etwa 450km lang und 260km breit, es gibt dort aber sehr viel zu bestaunen. Es findet sich etwas für jeden Geschmack - am Ende wird Ihnen bestimmt die Zeit davon laufen, Sie sollten sie daher nicht ungenutzt verstreichen lassen.

5. Internationale Au-Pair-Gemeinschaft

Während Ihres Aufenthaltes in Irland werden Sie ganz sicher Au-Pairs aus ganz Europa kennenlernen, da das Land nicht nur bei uns als Ziel für einen solchen Aufenthalt sehr beliebt ist.

Kennen Sie persönlich weitere Punkte, die wir hier aufführen könnten? Scheiben Sie uns! Go n-éirí leat! All the Best! – Für Ihren Au-Pair-Aufenthalt in Irland!

Gedanken zum Internationalen Tag der Frau

von Judith Liehr

Brauchen wir das, oder unterstreicht die Manifestierung des „Frauentages“ die, nach wie vor fehlende, Gleichberechtigung, wie Kritiker(innen) sagen?

Dieser Tag blickt auf eine über 100-jährige Geschichte zurück und fand seinen Ursprung in Streiks von Textilarbeiterinnen, die für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen kämpften und sich gegen Ungerechtigkeit und Diskriminierung wehrten.  Im Jahr 1911 war die zentrale politische Forderung des ersten Internationalen Frauentages in Kopenhagen das aktive und passive Wahlrecht für Frauen.

Nun – das Frauenwahlrecht haben wir inzwischen seit beinahe 100 Jahren, wir haben auch einen Gleichstellungsartikel in unserem Grundgesetz und sogar ein Gleichberechtigungsgesetz. Das heißt aber nach wie vor nicht, dass nicht weitere Ziele, wie eine tatsächliche Verwirklichung von Chancengleichheit, die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen im Erwerbsleben und an politischen Entscheidungsprozessen erreicht, bzw. umgesetzt werden müssten. Noch immer verdienen Frauen weltweit im Durchschnitt weniger als Männer, worauf durch den „Equal Pay Day“, welcher in Deutschland am 21. März begangen wird, aufmerksam gemacht wird.

Ein Thema, welches uns bei Kulturist natürlich immer wieder begleitet, ist die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Selbstverständlich haben unsere Gastfamilien von Au-Pairs aus dem Ausland Interesse am Kulturaustausch. Allerdings haben sehr viele von ihnen auch das Problem, dass Kinderbetreuungseinrichtungen sehr oft nicht die Arbeitszeiten von berufstätigen Müttern abdecken.

Ein rosanes Frauenzeichen

Die offizielle Bezeichnung der UNO lautet „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden". Laut einer Studie der WHO aus dem Jahr 2013 sind weltweit 35% aller Frauen Opfer von körperlicher und/oder sexueller Gewalt und zwar in aller Gesellschaftsschichten, Ländern und Kulturen. Allerdings ist auch ein Zusammenhang mit dem Wohlstandsgefalle auf der Welt erkennbar, so sind Frauen in Nordamerika, Europa, Australien und Japan weniger stark betroffen, als Frauen in Südostasien und in Afrika.

Warum schreibe ich an dieser Stelle etwas zu diesem Thema? Ganz einfach: zum einen bin ich selbst eine Frau und zum anderen sind die Teilnehmer(innen) von Kulturaustauschprogrammen in überwiegender Mehrheit junge Frauen. In den vergangenen 15 Jahren hatte ich das Glück, die eine oder andere Erfolgsgeschichte miterleben zu können. Sei es die junge Frau aus einem Dorf in Rumänien, die als Erste in ihrer Gemeinde und gegen den Willen ihrer Familie einen Führerschein und eine Berufsausbildung gemacht hat, nachdem sie als Au-Pair in Deutschland war. Oder die Georgierin, die mit ihrem deutschen Mann nach Tiflis zurückkehrte und sich dort erfolgreich selbstständig machte. Eine weitere junge Dame reiste nach dem Au-Pair-Jahr in Deutschland zunächst in die USA und erhielt dann, mit hervorragenden Kenntnissen in drei Fremdsprachen, ein Stipendium in ihrer Heimat. Nach abgeschlossenem Studium ist sie heute in einem internationalen Konzern beruflich sehr erfolgreich. Ich freue mich natürlich immer sehr, wenn ich durch meine Arbeit einen kleinen Teil zum späteren Erfolg dieser Frauen beitragen kann!

Au-Pairs aus Ländern außerhalb Europas

von Judith Liehr

Viele deutsche Gastfamilien scheuen davor zurück, Au-Pairs aus „exotischen" Ländern einzuladen – was aber spricht wirklich dagegen?

Meine persönlichen Meinung und Erfahrung nach – eigentlich nichts! Es stellt sich zuweilen natürlich einfacher dar, ein Au-Pair beispielsweise aus Spanien oder Frankreich einzuladen – sofern es gerade welche gibt. Die Gründe dafür, warum man solche Au-Pairs oft vergeblich sucht, können Sie gerne nachlesen. Heute möchte ich einige Punkte aufführen, die definitiv für Au-Pairs aus „fernen“ Ländern sprechen, bzw. warum man davor nicht zurückschrecken sollte.

Die Vorlaufzeit - tatsächlich ein Problem?

Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie, sofern Sie ein Au-Pair ab der kommenden Woche benötigen und zufällig ein(e) passende(r) Bewerber(in) so kurzfristig zur Verfügung steht, ist relativ gering. An dieser Stelle sollten Sie auch wissen, dass auch die Bearbeitungszeit für Au-Pair-Visa seit den Änderungen im Au-Pair-Programm im vergangenen Sommer deutlich kürzer geworden ist. Im Schnitt kann man sagen, dass vom Tag der Einladung bis zur Einreise derzeit meist nicht mehr als ein Monat vergeht. Sie sollten Ihre Entscheidung für oder gegen ein Au-Pair daher nicht davon abhängig machen, dass ein Visaverfahren zu aufwendig sei – das wird inzwischen insgesamt deutlich unkomplizierter und schneller abgewickelt.

Die Vorlaufszeit bei Au-Pairs ist selten ein Problem!

Kulturelle Unterschiede – eine Schwierigkeit oder eine Bereicherung?

Ja – es gibt sie, diese Unterschiede, zuweilen sind sie auch recht groß. Ist das aber wirklich so schlimm? Das Au-Pair-Programm ist ja ein Kulturaustauschprogramm – das heißt, Sie haben (ebenso wie Ihr zukünftiges Au-Pair) die Möglichkeit, eine andere Kultur kennenzulernen. Sehr viele der europäischen Kulturen kennen wir hier, beispielsweise durch wiederholte Urlaube, schon etwas besser, aber wie gut kennen Sie die nepalesische Kultur? Oder wussten Sie, dass in der Mongolei rund 70% aller eingeschriebenen Studenten weiblich sind? Dass das georgische Alphabet zum Weltkulturerbe zählt? Es gibt, auch für uns, so viel zu erfahren und zu erleben – durch die Aufnahme eines Au-Pairs ermöglichen Sie Ihren Kindern schon sehr früh, einen „Blick über den Tellerrand zu werfen“. Bedenken Sie bitte außerdem folgendes:

  • Gerade Au-Pairs, die aus solchen Ländern kommen, leben zu Hause in einer Großstadt. Anderenfalls haben sie überhaupt nicht die Möglichkeit, an diesem Programm teilzunehmen.
  • Sie bereiten sich in aller Regel intensiv auf ihren Auslandsaufenthalt vor – das schließt häufig auch entsprechende Schulungen durch unsere Partnerorganisationen ein.
  • Da die allermeisten Deutsch speziell deswegen lernen, weil sie als Au-Pair hierher kommen möchten, beschäftigen sie sich bereits im Vorfeld einige Monate mit unserer Sprache, sozusagen nebenbei aber dadurch auch mit unserer Kultur.

Ein Pluspunkt: die Aufenthaltsdauer!

Au-Pairs aus EU-Ländern, die sich für Deutschland bewerben, planen i.d.R. eine Aufenthaltsdauer von zwei bis sechs Monaten ein. Au-Pairs aus Ländern außerhalb Europas, bzw. aus visapflichtigen Ländern, möchten nahezu immer für 12 Monate nach Deutschland kommen. Ein kürzerer Aufenthalt kommt für sie eher nicht in Frage, da allein schon die An- und Abreisekosten in diesem Falle einfach zu hoch wären. Ebenso haben sie bereits im Vorfeld schon recht viel Zeit und, für ihre Verhältnisse, auch viel Geld in dieses Auslandsjahr investiert, sodass ein kürzerer Aufenthalt einfach in keiner Relation zum Aufwand stünde. Dies bedeutet für Sie im Umkehrschluss, dass Sie Ihr Au-Pair tatsächlich für ein Jahr einplanen können und Ihre Kinder die neue Bezugsperson ebenfalls für einen längeren Zeitraum haben werden.

Sie sehen, es gibt gute Gründe sich zu überlegen, als Gastfamilie ein Au-Pair aus einem Land einzuladen, über das Sie vorher vielleicht noch nicht sehr viel wussten. Selbstverständlich informieren und beraten wir Sie zu diesem Thema sehr gerne!

Auto fahren als Au-Pair im Ausland

von Judith Liehr

Muss das wirklich sein? Welche Vorteile bietet es, welche Nachteile können daraus entstehen?

Kürzlich sprach mich ein Kollege an und klagte darüber, dass er schon wieder eine Bewerbung für einen Au-Pair-Aufenthalt im Ausland erhalten habe, in der die Bewerberin angegeben habe, bereits seit zwei Jahren einen Führerschein zu besitzen und nahezu täglich Auto zu fahren, sich allerdings nicht vorstellen könne, dies auch im Ausland, mit dem Fahrzeug einer Gastfamilie, zu tun. Andererseits habe er aber, wie immer, etliche Anfragen von Partnerorganisationen, die für ihre Gastfamilien Au-Pairs mit Führerschein suchen. Das brachte mich auf die Idee, all denjenigen unter Ihnen, die sich gerade mit dieser Frage beschäftigen, ein paar Hinweise bzw. Denkanstöße zu geben.

Warum sind Au-Pairs mit Führerschein so gefragt?

Die Antwort ist sehr einfach: die Alltagsroutine vieler Gastfamilien umfasst nun einmal häufige Fahrdienste für deren Kinder. Sei es in Zusammenhang mit dem Schulbesuch, oder auch mit zahlreichen Freizeitaktivitäten der Kinder, die fußläufig, oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln gar nicht, oder nur sehr schwierig zu erreichen sind. Zudem können die Gasteltern die Zeiten, zu denen Kinder gefahren werden müssen, oftmals nicht mit ihren eigenen Arbeitszeiten vereinbaren und benötigen genau an dieser Stelle Unterstützung. Ich weiß genau, wovon ich rede, denn ich kenne das Problem: 13:00 Uhr Schulschluss, abholen und zum Mittagessen nach Hause fahren, 15:00 Uhr Musikschule und eine Stunde später wieder abholen – das alles zwar im Radius von ca. 10 Kilometern, aber eben nur per PKW zu schaffen! Ein weiterer Punkt für viele Gastfamilien ist es, dass sie eben nicht direkt in einer Stadt wohnen, ihrem Au-Pair aber die Möglichkeit geben wollen, Sprachkurse, ein Kino oder Restaurant zu besuchen und andere Freizeitmöglichkeiten zu nutzen. Ich kann gar nicht oft genug erwähnen und tue es daher auch an dieser Stelle, dass nur die wenigsten Gastfamilien im Zentrum Londons, Paris’, Roms oder auch Madrids wohnen – gerade wer Kinder hat, wohnt eigentlich lieber außerhalb.

Welche Risiken birgt es, als Au-Pair im Ausland Auto zu fahren?

Prinzipiell würde ich sagen, die gleichen wie hier. Besonders große Bedenken haben natürlich all diejenigen, die als Au-Pair beispielsweise nach England gehen möchten. Grund dafür ist natürlich der Linksverkehr. Andererseits: glauben Sie wirklich, dass eine Gastfamilie ihr neu eingereistes Au-Pair, von dem sie genau wissen, dass sie/er keinen Linksverkehr kennt, direkt ans Steuer ihres Autos setzen (am Besten noch zusammen mit den eigenen Kindern) und losschicken würde? Eher nicht! Im Gegenteil – üblicherweise investieren diese Gastfamilien in ein paar Fahrstunden zum Üben. Viele unserer Partneragenturen erlegen ihren Gastfamilien diese Investition auch obligatorisch auf. Was die Versicherung betrifft – nun, das ist ebenfalls Sache Ihrer Gastfamilie, welche ja auch Fahrzeughalter ist. Sicherheitshalber könnten Sie selbstverständlich nachfragen, ob Sie als Fahrer/in mit versichert sind, aber dies sollte eine Gastfamilie, die ein Au-Pair benötigt, das Auto fährt, vernünftigerweise bedenken und entsprechend absichern.

Generell kann man sagen, dass ein Führerschein, Fahrpraxis und die Bereitschaft auch im Ausland Auto zu fahren definitiv ein Plus in Ihrer Bewerbung als Au-Pair im Ausland sind. Sie sollten daher all diese Punkte genau überdenken, bevor Sie im Fragebogen angeben, dass Sie das Auto Ihrer Gastfamilie nicht nutzen wollen!

Ist ein Au-Pair-Aufenthalt im Ausland das Richtige für mich?

von Judith Liehr

Sollten Sie sich gerade in der Planungsphase für einen Auslandsaufenthalt befinden, so finden Sie hier einige Anhaltspunkte.

Immer wieder führe ich Beratungsgespräche mit Interessenten/innen unseres Au-Pair-Programmes, die sich nicht ganz sicher darüber sind, ob diese Form des Auslandsaufenthaltes die Richtige für sie ist. Dieses älteste und nach wie vor beliebteste Kulturaustauschprogramm bietet ganz sicher eine ganze Reihe von positiven Aspekten, es gibt sicherlich das eine oder andere zu bedenken – immerhin bindet man sich letztendlich doch für einen gewissen Zeitraum. Aus diesem Grunde hier ein paar Denkanstöße:

Kinderliebe

Das ist zunächst eine absolute Grundvoraussetzung – sind Sie wirklich gerne mit Kindern zusammen? Haben Sie Spaß daran, mit ihnen zusammen zu sein, auch über mehrere Stunden hinweg? Können Sie aktiv auf Kinder zugehen und sie kreativ beschäftigen? Ist es Ihnen möglich, sich im Umgang mit Kindern, auf eine liebevolle Art und Weise auch einen gewissen Respekt zu verschaffen? Kommen Sie damit zurecht, wenn Kinder Sie, vor allem zu Beginn Ihrer Bekanntschaft mit ihnen, ablehnen? Sofern Sie alle diese Fragen, ohne zu zögern, mit „Ja“ beantworten, können Sie auf der „Pro“-Seite Ihrer Überlegungen einen großen Haken setzen.  Sollten Sie sich über die eine oder andere Frage nicht wirklich im Klaren sein, so empfehle ich Ihnen, zunächst noch Erfahrungen zu sammeln. Helfen Sie einfach einige Tage im nächstgelegenen Kindergarten mit, oder fragen Sie Eltern in ihrer Umgebung, ob Sie deren Kinder gelegentlich für einige Stunden hüten können. Sie werden so sicherlich recht schnell feststellen können, ob Ihre Vorstellungen mit der Realität übereinstimmen.

Sind Sie kinderlieb?

Flexibilität, Toleranz & Verantwortungsbewusstsein

Diese Charaktereigenschaften sollte man als Au-Pair unbedingt mitbringen. Sie müssen sich auf das Zusammenleben mit einer fremden Familie im Ausland, einschließlich derer Besonderheiten, einlassen können. Ebenso sollten Sie auch in der Lage dazu sein, u.U. Kritik anzunehmen und beispielsweise mit Ihrer Gastfamilie etwaige Probleme sachlich diskutieren können. Ganz selbstverständlich ist es auch, dass, gerade die Betreuung von Kindern ein hohes Maß an Verantwortungs-bewusstsein und absolute Zuverlässigkeit verlangt.

Letztendlich werden Sie selbst die Entscheidung treffen müssen – ein Aufenthalt als Au-Pair im Ausland ist ganz sicher kein Urlaub. Es wird immer wieder Situationen geben, in denen Sie Ihre Au-Pair-Zeit mühsam und auch anstrengend finden werden – überlegen Sie deswegen bereits im Vorfeld, was genau Sie sich von Ihrem Auslandsprogramm versprechen. Sollten Sie sich nicht sicher sein, was das Richtige für Sie ist, informieren Sie sich am Besten auch über andere Formen von Auslandsaufenthalten – wir beraten Sie dabei natürlich gerne!

Wie finde ich andere Au-Pairs im Ausland?

von Judith Liehr

Oft schon vor der Abreise ins Ausland wird uns diese Frage gestellt – hier ein paar Hinweise dazu.

Gleich vorab meine persönliche Meinung zu diesem Thema: Ich kann es natürlich sehr gut verstehen, wenn, insbesondere sehr junge Au-Pairs, die das erste Mal alleine im Ausland unterwegs sind, auf diese Weise Anschluss suchen wollen. Allerdings sollten Sie sich immer wieder vor Augen führen, welches die Gründe für Ihren Auslandsaufenthalt sind. Sicherlich stand bei Ihrer Entscheidung nicht im Vordergrund, möglichst viele Menschen aus Deutschland kennenzulernen. Es gibt immer und überall auf der Welt Möglichkeiten zur sinnvollen Freizeitgestaltung und ganz bestimmt finden Sie auch etwas, das Ihnen Freude bereitet und Ihnen dabei hilft, die Ziele, die Sie sich mit Ihrem Auslandsprogramm als Au-Pair gesteckt haben, zu erreichen. Gar keine Frage – zuweilen tut es auch gut, sich mit anderen Au-Pairs auszutauschen, oder über Dinge zu sprechen, die man als Au-Pair erlebt etc. Deswegen an dieser Stelle ein paar Tipps:

Fragen Sie Ihre Ansprechpartner vor Ort

Alle Au-Pairs, die wir vermitteln, werden von unseren jeweiligen Partnerorganisationen im Zielland betreut. Meist setzen diese sich, kurz nach Ihrer Einreise, eigeninitiativ mit Ihnen in Verbindung. Sie können (und sollten) sich jederzeit an Ihre Ansprechpartner wenden und nachfragen, ob Sie Kontaktdaten von Au-Pairs in Ihrer Region bekommen können. Das müssen ja nicht zwangsläufig deutsche Au-Pairs sein, in den allermeisten Ländern finden sich Au-Pairs unterschiedlichster Nationen, mit denen Sie aber derzeit doch einige Berührungspunkte haben. Fragen Sie ebenso nach, wann Au-Pair-Treffen stattfinden, damit Sie Ihre Teilnahme rechtzeitig einplanen können. Möglicherweise findet ein solches Treffen nicht „direkt um die Ecke" statt, aber es lohnt sich durchaus, auch einen längeren Weg in Kauf zu nehmen, einen Tag frei zu nehmen, oder einen kleinen Ausflug daraus zu machen.

Erkundigen Sie sich bei Ihrer Sprachschule

Fast alle Au-Pairs besuchen mindestens einen Sprachkurs im Zielland. Das ist meist auch genau der Ort, an dem Sie Gleichgesinnte treffen – vielleicht nicht unbedingt nur Au-Pairs, mit Sicherheit aber Menschen, die sich ebenfalls darum bemühen, eine Fremdsprache zu erlernen und die bestimmt, genau wie Sie, Interesse daran haben, Land und Leute zu erkunden und kennenzulernen. Sollten Sie in Ihrem Kurs niemanden kennenlernen, mit dem/der Sie Ihre Freizeit verbringen wollen, so suchen Sie das „Schwarze Brett" der Sprachschule und studieren Sie dort die Aushänge, oder machen Sie selbst einen solchen.

Sprachschüler erholen sich draußen auf dem Rasen.

Sprechen Sie mit Ihrer Gastfamilie

Die allermeisten Gastfamilien kennen in ihrem Freundes-/Bekanntenkreis Familien, die ebenfalls ein Au-Pair haben – oder aber sie wissen, welche Familien in der Schule/im Kindergarten ihrer Kinder sich ebenfalls für dieses Betreuungsmodell entschieden haben. Fragen Sie einfach nach – Ihre Gastfamilie ist Ihnen sicher gerne behilflich und gibt Ihnen, wenn möglich, entsprechende Tipps oder stellt Kontakte für Sie her.

Soziale Netzwerke für Au-Pairs

Diese Möglichkeit ist Ihnen vermutlich schon bekannt, ich möchte sie aber, der Vollständigkeit halber, dennoch erwähnen. Fast überall findet man über Facebook-Gruppen Kontakte in der Nähe. Vielleicht nicht unter „Au Pair Kingston upon Thames", ganz sicher aber unter „Au Pair London" usw. Wer solche Netzwerke nutzt, wird sicherlich in der Region fündig.

Zum Schluss noch ein Hinweis in eigener Sache: wer Interesse an Erfahrungsberichten hat, dem/der sei auch ein Besuch unserer regelmäßigen Informationsveranstaltungen ans Herz gelegt. Wir laden dazu nämlich nicht nur Interessenten/innen ein, die als Au-Pair ins Ausland gehen möchten, sondern auch ausländische Au-Pairs, die gerade in Deutschland sind. Sie haben hier die Möglichkeit, schon vor Ihrem eigenen Auslandsprogramm mit Gleichgesinnten anderer Nationalitäten zu sprechen, sich auszutauschen und sich Tipps geben zu lassen!

Informations- und Au-Pair-Treffen am 01.03.2014

von kulturist

Informieren Sie sich über unsere Programme und lernen Sie andere Programmteilnehmer kennen! Die Mitarbeiter unseres Teams stehen Ihnen für alle Fragen rund um Kulturaustauschprogramme zur Verfügung. Ausländische Au-Pairs in Deutschland geben Ihnen außerdem einen ersten Einblick in ihre persönlichen Erfahrungen im Ausland.

Die Veranstaltung findet von 11 bis 14 Uhr in der Elizabethenstr. 38a, Bad Homburg statt. Wir bieten hier Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und informieren über unsere Programme. Die Teilnahme ist natürlich kostenlos!

Teilnehmer/innen melden sich bitte formlos unter info@kulturist.com oder telefonisch unter 06103 5098888 an. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Fremdsprachenkenntnisse für ein Au-Pair-Jahr im Ausland

von Judith Liehr

Wie kann man sich sprachlich auf einen Auslandsaufenthalt vorbereiten?

Fast überall auf der Welt werden mittlere bis gute Kenntnisse der Sprache des Ziellandes vorausgesetzt, wenn man als Au-Pair ins Ausland gehen will (Ausnahmen, wie beispielsweise das Au-Pair-Programm in China, bestätigen die Regel). Viele unserer Bewerberinnen und Bewerber sind schon ein bisschen aufgeregt, wenn es um das Interview mit uns, zum Beispiel für diejenigen, die als Au-Pair nach Australien reisen möchten, geht. Auch anstehende Interviews mit den potentiellen Gastfamilien bereiten zukünftigen Au-Pairs immer wieder Kopfzerbrechen, darauf kann man sich aber ganz gut vorbereiten. Wie aber kann und sollte man sich vor der Abreise ins Ausland sprachlichen vorbereiten? Diese Frage wird immer wieder gestellt – hier deswegen ein paar Tipps:

Online-Sprachtest oder Online-Sprachkurs

Für fast jede Sprache findet man im Internet einen Online-Test – Sie können Ihren eigenen Stand so sehr schnell und unproblematisch überprüfen. Es gibt dort auch wirklich viele, teilweise recht gute Sprachkurse. Nahmen Sie sich ein wenig Zeit und recherchieren Sie gründlich. Sie haben so den Vorteil, immer dann üben zu können, wenn Sie wirklich Zeit haben und sind nicht an Kurszeiten. Viele dieser Kurse sind auf ein rein verbales Sprachtraining abgestellt – so können Sie sich die Dateien beispielsweise auf dem Smartphone speichern und immer wieder zwischendurch anhören.

Bücher und Zeitungen

Man kann auch heute noch echte Bücher, sowohl in Papier- als auch in elektronischer Form, lesen – sogar in Fremdsprachen. :) Das ist ein sehr gutes Sprachtraining und wer ein Tablet dazu nutzt, hat es sogar sehr leicht, gegebenenfalls unbekannte Wort oder Redewendungen sofort nachzuschlagen. Denjenigen, die nicht wirklich gerne lesen, seien an dieser Stelle fremdsprachliche Hörbücher empfohlen, das schult zumindest das Gehör. Es gibt zudem aus beinahe jedem Land der Welt online-Zeitungen, die Sie bereits vor Ihrer Abreise ins Ausland lesen können. Das hilft Ihnen nicht nur bei der sprachlichen Vorbereitung, Sie werden auch schon einen Einblick in das kulturelle/politische Tagesgeschehen in Ihrem Gastland erhalten.

Lesen ist eine sehr effektive Methode, eine Sprache zu lernen!

Film und Fernsehen

Was spricht dagegen, sich einen neuen Kinofilm, den man ohnehin sehen möchte, in der Originalversion anzuschauen? Also zum Beispiel den Hobbit auf Englisch! Wer es sich (zunächst) etwas einfacher machen möchte, leiht sich entsprechende DVD's und schaut sich Filme, die er/sie schon kennt, nochmals in der Sprache seines Ziellandes an. Eine gute Übung für das Hörverstehen sind beispielsweise auch Talk- oder Live-Shows in einer Fremdsprache – meist sprechen die Menschen dort nicht nach einem Script, sondern etwas spontaner.

Und noch ...

Selbstgespräche sind eine weitere, sehr gute Übung. Führen Sie ganz bewusst Selbstgespräche in der Fremdsprache! Eine Möglichkeit zum „echten Sprechen" bietet ein Sprachtandem. Recherchieren Sie, ob in Ihrer Stadt jemand, der die Sprache Ihres Ziellandes spricht, gerne Deutsch lernen möchte und treffen Sie sich regelmäßig zum Üben mit dieser Person.

Welchen Weg auch immer Sie für sich selbst wählen – es wird sich lohnen! Die Eingewöhnung im Gastland wird Ihnen definitiv leichter fallen, wenn Sie sich auch sprachlich auf Ihren Au-Pair-Aufenthalt vorbereiten.

Schwierigkeiten mit dem (neuen) Au-Pair – Tipps und Lösungsansätze

von Judith Liehr

Gerade in der Anfangszeit kommt es zuweilen zu Problemen und/oder Missverständnissen mit dem Au-Pair – viele davon lassen sich vermeiden, oder beheben.

Wir alle sind Menschen – allein schon aus diesem Grunde kann es im Zusammenleben mit einem neuen Familienmitglied, welches noch dazu aus einem anderen Kulturkreis stammt, durchaus auch zu Unstimmigkeiten kommen. Selbstverständlich ist jede Gastfamilie (und auch jedes Au-Pair) anders, viele vermeintliche Schwierigkeiten, die uns in den ersten Wochen nach Einreise eines Au-Pairs geschildet werden, ähneln sich aber. Ich möchte daher einige dieser etwaigen Probleme, und auch Lösungsansätze dazu, aufzeigen.

Unser Au-Pair zieht sich zurück und spricht nicht mit uns

Die Ursachen hierfür sind zumeist zunächst einmal sprachliche Hemmungen, aber auch Heimweh und Unsicherheit. Gerade in der ersten Zeit nach Einreise Ihres Au-Pairs sollten Sie darauf achten, dass sie/er sich nicht allzu sehr in ihrem/seinem Zimmer „verkriecht". Es ist natürlich so, dass Ihr Au-Pair abends zunächst einmal wirklich müde sein wird – es ist ja wirklich viel Neues, das verarbeitet werden muss. Das sollte man nicht unterschätzen, aber auch im Auge behalten, damit sie/er nicht zu viel alleine ist. Ermuntern Sie Ihr Au-Pair, ganz besonders in der ersten Zeit, von sich und von zu Hause zu erzählen. Stellen Sie zunächst möglichst einfache Fragen, um sprachliche Barrieren zu meistern und beziehen Sie sie/ihn aktiv in Gespräche im Familienkreis mit ein.

Unser Au-Pair wirkt desinteressiert

Das höre ich in meinen Gesprächen mit Gastfamilien in verschiedenen Variationen immer wieder. Au-Pairs, die kein echtes Interesse an den Kindern zeigen, an der Familie an sich, oder auch an Land und Leuten. Generell kann ich aus meiner Erfahrung sagen, dass dies in den seltensten Fällen wirklich zutreffend ist. Jedes Au-Pair hat sich eine ganze Weile auf das Auslandsjahr vorbereitet und muss, schon aus diesem Grunde, auch tatsächlich Interesse daran haben. Es sind fast immer andere Dinge, die dazu führen, einen solchen Eindruck zu erwecken. Gerade was die Kinder betrifft, so setze ich eigentlich zunächst immer voraus, dass jedes Au-Pair über ein gewisses Maß an Kinderliebe verfügen muss. Viele dieser jungen Menschen haben aber, gerade in der Anfangszeit, einfach Angst davor, etwas falsch zu machen und sind daher zunächst eher besonders zurückhaltend. Auch hier sind Sie, als Gastfamilie, gefordert, das Gespräch zu suchen. Geben Sie zu verstehen, dass Passivität eher kontraproduktiv ist und erläutern Sie Ihrem Au-Pair, welche Vorlieben Ihre Kinder haben, was Sie gerne spielen und welche Vorstellungen Sie von der gemeinsamen Zeit haben. Noch schwieriger ist es, in einem fremden Land und Kulturkreis neue Bekanntschaften zu machen. Wir bieten zwar das ganze Jahr über unterschiedliche Veranstaltungen für Au-Pairs, die nach Deutschland kommen an, und geben auch Kontaktdaten von anderen Au-Pairs in der Region weiter, wichtig ist es aber auch, Kontakte zu Einheimischen herzustellen. Erkundigen Sie sich daher nach den Hobbies und Interessen Ihres Au-Pairs. Gibt es evtl. an Ihrem Wohnort einen Sportverein, in dem Sie für Ihr Au-Pair eine Zeitmitgliedschaft vereinbaren können? Oder vielleicht einen Jugendtreff, einen Tanzclub oder Gesangsverein? Möchte Ihr Au-Pair für die Zeit des Aufenthaltes in einer örtlichen Kirchengemeinde aktiv werden? Es gibt ganz sicher sehr viele Möglichkeiten, die Sie aufzeigen könnten und die es Ihrem Au-Pair sehr erleichtern würden, hier „anzukommen".

Ist Ihr Au-Pair nicht so engagiert?

Unser Au-Pair bringt sich nicht ausreichend ein

Gastfamilien beklagen zuweilen, dass ihr Au-Pair zu vielen, einfachen Handgriffen aufgefordert werden müsse und diese nicht von selbst erkenne. Nun – das kann man nur in den allerseltensten Fällen von Anfang an erwarten. Wie auch – Ihr Au-Pair kennt Sie noch nicht wirklich und kann die Abläufe in Ihrem Haushalt zunächst gar nicht überblicken. Generell empfehle ich, vor allem zu Beginn, einen Wochenplan zu erstellen. Im Laufe der Zeit werden Sie einen solchen Plan meist gar nicht mehr benötigen, aber anfangs sollten Sie alle Dinge, die Ihr Au-Pair erledigen sollte, festhalten und am besten auch Uhrzeiten zunächst schriftlich angeben. Das hilft einerseits Kommunikationsschwierigkeiten aufgrund von Sprachbarrieren zu vermeiden und andererseits hat Ihr Au-Pair eine klare Vorstellung davon, was erwartet wird. Sie/Er kann sich zunächst an diesem Plan „festhalten" und muss nicht ständig befürchten, etwas zu vergessen oder zu übersehen. Viele Dinge, die für Sie selbst selbstverständlich sein mögen, sind es für andere eben nicht – zuweilen sollten Sie auch nicht davor zurückscheuen, manches tatsächlich praktisch zu zeigen bzw. vorzumachen.

Sowohl für Sie und Ihre Familie, als auch für Ihr Au-Pair, sollte dieses Jahr eine Bereicherung bzw. eine Lernerfahrung sein. Nach nunmehr 15 Jahren in der Au-Pair-Vermittlung und etwa zehn Jahre Erfahrung mit Au-Pairs im eigenen Haushalt kann ich Ihnen versichern, dass es sich lohnt, vor allem am Anfang, Zeit und auch Geduld zu investieren!

Auslandsaufenthalt – welche Form ist für wen geeignet?

von Judith Liehr

Ist Au-Pair das Richtige, oder wäre ein Einsatz als Freiwillige(r) besser geeignet? Work & Travel, oder besser Sprachtutorenprogramm?

Gerade zu dieser Jahreszeit bekommen wir sehr viele Anfragen von Interessenten/innen, die zwar wissen, dass sie für eine Weile ins Ausland gehen möchten, aber bislang eine eher unklare Vorstellung davon haben, welches Programm für sie geeignet wäre. Wir beraten natürlich immer gerne und ausführlich, weil es uns daran gelegen ist, dass nach Möglichkeit jede(r) eine positive Auslandserfahrung machen kann, an die er/sie sich immer gerne erinnern wird. Ich möchte in diesem Beitrag einige grundlegende Unterschiede zwischen den einzelnen Programmen aufführen, um Ihnen die Suche nach der für Sie geeigneten Form eines Auslandsaufenthaltes ein wenig zu erleichtern. Wer sich noch weitergehende Gedanken zu diesem Themenbereich machen möchte, findet Denkanstöße in meinem Artikel über Dinge, die man wissen sollte, bevor man sich für einen Auslandsaufenthalt entscheidet.

Ist ein Au-Pair-Aufenthalt für mich geeignet?

Sofern Sie für einen längeren Zeitraum ins Ausland gehen möchten und eine Affinität zu Kindern haben, lautet die Antwort „Ja!". Mit „längerem Zeitraum" sind hier ca. drei bis 12 Monate gemeint und abgesehen von Kinderliebe, sollten Sie unbedingt auch schon Erfahrung in der Kinderbetreuung haben. Außerdem ist das Au-Pair-Programm sicherlich auch die günstigste Möglichkeit für einen Auslandsaufenthalt – zum einen sind die Vermittlungs- bzw. Programmgebühren nicht sehr hoch und zum anderen finanziert man sich selbst, da man von den Gastfamilien, neben freier Kost und Logis, ein Taschengeld erhält.

Freiwilligenarbeit im Ausland – ist das eine Option für mich?

Viele Menschen möchten ihre Reise ins Ausland mit etwas Nützlichem verbinden, sich engagieren – eine Spur hinterlassen. Gleichzeitig steht aber auch der Wunsch im Vordergrund, eine andere Kultur wirklich kennenzulernen, oder aber auch Sprachkenntnisse zu vertiefen oder zu verbessern. Sollten Sie außerdem auch nur einen begrenzten Zeitraum für Ihre Auslandserfahrung zu Verfügung haben, so kommt ein Einsatz als Freiwillige(r) sicherlich für Sie in Frage. Ein weiterer Vorteil von Freiwilligenarbeit im Ausland besteht darin, dass es Projekte aus sehr vielen unterschiedlichen Bereichen gibt – angefangen beim Natur- und Tierschutz über verschiedene soziale Projekte, oder aber im medizinischen Bereich. Es findet sich im Prinzip für jede(n) ein Projekt, in dem man sich seinen eigenen Neigungen bzw. Kenntnissen entsprechend einbringen kann. Diese Programme kosten leider meist relativ viel Geld, aber bei entsprechender Planung ist auch diese Form des Auslandsaufenthaltes finanzierbar.

Sprachtutor – was ist das eigentlich?

Diese Form des Auslandsaufenthaltes ist noch relativ unbekannt, obgleich es eigentlich ein sehr flexibles Programm ist – eine ganz besondere Form der Sprachreise. Es richtet sich an diejenigen unter Ihnen, die nur für einen bis drei Monate ins Ausland gehen möchten und für die ein Au-Pair-Aufenthalt nicht in frage kommt. Sei es, dass Sie die formalen Voraussetzungen nicht erfüllen, weil Sie beispielsweise schon älter als 30 Jahre alt sind, oder weil Sie nicht unbedingt Kinder betreuen möchten. Wichtigste Voraussetzung zur Teilnahme am Sprachtutorenprogramm ist es, dass Sie ein echtes Interesse an Sprachen haben – sowohl an Ihrer Muttersprache, als auch daran, eine andere Sprache erlernen zu wollen. Der Deal ist eigentlich recht einfach: Sie unterrichten 15 Stunden pro Woche Deutsch im Ausland (auf Konversationsbasis!) und erhalten dafür bei Ihrer Gastfamilie freie Kost und Logis. Unterrichtserfahrung ist keine Voraussetzung, hilfreich ist es aber, wenn Sie schon einmal zum Beispiel Nachhilfe gegeben haben o.ä.

Work & Travel – auch eine tolle Auslandserfahrung

Wie der Name schon sagt – Sie gehen ins Ausland, arbeiten dort und verdienen sich so das nötige Geld, um zu reisen, Land und Leute kennenzulernen. Es gibt viele gute Gründe für Work & Travel, ganz wichtig ist hier, dass man tatsächlich bereits Arbeitserfahrung sammelt, auch wenn das in der Regel nicht in dem Bereich sein wird, in dem man später einmal tätig sein wird. Neben sprachlichen, werden Sie während Ihres Work & Travel-Aufenthaltes im Ausland ganz sicher auch viele andere Kompetenzen erwerben, die Ihnen für Ihr späteres Berufsleben von großem Nutzen sein können.

Ich hoffe, dass meine Zusammenfassung Ihnen bei Ihrer persönlichen Entscheidungsfindung weiterhilft. Sollte das nicht der Fall sein, so stehen wir Ihnen natürlich für weitere Informationen gerne zur Verfügung!

Entscheiden Sie sich - welche Tür werden Sie denn nehmen?

Gedanken zum Jahreswechsel

von Judith Liehr

Diese Zeit im Jahr ist ganz besonders dazu geeignet Rückschau und Ausblick zu halten...

Das Jahr ist, wie immer, im Fluge vergangen. Gerade in dieser Zeit des Jahres blicken wir zurück auf das, was im vergangenen Jahr gut oder auch weniger gut war und fragen uns inwieweit wir dazu beigetragen haben. Wir alle bei Kulturist empfinden Dankbarkeit und Zufriedenheit für viele Dinge, gleichzeitig aber auch Ungeduld und Spannung, wenn wir in die Zukunft blicken. Mir persönlich bedeutet die konstruktive und vertrauensvolle Arbeit in unserem Unternehmen sehr viel und ich möchte mich an dieser Stelle zunächst bei meinen Kolleginnen und Kollegen dafür bedanken.

Zufrieden sind wir mit allem, was wir bisher erreicht haben. Aus unzähligen Rückmeldungen und Erfahrungsberichten wissen wir, dass unsere Arbeit es vielen Menschen ermöglicht hat, auf unterschiedlichste Weise neue Ufer zu erreichen und Erfahrungen zu sammeln, die sie für den Rest ihres Lebens begleiten werden. Ganz besonders freut es uns natürlich, dass eine unserer Programmteilnehmerinnen in diesem Jahr vom Deutschen Bundesverband für Au-Pair-Vermittler zum „Au-Pair des Jahres 2013" gekürt wurde.

Wo immer wir von unserer Seite Möglichkeiten sehen, Programme bzw. unsere Begleitung, Betreuung, Information und Beratung zu verbessern, werden wir dies im kommenden Jahr sicher umsetzen.

Natürlich schmieden wir für 2014 schon neue Pläne – neue, spannende Projekte, die entwickelt und neue Destinationen, die erkundet werden wollen. Wir freuen uns schon darauf!

In diesem Sinner wünschen wir Ihnen allen eine schöne Weihnachtszeit und alles Gute im neuen Jahr!

Weihnachtsferien 2013

von kulturist

Unser Büro ist vom 23. Dezember bis einschließlich 5. Januar 2014 geschlossen. In dringenden Fällen sind wir aber dennoch per Email erreichbar.

Wir wünschen Ihnen allen schöne und erholsame Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr!

- Ihr Kulturist-Team

Reisebericht aus Indien

von Judith Liehr

Eine Hochzeit aus Tausendundeiner Nacht und Freiwilligenarbeit in Indien – ein Bericht unserer Kollegin Sinidu Tsegaye.

Liebe Leser,

ich bin nun seit über drei Jahren bei Kulturist tätig und ich freue mich immer, wenn ich mit neuen Kulturen in Berührung komme - sei es durch unsere regelmäßigen Au-Pair-Treffen oder durch Reisen, um unsere Partner und ihre Projekte im Ausland zu besuchen. Ich bin unter anderem für die Betreuung der Au-Pairs zuständig, die durch Kulturist nach Deutschland vermittelt werden. So lerne ich junge Menschen aus verschiedenen Ländern kennen, die mich immer wieder Neues über ihre Länder und deren Sitten lehren. Als ich vor einigen Wochen eine Hochzeitseinladung aus Indien erhielt, habe ich keine Sekunde gezögert, zuzusagen. Die Gelegenheit wollte ich auch nutzen, um unsere Partner in Jaipur zu treffen und die Freiwilligenprojekte zu besuchen. So ging es also am 7. November nach Delhi.

Ankunft in Delhi

Indien ist ein Schwellenland und wer dieses vielfältige Land zu bereisen plant, sollte eine Vorstellung darüber haben, was ihn erwartet. Das Land, mit über 1,2 Milliarden Einwohnern, ist neun Mal so groß wie Deutschland und für seine kulturelle Vielfalt bekannt.

Bereits bei der Ankunft wird man mit überwältigen Eindrücken überschüttet. Die bunten Kleider der Frauen, die mit frischen Blumen geschmückten Tuk Tuks, die abenteuerlichen Autofahrten auf den überfüllten Straßen, die Gastfreundlichkeit der Einwohner, die sichtbare Kluft zwischen arm und reich – all dies erinnert ständig daran, dass man sich fern von zuhause befindet und nun in ein neues, kulturelles Erlebnis eintaucht.

Sinidus Ankunft am Flughafen in Neu-Delhi

Ein gelbes Tuk-tuk nach Ankunft in Neu Delhi

Die Mehrheit der Menschen dort spricht Englisch, da die Sprache nach wie vor in den Schulen gelehrt wird. Daher ist nur ein wenig Englisch notwendig, um sich in Indien zurecht zu finden. Die Menschen habe ich als sehr hilfsbereit, höflich und sehr offen kennengelernt.

Städte wie Delhi sind nicht die richtigen Destinationen, um einen ruhigen Urlaub zu verbringen. Abenteuer sind stets an der Tagesordnung, denn in dieser Stadt begegnet man vielem, das dem Europäer völlig unbekannt ist. Autohupen, deren Funktion zwei bis drei mal in der Minute geprüft wird, Motorradfahrer, die oft mit drei bis vier Passagieren unterwegs sind, Tuk Tuks, die überall unerwartet halten, um ihre Fahrgäste zu verabschieden, die Menschenmenge, die sich mit den Kraftwagen vermischt... all dies zusammen ergibt eine sehr interessante Komposition von Klängen und Bildern. Die Fahrkunst der Einheimischen gehört ebenfalls zu den „Sehenswürdigkeiten“ Delhis, denen sich weder Fahrer, Beifahrer noch der Fußgänger sich entziehen können. Es sieht nämlich so aus, als würde es auf den Straßen keine Regeln geben. Straßenschilder, gekennzeichneten Fahrspuren, und sämtliche Ampeln werden ignoriert. Man hat das Gefühl, dass die Autos immer dort fahren wo es am schnellsten voran geht, selbst wenn es auf der Gegenfahrbahn ist. Hier ist also Vorsicht geboten. Wer diesem Abendteuer entgehen möchte, hat auch die Möglichkeit, die Metro zu nutzen. Die Metro fährt recht häufig und ist ein sicheres und günstiges Fortbewegungsmittel.

Trompeter in Indien

Freiwilligenprojekte in Jaipur

Nach fünf Tagen in Delhi, bin ich nach Jaipur aufgebrochen. Jaipur liegt etwa 300 Kilometer südwestlich von Delhi und ist ein Kulturzentrum mit einer Universität, Theatern, Kinos, Museen, Zoo und Kunstdenkmälern. Die Stadt ist ein Verkehrsknotenpunkt von Straße, Eisenbahn, Flughafen. Auch hier ist die Kluft zwischen arm und reich deutlich sichtbar. Die Slums befinden sich an vielen Ecken der Stadt. Die Einrichtungen, in denen unsere Freiwilligen arbeiten, sind ebenfalls in den Slum-Viertel zu finden. Die Räumlichkeiten sind sehr schlicht, es werden pro Einrichtung ca. zehn Kinder unterrichtet. Die Kinder sind sehr aufgeweckt und neugierig. Die meisten kommen aus Familien, in denen Analphabetismus überwiegt. Diese Einrichtungen geben den Kindern die Möglichkeit, Schulbildung als Bestandteil ihrer Zukunft in Betracht zuziehen. Eine weitere Aufgabe der Freiwilligen ist es, die Eltern über die Wichtigkeit bzw. Notwendigkeit von informeller Bildung aufzuklären. Teilweise nutzen auch einige Mütter das Angebot der Einrichtungen, um im Erwachsenenalter ihre ‚versäumte’ Bildung nachzuholen.

Ein suesser Junge

Am Tag der Kinder haben die Freiwilligen Kekse verteilt

Die Volontäre, die aus allen Ecken dieser Welt stammen, bewohnen gemeinsam ein großes Haus. Obwohl sie an verschiedenen Projekten teilnehmen, werden die Mahlzeiten immer zusammen eingenommen. Für das Essen sorgt eine Dame mit ihrer Gehilfin. Pünktlich steht das Essen im Esszimmer des Hauses bereit, wo alle Freiwillige zusammenkommen. Dieses Beisammensein ist die beste Gelegenheit, sich kennenzulernen und sich auszutauschen. Die Wochenenden werden oft dazu genutzt, gemeinsame Ausflüge zu machen wie zum Beispiel nach Agra oder Mumbai. Ich durfte an dem Tag gemeinsam mit den Freiwilligen essen und sie berichteten mir über ihren Aufenthalt in Jaipur. Alle waren überrascht, dass es auch in Jaipur sehr kalt werden kann und waren verärgert, dass sie keine Jacken im Gepäck hatten. Ich habe auch mitbekommen, dass es am frühen Morgen und am Abend recht frisch sein kann. Es empfiehlt sich also, eine Übergangsjacke mitzunehmen. Natürlich war Sicherheit eins die wichtigsten Themen, welches wir am Tisch diskutiert haben. Die Mädchen haben mich versichert, dass sie sich noch zu keinem Zeitpunkt unsicher gefüllt haben und dass die Bewohner sehr offen gegenüber Fremden sind.

Eine Kindertagesstätte in Indien

Sinidu trifft sich mit unserem Partner in Indien

Eine Hochzeit aus Tausendundeiner Nacht

Zur Krönung meines Aufenthaltes durfte ich an einer indischen Hochzeit teilnehmen, die, wie dort üblich, mehrere Tage andauerte. Am ersten Tag fand ein Henna-Abend im Haus des Bräutigams statt, an dem die Frauen die Hände mit Henna angemalt haben und wo sehr viel getanzt wurde. Am zweiten Abend fand die Verlobung statt. Die Ringe wurden ausgetauscht und es wurde wieder, bis in die frühen Morgenstunden, getanzt, gegessen und getrunken. Die eigentliche Hochzeit fand am dritten Tag unter freiem Himmel statt. Hierfür wurde ein großes Zelt aufgestellt, das uns an Geschichten aus Tausendundeiner Nacht erinnerte. Die Frauen in ihren bunten und reich verzierten Saris, die Männer in ihren eleganten Kurtas, die farbenfrohe Dekoration, die Musik – man verliert sich ein wenig und ich musste mich immer wieder daran erinnern, dass ich nicht träume.

Gemalte Hände vom Hanna Abend

Da war ziemlich viel rot!

Natürlich sind zwei Wochen zu kurz, um ein Land kennenzulernen. Dennoch haben mich das Land und die Menschen so verzaubert, dass ein Teil von mir dort geblieben ist. Wie Herrmann Hesse einst sagte ‚Wer einmal nicht nur mit den Augen, sondern mit der Seele in Indien gewesen ist, dem bleibt es ein Heimwehland.’ Ich kann es kaum erwarten, das Land und meine neu gewonnenen Freunde wieder zu besuchen.

Ein schöner Abschluss...

- Sinidu Tsegaye

Kann man während seiner Zeit als Au-Pair Besuch aus der Heimat bekommen?

von Judith Liehr

Immer wieder ein Thema: Freund/Freundin/Eltern – sollte man solche Familienbesuche als Au-Pair im Ausland einplanen?

Wir erleben immer wieder einmal die Situation, dass Au-Pairs bereits vor ihrer Abreise ins Ausland fest einplanen, dort Besuch von ihrem Freund/Freundin oder auch Familie zu bekommen. In diesem Falle wird das dann auch gerne direkt im Brief an die Gastfamilie oder im Bewerbungsbogen angegeben. Das ist nicht unbedingt eine wirklich gute Idee: Stellen Sie sich vor, Sie seien eine Gastfamilie und hätten eine solche Bewerbung vor sich liegen – was würden Sie annehmen? In solchen Fällen wird selbstverständlich sofort angenommen, dass die Person u.U. Schwierigkeiten damit haben wird, sich von der Familie, Freund/in zu trennen und eventuell ganz besonders unter Heimweh leiden wird, was im Schlimmsten Falle mit einem vorzeitigen Abbruch des Au-Pair-Aufenthaltes enden könnte. Dieses Risiko möchte man natürlich vermeiden, deswegen wird sich eine Gastfamilie dann im Zweifelsfalle für ein anderes Au-Pair entscheiden. Das heißt natürlich nicht, dass man als Au-Pair im Ausland keinen Besuch haben darf, Sie sollten hierbei nur ein paar Dinge beachten bzw. bedenken.

Der richtige Zeitpunkt für einen Besuch

Sie sollten Besuche aus der Heimat generell nicht gleich in den ersten Wochen Ihres Auslandsaufenthaltes einplanen. Es dauert immer ein bisschen, sich einzuleben und auch sich mit dem üblichen Heimweh zu arrangieren – das ist ganz normal. Auch können Sie Ihrem Besuch alles Interessante/Sehenswerte in der neuen Umgebung sehr viel besser zeigen, wenn Sie schon eine Weile im Ausland sind und sich selbst besser auskennen. Selbstverständlich sollten Sie dies auch mit Ihrer Gastfamilie absprechen, bzw. einen Zeitpunkt wählen, zu dem Sie möglichst viel Freizeit haben können, um dann eben auch Zeit mit Ihrem Besuch verbringen zu können. Sinnvoll ist es aber, ein solches Gespräch mit der Gastfamilie persönlich zu führen, also entweder vor Ihrer Abreise, wenn Sie beispielsweise skypen, oder aber wenn Sie bereits vor Ort sind.

Unterbringung Ihres Besuches

Sie können prinzipiell nicht davon ausgehen, dass Ihre Gastfamilie bereit ist, Ihren Besuch zu beherbergen und zu verpflegen. Im Einzelfall wird das eventuell möglich sein und die eine oder andere Familie wird das sicherlich auch anbieten. Sie sollten sich aber, wenn Sie ein solches Angebot annehmen, zuvor davon überzeugen, dass die Familie wirklich die räumlichen Möglichkeiten hat und sich nicht gestört fühlen wird. Sinnvoller ist es, sich nach einem günstigen Hotel oder eine Pension in der Nähe Ihrer Gastfamilie umzuschauen. So kann Ihr Besuch den Urlaub sicherlich auch sehr viel unbeschwerter genießen.

Planen Sie also umsichtig, sollten Sie während Ihrer Au-Pair-Zeit im Ausland Besuch aus der Heimat haben wollen – dann dürfte dem nichts im Wege stehen!

Die Suche nach einem Au-Pair mit Führerschein

von Judith Liehr

Viele Gastfamilien wünschen sich, dass ihr zukünftiges Au-Pair eine gültige Fahrerlaubnis haben soll – was ist hier zu beachten?

Gerade Familien, die in eher ländlichen Regionen, eventuell auch mit ungünstiger Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel leben, ist es erfahrungsgemäß recht wichtig, dass ihr Au-Pair mobil ist. Gründe dafür sind natürlich, dass zuweilen Kinder Bring- oder Holdienste übernommen werden sollen, aber auch, damit das Au-Pair die Möglichkeit hat, Sprachkurse unkompliziert zu besuchen, oder in der Freizeit selbstständig etwas zu unternehmen. Oft haben Gasteltern eben einfach nicht die Zeit, noch zusätzliche Fahrten zu organisieren.

Sollten Sie zu diesen Familien zählen, so empfehle ich, bereits im Vorfeld zu überlegen, ob ein Führerschein wirklich unabdingbar ist. Dies könnte nämlich die Suche nach dem passenden Au-Pair durchaus einschränken. In vielen Ländern außerhalb Europas ist es nämlich durchaus noch nicht Usus, dass jeder Mensch mit Erreichen der Volljährigkeit einen Führerschein erwirbt – ganz besonders dann nicht, wenn es sich um Frauen handelt. Das heißt natürlich nicht, dass es keine weiblichen Au-Pairs mit Führerschein gibt, es sind nur eben nicht so viele. Sie könnten in diesem Zusammenhang auch überdenken, ob eventuell ein männliches Au-Pair für Ihre Familie in Frage käme – die meisten männlichen Bewerber haben nämlich einen Führerschein. Sie sollten ebenfalls wissen, dass man mit einer ausländische Fahrerlaubnis bzw. einem Internationalen Führerschein zunächst nur ein halbes Jahr hier Auto fahren darf. Diese Frist können Sie allerdings bei Ihrer zuständigen Führerscheinstelle verlängern - das funktioniert i.d.R. auch, man sollte es nur nicht versäumen.

Nachfolgend noch ein paar Tipps zu diesem Thema:

Hat das Au-Pair Fahrpraxis?

Ebenso wie es immer wieder Au-Pairs gibt, die zwar über Fahrpraxis verfügen, allerdings aber nicht über eine gültige Fahrerlaubnis (!), gibt es auch junge Leute, die einen Führerschein haben, aber keine oder fast keine Fahrpraxis. Sie sollten daher bereits im Vorfeld mit Bewerbern/innen abklären, ob und über wie viel Fahrpraxis er/sie verfügt. Hierzulande bekommen zwar sehr viele Fahranfänger/innen von ihren Eltern ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt, das ist aber bei weitem nicht überall so. Denken Sie daran zu fragen, ob er/sie auch ein Schaltgetriebe bedienen kann, vielerorts wird mehr Automatik gefahren. Auch sollten Sie, je nachdem wo Sie selbst wohnen und wohin Ihr Au-Pair fahren sollte, nachfragen, ob er/sie auch im Stadtverkehr fahren kann. Nach Einreise Ihres Au-Pairs sollten Sie ihn/sie zunächst im Auto mitnehmen und später die eine oder andere Fahrt als Beifahrer gemeinsam unternehmen. So kann Ihr Au-Pair Sicherheit im Straßenverkehr gewinnen und Sie können sich ein Bild über die Fahrsicherheit machen. Sollten Sie im Zweifel sein, so empfiehlt es sich, u.U. in die eine oder andere Fahrstunde zu investieren.
Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich beispielsweise Folgendes berichten: Eine junge Dame aus einem europäischen Nachbarland, welche in meiner Familie als Au-Pair war, hatte sowohl einen Führerschein, als auch bereits Fahrpraxis. So dachte ich, es könne ja nett sein, wenn sie meinen Sohn hin und wieder fahren könnte. Ich brach also völlig unbedarft zu einer Probefahrt mit ihr auf. Kaum befanden wir uns allerdings auf einer Schnellstraße, hatte ich das Gefühl, als säße ich neben einem semi-professionellen Rennfahrer – damit war ihre „Fahrkarriere", zumindest in unserer Familie, augenblicklich beendet! : )

Nicht dass Ihr Au-Pair Autorennen fahren will...

Regelung über PWK-Nutzung und Benzinkosten mit Ihrem Au-Pair

Klären Sie gleich zu Beginn, ob und in welchem Umfang Ihr Au-Pair das Auto „privat" nutzen darf. Sollte Ihr Au-Pair das Fahrzeug zum Einkaufen für die Gastfamilie, oder zum Transport der Kinder nutzen, so müssen Sie selbstverständlich anfallenden Benzinkosten tragen. Ebenso sollten Sie für Fahrten zum Sprachkurs aufkommen. Nutzt Ihr Au-Pair das Fahrzeug hingegen in der Freizeit oder zu eigenen Ausflügen, so gehen die Spritkosten allerdings zu eigenen Lasten. Es empfiehlt sich an dieser Stelle beispielsweise einen monatlichen Freibetrag an privat gefahrenen Kilometern zu vereinbaren.

Kfz-Versicherung für Ihr Au-Pair

Sie sollten es nicht versäumen bei Ihrer Versicherung anzufragen, was genau getan werden muss, damit etwaige Schäden, die Ihr Au-Pair verursachen könnte, wenn er/sie mit Ihrem Fahrzeug unterwegs ist, übernommen werden. Evtl. muss Ihre Police (z.B. Alters des jüngsten Fahrers) entsprechend geändert werden, oder es ist ratsam eine Vollkaskoversicherung abzuschließen. All das muss unbedingt geklärt sein, bevor sich Ihr Au-Pair das erste Mal ans Steuer setzt.

Generell empfehle ich unseren Gastfamilien wirklich genau zu prüfen, ob Ihr Au-Pair tatsächlich hier Auto fahren muss. Es gibt nämlich, wie Sie sehen, recht viel zu beachten und abzuwägen. Wir alle hier (einschließlich unserer Kinder) sind sehr daran gewöhnt, die allermeisten Wege per Auto zurückzulegen, selbst wenn durchaus akzeptable öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung stehen – das ist aber nicht überall auf der Welt so. So ist es durchaus denkbar, dass Ihr zukünftiges Au-Pair kein Problem damit haben würde, Bus oder Bahn zu benutzen – auch um ein Kind abzuholen, oder ein paar Kleinigkeiten einzukaufen.

Tipps für kostensparendes und nachhaltiges Reisen

von Judith Liehr

Wie finde ich den billigsten Flug? Worauf sollte ich in Punkto Umweltverträglichkeit achten?

Wir werden von unseren Programmteilnehmern, vor allem von unseren Freiwilligen, immer wieder nach Tipps zum Thema günstiges und nachhaltiges Reisen gefragt. Ich erstelle daher heute eine kleine Liste, die natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Anreise ins Gastland

Die allermeisten unserer Programmteilnehmer reisen per Flugzeug ins Ausland. Hier empfiehlt es sich wirklich, so zeitig wie möglich einen entsprechenden Flug zu buchen, da die Preise, je näher das Abreisedatum rückt, immer höher werden. Sie sollten auch einigermaßen flexibel im Abreisedatum sein – manchmal ist es deutlich günstiger evtl. einen oder zwei Tage vor Programmantritt zu fliegen und diese Tage dann eben für sich selbst zu nutzen. Ebenso ist es oft besser, dienstags oder mittwochs zu fliegen, als am Wochenende – sollten Sie als Au-Pair ins Ausland reisen, so besprechen Sie das am besten mit Ihrer Gastfamilie. Vergleichen Sie ruhig die Angebote entsprechender Portale und buchen Sie sofort, wenn Sie einen wirklich günstigen Flug gefunden haben. Bei uns, in der Frankfurter Region, kann man u.U. auch sehr gute Angebote für einen Flug bekommen, wenn man einfach direkt zum Flughafen fährt und sich dort bei den verschiedenen Anbietern erkundigt – prüfen Sie, ob es solche Möglichkeiten in Ihrer Region auch gibt.

Verkehrsmittel im Gastland

Es ist generell günstiger öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, anstatt Touristenbusse oder Taxen – das gilt natürlich auch im Ausland. Dies erfordert zuweilen ein bisschen mehr Planung, zahlt sich am Ende aber in barer Münze aus. Ihre Gastfamilie, oder auch unsere Partnerorganisationen vor Ort helfen Ihnen sicherlich mit Informationen zum lokalen Verkehrssystem weiter. Sollten Sie Ausflüge im Gastland planen, suchen Sie sich Gleichgesinnte vor Ort und mieten Sie evtl. gemeinsam ein Auto. Das ist nicht nur preiswerter, es ist zudem noch umweltfreundlich. Haben Sie daran gedacht, sich mit dem Fahrrad fortzubewegen? Auch das ist oftmals eine sehr gute (und außerdem noch gesunde) Methode, sich fortzubewegen – man entdeckt auf diese Weise oft mehr, als führe man nur einfach daran vorbei.

Essen und einkaufen gehen im Gastland

Sie sollten sich im Gastland an Lokale halten, die von Einheimischen besucht werden. Sie besitzen Ortkenntnis und wissen natürlich auch, wo man in Ihrer Stadt/Gegend gut bzw. günstig essen kann. Solche Lokale liegen üblicherweise abseits der Touristenhochburgen und Sie haben die Gelegenheit traditionelle Landesspeisen in guter Qualität kennenzulernen. Das gleiche gilt für Ihre Einkäufe, welcher Art auch immer: es müssen nicht unbedingt große Ketten, oder gar Anbieter, die Ihnen bereits vertraut sind, sein – suchen Sie ruhig auch kleine Läden abseits der Touristenpfade auf. Das schont nicht nur Ihre Kasse, Sie unterstützen damit in jedem Falle auch die lokale Wirtschaft.

Kultur im Gastland

Das muss nicht zwangsläufig teuer sein. Oftmals ist beispielsweise der Besuch staatlicher Museen kostenlos. Generell ist es sinnvoll, wenn Sie sich vor Ort ein Verzeichnis von Veranstaltungen/Ausstellung o.ä. verschaffen – sehr oft gibt es beispielsweise einen Tag der Woche, an dem man sehr viele Dinge kostenlos besuchen bzw. besichtigen kann. Sie planen eine Stadtrundfahrt im Ausland? Erkundigen Sie sich alternativ nach einem ganz normalen, öffentlichen Bus, der wichtige Punkte anfährt – Sie sehen sicherlich ebenso viel und können mit einer Tageskarte aus- und wieder einsteigen, wann immer es Ihnen gefällt.

Zum Schluss noch zwei kleine Hinweise: Sondermüll, wie beispielsweise Batterien, kann in vielen Ländern noch nicht umweltgerecht entsorgt werden. Sie sollten dies bereits beim Zusammenstellen Ihres Gepäcks berücksichtigen und ggf. auf die Mitnahme verzichten. Auch sollten Sie bedenken, dass nicht überall auf der Welt, Abwasser so geklärt werden kann, wie bei uns – nehmen Sie daher nach Möglichkeit biologisch abbaubare Wasch- und Pflegeprodukte mit.

Über weitere Tipps, speziell zu diesem Thema, würde ich mich selbstverständlich freuen!

Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Au-Pair-Aufenthalt?

von Judith Liehr

Gleich nach dem Abitur, direkt nach der Ausbildung, dem Studium – im Sommer, oder zu einem anderen Zeitpunkt im Jahr ...

Die Frage nach dem besten Zeitpunkt stellt man uns natürlich sehr oft. Es gibt hierzu natürlich sehr unterschiedliche Antworten und Möglichkeiten, deswegen möchte ich versuchen, an dieser Stelle möglichst alles für Sie aufzulisten.

Au-Pair-Aufenthalt nach dem Abitur

Das ist genau der Zeitpunkt, zu dem sich die meisten Programmteilnehmer für einen Auslandsaufenthalt als Au-Pair entscheiden. Viele wissen noch nicht wirklich, was sie studieren, oder welche Ausbildung sie machen wollen. Ein Au-Pair-Aufenthalt kann durchaus auch als Zeit zur Orientierung nützlich sein, abgesehen davon, dass fundierte Fremdsprachenkenntnisse prinzipiell nur vorteilhaft sind – egal was man anschließend machen möchte. Wichtig zu wissen ist an dieser Stelle, dass es quasi unmöglich ist, vor Erreichen des 18. Lebensjahres als Au-Pair ins Ausland zu gehen (dies als Hinweis für alle, die die Schule mit G8 abschließen). Sollten Sie planen, direkt nach dem Abitur als Au-Pair ins Ausland gehen zu wollen, dann bedenken Sie, dass Sie ganz bestimmt sehr viele „Mitwettbewerber/innen" haben werden und machen Sie sich rechtzeitig daran, Ihre Bewerbung „aufzuwerten". Sammeln Sie frühzeitig Kinderbetreuungserfahrung und machen Sie, wenn möglich, Ihren Führerschein.

Au-Pair-Aufenthalt nach der Ausbildung

Wer beispielsweise nicht vom Ausbildungsbetrieb übernommen wurde, sich umorientieren oder Fremdsprachenkenntnisse „aufpolieren" möchte, für die/den ist dieser Zeitpunkt definitiv auch sehr geeignet. Die Gelegenheit zu einem längeren Auslandsaufenthalt als Au-Pair wird sich später, wenn man in „Lohn und Brot" steht, nicht mehr so einfach bieten. Vorteilhaft an diesem Zeitpunkt ist auch, dass die meisten Bewerber/innen mit einer Berufsausbildung eben nicht mehr 18 oder 19 Jahre alt sind, sondern schon Anfang 20 und viele Gastfamilien davon ausgehen, dass Sie zu diesem Zeitpunkt schon etwas erfahrener sind. In manchen Ländern, wie beispielsweise England, ist auch die Kfz-Versicherung für Gastfamilien, die ihr Au-Pair fahren lassen wollen oder müssen, deutlich günstiger, wenn das Au-Pair älter ist als 21 Jahre.

Au-Pair-Aufenthalt nach dem Studium

Genau wie bei einer Ausbildung, besteht auch nach einem Studium quasi die letzte Chance zu einem längeren Aufenthalt im Ausland als Au-Pair. Bewerber/innen die Fremdsprachen studiert, oder einen Studiengang im pädagogischen Bereich abgeschlossen haben, sind selbstverständlich bei den Gastfamilien generell sehr beliebt. Aber auch während des Studiums, beispielsweise in der Zeit eines Urlaubs- oder Wartesemesters lässt sich ein solches Programm oftmals durchaus sinnvoll einplanen.

Man kann jederzeit als Au-Pair ins Ausland gehen!

Der beste Zeitpunkt im Jahr für eine Au-Pair-Bewerbung

Gleich vorweg: „den besten Zeitpunkt" per se gibt es nicht. Die allermeisten Au-Pair-Aufenthalte starten natürlich in den Monaten Juli bis September – man kann dieses Programm aber durchaus auch zu jedem anderen Zeitpunkt im Jahr starten. Die einzige Ausnahme ist der Monat Dezember; ein mögliches Startdatum ist hier lediglich gleich zum Monatsbeginn, ansonsten dann wieder ab Anfang Januar darauf. Hintergrund ist natürlich die Weihnachtszeit und der Jahreswechsel, es gibt fast keine Gastfamilie, die zu diesem Zeitpunkt ein Au-Pair einladen möchte. Prinzipiell ist es sinnvoll, sich frühzeitig zu bewerben – d.h. beispielsweise, wer im Frühjahr Abitur macht und dann ab Sommer ausreisen möchte, sollte sich am Besten schon vor den Abiturprüfungen bewerben. Gerade für die Au-Pair-Aufenthalte in den USA, der Türkei oder nach China, sollte man sich mindestens drei Monate vor geplanter Abreise bewerben. Eines gilt es allerdings ebenfalls zu berücksichtigen: nicht überall auf der Welt und immer wird so langfristig geplant, wie bei uns in Deutschland! Seien Sie also nicht enttäuscht, wenn Sie sich beispielsweise im Februar für einen Au-Pair-Aufenthalt in Spanien ab August bewerben und erst im Juni eine passende Gastfamilie gefunden wird – das ist nicht unüblich. Ein weiterer Punkt, über den Sie sich im Klaren sein sollten, sind Ferienzeiten – so ist der August beispielsweise in Frankreich und Spanien weitestgehend ein Urlaubsmonat und viele Gastfamilien laden ein Au-Pair entweder eben vorher, oder auch danach ein.

Das Au-Pair Programm ist nach wie vor eines der beliebtesten Kulturaustauschprogramme überhaupt. Wann auch immer - Sie werden ihr eigenes Zeitfenster sicherlich finden. :)

Erwartungen an Au-Pairs aus Nepal

von Judith Liehr

Sie kommen aus dem durchschnittlich höchstgelegenen Land der Erde, das bei uns in erster Linie als Inbegriff für ganz besondere trekking-Touren gilt.

Nepal ist ein Vielvölkerstaat, es leben dort etwa 30 Millionen Menschen, die sich auf über 30 verschiedene Volksstämme und –gruppen aufteilen. Es existieren zwei große Religionen nebeneinander, nämlich der Hinduismus und der Buddhismus. Bereits seit dem Jahr 1963 sind soziale Unterscheidungen aufgrund von Kastenzugehörigkeiten in Nepal bereits verboten, noch immer aber bestimmt dieses System sehr oft den Alltag der Menschen. Im Vergleich zu vielen anderen Ländern Asiens ist die Alphabetisierungsrate des Landes relativ gering – sie liegt bei den Erwachsenen nur etwa 50%. Es gibt zwar eine allgemeine Grundschulpflicht, aber viele Kinder können nicht am Schulunterricht teilnehmen, da sie im Haushalt helfen, oder zusätzliches Geld für die Familie verdienen müssen. Allerdings ist die Einschulungsquote, besonders in den vergangenen Jahren, inzwischen auf rund 95% angestiegen. Besonders Frauen haben es aber nach wie vor schwer, Zugang zu Bildung zu erlangen. Es sind zwar auch hier Fortschritte zu verzeichnen, aber nach wie vor werden Mädchen öfter gar nicht erst eingeschult, oder müssen die Schule frühzeitig verlassen.

Das Kathmandu-Tal mit der Doppelstadt Kathmandu/Lalitpur (Patan) ist nach wie vor das größte Bevölkerungszentrum Nepals. Genau dort sind auch unsere Partnerorganisationen ansässig, die ich hier zu Wort kommen lasse, um Ihnen einen kleinen Eindruck von den Au-Pairs aus Nepal zu vermitteln.

Wie bereiten sich die Au-Pairs auf den Aufenthalt in Deutschland vor und wie lange dauert der ganze Vorbereitungsprozess in etwa?

„Die zukünftigen Au-Pairs besuchen meist etwa ein halbes Jahre lang zunächst unseren Sprachkurs. Innerhalb des Kurses sprechen wir dann auch über kulturelle Unterschiede zwischen deutschen und nepalesischen Familien. Es ist uns sehr wichtig, das die jungen Leute wissen, dass es sich hier um ein Kulturaustauschprogramm handelt, in dem sie die Möglichkeit haben, eine andere Kultur, eine Fremdsprache, unterschiedliche Lebensstile und generell die Lebensart der Menschen in Deutschland kennenzulernen. Manche Dinge scheinen recht einfach und belanglos zu sein, aber zu den Reisevorbereitungen gehört auch, dass die Au-Pairs sich mit ausreichend warmer Kleidung versorgen müssen, bevor sie nach Deutschland aufbrechen. Sie können sich oftmals nicht vorstellen wie es ist, in einem Land zu leben, in dem es, im Vergleich zu ihrer eigenen Heimat meist eher kalt ist."

Was sind wichtige kulturelle Unterschiede, die man als Gastfamilie kennen sollte, wenn man ein Au-Pair aus Nepal einlädt?

„Wir versuchen, den Au-Pairs zu erklären, dass in einer deutschen Gastfamilie Offenheit in der Kommunikation untereinander einen hohen Stellenwert hat. Viele der jungen Damen sind das so von Haus aus nicht wirklich gewohnt. Auch Pünktlichkeit ist ein Thema, das wir immer wieder besprechen – in Deutschland ist das ja nun wirklich ein „Muss", aber auch das kennen viele junge Leute hier in der Form nicht. Es gibt in Nepal eine ganze Reihe von Festlichkeiten, die gefeiert werden und zwar unabhängig davon, welcher Glaubensgemeinschaft man angehört. Manche Au-Pairs vermissen das während der Zeit, die sie im Ausland sind. Gastfamilien sollten ihre Au-Pairs danach fragen – einige dieser Festivitäten sind wirklich etwas ganz besonderes."

Ein Au-Pair aus Nepal in landestypischer Tracht

Gibt es Unterschiede in der Kinderbetreuung?

„Wichtig für deutsche Gastfamilien ist es sicherlich zu wissen, dass in Nepal kaum junge Menschen zu finden sind, die keine Erfahrung in der Kinderbetreuung haben. Da die meisten Menschen hier sich keine andere Form der Kinderbetreuung leisten können, kümmert sich jeder innerhalb eines großen bzw. weiteren Familienverbandes um die Kinder, die oder der dazu Zeit und Gelegenheit hat – und zwar immer dann, wenn Eltern Hilfe bei der Betreuung ihrer Kinder benötigen, weil sie z.B. arbeiten. In den vergangenen zwei bis drei Jahren sind Montessori-Einrichtungen in den Städten in Nepal recht populär geworden. Viele Eltern schicken ihre Kinder nun in solche Kindergärten und Schulen und eine ganze Reihe unserer Au-Pair-Bewerberinnen absolvieren dort Praktika."

Wo sind Unterschiede in der Ernährung zu finden?

„Die Menschen in Deutschland essen relativ viel Brot. Das ist hier in Nepal so nicht üblich. Viele Au-Pairs müssen sich daran erst gewöhnen. In Nepal wird sehr viel Reis und „Dal" gegessen – letzteres ist ein Gericht aus Hülsenfrüchten (z.B. Linsen oder Kichererbsen), welches sehr würzig ist. Das ist schon der nächste, große Unterschied sind die Gewürze: die Speisen in Nepal sind eigentlich so ziemlich all sehr viel würziger, als in Deutschland."

Was versprechen sich die Au-pairs von einem Aufenthalt in Deutschland?

„An erster Stelle steht für die meisten natürlich der Erwerb von Fremdsprachenkenntnissen. Auch möchten unsere jungen Leute gerne eine andere Lebensart kennenlernen, ganz besonders eben die Dinge, für die Deutschland bekannt ist, wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Für viele ist es natürlich ein Traum Europa zu besuchen, wirklich selbstständig und unabhängig zu werden. Sie erhoffen sich, von all dem etwas für ihre Zukunft mitnehmen zu können. Die eine oder andere möchte anschließend vielleicht in Europa studieren oder ein weiteres Jahr als Au-Pair in einem Land wie den USA oder Kanada verbringen."

Sollten Sie sich dazu entschließen, ein Au-Pair aus Nepal einzuladen, so bin ich ganz sicher, dass Sie im Laufe des Jahres noch sehr viel mehr Interessantes über die Kultur und das Leben der Menschen im „Land der topografischen Extreme" erfahren werden.

Freiwilligenarbeit in Kanada - ein Erfahrungsbericht

von Judith Liehr

In diesem Beitrag können Sie nachlesen, wie eine unserer Freiwilligen ihre Zeit im Banff National Park erlebt hat.

Ich hatte vor an einem Freiwilligenprogramm im Ausland teilzunehmen –doch was ich machen wollte, oder wohin es gehen sollte, das wusste ich selbst nicht so genau. So surfte ich etwas ziellos durchs Internet und sah mir so dies und das an. Als ich die großartigen Fotos von den kanadischen Rocky Mountains sah, war es um mich geschehen. Ich wusste, da –und nur da –wollte ich hin!

Ein paar Monate später reiste ich tatsächlich nach Kanada in den Banff National Park, der mitten in den Bergen liegt. Dort traf ich auf fünf weitere international Freiwillige, mit denen ich für die Programmdauer zusammen wohnen würde. Am Anfang waren wir alle sehr aufgeregt, denn keiner wusste so wirklich, was auf uns zu kommen würde. Dazu kam noch, dass am Tag unserer Anreise ein junger Mann von einem Puma attackiert worden war. Wir waren geschockt: 1. Weil uns bewusst wurde, dass das hier echte Wildnis war, und 2. Weil wir noch nicht einmal gewusst hatte, dass es hier Pumas gab!
Doch unsere anfängliche Furcht verblasste bald:
In den ersten Tagen absolvierten wir ein hervorragendes Trainingsprogramm, bei dem wir nicht nur alles Wichtige lernten, sondern auch viel Spaß hatten. Die engagierten Verantwortlichen vor Ort nahmen sich sehr viel Zeit und gingen auf unsere Fragen ein. Man konnte spüren, wie sehr die Parkangestellten ihren Park und ihre Arbeit lieben. Diese Freude und diesen Stolz an uns Freiwillige zu übertragen, macht den Kern des Projektes aus. Als Freiwilliger soll man zum Botschafter des Parks werden.
Nach den Orientierungstagen, fühlten wir uns sehr gut vorbereitet. Darüber hinaus war es beruhigend, dass wir nie alleine losgeschickt wurden. Wir Freiwilligen waren immer zusammen eingeteilt und bekamen außerdem einen total netten Programmkoordinator an die Seite gestellt. Sicherheit stand immer an erster Stelle. Wir fühlten uns allzeit sehr gut aufgehoben.

Widder auf der Landstraße...

Da ich mir die Arbeit sehr hart vorgestellt hatte, wurde ich positiv überrascht: Mit einem gewissen Maß an Grundfitness konnte man alles gut bewältigen. Das Arbeitsprogramm war außerdem sehr abwechslungsreich: Wanderwege kontrollieren, Wildtierzäune ausbessern, Müll aufsammeln, in der Touristeninformation helfen, invasive Pflanzen entfernen, Bänke restaurieren... Es wurde wirklich nie langweilig!
Des Weiteren darf man nie vergessen, in was für einer Szenerie man arbeitet: Die Landschaft ist einfach wunderschön! Und sogar Müllaufsammelaktionen bekommen einen ganz neuen Reiz, wenn man dabei auf Elche und Bären trifft!
Neben der Arbeit, war auch immer für Spaß gesorgt. Es wurde immer darauf geachtet, dass wir die Highlights des Parks nicht verpassten. So wurden für uns Fotostopps eingelegt oder extra Wanderungen unternommen.

In unserer Freizeit nahmen wir an Kurs- und Freizeitangeboten im Ort teil. Banff zeichnet sich durch ein sehr aktives Gemeindeleben aus. Dort ist immer etwas los! Die Leute sind super aufgeschlossen und nett, sodass man schnell Anschluss findet und viel erleben kann. Ein weiterer Vorteil des Programms ist, dass man ein Fahrrad zur Verfügung gestellt bekommt. Auf diese Weise kann man schnell in den Ort radeln, kleinere Besorgungen erledigen oder einfach die Gegend erkunden.
An den freien Tagen kann man auch etwas Größeres unternehmen. Wir sind zum Beispiel campen gegangen und haben an einer Rafting-Tour teilgenommen.

Das Programm lebt jedoch nicht nur von der atemberaubenden Natur und den neuen Arbeitserfahrungen, sondern auch von den Teilnehmern selbst. Als Freiwilliger wird man Teil eines internationalen Teams. Dieses multikulturelle Umfeld macht einen weiteren Reiz aus und lässt einen vieles mit ganz anderen Augen sehen: Mit einer aufgedrehten Koreanerin, die zum ersten Mal in einer Seilbahn sitzt, wird eine Gondelfahrt zu einem ganz neuen Erlebnis.
Da man gemeinsam das ein oder andere „Abenteuer" besteht, entwickelt man bald eine eingeschworene Gemeinschaft.
Als unser Monat vorbei war, waren wir richtig traurig. Am liebsten wären wir gemeinsam den ganzen Sommer in den kanadischen Bergen geblieben!

Du fragst dich, ob dieses Programm auch etwas für dich sein könnte?
Du solltest einigermaßen sportlich und fit sein. Man ist wirklich viel draußen und unternimmt große Wanderungen. Außerdem solltest du gesellig und gerne unter Leuten sein, da man fast nie alleine ist.
Wenn du gerne wanderst, vielseitig interessiert bist und einfach einen perfekten Monat in den Bergen verbringen möchtest, dann bist du hier genau richtig!

Eine schöne Aussicht von Banff

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Hier können Sie sich über das Projekt im Banff National Park informieren!

Erwartungen an einen Auslandsaufenthalt als Au-Pair

von Judith Liehr

Jede/r hat seine/ihre eigenen Vorstellungen davon, wie ein solcher Auslandsaufenthalt aussehen könnte – seien Sie aber realistisch!

Vergangene Woche war ich zufällig Zeugin eines Telefonates, das eine Kollegin mit einer jungen Dame führte, die derzeit als Au-Pair in Frankreich ist. Sie wollte gerne in eine andere Gastfamilie vermittelt werden, wofür sie zwei Gründe genannt hat. Einer davon war, dass sie sich am Vormittag immer so hetzen müsse, um in ihren Sprachkurs zu kommen (den sie wohlgemerkt selbst ausgesucht hatte) und der andere war, dass sie etwa fünf Stunden wöchentlich bei leichten Hausarbeiten helfen müsse (das war vorher mit der Gastfamilie so vereinbart). Sie habe nun eine Freundin gefunden, die auch Au-Pair sei und die überhaupt nicht im Haushalt helfen müsse, dafür habe die Gastfamilie Personal, und genau so eine Familie wolle sie nun auch haben. Das ist schwierig! Vermutlich sogar unmöglich! Eine Gastfamilie, ganz in der Nähe der Sprachschule, mit Personal und mit Kind/ern, die quasi ganztägig in der Schule sind, damit eben auch täglich der Sprachkurs besucht werden kann. Wie viele Familien dieser Art gibt es wohl, die dann überhaupt noch ein Au-Pair einladen? Die Antwort lautet: eher sehr wenige! Dieses Gespräch hat mich aber nun dazu veranlasst, das Thema „Erwartungen" einmal aufzugreifen.

„Mithilfe bei leichten Hausarbeiten" ist Bestandteil des Au-Pair-Programms

Das ist einfach so – mal mehr, mal weniger. Sicher, es gibt eine ganze Reihe von Familien, die noch eine Putzhilfe haben, einfach weil einem Au-Pair in der Tat keine „schwere Hausarbeit" zugemutet werden kann. Dies ist ja kein Arbeits-, sondern ein Kulturaustauschprogramm. Generell aber sollte man bereit sein, auch im Haushalt mit anzupacken – sofern das nicht Bestandteil der Vereinbarung mit der Gastfamilie vor der Platzierung ist, zumindest in dem Maße, das allgemein als üblich angesehen werden kann, sofern man in einer Hausgemeinschaft zusammenlebt. Wir erleben es nach wie vor ab und zu, dass Au-Pairs es (und zwar sowohl Deutsche, als auch Au-Pairs, die aus dem Ausland hierher nach Deutschland kommen) bis zum Antritt ihres „Auslandsabenteuers" gewohnt waren, dass die eigenen Eltern (besser, die Mütter) stets alles im Haushalt für sie mit erledigten. Vergessen Sie das, wenn Sie planen, als Au-Pair ins Ausland zu gehen – das wird definitiv nicht so funktionieren. Gasteltern sind eben nicht Ihre Eltern und genau deswegen in dieser Hinsicht nicht so „leidensfähig" wie diese. Glauben Sie auch nicht alles, was andere Au-Pairs in Ihrem Gastland Ihnen erzählen – jede/r möchte natürlich die allerbeste Gastfamilie und das große Los gezogen haben. All das ist mit Vorsicht zu genießen!

Ein Mädchen mit schlammigen Beinen...

Kinder sind nicht immer nette und umgängliche, kleine Engel!

Nicht immer ist es ganz einfach, Zugang zu ihnen zu finden. Das eine oder andere Kind trauert vielleicht noch dem vorherigen Au-Pair hinterher, ein anderes mag erkannt haben, dass Au-Pairs unter Umständen einfach oftmals eher „Fünfe gerade sein lassen", als die Eltern. Ich habe das alles auch in meiner eigenen Familie erlebt und durchaus auch schon verhaltenes Mitleid mit Au-Pairs meines Sohnes gehabt. „Verhalten" deswegen, weil ich es eigentlich nie versäumt habe, darauf hinzuweisen bzw. zu besprechen, dass es durchaus sinnvoll und wichtig ist, Grenzen zu setzen und auch immer wieder erklärt habe, wie man das tun kann. Es mag auch vorkommen, dass Kinder sich Ihnen ganz einfach offen widersetzen – oder dass Sie selbst einfach keine Lust haben, mit Barbie-Puppen zu spielen. Über solche und ähnliche Dinge sollten Sie sich bereits im Vorfeld im Klaren sein, dann werden Sie ggf. einfacher damit umgehen können. Ganz wichtig ist, dass Sie wirklich eine Affinität zu Kindern haben und sich tatsächlich gerne mit ihnen beschäftigen! Es mag zwar unwahrscheinlich klingen, aber im Laufe der Jahre habe ich es tatsächlich erlebt, dass mich zuweilen der Gedanke bzw. die Frage beschlich, warum die/der eine oder andere Programmteilnehmer/in nicht eine andere Form des Auslandsaufenthaltes gewählt hat. Einfach weil sich herausstellte, dass die Person nicht wirklich kinderlieb war und die Betreuung der Kinder als notwendiges Übel in Kauf nahm. Tun Sie das bitte weder sich selbst, noch den Kindern Ihrer Gastfamilie an!

Sofern Sie also planen, als Au-Pairs ins Ausland zu gehen, sollten Sie sich diese Dinge bewusst machen. Helfen Sie schon eine ganze Weile vorher regelmäßig im Haushalt Ihrer Eltern mit, tun Sie da ruhig auch mal Dinge, die Sie nicht wirklich „gerne" tun (andere Familienmitglieder mögen sie vielleicht auch nicht tun und erledigen sie dennoch). Sofern Sie bislang lediglich Babysitter-Erfahrungen haben, machen Sie doch, sofern Sie die Zeit dazu finden, wenigstens ein paar Tage ein Praktikum in einem Kindergarten. Sie werden dort sicherlich etliche Tipps bekommen können und auch ein Gespür dafür, ob Sie auch nach vielen Stunden noch wirklich Spaß an einer solchen Tätigkeit haben.

Interview mit einer potentiellen Gastfamilie

von Judith Liehr

Was sollte man sagen/fragen und was nicht – wie machen Sie als Au-Pair Bewerber(in) einen guten ersten Eindruck?

Wir sprechen mit unseren zukünftigen Au-Pairs sehr oft über das Thema „erster Skype-Call" mit einer interessierten Gastfamilie. Viele von ihnen sind, verständlicherweise, recht aufgeregt, oder wissen ganz einfach nicht, was genau sie sagen sollen, bzw. was besser nicht. Gerade diese Woche hatte sich eine Gastfamilie aus Irland eben nicht für eine unserer Bewerberinnen entschieden, weil die junge Dame, gleich zu Beginn des Gespräches gefragt hat, ob sie denn ihren Freund mitbringen könne. Das war taktisch natürlich nicht sehr klug – natürlich kann man als Au-Pair auch Besuch aus der Heimat bekommen, allerdings sollte das nicht unbedingt von Anfang an im Vordergrund stehen. Auch könnte die betreffende Gastfamilie nun natürlich vermuten, dass ihr zukünftiges Au-Pair schon im Voraus unter Heimweh/Sehnsucht leidet und das möchte dann natürlich niemand. Eine andere junge Dame wurde von einer potentiellen Gastfamilie abgelehnt, weil sie während dieses Gespräches in erster Linie ihre Arbeitszeiten und die Höhe des Taschengeldes besprechen wollte. Natürlich ist das für sie wichtig, aber andererseits steht genau das meist schon in den Familienunterlagen und genau diese Dinge sind es, die man bei einem Bewerbungsgespräch niemals als allererstes bespricht.

Nachfolgend daher einige Tipps für Ihr erstes Gespräch mit einer interessierten Gastfamilie:

Bereiten Sie sich vor!

Sie erhalten von uns immer ein Profil der Familie, mit der Sie sprechen werden. Die Profile sind mal mehr, mal weniger ausführlich – alle Basisinformationen sind aber in der Regel enthalten. Lesen Sie das bitte gründlich durch, es macht einfach keinen guten Eindruck, wenn Sie Dinge, die dort bereits erwähnt sind, nochmals nachfragen. Sofern Ihnen etwas im Familienprofil unklar ist, fragen Sie gezielt nach. Recherchieren Sie, wo genau die Familie wohnt. Das lässt sich beispielsweise durch Google-Maps sehr einfach bewerkstelligen. Lassen Sie im Gespräch Bemerkungen fallen, aus denen ersichtlich ist, dass Sie sich informiert haben. Sofern Sie die Sprache des Gastlandes noch nicht so gut oder gar nicht können (z.B. Spanien, Türkei, China o.ä.) und das Interview dann in Englisch führen, so punkten Sie aber gewiss mit der einen oder anderen Phrase in dieser Sprache, beispielsweise eine Grußfloskel oder ähnliches.
Zeigen Sie Interesse am Gastland und der Familie

Fragen Sie nach den Hobbies in der Familie, oder gehen Sie auf diese ein, sofern Sie schon Informationen darüber haben. Erzählen Sie, was Sie im/am Gastland besonders interessiert, oder was in der näheren Umgebung der Gastfamilie Sie gerne anschauen/kennenlernen möchten. Fragen Sie nach dem gewöhnlichen Tagesablauf in der Familie und nach den üblichen Aktivitäten der Kinder.

Eine Au-Pair-Bewerberin skypt

Dafür interessieren sich die Familien

Vor allem sind die Familien meist daran interessiert, was Sie sich von einem Auslandsaufenthalt versprechen und ob Sie sich tatsächlich vorstellen können, eine Weile in einem anderen Land und Kulturkreis zu leben. Ebenso wird man eventuell von Ihnen wissen wollen, ob Sie es sich auch zutrauen, etwaige schwierige Situationen mit Kindern zu meistern und was Sie glauben, was ein „gutes Au-Pair" ausmacht. Auf solche Fragen, wie auch Fragen zu Ihren bisherigen Erfahrungen mit Kindern, sollten Sie sich vorbereiten.

Sprechen Sie auch über sich

Erzählen Sie im Verlaufe des Gespräches ruhig auch von sich, Ihrer Familie und Ihren Interessen. Die Familie möchte Sie ja auch kennenlernen. Sollten Sie einen Freund (eine Freundin) haben, so können Sie das natürlich auch sagen – allerdings sollten Sie deutlich machen, dass sich darüber im Klaren sind, dass Sie diese Person für eine Weile nicht sehen werden. Natürlich sind Besuche durchaus möglich, das ist aber etwas, das man zu einem späteren Zeitpunkt bespricht und plant.

Es ist keineswegs schädlich, sich vor dem Gespräch ein paar Notizen zu machen – Sie werden sich dann bestimmt sicherer fühlen. Wir stellen unseren Programmteilnehmern auch gerne eine Liste von üblichen Fragen, sowohl in Englisch, als auch in Französisch zur Verfügung.

Ein halbes Jahr als Au Pair in China

von Judith Liehr

Unsere Programmteilnehmerin Mareike Kleinböhl hat mit diesem Essay den Titel „Au-Pair des Jahres 2013" des Deutschen Bundesverbandes (APSeV) im Bereich Outgoing gewonnen.

Die Preisverleihung fand am 28. September während der Jahreshauptversammlung des Verbandes in Bad Homburg statt. Mareike hat uns gestattet ihren Essay in unserem Blog zu veröffentlichen, um unseren Leserinnen und Lesern einen Einblick in das Leben als Au-Pair in China zu ermöglichen. Viel Spaß beim Lesen!

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Mareike在北京 (Mareike in Peking)

"Als ich am 31.11.2012 in den Flieger am Frankfurter Flughafen stieg, dachte ich, dass ich ungefähr wüsste, was mich in Chinas Hauptstadt Peking erwarten würde. Immerhin hatte ich dort schon einmal im Rahmen eines Schulpraktikums für einen Monat in einer Gastfamilie gelebt und auch bereits drei Jahre lang Chinesisch gelernt. Doch wie in so vielen anderen Städten in China bleibt auch die Zeit in Peking nicht stehen. Hier nun ein paar Zahlen zum Vergleich:
Während Berlin mit 892km2 und 3,29 Millionen Einwohnern die größte Stadt Deutschlands ist, nannte Peking im Jahr 2012 stolze 16.800km2 und 20, 7 Millionen Einwohner sein Eigen. Erst als ich nun zum zweiten Mal in dieser Stadt lebte, wurde mir diese Dimension erst richtig bewusst. Wenn man wie ich aus einer deutschen Großstadt wie Wiesbaden kommt, kann man sich diese Größe, gerade wenn man in Peking häufig in der U-Bahn unterwegs war, kaum vorstellen. Und doch stand ich eines Tages an einem mir noch unbekannten Ende der Stadt und sagte zu meiner kanadischen
Au Pair-Freundin: „Mir war das nie so bewusst, aber dieser Ort ist ja riesig!"
Allerdings hätte ich gedacht, dass gerade ein solch boomendes Land wie China in den zwei Jahren, in denen ich nicht hier war, doch eine größere Veränderung in Sachen Behandlung von Ausländern durchgemacht hätte. Nicht, dass man in irgendeiner Form unfreundlich an uns heran gegangen wäre – ganz im Gegenteil: Ich wurde erstaunlich häufig auf der Straße angesprochen, ob man nicht mit mir ein Foto machen könne, weil meine Haare blond, meine Haut recht blass und meine Augen blau seien, ich also wunderbar in das chinesische Schönheitsbild hinein passe. Da gerade viele Chinesen aus den provinziellen Regionen nach Peking ziehen und diese zuvor noch nie eine – wie man uns dort auch gerne nennt – „Langnase" gesehen haben, kam es häufiger zu unverhofften Fotoshootings oder kurzen Unterhaltungen auf Chinesisch. Und das obwohl in Peking (natürlich ohne die stattliche Zahl der ausländischen Touristen mitgerechnet) 200.000 Ausländer leben.
Und so zieht sich der Faden meiner These „China, ein Land der Gegensätze" weiter fort. Die chinesische Gesellschaft versucht die eigene Kultur zu bewahren, aber sich auch den westlichen Einflüssen nicht komplett zu verschließen: So sieht man häufiger westliche Fastfoodketten, die ihre Filialen in traditionell chinesischen Architekturkomplexen unterbringen. Oder auch die Tatsache, dass jeder, der das Geld aufbringen kann, ein nagelneues iPhone besitzt, sich aber in Gemeinschaftsduschen badet, da das Geld für einen privaten Wasseranschluss fehlt.
Apropos iPhone: Meine Gastfamilie liebte es Veranstaltungen, die mit mir besucht wurden oder Bilder, die mit mir geschossen wurden, für ihre Freunde in einer Art chinesischem Facebook zu posten. „Unser Charly" war gestern – „Unser Ausländer" voll angesagt. Dies war jedoch sehr hilfreich, da die Angehörigen bei diversen Familientreffen so schon viel über mich wussten und ich so mehr Zeit hatte, um Dinge über die chinesische Kultur oder Ähnliches zu erfragen.
Wen es nun interessiert in was für einer Familie ich gearbeitet habe, für den hier einige Informationen:
An sich besteht meine Gastfamilie aus fünf Persönlichkeiten. Da wären einerseits meine Gastmutter Helen, die zu Hause bleibt, um das noch dort lebende Kind zu erziehen und der Gastvater Toni, der häufig auf Geschäftsreisen war und so nur alle paar Wochen für ein oder zwei Tage nach Hause kam. Außerdem gibt es noch meinen Gastbruder, der allerdings schon 21 ist und in den USA studiert und das Zentrum meiner Aufmerksamkeit: Cathy, meine neunjährige Gastschwester. Eigentlich darf man an dieser Stelle auch die Familienhündin Yuanbao nicht vergessen, die zwar täglich von mir Gassi geführt wurde, ansonsten aber viel Zeit ins in der Sonne liegen und Schlafen investierte.
Generell lag das Hauptaugenmerk meiner Aufgaben als Au Pair auf dem Englischunterricht, den ich Cathy täglich gegeben habe. Dies war der Familie besonders wichtig, da das langfristige Ziel war, dass Cathy wie ihr Bruder in Amerika studieren kann. Natürlich ging mein Aufgabenspektrum weit über den Unterricht hinaus. Ich machte sie montags bis freitags um sechs Uhr morgens für die Schule fertig und stand ihr am Nachmittag bei Hausaufgaben oder eben auch Problemen, die man als Kind ja hin und wieder im Alltag hat, zur Seite. Ich leistete ihr Gesellschaft wenn sie Klavier übte und verbrachte auch ansonsten viel Zeit im Schwimmbad oder auf dem Spielplatz mit ihr. Wir verstanden uns so gut, dass ich in viele ihrer Geheimnisse eingeweiht wurde und so zum Beispiel ihr erstes Mal verliebt sein miterleben konnte. Obwohl es am Anfang nicht gern von der Familie gesehen war wenn ich das Haus verließ, wurde meinen Gasteltern schnell klar, dass ich immer pünktlich zu Arbeitsbeginn zu Hause sein würde um meine Aufgaben mit Cathy zu erledigen. So entwickelte sich ein sehr gutes Verhältnis zwischen meiner Gastfamilie und mir. Ein besonderes Highlight für mich war der Moment, als ich im Rahmen des chinesischen Frühlingsfestes vor sämtlichen Angehörigen und vielen Freunden von meinem Gastvater offiziell in die Familie aufgenommen wurde – für einen Ausländer eine große Ehre.

Mareike liest ihren Essay vor.


Aber nicht nur die Bande zu meiner Gastfamilie wurden stärker. Durch den engen Kontakt zu anderen Au Pairs, die von meiner chinesischen Agentur vermittelt wurden, habe ich viele internationale Freunde gefunden. Und damit meine ich nicht nur innereuropäische Kontakte, sondern auch Kanadier, Amerikaner und Ecuadorianer, zu denen ich, genau wie zu meiner Gastfamilie, immer noch Kontakt halte.
Allerdings braucht man hin und wieder schon etwas „Urlaub" von der doch recht Smog-heimgesuchten Stadt Peking. So reiste ich an meinen freien Tagen sehr gerne und ausgiebig in Richtung Süden. Ich fuhr per Zug nach Xi'an ins Herzen Chinas, um die Terrakotta-Armee anzuschauen. Dort traf ich durch Zufall einige deutsche Studenten in meinem Alter, die gerade ein Auslandssemester in Shanghai einlegten und ebenfalls in Xi'an Sehenswürdigkeiten besichtigten. Wir verstanden uns auf Anhieb gut und haben uns sehr gefreut, als wir uns ca. einen Monat später auf meiner Reise durch Nanjing, Suzhou und Shanghai wiedertrafen. Ich kann nur empfehlen, dass wenn man nach China fliegt auf jeden Fall die Zeit investiert wird um mehrere Städte anzuschauen. Denn allein durch seine große Fläche hat China eine enorme Bandbreite an Städtevariationen zu bieten.

Wenn ich mein Auslandshalbjahr noch einmal revuepassieren lasse, wird mir noch einmal klar, wie viel Glück ich doch gehabt habe. Zwar habe ich natürlich auch unschöne Seiten Chinas kennengelernt, z.B. dass mein Handy nach gerade einmal zwei Wochen Aufenthalt gestohlen wurde oder dass mir ein Bankautomat fast die Hälfte meines Monatslohnes in Falschgeld ausgezahlt hat, habe aber sehr viel für mein Leben dazu gelernt: Meine chinesischen Sprachkenntnisse wurden verbessert, mir wurde durch das Leben in einer chinesischen Familie ein tiefer Einblick in die Kultur geboten, ich habe gelernt mich auch wenn es mal nicht optimal läuft durchzubeißen, ich bin gereist, habe so auch noch andere Teile Chinas bewundern dürfen und habe viele Kontakte zu Leuten auf der ganzen Welt knüpfen können.
Ein asiatisches Sprichwort besagt: „Einmal selbst sehen ist mehr wert als hundert Neuigkeiten hören." Und wie ich nun aus eigener Erfahrung sagen kann ist es China definitiv wert einen Blick zu riskieren."

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Ich bin froh, dass ich während des abschließenden gemeinsamen Abendessens noch Gelegenheit hatte, Mareikes Erzählungen von ihren Erlebnissen, Eindrücken und Erfahrungen in China zuzuhören. Das war sehr interessant – und auch für mich definitiv noch lehrreich! Wir wünschen Mareike alles Gute für ihre Zukunft. :)

Au-Pair des Jahres 2013

von kulturist

Am vergangenen Samstag wurde vom Deutschen Bundesverband für Au-Pair-Vermittler (Au-Pair Society) die Au-Pairs des Jahres 2013 geehrt.

Die von uns vermittelte Preisträgerin für den Bereich outgoing, Mareike Kleinböhl, hat ein halbes Jahr in China verbracht. Wir freuen uns mit ihr und gratulieren an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich!

Freiwilligenarbeit im Ausland – ist das sinnvoll oder nur „in“?

von Judith Liehr

Sind diese Programme nur eine Modeerscheinung oder sinnvoll bzw. haben sie eine nachhaltige Wirkung? Eine Frage, die oft gestellt wird.

Um es gleich vorweg zu nehmen – wir sprechen hier nicht von Bundesfreiwilligendiensten, oder einem freiwilligen sozialen Jahr, sondern von Freiwilligenarbeit, die im Ausland für einen relativ kurzen Zeitraum, d.h. zwei Wochen bis drei Monate geleistet wird. Nun, eine Modeerscheinung würde ich es nicht nennen, richtig aber ist, dass die Zahl der sogenannten „Voluntouristen" seit den frühen 2000er Jahren kontinuierlich steigt. Selbstverständlich steigt damit auch die Zahl der Projekte weltweit.

Bereits in den 80er Jahren entstanden, als Alternative zum Massentourismus, Konzepte wie der Öko-Tourismus, verantwortlicher oder nachhaltiger Tourismus. Daraus wiederum entwickelte sich gegen Ende des Jahrhunderts der sogenannte Voluntourismus.

Viele Menschen jeden Alters haben durchaus den Wunsch, sich zu engagieren, am Besten auf einem Gebiet, das den eigenen Interessenschwerpunkten und Fähigkeiten naheliegt, andere Kulturen und Sprachen kennenzulernen – was also liegt näher, als all das „unter einen Hut zu bringen".

Wie ist Freiwilligenarbeit vom Voluntourismus abzugrenzen?

Ganz klar – das ist abhängig von Freizeitanteil des jeweiligen Programms.
Wer Freiwilligenarbeit leistet ist bereit, seine Arbeitskraft in den Dienst einer guten Sache zu stellen – ob das nun im Ausland stattfindet oder im eigenen Land ist an dieser Stelle unerheblich. Freiwilligenarbeit leistet aber auch der Voluntourist – nur soll dies hier von vornherein auch mit einer Reiseerfahrung verbunden werden. In beiden Fällen ist Voraussetzung sicherlich ein recht hohes persönliches Engagement (denn anderenfalls könnte man ja auch einfach Urlaub machen) und eine gewisse Uneigennützigkeit (Geld bekommen die Freiwilligen nicht – im Gegenteil, sie müssen für ihren Einsatz bezahlen).

Geben Sie jemandem Ihre Hand!

Wie sinnvoll sind solche Freiwilligenprogramme?

Gemeint ist an dieser Stelle zunächst der nachhaltige Einfluss am Projektort. Nun – darüber lässt sich streiten und es gibt sicherlich unterschiedliche Standpunkte. Es beginnt damit, dass die Freiwilligen meist nicht lange genug vor Ort sind um feststellen zu können, ob und wenn ja welche direkten oder indirekten Auswirkungen ihr Einsatz hat. Auch wird immer wieder diskutiert, ob und warum Freiwillige oftmals in separaten Unterkünften leben, die einen höheren Standard haben, als den, der den Einheimischen zur Verfügung steht. Wäre es nicht sinnvoller stets bei einer Gastfamilie zu leben? Für mich steht der Kulturaustausch stets an erster Stelle – und ein solcher Austausch findet ganz sicher statt. Ebenso sicher ist, dass genau daraus jede/r der/die an einem solchen Programm teilnimmt, ob als Freiwillige/r oder Voluntourist, den größten persönlichen Nutzen hat. Auf dieses Thema werde ich in den nächsten Wochen mit einem weiteren Artikel näher eingehen.

Um irgendwo auf der Welt nachhaltige Veränderungen bewirken zu können, müssen wir zunächst etwas lernen – über das Land, die Menschen, ihre Kultur und das, was sie wirklich bewegt, bzw. wo unsere Hilfe ansetzen sollte. Genau aus diesem Grund finden wir es eben wichtig und sinnvoll, dass es solche unterschiedlichen Programme und Möglichkeiten gibt und wir freuen uns, sie anzubieten.

Was kann man als Gastfamilie von einem Au-Pair erwarten und was nicht?

von Judith Liehr

Unterschiedliche oder zu hohe Erwartungen und mangelnde Kommunikation führen hier oftmals zu Konflikten, die sich einfach vermeiden lassen!

Dieses Thema besprechen wir natürlich sehr oft – sowohl mit unseren Gastfamilien, als auch mit den Au-Pairs. Da gibt es auf der einen Seite diejenigen, die der Auffassung sind, dass das gemeinsame Mittagessen mit der Gastfamilie bereits zur Arbeitszeit zählt und auf der anderen Seite dann auch Gastfamilien, die davon ausgehen, dass es nicht zu viel verlangt sei, wenn das Au-Pair am Samstag mal rasch 500 Quadratmeter Rasen mäht.
Dazwischen dann unendlich viele Variationen. Es ist natürlich wirklich nicht immer einfach zu entscheiden, was als Mithilfezeit zu rechnen ist und was einfach selbstverständliche Handgriffe sind, die man von jedem Mitglied eines Haushaltes erwarten kann. Mit diesem Artikel versuche ich daher, das Ganze ein wenig einzugrenzen.

Arbeits-bzw. Mithilfezeit – Definition

Vorausschicken möchte ich an dieser Stelle, dass ich selbst im Zusammenhang mit einer Au-Pair-Tätigkeit den Begriff „Arbeitszeit" vermeide, wo immer es geht. „Au-Pair" ist für mich (und auch für alle anderen bei Kulturist) ein interkulturelles Lernprogramm. Im Austausch für diese Lernerfahrung bei freier Kost und Logis sowie für ein Taschengeld bietet ein Au-Pair 30 Stunden „Mithilfe" bei leichter Hausarbeit und Kinderbetreuung. Genau aus diesem Grunde spreche ich lieber von „Mithilfezeit" – es ist eben per Definition für mich nicht als „Arbeit" im üblichen Sinne zu sehen.

Kinderbetreuung

An dieser Stelle gibt es nur sehr selten unterschiedliche Auffassungen. Die Vorstellungen, die Sie sich als Gastfamilie von der Tätigkeit eines Au-Pairs machen, decken sich in der Regel mit dem, was die Familienmitglieder auf Zeit ebenfalls für selbstverständlich erachten. Alle Au-Pairs haben bereits Erfahrung in der Kinderbetreuung und man sollte stets auch davon ausgehen, dass sie Freude am Umgang mit Kindern haben – anderenfalls hätten sie sich sicherlich für eine andere Form des Auslandsaufenthaltes entschieden. Zu beachten ist allerdings, dass es sich hier nicht um „Profis" handelt – sollten Sie jemanden erwarten die/der von Anfang an vollkommen selbstständig und über längere Zeiträume hinweg Ihre Kinder betreut, so wäre eine Nanny oder Kinderfrau sicherlich eher für Ihre Familie geeignet. Kalkulieren Sie also eine gewisse Zeit ein, die Ihr Au-Pair benötigt, um Ihre Kinder und Sie kennen- und einschätzen zu lernen und achten Sie vor allem darauf, alles genau zu erklären und ggf. ausführlich zu besprechen. Je selbstsicherer Ihr Au-Pair im Umgang mit Ihren Kindern wird, umso größer wird der Nutzen für alle Beteiligten sein.

Wäsche aufhängen kann auch das Au-Pair!

Leichte Hausarbeit

Dieser Bereich sorgt schon eher für Konflikte. Generell erwarten können Sie als Gastfamilie, dass Ihr Au-Pair Dinge wie die Kinderzimmer in Ordnung halten und auch mal staubsaugen übernimmt. Au-Pairs können die Küche, oder auch im Ess-/Wohnbereich aufräumen und ebenso die Waschmaschine bedienen, oder auch Wäsche zusammenzulegen bzw. auch gelegentlich bügeln. Nicht wirklich erwarten sollte man aber die „große Bügelwäsche" – gemeint sind hier beispielsweise Dutzende von Oberhemden, Blusen oder Kleidern der Gasteltern. Ein Au-Pair sollte schon in der Lage dazu sein, Ihren Kindern eine kleine Mahlzeit zuzubereiten – es ist allerdings nicht vorauszusetzen, dass das Au-Pair täglich eine komplettes, warmes Essen kochen wird (Ausnahmen gibt es natürlich – es gibt auch immer wieder Au-Pairs, die wirklich gerne kochen). Kleinigkeiten, wie den Tisch decken oder abräumen, den Geschirrspüler ein- bzw. auszuräumen sind selbstverständliche Handgriffe, die im Normalfall jedes Familienmitglied verrichtet (sofern es alt genug dazu ist), also auch ein Au-Pair und solche Dinge sind auch nicht zur Mithilfezeit zu rechnen. Außerhalb dieser Zeit muss ein Au-Pair natürlich auch seinen eigenen Bereich (Zimmer, ggf. Bad) in Ordnung halten und reinigen. Wirklich nicht erwarten hingegen können Sie die Reinigung eines Bades oder Schlafzimmers, welches nur Sie selbst benutzen. Genauso wenig sollte ein Au-Pair sämtliche Fenster putzen, Böden wischen, Rasen mähen, das Auto waschen, Keller oder Garage reinigen. Es ist natürlich durchaus möglich, dass Sie und Ihre Familie beispielsweise im Herbst eine Garten-Aufräum-Aktion starten, oder alle gemeinsam einen Keller entrümpeln und Ihr Au-Pair seine Hilfe anbietet – das ist dann etwas anderes und natürlich sollte man dieses Angebot dann auch annehmen.

Alle diese Dinge sind selbstverständlich nicht „in Stein gemeißelt" und Au-Pairs haben ja ganz unterschiedliche Vorlieben und Wünsche, Stärken und Schwächen. Wichtig ist es vielmehr, ein Au-Pair nicht als „Arbeitskraft" zu sehen, sondern eben als erwachsenes Familienmitglied (auf Zeit), mit dem man entsprechend absprechen sollte, wer für welche Bereiche verantwortlich ist.

Wie erreiche ich die besten Vermittlungschancen als Au-Pair?

von Judith Liehr

Warum findet man für manche Au-Pairs sehr schnell eine Gastfamilie und für andere eben nicht? Was macht eine wirklich gute Bewerbung aus?

In der vergangenen Woche habe ich bei uns im Büro wieder einmal die eine oder andere Bewerbung für Au-Pair-Aufenthalte gesehen, die mich dazu bewogen hat, diesen Beitrag zu schreiben. Eigentlich liegt mir das ja schon länger auf der Seele – ausschlaggebend waren die Unterlagen einer jungen Dame, die möglichst noch in diesem Jahr als Au-Pair nach England reisen möchte. Sie möchte selbstverständlich nur nach London und auch nur bis März kommenden Jahres bleiben. Sämtliche Unterlagen waren auf Umweltschutzpapier ausgedruckt, die Fotos, welche sie mitgeschickt hatte, waren schwarz-weiß Kopien. So – jetzt fange ich am besten von vorne an:

Optische Aufbereitung der Bewerbungsunterlagen

Jeder achtet heute darauf, nicht mehr Papier als notwendig zu verbrauchen und natürlich sollte man ruhig auch, wo immer es geht, Umweltschutzpapier verwenden. Allerdings definitiv nicht, wenn Sie eine Bewerbung erstellen – es sei denn, die möchten für ein Unternehmen tätig werden, das im Bereich Umweltschutz tätig ist. Bedenken Sie bitte, dass heute fast alles digitalisiert wird: Haben Sie schon einmal gesehen, wie Umweltschutzpapier wirkt, wenn es gescannt wird? Nehmen Sie also besser wirklich weißes Papier und achten Sie, vor allem bei Ihrem Brief an die Gastfamilie und der Fotokollage, auf eine gute Qualität des Papieres. Alle Kopien, die Sie verschicken, sollten wirklich gut leserlich sein – das gilt ganz besonders auch für Fotos. Machen Sie lieber ein paar Farbausdrucke – auf schwarz-weiß Kopien wirkt fast jede(r) so, als hätte man die Bilder direkt aus der Kartei der Polizei. Verwenden Sie bitte keinen Drucker, den Sie nur noch aus nostalgischen Gründen besitzen, sondern gehen Sie dann lieber in den nächsten Copy-Shop. Sollten Sie schon öfter gehört haben, dass es schwierig bzw. unmöglich ist Ihre Handschrift zu entziffern, so füllen Sie die Vordrucke bitte lieber in Druckschrift aus. :)

Inhalte der Bewerbung als Au-Pair

Zum Thema Brief an die Gastfamilie einschließlich Auswahl der Fotos und auch zum Thema Referenzen für einen Au-Pair-Aufenthalt habe ich in den vergangenen Monaten schon Beiträge geschrieben, die Sie sehr gerne ebenfalls lesen können. Wichtig ist aber auch das Bewerbungsformular an sich. Nehmen Sie sich die Zeit, es KOMPLETT auszufüllen. Oftmals werden zum Beispiel keine Hobbies angegeben, weil die Bewerber(innen) davon ausgehen, dass das doch bereits in dem Brief an die Gastfamilie erwähnt wird. Bedenken Sie aber, dass eine Gastfamilie Ihren Brief unter Umständen nur dann lesen wird, wenn sie bereits beim Durchschauen Ihrer Bewerbung Übereinstimmungspunkte, oder etwas, das ihr Interesse weckt, gefunden hat.

Überlegen Sie sich den Inhalt im Voraus ganz genau

Ein weiterer Punkt ist die Aufenthaltsdauer: Es ist selbstverständlich möglich, auch für nur einige Monate, also nicht für ein ganzes Jahr, als Au-Pair ins Ausland zu gehen (ausgenommen USA). Sie sollten allerdings bedenken, dass die meisten Gastfamilien es am Liebsten haben, wenn die Au-Pairs bis Schuljahresende, d.h. also meist Juni/Juli bleiben – wer also im Mai wieder nach Hause will/muss, sollte sich dann in Geduld fassen, die Familien werden solche Bewerber(innen) erst dann in Betracht ziehen, wenn es keine Alternativen gibt. Das gilt ganz besonders für sehr stark frequentierte Länder wie England. Überlegen Sie auch gut, was Sie an der Stelle angeben, wo nach dem Alter oder der Anzahl der Kinder gefragt wird, die Sie gerne betreuen würden. Glauben Sie wirklich, dass es sehr viele Familien mit einem (am Besten schon schulpflichtigen) Kind gibt, die ein Au-Pair suchen? Sicher es gibt sie, es sind aber nicht so sehr viele. Ebenso wohnen Gastfamilien, wie ich immer wieder gerne erwähne, nicht ausschließlich in London, Paris, Venedig oder Barcelona. Sie sollten sich also auch in ihrer Ortsauswahl nicht allzu sehr einschränken – während Ihres Au-Pair-Jahres werden Sie sicherlich Gelegenheit dazu haben, viele unterschiedliche Städte und Regionen Ihres Gastlandes kennenzulernen.

Selbstverständlich bekommen wir auch sehr viele, wirklich sehr schöne Bewerbungsmappen, denen man sofort ansieht, dass hier wirklich viel Zeit und Mühe investiert wurde. Genau diese Bewerber(innen) sind es dann auch, die wirklich sehr schnell vermittelt werden. Wir werden natürlich oft gefragt, wann man die Unterlagen am Besten einreichen sollte. Das ist nicht ganz einfach zu beantworten, weil sich nie wirklich genau abschätzen lässt, wie lange es am Ende dauern wird, bis eine passende Gastfamilie gefunden wird. Zuweilen passiert das binnen weniger Tage, manchmal dauert es aber eben auch einige Wochen. Generell empfehlenswert ist es, sofern Sie nach Ihrem Abitur ins Ausland gehen wollen, die Unterlagen vor Ihren Abiturprüfungen fertig zu stellen, denn in dieser Zeit werden Sie dazu sicher nicht die nötige Muße haben!

Sie haben die passende Gastfamilie für Ihre Au-Pair-Zeit gefunden – was nun?

von Judith Liehr

Man könnte meinen, nun wäre ja alles erledigt – ganz so ist es aber nicht. Wie geht es jetzt weiter?

Das letzte Skype-Gespräch war sehr positiv, die Gastfamilie hat geäußert, man wolle Sie gerne als Au-Pair einladen und Sie haben ebenfalls zugestimmt – prima! Die Freude ist an dieser Stelle groß, endlich kann das „Auslandsabenteuer" beginnen. Ganz so einfach ist es allerdings nicht, es gibt auch an dieser Stelle dann doch noch das eine oder andere zu bedenken, oder auch zu erledigen. Genau darum geht es in diesem Artikel.

Niemals sofort einen Flug buchen

Sie sollten sich auf keinen Fall voller Enthusiasmus einen passenden Flug suchen und bereits buchen. Der richtige Weg ist hier, uns zunächst darüber zu informieren, dass Sie sich für eine Gastfamilie entschieden haben (und die Familie ggf. auch für Sie). Wir werden uns dann nämlich an die Partneragentur im Ausland wenden und von dort eine schriftliche Bestätigung für Ihr Programm anfordern. Es ist nämlich wichtig, dass auch die Gastfamilie sich in diesem Moment wirklich entsprechend festlegt. Seien Sie unbesorgt, das geht normalerweise alles recht schnell und sowie wir diese Bestätigung erhalten, geben wir „grünes Licht" für Ihre Reiseplanung. Bitte vergessen Sie nicht, auch uns über Ihre Reisedaten zu informieren. Selbst wenn Sie das alles bereits mit Ihrer Gastfamilie abgesprochen haben, ist es für die Partnerorganisation wichtig zu wissen, wann Sie eintreffen werden und dies bedeutet für Sie noch ein zusätzliches Stück Sicherheit.

Kümmern Sie sich um eine passende Krankenversicherung

Klären Sie mit Ihrer Versicherung, ob Ihr gesamter Auslandsaufenthalt abgedeckt ist. Das ist meistens nicht der Fall, es gibt aber Anbieter die auf solche Langzeit-Auslandsaufenthalte spezialisiert sind. Sie können sich dort relativ preiswert absichern. Weitere Informationen werden Sie von uns mit Ihrem KulturKit erhalten.

Halten Sie Kontakt zur Gastfamilie

Viele Vermittlungen werden schon Monate vor dem Starttermin abgeschlossen. Denken Sie daran, bis dahin regelmäßig Kontakt zu Ihrer Gastfamilie zu halten. Sie haben so die Möglichkeit, sie schon etwas kennenzulernen, was Ihnen später ganz bestimmt das Eingewöhnen erleichtern wird – es ist dann nicht mehr so, als kämen Sie zu ganz Fremden.

Nehmen Sie einfach den Hörer auf!

Sprachkurs – von hier aus suchen und buchen?

Diese Frage wird uns sehr oft gestellt und leider können wir da nicht wirklich weiterhelfen, da wir nicht über sämtliche Sprachschulen überall auf der Welt aktuell informiert sein können. Jede Gastfamilie ist sich darüber im Klaren, dass Spracherwerb oder das Vertiefen einer Fremdsprache der Dreh- und Angelpunkt eines Au-Pair-Aufenthaltes ist und wird Ihnen daher in den allermeisten Fällen entsprechende Empfehlungen geben können. Sollte dies nicht der Fall sein, so hat Ihr zuständiger Ansprechpartner vor Ort ganz bestimmt Tipps für Sie. Das ist so meist unkomplizierter und besser, als von zu Hause aus über das Internet zu suchen.

Informieren Sie sich über Ihr Gastland

Am Besten nicht nur über das Land an sich, sondern speziell auch über die Region, in der Sie sich aufhalten werden. Sie werden es auf diese Weise ganz sicher leichter haben, sich einzuleben und auch Ihre Freizeit im Gastland sinnvoller gestalten können.

Letzte Vorbereitungen

Meist vergeht die Zeit recht schnell und der Abreisetag rückt ganz plötzlich näher. Es gilt noch Gastgeschenke zu organisieren und schließlich den Koffer zu packen.

Zum Schluss noch eine kleine Bitte an Sie: nehmen Sie die Unterlagen, welche wir Ihnen zusenden, mit. Abgesehen von vielerlei Informationen zum Gastland und wichtigen Tipps für Au-Pairs im Handbuch, sind dort auch alle Daten zu Ihrer Gastfamilie und Ihrem lokalen Ansprechpartner enthalten. So sollten Sie bestens gerüstet sein!

Warum sollte man Deutsch im Ausland unterrichten?

von Judith Liehr

Wirkliches Verständnis für die Vielfalt der Kulturen ist eng verknüpft mit deren ursprünglicher Sprache – weltweit lernen daher viele Menschen aus kulturellem, wirtschaftlichem und politischem Interesse auch Deutsch.

Für einen Aufenthalt als Sprachtutor im Ausland sprechen zunächst einmal die gleichen Gründe, wie für jeden anderen Auslandsaufenthalt. Man erwirbt sprachliche, soziale und interkulturelle Kompetenzen, man lernt sehr viel über sich selbst und erwirbt Fähigkeiten, die im gewohnten, heimischen Umfeld vielleicht unentdeckt geblieben wären. In den Beratungsgesprächen mit unseren Programmteilnehmern geht es oft auch darum, welches Programm für wen geeignet ist, oder welche Vorteile das eine oder andere Programm zu bieten hat. Es gibt in diesem Blog bereits Beiträge dazu, um was genau es sich beim Sprachtutorenprogramm handelt, wer im Rahmen dieses Programms im Ausland unterrichten kann und wie man sich darauf vorbereiten kann. Heute möchte ich einige Gründe zusammentragen, sich für dieses Programm zu entscheiden.

Die Welt kennenlernen und erleben

Es versteht sich von selbst, dass ein solches Programm Ihnen die Möglichkeit eröffnet ein anderes Land, eine andere Kultur, Lebensart und Sprache kennenzulernen – und zwar auf eine Art und Weise, wie es sonst kaum möglich ist. Wenn Sie die Möglichkeit dazu haben, sollten Sie die Chance ergreifen, etwas ganz Neues zu erleben – warum also nicht Deutsch oder Englisch in der Mongolei unterrichten? Oder Englisch in Mexiko?

Die eigene Persönlichkeit weiterentwickeln

Einige von uns haben es schon selbst erlebt: die Person, die man vor einer solchen Auslandserfahrung war, ist eine ganz andere, als die, die man anschließend ist. Das gewohnte Leben, Freunde und Familie bestimmen einen großen Teil unserer Persönlichkeit. All das plötzlich nicht mehr zu haben, selbst wenn man sich freiwillig dazu entschieden hat, ist zunächst immer eine große Umstellung. Interessant und spannend ist es aber zu sehen, wie man sich aber selbst verändert und wächst, wenn genau das geschieht.

Erfolgserlebnis auf dem Berggipfel

In die eigene Zukunft investieren

Es ist zuweilen ein schwieriges Unterfangen, einen gut bezahlten Job, der zudem noch mit Ihren eigenen Interessen im Einklang steht, zu bekommen. Vor allem dann nicht, wenn es viele Mitwettbewerber gibt, die teilweise sicherlich mit den gleichen oder ähnlichen außerschulischen Aktivitäten oder Zusatzqualifikationen aufwarten können, wie Sie selbst. Eine solche Unterrichtserfahrung im Ausland kann an dieser Stelle durchaus helfen. Potentielle Arbeitgeber sehen, dass Sie sich außerhalb Ihrer eigenen „Komfortzone" engagieren und durchaus dazu in der Lage sind, sich einerseits in einem fremden Umfeld zu integrieren, sich andererseits aber auch selbstständig organisieren können.

Positiver Einfluss auf das Leben anderer

Das klingt vielleicht zunächst etwas weit hergeholt, entspricht aber durchaus den Tatsachen. Gastfamilien, die Sprachtutoren einladen, sind meist beruflich auf globaler Ebene in der Wirtschaft oder im Handel tätig. Sie möchten daher ihren Kindern die Möglichkeit bieten, ähnliche Ziele zu erreichen, ihnen schon früh „die Welt öffnen" und zu guten Fremdsprachenkenntnissen verhelfen. Es liegt bei Ihnen, Ihre „Schüler" für Ihre Sprache, Ihr Land und Ihre Kultur zu begeistern!

An dieser Stelle noch einmal: es ist nicht erforderlich, dass Sie Lehrer(in) sind, um am Sprachtutorenprogramm teilnehmen zu können. Viel wichtiger ist es, dass Sie wirklich Spaß an Sprachen haben, gerne kommunizieren und offen für neue Erfahrungen sind. Unterrichten im Ausland ist sicherlich eine ganz außerordentliche Herausforderung und ein besonders intensiver Kulturaustausch!

5 Gute Gründe, um als Au-Pair nach China zu gehen

von Judith Liehr

China liegt im Trend und nach meinen Beiträgen zum Thema Au-Pair in Australien, Au-Pair in den USA und Au-Pair in Neuseeland, darf das „Reich der Mitte" natürlich nicht fehlen. Es sind, wie immer, unsere Partnerorganisationen vor Ort, die mir dabei behilflich waren, an dieser Stelle darzustellen, was für einen Au-Pair-Aufenthalt in China spricht:

 

1. Mandarin

Diese Sprache ist neben Englisch die meistgesprochene Sprache der Welt und für uns nicht wirklich einfach zu lernen. Umso größer der Vorteil, sie in einer Gastfamilie und mit Unterstützung eines Sprachkurses vor Ort lernen zu können! Je nachdem, was Sie für Ihre Zukunft geplant haben, können diese Sprachkenntnisse von unschätzbarem Vorteil für Ihren Lebenslauf sein.

2. Landschaftliche und ethnische Vielfalt

China ist riesig – es ist mit etwa 9,6 Millionen Quadratkilometern das viertgrößte Land der Welt und vereinigt 56 ethnische Gruppen. Abgesehen von boomenden Städten gibt es dort aber auch noch unberührte Natur, unglaubliche Berge, traditionelle Lebensweisen und sehr vieles mehr zu besichtigen. Da man weiß, dass China das bevölkerungsreichste Land der Welt ist, ist es für uns kaum vorstellbar, aber trotz der Tatsache das hunderte Millionen Chinesen in der nordchinesischen Tiefebene, teilweise auf sehr engem Raum, leben, sind weite Teile des Landes nahezu menschenleer. Von der UNESCO wurden inzwischen 43 Stätten als Weltkultur- und –naturerbe ausgezeichnet.

3. 5000 Jahre alte Kultur

Während andere alte Hochkulturen, wie die Ägyptens, Babylons oder auch die Maja-Kultur nicht bis heute erhalten werden konnten, ist die Kulturgeschichte Chinas immer wieder aufgeblüht. Auch konnten immaterielle Güter, wie die Kalligrafie, Poesie oder Malerei über Jahrtausende weitergegeben werden. Sie werden während Ihres Au-Pair-Aufenthaltes dort sicherlich Gelegenheit haben, vieles aus dem Erbe dieser langen Geschichte und viele der Kulturschätze des Landes kennenzulernen.

Weltkulturerbe in China

4. Chinas Küche

Sofern Sie gerne essen, insbesondere asiatisch, werden Sie in China vieles entdecken können, was Ihnen bislang unbekannt war. Es gibt Dutzende von Zubereitungsmethoden, tausende von Zutaten und hunderte verschiedener Geschmacksrichtungen. Die traditionsreiche Küche des Landes ist, aufgrund ihrer Ressourcen aus den unterschiedlichen Regionen, unglaublich vielfältig. „Essen" ist dort nicht einfach nur „essen", sondern zumeist eine sehr kommunikative Angelegenheit, dessen Bedeutung Sie am ehesten erfahren können, wenn Sie eine Weile dort leben.

5. Boomende Wirtschaft

Es ist inzwischen bekannt, dass Chinas Wirtschaft rasant wächst und ihr Einfluss zunehmender Einfluss auf die Weltwirtschaft kaum noch wegzudenken ist. Wie aber ist es möglich, dass ein Land sich in den letzten 30 Jahren so sehr verändert hat und dass es heute beinahe unbeschränkte geschäftliche Möglichkeiten bietet? Ein Au-Pair-Aufenthalt in China bietet Ihnen die Möglichkeit, die Menschen, die diese unglaublichen Veränderungen ermöglicht haben, auf eine Weise kennenzulernen, die Ihnen als Tourist sicherlich verschlossen blieben.

Ein altes chinesisches Sprichwort besagt, dass „eine lange Reise mit dem ersten Schritt beginnt" – eine Entscheidung für einen Au-Pair-Aufenthalt in China ist sicherlich ein solcher Schritt! Sollten Sie noch andere Gründe dafür finden, freuen wir uns darüber, wenn Sie diese mit uns teilen!

Informations- und Au-Pair-Treffen am 07.09.2013

von kulturist

Die Veranstaltung findet von 11 bis 14 Uhr in der Elizabethenstr. 38a, Bad Homburg statt. Wir bieten hier Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und informieren über unsere Programme. Die Teilnahme ist natürlich kostenlos!

Teilnehmer/innen melden sich bitte formlos unter info@kulturist.com oder telefonisch unter 06103 5098888 an. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Sechs Dinge man wissen sollte, wenn man sich für ein Auslandsprogramm entscheidet

von Judith Liehr

Es ist im Prinzip egal, ob Sie als Au-Pair, Sprachtutor(in), Freiwillige(r) oder zu Work & Travel-Aufenthalt aufbrechen – es gibt ein paar Gemeinsamkeiten, über die Sie sich schon vorher im Klaren sein sollten.

Jede(r), die/der zu einem Auslandsaufenthalt oder eine Reise aufbricht, freut sich darauf und möchte natürlich auch, dass ihre/seine Vorstellungen sich nach Möglichkeit erfüllen sollen. Für viele Dinge kann man selbst Sorge tragen, andere wiederum sind außerhalb des eigenen Einflussbereiches – deswegen ist es nie verkehrt, sich das eine oder andere bereits im Vorfeld klar zu machen.

1. Sicher ist eine gewisse Unsicherheit

Werde ich pünktlich am Flughafen sein? Habe ich alles eingepackt? Wird mein Flug pünktlich sein, sodass ich den Anschlussflug nicht verpasse? Werde ich mich im Zielland verständigen können? Wie schnell werde ich Kontakte knüpfen können? Habe ich genug Geld dabei? Wird mein Gepäck mit mir zusammen ankommen? Wird meine Gastfamilie mich mögen (und ich sie)? Werde ich mit dem Essen im Ausland zurechtkommen? Werde ich Privatsphäre haben? Werde ich einen Internet-Anschluss haben? Sie können davon ausgehen, dass annähernd alle unsere Programmteilnehmer sich diese Fragen stellen? Das ist ganz normal. Gerade auf Reisen und im Bereich Kulturaustausch ist nichts wirklich sicher. Und ist das nicht einer der Gründe, warum Sie reisen wollen?

2. Ihre Reiseroute ist immer ein Kreis

Selbst wenn Sie an einem Punkt starten und an einem ganz anderen ankommen – irgendwann kommen Sie wieder nach Hause. Aber Ihre Route ist weit mehr als nur eine Liste an Orten, die Sie sehen werden und die besuchen wollen. Eigentlich sollte man jeden Weg auf die gleiche Weise gehen:
- Wenn Sie reich werden wollen, seien Sie großzügig.
- Wenn Sie Freunde finden wollen, seien Sie freundlich.
- Wenn Sie von anderen verstanden werden wollen, nehmen Sie sich die Zeit sie zu verstehen.
- Wenn man Ihnen zuhören soll, hören Sie zu.
- Wenn Sie ein interessantes Leben führen wollen, seien Sie interessiert an allem um Sie herum, egal wo Sie sich gerade aufhalten.
- Wenn Sie die Welt verändern wollen, beginnen Sie mit der Person im Spiegel.

Reiserouten

3. Man kann nicht wirklich allein reisen

Ich fühle mich meist nicht sehr wohl, wenn ich von sehr vielen Menschen umgeben bin und ich spreche auch Fremde nicht wirklich gerne an. Ich habe aber sehr schnell herausgefunden, dass man im Ausland immer relativ schnell mit anderen Menschen ins Gespräch kommt. Sei es der Sitznachbar im Flugzeug, einfach irgendjemand in einer Bar in Rom, oder der Taxifahrer, der seine Fremdsprachenkenntnisse unter Beweis stellen möchte. Verabschieden Sie sich am Besten gleich von dem Gedanken, wirklich alleine zu reisen – hören Sie vielmehr zu und lernen Sie. Oftmals sind diese zufälligen Begegnungen wirklich unterhaltsam und später werden einige Ihrer Erinnerungen an Ihre Zeit im Ausland auch völlig Fremde einschließen.

4. Man wird Sie zu Hause nicht wirklich verstehen

Sie können noch so viele Fotos machen – zu Hause werden Sie damit zwar sicher auf Wohlwollen, aber nur auf verhaltenes Interesse und Verständnis stoßen. Zum Thema Eigenkultur-Schock habe ich vor einigen Monaten in diesem Blog schon einen Beitrag geschrieben. Wie aber soll man mit dem Gefühl umgehen, dass sich im eigenen Leben etwas verändert hat, dies aber niemand mitbekommt? Nun – jeder muss das auf seine Weise tun. Eine Person in meiner Familie beispielsweise erstellt von ihren (wirklich interessanten) Reisen Fotobücher durch die sie recht Neugier und Interesse bei all denen erweckt, die diese Bücher in die Hand bekommen.

5. Die Erkenntnis über den Sinn Ihrer Reise wird Sie definitiv weiterbringen

Sofern Sie sich das „warum" Ihrer Reise schon im Vorfeld beantworten können, werden Sie ganz bestimmt eine Möglichkeit finden, genau das auch zu finden. Sie können das Beste aus Ihrer Zeit im Ausland machen, wenn Sie sich immer wieder genau an dieses „warum" erinnern. Durch eine solche Motivation angetrieben, können Sie sich lebenslang an auf- und anregenden Reisen erfreuen.

6. Ihr Auslandsaufenthalt wird definitiv genau das sein, was Sie daraus machen

So etwas wie eine perfekte Reise gibt es nicht. Was es dagegen gibt, ist eine kontinuierliche Reise von unvollkommenen Momenten, die Ihnen aber unendliche Möglichkeiten und Chancen bieten, sie zu interpretieren und damit zu tun, was Sie möchten. Was auch immer Sie auf dieser Reise nicht erreichen können, kann auf der nächsten erreicht werden. Es liegt in Ihrer Hand zu entscheiden, ob Sie bedauern möchten „nicht alles getan/erreicht zu haben" oder aber zu sagen „ich bin noch nicht fertig". Wie auch immer Sie sich entscheiden, sie werden letztendlich am gleichen Ziel ankommen. Die einzige Frage ist, wollen Sie dort mit einem Lächeln, oder einem Stirnrunzeln ankommen?

Änderungen im Au-Pair-Programm für Deutschland

von Judith Liehr

Seit Juli 2013 wurden in Deutschland einige Änderungen umgesetzt, die das Au-Pair-Programm hier attraktiver gestalten sollen.

Bereits im Koalitionsvertrag unserer derzeitigen Bundesregierung wurde im Jahr 2009 festgelegt, dass Au-Pair-Beschäftigungen in Deutschland attraktiver zu gestalten seien.

Seit Juli dieses Jahres wurden nun einige Änderungen umgesetzt:

  • Bisher lag die Altersgrenze für Au-Pairs bei 25 Jahren, diese durfte bei Beantragung des Aufenthaltstitels noch nicht erreicht sein. Nun dürfen Au-Pairs, die nach Deutschland reisen möchten, bis zu 27 Jahren alt sein – das ist konform mit bestehenden Regelungen in anderen Ländern der Europäischen Union.
  • Gastfamilien mussten bislang Deutsch als Muttersprache nachweisen, bzw. ein erwachsenes Familienmitglied die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Seit Juli ist es nun ausreichend, dass Deutsch als Familiensprache gesprochen wird.
  • Ein weiterer Kritikpunkt des Au-Pair-Programmes in Deutschland war stets das Taschengeld, welches bei € 260/Monat liegt – dazu sollte man wissen, dass in vielen anderen Ländern deutlich mehr gezahlt wird. Die Höhe des Taschengeldes wurde nicht geändert – allerdings müssen sich Gastfamilien seit Juli dieses Jahres zusätzlich mit € 50/Monat an den Kosten für Sprachkurse für ihre Au-Pairs beteiligen.
  • Ein weiterer Pluspunkt ist sicherlich auch die Vereinfachung des Prüfungsverfahrens für Visumserteilungen. So entfällt nach der entsprechenden Änderung der Aufenthaltsverordnung die Zustimmungspflicht der zuständigen Ausländerbehörden. Diese soll zukünftig nur noch einbezogen werden, wenn offensichtliche Zweifel an der Bonität der Gasteltern und damit auch der Lebensunterhaltssicherung des Au-Pairs bestehen, oder aber sich die Bewerber schon einmal in Deutschland aufgehalten haben. Im Normalfall stimmt nun nur noch die Arbeitsverwaltung dem Visaantrag zu, sodass die Laufzeit dieser Verfahren in Zukunft deutlich kürzer sein wird.

All dies sind Schritte in die richtige Richtung und wird sicherlich auch von allen Au-Pair-Dachorganisationen begrüßt, die sich u.a. für die Umsetzung dieser Punkte einsetzten. Allerdings sollten die Rahmenbedingungen für dieses älteste und bewährteste Jugendmobilitätsprogramm weiter verbessert werden.

Ganz wesentliche Ziele wurden allerdings bislang leider nicht umgesetzt:

  • Da ist zum einen die Anerkennung des Au-Pair-Programms als ein Angebot der interkulturellen Jugendbildung und Jugendmobilität, denn es handelt sich hier in der Tat nicht um ein Beschäftigungsverhältnis, bei dem Erwerbstätigkeit und Verdienst im Vordergrund stehen. Vielmehr dient dieser Aufenthalt der persönlichen und beruflichen Orientierung und er bietet die Möglichkeit des interkulturellen Austausches, womit er einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung leistet.
  • Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Schutz von Au-Pairs und Gastfamilien und die Vermeidung von Ausbeutung und Missbrauch, welcher durch eine Widereinführung der Agenturenpflicht und damit einhergehenden, handlungsleitenden Standards für diese Au-Pair-Organisationen erreicht werden würde. Hier geht es nicht nur um Information, Vorbereitung und Begleitung bzw. Mentoring eines solchen Aufenthaltes, sondern auch um ein Screening sowohl der Au-Pairs, als auch der Gastfamilien. Es sollten weiterhin begleitende Bildungsangebote eingeführt werden, auf denen Au-Pairs später ihre berufliche Weiterentwicklung im Heimatland aufbauen können.

Es gibt also nach wie vor viel zu tun und ich bin gespannt, ob und was in der kommenden Legislaturperiode auf nationaler, aber auch auf europäischer Ebene, umgesetzt werden kann!

Warum es nicht immer einfach ist, Deutsch im Ausland zu unterrichten!

von Judith Liehr

Wir wissen natürlich, dass es allgemein heißt, Deutsch sei recht schwer zu lernen – aber hier geht es nicht um Grammatik!

Warum ist eigentlich der spielerische Umgang mit Sprache im Alltag von oftmals von wesentlicher Bedeutung? Die Antwort darauf lautet ganz einfach, dass gerade Humor eines der beliebtesten Kommunikationsmittel ist – um beispielsweise einen Witz zu übermitteln, ist Sprache das am häufigsten genutzte Mittel.

Wir, bei Kulturist, haben natürlich sehr viel mit Menschen zu tun, die keine Deutsch-Muttersprachler sind und dabei fällt uns immer wieder eine „Kleinigkeit" auf, die immer wieder zur Verwirrung, oder auch Gelächter führt.
Gemeint sind hier Homonyme – also Worte, die sowohl in der geschriebenen als auch in der lautlichen Form übereinstimmen, die aber eine völlig unterschiedliche Bedeutung haben: Birne – hier könnte eine Frucht, oder aber eine Glühbirne gemeint sein, auf dem Bau könnte man auch eine Abrissbirne darunter verstehen (umgangssprachlich könnte sogar der Kopf gemeint).

Wie wollen Sie als Sprachtutor(in) in Spanien diesen Satz erklären:
„Wer nicht mit der Zeit geht, muss mit der Zeit gehen."
Oder auch folgendes Szenario im Meer:
Walfisch: "Was wollen wir heute tun, Fisch?"
Darauf der Thunfisch: "Du hast die Wahl, Fisch."

Haben Sie jemals „Teekesselchen" gespielt? Es lassen sich aus homonymen Wortpaaren Rätselfragen formulieren, wie beispielsweise: Was haben ein König und ein Apfelbaum gemeinsam?

Wenn wir das ganz genau untersuchen wollen, müssen wir eigentlich bei diesen mehrdeutigen Worten noch in Homonyme (sie haben eine unterschiedliche Herkunft und Bedeutung) und Polyseme (sie haben eine gemeinsame sprachliche Wurzel und/oder eine abgeleitete Bedeutung) unterscheiden – wie zum Beispiel der „Läufer" im Sport und beim Schach, oder das „Schloss" an die Tür oder als Bauwerk.

Wirklich haarig wird es dann auch, wenn Sie als Sprachtutor(in) in Italien die beiden Unterformen der Homonyme erklären wollen. Das sind zum einen Homographe, die gleich geschrieben, aber unterschiedlich ausgesprochen werden:

der Tenor (Stimmlage/Sänger – Betonung auf dem zweiten, langen Vokal)
der Tenor ( Grundhaltung – Betonung auf dem ersten, langen Vokal)
oder
übersetzen (in eine andere Sprache übertragen – Betonung auf dem dritten, kurzen Vokal)
übersetzen (einen Fluss überqueren – Betonung auf dem ersten, kurzen Vokal)

Zum anderen gibt es auch noch Homophone, die dann unterschiedlich geschrieben, aber gleich gesprochen werden:

die Wände (Mauern), die Wende (Umkehr)
der Leib (Körper), der Laib (Brot)
die Seite (wie linke Seite oder Buchseite), die Saite (Teil eines Musikinstruments)

Interessant ist auch folgender Satz: Können Sie sich auf jemanden verlassen, der Sie verlassen hat? Ist das Polysemie oder Homophonie? Das ist oftmals strittig und an dieser Stelle auch unwichtig, da es hier auf „Vertrauen" und „Gefühle" ankommt – interessant ist eher, dass es, obwohl das Wort einmal eine positive und einmal eine negative Bedeutung hat, im Deutschen dasselbe Wort ist.

Sie sehen schon, das ist nicht einfach und es gibt auch kein wirkliches Patentrezept dafür, wie man Nicht-Muttersprachlern, diese Dinge einfach näher bringen kann – ganz sicher aber kann man damit aber durchaus auch Spaß haben!

Tipps für eine sinnvolle Freizeitgestaltung als Au-Pair

von Judith Liehr

Plötzliche ist es so weit: Sie sind als Au-Pair im Ausland, alles ist neu und vor allem anders...wie geht man damit am besten um?

Sehr oft bekommen wir von unseren Au-Pairs, die gerade ins Ausland gereist sind, oder auch gerade aus dem Ausland hier in Deutschland angekommen sind, Nachrichten mit der Bitte, ihnen Kontaktdaten anderer Au-Pairs in ihrer Region mitzuteilen. Gleich vorweg, sofern Sie sich als Au-Pair im Ausland befinden, wenden Sie sich diesbezüglich bitte an Ihre lokalen Ansprechpartner – dort wird man Ihnen sicher gerne weiterhelfen.
Mir persönlich kommt dabei allerdings immer wieder ein ganz anderer Gedanke: würde ich, befände ich mich im Ausland, unbedingt nach kurzer Zeit schon Landsleute treffen wollen? Die Antwort darauf lautet ganz klar: Nein, würde ich nicht! Dazu muss ich ja nun wirklich nicht ins Ausland reisen.

Wir erleben es immer wieder – oft bilden sich regelrechte Gruppen, also nepalesische Au-Pairs im Raum Stuttgart, deutsche Au-Pairs in Cork, oder georgische Au-Pairs im Raum Frankfurt. Zuweilen spreche ich selbst mit der/dem einen oder anderen Au-Pair und empfehle dabei regelmäßig, den Fokus eher auf die neue Umgebung und vor allem die Menschen des Gastlandes zu richten. Der Nutzen, den Sie daraus haben ist definitiv ungleich höher, ganz angesehen davon, dass auch der Spracherwerb wesentlich besser fortschreitet, wenn man die eigene Muttersprache eine Weile möglichst wenig spricht. Aus diesem Grund heute ein paar Tipps :

1. Nabeln Sie sich ab

An dieser Stelle sind die Errungenschaften moderner Technik gemeint – skypen/chatten Sie nach Möglichkeit nicht ständig mit „zu Hause"! Selbstverständlich ist es nett, vor allem wenn man gerade ein bisschen Heimweh hat, mit der Familie oder mit Freunden zu sprechen. Sie sollten das aber möglichst einschränken und Ihre Aufmerksamkeit, vor allem am Anfang Ihrer Au-Pair-Zeit eher auf Ihre Gastfamilie und Ihre nähere Umgebung richten. So werden Sie sich ganz bestimmt auch schneller „heimisch" fühlen.

Nabeln Sie sich ab!

2. Sehenswürdigkeiten

Hier sind definitiv nicht nur sehr bekannte Dinge gemeint, denn es gibt überall auf der Welt interessante Dinge anzuschauen. Informieren Sie sich schon vor Ihrer Abreise über die neue Umgebung, schauen Sie gezielt nach
Dingen, die Sie interessieren. Sie können sich auch im Vorfeld schon einen Plan machen, welche Orte/Plätze Sie besuchen möchten.

3. Kultur

Ebenso können Sie sich bereits frühzeitig darüber informieren, welche kulturellen Ereignisse Ihr Zielort zu bieten hat. Selbst wenn Sie bis dato kein Freund von Theater/Museen oder Ausstellungen waren, nehmen Sie sich ruhig auch mal Zeit für Dinge, die Sie zu Hause bislang nicht, oder nur wenig, getan haben. Gehen Sie doch mal ins Kino und schauen Sie sich Filme in der Landessprache an – es ist nicht so schlimm, wenn Sie nicht jedes Wort verstehen. Sie werden auch auf diese Weise Ihr Zielland sehr viel besser kennenlernen.

4. Hobbies

Treiben Sie Sport? Fotografieren, singen oder malen Sie in Ihrer Freizeit? Sie sollten sich darüber informieren, ob es an Ihrem neuen Wohnort entsprechende Angebote/Vereine/einen Chor/Orchester o.ä. gibt. Oftmals ist eine Gastmitgliedschaft gar kein Problem und Sie können sicher sein, dort Menschen zu treffen, die Ihre Interessen teilen. Auch an dieser Stelle der Hinweis, dass es auch möglich ist, sich ein neues Hobby zuzulegen – je nachdem, was angeboten wird...trauen Sie sich, in Ihrer Zeit als Au-Pair im Ausland etwas Neues auszuprobieren!

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man, sofern man mit Landsleuten im Ausland zusammentrifft, eben doch dazu neigt, die eigene Sprache zu sprechen, anstatt sich mit der Fremdsprache „abzumühen". Auch habe ich schon ehemalige Au-Pairs gesprochen, deren Zeit sich dem Ende zuneigt und die erst zu diesem Zeitpunkt feststellen, dass sie eben doch einiges „verpasst" haben, weil sie eben die meiste Zeit damit verbracht haben, sich in „ihren eigenen Kreisen" zu bewegen. Denken Sie darüber nach und nutzen Sie die Chancen, die Ihnen Ihr Auslandsaufenthalt zu bieten hat!

Au-Pair oder Nanny – wo ist da eigentlich der Unterschied?

von Judith Liehr

Ist das einfach nur eine unterschiedliche Terminologie, denn es geht doch im Prinzip immer um Kinderbetreuung, oder?

Häufig wird der Begriff „Nanny" im alltäglichen Sprachgebrauch als Synonym für „Au-Pair" verwendet. Korrekt ist das aber dennoch nicht, denn in der Tat gibt es teilweise große Unterschiede, auf die ich mit diesem Blog-Beitrag eingehen möchte.

Das Allerwichtigste zuerst: ein Au-Pair ist immer Teilnehmer/in eines interkulturellen Lernprogramms, dies ist bei einer Nanny nicht zwangsläufig der Fall. Selbstverständlich gibt es auch Nannys, die bewusst im Ausland arbeiten, um beispielsweise Sprachkenntnisse zu erwerben bzw. zu vertiefen, oder die gerne eine andere Kultur aus erster Hand kennenlernen möchten – dies steht aber nicht zwangsläufig im Vordergrund.

Voraussetzungen Au-Pair / Nanny

Ein Au-Pair ist meist zwischen 18 und 25 Jahren alt (in manchen Ländern ist die Altersgrenze auch höher) und kann grundsätzliche auch Kinderbetreuungserfahrung nachweisen. Sei es durch Babysitting, unterschiedliche Praktika, oder auch ehrenamtliche Mitarbeit in Vereinen, Kirchen, o.ä. Eine Nanny hingegen ist meist etwas älter, ab ca. Mitte 20, ganz einfach deswegen, weil sie immer bereits eine Ausbildung in eine pädagogischen oder pflegerischen Bereich (beispielsweise als Erzieherin, Kindergärtnerin oder Kinderpflegerin) absolviert hat.
Beiden gemeinsam ist natürlich der Wunsch, Kinder betreuen bzw. mit ihnen arbeiten zu wollen. Während ein Au-Pair i.d.R. nicht länger als ein Jahr bei einer Gastfamilie lebt, ist der Arbeitsvertrag einer Nanny meist nicht von vornherein befristet.

Aufgabengebiet Au-Pair / Nanny

Ein Au-Pair unterstützt die Gastfamilie bei der Kinderbetreuung und auch bei der Erledigung einfacher Haushaltstätigkeiten. Auch eine Nanny betreut die Kinder einer Familie zu Hause. Sie versorgt und pflegt die Kinder, spielt mit ihnen und übernimmt Hol- bzw. Bringdienste. Ebenso wird sie üblicherweise auch im Haushalt helfen, z.B. Wäsche waschen oder Reinigungstätigkeiten übernehmen.

Ist das ein Au-Pair oder eine Nanny?

Erwartungen an ein Au-Pair / eine Nanny

An dieser Stelle gibt es wieder einen ziemlich großen Unterschied: eine Gastfamilie wird von einem Au-Pair nicht erwarten, dass sie/er von Anfang an und ohne große Einarbeitung die Kinder selbstständig betreuen wird – auch ihnen ist klar, dass es sich hier ja um ein „Lernprogramm" handelt, insofern ist ein Au-Pair-Jahr eher wie ein „Praktikum" zu sehen. Von einer Nanny hingegen, die ja eine „Fachkraft" ist, wird erwartet, dass sie vom ersten Tag an voll einsatzfähig ist und deutlich mehr an Verantwortung übernimmt, als dies von einem Au-Pair erwartet werden kann. Die Nanny sollte die Kinder quasi als „verlängerter Arm" der Eltern in deren Sinne erziehen – das kann von einem Au-Pair aufgrund der fehlenden Erfahrung und Fachkenntnisse nicht verlangt werden.

Leistungen an ein Au-Pair / eine Nanny

Neben der Integration in die Gastfamilie, sowie freier Kost und Logis, erhalten Au-Pairs ein Taschengeld, welches von Land zu Land unterschiedlich ist. Die Wochenarbeits- bzw. Mithilfezeit liegt meist deutlich unter der einer Nanny. Man muss an dieser Stelle zwischen zwei verschiedenen Varianten unterscheiden: der sogenannten „Live-in" und der „Live-out"-Nanny. Eine Live-in Nanny lebt im Haushalt der Gastfamilie, eine Live-out Nanny nicht. Demzufolge verdient eine Live-in Nanny, die den Status einer Mitbewohnerin genießt, weniger, da sie von Kost und Logis profitiert. Diese Form kommt natürlich ausländischen Nannys entgegen, die so keine eigene Wohnung suchen müssen. Eine Live-out Nanny dagegen hat eine größere Trennung von Beruf und Privatleben und ist damit oftmals unabhängiger.

Es hängt also am Ende ganz davon ab, welche Voraussetzungen man selbst mitbringt, um zu entscheiden, ob man sich für einen Au-Pair-Aufenthalt oder einen Nanny-Tätigkeit entscheidet. Auch auf Seiten einer Gastfamilie muss vor einer Entscheidung für ein Au-Pair oder eine Nanny durch das Anforderungsprofil festgelegt werden, ob eine professionelle Kinderbetreuung durch eine Nanny erforderlich ist, oder aber ob vorrangig Interesse an Kulturaustausch plus Mithilfe bei der Kinderbetreuung besteht, welches das Au-Pair verspricht!

Au-Pair – Jugendaustausch mit Risiko?

von kulturist

Pressemitteilung APSEV|16. Juli 2013

Ein Au-Pair-Jahr ermöglicht es, sowohl sprachliche, als auch interkulturelle und soziale Kompeten-zen zu erwerben. Dies sollte eigentlich in einem geschützten, gesetzlichen Rahmen möglich sein – wie aber sieht die Realität aus?

Au-Pair ist eines der ältesten und erfolgreichsten Kulturaustauschprogramme der Welt. Die Idee, mit ge-ringem finanziellen Aufwand, die Möglichkeit zu haben, die Sprache und Kultur eines fremden Landes kennen zu lernen, wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts geboren. Das Prinzip der Gegenseitigkeit, bringt Vorteile für die Au-pairs und Gastfamilien. Die Gastfamilie profitiert von der Hilfe des Au-pairs bei der Kinderbetreuung und einfachen Hausarbeiten. Das Au-pair lernt die Sprache des Gastlandes, entwi-ckelt ihre/seine Persönlichkeit im neuen Umfeld und lernt wichtige Grundlagen über Weltanschauung, Traditionen und Lebensgewohnheiten der Menschen in diesem Land. Ein enorm wichtiger Beitrag zur Völ-kerverständigung in unserer globalisierten Welt!

Damit diese Au-pair-Verhältnisse zu einem positiven Ergebnis führen, ist eine solide Vorbereitung, geziel-te Vermittlung und lückenlose Betreuung durch eine kompetente Agentur erforderlich.

Bis zum Jahr 2002 war deshalb eine Vermittlung, und damit verbunden auch die Erteilung des erforderli-chen Visums, an die Einschaltung einer zugelassenen Agentur erforderlich. Der Wegfall der Agentur-pflicht und der damit einhergehenden Lizenzpflicht für Au-Pair-Agenturen bedeutete einen erheblichen Qualitätsverlust dieses Jugendmobilitätsprogrammes. Die Neugründung von Agenturen, und reinen Inter-netplattformen, nahm sprunghaft zu. Schon bald stellte sich für viele Teilnehmer des Au-pair-Programms heraus, dass nicht immer die Absicht, jungen Menschen zu einer positiven Auslandserfahrung zu verhel-fen, im Vordergrund steht.

Um dieser ernsthaften Problematik zu begegnen, vereinigten sich Au-pair-Agenturen in nationalen und internationalen Fachverbänden, um mit der Verpflichtung zur Einhaltung von hohen Qualitätsstandards für Au-pairs und Gastfamilien den Schutz einer geprüften und gezielten Vermittlung zu gewährleisten.

Zur Qualitätssicherung der Au-Pair-Verhältnisse wurde im Jahr 2004 unter der Schirmherrschaft des Bun-desministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) die „Gütegemeinschaft Au Pair e.V." ins Leben gerufen, die seither an einer Verbesserung von Qualität und Transparenz im Au-Pair-Bereich arbeitet. So wurden zwischenzeitlich Standards für die Zertifizierung mit dem RAL-Gütezeichen für Agenturen entwickelt und verliehen.

Der Deutsche Bundesverband für Au-Pair-Vermittler (Au-pair Society e.V. / APSeV) ist Fördermitglied der Gütegemeinschaft, seine Vorstände und Mitglieder waren aktiv an der Erarbeitung dieser Standards be-teiligt. Der Bundesverband hat diese Standards und darüber hinaus auch, soweit mit den gesetzlichen Regularien in Deutschland vereinbar, die Standards von ECAPS (European Committee for Au Pair Stan-dards), dem der Verband als Vertreter Deutschlands angehört, in seine eigenen Standards implementiert. Alle Mitglieder der Au-pair Society e.V. verpflichten sich damit einer qualitativ sehr hochwertigen Arbeit und können sowohl den Au-Pairs, als auch ihren Gastfamilien, einen geschützten Rahmen für Programm bieten.

Der Bundesverband APSeV betreibt außerdem eine kostenlose, mehrsprachige Notruf-Hotline für Au-Pairs, die sich in einer akuten Notlage befinden. Über 90% der eingehenden Anrufe kommen allerdings von Au-Pairs, die ohne Agentur, d.h. über Internetplattformen, nach Deutschland gekommen sind. Die geschilderten Probleme sind vielfältig: da gibt es Au-Pairs, die nicht krankenversichert werden, denen der Besuch eines Sprachkurses untersagt wird, die nicht das vorgeschriebene Taschengeld erhalten, oder deren Arbeitskraft mit unbegrenzten Überstunden ausgenutzt werden. Dies sind nur relativ harmlose Fälle. Wirklich schwierig wird es für die jungen Menschen, wenn ihnen schon bei der Einreise nach Deutschland der Pass weggenommen und jeglicher Kontakt zur Außenwelt untersagt wird – wie im Falle der jungen Frau aus Indonesien, die 2010 vom Verband als „Au-pairs des Jahres" gekürt wurde nachdem eine der Mitgliedsagenturen sie aus ihrer misslichen Lage gerettet und an eine seriöse Gastfamilie vermittelt hatte.

Mit großer Besorgnis beobachten die Verbände die stetig wachsende Zahl der Vermittlungen über Inter-netportale. Das betrifft die Online-Vermittlungen junger Ausländer an deutsche Gastfamilien, wie auch die von jungen Deutschen, die ins Ausland gehen. Gerade der Weg ins Ausland ist riskant, wenn die Infor-mation, Vorbereitung und Betreuung von professionellen Agenturen im In- und Ausland fehlt. Sowohl der Bundesverband APSeV, als auch dem Weltdachverband IAPA (International Au Pair Association) sind zahlreiche Fälle bekannt, in denen es nicht nur um ein Nicht-Einhalten der allgemeinen Regularien von Au-Pair-Verhältnissen geht, sondern in denen Betrüger über solche Plattformen Kontakt zu Au-Pairs bzw. Gastfamilien aufgenommen haben und diese erfolgreich zur Kasse gebeten haben.

Seit Jahren schon bemüht sich der Bundesverband politische Entscheidungsträger für dieses Thema zu sensibilisieren und zu erreichen, dass dieses interkulturelle Lernprogramm unter einen besonderen Schutz gestellt wird. Bislang leider ohne Erfolg. Politisch wurden keine Maßnahmen für den Schutz der Au-pairs und Gastfamilien getroffen. Solange das Zustandekommen von Au-Pair-Verhältnissen durch den reinen Austausch von (nicht geprüften!) Basisdaten über das Internet möglich und legal ist, bleibt eine arbeits- und kostenintensive Zertifizierung qualifizierter Vermittlungsarbeit bloße Makulatur!

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Judith Liehr | liehr@apsev.de

12 wichtige Tipps zu Freiwilligenarbeit im Ausland

von Judith Liehr

"Wenn unsere Hoffnung auf eine bessere und sichere Welt mehr als reines Wunschdenken sein soll, brauchen wir mehr denn je das Engagement von Freiwilligen." Kofi Annan, ehem. UN Generalsekretär

Der Fokus bei jedem unserer Programme liegt auf den positiven Auswirkungen, die diese Auslandserfahrung auch für unsere Programmteilnehmer bedeuten sollte. Voraussetzungen dafür sind natürlich Information, Offenheit und die Bereitschaft, in eine andere Kultur eintauchen zu wollen. Aus diesem Grunde (und natürlich auch aus eigener Erfahrung) habe ich heute einige wichtige Tipps/Denkanstöße zusammengefasst, wobei der Schwerpunkt hier auf den zwischenmenschlichen Aspekten liegt.

1. Machen Sie sich die ökonomische Realität in Ihrem Zielland bewusst. Einige Baht, Pesos oder Rupien mehr oder weniger werden Sie sicher nicht in den Ruin treiben. Von einem Besucher, der in lokaler Währung etwa 100 Mal mehr verdient, als die Einheimischen, kann durchaus erwartet werden, dass er beispielsweise für einen Museumsbesuch, ein Essen oder ein Taxi ein paar Cent mehr bezahlt.

2. Geben Sie Kindern keine Geschenke, nur deren Eltern oder Lehrern. Wenn Sie der lokalen Kommune etwas zukommen lassen möchten (seien es Schulbücher, Stifte oder Arzneimittel), so informieren Sie sich vorher, was wirklich gebraucht wird und wer diese Dinge am sinnvollsten verteilen kann.

3. Achten Sie darauf, wofür Sie Ihr Geld ausgeben. Sie sollten Geschäfte, Restaurants etc. bevorzugen, welche die lokale Wirtschaft unterstützen um sicherzustellen, dass die Menschen dort direkt von Ihrem Besuch profitieren.

Achten Sie im Ausland darauf, wo Sie Ihr Geld ausgeben!

4. Nehmen Sie sich die Zeit, ein paar Floskeln in der Sprache des Ziellandes zu lernen, bevor Sie ins Ausland aufbrechen. Einfache Dinge wie Begrüßungen, „Bitte & Danke", oder Zahlen sind Dinge, die man auch noch während der endlosen Wartezeiten an Flughäfen und während der Reise lernen kann. Sie werden feststellen, dass ein wenig guter Wille und Engagement diesbezüglich Sie weit bringen wird.

5. „Können Sie mir helfen" ist in diesem Zusammenhang eine Frage, die Sie unbedingt in Landessprache äußern können sollten. Es ist beinahe ausgeschlossen, egal wo auf der Welt, dass ein anderer Mensch die direkte Bitte um Hilfe ignorieren wird. Zu helfen und andere zu ermutigen dies zu erwidern ist es ja im Prinzip, worum es hier geht.

6. Informieren Sie sich über die Traditionen und Tabus Ihres Ziellandes und respektieren Sie diese. Jede Kultur hat ihre eigenen Regeln, auch die Unsere für die Sie wiederum ein Botschafter sind - vergessen Sie das nicht.

7. Dämpfen Sie Ihren Ärger und kultivieren Sie stattdessen Ihren Sinn für Humor. Wut oder Ärger trifft man in der Tat sehr viel häufiger in westlichen Kulturen. Selbst wenn Ihnen dieses Gefühl im Moment hilft, so werden Sie damit weder den Respekt der Einheimischen erlangen, noch eine Verbesserung der Situation erreichen.

8. Entwickeln Sie ein Gefühl für die sozialen und politischen Probleme Ihres Ziellandes – es wird einen enormen Unterschied ausmachen, wenn Sie bereits bei Programmbeginn wissen, was die Menschen dort beschäftigt und berührt. Hierzu ist, neben der üblichen Vorbereitungsliteratur, auch das Lesen lokaler Zeitungen, die oftmals in englischer Sprache zu haben sind, bestens geeignet.

9. Handeln Sie fair und respektieren Sie dabei stets den Verkäufer. Bedenken Sie auch an dieser Stelle die wirtschaftliche Lage im Zielland. Ein Handel sollte am Ende stets sowohl den Käufer, als auch den Verkäufer zufrieden stellen – niemand sollte sich wirklich übervorteilt fühlen. In vielen Kulturen gehört der Handel zu einem Verkauf – es ist aber nicht wirklich ein „Schnäppchen" wenn eine Person sich ausgenutzt oder abgezockt fühlt.

Handeln Sie als Freiwillige/r fair!

10. Lernen Sie zuzuhören. Sowohl auf persönlicher, als auch auf internationaler Ebene ist die Fähigkeit wirklich zuzuhören, der Kern der Diplomatie. Viele Probleme auf der Welt entstehen daraus, dass Menschen sich ausgegrenzt fühlen. Hören Sie deshalb gut zu und zwar auch unterschiedlichsten Standpunkten.

11. Lernen Sie zu sprechen. Wir alle aus den westlichen Kulturen neigen dazu unsere Meinungen als absolute Wahrheiten zu äußern. Es ist oft sinnvoller Gespräche mit Einleitungen wie „Ich denke" oder „Meine Meinung ist" zu beginnen, anstatt mit „Wie jeder weiß".

12. Lassen Sie Ihre (Vor)Urteile über die Welt zu Hause. Die Bewohner unserer Welt werden Sie immer wieder mit Ihrer Großzügigkeit, ihrer Gastfreundschaft und ihrer Weisheit überraschen. Seien Sie offen für ihre Freundschaft und seien Sie sich unserer gemeinsamen Menschlichkeit, Freuden und Nöte bewusst.

Ein Auslandsaufenthalt als Freiwillige(r) ist sehr vielfältig, spannend und wird sicherlich positive Auswirkungen auf Ihre Persönlichkeitsentwicklung haben – Sie können aber durchaus auch Belastungen erleben, die Sie vorher unterschätzt haben. Aus diesem Grunde sollten Sie sich gewissenhaft und gründlich vorbereiten und über unterschiedlichste Aspekte informieren!

Au-Pair Workshop am 27. Juli in Alzey

von kulturist

Wer in den nächsten Wochen und Monaten als Au-Pair ins Ausland gehen will, kann sich hier intensiv vorbereiten, informieren und Kontakte knüpfen. Einfach eine Email an info@kulturist.com schicken - gerne senden wir dann den Flyer zu.

9 Gute Gründe, um als Au-Pair nach Neuseeland zu gehen

von Judith Liehr

Auf einer Fläche, die kleiner ist, als Deutschland, bietet das Inselarchipel unglaublich viel Abwechslung!

Nachdem ich in den vergangenen Monaten bereits darüber berichtet habe, welche Gründe dafür sprechen als Au-Pair nach Australien, oder als Au-Pair in die USA zu gehen, muss an nun natürlich Neuseeland folgen. Schließlich ist dies bei all denjenigen, die sich für einen Aufenthalt außerhalb Europas entscheiden, nach wie vor sehr beliebt.
Auch in Neuseeland haben wir zuverlässige und langjährige Partner, die ich gebeten habe, uns zu sagen, welche Gründe für einen Au-Pair-Aufenthalt dort sprechen.

1. Englisch

Natürlich – ebenso wie in den USA oder Australien ist das natürlich sehr wichtig. Ein Aufenthalt in Neuseeland als Au-Pair wird ganz sicher dazu beitragen, dass Sie automatisch Sprachsicherheit im Englischen erwerben.

2. Aotearoa und seine besonderen Arten

Das ist die Maori-Bezeichnung Neuseelands „The land of the long white cloud". Geologisch betrachtet beginnt die Geschichte des Landes schon vor etwa 680 Millionen Jahren, da es sich aber vor etwa 80 Millionen Jahren schon vom Urkontinent trennte, sind viele Arten hier gar nicht entstanden bzw. andere auch erhalten geblieben. Dies, in Verbindung mit der späteren Besiedlung, erklärt, warum die Pflanzen- und Tierwelt Neuseelands so einmalig ist – viele Arten gibt es nirgends sonst auf der Welt.

3. Vieles auf einmal sehen und erleben

In Neuseeland findet man traumhafte Strände und das Meer, Berge bzw. Gletscher, Vulkanlandschaften, geothermische heiße Quellen, subtropischen Regenwald und malerische Fjorde – und all das in relativ kurzer Distanz erreichbar. Kein Wunder, dass der „Herr der Ringe" hier gedreht wurde! Oft fühlt man sich, als würde man mehrere Länder gleichzeitig besuchen.

4. Maori Kultur

Neuseeland ist ein sehr junges Land und hat keine Geschichte zu bieten, wie beispielsweise viele europäische Länder. Die Maori-Kultur ist aber ein wichtiger Bestandteil im Leben der „Kiwis" und für jeden Besucher sicher ein dynamisches und einzigartiges Erlebnis.

Maori Schnitzerei

5. Ein Paradies für Outdoor- und Sport-Fans

Wer sich schon immer mal im Bungy-Jumping versuchen wollte, ist hier richtig aufgebogen – immerhin gilt Neuseeland als Erfinderland dieses Sports. Auch andere Sportarten, wie Rafting, Caving, Skydiving, Paragliding oder Trekking stehen hier hoch im Kurs und entsprechende Angebote sind allerorten zu finden.

6. Rugby

Ein bedeutender Bestandteil der neuseeländischen Kultur ist Rugby. Die Nationalmannschaft des Landes („All Blacks") steht seit Ende vergangenen Jahres auf Platz 1 der Weltrangliste. Eine Aussage dort lautet: "Rugby is our State Religion". Sicherlich wird Sie der „Haka" (Kriegstanz) der Mannschaften beeindrucken!

7. Natur(schutz)

Etwa ein Drittel der Landfläche Neuseelands steht unter Naturschutz – das ist soviel wie nirgendwo sonst auf der Welt. „Respekt vor dem Land und dem Mensch" ist eine zentrale Botschaft der Maori und eine Geisteshaltung, die man im ganzen Land erlebt.

Schild in der Nähe vom Ruapehu Vulkan

8. Kiwi-Mentalität

Die Menschen in Neuseeland sind sehr locker, entspannt und freundlich. Mit ethnischen Konflikten geht man hier vorbildlich um und Neuseeland wurde schon zum friedlichsten Land der Welt gekürt. Man mag Europäer/innen – Sie werden sich sicherlich willkommen fühlen.

9. mildes Klima

Auch das durchgehend milde Klima Neuseeland mit nur gering ausgeprägten Jahreszeiten hat sicherlich einen gewissen Reiz – vor allem für alle, die vor dem Winter flüchten wollen und sich vorstellen können, Weihnachten im Hochsommer, wenn die Pohutukawa-Bäume ihre verschwenderische, rote Blütenpracht zeigen, zu feiern.

Es gibt sicherlich noch weitere Gründe dafür, sich für das besonders vielfältige Paradies am anderen Ende der Welt (so sehen es übrigens auch die Neuseeländer selbst!) als Ziel für einen Au-Pair-Aufenthalt zu entscheiden – teilen Sie Ihre persönlichen Gründe mit uns!

Koffer packen – nicht immer einfach

von Judith Liehr

Langsam wird es ernst und das Auslandsabenteuer beginnt – was kann mit, was soll nicht mit in den Koffer?

Es ist schon klar, dass Sie für Ihren Auslandsaufenthalt, sei es als Au-Pair, Sprachtutor/in oder auch Freiwillige/r am Liebsten alles das, was Ihnen besonders wichtig ist, mitnehmen möchten. Vermutlich ist Ihnen auch im Vorfeld schon klar, dass das ohnehin nicht funktionieren wird – diese Erkenntnis wird allerdings zuweilen bis zur letzten Minute verdrängt und spätestens dann bricht Hektik aus. :)

Was soll in den Koffer?

Wir empfehlen daher, wirklich relativ langfristig zu planen:

  1. Informieren Sie sich rechtzeitig über die Witterungsverhältnisse zu den Jahreszeiten, die Sie im Ausland verbringen werden und passen Sie die Kleidung, die Sie mitnehmen wollen, entsprechend an. Beschränken Sie sich auf eine gut kombinierbare Grundausstattung, denken Sie aber auch an eine Abendgarderobe o.ä. und Sportbekleidung.
  2. Planen Sie Ihre Gastgeschenke sorgfältig – auch im Hinblick auf das Gewicht.
  3. Packen Sie nur eine Grundausstattung an Toilettenartikeln ein – all das kann man auch im Ausland nachkaufen. Vielleicht nicht die gewohnte Marke, aber sicherlich Alternativen.
  4. Auch in Ihre Reiseapotheke gehört nur das Allernotwendigste, es sei denn Sie müssen beispielsweise spezielle Medikamente nehmen.

Was soll nicht in den Koffer?

Nun kommen wir zu Dingen, die man definitiv nicht mitnehmen muss:

  1. Brot! Ja – ich weiß aus eigener, leidvoller Erfahrung, dass es nur wenige Tage dauert, bis man unser wunderbares , dunkles Brot vermisst. Und zwar überall auf der Welt! Da es aber ohnehin nicht möglich ist, es in ausreichender Menge mitzunehmen, vergessen Sie es am Besten einfach und beginnen sofort damit, sich umzustellen. So manche/r hat ähnliche Probleme mit süßem Senf, Lebkuchen oder Bratwürsten – hier ein kleiner Tipp: gehen Sie in ein deutsches Restaurant und bestellen Sie sich genau das Essen, welches Sie am wenigsten mögen – denken Sie dann daran, dass die Speisen im Gastland ganz sicher besser sind.

    Pumpernickelbrot

  2. Bücher nehmen wir ja immer gerne mit, aber denken Sie daran: Sie fahren diesmal nicht nur für kurze Zeit in den Urlaub. Nehmen Sie daher bestenfalls ein Wörterbuch oder Ihre Lehrbücher zur Sprache Ihres Gastlandes mit und lesen Sie später neue Bücher in Landessprache. :)
  3. Elektrokleinkram – darauf kann man durchaus verzichten. Viele Geräte funktionieren, je nach Zielland, mit Stromadaptern ohnehin nur mäßig. Im Notfall kann man so etwas vor Ort ebenso neu kaufen, wie Schreibwaren, Duftkerzen und ähnlichen Krimskrams.
  4. Schuhe (und Handtaschen) sind bei Frauen ein heikles Thema. Ich habe mir sagen lassen, dass es durchaus möglich sei, vorerst mit weniger als zehn paar Schuhen und drei Handtaschen auszukommen. Nebenbei bemerkt: wer beispielsweise nach Italien oder Spanien reist, findet dort sehr schnell Ersatz.

Vor 14 Tagen meldete sich eine junge Dame bei uns, die derzeit als Au-pair in Australien ist. Sie habe nun etwa doppelt so viel Gepäck, wie vor ihrer Abreise und wollte nun wissen, wie sie das am günstigsten nach Hause transportieren könne... Dies ist nämlich ein anderer wichtiger Punkt: packen Sie nicht bis zum maximalen Limit, denn Sie werden sicher das eine oder andere von Ihrem Auslandsaufenthalt mit nach Hause nehmen wollen. Und hier sind diesmal nicht die, immer wieder besprochenen, immateriellen Werte gemeint!

Deutsche Au-Pairs im Ausland – nach wie vor beliebt!

von Judith Liehr

Viele junge Deutsche entscheiden sich vor Studien- oder Ausbildungsbeginn für eine Auslandserfahrung als Au-Pair.

Ein wirklich sehr altes Sprichwort besagt: „Gehe in die Welt und rede mit jedem" – es enthält damit gleich mehrere gute Gründe dafür, ins Ausland zu reisen. Zum einen natürlich die Gelegenheit neue Bekanntschaften zu machen und andere Kulturkreise kennenzulernen, zum anderen aber auch eben eine andere Sprache zu lernen. In der Schule wird der Grundstein für Fremdsprachen gelegt, um sie jedoch wirklich gut sprechen zu können, muss man mit den Menschen des jeweiligen Sprachkreises kommunizieren – am Besten im Ausland und im alltäglichen Leben. Eine Au-Pair-Tätigkeit im Ausland ist dazu eine hervorragende Möglichkeit.

Wussten Sie, dass Deutschland im Au-Pair-Bereich das Entsenderland Nummer Eins ist? Man sollte es kaum glauben, vor allem vor dem Hintergrund, dass andere Länder wie z.B. China sehr viel größer sind. Dies ist aber nun schon seit Jahren so und die Anzahl derjenigen, die sich für ein Au-Pair-Programm entscheiden, steigt nach wie vor an.

Deutsche Au-Pairs bleiben mehrheitlich in Europa

Die USA und Großbritannien sind nach wie vor die beliebtesten Zielländer deutscher Au-Pairs, gefolgt von Frankreich, Spanien und Irland und das trotz der teilweise schwierigen, wirtschaftlichen Lage in diesen Ländern. In Gesprächen mit unseren potentiellen Au-Pairs stellen wir immer wieder fest, dass die meisten sich wohl darüber im Klaren sind, dass die Anzahl der möglichen Gastfamilien in einem von wirtschaftlichen Problemen betroffenen Land, etwas niedriger sein könnte. Ein anderer Punkt hingegen ist ihnen oftmals nicht wirklich bewusst: so entscheiden sich derzeit aus einem Land bei beispielsweise Spanien deutlich mehr junge Menschen für einen Au-Pair-Aufenthalt in England, als das früher der Fall war – einfach, weil sie keinen Job haben und diese Zeit dann sehr gut zum Spracherwerb nutzen können. Das heißt wiederum, dass die Gastfamilien in Großbritannien oder auch Irland sehr viel mehr Bewerber(innen) zur Auswahl haben. Wir raten unseren Programmteilnehmern/innen daher stets, ein wenig Zeit und Mühe in ihre Bewerbungsunterlagen, vor allem in den Brief und die Auswahl der Fotos sowie ihre Referenzen zu investieren – es lohnt sich durchaus. Deutsche Au-Pairs sind nach wie vor sehr beliebt – auch wenn es Ihnen vielleicht so vorkommt, als sei die eine oder andere Charaktereigenschaft, die uns im Allgemeinen zugeschrieben wird, vielleicht ein wenig „abgegriffen" – so sind dies genau die Dinge, die man im Ausland schätzt. :)

Flugzeug

Auslandsaufenthalte während der weiteren Ausbildung

Bildungsexperten plädieren mit Blick auf die Globalisierung der deutschen Wirtschaft für Internationalisierungsstrategien. Es sei zunehmend ein „internationaler Habitus" im Sinne eines „Weltbürgertums" gefragt. So gehört für viele deutsche Studenten ein Jahr im Ausland fest zur Studienplanung. Laut einer Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) im Auftrag der Bundesregierung und des deutschen Studentenwerks (DSW) hatte fast jeder fünfte Student im Diplom- oder Magisterstudium (23 Prozent) und rund jeder sechste Anwärter auf ein Staatsexamen (18 Prozent) bereits im Ausland studiert oder ein Praktikum absolviert. Man geht davon aus, dass die Gruppe der international mobilen Studenten weiter wachsen wird – derzeit studieren rund 3,7 Millionen Menschen außerhalb ihrer Heimat und bis zum Jahr 2025 sollen es acht Millionen werden.

Aber auch bei Auszubildenden deutscher Unternehmen werden Auslandsaufenthalte immer beliebter. So haben nach Angaben des Bundesbildungsministeriums (BMBF) im vergangenen Jahr mehr als 20.000 Azubis aus Deutschland im Rahmen des europäischen Leonardo-da-Vinci-Programms einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland gemacht. Auch hier stand Großbritannien an erster Stelle, anschließend dann Spanien, Frankreich und Italien.

Schließen möchte ich heute mit einem weiteren, alten und sehr bekannten Sprichwort: „Die Welt ist wie ein Buch. Wer nicht reist, hat nur eine Seite gelesen." Die Welt ist so vielseitig – wir leben nur in einem kleinen Teil und wer nicht den Mut oder die Flexibilität hat, diesen zu verlassen, wird andere Welten nicht kennenlernen.

Interview mit Frau Troniak von der ZAV Frankfurt/Trier

von Judith Liehr

Immer wieder sprechen wir im Bereich Jugendmobilität über die zunehmende Bedeutung des Erwerbs von interkulturellen und sprachlichen Kompetenzen. Um in diesem Kontext möglichst vielfältige Informationen und Standpunkte zusammenzutragen, möchte ich in dem kommenden Monaten Experten aus unterschiedlichen Bereichen zu ihrer Meinung befragen.

EURES, das im Jahr 1993 gegründet wurde, ist ein Kooperationsnetz zwischen der Europäischen Kommission und den öffentlichen Arbeitsverwaltungen der EWR-Mitgliedstaaten. Aufgabe dieses Netzes ist es, Informationen, Beratung und Vermittlung für Arbeitskräfte und Arbeitgeber sowie generell alle Bürger anzubieten, die vom Recht auf Freizügigkeit innerhalb Europas Gebrauch machen möchten. Fachkräfte für den heimischen Arbeitsmarkt werden häufig im europäischen Ausland rekrutiert und andererseits stellt sich gerade jungen Menschen nach Beendigung ihrer Schulausbildung, die Frage, wo sie eines Tages tatsächlich arbeiten werden.

Frau Dr. Maria Troniak vom Internationalen Personalservice der ZAV (Zentrale Auslands- und Fachvermittlung) in Frankfurt ist EURES-Beraterin und spricht selbst, neben Deutsch, auch Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch.

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Guten Tag, Frau Troniak! Ich habe gelesen, dass Sie als EURES-Beraterin sowohl Arbeitssuchenden, als auch Arbeitsgebern Information und Beratung in allen Fragen der Arbeitskräftemobilität auf nationaler und grenzüberschreitender Ebene, sowie Vermittlung anbieten.

Dazu gleich meine erste Frage: Haben Sie den Eindruck, dass die Menschen innerhalb Europas tatsächlich immer mobiler werden, was ihren Arbeits- bzw. Lebensort anbelangt und woran liegt das nach Ihrer Einschätzung?

Troniak: Das stimmt, in den Zeiten der Globalisierung und zunehmender Internationalisierung der Arbeitsmärkte werden Menschen immer mobiler bzw. müssen mobiler werden. Dank der angestrebten Harmonisierung der Sozialversicherungssysteme innerhalb der EU ist auch der Arbeitswechsel zwischen verschiedenen Ländern wesentlich einfacher geworden, was noch zusätzlich von der Infrastruktur innerhalb Europas unterstützt wird. Und selbstverständlich fördern die offenen Grenzen innerhalb Europas, sowie visafreie Einreisemöglichkeiten in die meisten außereuropäischen Länder diese Mobilität, was natürlich neugierigen jungen Leuten hervorragende Chancen gibt, die Welt zu erkunden, die es vor 20-30 Jahren noch nicht gab.

Wie wichtig sind gute Fremdsprachenkenntnisse auf dem heutigen Arbeitsmarkt?

Troniak: Die Bedeutung der Fremdsprachkenntnisse wird deutlich, wenn man Stellenanzeigen innerhalb Deutschlands betrachtet. Dass gute Englischkenntnisse zu der Standardausstattung eines Büromitarbeiters gehören, ist mittlerweile selbstverständlich. Jedoch zunehmend wird die Beherrschung mehrerer Sprachen in den Branchen erwartet, die ursprünglich gar nicht von der Internationalisierung von wirtschaftlichen Strukturen betroffen waren, zum Beispiel bei den diversen Dienstleistern vor Ort: Frisören oder Physiotherapeuten. Dies ist auch ein Beweis dafür, dass unsere Gesellschaft immer internationaler wird. Ich weiß leider nicht, ob es konkrete statistische Angaben zu diesem Thema gibt, aber der allgemeine Trend ist nicht zu übersehen.

Ist interkulturelle Kompetenz etwas, das tatsächlich beispielsweise von Arbeitgebern nachgefragt wird bzw. welchen Stellenwert hat diese Kompetenz auf dem europäischen Arbeitsmarkt?

Troniak: Internationale Erfahrungen in Verbindung mit einschlägiger Ausbildung bzw. Berufserfahrung und regionaler Mobilität bieten den Arbeitnehmern hervorragende Einstellungschancen, nicht nur auf dem europäischen Arbeitsmarkt, sondern auch weltweit. Unser EURES-Netzwerk bemüht sich seit Jahren um Ausgleich zwischen Arbeitsangebot und -nachfrage innerhalb der EU, und natürlich wissen wir, dass genau solche Eigenschaften in Verbindung mit Fremdsprachenkompetenzen die Fachkräfte konkurrenzfähig machen. Genau deshalb machen wir bei unseren Informationsveranstaltungen im Ausland junge Leute, die in Deutschland arbeiten möchten, darauf aufmerksam.

Frau Troniak, Sie selbst sprechen mehrere Sprachen. Wie haben Sie das geschafft? Haben Sie diese Sprachen in der Schule bzw. der Universität erlernt, oder waren Sie im Ausland?

Troniak: Ich komme ursprünglich aus Sankt-Petersburg in Russland. Als der Eiserne Vorhang Ende der 80er fiel, ging ich noch zur Schule. Ich hatte das große Glück, dass diese Schule als Schwerpunkt englische Sprache und Kultur hatte, was natürlich meine Kindheit und Jugend geprägt hat. Shakespeare und Wilde im Original gehörten zum Alltag genauso wie Tolstoj und Dostojewski. Als zweite Sprache wählte ich Französisch, weil mir einfach der Klang diese Sprache gefiel. Meine Familie hatte keine Mittel, um meine Auslandsaufenthalte zu finanzieren, deshalb musste ich Stipendien beantragen, um überhaupt ins Ausland gehen zu können, was damals, noch ohne Internet zu Hause sehr mühevoll war. Die aufwendigen Visaformalitäten kamen dazu. Trotzdem ist es mir gelungen, mit 19 Jahren als Studentin in London zu landen. Später habe ich festgestellt, dass Deutschland wesentlich mehr Stipendien vergab, als Großbritannien; also war die Entscheidung, Deutsch zu erlernen, rein pragmatischer Natur. Zwei Jahre später durfte ich mein Praktikum bei einer deutschen Großbank absolvieren, was natürlich eine starke Verbesserung der Deutschkenntnisse bedeutete, was für meinen späteren Weg in die Wissenschaft bzw. freie Wirtschaft, entscheidend war. Spanisch lernte ich zuletzt für meine Arbeit, da unser ZAV-Standort in Frankfurt für Zusammenarbeit mit spanischsprachigen Ländern zuständig ist. Und da ich davon überzeugt bin, dass man die Sprachen am besten vor Ort lernen kann, habe ich meinen ersten richtigen Spanischkurs in Ecuador absolviert. Meine Hauptarbeitssprachen zur Zeit sind Deutsch, Englisch und Spanisch. Wenn eine Anfrage in französischer Sprache kommt, freue ich mich. Ganz ironisch finde ich, dass meine Muttersprache gar nicht zur Anwendung kommt, da Russisch keine offizielle Sprache der Europäischen Union ist. Aber dafür kann ich Unterlagen in anderen slawischen Sprachen lesen, z.B., Bulgarisch oder Slowakisch.

Einen Auslandsaufenthalt sollte man ja stets gut vorbereitet antreten. Was würden Sie jungen Menschen an dieser Stelle gerne mit auf dem Weg geben?

Troniak: Auf der einen Seite, haben junge Leute heutzutage mehr Möglichkeiten ins Ausland zu gehen, als je zuvor. Auf der anderen Seite bereitet genau diese Vielfalt Kopfzerbrechen. Um eine richtige Entscheidung zu treffen, sollte man sich zuerst umfangreich informieren – entsprechend Anforderungen, Präferenzen und nicht zuletzt den finanziellen Möglichkeiten. Mit einer Vorbereitung sollte man 12 Monate vorher beginnen, da es einige Programme gibt, die sehr kurze Bewerbungsfristen haben, oder Visakontingente, die zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgeschöpft sein können. Auch die Frage der Versicherungsmodalitäten soll geklärt werden, dies betrifft in der ersten Linie Kranken- und Sozialversicherung. Was passiert im schlimmsten Fall? Wo befindet sich die nächste deutsche Vertretung? Habe ich Kopien meiner Reiseunterlagen dabei? Wann kehre ich zurück und wohin? Das sind wesentliche Fragen, auf die man Antworten haben muss, und zwar bevor man ausgereist ist. Das Wichtigste aber, was ich jungen Leuten ans Herz legen möchte, ist meine Erfahrung, dass man eine neue Fremdsprache am erfolgreichsten lernen kann, wenn man andere (insbesondere seine Muttersprache) „ausschaltet". Das bedeutet eine enorme Überwindung, was vor allem die Gestaltung von Freizeitaktivitäten betrifft. Was könnte schöner sein, als am Abend mit deutschen Kollegen oder Kommilitonen auszugehen?! Genau das sollte man vermeiden, selbst wenn man am Abend die Landessprache nicht mehr hören kann und der Kopf nach einem anstrengenden Tag brummt. Natürlich muss man auch individuelle Fähigkeiten berücksichtigen, aber spätestens nach zwei-drei Monaten gibt es dafür Erfolgsergebnisse.

Erwartungen an Au-Pairs aus Georgien

von Judith Liehr

Ihre Heimat liegt im Spannungsfeld verschiedener Einflüsse zwischen Europa und Asien – ihr Alphabet gehört zum Weltkulturerbe.

Ebenso wie mit der Mongolei verbindet mich mit Georgien eine sehr lange und erfolgreiche Partnerschaft. Die Au-Pairs kommen zum größten Teil aus Tiflis, der Hauptstadt des Landes – einige auch aus Kutaissi, der zweitgrößten Stadt Georgiens.
Georgien zählte im Jahr 1991 zu den ersten Republiken der ehemaligen Sowjetunion, die ihre Unabhängigkeit erklärten. Bis zu diesem Zeitpunkt galt die Wirtschaft des Landes als verhältnismäßig stark. Anschließend hat sich, wegen einiger interner Konflikte infolge der Unabhängigkeitserklärung, der fehlenden Transferleistungen aus Moskau und dem erschwerten Zugang zu den Märkten der ehemaligen Sowjetunion, die Lage leider verschlechtert und das Land erholt sich bis heute nur langsam. Allerdings gibt es in Georgien ein gut entwickeltes Netzwerk von Bildungsinstitutionen und das Land bemüht sich sehr um Bildungschancen – vor allem im Bereich der höheren Bildung. Es besteht eine Schulpflicht bis zur 8 Klasse und seit dem Schuljahr 2011/2012 wurde Englisch als Pflichtfach ab der ersten Grundschulklasse eingeführt.

Damit Sie eine Vorstellung von den jungen Menschen gewinnen können, die als Au-Pair aus Georgien nach Deutschland kommen möchten, habe ich unsere Partner in Tiflis befragt. Sie sind selbst studierte Germanistinnen und bereiten alle Au-Pairs sowohl sprachlich, als auch was die Anforderungen des Programms an sich anbelangt, sehr intensiv auf ihren Auslandsaufenthalt vor.

Wie bereiten sich die Au-Pairs auf den Aufenthalt in Deutschland vor und wie lange dauert der ganze Vorbereitungsprozess in etwa?

„Programmteilnehmer/innen benötigen meist ein bis zwei Jahre um sich auf die Prüfung beim Goethe-Institut in Tiflis vorzubereiten. Die meisten unserer Bewerber/innen sind sehr ehrgeizig und möchten ihren Test natürlich mit einer möglichst hohen Punktzahl abschließen. Diejenigen, die Deutsch schon in der Schule erlernt haben, benötigen oft nur eine Vorbereitungszeit von einem knappen halben Jahr. Während dieser Zeit, sammeln alle, die das vorher noch nicht ausreichend getan haben, noch Erfahrungen in der Kinderbetreuung."

Tbisili in Georgien

Was sind wichtige kulturelle Unterschiede, die man als Gastfamilie kennen sollte, wenn man ein Au-Pair aus Georgien einlädt?

„Junge Menschen in Georgien sind es von Kindheit an gewohnt, ihrer Familie bei der Hausarbeit und ggf. auch bei der Kinderbetreuung zu helfen. Die meisten Jugendlichen sind sehr fleißig und zielstrebig. Georgier sind meist traditionsbewusst und sehr stolz auf ihr Land. Wer das Land verlässt tut das meist nur zu Ausbildungszwecken, oder um im Ausland zu arbeiten – die meisten kehren früher oder später wieder nach Hause zurück. Georgien hat eine jahrhundertealte, christliche Kultur (die meisten Menschen gehören dem orthodoxen Glauben an), die Menschen dort sind ganz besonders gastfreundlich."

Gibt es Unterschiede in der Kinderbetreuung?

„In einer georgischen (Groß-)Familie stehen die Kinder im Mittelpunkt und werden von der ganzen Familie mit Liebe und Aufmerksamkeit erzogen. Sehr große Unterschiede gibt es nicht, zuweilen sind die Kinder in Georgien evtl. ein wenig zugänglicher."

Wo sind Unterschiede in der Ernährung zu finden?

„Das Essen in Georgien ist meist intensiver gewürzt (Salz, Pfeffer, Knoblauch und Zwiebeln). Einen sehr hohen Stellenwert in der georgischen Küche haben selbst hergestellte Teigwaren (z.B. „Chatschapuri", Teig mit Käse) und nach wie vor Bot, das auf dem Land oft noch in den typischen, runden Steinöfen („Tone") aus eigenem Getreide gebacken wird."

Georgische Teigtaschen

Was versprechen sich die Au-pairs von einem Aufenthalt in Deutschland?

„An erster Stelle steht für sie ganz sicher, eine andere Kultur und Lebensart kennenzulernen - sehr gerne vermitteln sie aber auch etwas von ihrer eigenen Kultur. Sie möchten natürlich auch ihre Sprachkenntnisse erweitern oder vertiefen und viele von ihnen möchten eines Tages im Ausland studieren. Wichtig ist es den meisten auch, selbstständig zu werden und Lebenserfahrung zu sammeln."

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesem Beitrag einen kleinen Eindruck verschaffen. Sollten Sie ein Au-Pair aus Georgien einladen, so werden Sie sicherlich noch sehr viel mehr Interessantes über das Land zwischen Europa und Asien erfahren!

Wie lässt sich Freiwilligenarbeit im Ausland finanzieren?

von Judith Liehr

Ein Problem, mit dem sich viele Interessenten/innen konfrontiert sehen – es gibt aber auch dafür Lösungsansätze.

Es ist richtig, dass diese Freiwilligenprogramme Geld kosten – warum das so ist und wie sich diese Preise zusammensetzen, darauf bin ich an dieser Stelle vor einigen Wochen schon eingegangen. Nicht Jede/r hat Eltern, die es sich leisten können oder wollen, Ihren Kindern ein solches Programm (komplett) zu finanzieren. Über dieses Thema habe ich natürlich schon viele Gespräche mit Interessenten/innen unserer Programme geführt. Einige Programmteilnehmer/innen waren an dieser Stelle recht einfallsreich und so konnte ich im Laufe der Zeit einige Ideen sammeln, die ich Ihnen heute als Denkansätze weitergeben möchte und die Ihnen vielleicht einen Weg zum Auslandsaufenthalt Ihrer Wahl aufzeigen.

Wie „teuer" aber ist Freiwilligenarbeit im Ausland wirklich?

Überlegen Sie sich einmal in Ruhe, welchen Betrag Sie zu Hause pro Monat für Ihren eigenen Bedarf aufgeben. Wenn Sie bedenken, dass hierzulande der Besuch eines Cafés kaum unter knapp 10 Euro zu haben ist, sollten Sie dem gegenüberstellen, dass Sie in den meisten Ländern, in denen Freiwilligenprojekte angeboten werden, für diesen Preis die Verpflegung für einen ganzen Tag zu haben ist. Ganz abgesehen davon, dass diese bei vielen der Programmen bereits ganz oder teilweise inbegriffen ist. Welchen Betrag würden Sie veranschlagen, wenn Sie zu Hause einen ganzen Tag frei haben und einen Ausflug machen oder etwas besichtigen wollen? Wenn Sie sich im Ausland befinden und dort Zeit zu einem Ausflug haben, werden Sie meist sehr viele Möglichkeiten haben, die keine oder nur sehr geringe zusätzliche Kosten verursachen – schon allein deswegen, weil ohnehin alles neu für Sie sein wird und Sie keinen großen Aufwand haben werden, etwas Interessantes zu entdecken. Sofern Sie nicht mehr zu Hause wohnen, könnten Sie, sofern Sie lange genug im Voraus planen, Ihre Wohnung oder Ihr Zimmer für die Zeit Ihres Auslandsaufenthaltes untervermieten. Das Gleiche gilt für den Fall, dass Sie ein eigenes Fahrzeug haben – Sie könnten es einer zuverlässigen Person in Ihrer Verwandtschaft oder im Freundeskreis gegen einen kleinen Obolus für diese Zeit überlassen.

Suchen Sie „Sponsoren" für Ihr Projekt!

Die Idee des „Fundraising" ist in anderen Ländern schon weitaus verbreiteter, als das bei uns der Fall ist. Ich selbst habe im vergangenen Jahr erstmals eine junge Dame getroffen, die sich so ihren Auslandsaufenthalt in Südamerika finanziert hat. Auch das bedarf natürlich einer längerfristigen Planung. Zunächst einmal sollten Sie ein Projekt-Profil erstellen, in dem Sie potentiellen Interessenten Ihren Plan/Ihr Projekt vorstellen. Vergessen Sie dabei nicht darzustellen, warum dies für Sie wichtig ist und was Sie sich davon versprechen – erwähnen Sie auch, welche Mittel Sie benötigen. Mögliche Sponsoren finden sich sowohl im Verwandten-, als auch im (weiteren) Bekanntenkreis, aber vielleicht sogar in Unternehmen, zu denen Sie bereits Kontakt haben oder in der Zukunft haben wollen. Überlegen Sie, ob es in Ihrer Region Unternehmen, Geschäfte o.ä. gibt, die in irgendeiner Form eine Verbindung zu Ihren Plänen haben können, oder für die es vorteilhaft wäre, sich mit dem Sponsoring Ihres Projektes „zu schmücken". Während Ihrer Zeit im Ausland könnten Sie dann einen Blog schreiben und diesen regelmäßig an alle Ihre Sponsoren weitergeben, sodass dieser Personenkreis an Ihrem Abenteuer teilhaben kann.

Sammeln Sie Geld für Freiwilligenarbeit!

Der klassische Weg

Arbeiten bzw. jobben Sie, um Ihr Ziel zu erreichen. Etwas, das Sie selbst erarbeitet haben, wird am Ende einen höheren Stellenwert für Sie haben, als hätte man es Ihnen quasi ohne eigenes Zutun „geschenkt". Es ist oftmals nicht wirklich einfach, Geld zu sparen – zumindest fällt es zuweilen schwer, dies über einen längeren Zeitraum zu tun, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Sie sollten bedenken, dass eine Auslandserfahrung, wie beispielsweise Freiwilligenarbeit, auch von großem Nutzen für Sie selbst sein wird. Es ist ja nicht nur so, dass Sie durch Ihr Engagement einen Beitrag leisten – Sie erhalten auch etwas zurück. Sie werden ganz bestimmt unvergleichliche Erfahrungen sammeln, Neues über sich selbst lernen, manche Dinge in Ihrem Leben in der Zukunft anders sehen bzw. bewerten und nicht zuletzt Ihren Lebenslauf bereichern. All das hat auch einen nicht unerheblichen Wert, der selbstverständlich nur schwer mit Geld zu messen ist.

Sie sehen, wenn Sie vorausschauend planen und über Ihren Schatten springen, dass es doch einfacher ist, Freiwilligenarbeit im Ausland zu finanzieren, als Sie es sich vermutlich gedacht haben. Sie sollten sich an dieser Stelle natürlich nicht nur auf meine Ausführungen verlassen – recherchieren Sie und fragen Sie herum! Es gibt sicherlich noch die eine oder andere Idee, die ich hier nicht genannt habe und wie immer, freue ich mich natürlich, wenn Sie uns an Ihren Einfällen teilhaben lassen.

Work & Travel – warum und für wen?

von Judith Liehr

Eine andere Kultur in allen Facetten kennenlernen, Fremdsprachenkenntnisse vertiefen, Arbeitserfahrung sammeln und reisen – all das lässt sich durch dieses Programm ermöglichen.

Nicht für jede/n ist ein Au-Pair-Aufenthalt das richtige Programm, um andere Länder kennenzulernen und sich einen längeren Auslandsaufenthalt selbst zu finanzieren. Der/die eine oder andere hat vielleicht keine Kinderbetreuungserfahrung, möchte lieber nicht in einer Gastfamilie wohnen oder an einen Ort gebunden sein. Andere wiederum bevorzugen einen Job, bei dem sie wirklich „zupacken" können. Ganz sicher steht die Möglichkeit des Herumreisens häufig im Vordergrund und oftmals möchten gerade junge Auslandsreisende zunächst herausfinden, welche Art von Arbeit sie sich für ihre weitere Zukunft vorstellen. Es gibt viele verschiedene Gründe dafür, dieses Programm zu wählen und auch unterschiedliche Möglichkeiten, es zu organisieren.

Was hat Work & Travel zu bieten?

Wie der Name des Programms schon sagt zunächst einmal natürlich Arbeitserfahrung und die Möglichkeit, durch intensives Herumreisen ein Land wirklich kennenzulernen. Das alles natürlich sehr viel intensiver, als durch eine Reise, weil Sie ja auch den landestypischen Arbeitsalltag erleben werden. Dies schult Ihr interkulturelles Verständnis und Ihre Weltoffenheit. Sie werden vielleicht zum ersten Mal erleben wie es ist, sich etwas selbst zu erarbeiten und Ihre Reisen so weitgehend selbst finanzieren können. Sie sollten sich generell vor Antritt Ihres Auslandsaufenthaltes ein finanzielles Polster zulegen, da man bei der Einreise in manche Länder (wie beispielsweise) Australien ein entsprechendes Guthaben vorweisen muss. Ganz sicher werden Sie auch einige soziale Kompetenzen erwerben, wie beispielsweise Durchhaltevermögen, Anpassungsfähigkeit, Toleranz und Organisationsfähigkeit. Sie werden lernen sehr viel selbstständiger, kommunikativer zu sein und sich in komplett in neue Situationen hineinzudenken, denn das lernt man am besten im Ausland, wenn man auf sich allein gestellt mit einer fremden Umwelt konfrontiert wird.

Flexibilität – neben den formalen Voraussetzungen unbedingt notwendig

Auch die Gestaltungsmöglichkeiten für dieses Programm sind sehr vielfältig. Für manche Jobs ist es beispielsweise notwendig, bereits Arbeitserfahrung nachweisen zu können, andere Arbeitsgeber sind bereit, Teilnehmer des Work & Travel Programms zu schulen. Eine weitere Alternative ist es, vor Antritt des ersten Jobs an einer entsprechenden Schulung teilzunehmen. Kaum ein/e Programmteilnehmer/in hat vor Antritt beispielweise eines Work & Travel Programms in Australien überhaupt wirklich anstrengende, körperliche Arbeit verrichtet. Nicht jede/r hatte zuvor Gelegenheit herauszufinden, wie man einen Bulldozer bedient, oder Schafe zusammentreibt. Nicht nur, dass die Meisten noch nie Farmen in Ausmaßen, wie sie dort im Outback üblich sind, gesehen haben – ganz sicher kann man sich im Voraus nicht vorstellen wie es sein würde, kilometerlange Zäune zu setzen bzw. instand zu setzen. Bedenken sollte man in jedem Fall, dass es sich hier stets um Aushilfs- oder Gelegenheitsjobs handelt und dass gerade ein Land wie Australien besonders beliebt ist. Das heißt, dass es für diese Jobs, abgesehen natürlich von einheimischen, auch viele Bewerber/innen aus aller Welt gibt. Es ist daher sinnvoll, sich von vornherein darauf einzustellen auch Jobs anzunehmen, an denen man zu Hause eher kein Interesse hätte. Denken Sie daran: Hier ist die Arbeit einerseits Mittel zum Zweck, nämlich dem Reisen und andererseits werden Sie solche oder auch ähnliche Erfahrungen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in Ihrem späteren Leben nicht mehr machen.

Work & Travel mit oder ohne Agentur?

Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Work & Travel-Aufenthalt?

Diese Frage lässt sich pauschal nicht so einfach beantworten – generell ist es natürlich so, dass die entsprechenden Visa nur bis zum Alter von 30 (bzw. in Kanada bis 35) Jahren ausgestellt werden. Sie sollten für dieses Programm langfristig planen – so empfiehlt es sich nicht nach Abschluss des Studiums zunächst zu einem Work & Travel-Jahr aufzubrechen, da die meisten Arbeitgeber hierzulande die Einstellung von Hochschulabsolventen mit „frischem" Wissen bevorzugen. Sinnvoller ist es daher oftmals, einen solchen Auslandsaufenthalt zwischen dem Bachelor und dem Master, oder aber vor Studienbeginn, einzuplanen. Als Startdatum sollten Sie nicht unbedingt die Sommerferien im Zielland wählen, da sich zu diesem Zeitpunkt eben auch vermehrt einheimische Schüler/Studenten um die Jobs bewerben.

Was bietet die Organisation eines Work & Travel-Programmes über einen Veranstalter?

Generell sollten Sie sich vor Antritt Ihres Auslandsaufenthaltes ein finanzielles Polster zulegen, da man bei der Einreise in manche Länder (wie beispielsweise Australien) ein entsprechendes Guthaben vorweisen muss. Es ist durchaus möglich, einen Work & Travel-Aufenthalt selbst zu organisieren und so u.U. einige Hundert Euro zu sparen. Sie sollten dabei allerdings bedenken, dass dies ein recht zeit- und nervenaufwendiges Unterfangen sein kann. Das fängt im Vorfeld schon bei der Beantragung des richtigen Visums an und hört bei der Recherche zum passenden Versicherungsschutz auf. Auch im Zielland gilt es dann, noch einige bürokratische Hürden zu nehmen, wie die Registrierung für eine Steuernummer oder auch die Eröffnung eines Bankkontos. Sofern Sie über eine Organisation gehen, werden Sie für alle diese Dinge Hilfe bzw. eine kompetente Beratung erhalten. Auch ist es sehr viel einfacher im Ausland durchzustarten, wenn Sie bereits im Voraus wissen, wo Sie die ersten Nächte verbringen werden und sich außerdem in einem Orientierungs-Workshop auf Ihr neues Umfeld und die Anforderungen im Gastland vorbereiten, wo Sie bereits erste Kontakte mit anderen Programmteilnehmern knüpfen können. Ganz wichtig ist aber vor Allem eins: je nach Programm werden Sie entweder bereits vor Ihrer Abreise ins Ausland wissen, wo und was Ihr erster Job sein wird, oder haben Sie haben durch die Partnerorganisation vor Ort die Gewähr, während Ihres gesamten Aufenthaltes immer dann einen Job zu bekommen, wenn Sie ihn brauchen.

Ich denke, da die Welt immer näher zusammenrückt und Sie auch später im Berufsleben zunehmend mit internationalen Verflechtungen zu tun haben werden, ist es stets von Vorteil, einmal im Ausland gelebt, eine andere Perspektive kennengelernt und internationale Kompetenzen erworben zu haben.

Warum Fremdsprachenkenntnisse als Au-Pair im Ausland wichtig sind

von Judith Liehr

Ein Au-Pair-Aufenthalt im Ausland dient ja u.a. dem Spracherwerb – muss man denn tatsächlich auch schon Kenntnisse der Sprache des Gastlandes mitbringen?

So, oder so ähnlich lautet die Frage, die wir immer wieder beantworten. Nein – man MUSS keine Vorkenntnisse mitbringen. Zumindest nicht überall. In manchen Ländern, wie beispielsweise in Spanien oder Italien ist es absolut kein Problem eine Gastfamilie zu finden, die ein Au-Pair akzeptiert, das neben Deutsch, nur Englisch spricht. Als Au-Pair in China oder in der Türkei werden diese Kenntnisse schon gar von Ihnen nicht erwartet, sofern Sie gut Englisch sprechen. Ganz anders sieht es aus, wenn Sie als Au-Pair nach Australien oder Neuseeland reisen möchten – in diesen Ländern werden ebenso gute Englisch-Kenntnisse erwartet, wie auch in England. Wer als Au-Pair in die USA reisen möchte, muss bereits im Vorfeld ein umfangreiches Interview über sich ergehen lassen. Auch wer als Au-Pair nach Frankreich gehen möchte, wird es schwerer haben, eine Gastfamilie zu finden, sofern keine Grundkenntnisse der französischen Sprache vorhanden sind.

Warum gibt es von Land zu Land solche Unterschiede?

Nun – beginnen wir mit China. Dort wird von den Au-Pairs mitnichten erwartet, dass sie Kinder in der gleichen Weise betreuen, wie in vielen anderen Ländern, oder gar tatsächlich im Haushalt helfen. Ein Au-Pair in China ist eher eine Art „Kulturbotschafter", d.h. es wird erwartet, dass Sie dem Kind Ihrer Gastfamilie die „westliche Lebensart" nahebringen und mit ihm Englisch üben. In Ländern wie Italien, Spanien oder der Türkei steht ebenfalls der Spracherwerb der Kinder (nämlich Englisch und/oder Deutsch) im Vordergrund. Dies ist bei französischen oder englischen Familien eher nicht der Fall – hier wird erwartet, dass Sie mit den Kindern in deren Muttersprache kommunizieren können. Gleiches gilt für die USA, Australien oder Neuseeland. In diesen Ländern kommt noch hinzu, dass es in der Tat sehr viel aufwendiger und kostenintensiver ist, ein Au-Pair aus Europa einzuladen, sodass man das Risiko eines Misserfolges natürlich möglichst gering halten möchte. Dennoch gibt es überall Gemeinsamkeiten, die ich Ihnen nun zu bedenken geben möchte.

Ganz wichtig: die Kinder Ihrer Gastfamilie!

Die Kommunikation mit Kindern gestaltet sich anderes, als die mit Erwachsenen. Bis zu einem gewissen Alter können Sie sicherlich mit Kindern auf der ganzen Welt, bis zu einem gewissen Punkt, auch „non-verbal" kommunizieren. Ist dieser Punkt aber altersgemäß überschritten, so können einige Schwierigkeiten auftreten. So ist es für Kinder zuweilen schwierig einzuschätzen, warum ihr Gegenüber nicht in der Weise reagiert, wie sie es erwarten oder gewohnt sind. Dies gilt natürlich ganz besonders dann, wenn Sie das erste Au-Pair in der Gastfamilie sein sollten. „Au-Pair-erfahrene" Kinder können mit anfänglichen Sprachschwierigkeiten evtl. einfacher umgehen. Bedenken sollten Sie auch, dass es für die Kinder, selbst wenn die Gasteltern das gerne möchten, sehr viel anstrengender ist, sich in einer Fremdsprache zu verständigen. Wirklichen Zugang zu ihnen werden Sie deswegen sehr viel einfacher bekommen, wenn Sie mit ihnen auch in ihrer Muttersprache kommunizieren können. Auch sollten Sie die Schwierigkeiten nicht unterschätzen, die es Ihnen bereiten würde, einem Kind im entsprechenden Alter Grenzen zu setzen, wenn Sie dies nicht auch verbal in einer unmissverständlichen Art und Weise tun können.

Verstaendnis-Au-Pair-Kinder

Erwartungen der Gastfamilie

Oberste Priorität für Gastfamilien, egal wo auf der Welt, hat es natürlich, dass sie ihre Kinder in guten Händen wissen. Gerade berufstätigen Gasteltern, die ein Au-Pair u.a. zur Ergänzung der Kinderbetreuung einladen, ist es daher wichtig, dass sie sich darauf verlassen können, dass das Au-Pair, auch in Krisensituationen (Krankheit, Verletzungen o.ä.) richtig reagieren kann und dies ist ohne Kenntnisse der Landessprache nicht unbedingt möglich. Denken Sie nur daran, dass Sie in die Situation kommen könnten, telefonisch Hilfe holen zu müssen, oder einen Arzt anzurufen und schnell einen Sachverhalt schildern zu müssen. Im Alltag mit Kindern kommt es immer wieder auch zu völlig unspektakulären Situationen, in denen Sie Entscheidungen treffen und entsprechend kommunizieren müssen – schwierig wird es dann zuweilen nur dann, wenn Sie sich auch noch mit sprachlichen Barrieren plagen müssen.

Ihre eigenen Vorstellungen von einem Auslandsaufenthalt

Neben Spracherwerb bzw. Erweiterung oder Vertiefung von Fremdsprachenkenntnissen, haben Sie sicherlich noch weitere Erwartungen an Ihre Au-Pair-Zeit. So möchten Sie bestimmt das Gastland kennenlernen und auch seine Menschen. Selbstverständlich kann man sich in weiten Teilen der Welt auf Englisch verständigen, aber eben nicht überall. Ganz abgesehen davon, dass Sie die Menschen Ihres Gastlandes nur dann wirklich kennenlernen werden, wenn Sie sich mit Ihnen in ihrer Landessprache unterhalten können. Sprachliche Fehler wird man Ihnen dabei immer verzeihen und ganz sicher freuen sich die Menschen allerorten stets darüber, wenn sie merken, dass ihr Gegenüber sich darum bemüht, die Landessprache zu sprechen – zumindest habe ich persönlich es noch nicht anders erlebt. Ganz sicher erwarten Sie nicht, große Schwierigkeiten mit einem Kulturschock zu haben – auch dieses Risiko können Sie deutlich minimieren, wenn Sie sich darum bemühen, in der Sprache Ihres Gastlandes zu kommunizieren.

Mein Rat an Sie, sofern Sie planen als Au-Pair ins Ausland zu gehen, lautet daher unbedingt, dass Sie sich darum bemühen, sich bereits im Vorfeld zumindest rudimentäre Kenntnisse der Sprache des Gastlandes anzueignen – auch wenn das, je nach Land, nicht unbedingt Voraussetzung zur Teilnahme am Au-Pair-Programm ist. Sie werden davon in jedem Fall nur profitieren!

Acht gute Gründe, um als Au-Pair in die USA zu gehen

von Judith Liehr

Die USA sind ein Land voller Vielfalt und unterschiedlichster Kulturen – es gibt so viel zu entdecken, was man hier nur aus Film und Fernsehen kennt!

Im ersten Teil meiner Serie hatte ich Gründe dafür genannt, warum man als Au-Pair nach Australien gehen sollte, diesmal möchte ich mich den USA widmen, nach wie vor eines der beliebtesten Länder für das Au-Pair-Jahr. In diesem Fall habe ich unsere amerikanische Partnerorganisation dazu befragt, was das Land für Au-Pairs eigentlich so attraktiv macht.

1. Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Die USA bieten eigentlich für jede/n Geschmack etwas! Je nach Region gibt es völlig unterschiedliche Landschaften und Klimazonen, Kulturen und Brauchtümer. Von New York, einer Stadt, die niemals schläft, bis Texas, einem Staat mit riesigen Ranches und Cowboys – werden Sie völlig unterschiedliche Lebensstile kennenlernen. Sollen Sie gerne surfen, so sind Sie in Kalifornien, das außerdem für die Filmindustrie und dem damit verbundenen Glamour bekannt ist, gut aufgehoben – sind Sie aber eher ein Wintersportfan, so wäre eher die Gegend um die Rocky Mountains Ihre erste Wahl.

2. Englisch

Ganz wichtig auch hier: die Sprache! Nach einem Au-Pair-Jahr in den USA wird Ihr Englisch ganz sicher sehr gut sein und Sie werden keinerlei Schwierigkeiten mehr haben, sich in dieser Sprache völlig flüssig zu verständigen.

3. Shopping

Einkaufen in den USA ist nicht wirklich mit dem zu vergleichen, was Sie von zu Hause kennen. Das fängt schon bei den Lebensmitteln an: Üblicherweise kaufen amerikanische Familien in großen Mengen ein. Stellen Sie sich vor, hierzulande 5 Kilo gefrorener Hühnerbrust oder 15 Liter Milch auf einmal zu kaufen!? Kleidung, wie Marken-Jeans oder Sportschuhe, sind in den USA größtenteils deutlich günstiger, als hier – das sollten Sie in Ihre Finanzplanung aufnehmen.

4. Sportbegeisterung

Sollten Sie ein sportlicher Typ sein – so werden Sie sich in den USA sehr wohl fühlen. Sport hat dort eine viel größere Bedeutung, als bei uns. Auf die eine oder andere Weise werden Sie auch als Au-Pair in Ihrer Gastfamilie ganz bestimmt damit in Berührung kommen. Es gibt eine schier unglaubliche Auswahl an Möglichkeiten. Dachten Sie bislang, dass unsere Fußball-Events besonders wichtig sind? Dann haben Sie noch keinen Super-Bowl der NFL erlebt! Neben Football haben auch Basketball, Baseball und Hockey einen sehr großen Stellenwert. Sie werden sich der Begeisterung für diese Veranstaltungen kaum entziehen können.

Amerikanisches Fußball

5. Esskultur

Man mag hierzulande gespaltener Meinung zu Burgern & Co. Sein, ganz sicher ist aber eines: In den USA werden Sie während Ihrer Au-Pair-Zeit Fleisch wie beispielsweise Steaks, Ribs oder Chicken Wings in einer Qualität finden, die wir hier so wirklich suchen müssen und Hummer, wie er im Bundesstaat Maine in vielen Variationen zubereitet wird, gibt es bei uns gar nicht. Auch pflegen die allermeisten amerikanischen Familien eine Barbecue-Kultur, wie Sie sie von zu Hause vermutlich noch nicht kannten.

6. Lokale Kultur

Sehr viele amerikanische Familien haben Mitgliedschaften in einem örtlichen Museum, Zoo oder Sportverein. Als Au-Pair haben Sie zumeist die Möglichkeit, für die Zeit Ihres Aufenthaltes in diese Familienmitgliedschaft aufgenommen zu werden und so kostenlos diese regionalen Angebote nutzen zu können.

7. Ausflüge

In weiten Teilen der USA ist Camping sehr beliebt. Oftmals fahren Familien von Freitagabend bis Sonntag mit Kind und Kegel auf einen Camping-Platz. Auch hier ist das Angebot wirklich enorm – die Plätze liegen oft an Flüssen, Seen oder am Gebirge. Das Wochenende über wird geschwommen, gewandert, Boot oder Wasserski gefahren – und gegrillt! Kennen Sie schon „Smores"? Vermutlich nicht – es handelt sich dabei um Graham-Cracker mit Marshmallows und Schokolade, die über einem offenen Feuer geschmolzen werden.

8. American Way of Life

Als Au-Pair in den USA werden Sie feststellen, dass die Menschen oftmals lockerer und lebensfroher sind, als bei uns im Allgemeinen. Erwarten Sie aber nicht, dass es durch die offene Art der Amerikaner auf Fremde zuzugehen, sehr viel einfacher ist, Freundschaften zu schließen – darum müssen Sie sich, dort wie hier, schon etwas mehr bemühen. :)

Abenteuerlust spielt sicher nach wie vor eine Rolle bei der Entscheidung für die USA als Zielland für einen Au-Pair-Aufenthalt. Das Land lockt mit riesigen Städten, interessanten Sehenswürdigkeiten und atemberaubenden Landschaften. In diesem Beitrag habe ich sicher nur einige davon genannt – sollten Ihnen weitere, gute Gründe einfallen, so freue ich mich natürlich über Ihren Kommentar!

Kulturschock – was ist das eigentlich und wie kann man ihn überwinden?

von Judith Liehr

Dies ist in jedem Fall ein Thema, das alle beschäftigt, die für einen längeren Zeitraum ins Ausland gehen – oder beispielsweise ein Au-Pair aus dem Ausland zu Gast haben.

Im Laufe der Jahre wurde ich mit dieser Problematik in unterschiedlichsten Ausprägungen immer wieder konfrontiert, nicht nur von Au-Pairs, sondern auch von Sprachtutoren, oder von Programmteilnehmern, die als Freiwillige im Ausland waren. Schwierig ist es vor allem deswegen oftmals, weil die Betroffenen gar nicht merken, dass sie unter einem sogenannten „Kulturschock" leiden. Zunächst eine Definition dieses Begriffs: Als Kulturschock bezeichnet man den Prozess, den wir durchlaufen, wenn wir in einer fremden Kultur feststellen, dass unsere vertrauten Maßstäbe nicht mehr gelten. Wir stellen plötzlich fest, dass unsere alltäglichen Strategien zur Bewältigung der Lebenssituation nicht mehr funktionieren, weil es völlig andere Wertesysteme gibt und andere Regeln das Dasein bestimmen. Es handelt sich auch nicht um etwas, das ganz plötzlich eintritt, sondern eher langsam und allmählich – dies ist auch der Grund dafür, weswegen Betroffene dies oft nicht als „Schock" erkennen. Sehr oft ist es auch so, dass wir ganz zu Beginn des Auslandsaufenthaltes eher sehr euphorisch sind, das nennt man die „Honeymoon-Phase". Darauf folgt dann oftmals die Krise (= Kulturschock) – man „tritt ins Fettnäpfchen", oder denkt „zu Hause wird alles besser gemacht".

Häufige Gründe für einen Kulturschock:

  • Sprachliche Barrieren und mangelnde Kenntnisse der fremden Kultur stehen natürlich in der Liste ganz vorne.
  • Durch eine gewissen Orientierungslosigkeit, die entsteht, weil die eigene Heimatkultur nach wie vor der Bewertungsmaßstab bleibt, fühlen Betroffene sich oft zerrissen.
  • Zu Beginn des Auslandsaufenthaltes wird ein „Regelbrechen" oftmals toleriert(Fremdenbonus) – nach einer Weil lässt der Aufmerksamkeitslevel nach und es wird Integration erwartet.
  • Durch den fehlenden Freundeskreis besteht sehr häufig nicht viel Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch, Fragen und Probleme bleiben so zunächst ungelöst.

Symptome für einen Kulturschock können sein:

  • Heimweh
  • erhöhtes Schlafbedürfnis
  • erhöhtes Hygienebedürfnis
  • Essstörungen (zu viel, zu wenig)
  • Angst und Misstrauen
  • Zurückgezogenheit
  • Überreaktionen
  • Feindseligkeit gegenüber der fremden Kultur und den Menschen

Ein grüner zwischen roten Äpfeln

Über den Umgang mit einem Kulturschock

Zunächst muss man sich darüber im Klaren sein, dass es sich um eine Form von Stress handelt und ähnliche Strategien dagegen verwenden. Auch ist es in jedem Fall hilfreich, darauf vorbereitet zu sein – man weiß dann nämlich, dass man nicht alleine mit diesem Problem ist. Versuchen Sie einen Agressionsstau zu vermeiden und erlauben Sie sich, diesen abzubauen. Überlegen Sie, ob Ihre aktuelle Strategie immer noch eine notwendige Schutzmaßnahme ist, oder ob es sich um eine bequeme Angewohnheit handelt. Sie sollten Kurzschlussreaktionen vermeiden – versuchen Sie bei akuten Problemen mit einem Freund zu reden, oder schlafen Sie eine Nacht darüber. Lernwirksam wird das Erfahren einer kulturell bedingten, kritischen Interaktionssituation erst im Zusammenhang mit entsprechenden Reaktionen. Das heißt, nur und dann wenn die Kulturschockphase produktiv bewältigt wird, wie durch das aktive Wiederherstellen von Orientierungsklarheit oder Verhaltensangemessenheit, die eine zufriedenstellende Problemlösung garantieren. Nutzen Sie kritische diese Interaktionssituationen als Stimulanz zur intensiven Beschäftigung mit kulturellen Unterschieden und ihrer Reflexion und suchen Sie aktiven Erklärungsmöglichkeiten.So werden Sie den Tiefpunkt sicherlich überwinden und darauf folgt dann die sogenannte Erholungsphase. Sie werden Verständnis für Handlungsweisen entwickeln, die von Ihrer Heimatkultur abweichen und werden versuchen, sie zu verstehen.Kaum dass Sie sich allerdings in die neue Kultur integriert haben, sie verstehen und vielleicht sogar Verhaltensmerkmale der Fremdkultur übernommen haben, werden Sie aber irgendwann schon die Heimreise antreten.

Der reversierte Kulturschock (oder auch Eigenkultur-Schock)

Dieser erwartet Sie unter Umständen zu Hause und er wird meist noch weniger wahrgenommen, obgleich er fast immer wesentlich heftiger ist, als beim Eintreten in eine fremde Kultur. Die Notwendigkeit einer Reintegration in die eigene Kultur ist ja etwas, das man in der Regel überhaupt nicht erwartet. Sie werden erleben, dass das Interesse an Ihren Auslandserfahrungen im Familien-, Freundes und Bekanntenkreis zunächst sehr groß sein wird. Aber schon nach relativ kurzer Zeit lässt das deutlich nach – dies mag dann für Sie enttäuschend sein. Sie werden feststellen müssen, dass Sie zu Hause keine „Sonderstellung" haben werden, wie es vielleicht während Ihres Auslandsaufenthaltes der Fall war, sondern man wird Sie für die gleiche Person halten, die Sie waren, bevor Sie abgereist sind – auch wenn dies vermutlich nicht ganz der Fall sein dürfte. Sie haben Erfahrungen gemacht, die die meisten Menschen in Ihrem Umfeld vermutlich nicht gemacht haben. Auch diesen Tiefpunkt werden Sie, mit ähnlichen Strategien, überwinden. Seien Sie sich bewusst: Aus der Überschneidung von Eigen- und Fremdkultur entsteht letztendlich das „Interkulturelle".

Interkulturelle Handlungskompetenz, als überfachliche Schlüsselkompetenz, wird heute immer wichtiger und höher bewertet, nachdem infolge der Internationalisierung und Globalisierung viele Lebensbereiche in unserer Gesellschaft neue Anforderungen stellen. Und genau diese Kompetenz werden Sie, nach Ihrem Auslandsaufenthalt, erworben haben.

Was bedeutet ein Au-Pair für Sie als Gastfamilie?

von Judith Liehr

Flexible Kinderbetreuung und Kulturaustausch stehen hier natürlich an erster Stelle, was genau heißt das, oder was genau bietet ein es einer Gastfamilie, ein Familienmitglied auf Zeit aufzunehmen?

In meinen Gesprächen mit unseren Gastfamilien, ganz besonders mit neuen Gastfamilien, ist genau das natürlich immer wieder ein Thema. Selbstverständlich werden Sie, sofern Sie eine dieser Familien sind, versuchen, das Für und Wider abzuwägen und sich fragen, was genau es für Sie bedeuten wird, ein neues Mitglied (wenn auch auf Zeit) in Ihrer Familie zu haben. Vor allem dann, wenn Sie diesbezüglich noch keine Erfahrung haben, möchten Sie natürlich sicher sein, die „richtige Entscheidung" zu treffen. Ich möchte deswegen ein paar Gedanken und Fragen aufgreifen, die in diesem Zusammenhang für Sie von Interesse sein könnten.

Ganz wichtig und gleich vorab:

Ein Au-Pair ist keine Kinderfrau

Sie können definitiv nicht davon ausgehen, dass ein Au-Pair die Kinderfrau ersetzen kann. Das beginnt schon damit, dass Au-Pairs immer sehr viel jünger sind, als das bei einer Kinderfrau hierzulande üblicherweise der Fall ist. Das muss allerdings nicht heißen, dass ein Au-Pair zwangsläufig deutlich weniger erfahren ist – sehr viele dieser jungen Leute haben bereits erstaunlich viel Erfahrung in der Kinderbetreuung. Gemeinsam ist ihnen allen ganz sicher auch ein recht großes Maß an Enthusiasmus und Engagement, denn anderenfalls hätten sie sich nicht für dieses Programm entschieden. Au-Pairs sind aber ganz sicher keine „Arbeitnehmer", die Sie gegen ein Entgelt beschäftigen, sondern sie unterstützen Sie vielmehr deswegen, weil sie eben eine andere Form der Gegenleistung erwarten, was uns gleich zum nächsten Punkt führt, nämlich:

Der Gedanke des Austauschs – des Kulturaustauschs

Natürlich erwartet ein Au-Pair die Zahlung des üblichen Taschengeldes. Dies stellt kein Gehalt dar, sondern ist für die jungen Leute einfach eine Möglichkeit, einen Auslandsaufenthalt über einen längeren Zeitraum selbst finanzieren zu können. Ebenso wichtig ist es aber, dass sie die Möglichkeit haben, die Sprache im Gastland möglichst gut zu erlernen und das Leben im Gastland tatsächlich kennenlernen zu können. Die allermeisten Au-pairs waren noch nie im Ausland, oder für längere Zeit von ihrer Familie getrennt. So bietet das Au-Pair-Programm ihnen die Möglichkeit zu einer Auslandserfahrung, ohne dabei gänzlich auf „Familienanschluss" verzichten zu müssen. Auf der anderen Seite haben Sie, als Gastfamilie natürlich auch die Möglichkeit in Ihrem Familienverband eine andere Kultur zu erleben und vor allem Ihren Kindern schon sehr früh nahe zu bringen, mit Menschen aus anderen Kulturkreisen ganz natürlich umzugehen. So können teilweise schon sehr früh Fremdsprachen vermittelt werden, wenn Ihr Au-Pair beispielsweise mit Ihrem Kind ein Gedicht aus der Heimat übt. Es können unterschiedliche Brauchtümer zu Festtagen nahegebracht, oder auch Ihr Speiseplan durch Rezepte aus anderen Teilen der Welt bereichert werden. Wenngleich selbstverständlich von jedem Au-Pair erwartet werden kann, dass er/sie sich im neuen Kulturraum integriert, so werden sie doch nicht ihre eigene kulturelle Identität aufgeben und genau dadurch entsteht eben dieser Austausch, den dieses Programm allen Beteiligten bietet.

Kulturschock, oder kulturelle Unterschiede?

Sehr oft geht es in Beratungsgesprächen auch um das Thema „Kulturschock“. Gemeint ist hier die Sorge darüber, dass beispielsweise ein Au-Pair aus Kathmandu sich hier nicht zu Recht finden könne, weil es so große Unterschiede gäbe. Stimmt, die gibt es in der Tat – allerdings sollte man an dieser Stelle nicht vergessen, dass wir im 21. Jahrhundert leben. Überall auf der Welt gibt es Fernseher und Internet, nichts von dem, was es hier gibt, ist den Au-Pairs aus allen Teilen der Welt, zumindest theoretisch, unbekannt. Generell kommen alle Au-Pairs, die an diesem Austauschprogramm teilnehmen, aus großen Städten im Ausland. Abgesehen davon, erleiden teilweise auch junge Deutsche, die als Au-Pairs nach England gehen, zuweilen einen sogenannten Kulturschock, der eher aus Dingen wie Heimweh, dem Gefühl des Unverstanden/Fremd Seins oder auch aus sprachlichen Barrieren resultiert. Seien Sie also am besten darauf vorbereitet, Ihrem neuen Familienmitglied auf Zeit über diese Phase hinweg zu helfen.

Wo verläuft die Grenze zwischen Familienanschluss und Privatsphäre?

Ganz besonders diejenigen Gastfamilien die zuvor noch kein Au-Pair hatten, befürchten zuweilen, dass ein Au-Pair erwarten könne, dass sie/er jeden Abend mit den Gasteltern verbringe und so kaum noch Privatsphären vorhanden sein würde. Dies ist ein Gedanke, den Sie getrost einfach ad acta legen können – es handelt sich hier schließlich um junge Erwachsene. Natürlich wird man den einen oder anderen Abend miteinander verbringen, hoffentlich bei interessanten Gesprächen, aber in der Regel wird auch Ihr Au-Pair es vorziehen, sich abends zurückzuziehen. Es ist, vor allen in den ersten Wochen tatsächlich ermüdend, den ganzen Tag in einer Fremdsprache kommunizieren zu müssen. Ebenso ist die Betreuung Ihrer Kinder, die für Sie selbstverständlich ist, für ein Au-Pair zunächst auch anstrengend – schließlich wird sie/er sich ja auch darum bemühen, möglichst keinen Fehler machen zu wollen. Au-Pairs nehmen an Sprachkursen teil, die sie vor- und nachbereiten müssen, schließen im Laufe der Zeit neue Bekanntschaften und werden sicherlich auch soziale Kontakte außerhalb der Gastfamilie haben.

Grenze zwischen Au-Pair und Gastfamilie

Ihr Au-Pair und Ihre Kinder

Nach beinahe 15 Jahren Erfahrung in der Au-Pair-Vermittlung (und auch als langjährige Gastmutter) kann ich nach wie vor sagen, dass Kinder von dieser Form der Betreuung nur profitieren. Kinder sind zumeist unbefangen und offen – es ist für sie nicht wirklich wichtig, wie gut das neue Familienmitglied Deutsch spricht, Hauptsache er/sie bemüht sich ernsthaft um Kommunikation, in welcher Form auch immer. Wichtig ist vielmehr, dass sie/er tatsächlich ein echtes Interesse an ihnen hat, Kinder nehmen das sehr schnell wahr. Sie registrieren ebenfalls sehr schnell, dass es da jemanden gibt, der/die fast immer Zeit für sie hat und sich mit ihnen beschäftigt. Selbstverständlich finden sie ebenfalls schnell heraus, wenn diese Person viel nachgiebiger ist, als die Eltern – und das wiederum ist oftmals ein Thema, welches Sie dann mit Ihrem Au-Pair in Ruhe besprechen und Lösungsansätze aufzeigen müssen. Probleme an dieser Stelle entstehen deswegen, weil Au-Pairs ja zunächst sehr darum bemüht sind, Zugang zu den Gastgeschwistern zu finden und darüber dann unter Umständen den Punkt verpassen, an dem sie hätten Grenzen setzen sollen.

Sie sehen schon, die zeitlich begrenzte Aufnahme eines neuen Familienmitglieds bietet viele Möglichkeiten und es wird mit Sicherheit jedes Mal anders sein. Alle Menschen und Kulturen sind unterschiedlich und genau diese Unterschiede machen das Programm andererseits auch so interessant. Lehrreiche und einmalige Erfahrungen lassen sich in jedem Fall auf vielen Gebieten und von allen Beteiligten sammeln – lassen Sie sich überraschen ...

Informationstreffen am 20. April

von kulturist

Zum nächsten Kulturisten Treffen laden wir alle Interessenten für Au-Pair-, Sprachtutoren-, und Freiwilligenprogramme ganz herzlich ein. Unser Team vor Ort berät Sie gerne zu Aspekten unserer Programme. Gerne können Sie auch Freundinnen/Freunde oder Eltern mitbringen.

Die Teilnahme ist natürlich kostenlos.

Bitte melden Sie sich per email, wenn möglich, unter info@kulturist.com oder telefonisch unter Tel: 06074-879105 an.

Veranstaltungsort:
Restaurant Flamms
Elisabethen Str. 38a
61348 Bad Homburg
11.00 bis 14:00 Uhr

Erwartungen an Au-Pairs aus der Mongolei

von Judith Liehr

Die Alphabetisierungsrate in der Mongolei liegt bei knapp 98 Prozent, was auch im internationalen Vergleich sehr hoch ist. Wie aber passt das mit der Nomadenkultur zusammen, für die das Land andererseits bekannt ist?

Sehr oft werde ich von Gastfamilien gefragt, ob der Kulturschock für Au-Pairs aus der Mongolei nicht zu groß sein würde, ob sie sich hier wohlfühlen und zu Recht kommen könnten, oder ob die kulturellen Unterschiede nicht zu eklatant sein würden. An dieser Stelle möchte ich Voraus schicken, dass ich persönlich schon seit mehr als zehn Jahren Au-Pairs aus der Mongolei nach Deutschland vermittele – und das nach wie vor sehr gerne und erfolgreich. Es gibt dort wesentlich mehr Deutsch-Lerner, als man erwarten könnte; so senden wir auch deutsche Programmteilnehmer als Freiwillige und als Sprachtutoren, die dort Deutsch unterrichten, in die Mongolei. Neben Deutsch sprechen viele junge Menschen dort Englisch, Russisch, Japanisch oder Chinesisch. Das Tourismus in diesem Land, das etwa viermal so groß ist, wie Deutschland, aber nur rund 2,8 Millionen Einwohner hat, entwickelt sich stetig weiter. Etwa ein Drittel der Bevölkerung lebt in der Hauptstadt Ulaanbaatar – dem Dreh- und Angelpunkt des Landes. Als Gastfamilie können Sie davon ausgehen, dass auch Ihr zukünftiges Au-Pair dort lebt, denn nur hier (oder in 2-3 anderen Städten des Landes) gibt es Universitäten, Sprach- und Vorbereitungskurse. Das heißt, alle zukünftigen Au-Pairs sind das Leben in einer Großstadt, mit all seinen „Segnungen", durchaus gewohnt, selbst wenn viele von ihnen in der Tat noch Verwandte haben, die beispielsweise in einem Ger (Jurte) in der Steppe leben und dort Viehwirtschaft oder Pferdehaltung betreiben. Interessant ist es auch zu wissen, dass in der Mongolei sehr viel in die Ausbildung von Töchtern investiert wird. Während Söhne häufiger ihre Ausbildung nach Beendigung der allgemeinen Schulpflicht beenden, um ihre Eltern bei der Arbeit zu unterstützen, sind rund 70 Prozent der an mongolischen Universitäten eingeschriebenen Studenten weiblich.

Um Ihnen ein möglichst genaues Bild von Ihrem zukünftigen Au-Pair zu geben, finden Sie nachfolgend ein Interview mit der Leiterin einer unserer Partnerorganisationen in Ulaanbaatar. Ich kenne die Dame seit einigen Jahren persönlich – so hat sie, vor vielen Jahren, selbst ein Au-Pair-Jahr in Deutschland verbracht und kennt daher sowohl das Leben hier, als auch die Anforderungen an zukünftige Au-Pairs, sowie auch die Chancen, die dieses Programm seinen Teilnehmern bietet, aus eigener Hand.

Wie bereiten sich die Au-Pairs auf den Aufenthalt in Deutschland vor und wie lange dauert der ganze Vorbereitungsprozess in etwa?
„Unsere Au-Pairs bereiten sich parallel in zwei Richtungen vor – Spracherwerb und Kinderbetreuung. Die meisten Bewerber/innen lernen bei uns Deutsch ab der Anfängerstufe, d.h. sie belegen einen Intensivkurs, der drei Monate dauert und 180 Unterrichtsstunden umfasst. Zusätzlich zum Unterricht empfehlen wir noch den online-Kurs der Admovi-Akademie, um die Kenntnisse zu vertiefen. Unsere Kursteilnehmer erreichen nach dieser Zeit den Level A2/1 und können, fast immer erfolgreich, die A1-Zertifikatsprüfung am örtlichen Goethe-Institut ablegen. Die allermeisten unserer Bewerber/innen sind wirklich sprachtalentiert – eine Gastfamilie kann sich darauf verlassen, dass ihr Au-Pair seine/ihre Sprachkenntnisse in Deutschland sehr schnell verbessern und ausbauen wird. Weiterhin müssen unsere Au-Pairs einen Kinderbetreuungs-Kurs belegen, der sich speziell an die Anforderungen des Au-Pair-Programms im Ausland richtet. Die Erfahrung hat uns gezeigt, dass die allermeisten Bewerber/innen zwar bereits Erfahrungen auf diesem Gebiet haben, dies sich jedoch oftmals nur auf eigene jüngere Geschwister oder Verwandte bezieht. Es ist schon etwas ganz anderes, wenn man sich um „fremde" Kinder kümmern möchte. Optional kann man im Rahmen dieser Schulung auch noch zusätzlich einen Hauswirtschaftslehrgang belegen.

Der letzte Baustein ist unser hauseigener Au-Pair-Trainingskurs, in dem wir die Programmteilnehmer/innen mit allen wichtigen Punkten des Programms selbst vertraut machen. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Vertragsbestandteile, sprechen über Dinge wie den Umgang mit Heimweh oder einem Kulturschock, den Umgang mit Konflikten, oder auch Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung im Ausland."

Ein Kind mit Laptop

Was sind wichtige kulturelle Unterschiede, die man als Gastfamilie kennen sollte, wenn man ein Au-Pair aus der Mongolei einlädt?
„Die Menschen in der Mongolei sind insgesamt eher zurückhaltender, als das in Deutschland der Fall ist. Innerhalb eines Familienverbandes werden die Älteren geehrt, das heißt, dass man ihnen automatisch einen gewissen Respekt zollt. Gerade junge Menschen, wie unsere Au-Pairs, sind es daher nicht unbedingt gewohnt, immer direkt zu sagen, was sie selbst meinen oder was sie möchten. An dieser Stelle sollte man ein wenig Geduld haben und das Au-Pair auch dazu auffordern, sich frei zu äußern. Hat eine mongolische Familie Besuch, so wird stets nur die Hausfrau Getränke oder Essen anbieten. Eine Gastfamilie sollte ihrem Au-Pair daher unbedingt zeigen, wo sich was befindet und nachdrücklich (manchmal auch mehrfach) darauf hinweisen, dass es dem Au-Pair erlaubt ist, bzw. dass es gewünscht ist, dass sie/er sich, bei Bedarf, selbst etwas aus der Küche zu essen oder zu trinken holen kann. Eine solche „Selbstbedienung" könnte nämlich hier bei uns auch sehr unhöflich sein."

Gibt es Unterschiede in der Kinderbetreuung?
„Die Atmosphäre in den mongolischen Familien ist meist sehr innig, warmherzig und verständnisvoll. Jüngere Kinder werden von ihren älteren Geschwistern verantwortungsvoll und pflichtbewusst betreut. Die Familienverbände sind oft sehr groß und beinhalten natürlich auch viele Kinder unterschiedlichen Alters."

Wo sind Unterschiede in der Ernährung zu finden?
„In der Mongolei wird eigentlich fast jeden Tag Fleisch gegessen. Die Menschen hier mögen aber auch Gemüse, hin und wieder Geflügel oder Fisch. Viele unserer Au-Pairs berichten, dass es ihnen in den ersten Wochen schwer gefallen ist, nicht so viel Fleisch zu essen, dass sie sich aber recht schnell daran gewöhnt haben. Was hier nicht so sehr bekannt ist, sind Gerichte mit Meeresfrüchten, oder auch asiatische Speisen mit unterschiedlichen Fleischsorten."

Was versprechen sich die Au-pairs von einem Aufenthalt in Deutschland?
„Sie alle wollen natürlich ihre neue Fremdsprache, nämlich Deutsch, vor Ort wirklich gut erlernen und die Kultur und Menschen in Deutschland kennenlernen. Sie möchten ihren Horizont erweitern, sich weiterbilden und einen anderen Lebensstil erfahren. Die/der eine oder andere denkt vielleicht auch an ein Auslandsstudium in der Zukunft – in jedem Fall aber, ist eine Auslandserfahrung für unsere jungen Menschen, wie überall auf der Welt, ein großes Plus im Lebenslauf."

Was meinen Sie? Können Sie sich vorstellen, ein Au-Pair aus der Mongolei in Ihre Familie einzuladen? Dieser Artikel hat hoffentlich dazu beigetragen, Ihnen einiges an Informationen zu liefern. In den nächsten Monaten werde ich Ihnen an dieser Stelle weitere Herkunftsländer von Au-Pairs vorstellen, damit Sie sich ein besseres Bild machen können.

Ostern – besondere Bräuche aus aller Welt

von Judith Liehr

Ostern ist ein Fest, das in vielen Teilen der Welt ähnlich begangen wird – unterschiedliche Brauchtümer lassen sich aber dennoch finden!

Der christliche Hintergrund dieses Festes, nämlich die alljährliche Gedächtnisfeier der Auferstehung Jesu Christi, ist uns allen wohl bekannt. Für mich persönlich läutet Ostern auch jedes Jahr den Frühling wirklich ein – es gibt die erste „Grüne Soße"! Für alle Nicht-Hessen, oder auch diejenigen, die zu weit weg von Frankfurt wohnen: zur Herstellung dieser kalten Soße, die hervorragend zu den hartgekochten Eiern passt, benötigt man unbedingt mindestens sieben verschiedene, frische Kräuter. Vom Frühling ist in diesem Jahr leider noch nichts zu sehen –Weihnachten 2012 war es hier deutlich wärmer, als jetzt- und auch die Kräuter im eigenen Garten lassen noch auf sich warten. Ich könnte noch weiter über das schlechte Wetter reden, aber ich sollte nicht so sehr vom Thema abschweifen. Etwas muss ich aber dennoch loswerden: wussten Sie, dass der Winter 2012/13 der sonnenscheinärmste seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen im Jahr 1951 war? Seit Anfang Dezember wurden hierzulande lediglich 96 Sonnenstunden gezählt (normal sind mehr als 150)! Nun aber zurück zum Thema:

Wie werden unsere Programmteilnehmer/innen im Ausland Ostern feiern und welche Brauchtümer sind anderenorts antreffen – nachfolgend eine kleine Auswahl.

Osterbräuche in Europa

Das „Paasfest" in den Niederlanden wird ähnlich gefeiert, wie bei uns in Deutschland. Wer sich derzeit als Au-Pair dort aufhält, wird sicherlich das sogenannte „Paasbrood" kennenlernen, welches unserem Christstollen sehr ähnlich ist.

In Italien finden in sehr vielen Gemeinden am Karfreitag Prozessionen statt – auch dort gibt es ein spezielles Gebäck: die „Paloma di Pasqua" (Ostertaube), ein salziger Kuchen mit gekochten Eiern und Spinat, der optisch an einen Gugelhupf erinnert.

Ostern in Spanien wird leidenschaftlich und laut gefeiert. Während der „semana santa" finden zahlreiche Osterprozessionen statt, die bekannteste wohl in Sevilla – sofern Sie sich gerade als Au-Pair in dieser Region befinden, sollten Sie sich das auf keinen Fall entgehen lassen. Traditionell besteht das Ostermahl dort aus Lamm oder Stockfisch mit Tomaten.

Au-Pairs in England hingegen können Ostern mit Frühlingshüten und „Hot Cross Buns" feiern, die es dort während der ganzen Osterzeit gibt. Es handelt sich hierbei um süße Brötchen mit Rosinen und getrockneten Beeren. In die Oberseite dieser Brötchen wird vor dem Backen ein Kreuz eingeritzt, welches anschließend mit Zuckerguss gefüllt wird. Die bekannteste Parade findet in London im Battersea Park statt. Dort ist es seit etwa 150 Jahren zu diesem Anlass Tradition, dass Frauen und Mädchen ihre, oftmals handgefertigten, Frühlingshauben tragen.

Hot cross buns

Außerhalb Europas

In den USA wird Ostern in erster Linie nach mitteleuropäischer Tradition gefeiert. Etwas wirklich Besonderes können Au-Pairs vor Ort in New York erleben. Dort findet am Ostersonntag in der Fifth Avenue die „Easter Parade" statt, zu der blumengeschmückte Festwagen und Menschen in prächtigen und extravaganten Hüten über die Prachtstraße defilieren. Eine weitere ganz besondere Sitte ist das „White House Easter Egg Roll", welches seit über 100 Jahren im Garten des Weißen Hauses in Washington stattfindet. Wer die Ehre hat daran teilzunehmen, erhält am Ende als Dankeschön ein vom Präsidenten und der First Lady signiertes Holzei.

In Mexico haben sich christliche und indianische Bräuche im Laufe der Zeit vermischt – die Osterfestlichkeiten liegen dort in der Hauptferienzeit des Jahres und dauern etwas zwei Wochen und Au-Pairs werden beinahe Volksfestatmosphäre und Passionsspiele erleben können.

In Australien hingegen werden Au-Pairs eher vergeblich nach einem Osterhasen suchen – er ist dort unbeliebt, da man Kaninchen dafür verantwortlich macht, den Lebensraum des Bilbies, eines Beuteltieres mit langen, haarlosen Ohren und einer spitzen Nase, eingenommen zu haben. Heute gibt es nur noch einige Hundert Exemplare davon und zu Ostern wird das Bilby dann, selbstverständlich nur aus Schokolade, zum Verzehr freigegeben.

Selbstverständlich erhebt meine kleine Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit – deswegen würden wir uns freuen, wenn Sie uns über weitere, interessante Osterbräuche informieren bzw. durch Ihren Kommentar hier ergänzen. Ich wünsche Ihnen allen auf jeden Fall schöne Osterfeiertage!

6 Ostereier in verschiedenen Farben

WETM-IAC – Konferenz in Rom

von Judith Liehr

Vom 13. – 15. März fand die diesjährige Konferenz der International Au-Pair Association statt, diesmal in Italiens Hauptstadt Rom.

IAPA in Rom Banner

Wie jedes Jahr, habe ich mich auch diesmal schon eine ganze Weile auf diese Konferenz gefreut. Das hatte u.a. auch einen klitzekleinen persönlichen Grund – ich hoffte in Rom schon einen Vorgeschmack auf den hierzulande sehnlichst erwarteten Frühling und Temperaturen deutlich über dem Gefrierpunkt anzutreffen. Leider kam es anders, es gab nur einen Sonnentag – an allen anderen Tagen regnete es, oder es war einfach sehr kühl und windig. Alle anderen meiner Erwartungen wurden natürlich, wie immer, erfüllt. Die Konferenz war informativ, interessant und es boten sich sehr viele Gelegenheiten zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch.

Ein echtes Highlight in diesem Jahr war, dass wir Konferenzteilnehmer, während des Begrüßungsempfangs im „Centrale Ristotheatre", beinahe live und in unmittelbarer Nähe die Wahl des neuen Papstes miterlebt haben – so etwas geschieht ja nun auch nicht wirklich täglich. :)

Was aber ist die International Au Pair Association (IAPA) und wofür steht sie?

Die IAPA ist eine „non-profit Organisation", die bereits im Jahr 1994 gegründet wurde. Dieser Verband ist auf internationaler Ebene das, was der Bundesverband für Au-pair Vermittler (APSeV) in Deutschland auf nationaler Ebene ist. Auch hier verpflichten sich die Mitglieder u.a. zur Einhaltung von, in diesem Falle internationaler, Standards im Bereich Au-Pair-Vermittlung. Hauptziel des Verbandes ist der Schutz von Au-Pairs und Gastfamilien und die stete Weiterentwicklung von international festgelegten und anerkannten Richtlinien für dieses interkulturelle Lernprogramm. Die IAPA hat heute mehr als 170 Mitgliedsorganisationen in rund 45 Ländern weltweit, dazu zählen selbstverständlich auch die einzelnen, nationalen Dachverbände.

Was geschieht auf der jährlichen Konferenz?

Jedes Jahr gibt es an allen Konferenztagen wirklich interessante Vorträge oder Podiumsdiskussionen zu aktuellen Themen aus dem Bereich Jugendmobilität. Es finden Workshops zu Themen, die uns alle bewegen, statt – in diesem Jahr beispielsweise unter dem Titel „Multicultural Safety: Protecting Young People in the Work, Travel and Exchange Community". Auch in diesem Jahr wurden die Teilnehmer der Konferenz über die neuesten Richtlinien für das Au-Pair-Programm in den USA informiert.

Ein weiterer, sehr wichtiger, Aspekt dieser Konferenz ist die Möglichkeit, Partneragenturen zu treffen, um Erfahrungen auszutauschen und die Zusammenarbeit stetig zu verbessern, oder auch neue Partnerschaften anzuknüpfen. In diesem Jahr nahmen etwa 240 Delegierte von über 130 Organisationen weltweit teil. So bietet die Konferenz an einigen Stunden täglich die Möglichkeit, sehr effiziente Treffen zu vereinbaren.

Der „Au Pair of the Year Award"

Ein Höhepunkt WETM-IAC ist immer die Ehrung des Au-Pairs des Jahres. In diesem Jahr hat die Jury aus mehr als 60 Einsendungen weltweit das Au-Pair des Jahres gewählt. Anders als beim deutschen Wettbewerb, zu dem die Au-Pairs selbst einen Essay einreichen, müssen bei diesem internationalen Wettbewerb die Gasteltern ihr Au-Pair vorschlagen und dies natürlich auch begründen. Wir alle bei Kulturist waren im Vorfeld der Zeremonie ein bisschen aufgeregt, weil tatsächlich eine junge Dame, die über uns als Au-Pair nach England gegangen ist, unter den drei Finalistinnen war.

An dieser Stelle – herzlichen Glückwunsch, Lara!

Gewonnen hat den Titel 2013 Femke Meyer, ebenfalls aus Deutschland, die als Au-Pair in Neuseeland war. Auch ihr gratulieren wir natürlich ganz herzlich! Am Abend der Verleihung des Titels hat die junge Dame uns alle sehr überrascht – sie hatte eine kleine Rede vorbereitet und packte anschließend ihre Gitarre aus, um ein Lied, welches sie über Neuseeland, bzw. ihr Versprechen an sich selbst, eines Tages wieder dorthin zu gehen, selbst komponiert hat, zu singen. Das war wirklich etwas Besonderes und hat uns allen sehr gut gefallen und uns auch sehr berührt.

Ausklang

Wie immer, wenn ich unterwegs bin, nutze ich die Gelegenheit, mir noch etwas anzuschauen. Der einzige schöne Tag in Rom war der vergangene Samstag, an dem ich frei hatte. Zwar war ich schon vorher in Rom – die Stadt hat aber immer wieder etwas zu bieten. Bisher hatte ich dort nie wirklich Gelegenheit, das „Castel Sant'Angelo" zu besichtigen – das habe ich nachgeholt. Es ist eine wirklich beeindruckende Anlage, die außerdem die Möglichkeit zu einem wunderbaren Ausblick über die Stadt auf den sieben Hügeln bietet!

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Die Konferenz findet jedes Jahr in einer anderen Stadt innerhalb oder auch außerhalb Europas statt. Im kommenden Jahr wird die WETM-IAC in London stattfinden und ich freue mich schon darauf!

Warum nicht einen Au-Pair-Jungen einladen?

von Judith Liehr

Nach wie vor sind männliche Au-Pair-Bewerber schwieriger zu vermitteln, als Au-Pair-Mädchen – ist das aber wirklich noch zeitgemäß?

Es waren die Bewerbungsunterlagen von zwei Au-Pair-Jungen, die mich veranlasst haben, diesen Beitrag zu schreiben. Ich hatte sie zufällig alle beide am gleichen Tag durchgesehen – hervorragende Bewerber mit erstklassigen Referenzen. Den Profilen war zu entnehmen, dass sie alle beide im Vorfeld ihrer Bewerbung jedes nur mögliche Schulungsangebot wahrgenommen hatten – einer der beiden hatte, zusätzlich zu seinen anderen Referenzen, noch ein längeres Praktikum in einem Kindergarten absolviert. Nebenbei bemerkt, hatte er außerdem bereits einen Bachelor im Bereich Sportpädagogik. Alle beide hatten auch bei der Auswahl der Fotos darauf geachtet, dass man sie im Kreis möglichst vieler Kinder, beim Staubsaugen und sogar beim Kochen sah. Schade, dachte ich, es wird schwierig werden, für diese beiden Jungs eine Gastfamilie zu finden.

Rollenklischees im Wandel der Zeit

An dieser Stelle möchte ich etwas weiter ausholen. Als ich im Jahr 1999 mit der Vermittlung von Au-Pairs begann, war ich, zumal ich selbst zwei Söhne habe, selbstverständlich der Meinung, dass es völlig egal sein müsste, ob die Au-Pair nun männlich oder weiblich wären. Relativ schnell wurde ich eines besseren belehrt, denn die ersten männlichen Au-Pair-Bewerber aus dieser Zeit entpuppten sich recht schnell als gänzlich ungeeignet. Es war vielmehr so, dass ihre Motivation sich dafür zu bewerben, ganz sicher nicht darin lag, an einem Kulturaustauschprogramm teilnehmen zu wollen, sondern vielmehr darin, einfach ins Ausland zu reisen – egal wie. Es dauerte im Anschluss daran gute fünf Jahre, bis ich mich diesem Thema wieder näherte und ich muss sagen, es hat sich zwischenzeitlich wirklich viel geändert. Abgesehen davon, dass, auch in anderen Teilen der Welt, immer mehr junge Männer kein Problem mehr damit haben, sich bei Hausarbeiten und Kinderbetreuung zu beteiligen, sind heute die Anforderungen und Hürden des Programms auch höher geworden. Wer heute Au-Pair in Deutschland werden möchte und aus einem visapflichtigen Land kommt, muss eine Vorlaufzeit von mindestens einem Jahr einrechnen. Es muss ein gewisser Level an Deutsch-Kenntnissen erworben werden und, je nach Land und ausländischer Partnerorganisation, auch ein Trainingsprogramm absolviert werden. Männliche Au-Pairs müssen außerdem auch häufig damit rechnen, monatelang auf einen Familienvorschlag warten zu müssen. Kein Wunder also, dass sie sich ganz besonders darum bemühen, eine möglichst gute Bewerbung zusammenzustellen.

Au-Pair Junge mit einem Mädchen

Was kann ein männliches Au-Pair bieten?

Erfahrungsgemäß kann ich sagen, dass Gastfamilien, die sich einmal für einen Au-Pair-Jungen entschieden haben, auch in der Zukunft eher dazu tendieren, wieder einen männlichen Bewerber einzuladen. Häufig sind es natürlich Familien, die einen oder mehrere Söhne haben. Ich habe immer wieder von solchen Familien gehört, dass Au-Pair-Jungs einfach „unkomplizierter" seien – sie hätten weniger Heimweh , es sei ihnen nicht so wichtig, unbedingt andere Au-Pairs in unmittelbarer Nähe zu haben. Jungs gingen in Konfliktfällen auch weniger emotional, als eher recht sachlich an ein Problem heran und seien dann auch auf dieser Ebene an einer Lösung interessiert. Gesprächsbedarf entsteht zum Beispiel oftmals dann, wenn das Au-Pair die gleichen Computerspiele mag, wie die Kinder der Gastfamilie. In der Regel seien männliche Au-Pairs von Anfang an auch sehr selbstständig und fänden sich hier erstaunlich schnell zurecht. Als großen Pluspunkt sehen diese Familien auch die Tatsache, dass Jungs mit den ihnen anvertrauten Kindern am Liebsten wirklich aktive Dinge tun – Rad fahren, Schwimmen oder auf den Spielplatz gehen, eben einfach vorrangig draußen sein. Interessant finde ich es, dass die allermeisten Gastfamilien, die männliche Au-Pairs einladen, zunächst wenig oder gar keine Mithilfe im Haushalt erwarten (warum eigentlich nicht?). Natürlich kenne ich auch hier andere Geschichten, wie die des kenianischen Jungen, der nach kurzer Zeit freiwillig und gerne sogar die Bügelwäsche seiner Gastfamilie übernahm, oder die des Au-Pair-Jungen aus Usbekistan, von dem eine andere Gastfamilie noch heute schwärmt, weil sie weder vorher, noch nachher so gutes Essen von ihrem Au-Pair bekam (zugegeben – er war gelernter Koch!).

Insgesamt gesehen, lohnt es sich, meiner Meinung nach also durchaus, darüber nachzudenken, ob nicht für die eigene Familie auch ein männliches Au-Pair in Frage käme. Könnten Sie sich Ihren eigenen Sohn, sofern Sie einen haben, nicht auch durchaus als Familienmitglied auf Zeit bei einer Gastfamilie im Ausland vorstellen?

10 Gute Gründe, um als Au-Pair nach Australien zu gehen

von Judith Liehr

Australien ist einfach viel zu groß und viel zu vielfältig, um es in einem Urlaub kennenzulernen!

Ich beginne heute mit einer neuen Serie – nämlich Ihnen die verschiedenen Zielländer für einen Au-Pair-Aufenthalt näher vorzustellen, bzw. Ihnen Gründe zu geben, sich für das eine oder andere Land zu entscheiden. Wie wir alle wissen, ist es ja oft nicht so ganz einfach, eine Entscheidung zu treffen – es gibt so viele interessante Länder. Um diese Artikel zusammenzustellen, habe ich mich mit unseren Partnern vor Ort ausgetauscht und mir auch von Ihnen sagen lassen, warum man sich ausgerechnet für „ihr" Land entscheiden sollte.

Warum ich mit Australien angefangen habe? Ganz einfach – es beginnt mit „A" und ist ohnehin ein sehr beliebtes Zielland für Au-Pairs!

1. Englisch
Sie haben zwar in der Schule schon mehrere Jahre Englisch gelernt, möchten das aber zu einem wirklich guten Englisch ausbauen, was in Zeiten der Globalisierung für die meisten Jobs wirklich wichtig ist.

2. immer schönes Wetter
Australien hat ein wunderbares Klima, welches Sie in Ihrer Zeit als Au-Pair dort schon an sich genießen können. Hinzu kommt natürlich, dass die Menschen dort auch sehr viel Zeit im Freien verbringen.

3. Diversität in unterschiedlichen Bereichen
Mit mehr als 100 verschiedenen ethnischen Gruppen ist Australien ein wahrhaft multikulturelles Land. Ob Sie nun eher ein/e Strandliebhaber/in sind und gerne surfen wollen, die Natur vom Pferderücken aus erleben wollen, oder aber eher ein Stadtmensch sind, als Au-Pair in Australien können Sie all das finden.

4. offene Menschen
Die Menschen in Australien sind im Allgemeinen sehr offen und gastfreundlich. Man ist nett zu „Neuankömmlingen“ und gleichzeitig stolz auf das eigene Land, die Kultur und den Sport. Für Au-Pairs heißt das natürlich auch, dass Ihre Gastfamilie sich ganz sicher darum bemühen wird, Ihnen das Schönste aus der Region zu zeigen, Sie am Wochenende zum Camping, auf das Boot oder an den Strand mitzunehmen.

5. Rugby und Fußball
Sport hat in Australien eine große Bedeutung. Als Au-Pair werden Sie erleben, dass Kinder schon sehr früh dazu ermutigt werden, beispielsweise Fußball zu spielen – oftmals geht die ganze Familie dann samstags zu einem Spiel mit, um die Kleinen anzufeuern. Auch die Spiele der NRL (National Rugby League) und/oder der AFL (Australian Football League) sind erstaunlich erschwinglich und werden gerne von allen zusammen besucht.

6. Gemeinschaftsgeist
Ob in kleineren Orten, oder in größeren Städten, die Menschen lieben es, auf kommunaler Ebene zusammenzukommen, sich gegenseitig zu helfen, zu unterstützen oder einfach nur zu treffen. So spielen „Clubs“, in denen ganze Familien sich engagieren, in Australien eine große Rolle. Sei es nun der Sportverein, der auch die „Surf Life Savers“ – jeder macht von klein auf mit!

Australien Küste

7. Reisen
Viele Familien nutzen jede Gelegenheit zu einem Ausflug. Es ist für die meisten kein Problem, auch größere Distanzen mit dem Auto zurückzulegen, um ihre Freizeit beispielsweise zum Camping zu nutzen – was natürlich hier ganzjährig möglich ist.

8. gute Infrastruktur
Australien lässt sich sicher und günstig bereisen und zwar in jeder erdenklichen Weise. Viele Orte können Sie per Flugzeug erreichen, das Straßennetz ist gut ausgebaut und Busse und Bahnen runden das Angebot vor Ort ab.

9. Budget
Es gibt so vieles kostenlos: Die Strände, die Parks, das Wetter, die Wildtiere – all das können Sie als Au-Pair in Australien genießen, ohne einen Cent dafür bezahlen zu müssen. Wenn wir schon beim Thema sind: Es gibt beispielsweise in Sidney den sogenannten „Sunday Special“. Eine Familie mit bis zu vier Personen kann für 10 $ alle Züge, Fähren oder Busse im Großraum Sidney den ganzen Tag nutzen.

10. Distanz
Selbstverständlich kann man Englisch auch in anderen Ländern lernen, aber Australien ist nicht irgendein Land, sondern „down under“ – d.h. auf der anderen Seite der Erde. Wer weiß – vielleicht möchten Sie als Au-Pair mit Ihrer Auszeit auch Abstand zur Heimat haben und wo sonst wäre das so gut möglich, wie in Australien.

Sie sehen also, von Sonnenschein, über Strandleben, entspanntem Lebensstil und beeindruckender Natur - es gibt viele Gründe, die für einen Aufenthalt als Au-Pair in Australien sprechen. Meine Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ich würde mich freuen, wenn Sie uns, nach Ihrer Zeit dort, weitere Gründe nennen könnten!

Das Sprachtutorenprogramm – eine besondere Form der Sprachreise

von Judith Liehr

Für wen ist das Sprachtutorenprogramm geeignet ist und was genau es auszeichnet.

Es gibt sehr viele, sehr unterschiedliche Menschen, die gerne für einen begrenzten Zeitraum ins Ausland gehen, eine andere Kultur und Sprache kennenlernen und am Liebsten in einer Gastfamilie leben möchten. Die Idee zum Sprachtutorenprogramm entstand eigentlich aus der Überlegung heraus, dass ein Aufenthalt als Au-Pair im Ausland, aus verschiedensten Gründen, nicht für jede/n geeignet ist. Es stehen dem oftmals vorgegebene Regelungen, wie beispielsweise Altersobergrenzen, Mindestaufenthaltsdauer oder auch die Erfordernis, Kenntnisse der Sprache des Gastlandes mitzubringen, entgegen. Oder aber einfach auch die Tatsache, dass nicht jeder wöchentlich 20-40 Stunden Kinder betreuen, oder im Haushalt helfen möchte.

Wer kann Sprachtutor/in sein?

Im Prinzip jede/r! Es gibt hier keine Altersgrenzen. Manche haben gerade ihr Abitur gemacht, andere studieren und nutzen die Semesterferien, wieder andere sind bereits im Ruhestand. Wichtig ist hier nur eine echte Sprachbegeisterung, das Programm richtet sich also an Menschen, die Freude daran haben, anderen ihre eigene Sprache näherzubringen und die außerdem eine andere Sprache vertiefen oder auch erlernen wollen. Ein großer Vorteil des Programms ist es ja, dass keine Kenntnisse der Sprache des Gastlandes vorausgesetzt werden – sofern die Tutoren gut Englisch sprechen. Auf Seiten der Gastfamilien muss nämlich mindestens eine Person Deutsch, oder aber Englisch sprechen. Selbstverständlich bietet das Programm gerade angehenden Fremdsprachen-Lehrern/Lehrerinnen eine besonders gute Möglichkeit zu trainieren, aber es ist nicht erforderlich pädagogische Vorkenntnisse zu haben, denn hier geht es nicht um „Unterricht" wie in der Schule oder im Sprachkurs, sondern in allererster Linie um Sprachtraining.

Welche besonderen Vorteile bietet das Sprachtutorenprogramm?

Abgesehen davon, dass der Personenkreis, der an dem Programm teilnehmen kann, nicht wirklich eingeschränkt ist, ist ein weiterer Pluspunkt die Tatsache, dass die Tutoren über sehr viel mehr Freizeit verfügen, als beispielsweise ein Au-Pair, denn neben den 15 Wochenstunden Sprachtraining gehen sie keine weiteren Verpflichtungen ein. Das heißt, es steht recht viel freie Zeit zur Verfügung, in der Sprachkurse belegt werden, oder auch Land und Leute auf eigene Faust entdeckt werden können. Die meisten Tutoren unternehmen erfahrungsgemäß auch sehr viel gemeinsam mit ihren Gastfamilien, dies ist aber kein „muss" – es ergibt sich vielmehr aus gegenseitigem Interesse. Das wiederum führt mich zum nächsten Punkt: Gastfamilien, die einen Tutor/eine Tutorin einladen, tun das zwangsläufig aus reinem Interesse an einem Kultur-/Sprachaustausch und nicht, weil sie Hilfe bei der Kinderbetreuung benötigen. Die Erwartungshaltung ist in diesem Programm eine völlig andere – u.a. sicherlich auch deswegen, weil der Aufenthalt ja meist wesentlich kürzer ist, nämlich nur 1-3 Monate.

Ich selbst bin sehr großer Freund speziell dieses Programms – es ist wirklich sehr flexibel und kann oftmals sehr individuell sowohl an die Wünsche der jeweiligen Gastfamilien, als auch an die der Tutoren/innen angepasst werden. Auch bin ich der Meinung, dass wirklich jeder, von Studenten/innen während der Semesterferien, über Menschen die eine Auszeit nehmen, bis hin zu denjenigen, die nicht mehr aktiv im Berufsleben stehen, die Möglichkeit haben sollte, ein Land, seine Menschen, seine Kultur und Sprache auf eine solche Art und Weise wirklich zu erleben.

Was hat es mit dem Valentinstag auf sich?

von Judith Liehr

Seit inzwischen etwa 60 Jahren wird der Valentinstag in Deutschland gefeiert, Grund genug den „Tag der Liebenden“ näher unter die Lupe zu nehmen.

Ich muss gestehen, ich gehöre zu denjenigen, die es eigentlich ablehnen, Valentinsblumen, -pralinen oder ähnliches zu bekommen und ich trage auch Sorge dafür, dies bei jeder sich bietenden Gelegenheit kundzutun – was natürlich nicht heißt, dass ich mich nicht schon über die eine oder andere „Liebesgabe“ an diesem Tag gefreut hätte. Natürlich ist es schön, wenn die Menschen sich gegenseitig eine Freude machen, noch schöner ist es allerdings, wenn man dazu keinen besonderen Tag braucht.

herzchen-valentinstag

Theorien zum Ursprung des Valentinstags

Davon ausgehend, dass es sich hier nicht nur um ein kommerzielles, sondern auch um ein kulturelles Ereignis handelt, habe ich mich dann ein wenig mit der Herkunft dieses „Tages der Liebenden" beschäftigt. Zu einer wirklich eindeutigen Erklärung bin ich allerdings nicht gelangt – es gibt hier verschiedene Theorien. So gab es schon im alten Rom ein Fest zu Ehren des Gottes der Hirten und Fruchtbarkeit (Lupercus), zu dem junge Frauen und Männer in einer Art „Liebeslotterie" unter der Schutzherrschaft des Gottes Amor zusammengewürfelt wurden. Von diesem Fest ausgehend gibt es eine Verbindung zu Bischoff Valentin von Terni (Italien), der sich mit Rat und Tat für Liebende eingesetzt und sie auch getraut haben soll, wenn sie sich dieser Lotterie entgegensetzten. Bischoff Valentin starb den Märtyrertod – er wurde am 14. Februar 269 enthauptet. Einen weiteren möglichen Ursprung für diesen Tag findet man auch im angelsächsischen Raum. So galt der 14. Februar im Mittelalter in England als der Tag an dem sich die Vögel paarten – junge Burschen (Valentin) konnten sich an diesem Tag ein junges Mädchen (Valentine) erwählen. Entschieden wurde auch hier durch Los, oder durch die erste Begegnung am Morgen. Die Paarbildung der Valentinen galt als besonders günstige Voraussetzung einer künftigen ehelichen Bildung. Zum Ritual gehörte es auch, sich gegenseitig kleine Geschenke, oder Neckereien – insbesondere Gedichte – zu schenken. Einer weiteren Quelle ist zu entnehmen, dass der 14. Februar zuerst in Frankreich als Tag der Liebenden und Verlobten bezeugt ist und vom ostkirchlichen Lichtmess-Fest übernommen wurde. Bereits im 12. und 13. Jahrhundert entstand dort eine neue Form der Galanterie zwischen dem Ritter und der Frau, die sich in der als Minnesang bekannten Liebeslyrik niederschlug. Mir persönlich gefällt diese Herleitung recht gut, nämlich darin einen Erinnerungstag an die „gedenkende Liebe" des Minnesangs zu sehen – denn diese kann durch Worte, Taten, Geschenke bezeugt werden, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

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Wie wird der Valentinstag anderenorts gefeiert?

Besonders interessant finde ich es, dass Jungverliebte sogenannte „Liebesschlösser" auf Brücken anbringen, um so symbolisch ihre ewige Liebe zu besiegeln. Diese Schlösser sind oft mit den Initialen des Paares versehen, der Schlüssel wird nach dem Anbringen des Schlosses in den Fluss geworfen. Der Ursprung dieses Brauchtums soll in Italien (Ponte Vecchio) liegen, aber auch an der Kölner Hohenzollernbrücke, le Pont des Arts in Paris, dem Makartsteg in Salzburg oder der Brooklyn Bridge in New York sind diese Schlösser heute unter anderem zu finden.

In den USA hat der Valentinstag eine sehr viel höhere Bedeutung als bei uns und beschert alljährlich vielen Wirtschaftszweigen einen riesigen Umsatzboom. Die Anzahl der erhalten Valentinskarten gilt vor allem unter Jugendlichen als Gradmesser für die eigene Popularität – wer keine erhält ist arm dran!

Auch in Brasilien feiert man den Valentinstag, allerdings nicht am 14. Februar, sondern am 12. Juni. Man erfreut sich dort ebenfalls gegenseitig mit kleinen Geschenken und viele Paare geben an diesem Tag ihre Verlobung bekannt.

Sehr sympathisch finde ich den „Tag der Freundschaft", der am 14. Februar in Finnland begangen wird. Dort beschenken sich nicht nur Verliebte, sondern auch Freunde bekommen kleine Geschenke oder Karten.

In Südafrika steht der Valentinstag nicht nur für Liebende, sondern auch für die multikulturelle Vielfalt und ist deswegen ein großes Ereignis. Kunst und Kultur des Landes werden in vielen öffentlichen Festen an diesem Tag hervorgehoben.

Das chinesische Pendant des westlichen Valentinstages ist Qixi, das auf den Abend des 7. Tages des 7. Monats nach dem chinesischen Mondkalender fällt (dieses Jahr am 13. August). Das gleiche Fest heißt in Japan Tanabata. Allerdings gibt es in Japan inzwischen auch ein Brauchtum am 14. Februar – an diesem Tag können Frauen Männern Schokolade schenken. Dies muss allerdings nicht zwingend Verliebtheit voraussetzen, allerdings dürfen die Frauen von den beschenkten Männern dann einen Monat später, nämlich am 14. März (dem White Day) ein Gegengeschenk, z.B. weiße Schokolade, erwarten.

Wie immer, freue ich mich, wenn Sie weitere Bräuche oder Traditionen, die Sie zu diesem Anlass kennen, mit uns teilen und wünsche Ihnen allen einen schönen Valentinstag! Ich verabschiede mich, passend zum heutigen Tag, mit einem Zitat des Wortkünstlers Karl Valentin, der sicher nicht Namensgeber des heutigen Tages ist:

"Fremd ist der Fremde nur in der Fremde."

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„Helau“ und „Alaaf“ – der Höhepunkt der fünften Jahreszeit ist erreicht

von Judith Liehr

Rund um den Globus sind die Narren los – die Bräuche und Traditionen sind so bunt, wie die Menschen, die das Fest feiern!

Wie bei allen Festen, lieben es die einen und hassen es die anderen. Einmal im Jahr dürfen alle „närrisch" sein – ob es nun Karneval, Fasching oder Fastnacht heißt, jede(r) darf sich richtig austoben, bevor am „Aschermittwoch alles vorbei ist" und die lange Fastenzeit bis Ostern eingeleitet wird. Das Wort „Karneval" stammt übrigens vermutlich aus dem Italienischen „carne vale" – was soviel wie „Fleisch, lebe wohl" bedeutet.

Die Hochburg des närrischen Treibens in unserer Region ist natürlich Frankfurt. Den Höhepunkt bildet am Sonntag der Fastnachtszug mit tausenden Teilnehmern aus mehr als 90 Verbänden und Vereinen. Für viele Kenner aus der Region ist allerdings der Stadtteilumzug in Heddernheim, von Einheimischen „Klaa Paris" genannt, der Allerschönste dieser Umzüge.

Wie immer zu solchen Gelegenheiten finde ich es sehr interessant mir vorzustellen, was unsere Programmteilnehmer im Europäischen Ausland, oder in anderen Teilen der Welt, gerade erleben – wie Karneval dort gefeiert wird.

Karneval in Europa

Au-Pairs, die gerade in der Schweiz sind, könnten uns erklären, was die sogenannten „Guuggemusige“ in Luzern sind (Gruppen von lustig verkleideten Menschen, die musizierend durch die Straßen ziehen). Sie können erleben, wie in Bern der Karnevalsbär feierlich befreit wird oder wie in Basel am Montag nach Aschermittwoch um punkt vier Uhr alle Lichter der Stadt ausgehen und die Fastnachtstruppen mit ihren Laternen durch die Stadt ziehen.

Karneval in Koeln

Karneval in Venedig zu erleben und sich bei dieser Gelegenheit eine der venezianischen Masken zu kaufen ist sicher etwas ganz besonderes, das sich unsere Au-Pairs und Sprachtutoren in Italien möglichst nicht entgehen lassen sollten. Ein Highlight dieses weltbekannten Karnevals ist der „Vollo del’angelo“ (Flug des Engels) auf dem Piazza de Marco: da schwebt dann jemand aus der italienischen Prominenz vom Glockenturm „Campanilo di Giotto“ auf den Platz hinab und verkündet die Karnevalsbotschaft.

Der drittgrößte Karneval der Welt findet übrigens in Cádiz/Spanien statt. Die Feierlichkeiten unterscheiden sich nicht so sehr von denen bei uns in Deutschland – die Umzüge sind farbenfroh, laut und schön, aber Au-Pairs und Sprachtutoren, die daran teilnehmen können, haben zudem die Gelegenheit das tolle Treiben bei wärmeren Temperaturen zu genießen.

Wer immer gerade als Au-Pair oder Sprachtutor in Frankreich ist, sollte sich den Karneval in Nizza anschauen – wohl der bekannteste in Frankreich, während dessen die ganze Stadt in einem Meer von Blumen und Blüten versinkt. Neben jeder Menge Musik kann man dort die „Batailles des Fleurs“ (Blumenschlachten) erleben, bei der Chrysanthemen, Rosen, Gerbera und Mimosen durch die Luft fliegen.

Auch in England gibt es einen Karneval – so ziehen durch Londons Notting Hill drei Tage lang lange Umzüge, allerdings findet das im Sommer statt! Es gibt zu unserer Faschingszeit aber einen anderen, lustigen Brauch, den unsere Au-Pairs dort hoffentlich miterleben können: am „Shrove Tuesday“ (Faschingsdienstag) darf noch einmal so richtig ungesund gegessen werden. Traditionell gibt es dann Pancakes (deswegen wird der Tag auch oft“ Pancake Day“ genannt und es finden Pfannkuchenrennen statt. Viele Menschen ziehen sich lustige Klamotten an, backen zu Hause einen Pfannkuchen und rennen mit dem Pfannkuchen in der Pfanne durch die Gegend. Um das Ganze aufregender zu gestalten, muss der Pfannkuchen während des Rennens durch Hochwerfen umgedreht werden!

Karneval in anderen Teilen der Welt

Es gibt sicher niemanden, dem der Karneval in Rio kein Begriff ist. Wer sich gerade als Sprachtutor oder Freiwillige(r) dort aufhält, wird sich Farbenpracht und Einzigartigkeit dieses Spektakels sicher nicht entgehen lassen. Die Farbenpracht und Einzigartigkeit der Parade der „Escolas de Samba“ im „Sambódromo“ ist ein Erlebnis für sich.

Der Karneval in Veracruz ist wohl der bekannteste und berühmteste in Mexiko – wer sich gerade als Au-Pair dort aufhält, sollte sich das unbedingt anschauen. Das Spektakel geht über neun Tage und wird mit der Verbrennung von „el malhumor“ (der schlechten Laune) eingeleitet. Es gibt dort übrigens neben der Karnevals-Königin auch einen „rey feo“ (das ist der hässliche König) und gemeinsam führt dieses Paar die zahlreichen Zeremonien an.

Karneval in Veracruz

In Kanada ist die Hauptstadt des Karnevals Québec. Dort regiert „Bonhomme Carnaval“ (ein Schneemann, dessen Erkennungszeichen die rote „Tuque“ ist, die alte Zipfelmütze der frankophilen Bauern und Holzfäller), als Botschafter die Stadt. Alle die gerade als Au-Pair in dieser Gegend sind, sollten sich auch das in der Karnevalszeit stattfindende Eisskulpturenfestival anschauen, an dem Teams aus aller Welt an einer Vielzahl an Wettbewerben teilnehmen.

Freiwillige, die den Jahreswechsel in Südafrika erlebt haben, konnten dort bereits am zweiten Januar den „Coon Carnival“ (Rosenmontag) erleben. Auch dort wird ein sehr farbenfrohes Volksfest gefeiert, zu dem viele Karnevalsvereine aus der ganzen Stadt in Richtung Innenstadt ziehen und natürlich jeder Verein zeigen will, das er besser ist, als seine Mitbewerber.

Alle Au-Pairs, die derzeit in den USA sind, könnten dort in den Südstaaten „Mardi Gras“ (Fetter Dienstag, Faschingsdienstag) feiern. Die Hochburg dieses Festes ist in New Orleans – die ganze Stadt trägt zu diesem Anlass Violett, Grün und Gold und feiert ausgelassen. Es gibt Musik, Paraden und kunstvoll geschmückte Paradewagen, die vor allem im French Quarter und auf der Bourbon Street zu einer beliebten Anlaufstelle für Touristen aus aller Welt geworden sind.

In Australien ist der Karneval kaum bekannt – unsere Au-Pairs dort müssen, sofern die „Narren und Jecken“ sind, darauf hoffen, zu einer der meist privat, oder auch von einer deutschen Community, organisierten Veranstaltungen eingeladen zu werden.

Auch in Asien gibt es keinen Karneval, wie wir ihn kennen. Au-Pairs, die sich gerade in China aufhalten, werden aber sicherlich das chinesische Neujahr mitfeiern, das in diesem Jahr am 10. Februar beginnt und eine Woche lang zelebriert wird.

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Ich wünsche Ihnen allen, liebe Kulturisten, eine tolle närrische Zeit und freue mich, wie immer, über Beiträge zu interessanten Brauchtümern aus aller Welt.

Die oft vergebliche Suche nach einem Au-Pair aus England, den USA oder Australien

von Judith Liehr

Warum gibt es in Deutschland so wenige Au-Pairs aus Europa bzw. aus englischsprachigen Ländern?

Diese Frage wird oft, vor allem von neuen Gastfamilien, gestellt. Einen der wichtigsten Gründe dafür möchte ich gleich zu Beginn nennen: es gibt in diesen Ländern einfach nicht so sehr viele Deutsch-Lerner! Die allermeisten jungen Menschen, die innerhalb Europas einen Au-Pair-Aufenthalt planen, ziehen als Zielland definitiv ein englisch-sprachiges Land, also England, Irland und Schottland vor. Es ist für die große Mehrheit einfach von deutlich höherem Nutzen, die englische Sprache wirklich gut zu beherrschen. Was Au-Pairs aus Übersee betrifft, so zieht es sie, sofern sie nach Europa kommen möchten, eher in südeuropäische Länder: Spanien, Italien oder Frankreich liegen da deutlich höher im Kurs – das Wetter ist dort schöner, das Leben ist einfach bunter als hierzulande und es gibt auch dort Kulturschätze in Hülle und Fülle zu bestaunen.

Sind diese Au-Pairs tatsächlich so einfach in Internet-Portalen zu finden?

Natürlich gibt es immer wieder junge Leute aus Europa, die als Au-Pair nach Deutschland kommen möchten. Vor allem im Sommer, während der Semesterferien, sind es recht viele – die meisten von ihnen wollen aber nur für zwei bis drei Monate kommen, manchmal auch für ein halbes Jahr. Man findet beispielsweise ein Au-Pair aus England auch häufig in den sog. kostenlosen Internetportalen, aber auch dort ist es eher schwierig jemanden für ein Jahr zu gewinnen. Abgesehen davon, tummeln sich hier natürlich auch viele Interessentinnen, die den Aufwand, sich mit allen erforderlichen Unterlagen bei einer Agentur zu bewerben (was gerade innerhalb Europas ebenfalls fast oder ganz umsonst zu haben ist), nicht betreiben wollen. Sei es, weil sie z.B. nicht über die erforderlichen Kinderbetreuungsreferenzen verfügen, oder auch weil die sprachlichen Voraussetzungen fehlen. Viele gehen auch davon aus, dass sie „ihre Traumfamilie" (wohnt in der Stadtmitte, hat 1 Kind, das möglichst eine Ganztagsschule besucht) besser auf eigene Faust finden und an dieser Stelle Angebote besser vergleichen können. Wir hören oft von Gastfamilien, die versucht haben, über solche Portale ein Au-Pair zu finden, dass vor allem sehr kurzfristige Absagen, oder einfach das Nicht-Erscheinen der Bewerber/innen, hier ebenfalls an der Tagesordnung sind. Nicht weiter eingehen möchte ich an dieser Stelle auf Fälle von echtem Betrug, die ich in den letzten Jahren, auch durch meine Tätigkeit für den Deutschen Bundesverband der Au-Pair-Vermittler, miterleben musste – das ist ein Thema für sich, gerne können Sie sich hierzu auch an dieser Stelle informieren.

Wie kann Deutschland für Au-Pairs aus Europa attraktiver werden?

Frankfurt ist eben nicht Paris, Hamburg nicht London und München kann mit Rom ebenso wenig auf der Beliebtheitsskala mithalten. Deutsch bleibt auch eine Sprache, die einerseits relativ schwierig zu erlernen ist und die andererseits auch nicht so sehr verbreitet ist, wie Englisch, Spanisch oder auch Französisch. Daran können wir ebenso wenig etwas ändern, wie wir auch das Wetter nicht wirklich attraktiver gestalten können. Ändern könnte man allerdings etwas an der Ausgestaltung des Au-Pair-Programms in Deutschland. Wussten Sie eigentlich, dass das Taschengeld, welches ein Au-Pair in Deutschland erhält, weitaus niedriger ist, als das, welches in anderen Ländern gezahlt wird? In Frankreich, England oder Italien liegt das Minimum bei € 320,00, in der Türkei erhalten Au-Pairs i.d.R. € 400,00 im Monat. Au-Pairs, die wir in die USA vermitteln, bekommen dort nicht nur ein Taschengeld von knapp unter $ 800 im Monat, sie erhalten außerdem ein Studiengeld ($ 500) und die Kosten für An- und Abreise werden ebenfalls von den Gastfamilien übernommen. Wussten Sie, dass das Taschengeld für Au-Pairs, welches seit 2006 bei € 260 im Monat liegt, seinerzeit zum ersten Mal seit 35 (in Worten: fünfunddreißig) Jahren angehoben wurde? Bis dahin betrug es nämlich seit 1969 € 205/Monat. Damit kann man ein Au-Pair aus den USA kaum beeindrucken! Der Deutsche Bundesverband der Au-Pair-Vermittler setzt sich seit Jahren u.a. für eine Steigerung der Attraktivität des Au-Pair-Programms hierzulande ein – leider ein eher zähes Unterfangen. Derzeit sind in Deutschland drei Ministerien involviert, wünschenswert wäre es, wenn dieses Kulturaustauschprogramm endlich einen separaten Status als solches hätte und nur in den Zuständigkeitsbereich einer Stelle fiele. Weiterhin erforderlich wäre es, wenn eine Betreuungspflicht für alle Au-Pairs, die aus dem Ausland hierher kommen, bestünde und die Teilnahme an einem Sprachkurs verpflichtend und von den Gastfamilien generell zu fördern wäre. Schon diese Regelungen würden sicherlich dazu führen, dass wir eine größere Anzahl an Interessentinnen und Interessenten (auch aus Europa, oder gar den USA oder Australien) dafür gewinnen könnten.

Ein Au-Pair

Keine Angst vor Kulturaustausch!

Selbstverständlich gibt es Alternativen – sehr viele junge Menschen unterschiedlichster Nationalitäten kommen nach wie vor sehr gerne als Au-Pair nach Deutschland. Oftmals erzählen mir Gastfamilien, sie hätten Bedenken beispielsweise ein Au-Pair aus der Mongolei, Kenia, Peru... oder... oder... oder... einzuladen, weil sie zu große kulturelle Unterschiede befürchten. Ja – es gibt sie, diese Unterschiede, deswegen ist es ja ein Kulturaustauschprogramm. Tatsächlich ist es aber gerade heute so, dass junge Menschen, die beispielsweise, keine Mikrowelle, Waschmaschine, Staubsauger, oder was auch immer, kennen, auch keine Chance auf eine Vermittlung als Au-Pair nach Deutschland haben. Die Bewerber/innen kommen fast ausschließlich aus Großstädten (selbst wenn sie evtl. noch Verwandte haben, die auf dem Land in einer Jurte leben), denn nur dort haben sie Zugang zu Sprachkursen, Internet, Vorbereitungskursen und Vermittlungsagenturen – alles Voraussetzungen für eine solche Vermittlung. Kein Au-Pair kann heute mehr ein Visum für Deutschland beantragen, ohne einen qualifizierten Schulabschluss und mindestens ein A1-Zertifikat des örtlichen Goethe-Instituts vorweisen zu können. Sie können davon ausgehen, dass alle diese jungen Menschen sich mindestens ein halbes Jahr (eher länger) auf einen Au-Pair-Aufenthalt vorbereiten. Sehr viele dieser Bewerber/innen sprechen, außer ihrer Muttersprache noch eine weitere Sprache wirklich gut. Englisch ist in einigen Ländern, wie Kenia oder Indonesien, Schulsprache, es gibt unter den zukünftigen Au-Pairs auch etliche, die Fremdsprachen studiert haben. Selbst wenn der Lebensstandard in den meisten dieser Länder ein anderer ist, als der unsere, so kennen sie doch die meisten unserer „Errungenschaften" zumindest aus dem Fernsehen und aus dem Internet.

In den nächsten Monaten werde ich an dieser Stelle immer wieder Beiträge über die Herkunftsländer der Au-Pairs veröffentlichen, um Ihnen einen Eindruck davon zu vermitteln, wie man dort lebt und wie sich die jungen Menschen auf ihr „Abenteuer Deutschland" vorbereiten.

Warum kostet Freiwilligenarbeit Geld?

von Judith Liehr

Etwas Gutes tun und dafür noch Geld bezahlen? Immer wieder werden wir gefragt, warum das so ist...

Vorausschicken möchte ich an dieser Stelle, dass wir hier nicht von professioneller Entwicklungshilfe oder Freiwilligendiensten sprechen, die staatlich/kirchlich gefördert bzw. organisiert werden. Durch die Teilnahme an einem Freiwilligenprogramm, wie Kulturist sie anbietet, tragen Sie dennoch zur Verbesserung der Lebensumstände bzw. zum Natur- und Umwelt vor Ort bei. Es handelt sich hier stets um sehr lernintensive Erfahrungen und interkulturelle Begegnungen, durch die Sie ganz sicher auch sehr viel über sich selbst erfahren.

Um etwas wirklich zu verstehen ist es oft hilfreich, einen Sachverhalt von einer anderen Perspektive aus zu betrachten. Das möchte ich nun hier mit der Entstehung eines fiktiven Projektes tun:

Aus Interesse entsteht ein Projekt

Seit einigen Jahren werden bei uns in Hessen wieder Luchse gesichtet (an Alle, die es interessiert – das ist wirklich so, siehe hier). Ich finde das sehr interessant, beschäftige mich mit dem Thema und recherchiere.  Ich möchte sicherstellen, dass die Tiere hier weiter und in friedlicher Ko-Existenz mit Menschen und Haustieren leben können. Ich gründe deswegen, zusammen mit Gleichgesinnten, einen Verein (Arbeitskreis, Interessengemeinschaft oder eben Projekt) „Rettet den Luchs in Hessen“. Das Ganze spricht sich herum und irgendwann wird der hessische Luchs sicherlich auch Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung – schon haben wir unsere Experten. Zeit geht ins Land, unser Projekt erweckt immer mehr Interesse, zunächst auf regionaler, dann auf nationaler Ebene und eines Tages erhalte ich die erste Email aus dem Ausland: Man interessiere sich sehr für den Hessischen Luchs, wolle hierher kommen, eine Weile in Hessen leben und uns bei unserer Arbeit unterstützen.

Gehobene Arme von Freiwilligen, die helfen wollen

Freiwilliges Engagement zieht weitere Kreise

Super – denke ich, genau das, was wir brauchen – mehr freiwillige Helfer! Aber wohin mit den Freiwilligen? Sie müssen doch untergebracht und verpflegt werden. Sie müssen am Frankfurter Flughafen abgeholt werden – natürlich wollen sie alle zu unterschiedlichen Zeiten kommen und wieder gehen. Sie müssen entsprechende Visa haben. Ich spreche weder Portugiesisch, noch Finnisch oder Russisch – und sie schreiben mir, sie hätten bestenfalls rudimentäre Deutsch-Kenntnisse. Viele von ihnen würden während ihrer Zeit hier gerne noch einen Deutsch-Kurs machen und etwa 95% von ihnen haben noch nie in ihrem Leben einen Luchs gesehen, d.h. sie müssen eine entsprechende Einweisung erhalten. Vor meinem geistigen Auge tauchen plötzliche viele „€€€" auf.....Freiwilligenarbeit kostet also Geld und bis auf ein paar kleine Spenden aus den umliegenden Gemeinden haben wir keins!

Darum kostet weiteres Engagement Geld!

Um unser tolles Projekt langfristig und nachhaltig weiterbringen zu können, müssen wir also anfangen, in anderen Dimensionen zu denken. Wir werden Partner in den Herkunftsländern unserer Freiwilligen brauchen um sicherzustellen, dass wir kontinuierlich Helfer haben werden. Diese Helfer müssen gefunden werden – es muss sie jemand überprüfen und sie auf ihren Aufenthalt bei uns vorbereiten. Die Menschen müssen über die Gegebenheiten bei uns in Hessen informiert werden und es muss sichergestellt werden, dass sie beispielweise gegen Tetanus geimpft sind und bei Einreise das richtige Visum haben.

Auf unserer Seite hat bislang niemand die Zeit dazu, nebenbei geeignete Gastfamilien für die engagierten Helfer zu suchen. Wer soll für Unterkunft und Verpflegung bezahlen? Wer die Menschen vom Flughafen abholen und zurückbringen bzw. täglich zu unseren Luchsstationen fahren? Wo gibt es brauchbare Sprachkurse, wie sollen sie dorthin kommen? Wer finanziert unsere Experten, die die Studie erstellt haben und die die Freiwilligen einweisen sollten? Wie sollen wir überhaupt mit ihnen kommunizieren?

All das ist nur die Spitze des Eisbergs – aber Sie sehen schon, dass es nicht so ganz einfach ist und Sie können sicher erkennen, dass Sie nicht für den freiwilligen Einsatz bezahlen, sondern für die gesamte Organisation des Rahmens darum herum. Die Projektträger vor Ort können sich keine zusätzlichen finanziellen Belastungen leisten, die durch den Einsatz von Freiwilligen aber in der Tat entstehen. Hätten sie weitere Mittel zur Verfügung, würden sie Einheimische zur Unterstützung einstellen – so aber freut man sich über die tatkräftige Mithilfe aus den Reihen der Gemeinschaft der internationalen Freiwilligen. Durch Ihre Teilnahme an einem solchen Programm unterstützen Sie nicht nur gemeinnützige Projekte im jeweiligen Land, sondern Sie tragen zwangsläufig auch zum Einkommen der Familien und lokalen Geschäfte bei.

Geben und Nehmen

Jugendmobilität für Alle im internationalen Kontext!

von Judith Liehr

Immer wieder hört und liest man darüber, dass in unserer global gewordenen Welt die Mobilität junger Menscher auf internationaler Ebene sehr förderungsbedürftig sei. Wie aber können ALLE jungen Menschen erreicht werden?

Am 10. und 11. Januar veranstaltete die Deutsche Stiftung Völkerverständigung in Hamburg das erste "JugendAustausch-Forum". Eingeladen waren unterschiedlichste Akteure aus dem Bereich des internationalen Jugendaustauschs in Deutschland - ich z.B. als Vertreterin des Bundesverbandes der deutschen Au-Pair Vermittler.

Allgemeine Einigkeit besteht darüber, wie wichtig Auslandsaufenthalte bzw. Austauschprogramme heute gerade zur Entwicklung von Kompetenzen (Fremdsprachen, Selbstständigkeit, interkulturelle Sensibilität) junger Menschen sind. Anstrengungen auf diesem Gebiet werden als Investition in die Zukunft gesehen, die sich später im persönlich-politischen Miteinander vielfach auszahlen werden.

Es gibt bereits eine Fülle an Programmen: Angefangen von Schüleraustauschprogrammen - z.B. bei direkten Schulpartnerschaften für einen relativ kurzen Zeitraum von 1-3 Wochen, oder aber der individuelle Besuch einer Schule im Ausland für die Dauer von bis zu einem Jahr, der durch entsprechende Anbieter organisiert wird. Nach Beendigung der Schule kann man für einen Zeitraum von etwa einem halben jahr bis zu einem Jahr (manchmal auch länger) als Au-Pair ins Ausland gehen, am Besten natürlich über eine seriöse Agentur. Es besteht weiterhin die Möglichkeit sich für einen kurzen, oder auch längeren Zeitraum als Freiwillige(r) auf unterschiedlichsten Gebieten und fast überall auf der Welt zu engagieren - auch hier kann man auf das Angebot recht vieler, kompetenter Organisationen zurückgreifen. Die sind nur einige wenige der bereits existierenden Möglichkeiten, die an dieser Stelle beispielhaft aufgeführt werden wollen.
Foren, wie dieses jetzt in Hamburg, bieten Organisationen, Verbänden und anderen in all diesen Bereichen agierenden Institutionen die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und auch zur Zusammenarbeit, um beispielsweise gemeinsam qualitätssteigernde Maßnahmen/Elemente weiterzubringen und/oder durchzusetzen. Für unseren Verband nannte ich beispielsweise die Anerkennung von Au-Pair-Aufenthalten bei "verwandten" Studiengängen oder Ausbildungen.

Eine zentrale Frage aber, die in diesem Zusammenhang immer wieder auftaucht ist aber die, ob all diese Angebote tatsächlich auch ALLEN zur Verfügung stehen. Dem ist eben nicht so. Bei weitem nicht jede Familie kann es sich leisten, ein Kind zu einem High-School-Jahr in die USA zu schicken. Untersuchungen haben ergeben, dass über 90% der Teilnehmer an Freiwilligenprogrammen ein Abitur haben. Au-Pair-Aufenthalte sind zwar (zumindest innerhalb Europas) extrem günstig, aber nicht Jede(r) ist dazu wirklich geeignet, oder möchte eine Au-Pair-Tätigkeit ausüben. Es gibt sehr viele junge Menschen, die ihre Stadt, sogar ihren Stadtteil, noch nie verlassen haben. Es ist wichtig, auch sie mitzunehmen - ebenso wie Jugendliche mit/ohne Migrationshintergrund und/oder solche aus einem sozial schwachen Umfeld.

Deswegen ist es schön, dass es Schulen aller Art gibt, die sich mit kleinen und großen Projekten sehr für die Vermittlung interkultureller Kompetenzen engagieren und dass dieses Engagement gefördert und gewürdigt wird. Es ist wichtig, dass es Kommunen gibt, auf sich auf unterschiedlichste Weise nachhaltig darum bemühen, gerade ihren jungen Mitbürger/innen "die Tore zur Welt zu öffnen". Es ist unerläßlich, dass es etliche Mitwirkende in unserem Bereich gibt, die sich mit unglaublicher und nicht nachlassender Energie der Erreichung unserer Ziele widmen - dafür bedanke ich mich!

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Kostenlose Au-Pair-Vermittlung über ein Portal oder lieber eine professionelle Agentur einschalten?

von Judith Liehr

Wie sieht die Kosten-Nutzen Rechnung für Sie tatsächlich aus? Ist es wirklich sinnvoll, einen Au-Pair-Aufenthalt über das Internet selbst zu organisieren und welche Risiken gehen Sie dabei ein?

Ich möchte etwas zu einem Thema beitragen, das mich persönlich sehr bewegt und das immer wieder auftaucht, im Internet, den Printmedien, oder auch bei uns im Büro am Telefon. Es mag sein, dass es abgegriffen erscheint bzw. dass schon viel darüber geschrieben wurde – in jedem Fall aber handelt es sich um eine Thematik die mir aus verschiedenerlei Gründen sehr am Herzen liegt, nämlich die vermeintlich kostenlose Au-Pair-Vermittlung über ein Au-Pair-Portal, d.h. ohne Einschaltung einer Agentur.

Ja – es ist richtig, dass es, zumindest in vielen Ländern, sehr wohl möglich ist, den Au-Pair-Aufenthalt auf eigene Faust zu organisieren.

Im Folgenden geht es darum, was Au-Pair-Portale und ihre scheinbar kostenlosen Au-Pair-Vermittlungen bieten – und was sie eben nicht bieten wollen bzw. können. Es geht außerdem darum, welche Folgen das unter Umständen für Sie haben kann, sofern Sie planen, einen Auslandsaufenthalt als Au-Pair auf diese Weise zu organisieren.

Was die Au-Pair-Portale gerne verschweigen

Sowohl im Rahmen meiner Tätigkeit für den Deutschen Bundesverband der Au-Pair-Vermittler, als auch bei Kulturist erhalte ich beinahe täglich Anrufe von Au-Pairs (und auch immer wieder von Gastfamilien), die mir abenteuerlichste, oder besser gesagt eher traurige, Geschichten erzählen. Ebenso melden sich immer wieder besorgte Eltern von zukünftigen Au-Pairs, oder, schlimmer noch, Au-Pairs, die ohne Agentur im Ausland sind oder waren und die dort in Situationen geraten waren, in denen sie eigentlich kompetente Hilfe benötigt hätten.

In Ländern wie den USA, oder auch unserem Nachbarland den Niederlanden, ist eine Au-Pair-Vermittlung ohne Einschaltung einer qualifizierten Agentur nicht legal. Dafür gibt es gute Gründe. Im Vordergrund steht selbstverständlich immer die Sicherheit allen Programmteilnehmer – sowohl die der Au-Pairs, als auch die der Gastfamilien. Zwar werben Au-Pair-Portale, wie z.B. Au-Pair-World gerne damit, man würde die eingestellten Profile prüfen bzw. löschen und ergreife auch „weitere Maßnahmen“ um Qualität und Verlässlichkeit zu sichern – allein daran darf man allerdings getrost erhebliche und begründete Zweifel haben. So frage ich mich, wie es möglich ist, dass gerade jetzt, zu dem Zeitpunkt, an dem ich diese Zeilen schreibe, dort rund 200 Familien aus den USA direkt ein Au-Pair suchen. Dies vor dem Hintergrund, dass eine legale Beschäftigung als Au-Pair dort definitiv nur über eine der 14 zugelassenen Agenturen möglich ist. Einen Hinweis darauf findet man allerdings auch, wenn man gezielt weitersucht – was allerdings nicht erwähnt wird ist die Tatsache, dass diese Agenturen wiederum eine Partneragentur vor Ort (also in Deutschland, wie Kulturist) haben müssen. Eine Direktvermittlung in die USA ist also in der Tat unmöglich. Der Presse entnehme ich weiterhin, dass „sich bis heute etwa 1,3 Millionen Nutzer dort registriert haben und täglich rund 700 Nutzer“ auf diesem Au-Pair-Portal hinzukommen und dass sich dort derzeit 24 Mitarbeiter um die Webseite, Emails und telefonische Anfragen kümmern – qualitätssichernde Maßnahmen scheinen mir vor diesem Hintergrund nahezu unmöglich.

Alle Fälle, die ich nun anführen werde, haben sich tatsächlich so zugetragen. Die betroffenen Au-Pairs, oder auch deren Eltern haben sich bei mir gemeldet und im Hilfe bzw. Rat nachgesucht. Andere Fälle sind mir durch meine Tätigkeit für den Bundesverband bekannt.

Was alles schief gehen kann

Relativ harmlos ist es noch, wenn Au-Pairs als günstige Haushaltshilfe missbraucht werden – wobei auch das ausarten kann, wie der Fall einer jungen Dame zeigte, die mir erzählte, was sie in Neuseeland erlebt habe. Die erste Gastfamilie, zu der sie, ohne Agentur, sondern über ein kostenloses Au-Pair-Portal, ging, habe in einem Haus mit kahlen Wänden, ohne wirklichen Fußbodenbelag, dafür aber mit Ameisen und anderem Ungeziefer, gelebt. Bilder des Hauses habe man ihr vor der Abreise nicht geschickt, da das Haus gerade renoviert werde. Später gaben die Gasteltern zu, dies habe man bewusst nicht getan, weil sie ja sonst sicher nicht gekommen wäre. Nach etwa sechs Wochen habe sie dann die Familie gewechselt. In der zweiten Gastfamilie habe sie das kleinere der beiden Kinder jeden Tag, vollständig allein von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends betreuen müssen, was ihr dann doch zu viel gewesen sei. Die dritte Familie war eine Dame, die vier Pflegekinder hatte, aber einen sehr netten Eindruck gemacht habe. Nachdem sie in diese Familie gewechselt habe, sei ihr erst klar geworden, dass die Dame gar nicht mit im Haus wohnte, sondern sie, zusammen mit einem anderen Au-Pair diese Kinder ganz alleine betreuen sollte. An dieser Stelle habe sie dann aufgegeben und sei wieder nach Hause geflogen.

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Oder die 19-Jährige, welche statt des geplanten halben Jahres, nur knapp fünf Wochen in Spanien bleiben konnte. Auch sie hatte ihre Gastfamilie selbst gefunden. Das kleine Mädchen, welches sie betreute, besuchte eine deutsche Schule – beide Eltern waren berufstätig. Die Arbeitszeit dieses Au-Pairs betrug häufig bis zu 13 Stunden am Tag und das die Familie eher ländlich wohnte, konnte sie auch keinen Sprachkurs besuchen. Die Gasteltern waren aber, sofern sie anwesend waren sehr nett zu ihr. Allerdings hat man ihr nach rund vier Wochen mit einer Frist von zwei Tagen, in denen sie den Heimflug buchen sollte, gekündigt. Als Grund wurde angegeben, man habe sich nun anders organisiert.

Nicht ungewöhnlich ist es auch, dass sich die versprochene Stadt, als ein abgelegenes Dorf irgendwo im Großraum herausstellt, wie im Falle eines Mädchens aus Frankfurt, welches sich an mich wandte. Sie war eigentlich der Meinung, ihre Gastfamilie wohne in Lille – tatsächlich aber handelte es sich um ein Dorf, welches etwa 40 Kilometer entfernt lag und von wo der Überlandbus nur einmal pro Stunde zur Metrostation in Richtung Stadt fährt.

Wirklich schlimm aber sind andere Geschichten: So kennen wir Fälle, in denen potentiellen Au-Pairs über Au-Pair-Portale eine Gastfamilie in den USA gesucht haben. Sie erhielten dann über Facebook Nachrichten von angeblichen Gastfamilien, die ihnen Gehälter von über 1.000 Dollar/monatlich plus dem üblichen wöchentlichen Taschengeld anboten. Wer aber ohne ein entsprechendes Visum (und das gibt es nur, wenn man über eine in den USA zugelassene Agentur geht!) in die USA einreist, wird ganz sicher große Schwierigkeiten bekommen.

Eine Familie aus der Türkei hatte über eine Internet-Anzeige ein Au-Pair aus Deutschland eingeladen und dieses Mädchen dann später grundlos des Diebstahls bezichtigt und angezeigt. Wie sich herausstellte, war dem Vorgänger-Au-Pair das Gleiche geschehen. Die junge Dame saß wochenlang dort fest und durfte das Land nicht verlassen. Die entsprechende, nett gemachte Anzeige hat sie hier in dem gleichen Portal wieder neu gefunden.

Oder aber die angeblichen gut betuchten Gastfamilien mit riesigen Häusern, Pool und eigenem Auto für das Au-Pair, die darum bitten, die Reise über eine bestimmte Reiseagentur zu buchen und dort am besten Vorkasse zu leisten. Sie können davon ausgehen, dass niemand, der versucht hat, auf diese Weise seinen Auslandsaufenthalt anzutreten, jemals wieder etwas von einer dieser Familien gehört hat!

Ich könnte noch etliche andere, mehr oder minder spektakuläre Fälle hier auflisten – das würde aber vermutlich den Rahmen dieses Blogs sprengen und die Geduld meiner Leser(innen) auf eine zu harte Probe stellen. Wichtig finde ich, dass Sie wissen, worauf Sie sich einlassen, wenn Sie sich auf diese „preisgünstige“ oder gar kostenlose Vermittlung solcher Au-Pair-Portale verlassen.

Investieren Sie an der richtigen Stelle - Sie sind es wert!

Wann immer mich Anrufe erreichen und enttäuschte Au-Pairs mir ihre Geschichten erzählen, möchte ich eigentlich gerne fragen: War es das wert?

Was genau aber haben Sie dabei gewonnen? Speziell die Au-Pair-Programme innerhalb Europas sind derzeit, vor allem in Deutschland, extrem günstig (nämlich i.d.R. für knapp unter 200 Euro) zu haben. Das ist, in Anbetracht dessen, was man im Gegenzug von einer qualifizierten Agentur erhält, in der Tat nicht viel!

Oder liegt es daran, dass Ihnen der Aufwand eine qualifizierte Bewerbung zu erstellen zu hoch erscheint? An dieser Stelle sollten Sie bedenken, dass die Vermittlung bei qualifizierten Au-Pair-Agenturen prinzipiell Partner im Ausland erfolgt, die ebenso hohe Qualitätsansprüche haben und die sicher sein möchten, dass Ihre Bewerbung ebenso sorgfältig erstellt wurde, wie auf der anderen Seite die Familienprofile, die Ihnen später vorgelegt werden. Die allermeisten von Ihnen werden im Laufe Ihres Lebens noch die eine oder andere Bewerbung schreiben, warum also nicht direkt, und unter Anleitung Ihrer Agentur, damit anfangen und auch hier Routine erwerben?

Abschließend möchte ich an dieser Stelle noch einmal nachdrücklich an Sie alle dahingehend appellieren, hier nicht an der falschen Stelle zu sparen. Vertrauen Sie auf die professionelle Beratung und Vermittlung einer qualifizierten Agentur. Sie minimieren so deutlich das Risiko Enttäuschungen zu erleben und haben während der gesamten Zeit Ihres Au-Pair-Aufenthaltes einen Partner vor Ort, der Ihnen im Fall der Fälle sicherlich gerne zur Seite steht. Sollten Sie sich auch nicht für Kulturist als Agentur für Ihre Auslandserfahrung entscheiden, so wenden Sie sich zumindest an eine Mitgliedsagentur des Bundesverbandes.

Untenstehenden Brief haben wir von einer jungen Dame erhalten, die ihre erste Auslandserfahrung über ein Au-Pair-Portal gemacht hat. Kim stellt dieses Schreiben alldenjenigen, die einen Au-Pair-Aufenthalt planen Ihre kurze Zusammenfassung gerne zur Verfügung, weil sie hofft, so dazu beitragen zu können, zukünftigen Au-Pairs unnötige Enttäuschungen zu ersparen:files/content/Blog/schlechte-erfahrung-au-pair-world.jpg

Silvester – Zeit der Reflexion, auch bei Kulturist!

von Judith Liehr

Das ausgehende Jahr ist schon fast wieder Geschichte und für viele Menschen, die 2012 im Ausland waren, war es ein besonderes, richtungsweisendes Jahr.

Das Jahr nähert sich dem Ende und wir bei Kulturist haben gerade „Ferien“ – eigentlich würde ich eher sagen, dass diese beiden Tage zwischen den Jahren eine kreative Pause sind. Eine kurze Zeit, in der wir auf das ausgehende Jahr zurückblicken, reflektieren und das neue Jahr planen.

Rückblick

Wir alle können recht schnell und aus unterschiedlichen Bereichen Dinge  benennen, über die wir uns freuen. Nachfolgend einige Beispiele: Da ist die junge  Dame, die den ersehnten Job als Stewardess bekommen hat, nachdem sie zuvor als Au-Pair in Amerika ihre Englischkenntnisse perfektioniert hat. Oder die Sprachtutorin, die den sprachlichen Teil ihres Romanistik-Studiums mit Bravour  abschloss – sie war Anfang des Jahres drei Monate in Frankreich. Es gab eine Abiturientin, die sehr gerne als Au-Pair ins Ausland gehen wollte, die sich aber gleichzeitig schon im Voraus davor fürchtete, zu starkes Heimweh zu haben. Später schrieb sie uns, dass sie ihre Entscheidung, nach England zu gehen nicht einen Tag bereut hat und nun weiß, dass sie auch „alleine“ gut zurechtkommen kann. Eine andere junge Dame schrieb uns, dass der Aufenthalt als Freiwillige bei den Nomaden in der Mongolei ausschlaggebend dafür war, dass sie sich für ein Studium der Agrarwissenschaften eingeschrieben hat. Ein junger Mann, der sich in einem Waisenhaus in Kapstadt einige Wochen als Freiwilliger engagierte, berichtete, er habe nun einen ganz anderen Blick auf sein eigenes Leben gewonnen und gelernt, was Demut und Dankbarkeit bedeuteten – Dinge, über die er vorher noch nicht nachgedacht habe.

Wünsche

Ich frage mich an dieser Stelle, und natürlich speziell um diese Zeit des Jahres, die ja die Zeit der Wüsche und guten Vorsätze ist: Was genau wünsche ich mir –Für Kulturist und für unsere Programmteilnehmer? Sehr weit oben auf meiner Wunschliste steht nach wie vor die „interkulturelle Kompetenz“, der, teilweise schon überstrapazierte Begriff, der aber Dreh- und Angelpunkt für unsere Arbeit ist. Nur wer andere Kulturen wirklich kennt, kann sie akzeptieren und mit ihnen umgehen. Daraus entstehen Toleranz und (Welt)Offenheit – zwei Eigenschaften, die zum einen für unsere jungen Programmteilnehmer im späteren Berufsleben nahezu unverzichtbar sind, die aber außerdem für uns alle, die wir den blauen Planeten gemeinsam bevölkern, eigentlich essentiell sind. Ich wünsche mir, dass wir durch unsere Arbeit dazu beitragen können, diese Eigenschaften weiter zu entwickeln und weiter in die Welt hinaus zu tragen.

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Ausblick

Wir werden bei Kulturist selbstverständlich auch im kommenden Jahr einige neue Programme und Destinationen anbieten – einige davon wurden bereits in den vergangenen Monaten entwickelt und stehen quasi in den „Startlöchern“, andere sind noch in Planung und bedürfen noch weiterer Ausarbeitung. Wir hoffen, auf diese Weise jedem von Ihnen den „passenden Auslandsaufenthalt“ ermöglichen zu können. Wir möchten Ihnen allen möglichst umfassende Informationen und Orientierungshilfen rund um Kulturaustauschprogramme zur Verfügung stellen. Aus diesem Grund haben wir im Herbst unseren Blog gestartet und wir hoffen, unseren Zielen im kommenden Jahr wieder ein Stück näher zu kommen. Logistische Unterstützung im Vorfeld für unsere Programmteilnehmer, die ins Ausland gehen möchten, ist uns ebenso wichtig, wie das begleitende Mentoring all derjenigen, die aus dem Ausland zu einem Kulturaustauschprogramm nach Deutschland gekommen sind.

So wird ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit auch für 2013 natürlich in der ständigen Weiterentwicklung unserer Qualitätsstandards liegen – es gibt immer etwas zu verbessern! Wir Kulturisten freuen uns darauf und blicken voller Optimismus und Tatendrang in die Zukunft. Ihnen allen wünschen wir ein gutes neues Jahr und mögen sich alle Ziele, die Sie sich für 2013 gesteckt haben, verwirklichen lassen!

Betriebsferien

von kulturist

Zum Jahreswechsel legen wir eine kreative Pause ein! 

Weihnachten im Ausland - eine Erlebnisvielfalt für alle Kulturisten!

von Judith Liehr

„Andere Länder – andere Sitten", gerade für Weihnachten im Ausland, zum Beispiel als Au-Pair, trifft das ganz besonders zu.

Kurz nach dem Sommerurlaub geht es schon los: Die ersten Weihnachtssüßigkeiten tauchen in den Supermärkten auf und kaum haben wir uns versehen, ist bereits der erste Advent. Wie ist es aber eigentlich für alle unsere Programmteilnehmer, seien es Au-Pairs, Sprachtutoren oder Freiwillige – oder auch die ausländischen Au-Pairs, die bei unseren deutschen Gastfamilien sind, so weit weg von zu Hause zu sein? Mit einer Familie, die nicht die eigene ist und mit Traditionen, die fremd, oder zumindest ungewohnt sind? Ist in diesen Tagen des Jahres das Heimweh vorprogrammiert, oder kann für unsere Kulturisten Weihnachten im Ausland doch zu etwas Unvergesslichem werden?

Unterschiedliche Weihnachtsbräuche in anderen Ländern

Es gibt viele, unterschiedliche Weihnachtsbräuche, die in anderen Ländern zur Tradition gehören und nicht überall ist das „Fest der Liebe“ mit großen Geschenken verbunden. Au-Pairs in Mexiko werden beispielsweise erleben, dass die Kinder dort ein mit Süßigkeiten gefülltes Tongefäß („Piñata“) erhalten. Dieses Gefäß müssen sie versuchen mit verbundenen Augen zu zerschlagen, um an den Inhalt zu kommen. Trubel, Straßenumzüge und Feuerwerk gehören dort ebenso zum Weihnachtsfest, wie bei uns der Weihnachtsbaum und der Weihnachtsmann.

Alle diejenigen, die sich momentan als Au-Pairs in den USA oder in Kanada aufhalten, werden nicht wie üblich am 24., sondern am 25. Dezember Ihre Geschenke, zumindest teilweise, aus den „Christmas-stockings“ bekommen (natürlich nur, wenn sie vorher ;ilch und Kekse für Santa Claus bereit gestellt haben!). Viele von Ihnen werden „Eggnog“ kennenlernen, ein Getränk, das unser kanadischer Kollege hier in der Weihnachtszeit besonders schmerzlich vermisst.

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Unser Weihnachtsmann ist im Französischen „Père Noël“ und sowohl in Frankreich, als auch in anderen französischsprachigen Gegenden, wie der Schweiz, Wallonien und Teilen im Osten Kanadas haben Au-Pairs und Sprachtutoren die wunderbare Möglichkeit, ein einem langen „réveillon“ (Weihnachtsessen) teilzunehmen – etwas, das ich persönlich sehr schätze!

Beneidenswert auch, wer gerade einen Au-Pair-Aufenthalt in Italien verbringt – dort werden  um diese Jahreszeit gleich mehrere, kleine Feste gefeiert. San Nicola kommt am 6. Dezember und am 13. Dezember beschenkt Santa Lucia die Armen.  Am Heiligen Abend findet dann eine Art Familienlotterie statt, bei der jeder die Nummer seines Geschenkes aus einem Säckchen zieht. „Bambinello Gesù“, das Jesuskind, feiert man am 25. Dezember und am 06. Januar schließlich erwarten die Kinder „La Befana“ (die gute, alte Hexe), die nachts von Haus zu Haus fliegt Süßigkeiten in die Schuhe legt.

Sicher sehr ungewöhnlich ist es, Weihnachten im Sommer, z.B. am Strand, oder im Freien zu feiern – so werden es unsere Au-Pairs und „Work & Travel“-Programmteilnehmer in Australien und Neuseeland erleben, oder alle die gerade als Freiwillige in Südafrika bzw. anderen Ländern in der südlichen Hemisphäre sind. Dort ist Weihnachten für die Urbevölkerung übrigens ein karneval-ähnliches Fest. Am 25. Dezember, dem „Boxing Day“, werden Kisten mit Essen und Geschenken an die Armen verteilt.

Weihnachten in Deutschland als Gast

Sofern Sie eine Gastfamilie sind, sollten Sie daran denken, dass Ihr Au-Pair in diesen Tagen vielleicht auch Heimweh haben könnte. Nutzen Sie aber auch die Gelegenheit, sich über Brauchtümer im Herkunftsland Ihres Au-Pairs zu informieren.

In Georgien beispielsweise, wird Weihnachten erst am 07. Januar gefeiert. Die Menschen begeben sich zum „Alilo“ auf die Straße und gratulieren sich gegenseitig zum Feiertag. Kinder werden bei dieser Gelegenheit von älteren Menschen beschenkt.

Das Weihnachtsfest in Peru wird ähnlich wie bei uns gefeiert – tagsüber gehen die Menschen in die Kirche und abends wird in der Familie gemütlich zusammen gesessen.

Auch in Ländern, in denen das Christentum keine offizielle Religion ist, wie z.B. in Nepal, ist das Feiern von Weihnachten inzwischen schon zu einem Trend geworden – man feiert allerdings ganz ohne religiöse Komponente. Sogar in Indonesien, das stolz ist für seine religiöse Toleranz, ist Weihnachten ein Feiertag.

In Moldawien hält man sich nach wie vor an den östlichen Kirchenkalender und feiert Weihnachten ebenfalls am 07. Januar, wenn überhaupt, denn viele Menschen sind dort nicht sonderlich religiös und übergeben Geschenke in der Neujahrsnacht.

Sollten Sie ein Au-Pair aus Brasilien zu Gast haben, so wird sie/er bislang an Weihnachten im Sommer gewöhnt sein. Durch die Straßen neben der Copacabana geht einige Tage vor Weihnachten ein Umzug, an dem Katholiken und Muslime gemeinsam teilnehmen.

Weihnachtsfeier bei Kulturist

Wir haben uns in diesem Jahr für die äthiopische Variante entschieden. Wussten Sie, dass die meisten Familien in Addis Abeba ebenfalls mit einem Weihnachtsbaum, genauso wie wir hier, feiern? Wir werden „Injera“ (Fladenbrot) mit „Doro-Wot“ (sehr scharfer Eintopf mit Huhn) essen, das dort zu besonderen Gelegenheiten zubereitet wird. Es dauert übrigens in etwa ebenso lange, wie das Zubereiten einer Weihnachtsgans, nämlich 6-7 Stunden. Dazu gibt es allerlei verschiedenes Gemüse, „Tibs“ (eine Art Gulasch aus Lamm) und „Ayib“ – das ist äthiopischer Frischkäse, zum Abmildern der Schärfe. Abschließen werden wir natürlich mit einer äthiopischen Kaffee-Zeremonie, auf die wir uns schon ganz besonders freuen und für die ich mich schon im Voraus bei meiner Kollegin aus Addis bedanken möchte.

Überall auf der Welt gibt es sehr schöne Weihnachtsbräuche in erstaunlich vielen Variationen. Sofern man die Weihnachten im Ausland verbringt, sollte man Rücksicht auf die Sitten der Menschen dort nehmen und sich entsprechend anpassen. Wer über die Feiertage einen Gast aus dem Ausland hat, sollte sich darum bemühen, ihn/sie einzubeziehen, damit kein allzu großes Heimweh aufkommt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen, egal wo auf der Welt Sie sich befinden, schöne Feiertage!

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Kulturist bei Explore 2012 in Frankfurt

von kulturist

Am 6.12. findet diese Jugendmesse der Bundesagentur für Arbeit in der IHK Frankfurt statt. 

Sie sprechen Deutsch – also können Sie auch als Sprachtutor(in) Deutsch im Ausland unterrichten?!

von Judith Liehr

Ganz so einfach ist es nicht, aber fast – sofern Sie eine echte Passion für Sprachen im Allgemeinen und Ihre eigene Sprache im Besonderen haben.

Ich selbst finde es immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen im Ausland überhaupt Deutsch lernen wollen und vor allem überrascht es mich nach wie vor, wo überall auf der Welt Deutschlerner zu finden sind. Schon Sebastian Sick stellt in seiner „Zwiebelfisch“-Kolumne fest, dass die meisten Schüler in anderen Ländern vor die Wahl gestellt Deutsch, oder eine andere Fremdsprache zu erlernen, oft die andere Sprache wählen. Dennoch, es gibt sie, diese Menschen, in Lima, Ulaanbaatar, Valencia oder Goiânia, die unsere Sprache lernen wollen – sei es, weil sie sich einfach für Sprachen interessieren und eine Herausforderung schätzen, oder weil sie ihnen bessere berufliche Perspektiven bietet. Im Laufe der vergangenen Jahre habe ich einige von ihnen getroffen, sowohl Au-Pairs, als auch Sprachtutoren und es war mir immer wieder eine echte Freude, mein Wissen weiterzugeben – obgleich ich keine Lehrerin bin und auch nie eine werden wollte! :) 

Nachfolgend noch, was Google mir heute vorschlug:

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Es ist natürlich eine echte Herausforderung, für unsere Sprachtutoren Menschen ganz unterschiedlichen Alters Alltags- oder auch Konversationsdeutsch zu vermitteln, vor allem für diejenigen unter Ihnen, die keine pädagogische Ausbildung haben. Es geht hier ja nicht um formalen Unterricht – Sie sollten daher wirklich mit Spaß bei der Sache sein.

Erwartungen im Vorfeld klären

Die meisten von Ihnen werden im Ausland Kinder jeden Alters unterrichten, klären Sie daher mit den Eltern gleich zu Beginn, besser noch schon im Vorfeld ab, was genau sie sich von Ihrem Aufenthalt versprechen, bzw. ob der/die Deutschlerner sich auf eine bestimmte Aufgabe vorbereiten wollen.

Bereiten Sie sich auf viele Fragen vor

Ihre Gastfamilie im Ausland wird, gerade zu Beginn, viel von Ihnen wissen wollen – bringen Sie Material von zu Hause mit. Das können Postkarten oder Bilder Ihrer Heimatregion sein, oder aber aus anderen Gegenden Deutschlands, die Sie kennen. Packen Sie auch einige deutsche Magazine oder Zeitschriften ein. Denken Sie auch an Bilder Ihrer Familie oder solche, die Sie bei Ihren Hobbys zeigen. Sollten Sie Teenager in Deutsch unterrichten, so werden diese sicher wissen wollen, wie Gleichalterige hier leben und wofür sie sich interessieren, welche Musik sie hören etc. – nehmen Sie unterschiedliche Medien mit, die dies anschaulich darstellen können. Alle diese Dinge eignen sich auch dazu, Deutsch zu üben!

Denken Sie an geeignete Materialien

Deutsche Literatur finden Sie zu Hause für jede Altersstufe. Sie werden rechtzeitig vor Ihrer Abreise wissen, wie alt Ihr(e) Schüler/innen sind. Versorgen Sie sich schon hier mit entsprechenden Büchern, Geschichten, Gedichten, Liedern – je nach Altersstufe. Oder nehmen Sie einfach Ihr Lieblings-Kinderbuch mit und stellen Sie es vor. Daraus können sich unendlich viele Möglichkeiten ergeben, Deutsch zu lehren.  Auch Spiele, wie „Mensch ärgere Dich nicht“, „Stadt, Land, Fluss“ oder „Mau Mau“ sind eine gute Übung UND machen Spaß! Gerade Kinder lernen beim Spielen, Basteln oder auch Malen ohnehin am Besten.

Lassen Sie sich die Umgebung zeigen

Informieren Sie sich schon im Voraus darüber, was Sie am Wohnort Ihrer Gastfamilie (oder in erreichbarer Nähe) interessiert, welche Sehenswürdigkeiten Sie sich anschauen möchten. Auch ein Stadtrundgang oder Museumsbesuch, sogar das Einkaufen gehen, bieten gute Gelegenheiten für Sprachübungen. Lassen Sie sich erklären, was Ihr(e) Schüler/innen selbst in seiner Heimat besonders mag, oder wohin er/sie schon gereist ist.

Pflegen Sie gemeinsame Hobbies

Sofern Ihre Gastfamilie/Ihr(e) Schüler/innen gleiche bzw. ähnliche Hobbies wie Sie selbst – umso besser. Gemeinsames Kochen, Kinobesuche oder Sport sind immer eine gute Basis für Kommunikation. Allen macht Spaß, was sie tun – Ihnen auch!

Niemand wird von Ihnen erwarten, dass Sie als Sprachtutor(in) in die „Untiefen" der Grammatik vordringen, oder die Feinheiten und alle Nuancen der deutschen Sprache lehren – sofern Sie gerne mit anderen Menschen sprechen und über ein wenig Selbstsicherheit verfügen, können Sie Ihren Schülern aber ganz bestimmt dabei helfen zu lernen, besser zu sprechen.

Deutsch im Ausland lehren

Warum zieht es Menschen zu Freiwilligenarbeit ins Ausland?

von Judith Liehr

Immer wieder werde ich gefragt, was eigentlich für eine Investition in einen solchen Auslandsaufenthalt spricht. Einige Gründe dafür liegen auf der Hand, andere wiederum sind nicht gleich offensichtlich.

Wer aus sozialem Engagement heraus ehrenamtlich tätig sein will, könnte das doch sehr viel einfacher und kostenneutraler auch zu Hause tun – Hilfe wird sicherlich auch dort an vielen Stellen benötigt. Es gibt sowohl hier, als auch im Ausland unendlich viele Möglichkeiten, die eigene Arbeitskraft und Fähigkeiten zur Verfügung zu stellen und auf diese Weise unterschiedlichsten Einrichtungen einen konkreten Nutzen zukommen zu lassen, Dinge zu bewegen, die ohne die Hilfe von Freiwilligen nicht realisierbar wären. Und ja, zum Glück gibt es nach wie vor viele Menschen, die sich in ihrem Umfeld engagieren. Repräsentative Umfragen belegen, dass etwa jeder 3. Bürger unterschiedlichster Altersgruppen in Deutschland ein Ehrenamt innehat. Im Vordergrund steht sicherlich auf der einen Seite der Wunsch, sich an der Mitgestaltung der Gesellschaft zu beteiligen, zu helfen – zunehmend aber auch der Wunsch, sich durch eine solche Tätigkeit persönlich weiter zu entwickeln, sprich soziale Kompetenzen zu erwerben. Es muss aber noch andere Aspekte geben, die Menschen dazu bewegen, sich im Ausland zu engagieren…

Gründe für „einen Blick über den Tellerrand" mit sozialem Engagement

Ganz wichtig ist hier sicherlich die Tatsache, dass ein (oder noch besser mehrere) Auslandsaufenthalt sich aus einem Lebenslauf in vielen Bereichen heutzutage kaum noch wegdenken lässt. Interkulturelle Kompetenzen, wie man sie durch die Mitarbeit in einem solchen Projekt erwerben kann, tragen definitiv dazu bei, den eigenen Horizont zu erweitern. Immer wieder berichten Programmteilnehmer, dass sie nach einer solchen Auslandserfahrung ihr eigenes Leben und ihre Lebensumstände ganz anders betrachten und neu bewerten konnten. Als Freiwillige(r) haben Sie die Möglichkeit, eine neue Kultur, ein neues Land, eine andere Religion und Lebensweise auf eine Art und Weise kennenzulernen, wie es Ihnen während einer Urlaubsreise ganz bestimmt nicht möglich wäre. Sie werden, je nach Projekt, Lebensumstände kennenlernen, die es hier einfach so nicht gibt. Es ist eine Sache, eine organisierte Trekking-Tour durch die Wüste Gobi zu machen und dabei einen Eindruck von dieser Region und ihren Menschen zu gewinnen. Eine ganz andere Sache aber ist es, für eine gewisse Zeit das Leben der Nomaden dort zu teilen und wirklich zu erfahren, wie es ist, im Wechsel der Jahreszeiten mit dem Vieh weiterzuziehen.

Ein weiterer, ganz wichtiger Faktor, ist selbstverständlich der Erwerb sprachlicher Kompetenzen. Je nach Zielland und Aufenthaltsdauer werden Sie eine weitere Fremdsprache erlernen oder vertiefen können. Die wichtigste Rolle in beinahe allen Projekten spielt allerdings Englisch, sodass Sie zumindest Ihr Englisch „aufpolieren" oder perfektionieren können. Der Erwerb dieser Kompetenzen allein ist es aber nicht, der dem Wunsch, sich in einem Freiwilligenprojekt im Ausland zu engagieren, zugrunde liegt.

Der Wunsch zu reisen ist so alt wie die Welt: sie ruft, wir folgen!

Es hat etwas Magisches, es verheißt uns die Faszination fremder Länder und Kulturen. Aber eigentlich ist der Sinn des Reisens heute schon vor Beginn derselben auf den Kopf gestellt: wir möchten uns der Fremde aussetzen und zahlen Geld dafür, ihr im Endeffekt aus dem Weg zu gehen. Wir erhalten Prospekte und Landkarten, auf denen die Welt verführerisch und schön übersichtlich dargestellt ist. Wir wissen schon im Voraus genau, wohin wir reisen, welche Orte wir besichtigen werden und welchen Namen das Fremde hat. Doch irgendwann nagt ein kleiner Zweifel an uns - wir sind zuweilen enttäuscht, weil die Bilder in unseren Köpfen nicht mit dem kompatibel sind, was wir am Ende vorgefunden haben. Die kritischen Reisenden unter uns, wie Sie, liebe Kulturisten, fragen sich, was die Welt vom Zusammenprall von Arm und Reich, den das Reisen zwangsläufig mit sich bringt, tatsächlich hat? Wir fragen uns, ob die Welt wirklich gigantische Shoppingwelten oder verkitschte Disneyworld-Imaginationen braucht? Wir fragen uns weiter, wie sinnvoll Schneekanonen in den Alpen sind oder wie authentisch Wüstensafaris wohl sein können, auf denen die Reisenden ihren Müll hinterlassen?

Der Wunsch zu reisen

Werden wir gereist oder reisen wir noch selbst? Viele von uns möchten nicht nur einfach grenzenlos konsumieren, das gesellschaftliche Elend um uns herum vergessen und uns für eine begrenzte Zeit in einer fiktiven Welt sonnen. Ohne existentielle Bereicherungen, die man durch echte Eindrücke und authentische Erfahrungen erhält, bleiben wir weit unter den Möglichkeiten des Reisens. Der/Die weltoffene Reisende möchte Welten erkunden, ändern. Die Touren von Entdeckern wie Marco Polo, oder dem Afrikaforscher David Livingstone hatten für sie selbst und auch für spätere Leser noch eine tiefe Bedeutung – dieses Entdeckungsinteresse ist im heutigen Massentourismus aber beinahe verschwunden. Aber viele von uns suchen nach wie vor die Ferne, um uns selbst darin zu finden. Und genau darum geht es beim „Voluntourismus“ – wir nehmen und geben gleichzeitig zurück!

Kulturisten-Treffen – was steckt dahinter?

von Judith Liehr

Was wir uns dabei gedacht haben und wie Sie von unseren Au-Pair-Treffen profitieren können.

Es ist eigentlich üblich, dass Au-Pair-Agenturen für ihre Au-Pairs in regelmäßigen Abständen Treffen organisieren. Sinn und Zweck dieser Treffen ist selbstverständlich Erfahrungsaustausch und die Möglichkeit zu bieten, dass die Teilnehmer(innen) andere Au-Pairs, die sich in der gleichen Region befinden, kennenzulernen. Außerdem werden natürlich regelmäßige Infoveranstaltungen für all jene geboten, die selbst als Au-Pair ins Ausland gehen wollen – hier stehen Information und Beratung im Vordergrund.

Vor etwas mehr als einem Jahr haben wir bei Kulturist uns gedacht, warum das Ganze nicht verbinden? Könnten so nicht alle Beteiligten, also die Au-Pairs aus dem Ausland und zukünftige Au-Pairs, die ins Ausland gehen möchten, viel mehr voneinander profitieren? Ist es nicht so, dass Kulturisten und zukünftige Kulturisten sich viel mehr geben können, als blieben sie stets nur untereinander? Seit diesem Zeitpunkt laden wir zu unseren Treffen/Informationsveranstaltungen stets junge Menschen aus dem Ausland und junge Menschen aus Deutschland, die ins Ausland gehen wollen gemeinsam ein.

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Einer unserer Koch-Workshops

Es ergeben sich hier viele Synergieeffekte – Au-Pairs aus dem Ausland lernen hier in ungezwungener Atmosphäre Gleichaltrige kennen, die meist erst in einigen Monaten ins Ausland reisen werden. Zukünftige Au-Pairs können quasi „aus erster Hand" erfahren, wie es sich anfühlt, in einer fremden Familie, in einem anderen Land und mit einer neuen Sprache zu leben.

Wir mögen unsere Idee, sie zieht inzwischen weitere Kreise und wir arbeiten ständig daran, dieses Konzept weiter zu entwickeln. So bieten wir für die ausländischen Au-Pairs zusätzlich noch andere Aktivitäten an: Koch-Workshops, oder auch Besuche auf dem Flohmarkt oder eines Museums. Immer wieder erhalten wir Nachrichten von jungen Deutschen, die anfragen, ob sie auch an diesen Angeboten teilnehmen dürfen. Sie interessierten sich für die Thematik und träfen gerne ausländische Au-Pairs, um sich so zum Beispiel über ihre Bedenken vor einen solchen Schritt sprechen zu können, oder sich besser darauf vorzubereiten.

Wir freuen uns über Ihr Interesse, denn Kultur- und Sprachaustausch sind unsere Passion!

Bundesverband Au-pair Society kürt Au-pair des Jahres 2012

von kulturist

01.11.2012 Am 27. Oktober 2012 fand die diesjährige Jahreshauptversammlung des Bundesverbandes Au-pair Society e.V. in Hamburg statt. Dort wurden die Au-pairs des Jahres 2012 in Anwesenheit vieler Mitgliedsagenturen feierlich ausgezeichnet.

Jahreshauptversammlung des APSeV und Au-Pair des Jahres 2012

von Judith Liehr

Am vergangenen Wochenende fand in Hamburg die alljährliche Zusammenkunft des Bundesverbandes der deutschen Au-Pair Vermittler statt – mir persönlich wurde zu diesem Anlass eine große Ehre zuteil.

Die Jahreshauptversammlung findet stets in unterschiedlichen Städten Deutschlands statt, um möglichst vielen Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit zur Teilnahme zu bieten. Am Samstag sind wir dann, bei schönstem Sonnenschein, im Hohen Norden zusammengekommen. Für viele von uns hat zu dieser Gelegenheit der Erfahrungsaustausch eine recht hohe Priorität, denn obgleich wir alle selbstverständlich auch auf vielen Gebieten Konkurrenten sind, haben wir dennoch in anderen Bereichen ganz klar gemeinsame Interessen. So ist eines der obersten Ziele des Verbandes die ständige Weiterentwicklung von verbindlichen Qualitätsstandards für Au-Pair-Programme, und zwar sowohl im Bereich vom Ausland ins Inland, als auch von Deutschland aus in alle Welt. Es ist uns ein Anliegen, die Bedeutung dieser Standards für alle Programmteilnehmer in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen und uns dafür einzusetzen, dass jedes Au-Pair und natürlich auch jede Gastfamilie, von einer entsprechenden Vermittlung und Betreuung profitieren kann.

Neuwahlen des Vorstandes

In diesem Jahr wurde auch der Vorstand des APSeV neu gewählt. Ich selbst bin bereits seit inzwischen fünf Jahren Mitglied des Vorstandes – in den vergangen vier Jahren war ich als 2. Vorsitzende in erster Linie für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Nachdem meine Kollegin, Patricia Brunner, ihr Amt als 1. Vorsitzende in diesem Jahr aus persönlichen Gründen zur Neuwahl gestellt hat, wurde ich als Vorstandsvorsitzende gewählt und freue mich selbstverständlich sehr über das Vertrauen, das meine Kolleginnen und Kollegen in mich setzen. Ganz sicher werde ich die kommenden vier Jahre dazu nutzen, unsere gemeinsame Sache weiter voranzubringen. Ein wesentlicher Punkt dabei ist es, politische Entscheidungsträger davon zu überzeugen, dass das Au-Pair-Programm in Deutschland einen anderen bzw. separaten Status erhalten muss, so wie es in manchen anderen Ländern, beispielsweise den USA, oder unseren Nachbarn in den Niederlanden, der Fall ist. Junge Menschen, die aus dem Ausland nach Deutschland als Au-Pair kommen, sollten sich darauf verlassen können, dass die Betreuung durch eine kompetente Agentur ebenso obligatorisch ist, wie die Teilnahme an einem Sprachkurs. Ich werde alles daran setzen, dazu beizutragen, wirklich etwas zu bewegen!

Au-Pair des Jahres

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Jennifer hat ein Jahr in den USA verbracht und dort drei Kinder betreut. Interessant in ihrem Essay war, dass sie nicht nur über ihr sehr gutes Verhältnis zu ihrer amerikanischen Gastfamilie geschrieben hat, sondern auch darüber, dass sie Heimweh hatte, dass sie im Rückblick glaubt, anfänglich unter einem Kulturschock gelitten zu haben und dass sie dennoch niemals auf diese Erfahrung hätte verzichten wollen. Cholpon lebt seit etwa fünf Monaten bei einer Familie in Bayern. Sie hilft dort bei der Betreuung der insgesamt sieben Kinder (vier eigenen und drei Pflegekinder) ihrer Gastfamilie. Dies allein ist schon eine besondere Leistung, denn erfahrungsgemäß ist es eher schwierig, Au-Pairs für Gastfamilien mit mehr als drei Kindern zu begeistern! Cholpon strahlt zudem eine solche Ruhe und Freude an ihrer Tätigkeit aus, dass es nicht schwer fällt, in ihr auf Anhieb ein Au-Pair des Jahres auszumachen. Beide Au-Pairs waren nach Hamburg angereist, wo Ihnen Urkunden und jeweils ein Preis überreicht wurden.

Ausklang

Den Abschluss dieser Veranstaltung bildete ein gemeinsames Abendessen, wo zu fortgeschrittener Stunde nicht mehr „nur“ berufliche Erfahrungen ausgetauscht wurden, sondern alle Teilnehmer, einschließlich unserer Au-Pairs des Jahres 2012 viel Spaß hatten!

Was aber ist eine Geschäftsreise ohne einen „Kulturtag". Als echte Kulturistin habe ich den Sonntag bei blauem Himmel und strahlenden Sonnenschein dazu genutzt, Hamburg zu erkunden. Ich muss sagen, es gefiel mir, was ich gesehen habe - sogar sehr! Ganz besonders gut gefallen hat mir die Hafenrundfahrt in einer Barkasse. Ich habe einen Einblick in die Speichstadt und den riesigen Container-Hafen der Hansestadt gewonnen und noch dazu wirklich wurde ich mit sehr vielen Informationen versorgt. Der Schiffsführer war ein „Hamburger Original", der uns alle mit seinem Wortwitz wirklich zu fesseln verstand und dafür sorgte, dass es uns nicht eine Sekunde langweilig wurde. Wer von Ihnen also jemals einen Tag oder mehr in Hamburg verbringen sollte, sollte das auf keinen Fall verpassen. Insgesamt finde ich, dass Hamburg einen ganz besonderen Charme und eine beeindruckende Atmosphäre hat – die Mischung aus alten Häusern und moderner Architektur, auf die man allerorten stößt und die dennoch immer stimmig wirkt, hat mich in ihren Bann gezogen. Unter Umständen wäre ich auf Anfrage sogar dazu bereit, noch einen kleinen Geheimtipp für ein wirklich besonders gutes Restaurant weiterzugeben... :)

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Halloween – nur eine Art Karneval im Oktober?

von Judith Liehr

Am Mittwoch ist es wieder soweit: als Monster, Hexen oder Geister verkleidete Kinder ziehen von Haus zu Haus, und stellen die obligatorische Frage „Süßes oder Saures"!

Die Herkunft Halloweens

Im Prinzip mag ich den Herbst, ich mag die leuchtend bunten Farben, ich schätze die angebotene Fülle an heimischem Obst und Gemüse – ich mag sogar Kürbisse, sogar in vielen verschiedenen Formen und Farben. Ich erwische mich dabei, den Hauseingang mit allerlei lustigen Zierkürbissen zu dekorieren und frage mich: Woher kommt das? Warum feiert man Halloween in Deutschland? Sind es tatsächlich nur kommerzielle Interessen, die dahinter stecken? Wird der „All Hallows Evening", wie er ursprünglich hieß, außer in Amerika, auch in anderen Ländern so gefeiert? Was erleben unsere Au-Pairs im Ausland am 31. Oktober?

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Halloween ist ursprünglich ein sehr altes, keltisches Brauchtum und wurde von irischen Einwanderern nach Amerika gebracht. Nach Thanksgiving ist es inzwischen zum zweitwichtigsten Fest in den USA geworden. Vielleicht hat ja das eine oder andere unserer Au-Pairs die Gelegenheit zu der riesigen, schaurig-schönen Parade nach New York zu fahren, die jedes Jahr dort stattfindet und zu der jeder eingeladen ist. Mit Sicherheit werdet Ihr dort Snacks wie „crunchy bone sandwiches" oder „devil's tails" kennenlernen!

Halloween in Europa?

Fest steht, Halloween gibt es hier in dieser Form erst seit Anfang der 90er Jahre. 1991 fiel wegen des Krieges im Irak in Deutschland der Karneval aus. Dies war für Unternehmer, die beispielsweise Karnevalskostüme herstellen ein großes Problem und so entstand im Laufe dieses Jahres die Idee, Halloween hierzulande bekannt zu machen. Neue Bräuche werden heutzutage in erster Linie von Medien wie Fernsehen und Internet vermittelt. Auch die starke und klare Symbolik, nämlich der Kürbis, bei dessen Anblick heute nahezu jeder an Halloween denkt, spielt sicher eine Rolle dabei, dass dieses Fest sich so schnell und so weit verbreiten konnte. In unserer Region gibt es sehr bekannte Veranstaltungen, beispielweise in der Ronneburg, oder der Burg Frankenstein, die damit wirbt, „Europas gruseligste Halloween-Party" zu veranstalten.

In England und Irland werden unsere Au-Pairs sicher kaum einen Unterschied feststellen, es wird beinahe ebenso gefeiert, wie in Deutschland. Verkleidete Kinder ziehen mit dem Spruch „Trick or Treat" von Haus zu Haus, Pubs haben häufig „Fancy Dress Evenings".

Französische Kinder haben diesen Brauch offenbar auch gerne übernommen, wenngleich auch hier die Industrie, die den Markt bereits eine Weile vorher mit dem entsprechenden „Zubehör" überschwemmt, eine nicht unbedeutende Rolle spielt. Discos und Clubs öffnen zu diesem Anlass selbstverständlich gerne ihre Türen zu einer „Nuit Speciale".

Die Schweizer gelten ja meist als eher konservativ und ihren alten Traditionen und Brauchtum verschrieben – dies gilt allerdings nicht für die Nacht des 31. Oktober, wie ich schnell herausfinde: Halloween ist dort wirklich „in" und wird mit wahrer Begeisterung gefeiert.

Gleiches gilt in Italien – immer mehr Städte und Gemeinden werden vom Halloween-Fieber gepackt, unsere Au-Pairs dort finden Veranstaltungen an beinahe jeder Ecke.

Auch auf anderen Kontinenten werde ich fündig

In Neuseeland findet das Hexen-Spektakel nicht wirklich statt, aber in Australien scheint dieser Brauch langsam Fuß zu fassen, Programmteilnehmer, die dort gerade als Live-In Care-Giver leben, werden kleine Vampire und Teufel antreffen, die an den Haustüren klopfen und dort Süßigkeiten oder Geld bekommen.

Auch in Kanada werden unsere Live-In Care-Givers staunen: immer mehr Kanadier verwandeln ihre Häuser zu Halloween in Spukschlösser und ihre Vorgärten in Friedhöfe; der Kreativität und dem Ideenreichtum sind hier kaum Grenzen gesetzt und nur für das Weihnachtsfest wird mehr Geld ausgegeben. „Jack o'lanterns", die ausgehöhlten und von innen beleuchteten Kürbisse gehören in jedem Fall dazu. Die Legende besagt übrigens, dass die Seele des besagten Jack (eines Hufschmiedes aus Irland) mit dieser Laterne am Vorabend von Allerheiligen durch die Dunkelheit wandern muss, weil er zu seinen Lebzeiten dem Teufel ein Schnippchen geschlagen habe.

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Offenbar sind die Südafrikaner nicht ganz so enthusiastisch, wie an anderen Orten der Welt, aber auch dort wächst mit jedem Jahr die Horror-Euphorie und in Kapstadt können alle Kulturisten, die beispielsweise gerade als Freiwillige vor Ort sind, schaurig-schöne Gruselnächte feiern.

In Mexiko können unsere Au-Pairs die traditionellen Allerseelen-Bräuche kaum noch in ihrer ursprünglichen Form erleben – sie sind inzwischen mit Halloween-Einflüssen verschmolzen und kaum noch voneinander zu unterscheiden.

Ganz sicher gibt es noch viel mehr Skurriles und Interessantes aus aller Welt zu berichten – für heute möchte ich mich aber verabschieden und wünsche Euch allen, liebe Kulturisten:

Happy Halloween!

Wer irgendwelche interessanten oder neuen Brauchtümer zu diesem Fest kennenlernt, ist herzlich eingeladen, uns alle daran teilhaben zu lassen!

Sonderaktion bis Ende November

von kulturist

2 Personen buchen das Wild Coast Schools Project - nur eine Person zahlt!

Warum bloggt Kulturist?

von Judith Liehr

Die wichtigste Antwort auf diese Frage sei ausnahmsweise vorausgeschickt: Wir haben viel zu erzählen!

Es gibt so viele Informationen, Geschichten, oder einfach Dinge, die uns bewegen, für die es weder auf einer Webseite, noch auf einer Broschüre oder auf einer Plattform wie Facebook einen Raum gibt, um sie zu veröffentlichen. Manchmal widmet man solchen Themen nicht genug oder gar keine Zeit, obwohl man gerne etwas erzählen, oder darüber diskutieren würde.

Ich selbst, Judith Liehr, beschäftige mich seit inzwischen fast fünfzehn Jahren mit Kulturaustauschprogrammen, anderen Kulturen, Kultur und Sprache im engsten und weitesten Sinne waren und sind ebenso meine Steckenpferde, wie auch mein Beruf. Was also lag näher, als den Kulturist-Blog ins Leben zu rufen? Ich engagiere mich außerdem bereits seit einigen Jahren ehrenamtlich im Vorstand des Au-Pair Society e.V.. Eines der Hauptziele des Bundesverbandes ist die ständige Verbesserung des Au-Pair Wesens sowohl in Deutschland und Europa, als auch auf internationaler Ebene. Der Verband hat zu diesem Zweck hohe Qualitätsstandards geschaffen, zu deren Einhaltung alle Mitgliedsagenturen verpflichtet sind. Momentan bin ich dort u.a. für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Wir alle bei Kulturist interessieren und engagieren uns wirklich für das, was wir tun. Wir erleben, lernen, hören und sehen viel von der Welt. Ich bin sicher, vieles davon ist auch für Sie einerseits wissenswert und andererseits sind wir gespannt auf Ihre Kommentare und Reaktionen, da Lernprozesse ja niemals aufhören und Ihr Feedback uns sehr wichtig ist.

Ich möchte in diesem Blog zum einen auf all die kleinen und großen Themen rund um die Bereiche Au-Pair, Sprachtutorenprogramme, Freiwilligenarbeit und Work & Travel eingehen. Ich hoffe, Ihnen genügend Information und auch Unterhaltung bieten zu können, sodass Sie unsere Beiträge regelmäßig lesen, kommentieren und teilen werden!

Kulturisten Treffen am 20. Oktober

von kulturist

Kulturist lädt alle Au-Pairs aus der Region Frankfurt / Rhein Main und Interessenten für einen Auslandsaufenthalt zum nächsten Treffen in Bad Homburg (bei Frankfurt am Main) ein!

Fotowettbewerb 2012

von kulturist

Wir freuen uns die Gewinnerin des diesjährigen Fotowettbewerbes vorstellen zu können! 

Au-Pairs nach Spanien gesucht

von kulturist

Kulturtag mit Kulturist am 29.9.2012

von kulturist

Messe zur Aus- und Weiterbildung

von kulturist

Au-Pair-Workshop am 23. Juni im Raum Frankfurt

von kulturist

Au-Pair und Kulturisten Treffen am 14. April

von kulturist

Au-Pair-Workshop am 17. März im Raum Frankfurt

von kulturist

Au-Pair und Kulturisten Treffen am 28. Januar

von kulturist

Das nächste Treffen für alle Interessenten findet Ende Januar in Bad Homburg (bei Frankfurt am Main) statt!

Au-Pair Workshop im Februar 2012

von kulturist

Kulturist plant den nächsten Au-Pair-Workshop im Februar 2012

Bundesverband Au-pair Society kürt Au-pair des Jahres 2011

von kulturist

11.10.2011 Am 08. Oktober 2011 hat der Bundesverband Au-pair Society e.V. die Au-pair des Jahres 2011 unter Anwesenheit vieler Mitgliedsagenturen feierlich in München ausgezeichnet.

Mary's verlorenes Jahr

von kulturist

Mary, eine junge Frau aus Kenia, die als Au-pair nach Deutschland einreisen wollte, hat sich ein Jahr lang auf diesen Aufenthalt vorbereitet, um dann acht Monate vergebens auf ein Visum zu hoffen.

Au-Pair-Workshop am 03. September im Raum Frankfurt

von Patrick Weiß

Sie möchten als Au-Pair ins Ausland reisen, oder sind gerade als Au-Pair hier angekommen, haben aber noch Fragen und/oder möchten sich besser vorbereitet fühlen? Dann ist unser Workshop genau das Richtige für Sie!

Das Seminar beinhaltet ausführliche Informationen über Rechte und Pflichten von Au-Pairs. In praktischen Übungen können Sie sich auf Erste Hilfe am Kind, Babypflege und Konfliktsituationen mit Kindern und/oder Gasteltern vorbereiten. Sie erhalten Tipps zum kreativen Spielen mit Kindern und darüber, was Sie ins Ausland mitnehmen sollten. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, sich mit anderen Programmteilnehmern auszutauschen.

Sonderaktion bis zum 15. April

von Patrick Weiß

Zusammen mit unserem Partner bieten bis zum 15. April wir eine Sonderaktion für die Freiwilligenprogramme in Südafrika an: buchen Sie gemeinsam mit einem Freund/einer Freundin ein 2-wöchiges Programm und zahlen Sie nur einmal den Programmpreis!

Treffen für Kulturisten und Kulturinteressierte am 2. April 2011

von Patrick Weiß

Wir laden alle derzeitigen Kulturisten und Kulturinteressierten aus der Region Frankfurt am Main, Hochtaunus und Umgebungen herzlich zu unserem nächsten Treffen in Bad Homburg ein – natürilich ist die Teilnahme für jedermann/-frau kostenlos. In lockerem Rahmen, samt Getränken und Gebäck, könnt Ihr über Eure Erfahrungen in Deutschland berichten oder Euch über unsere verschiedenen Programme informieren. Außerdem bieten wir zu diesem Termin unverbindlich das Interview für das Au-Pair Programm USA an. Eure Freunde/innen sind selbstverständlich auch willkommen.

Treffen am 29. Januar 2011

von Patrick Weiß

Am 29. Oktober 2010 hat der Bundesverband die Au-pairs des Jahres 2010 in Berlin ausgezeichnet. Anläßlich der Feierlichkeiten zum 10-jährigen Jubiläum wurden Urkunden und Preise vom Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel, überreicht.

Preisträgerin für den Bereich outgoing ist Bea Allzeit, die ein Jahr als Au-Pair in Norwegen verbracht hat. „Ich habe in diesem Jahr nicht nur zwei tolle kleine Geschwister gefunden, sondern auch eine neue Heimat." sagte Bea Allzeit, die inzwischen beruflich in Oslo lebt und zur Preisverleihung extra nach Berlin angereist ist. Bea Allzeit wurde von der Agentur Abroad Connection, vertreten durch Frau Susanne Caudera-Preil, vermittelt.

10 Jahre Society und Verleihung „Au-pair des Jahres“

von Patrick Weiß

Pressemitteilung APSEV | 19. Oktober 2010

Am 29. Oktober 2010 feiert die Au-pair Society e.V. – Bundesverband der Au-pair-Vermittler, Gastfamilien und Au-pairs – mit seinen Mitgliedsagenturen und geladenen Gästen unter Anwe-senheit des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel, in Berlin sein 10-jähriges Bestehen.

18.10.2010 Der Bundesverband wurde im Jahre 2000 als gemeinnütziger Verein gegründet und setzt sich seither für eine qualitativ hochwertige Umsetzung des Kulturaustauschprogramms „Au-pair" in Deutschland ein.

Nächster Au-Pair-Workshop am 20. November 2010

von Patrick Weiß

Es gibt noch freie Plätze für den nächsten Au-Pair-Workshop am 20. November.

Dieses Seminar richtet sich an neu nach Deutschland eingereiste Au-Pairs und auch an deutsche Au-Pair-Bewerber/-innen, die demnächst ins Ausland gehen möchten.

Interessenten/-innen wenden sich bitte telefonisch oder per email an uns.

Paris vom 03. – 07. Dezember 2010

von Patrick Weiß

Paris ist immer einer Reise wert und darum lädt unser Partner MiKa-Reisen Sie ein, die französische Hauptstadt kennenzulernen. Bummeln Sie über die Champs Élisée, besuchen Sie die Kathedrale Notre Dame und vieles mehr. Information und Buchung direkt bei MiKa-Reisen (siehe "Links")

Soeben erschienen: Was kochen Au-pairs?

von Patrick Weiß

Rezepte von Au-pairs aus aller Welt – eine besonders schmackhafte Form des Kulturaustauschs: 40 Leibgerichte zum Nachkochen von Borschtsch bis Yulu-Torte, von Couscous bis Rakott krumpli. Zu bestellen beim Calypso Verlag – siehe "links"

Au-Pair-Society e.V. kritisiert deut.Visapolitik

von Patrick Weiß

Au-pair ist ein Kulturaustauschprogramm und bietet jungen Menschen die Möglichkeit, über die Grenzen hinweg eine andere Sprache und Kultur kennen zu lernen. Davon profitieren beide Seiten, Gastfamilie und Au-pair.

Die Anzahl der erteilten Au-Pair-Visa ist in den vergangen Jahren allerdings dramatisch zurück gegangen. Während im Jahr 2002 noch fast 20.000 V